Die Apokalypse des Johannes - 322. Vortrag von Wolfgang Peter, 2026

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«Ein interaktiver Vortragszyklus über den Zusammenhang mit dem Wirken Jesu Christi und dem eigenen Ich. Ausgangspunkt sind die Schriften von Rudolf Steiner, z.B. die GA 104, GA 104a und GA 346. Hier fließen sowohl Fragen und Anliegen von Zuschauern als auch eigene geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Und es gibt immer Bezüge zu aktuellen Themen der Zeit.»

322. Vortrag "Die Apokalypse des Johannes" vom 7. Juli 2026 von Dr. Wolfgang Peter. Link zum Audio

Transkription des 322. Vortrags vom 7. Juli 2026

+++ dies ist eine automatisch generierte Rohtranskription (Opus 4.8 Extra). Es wird noch eine händische Nachbearbeitung nötig sein. Willst du MitTun? +++

Begrüßung und der 14. Wochenspruch 00:01:47

Meine Lieben, ich begrüße euch auf jeden Fall ganz herzlich zur 322. Folge zur Apokalypse.

Und wir starten mit dem Wochenspruch. Es ist der 14. Wochenspruch, übertitelt Sommer. Der Sommer hat ja eigentlich schon begonnen, aber da steht jetzt ganz groß Sommer. Es ist also ja wirklich die Sommerstimmung da.

  1. Spruch. An Sinnesoffenbarung hingegeben, verlor ich Eigenwesenstrieb. Gedankentraum erschien betäubend mir, das Selbst zu rauben, doch weckend nahet schon im Sinnenschein mir Weltendenken.

Also immer auch so eine gewisse Gegenüberstellung mit dem Eigendenken und dem Weltendenken, die irgendwo zusammenfinden. Das Weltendenken, da ist eigentlich die geistige Ordnung aus der Welt, die uns entgegenkommt irgendwo. Und die eben durchaus in der Konfiguration der sinnlichen Wahrnehmung und der Sinne überhaupt irgendwo da drinnen liegt. Nur man muss es halt erst erkennen.

Mit den Sinnen haben wir uns ja jetzt immer wieder ein bisschen beschäftigt, weil es darum geht, zusammenzuschauen, die sinnliche und die übersinnliche Wahrnehmung. Eines ist ohne das andere im Grunde in Wahrheit nicht zu haben, nur die Frage ist, was davon ins Bewusstsein kommt. Also gerade oft auch bei der Meditation oder bei der Imagination ist oft ein Weg ja auch, das sinnliche Wahrnehmen zunächst einmal zurückzustellen, auszuschalten bis zu einem gewissen Grad. Das ist aber eine Seelenübung eigentlich, dieses sinnliche Wahrnehmen dann zurückzudrängen, um den sinnlichen Eindruck halt nicht im Vordergrund zu lassen, sondern dahinterzukommen. Also hineinzugehen in die Welt, hinter den sinnlichen Spiegel, der da ist, aber was uns das Sinnliche spiegelt, das Bild, das wir sehen, hängt ja mit uns selber zusammen. Also wir spiegeln eigentlich und sehen dadurch noch nicht die volle Wahrheit, sondern nur ein Bild, ein Abbild davon.

Was ja ganz wichtig ist, dass wir nur ein Abbild haben, dass wir eigentlich ja im Grunde nicht in der Wirklichkeit leben mit unserem Bewusstsein, wie wir es jetzt haben, sondern in einem Abbild, wenn man so will, aber einem bis zu einem gewissen Grad auch vielleicht verzerrten Abbild. Wir müssen es halt erst zurechtrücken. Aber das Wichtige ist, dass wir nur dadurch die Möglichkeit haben, die Freiheit zu entwickeln.

Das Zeitalter der Illusion 00:04:46

Also damit hängt eben auch zusammen unser Verhältnis zum Beispiel in der Naturforschung, zur Natur. Wir haben sehr gerne heute, dadurch ist ja die Naturforschung, eigentlich die Naturwissenschaft, die Physik namentlich, die Astronomie und so weiter und die Chemie groß geworden mit dem wesentlichen Beginn unserer Kulturepoche. Also dieser Aufbruch, der drinnen ist, wo immer wieder gesprochen wird davon, es geht um sozusagen die objektive Wahrheit kennenzulernen und nicht vielleicht sich ein illusionäres, subjektives Bild zu machen von der Welt. Nur der Punkt ist, dass es eigentlich genau umgekehrt ist.

Die Wirklichkeit, also das, was wirklich die Welt darstellt und was uns begegnet in der Welt, das ist uns nicht von Haus aus gegeben. Es ist uns auch namentlich durch die sinnliche Betrachtung alleine und erst recht nicht durch die Betrachtung durch Messinstrumente und dergleichen, ist uns nicht die Wirklichkeit unmittelbar gegeben, sondern da ist eben ein großes illusionäres Bild drinnen. Weshalb Rudolf Steiner ja auch unser Zeitalter, ja eigentlich unsere Kulturepoche, als das Zeitalter der Illusion bezeichnet hat.

Und da steht die Welt halt ein bisschen am Kopf. Das ist so schwer zu bemerken, dass die Tugend der Naturwissenschaft eigentlich gerade die ist oder wäre, dass es nicht die fertige Welt uns zeigt, nicht sozusagen die objektive Welt zeigt, die Objekte zeigt, die da sind, sondern dass es ein gespiegeltes Bild, ein von uns gemachtes Bild ist. Und wir würden die Wirklichkeit eben erst erkennen dann, wenn wir uns dessen bewusst werden, dass wir uns als sozusagen beobachtendes Subjekt nicht herausnehmen können. Dann verlieren wir die Wirklichkeit, dann haben wir keinen Zugang eigentlich zur Welt. Das ist das sehr, sehr Schwierige.

Und da werden jetzt 98 bis 99 Prozent der modernen Denker unserer Zeit sofort wieder aufstehen, Aufstand machen und sagen, das ist es ja nicht, gerade das Großartige der Naturwissenschaft ist, dass wir jetzt einfach frei sind von unserer persönlichen Willkür, von unseren Vorlieben und so weiter. Und dass wir einfach objektiv die Welt beschreiben, erfassen, messen können und so weiter. Und der Ansatz dahinter ist insofern ja wichtig, als wir uns jedenfalls den Zugang zur Wirklichkeit erst erobern müssen. Aber was wir jetzt haben, gerade im naturwissenschaftlichen Denken, ist genau das nicht. Sondern es ist ein aus intellektuellen Gedanken gewobenes Gespinst, zu einem großen Teil. Und da steckt sehr viel ahrimanisches Denken drinnen. Ahrimanisches Denken, sprich ein Denken, das nur das Tote erfassen kann. Und das ist das, was ja heute auch die Naturwissenschaft zeichnet. Sie zeichnet einfach ein Bild, wie tote Materien mit im Grunde toten Naturkräften zusammenwirken.

Evolutionstheorie und der Zufall 00:08:24

Und wie man versucht, aus dem heraus sogar das Leben zu erklären, im Sinne der Evolutionstheorie zum Beispiel, das zu zeigen. Es ist ja ein gigantisches Gebilde, was da entstanden ist. Darwin war durchaus nicht der Erste, der damit begonnen hat. Aber einer, der sehr klar die Prinzipien herausgestellt hat, wo alles das, was wirkliches Leben ist, draußen ist, in Wahrheit. Weil es letztlich hinzielt darauf, dass es nur materielle Prozesse sind, dass darin eigentlich nur der Zufall wirkt, in Wahrheit. Also es gibt eigentlich gar keine Gesetzmäßigkeit, kein Wirkliches drinnen. Also Leben entspringt nicht aus etwas Höherem oder so, überhaupt nicht, sondern es ist die materielle Welt, die zufällig Konstellationen hervorbringt, die wir als lebendig bezeichnen.

Also von den ersten Einzellern oder Sonstiges. Wobei das die Frage ist, ob das so wirklich in der Vergangenheit war, kann man ja sehr schwer archäologisch feststellen, was da wirklich am Anfang des Lebens war. Aber wenn man sich anschaut, die heutigen Theorien der Entstehung des Lebens, sind das rein materielle Prozesse, bei denen zufällig irgendwo auch Tätigkeiten in Schwung kommen, die wir als lebend bezeichnen. Also das heißt, die anfangen sich fortzupflanzen, wenn man so will. Also die Strukturen wieder hervorbringen, die dem Vorgänger ähnlich sind. Wobei das anfangs eine geradezu Unsterblichkeit ist, also mit den Einzellern, die sich teilen, immer wieder teilen und teilen. Aber im Prinzip ist das alles nur durch Zufall entstanden.

Die Kirche und das tote Denken 00:10:23

Und man muss dazu sagen, dass da auch eine besondere Stellung die Kirche dazu hat, die ja eigentlich dieses naturwissenschaftliche Denken in vielen Bereichen geradezu gefördert hat. Und viele Geistliche, also namentlich Jesuiten oder so, da gibt es kaum einen, der nicht eine starke naturwissenschaftliche Ausbildung hat, die ganz im materialistischen Denken drinnen steckt. Und das Interessante ist drinnen, dass das nicht nur toleriert wird, sondern auch gefördert wird. Kritisch gesehen wurden die Wissenschaftler, die gerade nicht eine tote Physik oder eine tote Chemie oder eine tote Naturwissenschaft gelehrt haben, sondern die höhere Prinzipien drinnen gesehen haben. Dann war sofort die Verdächtigung da, das ist Heidentum, das drinnen ist, das ist etwas Altes, das wollen wir nicht haben, das wäre mit dem Christentum nicht vereinbar.

Das ist ganz interessant, dass es da sehr, sehr, sehr quere Sachen drinnen gibt. Man denke nur an den großen Giordano Bruno, der ein gewaltiges Bild eines lebendigen Kosmos, eines sogar unbegrenzten lebendigen Kosmos gezeichnet hat und den man eigentlich für seine Ansichten als Ketzer verbrannt hat, noch im Jahre 1600. Also nicht im finsteren Mittelalter, sondern in dem viel finstereren Beginn der Neuzeit drinnen. Wir haben uns jetzt, wie soll ich sagen, an die Finsternis gewöhnt in gewisser Weise und denken brav, auch wenn wir theologisch denken, dort ganz besonders, eigentlich im ahrimanischen Sinn großteils. Also mit einer strengen, aber toten Logik, die drinnen ist. Das ist das Gemeinsame, was die Naturwissenschaft hat, gerade mit der christlichen Theologie. Weil die Denkmethoden ähnlich sind, ähnlich geartet sind.

Also auch die Theologie ist ja heute im Wesentlichen nicht mehr ausgehend von einem lebendigen Erleben des Geistes, sondern von einem mit toten Gedanken Spekulieren darüber, wie denn die Zusammenhänge waren. Das kann manchmal ganz interessant sein, wie das gedacht ist.

Aristoteles, Thomas von Aquin und Rudolf Steiner 00:13:29

Einer der Letzten, der noch ein Lebendiges gesehen hat oder etwas davon verstanden hat, aber doch auch es letztlich in ein totes Denken gefasst hat, ist Aristoteles gewesen. Und dann als großer Sprung davon im Mittelalter Thomas von Aquin, der ein brillantes Denken entwickelt hat, der aber nicht geistig sehend war. Darüber haben wir öfter schon gesprochen, dass er eigentlich erst kurz vor seinem Tod eine große Geistesschau hatte und dann gesagt hat, alles, was ich geschrieben habe, ist sozusagen wie Spreu, wie Stroh. Und er hat seit dem Zeitpunkt nichts mehr geschrieben bzw. diktiert, weil er hat ja die meisten seiner Schriften diktiert, und zwar als sehr begabter Mensch drei bis vier Sekretären gleichzeitig, verschiedene Werke. Also ein brillantes Denken, das darin ist, das aber letztlich trotzdem auch intensiv eintaucht in diese ahrimanische Logik, wenn man so will, hineingeht. Also wo das Schauen zurückgedrängt ist. Das ist ganz etwas Wichtiges.

Und für die meisten von euch wird das ja kein Geheimnis sein, dass man vielfach ja davon ausgeht, dass Thomas von Aquin aber auch eben eine frühere Inkarnation von Rudolf Steiner war, dass da etwas durchgeht. Und eines ist jedenfalls klar, dass Rudolf Steiner sich mit diesem Denken, mit diesem Totendenken auch, mit dem logischen Denken, mit dem aristotelischen Denken, mit der Theologie auch eines Thomas von Aquin sehr intensiv auseinandergesetzt hat. Und ja auch schon in seinen jungen Jahren, als er noch in Wien war und dort im Künstlermilieu, aber auch im Milieu, wo er mit Theologen zusammenkommt, ist er in sehr tiefe Gespräche hineingegangen, wo auch die Rede war über die Idee, über den Gedanken der Wiedergeburt und dergleichen. Aber das ist halt das Feld, wo den meisten Theologen halt dann unwohl wird, über diese Dinge zu sprechen. Also Rudolf Steiner konnte durchaus mit einem katholischen Gelehrten, Neumann hieß der, in intensive Gespräche treten, wo es zwar vielleicht durchaus unterschiedliche Standpunkte gab, aber man zumindest sprechen konnte miteinander.

Und das Interessante ist ja, was unser Zeitalter kennzeichnet, eben einerseits dieses Hineingehen in die sinnliche Beobachtung, das heißt ganz in die Beobachtung des Äußeren, in dem, was eben eigentlich nicht die Wirklichkeit ist, sondern nur ein äußeres Spiegelbild der Wirklichkeit ist. In das einzutauchen und andererseits in die toten Gedanken, in die toten, ja letztlich sehr stark ahrimanisierten Gedanken einzutauchen. Das ist die Charakteristik unseres Zeitalters. Und ich sage das jetzt durchaus nicht als Kritik, weil wir genau da durch müssen. Also die Auseinandersetzung gerade mit dem Ahrimanischen, sei es in der Technik oder sei es vor allem auch in der Denkweise, die diese Technik hervorbringt. Also jetzt ganz prominent ja auch mit der künstlichen Intelligenz, wo wirklich die Frage sich stellt für viele Menschen, wie weit können Maschinen denken, wie weit können sie vielleicht sogar besser denken als wir Menschen. Die Frage ist halt, ob man das wirklich als Denken bezeichnen kann.

