Der Gral im Orient. Das geheime Christentum Arabiens - ein Vortrag von Michael Rheinheimer, 2026

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Der Gral im Orient. Das geheime Christentum Arabiens - ein Vortrag von Michael Rheinheimer in der Christengemeinschaft Frankfurt am Main am 23. April 2026. Hier klicken um zum Video zu gelangen

Transkription des Vortrags vom 23. April 2026

von Elke J., April/Mai 2026

Vorschau

In diesem Vortrag nimmt uns Michael Rheinheimer mit auf seine spannenden Reisen in den Orient. Auf der Suche nach den arabischen Wurzeln des Christentums, über die man auch bei Rudolf Steiner lesen kann, wandelt er auf den Spuren von Christian Rosenkreutz, welcher auf der Reise nach Arabien im 15. Jh. in Fes/Marokko den großen Mani getroffen hat. Mit der Lektüre der „Fama Fraternitatis“ im Hintergrund betritt er biblische Orte voll Magie: Marokko, den Negev [Israel], Oman, Jordanien, wo man überall vorislamische Spuren des frühen Christentums finden kann.

Was er dort vorfindet, sind Orte, die den Geist des frühen Christentums atmen. Er entdeckt anhand von Spuren längst verfallener Kulturen, Kunstwerken und Landschaften dasjenige, was dem entspricht, was bereits Rudolf Steiner wusste: Der Urquell der Gralströmung kommt aus der arabischen Welt.

Der Vortragende bezeichnet die einzelnen Erkenntnisse und mögliche Schlussfolgerungen aus diesen realen und geistigen Reisen als „Splitter“ und stellt Fragen: Warum z.B. die Nabatäer geschlossen zum Christentum übertraten, welche Symbolik sich hinter der Bewässerung des Negev verbirgt, etc. Er untersucht die verschiedenen Seelenströmungen des Christentums, die sich von Irland bis „in die besten Gebiete von Arabien“ erstrecken (so sagte es auch Rudolf Steiner) und wie das Rosenkreuzertum schon im 9.Jh. begonnen hatte, die Anthroposophie vorzubereiten.

Bedeutsam, interessant und nachdenkenswert für uns - dass es eine Zeit gab, in der die Ur-Semiten – Hebräer und Araber friedlich miteinander konkurrierten (=zusammen liefen).

Begrüßung 00:00:21

Verehrte liebe Anwesende, herzlichen Dank für diese Einladung heute Abend hier in die Christengemeinschaft nach Frankfurt! Der Gral im Orient – das geheime Christentum Arabiens.

Eine bedeutsame Forschungsreise nach Marokko, die einst auch Christian Rosenkreutz im 15. Jh. angetreten hatte 00:00:34

Ich komme gerade aus dem Orient, aus Arabien. Vor wenigen Tagen bin ich aus Marokko zurückgekommen, aus der alten Königsstadt Fes im Norden Afrikas. Eigentlich wollte ich in der Woche nach Ostern zusammen mit einem Freund von mir, Steffen Hartmann, eine kleine Reisegruppe leiten nach Jerusalem, ins Heilige Land. Und aus Gründen, die nicht sehr überraschend sind angesichts der weltpolitischen Lage, mussten wir das dann drei bis vier Wochen vorher realistischerweise absagen. Und dann haben Steffen Hartmann und ich uns gemeinsam überlegt, wollen wir das einfach ganz ausfallen lassen oder wollen wir einfach im Privaten letztlich dann zu dritt so ein kleines Ersatzprogramm starten, mit dem wir zumindest in der Impulskette bleiben.

Und da haben wir so überlegt, was könnten wir machen? Und in diesem Zusammenhang fiel uns die Geschichte ein von Christian Rosenkreutz. Eine mythische Gestalt. Manche Menschen sagen, es ist nur eine literarische Gestalt. Man kann das historisch nicht nachweisen, ob es den in Wirklichkeit gegeben hat. Zumindest gibt es sogenannte Rosenkreuzer-Dokumente aus dem 17. Jahrhundert, die seine Lebensgeschichte erzählen. Und da wird von ihm berichtet, dass er auch einmal zum Heiligen Grab Anfang des 15. Jahrhunderts pilgern wollte und aufgrund bestimmter Umstände verhindert war. Und dann auch eine Art Ersatzprogramm, kann man sagen, gestartet hat und in die arabische Welt gefahren ist. Erst in den Süden der arabischen Halbinsel, in das Gebiet des heutigen Jemen, das alte Arabia Felix, wie man sagt, das glückliche Arabien, das Königreich der Königin von Saba, die vor Jahrtausenden damals vom Beginn der Weihrauchstraße nach Norden, nach Jerusalem zum Salomonischen Tempel gepilgert ist, um dort Hiram und Salomon zu treffen. Und nachdem er drei Jahre dort gewesen ist, ist er über Ägypten dann weiter in den Norden Afrikas nach Marokko gefahren, in die alte Königsstadt Fes.

Das Treffen von Christian Rosenkreutz mit dem großen Eingeweihten Mani in der Königsstadt Fes/Marokko 00:02:56

Und wie das so ist - wir konnten natürlich nicht in den Jemen fahren, da herrscht heute eine strenge Reisewarnung. Es ist sehr gefährlich - ein Stellvertreterkrieg, Stichwort Houthi-Rebellen zwischen Iran und Saudi-Arabien. Aber den zweiten Teil der Reise, da haben wir gesagt, da können wir versuchen, auf seinen Spuren zu pilgern. Denn es gibt auch bestimmte Aussagen Rudolf Steiners dazu. Eine sogar, die hat uns sehr beschäftigt, die ist erst vor fünf Jahren überhaupt veröffentlicht worden und die hat der Friedrich Rittelmeyer, ich glaube 1923 damals, mündlich weitergegeben. Und da hat er gesagt, besagter Christian Rosenkreutz – wie gesagt, manche sagen eine literarische Figur, aber literarisch wird seine Lebensgeschichte erzählt –, wo der Steiner sagt, einer der großen Eingeweihten des Abendlandes, der soll im Norden Afrikas, vermutlich in dieser Königsstadt Fes, einen anderen großen Eingeweihten Anfang des 15. Jahrhunderts getroffen haben: Mani, jene Individualität, die man historisch nachweisen kann, aus dem dritten, vierten nachchristlichen Jahrhundert, von dem Rudolf Steiner sagt, ein großer Eingeweihter, der immer eine große Lebensaufgabe hat, sich mit dem Bösen auseinanderzusetzen. Und Mani und Christian Rosenkreutz sollen sich im Norden Afrikas in einer Geheimschule getroffen haben und dort miteinander konferiert haben.

Und wie ist das? Ja, man hat dann sozusagen einige literarische Bruchstücke, man hat Aussagen Rudolf Steiners, man muss ja irgendwie gucken, wie man damit umgeht. Und ich habe immer wieder bemerkt, wenn man sich auf Reisen begibt und einfach Orte selber zu sich sprechen lässt, dann bekommt man ganz eigene Erfahrungen im Sinne des Satzes der Sonntagshandlung, „Der Gottesgeist wird sein mit dir, wenn du ihn suchest“. Und wenn man diesen Satz ernst nimmt – und ich nehme ihn ernst –, dann kann man auch, wenn man nur literarische Fragmente hat, Aussagen Rudolf Steiners, reisend sich an einen Ort begeben und dann ebenfalls gucken, was kommt einem erlebend an einem solchen Ort selber entgegen.

Bericht aus der Fama Fraternitatis: Christian Rosenkreutz' Reise über Damaskus nach Arabien, wo er bei den Weisen von Dhamar schon erwartet wurde 00:05:19

Steffen Hartmann und ich sind dann durch diese alte Königsstadt Fes gepilgert. Die älteste islamische Universität, die kann man leider nicht betreten. Aber es gibt eine Koranschule, ich glaube sogar die älteste Koranschule von Fes, die ist aus dem Jahre 1400 und die darf man betreten.

Und da sind wir innerlich meditierend, auch die Fama Fraternitatis lesend, in diese Koranschule hineingegangen und haben uns versucht, innerlich da hinein zu versetzen: Könnte das so ein Ort sein, wo diese beiden außergewöhnlichen Meister oder Individualitäten sich damals vor 400 Jahren miteinander begegnet sind? Wenn man die Fama Fraternitatis liest - vielleicht kennt die einer von Ihnen? - da wird ja berichtet, dass ein junger Mann aus Deutschland, Christian Rosenkreutz, mit fünf Jahren in ein Kloster gebracht worden sein soll, von seinen armen, aber adeligen Eltern. Und in diesem Kloster hat er Griechisch und Latein gelernt. Und da gab es einen Priester, der hat, als Christian Rosenkreutz 16 Jahre alt war, den Impuls gehabt, er wollte zum Heiligen Grab, ins Heilige Land fahren. Und der junge Christian Rosenkreutz, damals 16 Jahre, hat ihn gebeten, er möge ihn mitnehmen und ist mit ihm gemeinsam bis nach Zypern gereist. Und da starb der Priester. Auch Christian Rosenkreutz ist dann weiter in seiner Impulskette geblieben, ist über das Mittelmeer gesegelt und kam dann erst einmal nach Syrien, nach Damaskus, an den Ort, wo Paulus in der Wüste - die Apostelgeschichte berichtet davon - dem auferstandenen Christus begegnet ist: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Das steht so nicht in der Fama Fraternitatis, das fügt Rudolf Steiner ergänzend hinzu, dass er sagt, Christian Rosenkreutz hat dann vor Damaskus das Erlebnis des Paulus gehabt, der damals dieses österliche Auferstehungserlebnis hatte, dass der Christus den Leib des Jesus von Nazareth am Karsamstag auf den Ostersonntag hinzu, zur Auferstehung gebracht hat.