Die abgeschaffte Seele und die Ganztodtheorie 00:18:02

Aber für uns ist wichtig, dass wir in diese Auseinandersetzung hineingehen. Dass wir also nicht als Gläubige hineingehen in die Beschäftigung mit dem Geistigen, sondern als, ja wie soll ich sagen, als Menschen, die wagen, sich auf sich selbst, auf ihr eigenes Ich zu stellen, aber aus dem heraus überwinden. Überwinden sowohl den alten Glauben, wo man halt so scherzhaft bei uns sagt, Glauben heißt nichts wissen. Also wo wir pochen auf unser Wissen, dass wir uns selbst erarbeitet und selbst erworben haben. Mit dem schaut es natürlich in unserer Zeit aber auch noch nicht so gut aus, weil alles das, was an den Universitäten gelehrt wird, wird eben gelehrt, und die Mehrzahl der Studenten, die dem folgen und auch die dann als Wissenschaftler oder als sonstiges herauswachsen aus dem, folgen dem Schema, das sie dort gelernt haben. Der Art zu denken, wie man es dort gelehrt hat. Und dieses Denken ist notwendig für unsere Zeit, aber nicht notwendig, um die Welt zu erklären, die Entstehung der Welt, das Leben der Welt zu erklären.

Also was Leben ist in der Welt oder gar Seelen, davon spricht ja heute fast niemand mehr. Ja, Biologen tun es noch irgendwo, aber im Grunde geben sie ja auch sehr deutlich zu, dass sie keine Ahnung haben, was das sein soll. Die Seele. Und vielleicht ist es euch das ja auch schon bekannt geworden, dass man gerade im Christentum, im theologischen Christentum, sagen wir es einmal so, in der theologischen Interpretation des Christentums, mit der Seele sehr wenig anfangen kann heute. Also nachdem man schon in der Frühzeit der Entwicklung des Christentums also den Geist abgeschafft hat, wie Rudolf Steiner oft gesagt hat, ist heute die Seele abgeschafft, und das nicht nur eben in den Wissenschaften draußen, sondern im Grunde auch in der Theologie ist ein Unwohlsein dabei.

Das ist sehr verbreitet heute, weshalb ja gerade in Mitteleuropa ja auch so Theorien entstanden sind wie die sogenannte Ganztodtheorie. Also sie geht davon aus, dass mit dem Tod wirklich der Leib zerfällt. Na gut, das ist klar zunächst einmal. Der nächste Punkt ist aber, dass die Theologen, die die Ganztodtheorie vertreten, eben auch davon ausgehen, ja auch die Seele löst sich auf mit dem Tod. Und zwar, wie kommen sie dazu? Sie kommen deswegen dazu, weil sie einfach sich, und das ist bei den meisten Theologen heute so, sich unglaublich sträuben dagegen, ja wie soll denn das sein? Wie soll ich denn als körperlose Seele überhaupt existieren können? Das ist ein Zustand, der bei den meisten Denkern in dieser Richtung Abscheu erzeugt. Das kann man und will man sich nicht vorstellen.

Aber wie kann man jetzt die Seele noch retten irgendwo? Naja, indem einfach mit der Auferstehung am jüngsten Tage – und ich werde gleich noch etwas dazu sagen, nämlich die Frage, wann ist denn das überhaupt –, aber jedenfalls mit der Auferstehung des Leibes wird auch durch den lieben Gott die Seele neu geschaffen sozusagen. Durchaus entsprechend der Individualität, die da irgendwann einmal verstorben ist. Das Problem haben sie ja nicht, dass sie irgendwie denken an Wiedergeburt oder was, das ist also bei den wenigsten ein Thema, es gibt natürlich auch Theologen, die sich damit beschäftigen, aber sehr beliebt ist das Thema nicht.

Aber im Hintergrund ist einfach das, dass man sich ein nicht körperliches, nicht sinnlich orientiertes Erleben im Grunde nicht vorstellen kann. Und ganz besonders nicht bei den Theologen. Lest einmal so theologische Schriften, bei einer Mehrzahl ist ein Sträuben oder in jedem Fall sich nicht vorstellen können, wie ist denn das? Wie fließe ich dann zusammen mit den anderen Verstorbenen oder mit den höheren geistigen Wesenheiten, mit den Engeln? Ja, die man natürlich als Theologe schon irgendwie glaubt, aber man kann es sich einfach nicht vorstellen, wie das sein soll.

Also das heißt, die modernste Lösung Gottes mit der Ganztodtheorie gibt es jetzt auch schon, weiß ich nicht, 30, 40 Jahre oder so sicher, vielleicht sogar etwas länger, so genau weiß ich das jetzt nicht auswendig. Aber das ist eine der sehr verbreiteten Theorien heute. Und es ist auffällig, also wenn man die Theologie studiert, dass überall dort, ab dem Moment, wo etwas Übersinnliches sozusagen, etwas nicht mit den Sinnen Erfahrbares, etwas Außerkörperliches auch, also wo der Körper keine Rolle spielt, dass wenn man an diese Grenze kommt, dann hört das Verständnis auf und auch der Wille, sich damit zu beschäftigen. Das ist die moderne Situation drinnen.

Nicht glauben, sondern selbst erfahren 00:24:27

Und ja, jetzt kann man sagen, ja gut, dann sind ja wenigstens wir Anthroposophen da, die das anders sehen und anders erleben. Aber wir müssen auch lernen, dass wir nicht als Anthroposophen, dass wir nicht glauben irgendetwas, was wir nicht durch eigene Erfahrung verifizieren können. Das ist ganz wichtig. Das ist die Kraft, die wir uns hier erwerben sollen. Weil an die geistige Wirklichkeit kommen wir nur heran, wenn wir uns selber als geistiges Wesen, durch unsere eigene geistige Tätigkeit, als geistiges Wesen erfahren und gerade dadurch auch, durch dieses eigene Erfahren als geistige Wesenheit, auch lernen, die anderen geistigen Wesenheiten, die in der Welt sind, wahrzunehmen, ihrer gewahr zu werden.

Das ist das Schwierige. Also das heißt, nicht die Welt als Objekt zu sehen, sondern indem man sich selbst und die Welt in ihrer Geistigkeit wahrnimmt durch Identifikation im Grunde, oder konkreter noch anders ausgedrückt durch Intuition, durch Einswerden. Ich kann mich als geistiges Wesen nur fassen, wenn ich mit meinem wirklichen geistigen Wesenskern, mit meinem Ich, mich wirklich identifizieren kann, zusammenfließen kann mit meinem eigenen Ich und nicht hängen bleibe im bloßen Ego zum Beispiel. Mit dem identifizieren sich viele Menschen sehr gerne, aber das hat mit ihrer Individualität so ziemlich nichts zu tun. Es hat natürlich schon etwas zu tun, weil darin wirken die Spuren karmischer Verfehlungen in der Vergangenheit. Fehler, die wir aber gemacht haben in Wahrheit aus einer gewissen inneren Notwendigkeit, weil wir an ihnen lernen können. Das heißt nicht, dass wir jetzt mutwillig Fehler machen, um zu lernen, aber es passiert halt immer wieder, dass wir Fehler machen und an ihnen lernen und dadurch Karma auf uns laden. Aber das ist kein Schicksalsverhängnis im alten Sinne, als Strafe oder was über uns hängt. Das ist eigentlich ein komplett falsches Bild. Sondern das Bild ist eigentlich, es sind die Aufgaben, die wir uns im Leben oder in vielen Erdenleben immer wieder gestellt haben, um zu reifen daran, um weiter zu werden, um weiterzukommen, um immer mehr Bewusstsein unserer geistigen Individualität zu bekommen.

Das Ich wie ein Loch in der Wand 00:27:37

Und es ist noch nicht so riesig weit her heute dabei. Nämlich wirklich ganz konkret dieses eigene Ich zu erleben. Wie gesagt, das habe ich ja schon im allerersten Vortrag über die Apokalypse hier gesprochen. Wir wissen von unserem Ich fast nichts. Es ist wie ein Loch in der Wand. Wir sehen, da ist ein Loch, da ist etwas. Aber was das eigentlich ist, sehen wir nicht. Das ist die Problematik, vor der wir stehen.

Wir stehen aber jetzt im 21. Jahrhundert drinnen. Also das ganze 20. Jahrhundert ist schon abgelaufen. Und wie gesagt, es ist dieses 20. Jahrhundert, der Beginn des 20. Jahrhunderts. Damit ist der Startschuss, wenn man so will, gefallen, dass wir als Menschen ganz bewusst geistig wieder wahrnehmend werden können. Und zwar wirklich ganz bewusst. Nicht ein altes Hellsehen, nicht ein visionäres Schauen, sondern ein Schauen der Welt, der geistigen Welt, in dem wir die geistige Welt bewusst als geistiges Wesen, wie soll ich sagen, ergreifen lernen, tätig werden in ihr und aus dieser Tätigkeit kommen zur Begegnung, zur ganz bewussten Begegnung mit anderen geistigen Wesenheiten. Dort müssen wir erst einmal mit unserem Bewusstsein ankommen. Die Möglichkeit dazu ist da, aber ergriffen ist sie noch sehr wenig. Und es gehört auch Mut dazu. Und der Mut, der fehlt heute vielfach auch in den Wissenschaften namentlich.

Wir wollen eben die objektive Welt kennenlernen, von der wir sagen, ja, ich habe sie nicht gemacht, ich bin gar nicht beteiligt daran, ich versuche nur sie zu beschreiben, ihre Gesetzmäßigkeiten zu registrieren, und dann meine ich, ich verstehe etwas von der Welt. Aber da verstehe ich nur das, was Schein ist daran. Das wirkliche Verstehen kommt dann, wenn ich mich ganz bewusst, auch in der geistigen Wahrnehmung, insbesondere in der geistigen Wahrnehmung, als schöpferisches, geistiges Wesen erleben kann. Ganz bewusst. Weil jede Imagination, die ich mache, jede Inspiration, die mir kommt, die bekomme ich im modernen Sinn, im heutigen Sinn, wie es gefordert ist, wo die Freiheit des Menschen nicht angetastet wird, nur dann, wenn ich aus Freiheit tätig werde.

Also darum arbeite ich in der ganzen Geschichte jetzt immer wieder herum, weil darum geht es auch in der Apokalypse. Das ist der entscheidende Schritt. Der Schritt weiter, auch in das neue Jerusalem, wird nicht gehen, wenn wir uns nicht ganz klar bewusst werden, als geistiges Wesen, das wir sind, und als tätig eben in der geistigen Wahrnehmung. Es geht gar nicht anders.

Zwischenruf: Könnte das sein, dass da ein Mikro offen ist im Hintergrund? Es rauscht ein bisschen was.

Danke.

Das aktive Aufbauen des Weltbildes 00:31:21

Ja, und in diesem Sinne geht es aber auch darum, dass wir auch im Sinnlichen Wahrnehmen immer uns bewusster werden, dass wir aktiv dabei tätig sind. Und dass wir uns das Bild der Welt, dass wir es aktiv ergreifen, dass wir es aktiv in gewisser Weise aufbauen müssen, um dieses Bild überhaupt haben zu können. Und auf dem Umweg, dieses Bild uns zu schaffen, kommen wir aber in die bewusste Begegnung mit der Welt als solcher, die draußen ist, und auch mit den Wesenheiten, die draußen sind. Zuerst einmal natürlich im sinnlichen Abglanz, aber indem wir uns eben das Wahrnehmungsbild auch selber in gewisser Weise schaffen.

Ich habe ja so oft das jetzt schon erwähnt mit dem, wie wir schauen, sehen, nur dadurch können, wirklich Gegenstände, räumlich etwas sehen zu können, nur dadurch können, dass wir es erlernen. Und ja, natürlich, wir werden immer dann eine gewisse Gemeinsamkeit finden mit dem, wie andere Menschen die Dinge wahrnehmen, zumindest was die Formen betrifft und so weiter, was die Entfernungen betrifft und dergleichen. Ja, was die Farben betrifft auch, wobei da immer wieder die Schwierigkeit ist, erlebt der andere das Grün genauso, wie ich es erlebe? Oder wie ist denn das? Bei den Formen ist es ein bisschen leichter, aber im Prinzip ist es auch da nicht ganz so einfach, wie man es sich vorstellt, weil die Feinheiten auch im sinnlichen Wahrnehmen zu erleben heißt, wir müssen tätig sein. Und so viel wir zeichnen können, malen können mit unseren Blicken von der Welt draußen, so viel erfassen wir davon.

Und das zeichnet gerade den Menschen aus. Wir können natürlich eine Kamera hinstellen und dann können wir uns das gefilmte Bild ansehen, aber auch da müssen wir denselben Prozess wieder machen. Wir müssen es selber sehen lernen, und das hängt davon ab, wie gut wir gelernt haben zu sehen, wie wir auf unsere individuelle Art diesen Spuren der Bewegung folgen, den Konturen folgen und dergleichen, was wir mehr ins Auge fassen, was wir weniger ins Auge fassen. Das tut der Wirklichkeit der Welt überhaupt keinen Abbruch. Wir glauben das immer so.

Ich erzähle das Ganze jetzt insbesondere darum, dass wir nicht immer glauben, wenn etwas fertig vor mir steht und ich ein wie immer geartetes Sinnesorgan oder ein übersinnliches Organ öffnen kann und sagen kann, ja, das, so ist es. Ich habe keinen Anteil daran, ich schaue es nur an. Geistig oder sinnlich. Nein, wir sind beteiligt. Das ist das Wesentliche, dass wir beteiligt sind daran, uns das Bild der Welt aufzubauen. Es wird immer nur ein Bild sein. Auch das übersinnliche Bild, die Imagination ist ein Bild zunächst. Und das Bild muss nicht jeder genau gleich sehen. Es wird sicher viele Übereinstimmungen geben, aber es ist durchaus individuell von uns geschaffen und es ist eben auch noch nicht die fertige Wirklichkeit.

So wie das Sinnenbild nicht die fertige Wirklichkeit ist, so ist auch das übersinnliche Schauen, also das imaginative Schauen, noch lange nicht die fertige Stufe. Sie führt uns weiter, sie gibt uns die Basis dafür, wenn wir eben diese Imagination aufbauen, eben in näheren Kontakt zu kommen mit den geistigen Wesen letztlich, die in der übersinnlichen Welt wirken.

Elementarwesen und die Sprache der Natur 00:35:33

Also das Geistige, das wirkt darin, sei es Elementarwesen, also geistige Wesenheiten im eingeschränkten Sinn, wenn man so will, weil sie ja die Elementarwesen, die regulären Elementarwesen zumindest über kein eigenes Ich noch verfügen, aber sie sind als Wesen zu erfassen, wenn wir sie zunächst einmal imaginativ wirklich erfassen. Und sie kündigen sich an, auch mitten in der sinnlichen Welt, in Wahrheit. Also sie sprechen durch die Farben, durch die Formen in der Natur, sprechen sie zu uns. Wir dürfen halt dann eben nicht nur am Äußeren schauen, hängenbleiben, sondern weitergehen. Ja, was sagt uns die Farbe der Blüte? Was sagt uns die Form eines Blattes? Die Form des Geästes eines Baumes? Und so weiter. Ja, was sprechen zu uns die Wellen des Meeres? Die Wellen in einem Bach, in einem Fluss? Was spricht das zu uns?

Dann fange ich an, eben vom sinnlichen Schauen zunächst einmal weiterzugehen. Ja, vielleicht einerseits in ein imaginatives Schauen. Imaginatives Schauen heißt ja nichts anderes, als dass das Bild, das ich jetzt erlebe, das sinnlich-übersinnliche Bild, wenn ich es eben dorthin bringe, dass es ein sinnlich-übersinnliches Bild wird, so wie Goethe es in seiner Metamorphosenlehre so großartig geschaffen hat. Und damit ist wirklich aus meiner Sicht heraus und sehr stark, sage ich einmal, auch aus Rudolf Steiners Sicht heraus, Goethe wirklich geradezu der Naturwissenschaftler unseres Zeitalters, nämlich der zukunftsweisende Naturwissenschaftler unseres Zeitalters. Der nicht auf Berechenbares sich stützt oder was, was wir so gerne heute haben in der Physik oder in fast allen Wissenschaften im Grunde, wir müssen es berechnen können.

Zahlenqualität statt Anzahl 00:37:51

Natürlich, in der Mathematik ist sehr viel Geistiges. Aber es ist am allerwenigsten da drinnen das Geistige, dass wir die Natur kennenlernen. Nämlich vor allem am allerwenigsten in dem, was wir berechnen können. Da ist schon mehr drinnen sogar in den ganz verpönten Dingen heute in der Naturwissenschaft. Naja, die magische Siebenzahl oder was, die so oft zitiert wird, die die Esoteriker so gern nennen, oder die Zwölfzahl, oder welche Bedeutung die haben. Ja, es haben Zahlenkombinationen oder bestimmte Zahlen natürlich eine eigene Wirkung. Irgendwo drinnen, aber auf das schauen ja die meisten nicht. Sondern sie nehmen die Zahl als etwas, als eine Hilfe, um etwas zu quantifizieren. Das ist aber das Äußerlichste des Ganzen. Also viel wichtiger wären eigentlich die Zahlenqualitäten, die drinnen sind. Dort kommen wir in die Wirklichkeit hinein. Dort, wo wir nur Anzahlen haben, da ist bereits etwas Erstorbenes.

Ihr wisst es ja wahrscheinlich oder habt es vielleicht auch sogar schon irgendwo einmal erlebt, wenn man irgendwie Elementarwesen begegnet und sei es noch so schemenhaft oder noch so leise als Andeutung, wie sie da ist. Aber Elementarwesen lassen sich nicht festhalten. Sie lassen sich nicht einmal wirklich zählen. Wenn ich glaube, da sind jetzt drei Elementarwesen, auf einmal sind es 100. Und es wird viel, viel reicher und dann ist plötzlich wieder gar keins da oder nur eines. Wie auch immer. Also sie sind eigentlich nicht zu fassen. Da ist so viel Beweglichkeit drinnen. Also wenn man da den Zahlenbegriff anwendet dafür, dann ist es eigentlich das, was die Beweglichkeit dieser Wesenheiten zeigt. Beweglichkeit im Sinne von verschwinden, wieder auftauchen, praktisch quasi aus dem Nichts heraus wieder zumindest für unsere Wahrnehmung, für unser Erleben da zu sein und wieder zu verschwinden. Das sind alles Dinge, die wir erleben könnten, wenn wir nicht so festgefahren wären in dem Todesprinzip, in dem wir heute drinnen leben.

Unser Denken hat was zu tun heute mit unserem Todesprinzip. Eigentlich ist ja das eigentliche Denken ein Lebensprozess. Also im Denken haben wir es gerade mit den Lebenskräften zu tun, also mit den Ätherkräften, die sind sehr wesentlich daran beteiligt. Diese Formen, die drinnen sind, das war das, was intuitiv auch Goethe erfasst hat, wenn man sich so intensiv mit den Pflanzen beschäftigt, weil er da diese ätherische Tätigkeit, ohne sie als solche direkt zu bezeichnen, aber einfach erleben konnte. Wenn man sich mit dem beschäftigt. Und er hat eben nicht abgezählt, wie viele Staubblätter gibt es da und so weiter, nachdem man zu seiner Zeit und nicht nur zu seiner Zeit, sondern heute noch immer die ganzen Pflanzen und so weiter charakterisiert und in Tabellen einträgt und dergleichen. Da geht es also um wie viele Blütenblätter und so weiter, die ganzen zahlenmäßigen Symmetrien, die drinnen sind. Das ist aber gerade das Abgestorbene in der Pflanze. Das ist nicht das, was das Leben der Pflanze eigentlich ausmacht, sondern das ist der Endpunkt, dort wo es hineinstirbt.

Wie ist der Tod entstanden 00:41:41

Ja, natürlich, jede Pflanze, indem sie wird, bis zu dem Zeitpunkt, wo sie dann wieder vergeht, verblüht zum Beispiel oder so, ist ein Prozess, der aus dem Leben herauskommt, aber in den Tod hineingeht. Und dann zerfällt das Ganze vielleicht auch wieder. Manches in kurzen Zeiträumen, also im Laufe der Jahreszeiten oder so, manch anderes im Laufe von Jahrtausenden oder Jahrzehntausenden. Also bis hin zum Gesamtleben der Erde, die zwar schon näher dem Tode ist als dem ursprünglichen aufquellenden Leben in der Vergangenheit.

Da müssen wir gleich wieder an die Frage der Entstehung des Lebens rühren. Das ist schon die völlig verkehrte Frage, weil diese Frage, die heute in den Naturwissenschaften gewälzt wird, noch immer irgendwo, und so ganz genau weiß man es ja doch nicht, das ist ja alles sehr spekulativ. In Wahrheit, das ist nur so über Jahrzehnte jetzt schon oder Jahrhunderte fast schon eine Tradition da, und das steht halt alles in den Bibliotheken, dass man es so irgendwie fast wie eine Gewissheit nimmt. Aber in Wahrheit ist es nichts anderes als eine Gewohnheit, die da ist. Und die Wahrheit, die dahintersteckt, ist keineswegs verifiziert, weil es in Wahrheit auch keine Wahrheit ist. Weil die Wahrheit ist natürlich nicht, wie ist das Leben entstanden, sondern die Frage, die wir erklären können, ist, wie ist der Tod entstanden. Das Leben ist das Ursprüngliche, und der Tod ist die Folge davon. Also das heißt, wie ist aus dem Lebendigen ein Totes entstanden. Ein Totes, das dann letztlich auch zerfällt und sich wieder verbreitet, auflöst in die Welt hinein.

Das sind die entscheidenden Fragen. Und das sind die Fragen, denen Goethe so ganz deutlich nachgegangen ist. Und letztlich eben dann auch Rudolf Steiner ist dem nachgegangen, weil er ist ja auch den Spuren von Goethe sehr stark gefolgt. Also das war schon auch so eine Schicksalsbegegnung mit dem Karl Julius Schröer, seinem Hochschulprofessor, der ihn eben besonders auf die Werke von Goethe aufmerksam gemacht hat, dass das ja der Weg ist, der über Goethe den Rudolf Steiner eben bis hin zur Anthroposophie geführt hat. Und da genau drinnen eben eine neue Methode auch gefunden hat, in dem, was Goethe gemacht hat, oder was man dann über Goethe gesagt hat, anschauende Urteilskraft, die drinnen ist. Also nicht ein abstraktes Denken, ein logisches Ableiten und so weiter, aus Messungen irgendwas ableiten und dergleichen. Damit sei jetzt nichts gegen Messungen grundsätzlich gesagt, aber wenn es zu grassieren beginnt und wenn man es missversteht, dann wird es falsch. Weil dort, das, was ich messen, was ich wägen kann, da habe ich es bereits mit dem Toten zu tun, mit dem Abgestorbenen. Das Leben würde ich nicht verstehen dadurch. Das Leben kann ich nur verstehen, wenn ich wirklich, ja, eigentlich eine imaginative Fähigkeit mir entwickle. Das heißt, in mir ein Denken erzeuge, das diese imaginativen Bilder hervorbringt, die eben nicht tot sind. Da bin ich mitten im Leben drinnen. Und da bin ich mittendrinnen im geistigen Wahrnehmen auch bereits.

Warum wir uns in Stofflichkeit verkörpern 00:45:51

Und um aber unserem Zeitalter gerecht zu werden, natürlich müssen wir auch in unserem Zeitalter das Tote erkennen, das in der Natur ist. Eigentlich sind wir dazu vor allem auf der Erde. Man könnte ja fragen, warum müssen wir uns eigentlich in physischer Form verkörpern? Die Engelwesenheiten haben das alle nie gemacht, nicht in der Form jedenfalls, wie wir als Menschen, dass sie sich wirklich in eine solche Stofflichkeit hineinzwängen, wie wir es tun. Auch wenn wir die Gewohnheit haben, mit einem gewissen Recht die Engel in Menschengestalt abzubilden. Aber dann ist die Rechtfertigung aber nur dadurch gegeben, dass sie eine sehr enge Beziehung zu uns Menschen haben, aber keineswegs in einer physisch-stofflichen Gestalt jemals aufgetreten sind oder jemals auftreten werden. Das macht überhaupt keinen Sinn.

Wir sind sozusagen, wenn man so will, die gefallenen Engel, weil wie wir im paradiesischen Zustand noch waren, waren wir in gewisser Weise engelartig, also eben nicht stofflich, also waren wir reine übersinnliche Wesenheiten, die in dem Garten Eden, wenn man so will, gelebt haben, also in der Mondensphäre gelebt haben, aber dort eben als übersinnliche Wesenheiten gelebt haben und in engem Zusammenhang waren mit den ganzen weisheitsvollen Wesenheiten, die mit dem Mond verbunden waren. Das ist ja durchaus nicht nur Jahwe, der dann als Mondwesenheit, als Mondgottheit auftaucht, das ist eine ganze Menge. Man denkt ja an die ganzen Geister, die wirklich mit dieser Mondenintelligenz zusammenhängen, die also eine hohe Weisheit in sich haben. Und über diese Wesenheiten hat Rudolf Steiner sehr viel gesprochen. Aber trotzdem, es sind Wesenheiten, die vorbereiten auch irgendwo mit den Mondenkräften, die da drinnen sind, mit diesen verhärteten Kräften, die den Weg zum Toten irgendwo weisen.

Ich meine, dass der Mond sich getrennt hat von der Erde, war ja ganz wichtig, sonst hätte sich das Leben auf der Erde nicht so entfalten können, wie es das hat, weil mit den Mondenkräften eben auch verbunden ist dieses Todesprinzip, wenn man so will, dieses Absterbensprinzip, das ist drinnen. Zugleich ist aber der Mond eine Bastion auch hoher geistiger Wesenheiten, die sehr viel Weisheit in sich haben drinnen.

Drei Stufen des Menschlichen 00:49:00

Aber natürlich, die Menschheitsentwicklung, dass wir Menschen werden und dadurch, ich sage jetzt bewusst werden, weil wir sind ja noch gar nicht fertig. Wir sind ja noch gar nicht wirklich voll und ganz Mensch. Wir sind auf dem Weg, Mensch zu werden, und das wird sich weiterentwickeln. Wir haben davon gesprochen auch schon, dass in der Zukunft, also in den nächsten kosmischen Inkarnationen unserer Erde, sprich Neuer Jupiter, Neues Jerusalem, wenn man so will, oder dann die Neue Venus oder dann der Vulkanzustand, dass da insgesamt drei Stufen des Menschlichen entstehen werden. Drei Stufen, wenn man so will, hierarchisch geordnet, weil wir sind ja jetzt die neu einrückenden Hierarchien. Wir werden letztlich auch so eine Dreiergruppe bilden, wie etwa die Engelwesenheiten, also Urengel, Erzengel und die kleinen Engel, die ursprünglichsten Engel, also die ursprünglichsten, die kleinsten, wenn man so will, also die auf dem alten Mond sich herausgebildet haben.

Dieser alte Mond, der im Übrigen noch lange nicht so eine Stofflichkeit hatte, wie wir es haben. Davon haben wir auch schon gesprochen, der etwas Fließendes hatte, etwas Flüssiges, aber man darf sich eben nicht vorstellen, etwas materiell Flüssiges, so wie wir heute das haben. Es geht in die Richtung hin bereits, aber es ist trotzdem noch ganz anders, selbst als unser Wasser. Unser Wasser, was wir heute haben, ist im Vergleich zu dem fließenden, wenn man so will, Stofflichen des alten Mondes, etwas viel, viel Toteres, etwas viel, viel Materielleres, als das auf dem alten Mond war. Also da ist das noch ganz, ganz, ganz etwas Lebendiges. Darum vergleicht Rudolf Steiner oft die Konsistenz, die Stofflichkeit des alten Mondes mit Kochsalat, mit einem Kochsalat. Das ist natürlich ein äußeres Bild jetzt, einfach um das zu illustrieren irgendwo, hat natürlich mit unserem heutigen Kochsalat gar nichts zu tun, und selbst unser Kochsalat heute ist jedenfalls viel, viel materieller als das, was war auf dem alten Mond. Aber was Rudolf Steiner damit ausdrücken wollte, ist, es war etwas Fließendes, etwas Lebendiges. Das war die Substanz, aus der der alte Mond geschaffen war, Substanz im Sinne dessen, was die Grundlage dieser Entwicklung gegeben hat.

In der Substanz ist das sogar Unterliegende oder Liegende, vielleicht liegt es ja dann gar nicht. Also beim alten Mond war es durchaus nichts Liegendes, sondern eben etwas Fließendes noch. Natürlich schon viel, viel dichter in gewisser Weise, als es auf der alten Sonne war. Alte Sonne hat nur dieses Luftige, wenn man so will, dieses Luftelement, aber das auch mit unserer Luft heute nicht vergleichbar ist, das also keineswegs diese stoffliche Konsistenz hat, wie unsere heutige Luft. Sondern viel mehr ist da der Anteil, also drinnen, ja, des Ätherischen. Das, was man wirklich als stofflich bezeichnen könnte, das ist so etwas Feines, so etwas Lebendiges, wie wir uns das heute gar nicht vorstellen können.

Der Mensch als Vorreiter der Inkarnation Ahrimans 00:53:05

Das sieht man eben auch in den heutigen Theorien, wie Leben entstanden sein könnte oder sollte. Das stellt also die ganze Wirklichkeit auf den Kopf im Grunde, da ist das Verständnis nicht da. Schaut euch das an. Das ist wirklich, man könnte auf der einen Seite sagen, der Sündenfall der Naturwissenschaften oder dessen, dass man davon ausgeht, alles aus dem Toten erklären zu wollen. Andererseits ist aber auch eine dringende Notwendigkeit dazu, sich eben mit dem Toten auseinanderzusetzen. Eben um gerüstet zu sein in der Auseinandersetzung mit Ahriman, mit den ahrimanischen Kräften.