Die Fama berichtet nur davon, dass er eine schwere gesundheitliche Krise hatte. Und wahrscheinlich ist er nicht gefragt worden: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Aber vielleicht hat der Christus ihn gefragt: „Warum suchst du mich, den Lebenden, bei den Toten? Wenn du mich finden willst, dann musst du doch nicht nach Jerusalem zum Heiligen Grab pilgern, vielleicht kannst du mich an einem ganz anderen Ort der Erde finden?“

Christian Rosenkreutz bekam von den Türken den Hinweis, in den Orient nach Arabien zu fahren, in den Süden der arabischen Halbinsel. Und die Fama Fraternitatis berichtet davon, dass er unten von den Meistern schon erwartet wurde. Er kam aus dem Staunen nicht heraus, denn die konnten ihm sogar Details aus seinem Kloster erzählen, dass er selber als Kind dort erlebt hatte. Also er hat gemerkt, er kommt dort unter Menschen, die noch ein ganzheitliches Verständnis der Natur gegenüber haben. Und die Fama berichtet, er kam in eine Stadt, die gibt es auch heute, ich glaube, sie gehört auch zum Jemen, die heißt Damkar oder Dhamar - das heißt wörtlich übersetzt „Blut des Lammes“. Das ist ganz interessant. Ja, man merkt, er ist erst in Syrien, in Damaskus, und hat dieses Ostererlebnis des Paulus, und dann kommt er auf ein anderes Gebiet in den Orient, und da wird er auf den Karfreitag verwiesen, auf das Mysterium der Blutvergießung. Auf das, was Richard Wagner einmal in seinem Parzival den Karfreitagszauber nannte, dass die Natur in einem Unschuldstag des Karfreitags erlöst ist, wenn das Blut des Christus die Erde berührt.

Drei Jahre soll er dort im Orient in Dhamar geblieben sein und ist dann, wie ich schon sagte, über Ägypten in den Norden Afrikas gefahren. Die Fama Fraternitatis berichtet, dass die Geisteswissenschaft, die Magie der Thesianer, ein Stück weit dort schon dekadent war und ihre Religion anfing, dogmatisch zu werden. Aber er sagt, anders als in Europa, wo keiner einem anderen etwas zugestehen will, wenn er geistig etwas gefunden hat, haben die Araber und die Mauren die gute Fähigkeit, dass sie sich einmal im Jahr dort im Norden Afrikas treffen, um sich gegenseitig an ihren Erkenntnissen teilnehmen zu lassen.

Christian Rosenkreutz in Fes. Dort hat ihn Mani in die wahre Erkenntnis von der Funktion des Bösen eingeweiht 00:10:15

Und dann ist er zwei Jahre dort in der alten Königsstadt Fes. Und da gibt es eine sehr erstaunliche Äußerung Rudolf Steiners, die er schon 1909 in diesem Zusammenhang, einer Begegnung Mani und Christian Rosenkreutz, gegeben hat: Jene Individualität Mani, der ja im neunten Jahrhundert als der historische Parzival den Rang eines Gralskönigs errungen hat - und da sagt er, Mani und Christian Rosenkreutz, die haben dort in ihrer Begegnung gemeinsam etwas bewegt. Gemeinsam etwas bewegt, was allerdings, so sagt er 1909, noch verborgen bleiben muss. Weil wo das an die Öffentlichkeit gekommen ist, ist das sehr schnell missverstanden worden und kann auch zu Unfrieden führen. Und was sagt er? Mani hat Christian Rosenkreutz da etwas gezeigt, er hat ihn in etwas eingeweiht: in die wahre Erkenntnis von der Funktion des Bösen. Das ist ein rätselhafter Satz. Die wahre Erkenntnis von der Funktion des Bösen.

Und das hat uns natürlich, uns drei Freunde, die wir dort in Marokko waren, die wir dort durch die Koranschulen gegangen sind, die alte Königsstadt wahrgenommen haben, den Orient beschäftigt: In welcher Richtung hat da in dieser Begegnung etwas untersucht und vertieft und in irgendeiner Weise doch so weit fruchtbar gemacht werden können, dass dann ja das geschah, dass der Christian Rosenkreutz anschließend aus Marokko nach Spanien kommt und in Europa den Rosenkreutzerorden begründet? Das ist direkt danach, nach seiner Begegnung, nach seiner Reise nach Fes, dort im Norden Afrikas.

Christian Rosenkreutz/Lazarus-Johannes und Mani/Parzival/Jüngling zu Naïn - Sie stehen für zwei ganz unterschiedliche Strömungen im Christentum 00:12:30

Die erste Frage, die uns dort beschäftigt hat: Wer hat sich da eigentlich getroffen? Was sind das beides für Individualitäten, die sich dort im Orient gemeinsam treffen? Und da ist uns klar geworden, das sind beides Individualitäten, die ein gemeinsames Schicksal haben. Wenn man die Aussagen Rudolf Steiners, der über beide gesprochen hat - wenn man die hinzunimmt, wenn man die ernst nimmt, wenn man versucht, innerlich mit denen umzugehen - denn da hat er gesagt, das sind beides Individualitäten, die zur Zeitenwende im Heiligen Land gelebt haben, von denen das Evangelium berichtet, und die beide dasselbe Schicksal erlebt haben: Durch den Christus in einem Todeserlebnis auferweckt worden zu sein.

Und er sagte, der Christian Rosenkreutz, eines der großen Meister des Abendlandes, war der Lazarus-Johannes, „der Jünger, den der Herr lieb hatte“. Und Sie kennen das aus dem 11. Kapitel des Johannesevangeliums, der wurde dort nach einem Todeserlebnis in seiner Einweihung durch den Christus auferweckt: „Lazarus, komm heraus!” Der andere, der Mani, diese Individualität, die sich mit dem Bösen auseinandersetzt und der der historische Parzival im 9. Jahrhundert ist, das sagt Rudolf Steiner, war der Jüngling zu Naïn, den wir aus dem Lukasevangelium kennen, der als Toter auf einer Bahre aus der Stadt herausgetragen worden ist und selber auch von dem Christus auferweckt wurde.

Also diese beiden Individualitäten, die dasselbe Erlebnis zur Zeitenwende hatten, durch ein Todeserlebnis von dem Christus auferweckt worden zu sein, die begegnen sich dort im Norden Afrikas in der Stadt Fes. Und da ist es sehr bemerkenswert, was das für Individualitäten sind, denn die stehen für zwei ganz unterschiedliche Strömungen im Christentum.

Der Lazarus-Johannes, man könnte sagen, der vollkommene Jünger, von dem es sogar heißt, der Jünger, „den der Herr lieb hatte“. Und über den Jüngling zu Naïn sagt Rudolf Steiner, der gehörte nicht zu den Jüngern, der gehörte auch nicht zu den Aposteln, der folgte dem Christus als ein Schüler nach. Offenbar gibt es im Christentum zwei verschiedene Menschengruppen: die Jünger, die Apostel des Christus, und die Schüler des Christus. Sind Sie ein Jünger oder ein Schüler des Christus? Haben Sie sich darüber mal Gedanken gemacht? Was ist eigentlich der Unterschied? Wann ist man ein Jünger, wann ist man ein Schüler? Also was die Jünger für eine Aufgabe haben, das wird ja gesagt. Die werden ausgesandt, die sollen Kranke heilen, die sollen Dämonen austreiben, die sollen das Reich Gottes verkünden. Was die Schüler zu tun haben, da muss man ein bisschen selber fragen. Wir kennen aus der Sonntagshandlung den Christus als Lehrer der Menschenliebe. Vielleicht kann man sagen, als Schüler des Christus muss man vom Lehrer der Menschenliebe lernen, selber ein Lehrer der Menschenliebe zu werden.

Nach Rudolf Steiner gibt es in der Geschichte des Christentums drei Strömungen, die er Ost, West und Mitte nennt. Seelenströmungen, die sich zwischen Irland und der arabischen Halbinsel erstrecken 00:15:53

Und da sind wir schon mitten in der Parzival-Geschichte, wo man merken kann, wenn man die Aussagen Rudolf Steiners nimmt – ja, man muss die nicht einfach nur, weil das ein Eingeweihter gesagt hat, so glauben. Wenn man innerlich anfängt, damit umzugehen, wenn man Phänomene zusammenträgt, dann fängt das auch an, sich gegenseitig zu beleuchten. Denn der Parzival, die Gralssage, ist das große Mysteriendrama des Lehrerseins. Ein Mysteriendrama des Lehrerberufes. Parzival am Anfang im Wald, hat den wunderbaren Waldorfunterricht bei seiner Mutter. Dann begegnet er irgendwann dem Gurnemanz, das ist der Staatsschullehrer, der sagt, frag nicht immer so viel. Dann fliegt er von der Schule in der Gralsburg. Dann begegnet er irgendwann dem weisen Lehrer, dem Trevrizent. Und die Geschichte endet damit, dass Parzival der Lehrer seines Lehrers wird, indem er ihm etwas zeigt, was der gesagt hat, das geht gar nicht. Wenn du einmal beim Gral in Ungnade gefallen bist, kannst du ihn nicht noch mal finden. Ich glaube, das ist eigentlich die Aufgabe in jedem Lehrer-Schüler-Verhältnis, dann hat sich das vollkommen abgerundet, wenn der Schüler am Ende der Lehrer des Lehrers werden kann. Und diese beiden Strömungen, Schülerströmung und Jüngerströmung, die begegnen sich in Fes in Marokko, in diesen beiden Individualitäten.