Und diese Auseinandersetzung mit den ahrimanischen Kräften, das ist halt die Hauptaufgabe jetzt in unserer Kulturepoche. Ob jetzt die Inkarnation Ahrimans schon morgen stattfindet oder erst in 100, 200, 300 Jahren. Rudolf Steiner hat das ja auch offen gelassen, das ist nicht so genau festgelegt. Aber es kommt auf jeden Fall darauf an, dass wir verstehen lernen, diese ahrimanische Inkarnation. Und damit auch uns besser verstehen lernen.

Weil wir Menschen sind von Haus aus, so wie wir hier jetzt auf Erden leben, seit wir hier in irgendwie nachweisbarer leiblicher Gestalt auf Erden aufzufinden sind, wir sind eigentlich die Vorreiter für die Inkarnation Ahrimans. Wir sind mit unserer Leibeshülle, so wie wir sie haben, von Haus aus. Ja, natürlich auch ein großer luziferischer Einfluss, aber vor allem unsere Stofflichkeit betreffend, sind wir von Haus aus ahrimanisiert. Ganz stark. Das spielt hinein. Trotz all der Schöpferkräfte, die jetzt mit der Schöpfung, mit der Erschaffung des Menschen, wie es in der Bibel geschildert wird, der also den Rückblick gibt bis zu Beginn unserer Erdentwicklung, also das geht ja nicht zurück jetzt auf die alten kosmischen Zustände, also alter Mond, alte Sonne und alter Saturnzustand, zumindest nicht unmittelbar, sondern nur indirekt, als natürlich angezeigt wird, wie diese Kräfte vorbereitend da waren, aber die eigentliche Schilderung, also jetzt in der Bibel, die eigentliche Schöpfungsgeschichte, wie sie in der Bibel geschildert wird, ist in Wahrheit, geht sie zurück auf unsere Erdenschöpfung und auf die Schöpfung des Menschen im Zuge dieser Erdentwicklung.

Und das ist aber ein Weg zunächst einmal ganz ins Ahrimanische hinein. Ich will es bewusst einmal jetzt von der Seite betrachten. Man könnte auf der anderen Seite, und muss man natürlich auch sagen, es ist aber genau auch der Weg ins Christliche hinein. Das heißt, das Höchste Geistige, Schöpferische Geistige aus der Freiheit, Schaffende Geistige, dass das eben auch zum Wesen des Menschen gehört und das die wesentliche Charakterisierung ist. Und diese Fähigkeit ist aber nur zu erwerben, nicht anders zu erwerben, als hier in der Welt des Todes eigentlich, in die wir hineingekommen sind, bis zu einem gewissen Grade. Also im Sinne einer Welt des Todes, die fortschreitend auf diesem Weg ist.

Der Christus als Erdgeist und Todesüberwinder 00:57:04

Also bei den früheren Entwicklungen, selbst beim alten Mond bereits, kann man nicht einfach davon sprechen, dass es dort den Tod gegeben hätte in unserem Sinne. Weder für die Wesenheiten, die dort sind, noch für den kosmischen Entwicklungszustand, also für diesen alten Mondenplaneten als solchen. Der Tod spielt eigentlich dort noch keine Rolle. Es sind gewisse Vorbereitungen dazu da, weil ja natürlich die ahrimanischen Wesenheiten bereits vorhanden sind und sie bereits mitwirken und vorbereiten, dass aber jetzt die Erde durch den ahrimanischen Einfluss zunächst einmal immer mehr das wird, was wir als eine tote Stoffeswelt bezeichnen.

Also das heißt, die Erde hat mit uns Menschen das Schicksal gemeinsam, dass sie eine Todeserfahrung durchmacht. Der Erdgeist macht eine Todeserfahrung durch. Wer ist denn eigentlich der große Erdgeist in Wahrheit? Da gibt es jetzt auch natürlich wieder verschiedenste Schichten zu erklären. Also zum Beispiel der Erdgeist, wie er bei Goethes Faust auftritt, ist nicht unbedingt ganz die höchste Stufe, zumindest ist es bei Goethe nicht so ganz klar geschildert. Der eigentliche Erdgeist, wer ist es? Es ist der Christus, der sich mit der Erde verbunden hat. Der sich mit der Erde verbunden hat und der uns unterstützt, aber umgekehrt auch auf unsere Mittätigkeit wartet und angewiesen ist auch darauf, dass wir mitarbeiten, eben intensiv mitarbeiten, diese Todeskräfte, die hier in unserer Erdentwicklung drinnen sind, erstmals eben so stark drinnen sind, wie es das vorher noch nicht gegeben hat und wie es das nachher, das heißt in den folgenden kosmischen Entwicklungszuständen, auch nicht mehr geben wird, außer in der sogenannten achten Sphäre.

Die achte Sphäre: eine perfekte tote Welt 00:59:48

Die achte Sphäre wird die Übersteigerung sein, von der wir ja schon oft gesprochen haben. Das ist diese Sphäre, die sich ausscheiden wird, wo Widersacherkräfte mitgehen werden, wo namentlich die soratischen Kräfte hingehen werden. Eine Welt, die in gewisser Weise eine perfekte Welt ist, weil sie eine tote Welt ist. Die im Grunde wie ein unzerstörbarer, toter Mechanismus funktioniert. Eben dieses Uhrwerkbild oder wie man es nehmen will, es ist sehr schwer, das zu beschreiben. Aber es ist eine Welt, in der im Grunde die Schöpferkraft erlischt. Weil was soll man noch schöpfen in einer Welt, die perfekt ist? Das ist nur so ein Hinweis auf diese achte Sphäre.

Und natürlich die ahrimanischen Wesenheiten und ihre Anhänger, ihre Jünger, wenn man so will, die versuchen uns das schmackhaft zu machen. Die versuchen uns das schmackhaft zu machen. Und viele Impulse, die wir aber auch heute in der Weltgestaltung sehen, also wie sich das äußere Leben gestaltet, die Technik, die wir haben, die Art, wie Politik gemacht wird, wie Menschen gelenkt und geleitet werden, da sind Prinzipien drinnen, wirksame Ideen drinnen, Gedankenwerk wirksam drinnen, schöpferische Impulse, es sind eben noch schöpferische Impulse wirksam, die in diese Richtung gehen. Schöpferische Impulse im Übrigen, die die soratischen Wesenheiten nicht hervorbringen können, sondern die die Menschen hervorbringen, die aber unter Umständen eben von diesen soratischen Wesenheiten mit Mithilfe der ahrimanischen, asurischen Kräfte insbesondere ergriffen werden können von den soratischen Kräften und wo diese Fähigkeiten des Menschen, der eben frei aus der Freiheit schöpferisch tätig sein kann, missbraucht werden, um diese perfekte Welt zu schaffen, die sich diese soratischen Wesenheiten wünschen, die sie aus eigener Kraft allein gar nicht schaffen können, wo sie die Mitarbeit des Menschen brauchen.

Das ist auch der Grund, warum sie so kräftige Impulse setzen, die Menschen zu sich hinüberzuziehen. Man kann sich ja fragen, warum tun sie das eigentlich? Es ist ja mal eine interessante Frage zu stellen, warum wollen denn diese Wesenheiten den Menschen dort hinüberziehen? Ja, eben weil der Mensch eine einzigartige Fähigkeit hat, aber weil der Mensch eben die Freiheit erlangen soll, durchaus eben auch verführt werden kann sehr gut. Weil die Freiheit haben wir uns ja gerade dadurch erworben oder sind auf dem Wege, sie uns zu erwerben, sodass wir es wenigstens einmal hier und da haben und einsetzen können, indem wir dauernd in Versuchung geführt werden. Und das ist ja nicht weniger geworden, es wird immer mehr. Und es wird in der Zukunft gegen Ende der Erdentwicklung immer stärker werden. Also diese, wenn man so will, Raffinesse auch den Menschen zu verführen.

Der erschöpfte Mensch und die unsterbliche Totenwelt 01:04:28

Aber das Ziel, das die soratischen Wesenheiten haben, können sie nur erreichen, indem sie den Menschen in ihr Reich hineinziehen. Und wie soll ich sagen, seine schöpferische Kraft für sich nützen, sie selber haben sie ja nicht, in Wahrheit, sie können das gar nicht, aber der Mensch kann es. Und der Mensch, wie soll ich sagen, die Menschen sollen wie Zitronen ausgepresst werden, sodass sie ihre ganze Schöpferkraft verausgaben, um für diese soratischen Wesenheiten die in ihrem Sinne perfekte Welt zu schaffen, die dann, wenn man so will, geleitet wird von diesen soratischen Wesenheiten.

Und wenn der Mensch sein Schöpfungswerk, sein mitschöpferisches Werk, da vollbracht hat, wenn er dann erschöpft ist, das ist nämlich der Punkt, und im ganz wörtlichen Sinn erschöpft ist, indem er also seine ganze schöpferische Fähigkeit verausgabt hat, um was zu bauen, um diese achte Sphäre zu bauen, um diese eigentlich perfekte Welt zu bauen, eine perfekte Welt aber halt im Sinne der soratischen Wesenheiten, eine Welt, die nicht mehr verbesserungsfähig ist, weil sie eigentlich schon in gewisser Weise eben perfekt vollkommen ist, in der aber auch keine Entwicklung mehr stattfinden kann, in der aber eben etwas drinnen steckt, was Nietzsche eben geahnt hat, andere geahnt haben, irgendwo von der Wiederkehr des Ewiggleichen, aber das ist gerade etwas, was diese soratischen Wesenheiten anstreben. Von dort her kommen solche Ideen, von dort her kommt der Gedanke irgendwo.

Und wo vor allem natürlich diese soratischen Wesenheiten, das kann man schon ziemlich vermuten, dass sie das Ziel haben, das immer mehr in die Welt, in die große Welt, in den Makrokosmos, dieses Prinzip hineinzutragen und andere geistige Wesenheiten zu gewinnen für diese Welt. Dann wird also der perfekte Alternativkosmos erzeugt, wenn man so will, irgendwann einmal, oder er wird immer größer, sein Anteil wird immer größer, und das ist das Feld, wo diese Wesenheiten hinwollen, die aber dann völlig sich abspalten, völlig herausfallen aus unserer Weltentwicklung, die mit dem nichts mehr gemeinsam hat, aber die durchaus eben eine Manifestation ist dann des Unzerstörbaren auch.

Ja, ich könnte es in fast paradoxe Worte fassen, ich möchte ja versuchen, in eine Welt, die ein unsterbliches Totes wird. Das heißt, eine im Grunde perfekte Maschinerie, die unzerstörbar ist in gewisser Weise, wo kein Verschleiß stattfindet, wenn man so will, im stofflichen Bereich, also die gelernt hat, das Tote zum Weltprinzip zu machen. Das ist im Wesentlichen das Ziel, das die soratischen Wesenheiten verfolgen, ein Ziel, das sie immer mehr dadurch entwickelt haben, und immer weiterentwickeln dadurch, dass sie eben mit der Menschheitsentwicklung, mit der Erdentwicklung, wie soll ich sagen, in Kollision geraten sind.

Die soratischen Wesenheiten und das verewigte Todesprinzip 01:09:20

Also gerade diese soratischen Wesenheiten sind eigentlich, ja, wie soll man sagen, im Weltenplan so eigentlich gar nicht eingeplant, sondern sie haben eigentlich mit unserer Erdentwicklung überhaupt nichts zu tun, eigentlich im Grunde, aber sie sind, wie soll ich sagen, in Verbindung geraten mit dieser Erdentwicklung und haben halt erkannt für sich, dass da etwas zu gewinnen ist. Erkannt, also nicht im Sinne einer freien schöpferischen Entwicklung, aber wo sie sehen, das sind geistige Wesenheiten, namentlich wir Menschen drinnen, die etwas für sich schaffen können oder mitarbeiten jedenfalls daran, was ihnen eine perfekte Welt ermöglicht, in der sie halt dann die unbeschränkten Herrscher sind, wo sie, ja, wie soll ich sagen, wo sie das Todesprinzip verewigen in gewisser Weise, in dieser perfekten achten Sphäre, die aber im Grunde den Charakter eben eines perfekten Mechanismus hat. Gemeint in dem Sinn, dass hier nur ein Totes sich immer weiter bewegt, das nicht zerstört werden kann, das nicht aus der Welt geschafft werden kann, das im Grunde auch keine Zukunft hat, aber auch keine Vergangenheit im Grunde mehr hat, sondern die dann immer weiter geht im Gleichen, die ewige Wiederkehr des Gleichen, keine Veränderung mehr, aber was diesen soratischen Wesenheiten eben aber ermöglicht, dort, ja, wenn man so will, für alle Ewigkeit eben ihren, nicht nur Wohnplatz, sondern ihren Herrschaftsplatz aufzuschlagen und dort zu sein drinnen.

Und das hat eben mit unserer Entwicklung überhaupt nichts zu tun, weil das ist das genaue Gegenteil davon. Das ist das genaue Gegenteil davon. Dort möchte man eine perfekte Welt, die in aller Ewigkeit bestehen soll, aber eigentlich eine tote Welt, was im Grunde ein Widerspruch in sich selbst ist, aber jedenfalls ist das das Ziel, dass sie das schaffen, eine tote Welt zu schaffen, die aber nicht in den Zerfall hineingeht. Das ist nämlich in Wahrheit ein Widerspruch in sich selbst. Also jedenfalls in unserer Erdenwelt ist ja Tod grundsätzlich immer mit Zerfall verbunden, mit Zerfall von dem, was halt vorher war, was als, sagen wir mal, Leibeshülle oder wie auch immer, oder auch Welt, auf der man lebt, man betrachtet hat, die aber zerfallen muss irgendwann, damit der Geist wieder befreit werden kann und neu schaffen kann.

Und diese Entwicklung wird also, insofern der Mensch sich nicht hinüberziehen lässt zu diesen soratischen Wesenheiten, wo er schaffend tätig ist, wird immer stärker werden, diese Veränderung, diese Entwicklung, dieses auch immer wieder Zerfallen, Sich-Auflösen, Wiederbeleben, aber Tod nicht in dem Sinne erlebt werden. Was bezeichnen wir als Tod jetzt wieder? Ich meine, Tod ist ja nicht nur das, was wir äußerlich sehen, also es entsteht ein Leichnam, es wird die Stofflichkeit abgelegt und sie zerfällt, das ist halt das, was wir heute äußerlich registrieren können dabei, aber die eigentliche Seite des Todes, die wesentliche, ist ja die, dass eben das Leben, das Seelische, das Geistige weitergeht und das hoch aktiv ist. Wir können es halt nur jetzt äußerlich zunächst einmal nicht mitverfolgen, äußerlich sehen wir nur das, was zerfallen muss.

Und gerade die Erde oder die Menschheit überhaupt hat gerade dadurch viel Leben, dass sie immer wieder das Beispiel gibt, wie der Tod überwunden wird. Der Todbringer Ahriman, der ja unheimlich leidet, auch unter seinem Prinzip, weil er merkt ja auch, dass er im Grunde ja merkt, aber er spürt jedenfalls, dass irgendwas an seinem Tun nicht so ganz so funktioniert, weil es ihm unheimliche Schmerzen erzeugt. Er glaubt, die Menschen sind schuld daran, sie sind es aber nur ganz indirekt. Es ist halt der Mensch ja gerade der, der der Todesüberwinder ist, mit der Hilfe des Christus. Und dass eben wirklich nur die Schlacke, das Stoffliche, das Abgestorbene zerfällt. Aber Tod heißt ja eben in Wahrheit auch für uns Menschen und für überhaupt die Wesenheiten, die jetzt dann in dieser Entwicklung weitergehen, heißt es die Überwindung des Todes. Also ablegen das Stoffliche, ablegen das, was Hülle gewesen ist in der Vergangenheit, sich weiterentwickeln und eine neue, höhere Hülle schaffen.

Die Auferstehung als individuelle Formgestalt 01:15:27

Es geht ja auch um die Auferstehung zum Beispiel. Warum ist die so wichtig jetzt? Man fragt sich ja, was ist denn gemeint mit der Auferstehung überhaupt? Ja, natürlich jetzt im traditionellen Kirchenleben ist es, na erklärt ist es nicht, aber man stellt sich es halt vor, jetzt so wie das eben beim Christus gewesen ist, die Auferstehung in etwa am dritten Tage auferstanden. Ja, aber in welcher Form? In welcher Form? Die meisten, auch der Theologen denken in irgendeiner Weise, ist es schon halt wieder physisch gewesen, weil sonst wäre es ja keine Auferstehung. Da fängt die Schwierigkeit an, am besten erklärt man es dann gar nicht.

Ist ja interessant, der ehemalige Papst Benedikt XVI., der ursprüngliche Kardinal Ratzinger, hat sich ja sehr intensiv mit diesen Themen beschäftigt, sehr ehrlich eigentlich beschäftigt damit, aber ohne jetzt hochmütig erscheinen zu wollen, aber er hatte keine Ahnung von dem, was Auferstehung wirklich bedeutet. Und es zielt alles darauf hin, dass das so wichtig ist, diese Frage, die steht ganz im Mittelpunkt. Und wenn es dann geht zu schildern, ja wie läuft denn das jetzt ab, wie soll denn das überhaupt sein, dann kommt nichts, nichts, einfach gar nichts, null. Es ist also nicht einmal eine vage Vorstellung davon, wie sich das wirklich abspielen soll. Also nichts, was man wirklich nachvollziehen kann, weil er es selber nicht nachvollziehen konnte, und so geht es vielen Theologen. Das ist ganz interessant.

Und weil die Auferstehung eben des physischen Leibes heißt die Auferstehung der Formgestalt, dieser Formkräfte, die da sind, aber nicht die Auferstehung von etwas Stofflichem, sondern es geht um die Auferstehung, wie soll ich sagen, dieser individuellen Gestalt, aber natürlich jetzt ist das nicht einfach so eine Menschengestalt, wie wir es jetzt haben. Ich meine, wie stellt man sich das dann vor, wie der Auferstehungsleib, naja, nichtstofflich, nein, stofflich ist es nicht, sonst wäre es ja wiedersterblich und zerstörbar, ist also nicht, ist halt geistig irgendwie, aber wie soll das sein dann? Wie soll man sich das vorstellen? Naja, da sind sich die meisten Theologen einig, dass am besten gar nichts darüber sagen, weil man es sich im Grunde gar nicht vorstellen kann, und dann heißt es halt, das ist halt jenseits unserer Vorstellungskraft.

Aber wir sind gerade die, die ganz energisch daran arbeiten müssen. Wir müssen an unserer Individualisierung arbeiten, die sich dann eben ihr geistiges Abbild schaffen wird in dieser Auferstehungsgestalt, das hat aber natürlich nichts zu tun mit einer Ähnlichkeit mit unserer jetzigen physischen, äußerlichen, physisch-materiellen Gestalt, die wir haben, wovon ja eigentlich im Grunde die Bibel eh schon, oder das Neue Testament genauer gesagt, eine Andeutung zumindest gibt in der Szene, wo eben die Maria Magdalena, die ja die Erste ist, die dem Auferstandenen begegnet, ihn aber nicht erkennt, sondern ihn für den Gärtner hält. Und es ist aber natürlich nicht der Gärtner und es ist überhaupt keine physisch-stoffliche Gestalt, weil der Christus natürlich nicht in einer stofflichen Gestalt auferstanden ist, aber sehr wohl in einer Formgestalt, in einer übersinnlichen Formgestalt, in einer Gestalt, die nur für den übersinnlich Wahrnehmenden überhaupt eben da ist, wahrgenommen werden kann, nur von jemand, der einen Blick hat, der nicht allein am äußeren, sinnlichen hängen bleibt, sondern der tiefer gehen kann.

Das ist das Interessante bei der Maria Magdalena, darum erkennt sie ihn zuerst nicht, sie hält ihn für den Gärtner, das heißt, sie erlebt etwas durch ihre natürliche Hellsichtigkeit, die sie hatte und die besonders noch gestärkt wurde, eben durch den Schmerz, den sie erlitten hat, dadurch, dass eben der Christus gekreuzigt wurde und am Kreuz gestorben ist, wie man so schön sagt.

Sterben als Erwerb der Geistgestalt 01:20:41

Aber dieses Sterben ist natürlich, da liegt sehr viel jetzt drinnen, ja was ist denn dieses Sterben eigentlich, dieses durch den Tod gehen? Es ist der Schritt vor allem, sich die ganz individuelle Geistgestalt zu erwerben oder jedenfalls dazu beizutragen, dass sie ausgebildet werden kann. Es geht ja nur im Zusammenhang mit den Vaterkräften, die im Hintergrund dabei wirken, also diese Auferstehungsgestalt kann nicht ohne Mitwirkung der Vatergottheit sich herausbilden, aber sie ist ganz individuell dem einzelnen Menschen oder wird sie einmal angepasst sein, sie ist ganz angepasst dem Wesen des Christus bei dieser Auferstehung, die da ist. Sie entspricht also seiner Individualität.

Also wir sprechen ja irgendwo davon, auch davon ist ja in der Anthroposophie die Rede oder wo ein Hinweis jedenfalls zu finden ist auf das Ganze. Die Entwicklung geht ja hin dort, dass der Mensch durch die immer wieder Überwindung des Todes, also immer wieder Gehen in den Tod, in das Sterbliche hinein während der Erdinkarnationen. Für den Christus genügt eine Inkarnation. Eine Inkarnation, und da kann er den ganzen Weg durchschreiten und bekommt dadurch oder erwirbt sich dadurch oder manifestiert dadurch seine Auferstehungsgestalt. Mit der Hilfe der Vaterkräfte, die sind dazu notwendig, aber sie wirken eben in einer ganz anderen Form, als sie in der Vergangenheit gewirkt haben.

Das muss man auch sehen. Wir haben ja davon gesprochen, die Vatergottheit hat sich zurückgezogen, ja eigentlich schon ganz am Anfang der Schöpfungsgeschichte, und zwar gar nicht nur der biblischen Schöpfungsgeschichte, sondern in Wahrheit schon auf dem alten Saturn. Wie der alte Saturn entstanden ist, ist eigentlich schon die Vatergottheit sehr in den Hintergrund getreten. Es ist zwar noch nicht offiziell der Christus der volle Durchgestalter dieser Welt. Es sind eine ganze Menge geistiger Wesenheiten, die mitarbeiten, die unter der Führung der Vatergottheit tätig sind. Schon allein die Geister des Willens, die die Wärmesubstanz des alten Saturn hervorbringen, die aber natürlich nicht nur eine unstrukturierte Masse bleibt, sondern da entstehen eben Gestaltungen. Ihr erinnert euch vielleicht, wenn ihr das gelesen habt in der Geheimwissenschaft, auf dem Umkreis, wie das Rudolf Steiner schildert, eigentlich besteht dieser alte Saturn aus einem Wärmekörper, der aber wieder eigentlich besteht aus den Individualisierten bereits, aber noch nicht durch unser Ich Individualisierten oder jedenfalls nicht bewusst Individualisierten, aber aus den Wärmeleibern, die für die Menschen geschaffen werden.

Das unzerstörbare Ich und die achte Sphäre 01:24:34

Also der Mensch wird geboren auf dem alten Saturn als geistige Wesenheit. Also geboren heißt in dem Sinn nicht, dass sein Ich, Hokuspokus, entsteht, sondern das Ich ist ewig. Es hat immer bestanden und wird immer bestehen in seiner Grundwesenheit. Ich weiß es, ich habe in den Kommentaren, was man meint, ja sehr wohl kann das Ich auch zerstört werden. Und ich bin ja schon eingegangen darauf, es anzudeuten, also gerade die Asuras zum Beispiel sind Wesenheiten, die sehr stark auch in unserer heutigen Zeit schon mitarbeiten, dass sie das Ich zersplittern können. Ja, das ist wieder die Frage, wie man sich das vorstellen soll. Aber jedenfalls, dass wir nicht ein zusammenhängendes Wirken, also aus dieser Ichkraft heraus erzeugen können. Das heißt aber trotzdem nicht, dass das Ich zerstört ist. Auch wenn wir vielleicht äonenlang damit nichts machen können. Also unsere Freiheit nicht entfalten können.

Und wenn wir mitgehen in das soratische Reich, in die achte Sphäre hinüber, ja dann ist es irgendwann Endstation. Wir wissen also, mit der Entwicklungsstufe der Neuen Venus, also der sechsten kosmischen Entwicklungsstufe in unserer Entwicklungskette, dort stellt sich die Frage, ob die Menschen, die dort hinübergewechselt sind in dieses soratische Reich, ob sie von dort noch gerettet werden können oder sich erretten können, sicher nur mit Unterstützung erretten können, oder ob sie eben den Weg der soratischen Wesenheiten weitergehen müssen dann. Und dann sind sie verloren. Das heißt trotzdem nicht, dass ihre Ichkraft weg ist. Nur sie kann sich eben nicht entfalten zur Freiheit. Sie kann diesen schöpferischen Impuls, der da drinnen ist, nicht wirklich frei entfalten. Aber zerstört wird das Ich deswegen trotzdem nicht. Die Ichkraft ist eine unzerstörbare Kraft, die unzerstörbare Schöpferkraft des Universums überhaupt. Nur bei Menschen halt dann in individualisierter Form. Aber es kann eben, und so wird es dann passieren in dieser achten Sphäre, dass der Mensch diese Kraft nicht mehr nützen kann.

Naja, das scheint jetzt wieder alles sehr, sehr fern zu sein, aber wenden wir es einmal auf unsere Zeit an. Ich meine, wie viele Menschen sind eigentlich heute auf der Welt, die wirklich voll und ganz ihr Leben bewusst aus der schöpferischen Kraft ihres Ich heraus gestalten? Wie viele Menschen sind es auf Erden, die das bereits tun, die das bereits können? Die nicht einfach, ja wie soll ich sagen, vom Schicksal da und dort hingeführt werden, also sprich durch ihre karmische Vergangenheit und unter Mithilfe der begleitenden Engelwesenheit, das muss man nicht alles verpassen, aber geführt werden durchs Leben, wie viele sind es, die ganz bewusst diesen Weg gehen? Das sind ganz, ganz wenige heute. Das sind große Eingeweihte, die seit dem Mysterium von Golgatha oder nach dem Mysterium von Golgatha so weit gekommen sind, dass sie diesen Weg einigermaßen gehen können, aber der Rest schläft diesbezüglich noch ziemlich stark.

Der Christus als Erster durch den Tod 01:28:41

Das ist der Punkt, weil der Erste, der dies eben tun konnte, und auch er brauchte natürlich, so wie es die Menschen auch brauchen werden in der Zukunft, die Unterstützung der Vaterkraft dazu, also der Christus alleine hätte die Auferstehung nicht zustande bringen können, aber er ist der Erste, der diesen Schritt durchmacht. Er ist der Erste. Er ist der Erste, der sich eben diese individualisierte, diese ganz individualisierte Ich-Gestalt, geistige Formgestalt gibt, mit der Hilfe der Vatergottheit, aber der Christus ist damit der Erste, der vorangeht, der Menschheit überhaupt.

Weil wenn wir aus dem Ich heraus, aus der Freiheit heraus wirklich tätig werden und das nicht verschlafen und nicht einfach verzichten auf diese Freiheit und lieber uns durch unser Ego führen lassen und durch die Anstöße, die uns die Widersacher oder sonstige Wesenheiten geben, Nachsatz, nur die Widersacherwesenheiten geben uns heute solche Anstöße oder leiten uns überhaupt, das heißt, springen ein dort, wo wir eigentlich aus der Freiheit selbst tätig werden sollten, mischen sie sich halt ein und tun etwas, was bei ihnen natürlich nicht aus der Freiheit kommt, aber was uns die Freiheit, naja, zwar nicht nimmt, aber zumindest eine Zeit lang lähmt, sie zu nützen.

Und der Christus hat aber das Vorbild gegeben, wie wir das können, ganz aus dem Ich heraus, aus dem Christus-Ich heraus zu agieren, ganz aus dieser Freiheit heraus. Da hat der Christus ganz diesen Schritt vollzogen. Also das, was früher da war, also zum Beispiel alte Sonne, wo er eigentlich Herr der alten Sonne war, eigentlich schon während des alten Saturn die Weltgestaltung hervorgebracht hat, aber da ist immer das Mitwirken der Vatergottheit im Hintergrund da. Und natürlich, das zieht sich auch jetzt durch in die Zukunft hinein, aber es wird immer freier, es wird immer mehr so, dass die einzelne Individualität eben einen ganz besonderen Beitrag liefert, den nur sie liefern kann in dieser Art. Eben durch den ganzen Weg, wie sich seine Individualität, die Individualität dieses Menschen im Zuge der irdischen Inkarnationen entwickelt hat, insbesondere entwickelt hat also seit der Zeit des Mysteriums von Golgatha, wo eigentlich das Ganze erst so richtig in Schwung kommt.

Alles bis dahin ist Vorbereitung im Grunde. Und darum ist tatsächlich also das Mysterium von Golgatha und das Erdenleben des Christus, das Durchgehen durch den Tod, ist der Umschwung eigentlich, der passiert ist. Also nicht nur in der Erdentwicklung, sondern für die ganze kosmische Entwicklung, die unsere Erde durchmacht, vom alten Saturn bis zum Vulkanzustand durch. Das ist der ganze Weg, auf dem das passiert. Aber der entscheidende Moment, dass jeder Mensch im Grunde der Auferstehung teilhaftig werden kann. Das heißt, sich seine individuelle Geistgestalt erwirbt.