In diesem Zusammenhang habe ich mir klar gemacht, dass Rudolf Steiner über diese beiden Strömungen im Umkreis der Gründung der Christengemeinschaft sogar mal gesprochen hat. Da hat er gesagt, es gibt in der Geschichte des Christentums drei Strömungen, die nennt er Ost, West und Mitte. Da muss man ein bisschen aufpassen, man kann das jetzt nicht gleichsetzen mit dem, was er sonst Ost und West nennt, da käme man in gewisse Ungenauigkeiten. Aber er sagt, das sind weniger geografisch abgrenzbare Strömungen, es sind Seelenstimmungen in den Menschen, in uns allen, auch in mir und in Ihnen. Und er sagt, sogar alles, was wir Geschichte des Christentums nennen, das ist eigentlich nur ein äußerer Abglanz dessen, was im Inneren als Seelenstimmungen in diesen drei Strömungen der Christenheit seit 2000 Jahren gewissermaßen sich vollzieht.

Die östliche Strömung hat einen starken Impuls zum Heiligen Land - die westliche Strömung ist die Strömung des Heiligen Grals 00:18:23

Und er sagt, es gibt diese östliche Strömung, das ist – sage ich jetzt mit meinen Worten –, die Jüngerströmung. Die hat immer folgendes Anliegen: Die will das Abendmahl erneuern, die Sakramente, und die hat immer einen starken Impuls zum Heiligen Land, nach Jerusalem, zum Heiligen Grab. Ist ganz interessant, das hat er 14 Tage gesagt, nach der Gründung der Christengemeinschaft. Man kann vielleicht fragen, ob sich in der Christengemeinschaft diese Jüngerströmung ein Stück weit erneuert hat. Denn es gibt ja nicht nur das erneuerte Abendmahl, die erneuerten Sakramente, die Aussendung. Vielleicht wissen Sie das, die Gründer der Christengemeinschaft, Emil Bock, später Friedrich Benesch, hatten einen ganz starken Impuls, immer wieder nach Palästina, ins Heilige Land zu reisen. Irgendwann sogar dahingehend, dass sie gesagt haben, man kann eigentlich in jede Landschaft reisen und dort ein Stück Palästina entdecken. Reise in eine Landschaft und finde in den Steinen, Pflanzen und Tieren, welches Stück Heilige Land kannst du finden. Können Sie sich ja mal überlegen, welches Stück Palästina, welches Stück Heilige Land haben Sie hier in Frankfurt? Das nennt er die östliche Strömung.

Er sagt, die westliche Strömung, das ist die Schülerströmung. Er sagte, das ist die Strömung des Heiligen Grales, und die findet vornehmlich in Schulen statt. Gralsburgen sind immer Schulen, und da wird vornehmlich eine esoterische Auffassung des Mysteriums von Golgatha gepflegt. Und da sagt er – da kommen wir gleich noch dazu –, diese westliche Gralströmung, die weht zwischen Irland/Hibernia, und er sagt wörtlich, zwischen den besten Gebieten Arabiens. Da geht sie sogar von aus. Ja, da merkt man, das kann man schwer räumlich eingrenzen. Es sind Seelenstimmungen, aber sie atmet zwischen Kelten, Hibernia, Irland, Schottland, Glastonbury und dem der arabischen Halbinsel, in die der Christian Rosenkreutz damals gepilgert ist.

Ganz interessant: Er selber, als der Jünger, als Repräsentant der östlichen Jüngerströmung, pilgert erst einmal ins Heilige Land und bekommt dort dann den Impuls, von dort aus nach Arabien zu gehen. Und auch da kann man sich fragen, im Umkreis dieses Vortrages, wo Rudolf Steiner von diesen drei Strömungen spricht, dass man sagen kann, alles das, was wenig vorher im pädagogischen Jugendkreis und in der Gründung der Waldorfschule damals stattgefunden hat, da hat sich ein Stück weit auch diese westliche Schülerströmung des Grales erneuert. Denn die großen Ur-Waldorf-Lehrer Walter Johannes Stein, Herbert Hahn, Daniel von Bemmelen, die haben sich mit diesem Gralsmysterium natürlich innerlich verbunden gefühlt.

Das Rosenkreutzertum hat die Aufgabe, diese mittlere Strömung zu bilden, die schon im 9. Jahrhundert begonnen hat, eine Mitte zu bilden zwischen den östlichen und westlichen Strömungen, um etwas vorzubereiten, was dann im 20. Jahrhundert Anthroposophie werden sollte 00:21:50

Ja, die ganz große Frage, die uns eine Woche lang dann in Marokko beschäftigt hat: Jünger und Schüler treffen sich. Und Rudolf Steiner sagt 1909, der eine zeigt dem anderen, weiht ihn ein in die wahre Erkenntnis von der Funktion des Bösen. Und er sagt, muss noch lange verborgen bleiben. Wir haben da keine fertige Antwort, aber ich kann Sie an meinem, an unserem Frageprozess gewissermaßen teilhaben lassen.

Das Wort Funktion ist ja ein interessanter Begriff, bedeutet Wirkweise. Er ist ja erst mal ein Begriff, der jetzt nicht gleich eine moraline Kategorie hat. Offenbar geht es um die Wirkweise der Widersachermächte. Hat Rudolf Steiner im 20. Jahrhundert ja auch gesag. Er hat gesagt, noch Goethe musste den Mephisto - oder hat ihn Mephisto genannt, weil er nicht wusste, das sind eigentlich zwei: Luzifer und Ahriman, zwei Weltenkräfte, mit denen sich der Mensch auseinandersetzen muss. Und die kann man natürlich in ihren Wirkweisen, in ihren Funktionen beschreiben.

Ja, das ist ein bisschen wie ein Pilot, der muss ja auch die Funktionen der Aerodynamik kennen. Ja, was sind da, glaube ich, die vier Funktionen? Ich glaube, das ist Schubkraft, das ist Schwerkraft, weiß ich noch so von früher, es ist Luftwiderstand, und also diese verschiedenen aerodynamischen Kräfte. Es hat jetzt relativ wenig Sinn zu sagen, Schwerkraft ist böse und Schubkraft ist gut. Wie der mittelalterliche Mensch noch dachte, da oben ist der Himmel, da unten ist die Hölle. Sagt Rudolf Steiner, wenn man so denkt, dann steht man zwischen Luzifer und Ahriman. In welcher Weise man vielleicht doch Schwerkraft braucht, wenn man landen will, und vielleicht ja auch wieder Schubkraft oder Auftrieb, wenn man nach oben will, das entscheidet der Pilot, in welcher Weise er das lernt, eine Art Gleichgewicht zu bilden, damit er fliegen kann.

Und das kann ja vielleicht auch eine Perspektive sein, wie wir auf die Widersacherkräfte schauen müssen. Die haben bestimmte Funktionen oder Wirkweisen, und bevor wir das als moralische Kategorie betrachten, müssen wir erst mal verstehen, wie wirken die, damit wir mit denen umgehen lernen. Die luziferische Kraft hat immer eine Aufgabe, die soll immer alles verfrühend in die Menschheitsentwicklung bringen. Nichts, was Luzifer will, ist falsch, aber er will es immer zu früh. Er sagt dem Menschen – der Mensch soll ja irgendwann auf die Engelstufe kommen, der Mensch soll ja ins Geistige, aber erst dann, wenn er die Erde und seine Mitbrüder miterlöst hat –, und Luzifer sagt immer: Du kannst es jetzt schon haben.

Die ahrimanische Kraft, die wirkt verhärtend. Und in welcher Weise man damit umgehen muss, entscheidet der Pilot oder der einzelne Mensch. Offenbar in dieser Weise scheint diese Schüler-Jünger-Begegnung dort im Norden Afrikas stattgefunden zu haben. Denn im Rosenkreuzertum, da ist es jetzt die Aufgabe, diese mittlere Strömung zu bilden, die von nun an – das hat schon im 9. Jahrhundert begonnen –, gewissermaßen eine Mitte bildet zwischen diesen beiden östlichen und westlichen Strömungen, um etwas vorzubereiten, was dann im 20. Jahrhundert Anthroposophie werden soll. Und insofern kann man vielleicht sagen, Jünger und Schüler, Repräsentanten zweier Strömungen, haben sich da auf etwas vorbereitet, wo sie dann gemeinsam in dieser Rosenkreuzerstimmung aus dem Hintergrund heraus die weitere europäische Geistesgeschichte geführt, begnadet, inspiriert und auch geleitet haben.

Laut Rudolf Steiner stammt der Urquell der Gralsströmung aus den besten Gebieten Arabiens 00:25:53

Wir wollen uns ja heute Abend in besonderer Weise mit dieser westlichen Schülerströmung beschäftigen, mit dem Gral im Orient. Und da sagte ich Ihnen vorhin schon, dieser sehr bemerkenswerte Vortrag vom 1. Oktober 1922, wo Rudolf Steiner sagt, diese westliche Strömung des Grales, wo in Schulen eine esoterische Auffassung des Mysteriums von Golgatha gepflegt wurde, die ist zwischen England, Irland und den besten Gebieten Arabiens.

Und nun überlegen Sie mal, die Gralsgeschichte mit England und Irland und Wales und König Artus in Verbindung zu bringen – ich glaube, das ist vielen Menschen, die sich für den Gral interessieren, durchaus bewusst. Es gibt ja auch die Geschichte von Josef von Arimathea ergänzend zum Evangelium, der mit dem heiligen Gral von Jerusalem aus dann schließlich nach England kam, nach Glastonbury. Manche sagen sogar, er soll bis nach Irland gekommen sein. Und diese Sagen von Galahad und Peronik, König Artus, der walisische Sagenkreis, die sind alle mit England, Irland, Glastonbury verbunden.

Dass es einen arabischen Hintergrund, einen Urquell dieser Strömung gibt, ich glaube, das ist relativ in Vergessenheit geraten. Und das Spannende ist, ich bin diesen Äußerungen Rudolf Steiners nachgereist durch die arabische Welt. In den letzten drei Jahren - ich war in Jordanien, ich war im Negev, ich war im Oman. Wäre sehr gerne auch in den Jemen gekommen, Marib, die alte Königsstadt der Königin von Saba. Die Beduinen haben mir angeboten, auf so Schleichwegen könnte man das machen. Ich war natürlich vernünftig, das wäre unseriös und natürlich verantwortungslos, wenn man das auch machen könnte. War nicht ganz so schlimm, denn ich war zumindest in Salalah, das ist ganz unten am Arabischen Meer, Oman, 40 Kilometer von der jemenitischen Grenze entfernt. Meteorologisch ein besonders interessantes Gebiet, denn auf 40 Quadratkilometern regnet es dort im Sommer. Das ist ein bisschen das Mallorca der Saudis. Die fahren dort einmal im Jahr tatsächlich hin, weil sie dort Regen haben und es nicht so heiß ist in den Sommermonaten wie in Saudi-Arabien. Und warum – das haben die Götter gut eingerichtet –, regnet es dort, ist das eine besondere meteorologische Atmosphäre. Da kann der Weihrauchbaum in besonderer Weise gedeihen, und es gibt bei Salalah zum Humran den alten Weihrauchhafen der Antike, wo der Weihrauch, der nicht über die Weihrauchstraße nach Petra damals gebracht worden ist, über das Rote Meer schließlich in den Okzident gebracht worden ist.

Der Altertumsforscher Eduard Glaser entdeckte, dass es vor dem Islam im Jemen keine monotheistische Religion gab, sondern einen polytheistischen Götterhimmel und eine dreifaltige Gottesvorstellung 00:28:46

Ich habe das untersucht, weil mich diese Äußerung Rudolf Steiners fasziniert hat: Was bedeutet das, dass der Urquell der Gralströmung aus der arabischen Welt kommt? Da bin ich bald auf eine Gestalt gestoßen, einen österreichischen Altertumsforscher Eduard Glaser. Den Namen müssen Sie nicht kennen. Der hat im 19. Jahrhundert etwas getan, womit er damals seine akademische Reputation gefährdet hat. Der hat die Frage gestellt: Was ist in der arabischen Welt vor dem Islam gewesen, vor dem siebten nachchristlichen Jahrhundert? Und das hat man damals einfach nicht gefragt.

Und er hat ja eine Reise unternommen, dieselbe Reise, die Christian Rosenkreutz in den Jemen unternimmt, laut der Fama Fraternitatis. Der ist dort in die alte Königsstadt der Königin von Saba gefahren und hat da etwas festgestellt, was ihn natürlich nicht nur tief beeindruckt, man kann sagen eigentlich erschüttert hat. Der wusste gar nicht, dass vor dem Islam es gar keine monotheistische Religion dort unten im Jemen gab, sondern einen polytheistischen Götterhimmel und eine dreiteilige oder dreifaltige Gottesvorstellung. Die hatten dort ein Verhältnis zur Trinität, aber interessanterweise nicht zu einer männlichen Trinität, sondern zu einer männlich-weiblichen. Es gibt Gottvater, Almaqah, es gibt die Gottesmutter, und dann gibt es den Gottessohn, das ist der Merkur- oder Venusstern. Also die Dreifaltigkeit ist männlich-weiblich.

Dann hat er noch etwas weiteres dort entdeckt. Er hat dort im Gebiet von Nedschd, das ist Saudi-Arabien, eine Art Stonehenge entdeckt, so eine Art Sonnenkultstätte, wie man das eigentlich aus Großbritannien kennt. Sigismund von Gleich, der mit seinen Forschungen von Eduard Glaser weitergearbeitet hat, der hat das mal folgendermaßen formuliert und sagte: Offenbar kannte man nicht nur einen walisisch-bretonischen Sonnenkultus, sondern auch einen sabäisch-arabischen. Das alte Königreich der Sabäa, das bedeutet Siebenheit. Und Sigismund von Gleich verweist darauf – auch das ist ein sprechendes Bild für diese beiden Außenenden der Gralströmung –, dass er sagt, das sind eigentlich die beiden Paradiesgebiete der Menschheit: Irland, die alte Atlantis, die arabische Halbinsel, der alte Garten Eden. Und zwischen der Sage nach diesen beiden Paradiesgebieten da atmet, da bewegt sich diese Gralströmung zwischen Irland und den besten Gebieten Arabiens.

Archäologische Funde in den Museen von Salalah - Spuren des geheimen Christentums Arabiens 00:31:44

Also das hat Eduard Glaser damals dort untersucht, und mich hat das weiter beschäftigt. Und ich dachte, wo kann ich Spuren finden über diese archäologischen Ausgrabungen? Ich entdeckte dann dort – das ist ein kleines Bild, aber das habe ich in den Museen von Salalah gefunden : Wissen Sie, was das ist? Das sind Weihrauchgefäße. Die hat man dort gefunden. Und da sehen Sie einen Kelch, das ist der Gottvater, ein Mondenkelch, und in dem ist die Sonnenhostie. Das ist ein Gralsbild, zweites vorchristliches Jahrhundert. Hat man im Jemen auch gefunden, solche Gralskelche mit Sonnenhostien gefunden, dort unten im Süden der arabischen Halbinsel. Und da oben hat man dann den Weihrauch geräuchert.

Es gibt natürlich vereinzelt verschiedene Spuren dieses geheimen Christentums Arabiens. Unter anderem auch ein Bild, das ich Ihnen auch mitgebracht habe, von Anna May, einer Malerin, die vor einigen Jahren noch sehr unbekannt war, vor dem Ersten Weltkrieg. Das hat sie nach intimen Angaben Rudolf Steiners gemalt. Da geht es auch um Christian Rosenkreutz. Man sieht, das Bild heißt Triptychon Gral. Man sieht hier Josef von Arimathia, der mit dem Gralsstein das Blut Christi auffängt, und hier von innen aus auf der linken Seite sieht man Hiram und Salomon, den Baumeister des Salomonischen Tempels und den König Salomon, und in der Mitte die Königin von Saba, die Königin des Südens. Nach den Angaben Anna Mays trägt sie hier in ihren Händen den Gralsstein, den sie dort unten aus Sabäa, aus dem Jemen, aus dem alten Arabia Felix nach Jerusalem bringt, damit er dort Teil des Tempelschatzes wird.

Nach der Gralssage war der Ur-Semit Flegetanis der erste Mensch, der in den Sternen lesen konnte: „Es gibt ein Ding, das Gral genannt“ 00:33:40

Das sind alles so einzelne Splitter, die man halt zusammentragen muss, um damit innerlich umzugehen. Sie kennen doch auch aus dem Parzival – da gibt es ja, das berichtet Wolfram von Eschenbach –, wer der erste Mensch war, der die Kunde vom Gral in den Sternen lesen konnte. Wer war das? Da wird auf eine Gestalt verwiesen, die hieß Flegetanis. Flegetanis wird gesagt, mütterlicherseits stammt er aus Salomonischem Geschlecht, der ist ein Hebräer, väterlicherseits ist er ein Heide, ein Araber. Also das ist der Ursemit, vor Joktan und Peleg, wo sich Hebräertum und Arabertum getrennt haben. Und dieser Ursemit, Hebräer und Araber, da berichtet die mittelalterliche Gralssage, das ist der erste Mensch, der in den Sternen lesen kann: Es gibt ein Ding, das Gral genannt.

In Toledo findet immer noch, nach über1000 Jahren, seit der maurischen Herrschaft die sogenannte mozarabische Messe statt 00:34:46

Und der hat eine geheimnisvolle Handschrift hinterlassen in der Stadt Toledo. Toledo ist die alte spanische Hauptstadt. Auch da bin ich hingereist, um das zu untersuchen. Ein sehr bemerkenswerter Ort. Man findet dort in der Stadt kaum ein Gotteshaus, das nicht zugleich Moschee, Synagoge und einen christlichen Altar hat, meistens der alten Westgoten. Christentum, Judentum, Arabertum, kann man überall in der Stadt entdecken. Dort soll Flegetanis gewesen sein. Und da gibt es bis heute eine Messe der katholischen Kirche, die sogenannte mozarabische Messe. Die ist über 1000 Jahre alt, also aus der Zeit der maurischen Herrschaft. Und die katholische Kirche wollte das wohl schon längst zurücknehmen, aber die Toledianer haben protestiert und tatsächlich bis heute werden zwei oder drei katholische Priester dorthin entsandt, in eine Kirche, die immer noch diese Messe der Mozaraber, aus der Zeit der maurischen Herrschaft in Spanien, in Toledo zelebrieren. Ich habe die wahrgenommen. Die findet auf Latein statt, da wird die Hostie neunfach gebrochen, also das verweist auf den neunfach gegliederten hierarchischen Kosmos. Und dann bittet der Priester dort den Cassius Longinus, auch den Soldaten, der die Seitenwunde des Christus am Karfreitag geöffnet hat, er möge also mithelfen, dass Blut und Wasser aus der Seitenwunde in den Kelch fließen mögen. Das ist noch so ein altes Gralsmotiv, das sich in der mozarabischen Messe bis heute dort in der Stadt Toledo erhalten hat.