Von Mensch zu sprechen fängt jenseits der Erde an 01:32:40

Und diese individuelle Geistgestalt hängt zusammen mit ganz individuellen, wie soll ich sagen, künstlerisch-schöpferischen Fähigkeiten, aber weltenkünstlerischen Fähigkeiten, die nicht durch die Vatergottheit inspiriert sind, sondern die ganz aus der Freiheit herauskommen, die aber mitgetragen und angenommen werden von der Vatergottheit. Das heißt, die Vatergottheit ist immer mehr eine Wesenheit, die ganz im Hintergrund ist. Ganz im Hintergrund ist immer mehr, ja einen Untergrund bildet, an dem wir aber mitarbeiten bereits.

Und die geistigen Wesenheiten, die nach uns kommen werden, also das heißt zunächst einmal die drei Stufen des Menschlichen, von denen Rudolf Steiner spricht, also die, die durch die Zukunft durchgehen werden, also auf dem neuen Jupiter, auf der neuen Venus und auf dem neuen Vulkanzustand. Das heißt, in diesem Sinne von Mensch zu sprechen, fängt an, wenn wir über die Erdentwicklung hinausgekommen sind. Wir sind jetzt noch nicht fertig. Wenn wir die Erdentwicklung vollendet haben und an ihr ganz kräftig schon mitgearbeitet haben, und darum wird es in der Zukunft gehen.

Also daher ganz wichtig, die Erde mit all ihren Wesen, die darauf leben, also das heißt den Tieren, Pflanzen und so weiter, von den Einzellern bis zu den höchstentwickelten Wesenheiten hinauf und denen, die noch sich entwickeln werden auf Erden, obwohl eigentlich die Erde den Höhepunkt ihrer Lebendigkeit längst überstanden hat. Sie ist eine Sterbende bereits, aber das Interessante ist, dass gerade in dieser Phase des Sterbens jetzt bereits wir Menschen entscheidend mitarbeiten und der Erde eben ein Leben noch geben können, ein Leben im Sinne von einer Weitergestaltung, einer Weiterformung, die da ist, denn nur da ist Leben drinnen. Also nicht in einer ewigen Wiederholung desselben, das da ist.

Muss man sich auch klar sein. Man muss sagen, wir wollten doch die Natur beleben, erhalten zumindest so, wie sie jetzt ist, und sie möge doch wenigstens so bleiben, wie sie jetzt ist. Dann ist es schon am Ende. Sie wird sich verändern. Also die Erde wird in ein paar tausend Jahren, wenn wir dann schon gar nicht mehr, wenn wir nicht mehr inkarniert sind, ein ganz anderes Angesicht noch bekommen, und auch das Leben auf der Erde wird ganz anders aussehen. Es wird zwar alles nicht mehr so lebendig sein, wie es jetzt ist, aber es werden sehr, sehr viele neue Formen entstehen. Und da wird eben ganz entscheidend bereits der Mensch mitarbeiten.

Die Weitergabe der Freiheit an andere Hierarchien 01:36:22

Mitarbeiten also natürlich vor allem in dem Zustand, wo wir alles das, was wir aus dem Tod lernen können, bereits gelernt haben und gelernt haben, einfach ganz vollbewusst, ganz wachbewusst und ganz frei in der geistigen Welt als geistiges Wesen existieren zu können und tätig sein zu können, mittun zu können an der Weltentwicklung, führend mittun zu können. Führend schon allein deswegen, weil, auch darüber habe ich schon öfter gesprochen, vielleicht ist es schon etwas länger wieder her, dieser Freiheitsimpuls, der vom Menschen ausgeht, wird nicht auf den Menschen beschränkt bleiben, sondern von uns ausgehend wird es weitergegeben an andere geistige Wesenheiten. Also es heißt nicht, dass jetzt zum Beispiel die Engelwesenheiten, die uns vorangegangen sind, dass die ewig in der Unfreiheit bleiben werden, sondern sie werden in gewisser Weise von uns lernen, was das denn überhaupt ist, Freiheit, und wie man sie handhaben kann.

Und das ist auch das ganz große Motiv in der Erlösung der Widersacherkräfte, die uns natürlich jetzt, gerade in unserer Zeit jetzt und in der Zukunft, in der näheren und ferneren Zukunft, noch sehr viel mehr Schwierigkeiten machen werden. Aber eigentlich müssen wir ihnen dankbar sein, und der Weg, ihnen dankbar zu sein, wird sein, uns von innen nicht einfangen zu lassen, sondern ihnen zu zeigen, um was es wirklich geht. Das arbeitet an ihrer Erlösung. Aber dazu müssen wir das, was diese Widersacherkräfte in die Welt gebracht haben, ja wirklich voll und ganz durchschauen, voll und ganz erkennen, was da drinnen wirkt. Und nicht mehr die Sinne, sozusagen die geistigen Sinne, vernebeln lassen, sondern das ganz klar durchschauen, auch in seiner Notwendigkeit durchschauen. Und eben insbesondere eben auch dieses ahrimanische Prinzip, ahrimanisch-asurische Prinzip zu durchschauen, zu kennen, besser als diese Wesenheiten es selber können, sodass wir eben ihre Todeskräfte im Grunde in Auferstehungskräfte verwandeln können oder zeigen können, wie da ein Zusammenhang da ist.

Es geht eigentlich um die Verwandlung dieser Todeskräfte, um die geht es eigentlich. Diese Todeskräfte sind aber in ihrer verwandelten Form genau das, was mit dem Freiheitsprinzip des Menschen zusammenhängt. Woraus das Freiheitsprinzip entsteht, also das dem Menschen gewährt wird, das ist genau das, dass ihm alles, was ihm zukommt, kann sozusagen sterben in gewisser Weise. Kann zerfallen, kann verwehen, kann verschwinden, aber der Mensch bringt schöpferisch etwas heraus. Er bringt nämlich letztlich dieses Leben heraus, diese todüberwindende Kraft. Natürlich mit Unterstützung. Es ist die Vatergottheit da, die das im Untergrund alles trägt. Es ist der Christus da, der uns hilft. Er hilft in dem Sinne, dass er uns vor allem dabei hilft, dass wir überhaupt gewahr werden, welche Kräfte wir haben, welche Möglichkeiten wir haben. Das ist das Problem.

Die östliche Seelenwanderungslehre und die sechs Daseinsbereiche 01:40:47

Wie soll ich sagen, wir können freie Menschen gerade dadurch werden, dass wir immer wieder durch unsere Inkarnationen auch durch den Tod durchgegangen sind. Immer wieder durchgegangen sind. Und ja, im Anfang war das alles überhaupt gar kein Problem für die Menschen. Im Altindischen, im Hinduismus oder sonst wo, versteht man ja gar nicht wirklich die Probleme, die unsere westlich-christlichen Theologen haben, die Sache mit der Auferstehung usw. zu verstehen oder das Prinzip des Todes zu verstehen oder wie das alles zusammenhängt. Da tun wir uns so unheimlich schwer offensichtlich.

Für den Inder ist heute noch, also für viele jedenfalls, ja ganz klar, man geht in die geistige Welt mit dem Tod hinein, man wird wiedergeboren, wobei der Wiedergeburtsgedanke ja dort im Osten, Indien usw., ja viel weiter gefasst ist. Über das haben wir, glaube ich, auch schon öfter gesprochen, dass es dort eigentlich in Wahrheit eine Seelenwanderungslehre ist. Lehre aus einer Beobachtung, die drinnen ist. Man verfolgt einfach den Weg des Menschen durch die verschiedenen Sphären, durch die er durchgeht, sei es auf Erden, sei es in den höheren Reichen irgendwo. Und man kann wiedergeboren werden halt in einem niederen Reich, dann ist es halt sehr unangenehm, aber dieses Wiedergeborenwerden ist natürlich nicht gemeint in einem stofflichen Leib oder was, sondern man ist zum Beispiel in den Bereich der Hungergeister geraten. Also die Hungergeister sind die, die eben leiden in Wahrheit unter dem, dass sie nicht an höhere geistige Kräfte herankommen. Das ist das Eigentliche, was damit gemeint ist. Das Bild dafür ist halt dann, dass sie wirklich wie ausgemergelte Menschen dargestellt werden oder imaginativ auch so ein Bild auftritt. Aber das ist eben keineswegs gemeint als irdische Verkörperung, sondern es ist eine geistige Daseinsform, aber eine Daseinsform, die halt mit sehr viel Entbehrungen verbunden ist, mit sehr viel seelischer Not verbunden ist, dass man alles das, was man eigentlich braucht, um sich zu entfalten irgendwie, dass man nicht herankommt.

Und die idealste Inkarnation ist halt die wirklich als Mensch. Vor allem auch, und da ist ja was sehr Wichtiges, das sieht man im Buddhismus dann zum Beispiel auch sehr stark, weil man ja hier auf Erden sozusagen begegnen konnte dem Buddha oder begegnen kann einem Menschen, der aus dieser Lehre heraus seine Weisheit gezogen hat, was man eben nur hier kann und hier eben auf Erden mit der Lehre des Buddha zum Beispiel in Verbindung kommen kann. Und darum ist es etwas Besonderes, Wertvolles, als Mensch wiedergeboren zu werden. Aber genauso die anderen Wiedergeburten sind halt eigentlich in einem übersinnlichen Weltbereich. Man spricht ja dort auch von den sechs Daseinsbereichen, durch die der Mensch durchgehen kann. Und das ist der Kreislauf der Reinkarnation, die sich da abspielt. Und die irdische Inkarnation ist eine Station, eine mögliche davon. Aber doch eine, wo der Mensch, das ist zwar nicht so direkt ausgesprochen, aber in Wahrheit, wo er das Privileg hat, eben ganz bewusst auch abgeschnitten werden zu können von der geistigen Welt.

Das ist in Wahrheit, das ist jetzt im Buddhismus natürlich nicht so direkt so ausgesprochen, aber da geht es gerade darum, dass da dann wirklich hier in der sterblichen Inkarnation wir uns unserer Freiheit bewusst werden können. Gerade aus der Überwindung dieser Sterblichkeit, indem wir immer mehr daran arbeiten, unsere geistige Formgestalt, unsere individuelle auszuprägen. Und dann eben mit der Unterstützung des Christus, mit der Unterstützung der Vatergottheit, diese Geistgestalt eigentlich, die wir da ausbilden, diese ganz individuelle Geistgestalt, dass die uns dazu helfen, dass diese nicht verloren geht, sondern dass die immer konturierter wird, immer individueller wird mit jedem Tod, den wir sterben hier auf Erden. Darum ist das so wichtig.

Das größte Geschenk: sterben zu können 01:46:24

Für das Christentum würde man sagen, die irdische Inkarnation, nämlich wirklich in einer physischen Gestalt Inkarnation, also wirkliche Inkarnation jetzt, ist gerade deswegen so wichtig, weil wir hier wirklich sterben können. Und dieses Sterben überwinden, indem wir wieder etwas hinzufügen zu unserer wirklichen Geistgestalt, zu dem Phantomleib oder wie immer man es nennen will, zum Auferstehungsleib. Ja, natürlich, alleine können wir ihn nicht schaffen. Dazu ist der Christus wichtig, dazu ist die Vatergottheit wichtig. Also ohne ihre Kraft geht es jedenfalls zunächst einmal noch nicht. Wir müssen mal schauen, wie das in der Zukunft wird. Aber das verdanken wir dem, dass wir immer wieder durch den Tod durchgehen. Das heißt, das ist das größte Geschenk, das es gibt.

Und wer bereitet es uns oder wer hilft uns dazu, dass wir das wirklich können? Nämlich einfach sterben können, dass unsere physische Hülle zerfällt und dass wir vor der Notwendigkeit stehen, uns jetzt eine Geistgestalt zu geben. Ja, ich sage bewusst zu geben. Natürlich ist die Vatergottheit wesentlich beteiligt mit daran, aber die Gestalt als solche gibt uns ja nicht die Vatergottheit, sondern sie entspricht unserer Individualität. Sie ist unsere individuelle Geistgestalt. Und nur, dass sie entstehen kann, aber eben sozusagen entsprechend unserer Individualität, dazu brauchen wir die Vatergottheit. Aber das Wesentliche ist, dass sie diese ganz individuelle Prägung bekommt. Ganz individuell.

Und das heißt, das ist auch jetzt etwas, ich meine, wie soll ich sagen, es geht gar nicht darum sozusagen offensichtlich, dass wir immer ähnlicher der Gottheit werden oder was durch die Entwicklung. Oder immer ähnlicher dem Christus werden. Jedenfalls nicht in der Art, wie unsere Geistgestalt aufgebaut wird. Ähnlich vielleicht nur darin, und das liegt unserer Gemeinschaft mit dem Christus, dass er eben gerade dadurch, dass er auf Erden durch den Tod durchgegangen ist, dass er überhaupt bevor dieser Tod da war, schon, ja, hm, wo fängt der Tod eigentlich an? Er fängt an mit der Empfängnis, im Grunde. Da fängt es an. Da fängt der Sterbensprozess an. Und da ist schon, ab da ist der Ahriman mitbeteiligt. Im ganzen Leben auf Erden ist er von Anfang an mitbeteiligt. Der Tod, das Sterben beginnt mit der Empfängnis im Grunde.

Und mit dem Prozess, also dass wirklich diese Empfängnis, wie soll ich sagen, von uns angenommen wird, also dass das Elternpaar uns die Möglichkeit bereitet, uns zu inkarnieren, und dass sie wirklich ergriffen wird. Damit fängt aber der Sterbeprozess an. In dem Moment, wo wir den, wie soll ich sagen, befruchteten Keim ergreifen, ab dem Moment fängt unser Sterben an. Ich weiß, das mag jetzt vielleicht schockierend klingen. Aber das ist der Prozess, der uns ermöglicht, unsere ganz individuelle Geistgestalt aufzubauen, ja, durch viele Inkarnationen immer mehr. Je mehr Inkarnationen wir hinter uns haben, desto deutlicher kommt unsere Individualität in dieser Geistgestalt heraus. Und desto mehr entfaltet sich eben, weil das dazu notwendig ist, unsere individuelle Schöpferkraft auch, die daran arbeitet.

Das Kunstwerk der individuellen Geistgestalt 01:50:53

Weil es ist zwar, ja, die Vatergottheit notwendig, um das, wie soll ich sagen, wirksam werden zu lassen, Wirklichkeit werden zu lassen. Aber die Form unserer Geistgestalt, unserer übersinnlichen Geistgestalt, unserer wirklichen geistigen Gestalt eben, unserer individuellen geistigen Gestalt, die gibt uns niemand anderer als wir selbst. Die Vatergottheit sorgt dafür, dass die, wie soll ich sagen, im Weltgefüge Bestand haben kann oder sich da entwickeln kann. Aber wir erzeugen sie und wir gestalten sie, sagen wir es besser so, wir gestalten sie durch unsere Individualität, durch unsere individuelle Schöpfertätigkeit.

Das ist das Kunstwerk, an dem wir eigentlich arbeiten. Das ist das, wo man sagen muss, wir sind alle Künstler, Lebenskünstler, wenn man so will. Indem wir unser Leben ausführen, indem wir unsere Individualität in irgendeiner Form entfalten, da drinnen arbeiten wir daran, an dieser individuellen Auferstehungsgestalt. Das ist aber eine reine Geistgestalt. Man darf es jetzt auch nicht als räumliches Gebilde denken, sondern es ist eigentlich, wie soll ich sagen, ein Bild für unsere individuelle Schöpferkraft, für unser individuelles Ich. Das ist natürlich eigentlich kein räumliches Bild, weil natürlich Auferstehungsgestalt heißt eben gerade nicht, dass wir jetzt in der geistigen Welt zwar völlig stofflos, aber doch irgendwie in heutiger Menschengestalt endlich irgendwie da herumgeistern. Das ist ja gar nicht der Fall. Aber es ist eine Gestalt, nennen wir es halt einmal so, die mit unserer Individualität zu tun hat und die ganz einzigartig ist, die es sonst im Kosmos nirgendwo gibt. Es ist eine geistige Konstellation, wenn man so will, die dann ein immer weiteres Wirkungsfeld auch bekommen wird in der Zukunft.

Und darum geht es ja. Also wenn wir wirklich durchgegangen sind durch die ganzen Entwicklungsstufen bis über den neuen Vulkanzustand hinaus, dann ist es ja nicht aus. Darüber haben wir auch schon öfters gesprochen. Auch wenn Rudolf Steiner dazu nichts sagen kann im Detail, weil niemand von uns etwas sagen kann, weil es wird nämlich an uns liegen, dann dieses Werk anzugehen. Und niemand kann uns sagen, wie das werden wird, als wir selber. Nur das müssen wir halt natürlich erst lernen, bis wir so weit sind, bis wir ein Werk vollbringen können, wie es in ganz anderer Art, aber doch eben vorbereitend, damit das Menschen da sein, eben die Elohim während der Erdschöpfung getan haben. Aber wir steigen dann in diese Stufe auf irgendwann. Das heißt, von den geistigen Kräften, die wir haben, steigen wir dann zu so etwas auf. Nur eben in ganz anderer Art, als es jetzt ist.

Und das heißt also, die Geistgestalt, die wir haben, ist, wie soll ich sagen, die ganze geistige Konfiguration, die ganzen geistigen Fähigkeiten, die wir als Individualität uns entwickelt haben, in diesem Zuge, im Zuge dieser Entwicklung. Und da kommen dann einmal große Aufgaben auf uns zu, aber wir können sie uns eben nur erwerben dadurch, durch das Erdenleben, durch das Erleben des Todes und mit jedem Tod immer bewusster werden für den Hintergrund, um den es dabei eigentlich geht.

Das Nirvana als Eingehen in die eigene Geistgestalt 01:55:22

Und darum ist es halt wichtig, nicht hängen zu bleiben in der alten Seelenwanderungslehre. Da ist noch nicht der volle Einblick darauf, worauf das Ganze eigentlich hinausläuft. Also im Buddhismus ist einmal der innere Gott, es geht darum, dieses Rad der Wiedergeburten zum Stillstand zu bringen. Aber was ist denn dann, wenn das steht? Das ist halt die große Frage. Ja, in Wahrheit wirklich zum Stehen gebracht wird es, weil im Buddhismus heißt es, man geht dann in das Nirvana ein, also das heißt in Wahrheit in die höchste Weltebene, also dort, wo niemand in Wahrheit geistigen Einblick hat. Es ist im Grunde also in Wahrheit der Wirkungsbereich der Gottheit selber dort.

Nirvana, das Indische, das Sanskrit und so weiter, diese Sprachen hängen ja mit dem Indogermanischen stark zusammen irgendwo. Es hat wirklich etwas zu tun mit dem Nicht-Wähnen, Nirvana, Wahn, Vana, Vana, der Wahn, wo man nichts wähnen kann. Wahn aber jetzt nicht im Sinne von geistiger Verwirrung, sondern Wahn im Sinne von höchstem geistigem Erleben in dem Fall. Aber vom Nirvana, von dem kann niemand etwas ahnen jetzt, außer er geht ein in selbiges. Dann wird er nämlich dort tätig, aber dann ist er nicht in eine Welt eingebunden, die bereits eine irgendwie geartete Konstellation hat, eine bestimmte geistige Form hat, sondern dann geht man eigentlich ein in die eigene individuelle Geistgestalt. In der wird man sich dann bewusst. Das ist die Welt, in die man eingeht in Wahrheit.

Also da wäre viel für die Zukunft drinnen, Gespräche zu führen mit Buddhisten, mit Hinduisten und so weiter, wie sie die Welt sehen und mit ihnen in ein Gespräch zu kommen. Über diese Dinge, wie das aus christlicher, anthroposophischer Sicht angesehen werden kann. Ja, man muss natürlich jetzt nicht gleich denken, dass man sich zu irgendwas bekehren will oder sowas. Aber es geht darum, dass da so viele Fragen eigentlich noch offen sind, wo es unsere Aufgabe ist, diese Fragen zu stellen, mit jeder Generation, mit jedem Tod, durch den wir gegangen sind. Das heißt, mit jeder neuen Inkarnation müssen wir die Fragen immer wieder von Neuem stellen und etwas dazugewinnen. Dann arbeiten wir eigentlich nämlich genau an unserem Auferstehungsleib. Dann arbeiten wir da. Ja, wir haben, wie gesagt, Hilfe dabei, natürlich, aber die individuelle Prägung, die können nur wir geben, die gibt uns niemand. Die macht nicht der liebe Gott für uns, die macht nicht der Christus für uns, sondern die müssen wir beisteuern. Und in dem Maße, in dem wir es tun, ist sie vorhanden. Und mit jedem Tod, durch den wir durchgehen, wird eine Schicht, wie soll ich sagen, dazugelegt oder eine Gestaltung dazugefügt zu unserem Auferstehungsleib. Also wir arbeiten daran.

Auferstehung setzt die geistige Freiheit voraus 01:59:28

Und seht ihr, das ist das Problem, dass das, wie es scheint, bei den christlichen Theologen im Großen und Ganzen noch nicht zumindest erkannt wird. Das müsste man eigentlich sehen. Ich meine, vielleicht hat irgendwer schon was geschrieben, ich habe auch nicht sicher alles gelesen, was es darüber gibt, aber jedenfalls sehr bekannt ist es dann offenbar nicht geworden. Und da wären die Dinge drinnen.

Weil das heißt ja natürlich, und das ist vielleicht auch das Ketzerische gerade drin, das heißt natürlich, Verständnis der Auferstehung, der wirklichen Auferstehung wird man nur finden, wenn man erkennt die geistige Freiheit des Menschen und die voraussetzt. Weil ohne die gibt es die individuelle Auferstehungsgestalt nicht. Die hängt damit zusammen mit der individuellen Gestalt, die sich der Mensch selber schöpferisch gibt, mit Unterstützung der Vatergottheit, mit Unterstützung des Christus, der diesen Weg als erster durchgegangen ist. Der vorbildhaft das durchlebt hat, die ganze Sache. Und der geradezu darum gefleht hat, dass er durchgehen kann durch diesen Tod. Und damit dieser einzigartigen Situation teilhaftig zu werden, durch den Tod zu gehen.

Noch einmal, das Wesentliche ist doch, dass vor dem Christus kein geistiges Wesen auch nur irgendeine Ahnung davon gehabt hat, was der Tod überhaupt sein soll. Was das ist. Man hatte keine Erfahrung. Ja natürlich auch die Vatergottheit nicht wirklich. Die ist im Hintergrund, die kennt das schon überhaupt nicht. Aber die Sohneskraft, der Sohn ist durch den Tod durchgegangen. Und was die Vatergottheit dazu gegeben hat, ist, dass sie dem Christus ermöglicht hat, diesen Auferstehungsleib zu bekommen, sich zu gestalten, sodass er dem Wesen des Christus entsprechend ist, diese Auferstehungsgestalt. Das, ja, wie soll ich sagen, die eigentliche, jetzt ganz individualisierte Gestalt des Christus ist die, die er auf Erden zumindest dann lebt, auf erster Stufe einmal, wo er als Auferstandener durch die Welt geht. Was ja nur eine begrenzte Zeit dauert. Dann geht er in eine größere Dimension, und für den Christus hängt seine Auferstehungsgestalt zusammen letztlich jetzt mit der ganzen Erde, mit der er sich verbunden hat. Und das wird natürlich noch größere Kreise ziehen, das Ganze. Das sind auch Zukunftsperspektiven.

Ahriman muss selbst durch den Tod gehen 02:03:03

Ja, jetzt haben wir heute schon wieder einmal das mit den Sinnen nicht fertig gemacht. Vielleicht schaffen wir das das nächste Mal. Aber diese Dinge erscheinen mir jetzt ganz vordringlich wichtig, eben das zu sehen, auch im Zusammenhang mit dem Problem Inkarnation Ahrimans und dergleichen.

Also die Inkarnation Ahrimans hängt eben ganz stark damit zusammen, dass eben auch erstens einmal der, der der Bringer des Todes ist, wenn man so will. Also Ahriman ist, wenn man es abgekürzt sagt, er ist der durch die Welt wandelnde Tod. Das Interessante ist nur, er hat ihn selber noch nie erlebt. Er ist der Tod, aber er selber ist noch nie gestorben, nämlich als irdisches Wesen. Und das ist für die Entwicklung des Ahriman und für seine Zukunft eben ganz, ganz wichtig, dass er diese Erfahrung durchmacht. Und wo das sozusagen, dieses Todesprinzip auf die Spitze getrieben wird im Grunde. Der, der der Tod ist, geht durch den Tod. Und der, der der Tod ist, hat ihn aber selber bis jetzt noch nie erfahren. Und diese Erfahrung wird ganz wesentlich sein für die ahrimanischen Wesenheiten überhaupt, aber eben auch für die Menschheitsentwicklung wird es ganz entscheidend sein.

Also das heißt, das Letzte, was wir uns wünschen könnten, ist, dass der Ahriman sich nicht inkarniert. Dann, dann bleibt etwas ganz Wesentliches in der Menschheitsentwicklung unerfüllt, und der Mensch könnte dann seinen Weg in der Art, wie es vorgesehen ist für ihn, also wirklich freies, ganz freies geistiges Wesen zu werden, was es bis dahin noch nie gab, das würden wir auch nicht erreichen können dann. Also dazu müssen wir immer wieder durch den Tod gehen, aber dazu muss auch der, der der Tod selber ist, der abgestellt wurde für diese Aufgabe, den Tod in die Welt zu bringen, muss er selber durch diese Erfahrung durchgehen. Das wird ganz wesentlich sein. Und das wird ein wesentlicher Schritt sein oder ein wesentlicher Ansatzpunkt sein, wo wir dann mitarbeiten können an der Erlösung Ahrimans.

Er steht ja natürlich auch in einer Entwicklung drinnen, und sie kriegt also einen ganz entscheidenden Schub, wenn er die Erfahrung durchmacht, was heißt es, Mensch zu sein und als Mensch, weil das eben zum Menschsein dazugehört, zu sterben. Also das heißt, durch den Prozess durchzugehen, den der Ahriman selber eigentlich bringt oder die ahrimanischen Wesen bringen, aber selber auch durch das durchzugehen und zu erfahren, gerade dadurch, dass darin die Wurzel zur Freiheit gegeben ist. Da ist die vollkommene Befreiung drinnen, also dass man sich ganz auf die eigene geistige Individualität stützen kann. Und wie gesagt, auch in dem vollendet sich das auch für den Christus. Dadurch, dass er durch den Tod durchgegangen ist, und in gewisser Weise sind wir Menschen ihm lange Zeit vorangegangen, weil wir immer wieder gestorben sind, allerdings halt ohne wirklich diese Auferstehung zu erleben, erleben zu können. Dazu musste der Christus auf die Erde kommen. Und dadurch eigentlich ist es erst möglich, dass wir jetzt nicht nur durch den Tod durchgehen, sondern dass es für uns der größte Antrieb wird, dadurch immer mehr unsere individuelle Freiheit zu entwickeln und uns auf uns selbst zu stellen.

Das beginnt also mit dem Mysterium von Golgatha als Möglichkeit, wirft sein Licht natürlich dann schon in die griechisch-lateinische Kultur hinein, in alles, was da entwickelt wird, in vielem lebt das schon drinnen, aber ist noch trotzdem auf einer vorbereitenden Stufe. Und wichtig wird jetzt für eine nächste Stufe sein, dass auch der Ahriman selber durch den Tod durchgeht. Also viel, viel später als der Christus, was auch gut ist, weil dadurch, durch das Erdenleben des Christus, eben der Mensch überhaupt erst die Möglichkeit bekommen hat, aus der Freiheit seiner Ich-Kraft heraus tätig zu werden. Das musste er erst lernen. Aber jetzt geht es um einen nächsten Schritt, der da ist, und wo wir für die Zukunft eben diese namentlich, also die ahrimanischen Mächte und vielleicht und hoffentlich in diesem Zuge auch der asurischen Kräfte, die ja zu gewinnen, oder einen Teil davon, es wird sicher nicht mit allen gelingen, aber einen Teil dieser ahrimanischen und vielleicht auch asurischen Wesenheiten, ja zu gewinnen als freie Mitstreiter einmal für die Zukunft.

Der Mut, die Freiheit zu ergreifen 02:09:35

Weil das können wir ihnen geben. Dieses Beispiel können wir ihnen zeigen. Und das können wir ihnen zeigen gerade dadurch, also jetzt insbesondere Ahriman, wenn man es so jetzt global bezeichnen will, indem sich Ahriman inkarniert, indem er hier durch die Todeserfahrung in der Weise durchgeht, wie der Mensch durchgeht, und gerade daran erleben wird können, wie damit der Freiheitsgedanke, die Freiheit möglich ist. Eben weil der Ahriman dann erst verstehen wird, was wirklich mit dem Menschen passiert durch seinen Einfluss, dadurch, dass er den Menschen ja immer wieder tötet eigentlich. Ja, das alleine macht es natürlich nicht aus, dass wir frei werden. Wir müssen schon etwas selber tun daraus. Aber es ist immer wieder ein Anstoß dazu, selber, individuell, schöpferisch etwas beizutragen für unsere eigene Entwicklung, aber damit auch für die Weltentwicklung.