Sie merken, das sind alles verschiedene Hinweise und Splitter, die man zusammenfügen kann, um diese Äußerung Rudolf Steiners, der Urquell der Gralssage stammt aus den Gebieten Arabiens, weiter vertiefen zu können.

Als das Christentum nach Irland kam, war es den Menschen durch ihre besondere innerliche Natur-Wahrnehmung schon bekannt. Durch ihre besondere Natur-Wahrnehmung konnten sie das Mysterium von Golgatha wahrnehmen 00:37:13

In diesem Zusammenhang habe ich mir etwas deutlich gemacht. Im August 1924, in den sogenannten Karma-Vorträgen, berichtet Rudolf Steiner über den englisch-hibernischen Bereich der Artusströmung in Tintagel, wo er sagt, im ersten nachchristlichen Jahrtausend kamen dort einmal christliche Missionare der römisch-katholischen Kirche und wollten das Christentum nach Irland bringen, nach Tintagel, nach England in den hibernischen Raum, und waren ganz erstaunt, dass die Menschen das dort schon kannten. Das hat man gar nicht verstanden, weil man sich relativ sicher war, dass man der Erste war, der dort hingekommen ist.

Und was sagt Rudolf Steiner dazu? Er sagt, diese Menschen, denen musste man das gar nicht verkünden. Zur Zeitenwende, während des Mysteriums von Golgatha, sind die in die Natur gegangen, haben im Wehen des Windes, im Kräuseln des Wassers, im Wachstum der Pflanzen wahrgenommen: Es ist Ostern. Jeder Grashalm weiß, dass Ostern ist. Man kann offenbar seine Sinneswahrnehmungen, seine Seelenaugen so reinigen, so öffnen. Stellen Sie sich mal vor, gehen Sie mal in Ihren Garten, versuchen Sie das mal wahrzunehmen, ob Ihr Apfelbaum oder Ihr Krokus das wahrnehmen kann. Christ ist erstanden! Die konnten das wahrnehmen in der Natur, in den Elementen, wahrscheinlich auch eine besondere Beziehung zu den Elementarwesen. Und von da aus konnten die innerlich wahrnehmen, dass Christus auferstanden ist. Merkt man, was wir ein bisschen verloren haben? Brauchen da Vorträge dazu oder anderes, Bücher, das zu verstehen? In die Natur gehen. Wehen des Windes, Kräuseln des Wassers - die Elemente wissen, dass Ostern ist.

Und dann sagt er, im Süden, also am anderen Ende – das betrifft diesen arabischen Bereich –: Während man im Norden das im Kräuseln des Windes, im Wehen der Elemente wahrgenommen hat, im Süden hat man das im Blut wahrgenommen, dass in den Herzen und Seelen der Menschen verehrt worden ist. Also in England, Irland der Blick in die Natur nach außen, offenbar in den arabischen Gebieten ein innerliches Erlebnis, wo die Menschen aber dieselbe Erfahrung hatten. Muss man ein bisschen an den Flegetanis denken, der erste Mensch, der wahrnehmen konnte - es gibt ein Ding, das Gral genannt. Was hat er erlebt?

Die Nabatäer, ein arabischer Beduinenstamm und Karawanenhändler waren das erste Volk, das geschlossen zum Christentum übertrat 00:39:57

In diesem Zusammenhang ist mir ein ganz wunderbares Buch eines israelischen Heilpädagogen Udi Levy in die Hände gefallen, das ist inzwischen auch 30 Jahre alt, über einen arabischen Beduinenstamm, die sogenannten Nabatäer. Haben Sie den Namen mal gehört? Ein arabischer Beduinenstamm, Karawanenhändler, tausendjährige Geschichte, etwa 500 vor Christi bis zum Auftauchen des Islam. Und er sagt – ob man das ganz so festmachen kann oder vielleicht ein bisschen offen lassen kann, kann ich jetzt nicht beurteilen, aber ich glaube, der Spur nach hat er absolut recht – Diese Nabatäer, ein arabischer Beduinenstamm, Karawanenhändler, waren das erste Volk, das geschlossen zum Christentum übergetreten ist. Araber! Es gab natürlich überall Menschen, die das erlebt haben. Aber ein Volk, das geschlossen zum Christentum übertritt - was haben die denn erlebt?

Wie die da in England die Kelten erlebt haben, in den Elementen, muss man im Süden der arabischen Halbinsel ein innerliches Erlebnis gehabt haben, so ein Flegetanis-Erlebnis: Es gibt ein Ding, das Gral genannt. Dass diese Karawanenhändler plötzlich innerlich – die haben sich nie gegen die Römer gewehrt. Sie haben auch später, als der Islam kam, sich ganz friedlich da integriert. Aber die hatten ein innerliches Erlebnis.

Und diese Nabatäer - das heißt wohl wörtlich übersetzt „die Hervorsprießenden“, die Hervorquellenden - das muss ein Volk gewesen sein, das den Christus vor allem im Bereich der Lebenskräfte erwartet hat. Die haben dort im Gebiet Jordaniens gelebt, auch Teile Saudi-Arabiens, haben dort über die Weihrauchstraße – manche sagen, der Kaspar, einer der heiligen drei Könige, war ein Nabatäer –, Gold, Weihrauch, Myrrhe, Spezereien, dort also gehandelt. Die waren nicht kriegerisch, mussten das nicht sein, denn wenn denen jemand blöd kam, haben die sich einfach in die Wüste zurückgezogen, und zwar die Einzigen, die die Wasserstellen kannten. Als ich mal in Jordanien war, war ich in der Wüste Wadi Rum, kann man so eine Beduinentour buchen, und da wird man dort in dieser Wüstenlandschaft dann an einen Felsen geführt und da ist dann irgendwo eine Zeichnung, das ist die Wasserstelle. Ja, wenn man das nicht weiß, das findet natürlich kein Mensch. Die hatten eine sehr hochentwickelte Kultur, wie man die Wüste bewässern und fruchtbar machen konnte.

Und ich bin dann von dort aus noch nach Israel weitergefahren, in den Negev. Da sind die, aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert, aus dem Anfang der byzantinischen Zeit, die frühchristlichen Kirchen der Nabatäer. Nachdem sie als Beduinenstamm offenbar, ob es die Ersten waren oder einer der Ersten war, kann man ja offen lassen, zum Christentum übergetreten sind, haben sie dort im Negev die Wüste bewässert und dort ihre Kirchen gebaut. Das ist sehr eindrücklich.

Also ich bin da im September hingefahren, es war ungeheuer heiß, war vielleicht nicht die beste Zeit, aber ich habe mir so einen Mietwagen dort gehabt. Hatte unterschätzt, ich dachte, da sind ganz viele Leute. Ich war der Einzige dann in diesen Ruinen. In der Ferne hörte man so den Artilleriebeschuss des israelischen Militärs, die da ihre Übungen machten. Es war drei Wochen vor dem 7. Oktober 2023, es war alles noch sehr friedlich dort. Und dann hatte ich mein Handy, mein Wasser, und ich dachte aber, wenn das jetzt kaputt geht, so schnell findet man mich nicht hier. Aber es hat mich tief beeindruckt. Es sind Kirchenformen, die kannte ich dann aus Spanien, San Juan de la Peña, diese Gralsorte des maurischen Spaniens. Und anders als bei den Arabesken in den Moscheen, wo ja Naturdarstellungen verboten sind oder zumindest nicht üblich, kann man dort in diesen alten Nabatäer-Kirchen dieser frühen arabischen Christen den Vogel Phönix entdecken, Lotosblumen, Pflanzen, Keramik, wo sie solche ätherischen Metamorphosen der Pflanzenform hatten. Also ein Volk, das eine tiefe Verbindung zum Bereich der Lebenskräfte hatte und offenbar diese Heilserwartung zur Zeitenwende des Christus in diesem Bereich des Ätherischen erwartet haben.

Petra und die Nabatäer: Jener Ort, wo im Alten Testament berichtet wird, dass Mose im Auftrag Gottes Wasser aus dem Felsen schlagen sollte 00:44:30

Das alles habe ich so ein bisschen untersucht, zusammengefügt. Und dann bin ich natürlich nach Jordanien gefahren, nach Petra. Ist jemand mal hier gewesen? Das ist ja eines der bekanntesten – wie nennt man das –, eine Totenstadt [Zeigt ein Foto des berühmten „Schatzhaus des Pharao“]. Statisch könnte man das wohl nicht bauen, habe ich gelesen, das würde zusammenfallen. Von den Größenverhältnissen sehen Sie hier die Menschen sich. Und ich glaube, zweites oder drittes vorchristliches Jahrhundert.

Das Beeindruckende ist, was ich entdeckt habe: Wenn man dort hinfährt, dann steht dort an der Autobahn lange Zeit nicht Petra, sondern es steht Wadi Musa. So nennen die das dort, das heißt Tal des Mose. Das soll zumindest der Überlieferung nach der Felsen sein, in dem das hineingeschlagen worden ist, der Ort sein, wo im Alten Testament berichtet wird, dass Mose im Auftrag Gottes das Wasser aus dem Felsen schlagen sollte. Und das Alte Testament berichtet davon, er sollte das mit den neuen Logos-Kräften tun. Mose hatte zu wenig Vertrauen und hat das dann mit dem alten Zauberstab gemacht. Und dann darf er ja als Einziger das gelobte Land Kanaan nicht betreten und muss im Reich der Moabiter sterben.

An dem Ort, wo die Israeliten das Wasser aus dem Felsen schlagen sollten, haben die Nabatäer dieses Kunstwerk aus dem Felsen geschlagen. Die haben das Wasser aus dem Felsen geschlagen. Wenn man davor steht, erlebt man das. Das ist, wie ein Bildhauer ja weiß, ich plastiziere nicht irgendwas in den Felsen hinein, ich hole das aus ihm heraus, was in ihm bereits enthalten ist. Es war richtig … man hat das Gefühl, man wird dort ein Stück weit auch mit Lebensäther übergossen durch das Erdelement in den Lebensäther: Wasser aus dem Felsen schlagen.

Auch dort von den Kunstrichtungen sehr interessant. Das ist wohl teilweise assyrisch, auch hellenistisch-römisch, also verschiedenste Kunstrichtungen, die sich dort ineinander verschmolzen haben, wie so ein Herzorgan, das Kulturen aus dem Umkreis wahrnimmt und das dann in etwas völlig Neues verwandelt. Und man weiß nicht genau, für was haben die das eigentlich gemacht. Es gibt dort Amphitheater, gibt noch so ein zweites Kunstwerk, soll eine Stadt sein, kein Friedhof, aber wo man sich in einer besonderen Beziehung mit den Verstorbenen damals dort gesetzt hat.

Udi Levy: Die arabischen Nabatäer und die Hebräer - zwei Kulturen, die lange in einem friedlichen Konkurrenzverhältnis lebten 00:47:18

Und das ist ja sehr bemerkenswert. Der Udi Levy hat etwas ganz Wunderbares rausgearbeitet in seinem Buch. Wenn Sie wollen, ich hoffe, das wird irgendwann noch mal neu aufgelegt, aber antiquarisch kann man es finden. Der hat eigentlich dort berichtet, wie lange Zeit das Verhältnis von Nabatäern, also von arabischen Karawanenhändlern, und Hebräern, die den Leib des Jesus vorbereitet haben, in einem friedlichen Konkurrenzverhältnis, sage ich mit meinen Worten, eigentlich stattgefunden hat. Wissen Sie, was das Wort Konkurrenz bedeutet? „Zusammen laufen”! Wir denken, Konkurrenz ist das hier. Unsere beiden Füße sind in einem konkurrierenden Verhältnis. Die laufen miteinander. Wenn unsere Füße so konkurrieren würden, wie wir konkurrieren, würden wir stolpern, und das ginge zumindest nicht weiter. Es sind wie zwei Kulturen, die sich ganz lange polar ergänzen.

Das hebräische Volk, das hatte bis auf die 40 Jahre Wanderung durch die Wüste dann das Land Kanaan. Die Nabatäer, bis auf die Zeit, wo sie in Petra verweilten, waren ein Karawanenvolk, das immer durch die Wüste gezogen ist. Das hebräische Volk war mehr ein Volk, das eine Schriftkultur hatte. Die Nabatäer haben das über das gesprochene Wort weitergegeben. Bei den Juden waren Priestertum und Königtum immer getrennt. Denken Sie an Samuel und Saul. Bei den Nabatäern gab es Priesterkönige. Und die mussten sich moralisch bewähren, damit sie in ihrem Amt gehalten werden konnten.

Sie merken, das sind eigentlich wie sich ergänzende, konkurrierende Verhältnisse. Vielleicht kann man das ja sagen. Die Aufgaben der keltisch-germanischen Völker vor der Zeitenwende war es, die Geister und Seelen der Menschen auf das Mysterium von Golgatha vorzubereiten. Die Aufgabe des jüdischen Volkes war es, im Sinne des Stammbaumes von Matthäus und Lukas den Leib des Jesus von Nazareth zu bilden. Und die Aufgabe der arabischen Karawanenhändler war es, den Christus im Bereich der Lebenskräfte zu erwarten.

Rudolf Steiner: In dem Moment, wo das Blut des Christus, Blut und Wasser in die Erde geflossen sind, leuchtet die Erde als ein Stern auf 00:49:35

Und eine Sache habe ich in diesem Zusammenhang entdeckt. Das ist auch etwas, was man einen Splitter bezeichnen kann, mit dem man innerlich umgehen muss, aber ich finde den so sprechend, dass ich es berechtigt finde, das in einem Vortrag zu bringen. Es gab im 19. Jahrhundert eine stigmatisierte Nonne, Anna Katharina von Emmerich, die ja, so sagt sie, hellsichtig in das Heilsgeschehen eintauchen konnte. Gut, das kann man in Frage stellen, man kann es auch unbefangen versuchen, erst mal wahrzunehmen. Und die berichtet von dem Karfreitag. Und da gibt es ja die Gestalt des Cassius Longinus, des römischen Centurio, der nach der Todesstunde mit einer Lanze die Seite des Jesus Christus geöffnet hat. Und da heißt es bei Johannes, Blut und Wasser quellen heraus. Und Rudolf Steiner sagt, in dem Moment, wo das Blut des Christus, Blut und Wasser, in die Erde geflossen sind, leuchtet die Erde als ein Stern auf.

Und Anna Katharina von Emmerich sagt, dass der Umkreis des Cassius Longinus seine Unteroffiziere Araber waren. Araber in jüdischen Diensten, in den römischen Diensten. Man muss immer wissen, wenn die antike Welt, auch Paulus, von Arabern spricht, im Galaterbrief sind immer die Nabatäer gemeint. Er sagt nicht – da will ich ganz sauber sein –, Cassius Longinus war Araber. Er sagt, sein Umkreis. Er spricht von einem arabischen Offizier, wenn ich das jetzt richtig ausspreche, Ababdar, so habe ich es gelesen. Ein Araber würde mich jetzt wahrscheinlich auslachen, aber ich kann es nicht besser.

Man kann sich aber fragen, wenn sein Umkreis Araber waren – ja, man weiß ja, ich glaube, nur die Hälfte der römischen Truppen waren nationalrömische Truppen, sonst waren das immer Auxiliar-Kohorten, also aus den besetzten Gebieten des römischen Reiches, die als römische Soldaten dienten. Und natürlich gab es eine Reihe von Nabatäern, von arabischen Karawanenhändlern, die römische Soldaten waren.

Und wenn das stimmt, was Anna Katharina von Emmerich sagt – ich sage wenn, gehen Sie damit innerlich um –, ja, dann finde ich das sehr kostbar. Weil das würde ja bedeuten, überlegen Sie mal: Ein Volk, das immer damit lebte, den Christus im Bereich der Lebenskräfte zu erwarten – wenn ein Abkömmling dieses Volkes, ein Nabatäer, der Cassius Longinus war, und der öffnet mit einer Lanze die Seitenwunde, und Johannes sagt, Blut und Wasser quellen heraus –, dann ist dieser Moment des Lanzenstiches durch arabische Karawanenhändler in römischen Diensten ja die Erfüllung der ganzen nabatäisch-arabischen Heilserwartung: die Wüste zu bewässern. Denn genau das haben die Nabatäer im Anschluss in der Wüste Negev gemacht. Sie haben die Wüste bewässert, hatten dort ihre Kirchen und haben dort offenbar das vollzogen, was Rudolf Steiner sagt: Im Westen ist man in die Natur gegangen, hat den auferstandenen Christus in den Elementen erlebt, im Süden erlebte man das im Blut, in den Herzen und Seelen der Menschen.

Da kann man sich vorstellen, es ist ganz eindeutig, wenn das so ist, gehen Sie damit um. Aber man darf ja auch Fragen stellen. Steiner sagt, geisteswissenschaftliche Forschung geht immer nur da weiter, wenn man Fragen stellt. Sie geht nicht weiter, wenn man keine Fragen stellt und sagt, ich weiß es nicht. Sie geht auch nicht weiter, wenn man sagt, Rudolf Steiner hat gesagt. Man muss lesen, was Rudolf Steiner gesagt hat, und dann muss man anfangen, Fragen zu stellen. Dann kann man hoffen, dass man vielleicht weiter, wenn man forscht und fragt, Dinge einem entgegenkommen.

Aber wenn man das mal – ich apostrophiere das als eine Forschungshypothese –, wenn man das ernst nimmt: Cassius Longinus könnte ein Nabatäer gewesen sein, „Blut und Wasser quellen heraus“, dann kann ich mir gut vorstellen, was dieser arabische Beduinenstamm erlebt hat, warum sie geschlossen als Volk dazu bereit waren, das Christentum anzuerkennen, weil sie es innerlich erlebt haben.