Und wenn Ahriman selber durch den Tod durchgeht, also das heißt, als Mensch geboren wird, sich inkarniert und damit aber zwangsläufig auch durch den Tod in gleicher Weise durchgeht, wie der Mensch durchgeht, dann wird ihm sozusagen ein Licht aufgehen, was er eigentlich an dem Menschen hat. Er wird dann erst so wirklich verstehen seine Aufgabe, die er hat für die Menschheit. In Wahrheit denkt man sich, ja, er ist Widersacherkraft, er kann uns mit so vielen Dingen das Leben schwer machen, und wir müssen uns immer wieder versuchen, vom Weg abzubringen, damit wir lernen, selber unseren Weg zu halten gegen alle Widerstände. Und eine erste bewusste Ahnung davon, was der Ahriman eben tut dadurch, dass er den Menschen immer wieder durch den Tod führt, und dass das eben der Weg zur Freiheit ist, dass das da dazugehört, dann wird er erkennen, dass das auch der Weg zu seiner Freiheit ist. Und dass er da eigentlich vom Menschen sehr viel annehmen kann, weil wir sind schon sehr viel länger diesen Weg gegangen, immer wieder, immer wieder. Wir haben also interessanterweise vom Tod und allem, was damit zusammenhängt, viel mehr Erfahrung als der Ahriman selber.

Das ist interessant. Nämlich das, was die wirklich gewaltige, positive Wirkung des Ganzen ist. Die einzigartige Wirkung, die damit verbunden ist. Aber dazu ist wichtig, dass wir wirklich lernen, den Mut aufzubringen, uns ganz auf unsere Individualität zu stellen, nichts anzunehmen, was wir nicht aus unserer Individualität ganz bewusst in Freiheit nachvollziehen können. Nur das dürfen wir in Wahrheit als Wahrheit anerkennen. Nicht, weil es uns irgendeine Autorität sagt. Sei es irgendein Priester, sei es irgendein Politiker, natürlich am wenigsten wahrscheinlich, aber auch keine höhere geistige Wesenheit. Sondern dass für die Zukunft es immer wichtiger ist, dass wir es selber aus unserem Ich dadurch erkennen müssen, dass wir schaffend tätig werden aus unserem Ich.

Freie Imaginationen 02:13:30

Damit werden wir das Geistige wirklich gewahr, wenn wir unsere eigene geistige Tätigkeit insbesondere einsetzen, um Imaginationen uns aufzubauen, um weiterzukommen, zu verstehen, was wir da aufbauen, weil das, was wir als Imagination selber ganz individuell, ganz aus der Freiheit aufbauen, Rudolf Steiner nennt es freie Imaginationen. Das ist wichtig für unsere Zeit, freie Imaginationen. Also das heißt nicht, jetzt stellen wir zehn Leute auf, und die sollen jetzt eine Johanni-Imagination beschreiben, und die muss bei allen genau gleich sein. Wenn sie das nicht ist, dann ist sie eine Fantasterei, eine Fantasie von jedem. Nein, die Johanni-Imagination, die gültig ist, ist die, die jeder Mensch individuell aus sich herausbringt. Wozu aber das zum Beispiel, was Rudolf Steiner gegeben hat dazu, was auch andere Menschen teilweise noch aus alten geistigen Erfahrungen als Anregung gegeben haben, eben uns Anregung sein kann, aber die Wahrheit, die Wirklichkeit offenbart sich nur dort, wo wir den Mut haben, selber gestaltend tätig zu sein. Das heißt, die Imagination selbst aus der Freiheit heraus zu gestalten, wo uns niemand sonst was darin hineinredet.

Warum ich das so ausführlich schildere, weil manche sagen, jetzt erzählt er die ganze Geschichte schon wieder, ich werde es wahrscheinlich immer wieder erzählen, von hunderttausend Seiten. Es geht darum, um den Mut, sich auf die eigene Geistigkeit zu stellen. Dadurch eröffnet sich der Zugang zur geistigen Welt. Das ist das, wo uns der Christus begleitet, wo wir ihm, wie soll ich das sagen, Freude machen, wenn wir das tun.

Und ja, natürlich, wir brauchen einen langen Erziehungsweg, uns stehen teilweise immer noch drinnen, auch unsere, zum Beispiel, unsere moderne Wissenschaft mit ihrem ganzen Materialismus, was ist sie? Im Grunde eine Vorbereitung, dass wir den Tod verstehen, dass wir den Ahriman verstehen. Und dass wir endlich einmal, dass der Groschen fällt, das Leben, die Seele, der Geist kommt von dort nicht. Also das heißt, die Naturwissenschaft erklärt uns eigentlich alles das, was nur der Tod ist in der Welt, und nicht das, was die Welt wirklich zur Entwicklung bringt. Aber das müssen wir halt in allen Phasen durchgehen. Darum großartig die Evolutionslehre, die versucht, die Entwicklung des Lebens auf Erden, die Entwicklung des ganzen Kosmos in Wahrheit, auf reine physikalisch-chemische Vorgänge und Zufall zu reduzieren. Das ist genial. Es ist so weit von der Wirklichkeit weg, dass man eigentlich in Wahrheit das sehr leicht dann durchschauen kann. Aber dazu muss das ganze System erst da sein.

Die Illusion durchschauen 02:16:46

Wir sind offensichtlich noch nicht weit genug fortgedrungen, dass dieses Weltbild, das wir jetzt haben, in dem wir drinnen stehen, von dem sicher eine große Mehrheit der Menschen überzeugt ist, dass das zumindest eine relative Gültigkeit hat in gewisser Weise. Dass das im Grunde vollkommene Illusion ist, aber eine Illusion, die sich dann erst auflösen wird, wenn wir so weit sind, den Mut haben, uns auf uns selber zu stellen. Und wegzugehen von dem, ich muss das mit sinnlichen Augen alleine anschauen können und ich muss es objektiv betrachten können. Da darf nicht jeder seine eigene Anschauung dazu haben, sondern da müssen alle gleichgeschaltet werden. Alle müssen das gleich sehen. Dann haben wir sozusagen eine gewisse Beruhigung, dass das vielleicht der Wirklichkeit entspricht. Das ist aber genau das Verkehrte. Da sind wir in der Illusion drinnen.

Die Wirklichkeit ist dort, wenn wir ehrlich, aber eben wirklich ehrlich, nicht aus dem arbeiten, was wir irgendwo gelernt haben, durch Studium, durch Bücher und sonst was, sondern wo wir den Mut haben, uns in dem kleinen, winzigen Feld, wo wir uns halt bewegen können, etwas Schöpferisches herauszubringen. In der Anschauung der Welt, in der Begegnung mit einem anderen Menschen, wie auch immer, im Kleinsten wie im Größten. Aber dort, wo wir es nicht individuell ergreifen, sind wir im Lernraum im Grunde, in der Illusion. Dort sind wir nicht in der Wirklichkeit drinnen.

Und dazu gehört als Vorschulung, und bevor wir jetzt wirklich aufhören, weil wir sind schon wieder spät dran, dazu gehört die ganze Geschichte mit den Sinnen und mit dem übersinnlichen Erleben. Das gehört beides zusammen. Das beides hilft uns, die Illusion zu durchschauen und aus eigener Kraft zur Wirklichkeit durchzustoßen. Wir schauen nämlich in Wahrheit die äußere Welt deswegen auch als Illusion, weil wir im Geistigen nicht genug schöpferisch tätig sind. Wenn wir zum Beispiel so wie heute uns ein Bild von der Natur, von dem, was lebt in der Natur, schaffen, nach dem Muster der heutigen Naturwissenschaft, die im Grunde nur den Tod kennt, dann sind das genau die Kräfte, die alle überhaupt nichts zu tun haben mit dem, dass die Erde entstanden ist, dass das Leben auf ihr entstanden ist, dass eine Entwicklung möglich ist überhaupt. Da sind wir völlig in der Illusion gefangen.

Wir müssen sie durchschauen, aber dazu muss die Illusion halt erst da sein, und sie ist jetzt in unserer Zeit massiv da. Da war vielfach das, was man in der Antike hatte, was in der Mythologie überliefert ist, obwohl das eigentlich schon Verfalls-, totale Verfallszeit ist, aber das war noch viel näher an der Wirklichkeit dran, als wir heute dran sind. Und da muss halt für den einen oder anderen, für den einen früher, für den anderen später, einmal der Groschen fallen, das zu durchschauen. Wenn man durch den Schleier durchkommt, dann kommt man in die Wirklichkeit hinein, und dann kommt man ganz zwangsläufig auch in die geistige Wahrnehmung hinein, weil die geistige Wahrnehmung ist ja nichts anderes, als dass man in der Wirklichkeit bewusst lebt.

Geistiges Mittun und Mitgestalten 02:20:36

Wir leben heute großteils noch nicht bewusst in der Wirklichkeit, sondern wir träumen, wir schlafen. Wie es im Mysterium damals so schön heißt, die Maria, glaube ich, sagt das irgendwo, sie glauben nur zu wachen, weil sie immer schlafen. Es fällt uns gar nicht auf. Wir sind eigentlich gar nicht munter noch, im Großen und Ganzen, in vielen Dingen.

Und Anthroposophie soll aufwecken, soll uns dabei helfen, ohne uns aber irgendeine Vorschrift zu machen, wie wir denken müssen, wie wir die Dinge anschauen müssen. Sie kann nur Anregungen geben dazu. Aber das Eigentliche müssen wir selber finden. Darin liegt die Wirklichkeit. Wir als schöpferische Wesen tätig werden und dadurch das Wesen der Welt enthüllen auch. Zugleich mitgestalten auch. Das heißt, es gibt auch kein bloßes Wahrnehmen im Sinne, ich schaue mir die Welt halt einmal an, indem ich geistig wahrnehme, noch mehr als wenn ich es sinnlich wahrnehme, da ist es bis zu einem gewissen Grad auch so, aber ganz besonders beim geistigen Wahrnehmen, indem ich die Welt geistig wahrnehme, bin ich in der Wirklichkeit und wirke auch in ihr. Das heißt, ich verändere sie. Ich verändere die Welt.

Das heißt, es macht für die geistige Welt einen riesigen Unterschied, ob wir geistig aktiv sind, geistig bewusst, ganz bewusst, wachbewusst wahrnehmend sind oder nicht. Wenn wir das sind, arbeiten wir bereits kräftig mit an der Gestaltung dieser geistigen Welt. Das heißt, wie die geistigen Wesen zueinander stehen, sich verhalten zueinander, da spielen wir dann eine bewusste Rolle mit, eine gestalterische Rolle mit. Um das geht es. Dann sind wir im ganzen Wirklichkeitsgeflecht als sehr wirkende Kraft darin tätig. Das wird sehr wesentlich gehen in dieser zweiten Hälfte der Erdentwicklung, wir sind eh schon über die Mitte hinaus, da immer wacher, mittätiger zu werden.

Das heißt, das geistige Wahrnehmen, das geistige Schauen, da geht es nicht um irgend so, ich habe etwas gesehen, das ist ja alles erschmoren im Grunde. Es geht um ein geistiges Mittun, ein geistiges Mitgestalten. Aus diesem geistigen Mitgestalten kommt auch die geistige Wahrnehmung.

Mut zum eigenen Weg, auch mit Fehlern 02:23:18

Ihr braucht mir nichts glauben, ihr werdet es wahrscheinlich in diesen Worten so nicht bei Rudolf Steiner finden, ich kann es nur in meinen Worten schildern. Es macht eben nur Sinn, wenn man es aus dem eigenen Erleben heraus schildert. Dazu möchte ich Mut machen. Sicher, man kann auch Fehler machen, dabei sind wir alle nicht gefeit, das hat Rudolf Steiner auch ganz deutlich betont. Auch die Geisteswissenschaft, die Anthroposophie ist keineswegs unfehlbar. Es geht nicht darum, dass das eine Lehre ist, die für die nächsten Jahrtausende, solange wir noch inkarniert sind, so den Buchstaben nach gültig ist. Da wird manches überbleiben. Wie Rudolf Steiner ja selber mal gesagt hat, was überbleiben wird, ist die Philosophie der Freiheit, zumindest vom Grundgedanken. Und das ist auch ganz klar, weil es geht in der Erdentwicklung um die Freiheit. Das heißt, da stehen die wichtigsten Dinge in einer gewissen Weise drinnen.

Dazu gehört aber auch der größte Mut, diese Freiheit zu ergreifen. Also Mut dazu machen, das sollten wir uns gegenseitig Mut dazu machen. Auch wenn Fehler passieren. Ja, sie werden passieren, und wir werden halt lernen daran, aus diesen Fehlern. Und sie werden auch Leid in die Welt bringen, auch das wird passieren. Es passiert eh genug in der Welt sowieso. Aber vielfach, das ist das Tragische, dass vieles Leid geschieht, ohne dass, wie soll ich sagen, ein positiver Effekt daraus wirklich so herauskommt. Indirekt vielleicht schon, natürlich auch. Aber wo jedenfalls sehr viel mehr Verschleiß drinnen ist, wenn ich das so ausdrücken darf, als notwendig ist. Wo mehr Leid entsteht, als notwendig ist. Aber so wie wir durch den Tod durchgehen müssen, müssen wir auch durch Schmerzen durchgehen. Und zwar vor allem, wie soll ich sagen, durch seelische Schmerzen durchgehen. An denen lernen wir.

Ja, aber meine Lieben, damit möchte ich es heute wirklich bewenden lassen. Ich danke euch fürs Dabeisein. Ich danke euch, die im Livestream dabei seid. Wir werden irgendwann das mit den Sinnen noch fertig kriegen, hoffe ich. Es begleitet mich ununterbrochen, aber es kommen im Umfeld so viele Sachen, die man klären muss, die, glaube ich, wichtig sind. Darum drehe ich mich jetzt seit langer Zeit immer da herum im Kreis um diese Sachen. Es geht darum, es einfach zu umkreisen und immer mehr ins Bewusstsein zu kriegen. Und vor allem immer mehr für jeden, es selbst anzupacken irgendwo. Selber die eigene Perspektive zu finden. Selbst wenn man vielleicht einmal was falsch sieht, das macht nichts. Da drinnen zu sein. Bis zum nächsten Mal. Danke.

Renate: Danke dir, Wolfgang. Schöne Woche.

Wolfgang: Schöne Woche euch auch. Danke. Alles Liebe. Servus Ernst. Bis zum nächsten Mal.

Renate: Ich sehe keinen Kreis, sondern eine Spirale.

Wolfgang: Sehr gut. Gut. Passt. Bis zum nächsten Mal.

Glossar

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar A

A


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar B

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2020: Folge 1. bis 37.
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Literaturangaben

Rudolf Steiner, Alexandra Riggins: Die sieben apokalyptischen Siegel, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1;

Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8 (1989), ISBN 3-7274-0080-3;

Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X;

Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0;

Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0;

Emil Bock, Das Neue Testament, Übersetzung in der Originalfassung, Urachhaus, Stuttgart 1998, ISBN 3-8251-7221-X

Einzelnachweise

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