Es gab vor dem Islam eine Hochkultur eines arabischen Volkes, das sich mit dem Grals-Christentum verbinden konnte 00:54:03

Und Wolfram von Eschenbach sagt, der erste Mensch, der den Gral in den Sternen lesen konnte, war ein Semit mütterlicherseits, ein Hebräer, väterlicherseits ein Heide, ein Araber. Da wird dann aus den Sagen etwas bestätigt, der erste Mensch … was man auch in dieser Weise ein Stück weit vielleicht vertiefen kann. Und das wollte ich Ihnen einfach deutlich machen.

Das finde ich doch sehr bewegend in unserer Zeit, wo wir so oft aufgeladen sind in religiösen Missverständnissen. Und was das doch eigentlich auch bedeutet: Offenbar – das hat Sigismund von Gleich gesagt –, dass es ein iroschottisches Christentum gibt, das ist relativ gut in Europa im Gedächtnis geblieben, dass es sozusagen vor dem Islam eine sabäische Hochkultur gab, eines arabischen Volkes, das sich dort mit dem Gralschristentum so weit verbinden konnte, dass Rudolf Steiner sagt, der Urquell der Gralströmung stammt aus den besten Gebieten Arabiens.

Vom Christus als Lehrer der Menschenliebe lernen: Was kann ich tun, dass mein Haupt zu einer Gralsburg, die Erde zu einem Stern und mein Kopf zu einem Herz werden kann? 00:55:44

Als allerletztes, bevor ich Sie dann, nach so viel Inhalt, entlasse – Sie dürfen ja weiterfragen und es weiter bewegen – in den Abendvorträgen der Weihnachtstagung hat Rudolf Steiner einmal gesagt, dass wir alle auf unseren Schultern mit unseren Häuptern einen Abguss der Erde tragen. Wussten Sie das? Sie alle tragen die ganze Erde auf ihren Schultern. Da wird er ganz imaginativ und sagt, das, was wir an Blut durch Adern haben, das sind die Flüsse, die Meere, die Konfiguration unseres Gehirns, das sind die Berge. Man kann vielleicht sagen, das Schicksal der Erde ist ein Schicksal unserer Häupter, und das Schicksal unserer Häupter kann auch ein Schicksal der Erde sein.

Und was bedeutet das, wenn es heißt, Blut und Wasser des Christus quellen in die Erde, fließen in die Erde. Die Erde ist zu einem Stern geworden. Dann bedeutet das zugleich auch, unser Haupt ist zu einem Stern geworden durch diese Verbindung durch das Blut Christi, in Herzen und Seelen zwischen Herz und Haupt.

Ich habe in Bonn einen Kollegen gehabt, der am 4. Januar dieses Jahres gestorben ist, war der älteste Priester der Christengemeinschaft, Arnold Sukau, 97 Jahre alt geworden. War ein Mensch, der sein Leben lang anthroposophisch mit dem Kopf gearbeitet hat. Als wir, ich glaube vor 7, 8, 9 Jahren, seinen 90. Geburtstag feierten, sagte ein Gemeindemitglied in der Laudatio: Sie sind das Herz der Gemeinde. Jemand, der immer mit dem Kopf gearbeitet hat. Man hätte ja auch sagen können, Sie sind der Kopf der Gemeinde, das wäre gar keine Beleidigung gewesen. Denken Sie hier, Frankfurter Allgemeine, dahinter steckt immer ein kluger Kopf. Steckt dahinter auch ein kluges Herz, wenn man einen klugen Kopf hat? Gut, Leute sagen Herzdenken, wenn man da fragt, was ist denn das, guckt man in lange Gesichter, weil das kann einem meistens keiner erklären. Aber das Erlebnis der Menschen war: Der Kopf kann zu einem Herz werden, wie die Erde zu einem Stern.

Und überlegen Sie mal, was unsere Häupter, unsere Köpfe alles sein können. Man sagt ja, Karfreitag, Golgatha, Schädelstätte. Wahrscheinlich unsere Alltagsköpfe sind Schädelstätten, Hinrichtungsorte. Immer dann, wenn wir Urteile fällen, wenn wir Begriffe fassen – ist ja auch gut, dass wir das tun, wir sollen die Welt ja auch erkennen. Aber dann sind das Hinrichtungsorte, Schädelstätten.

Steiner spricht sogar von einer Akademie im Iran, aus dem Gebiet, wo heute der Krieg stattfindet, die nennt er Gondishapur. Da sollten einmal die intellektuellen Kopfkräfte so verfrüht in die Menschheit gebracht werden, dass die Menschheit total verkommen wäre. Auch das kann vielleicht unser Kopf werden. Vielleicht. Wenn wir Akademien von Gondischapuren auf unseren Schultern tragen, überlegen Sie mal, alles das, was heute Transhumanismus heißt, oder in der Waffentechnik oder in was da alles dann an Erfindungen sind, das sind Gondischapuren auf unseren Schultern, wenn wir in dieser Weise denken.

Und dann hat Rudolf Steiner noch was gesagt, was unser Haupt sein kann. Er sagt, unser Haupt kann eine Gralsburg sein. Er sagt, wenn wir abends wach bleiben würden, wenn wir einschlafen, dann würden wir wahrnehmen, was im Inneren unseres Hauptes geschieht, und dann würden wir einen geheimnisvollen Gralsprozess wahrnehmen können. Dann würden wir das wahrnehmen können, wie zwischen Herz und Haupt diese ätherischen Ströme in unsere Gralsburg innerlich das erkraften, befruchten und lebendig machen. Und ich glaube, das ist das Erlebnis, was die arabischen Nabatäer gehabt haben, in dem Moment, wo der Cassius Longinus mit der Lanze in die Seite gestoßen hat und Blut und Wasser in die Erde geflossen sind. Da merkte er, die Erde ist ein Stern, und mein Haupt auf meinen Schultern ist eine Gralsburg. Und das ist das Erlebnis, das der Flegetanis hatte, warum er der erste Mensch war, dieser Ursemit, der sagen konnte: Es gibt ein Ding, das Gral genannt.

Genauso war Christian Rosenkreutz, als ein Jünger, damals erst in den Osten fuhr, nach Damaskus zum Heiligen Grab, um dann nach Westen zu kommen in die arabische Welt. Ist dann ein Mani-Parzival, auch erst dort in der arabischen Welt, fährt dann im 14. Jahrhundert möglicherweise in einer islamischen Inkarnation auch wieder in die arabische Welt, um sich mit dem Christian Rosenkreutz zu verbinden und dann eine neue oder weitere Strömung, das Rosenkreuzertum, dort zu begründen, die von dort aus weiter dann die europäische Geistesgeschichte leiten kann. Und vielleicht ist ja das, was wir von ihm als Lehrer der Menschenliebe lernen können, damit wir selber Schüler des Christus werden und auch Jünger: Was kann ich tun, dass mein Haupt zu einer Gralsburg, die Erde zu einem Stern und mein Kopf zu einem Herz werden kann?

Dank und Verabschiedung 01:01:16

Und mit diesen Fragen möchte ich Sie heute Abend entlassen. Ich weiß, ich habe Ihnen viel Inhalt zugemutet. Aber nehmen Sie das mit: Wenn man Fragen stellt, dann kann auch geisteswissenschaftliche Forschung weitergehen. Und mit diesen Fragen darf ich Sie dann entlassen und eine gute weitere Osterzeit - herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

Glossar

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar A

A

Anthroposophie

  • „[…] im Rosenkreutzertum, da ist es jetzt die Aufgabe, diese mittlere Strömung zu bilden, die von nun an – das hat schon im 9. Jahrhundert begonnen –, gewissermaßen eine Mitte bildet zwischen diesen beiden östlichen und westlichen Strömungen, um etwas vorzubereiten, was dann im 20. Jahrhundert Anthroposophie werden soll. ” | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:21:50

Äther

  • „[…] kann man dort in diesen alten Nabatäer-Kirchen dieser frühen arabischen Christen den Vogel Phönix entdecken, Lotosblumen, Pflanzen, Keramik […] Also ein Volk, das eine tiefe Verbindung zum Bereich der Lebenskräfte hatte und offenbar diese Heilserwartung zur Zeitenwende des Christus in diesem Bereich des Ätherischen erwartet haben.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:39:57

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar B

B

Böse

  • „[…] in der alten Königsstadt Fes […] Begegnung Mani und Christian Rosenkreutz […] Mani hat Christian Rosenkreutz […] in etwas eingeweiht: in die wahre Erkenntnis von der Funktion des Bösen.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:10:15
  • „Mani, jene Individualität, die man historisch nachweisen kann, aus dem dritten, vierten nachchristlichen Jahrhundert, von dem Rudolf Steiner sagt, ein großer Eingeweihter, der immer eine große Lebensaufgabe hat, sich mit dem Bösen auseinanderzusetzen.“| Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:02:56

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar C

C

Christentum

  • „Und diese Nabatäer […] aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert, aus dem Anfang der byzantinischen Zeit, die […] einer der Ersten waren […] zum Christentum übergetreten sind, haben sie dort im Negev die Wüste bewässert und dort ihre Kirchen gebaut.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:39:57

Christian Rosenkreutz

  • „[…] in der alten Königsstadt Fes […] Begegnung Mani und Christian Rosenkreutz […] Mani hat Christian Rosenkreutz […] in etwas eingeweiht: in die wahre Erkenntnis von der Funktion des Bösen.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:10:15
  • „Wenn man die Fama Fraternitatis liest […] da wird ja berichtet, dass ein junger Mann aus Deutschland, Christian Rosenkreutz […] in ein Kloster gebracht worden sein soll,[…] da gab es einen Priester, der hat […] den Impuls gehabt, er wollte zum Heiligen Grab, ins Heilige Land fahren. Und der junge Christian Rosenkreutz […] hat ihn gebeten, er möge ihn mitnehmen und ist mit ihm gemeinsam bis nach Zypern gereist.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:05:19
  • „[…] Friedrich Rittelmeyer […]1923 damals, mündlich weitergegeben […] Christian Rosenkreutz […] einer der großen Eingeweihten des Abendlandes, der soll […] vermutlich in dieser Königsstadt Fes, einen anderen großen Eingeweihten Anfang des 15. Jahrhunderts getroffen haben: Mani […]“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:02:56

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar D

D


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar E

E


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar F

F

Fama Fraternitatis

  • „Wenn man die Fama Fraternitatis liest […] da wird ja berichtet, dass ein junger Mann aus Deutschland, Christian Rosenkreutz […] in ein Kloster gebracht worden sein soll,[…] da gab es einen Priester, der hat […] den Impuls gehabt, er wollte zum Heiligen Grab, ins Heilige Land fahren. Und der junge Christian Rosenkreutz […] hat ihn gebeten, er möge ihn mitnehmen und ist mit ihm gemeinsam bis nach Zypern gereist.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:05:19

Flegetanis

  • „[…] das berichtet Wolfram von Eschenbach […] Flegetanis […] Und dieser Ursemit, Hebräer und Araber, da berichtet die mittelalterliche Gralssage, das ist der erste Mensch, der in den Sternen lesen kann: Es gibt ein Ding, das Gral genannt.” | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:33:40

Frage

  • „[…] Steiner sagt, geisteswissenschaftliche Forschung geht immer nur da weiter, wenn man Fragen stellt […] Man muss lesen, was Rudolf Steiner gesagt hat, und dann muss man anfangen, Fragen zu stellen. Dann kann man hoffen, dass man vielleicht weiter, wenn man forscht und fragt, Dinge einem entgegenkommen.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:49:35

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar G

G

Gondishapur

  • „Steiner spricht sogar von einer Akademie im Iran […] die nennt er Gondishapur. Da sollten einmal die intellektuellen Kopfkräfte so verfrüht in die Menschheit gebracht werden, dass die Menschheit total verkommen wäre." | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:55:44

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar H

H

Heiliger Gral

  • „[…] das berichtet Wolfram von Eschenbach […] Flegetanis […] Und dieser Ursemit, Hebräer und Araber, da berichtet die mittelalterliche Gralssage, das ist der erste Mensch, der in den Sternen lesen kann: Es gibt ein Ding, das Gral genannt.” | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:33:40

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar I

I


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar J

J

Jüngling zu Nain

  • „[…] sagte, der Christian Rosenkreutz, einer der großen Meister des Abendlandes, war der Lazarus-Johannes […] Der andere, der Mani, diese Individualität, die sich mit dem Bösen auseinandersetzt und der der historische Parzival im 9. Jahrhundert ist, das sagt Rudolf Steiner, war der Jüngling zu Naïn, den wir aus dem Lukas-Evangelium kennen […] und selber auch von dem Christus auferweckt wurde.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:12:30

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar K

K


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar L

L

Lazarus

  • „[…] sagte, der Christian Rosenkreutz, einer der großen Meister des Abendlandes, war der Lazarus-Johannes […] Der andere, der Mani, diese Individualität, die sich mit dem Bösen auseinandersetzt und der der historische Parzival im 9. Jahrhundert ist, das sagt Rudolf Steiner, war der Jüngling zu Naïn, den wir aus dem Lukas-Evangelium kennen […] und selber auch von dem Christus auferweckt wurde.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:12:30

Lukas-Evangelium

  • „[…] sagte, der Christian Rosenkreutz, einer der großen Meister des Abendlandes, war der Lazarus-Johannes […] Der andere, der Mani, diese Individualität, die sich mit dem Bösen auseinandersetzt und der der historische Parzival im 9. Jahrhundert ist, das sagt Rudolf Steiner, war der Jüngling zu Naïn, den wir aus dem Lukas-Evangelium kennen […] und selber auch von dem Christus auferweckt wurde.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:12:30

Luzifer

  • „Die luziferische Kraft hat immer eine Aufgabe, die soll immer alles verfrühend in die Menschheitsentwicklung bringen. Nichts, was Luzifer will, ist falsch, aber er will es immer zu früh. Er sagt dem Menschen – der Mensch soll ja irgendwann auf die Engelstufe kommen, der Mensch soll ja ins Geistige, aber erst dann, wenn er die Erde und seine Mitbrüder miterlöst hat –, und Luzifer sagt immer: Du kannst es jetzt schon haben.” | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:21:50

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar M

M

Mani

  • „[…] sagte, der Christian Rosenkreutz, einer der großen Meister des Abendlandes, war der Lazarus-Johannes […] Der andere, der Mani, diese Individualität, die sich mit dem Bösen auseinandersetzt und der der historische Parzival im 9. Jahrhundert ist, das sagt Rudolf Steiner, war der Jüngling zu Naïn, den wir aus dem Lukas-Evangelium kennen […] und selber auch von dem Christus auferweckt wurde.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:12:30
  • „[…] in der alten Königsstadt Fes […] Begegnung Mani und Christian Rosenkreutz […] Mani hat Christian Rosenkreutz […] in etwas eingeweiht: in die wahre Erkenntnis von der Funktion des Bösen.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:10:15
  • Mani, jene Individualität, die man historisch nachweisen kann, aus dem dritten, vierten nachchristlichen Jahrhundert, von dem Rudolf Steiner sagt, ein großer Eingeweihter, der immer eine große Lebensaufgabe hat, sich mit dem Bösen auseinanderzusetzen.“| Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:02:56
  • „[…] Friedrich Rittelmeyer […]1923 damals, mündlich weitergegeben […] Christian Rosenkreutz […] einer der großen Eingeweihten des Abendlandes, der soll […] vermutlich in dieser Königsstadt Fes, einen anderen großen Eingeweihten Anfang des 15. Jahrhunderts getroffen haben: Mani […]“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:02:56

Menschenweihehandlung


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar N

N

Nabatäer

  • „Und diese Nabatäer […] aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert, aus dem Anfang der byzantinischen Zeit, die […] einer der Ersten waren […] zum Christentum übergetreten sind, haben sie dort im Negev die Wüste bewässert und dort ihre Kirchen gebaut.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:39:57
  • „[…] kann man dort in diesen alten Nabatäer-Kirchen dieser frühen arabischen Christen den Vogel Phönix entdecken, Lotosblumen, Pflanzen, Keramik […] Also ein Volk, das eine tiefe Verbindung zum Bereich der Lebenskräfte hatte und offenbar diese Heilserwartung zur Zeitenwende des Christus in diesem Bereich des Ätherischen erwartet haben.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:39:57

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar O

O


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z | 0-9 | Gesamtglossar P

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Parzival

  • „[…] sagte, der Christian Rosenkreutz, einer der großen Meister des Abendlandes, war der Lazarus-Johannes […] Der andere, der Mani, diese Individualität, die sich mit dem Bösen auseinandersetzt und der der historische Parzival im 9. Jahrhundert ist, das sagt Rudolf Steiner, war der Jüngling zu Naïn, den wir aus dem Lukas-Evangelium kennen […] und selber auch von dem Christus auferweckt wurde.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:12:30

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Rittelmeyer, Friedrich

  • „[…] Friedrich Rittelmeyer […]1923 damals, mündlich weitergegeben […] Christian Rosenkreutz […] einer der großen Eingeweihten des Abendlandes, der soll […] vermutlich in dieser Königsstadt Fes, einen anderen großen Eingeweihten Anfang des 15. Jahrhunderts getroffen haben: Mani […]“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:02:56

Rosenkreuzer

  • „[…] im Rosenkreutzertum, da ist es jetzt die Aufgabe, diese mittlere Strömung zu bilden, die von nun an – das hat schon im 9. Jahrhundert begonnen –, gewissermaßen eine Mitte bildet zwischen diesen beiden östlichen und westlichen Strömungen, um etwas vorzubereiten, was dann im 20. Jahrhundert Anthroposophie werden soll. ” | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:21:50

Rudolf Steiner

  • „[…] Steiner sagt, geisteswissenschaftliche Forschung geht immer nur da weiter, wenn man Fragen stellt […] Man muss lesen, was Rudolf Steiner gesagt hat, und dann muss man anfangen, Fragen zu stellen. Dann kann man hoffen, dass man vielleicht weiter, wenn man forscht und fragt, Dinge einem entgegenkommen.“ | Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:49:35
  • „Mani, jene Individualität, die man historisch nachweisen kann, aus dem dritten, vierten nachchristlichen Jahrhundert, von dem Rudolf Steiner sagt, ein großer Eingeweihter, der immer eine große Lebensaufgabe hat, sich mit dem Bösen auseinanderzusetzen.“| Rheinheimer, M. Der Gral im Orient, 2026, 00:02:56

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Literatur

  • Udi Levy - ›Die Nabatäer. Versunkene Kultur am Rande des Heiligen Landes‹, 1996, Verlag Urachhaus


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