Peter Guttenhöfer

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Dr. Peter Guttenhöfer am 19. Februar 2026 in der neuen freien Waldorfschule Karben

Peter Guttenhöfer

Dr. Peter Guttenhöfer ist ein deutscher Pädagoge, Philosoph und Mitbegründer der Handlungspädagogik. Er war langjährig als Lehrer an Waldorfschulen tätig und engagiert sich international für die Entwicklung pädagogischer Initiativen, die Bildung mit nachhaltiger Landwirtschaft und Gemeinschaftsprozessen verbinden. Die von ihm mitentwickelte Handlungspädagogik zielt auf eine transformative Bildung ab, die Kinder und Erwachsene in reale Arbeits- und Lebenszusammenhänge einbindet, um eine "bedachte Handlungsfähigkeit" zu fördern.

Biografie

Peter Guttenhöfer promovierte zum Dr. phil. und arbeitete etwa 40 Jahre als Oberstufenlehrer an der Freien Waldorfschule Kassel, wo er Fächer wie Deutsch, Geschichte und Kunstgeschichte unterrichtete. Über 30 Jahre war er in der Aus- und Fortbildung von Waldorflehrern im In- und Ausland involviert. Seit vielen Jahren wirkt er weltweit an der Entwicklung handlungspädagogischer Projekte auf der Grundlage der Waldorfpädagogik mit, insbesondere in Verbindung mit ökologischem Landbau. Er ist Mitbegründer der Arbeitsgruppe (AG) Handlungspädagogik zusammen mit Dr. Manfred Schulze und Dr. Tobias Hartkemeyer. Guttenhöfer hat zahlreiche Veröffentlichungen in Büchern und Zeitschriften verfasst und hält Vorträge, etwa auf internationalen Sommercamps zur Handlungspädagogik.

Handlungspädagogik

Die Handlungspädagogik ist ein pädagogischer Ansatz, der auf Guttenhöfer, Schulze und Hartkemeyer zurückgeht und als Methode für transformative Bildung für nachhaltige Entwicklung (TBNE) konzipiert ist. Sie erweitert die Qualifikationen von Erziehern und Lehrern in künstlerischen, handwerklichen und landwirtschaftlichen Bereichen und zielt auf die Förderung einer "bedachten Handlungsfähigkeit" ab, die durch moralische Imagination und authentische, ortsgebundene Arbeitsprozesse inspiriert wird.

Grundprinzipien

Der Ansatz basiert auf dem afrikanischen Sprichwort „Um Kinder groß zu ziehen, braucht man ein ganzes Dorf“ und schlägt vor, Kindergärten und Schulen als Gemeinschaftslernorte umzugestalten. Bildung erfolgt nicht durch direkte Unterweisung, sondern durch schrittweise Einbeziehung in die Berufe und Tätigkeiten der Erwachsenen, mit einem Fokus auf Imitation in den ersten sieben Lebensjahren. Erwachsene sollen in lebensbejahenden Aktivitäten engagiert sein, die Kinder durch Spiel und Teilhabe nachahmen können.

Schwerpunkte liegen auf Landwirtschaft, Gartenbau, Handwerk und Haushaltstätigkeiten, die grundlegende Bedürfnisse erfüllen und Werte schaffen. Dies adressiert moderne Herausforderungen wie die Zerstörung von Böden und Ökosystemen durch industrialisierte Landwirtschaft und fordert einen respektvollen Umgang mit der Erde. Ein neues Curriculum priorisiert Fächer wie Gartenbau und Handwerk, während traditionelle Inhalte wie Mathematik oder Literatur zurückgestellt werden könnten.

Förderung von Kompetenzen

  • Die Handlungspädagogik fördert Kompetenzen wie:
  • Körper- und Bewegungskompetenz: Durch vielfältige Bewegungen in Garten und Handwerk.
  • Sinnes- und Wahrnehmungskompetenz: Durch naturnahe Reize.
  • Sprachkompetenz: Durch Geschichten, Lieder und bildhafte Sprache.
  • Kreativität: Durch Spiel mit natürlichen Materialien.
  • Soziale Kompetenz: In strukturierten Alltagsroutinen.
  • Salutogenese: Für ganzheitliche Gesundheit.

Ausbildung und Initiativen

Die Ausbildung zur "LernbegleiterIn Handlungspädagogik & TBNE" ist ein zweijähriges postgraduales duales Programm mit praktischen Einsätzen an Schulen wie der Freien Hofschule Pente, in Wismar oder Leipzig. Es integriert Waldorfpädagogik und zielt auf Anerkennung durch den Bund der Freien Waldorfschulen ab. Initiativen umfassen Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft und Lernorte wie die Waldorfschule Karben oder Hof Pente.

Werke (Auswahl)

  • ''Das pflügende Klassenzimmer: Handlungspädagogik und Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft'' (Mitautor, DBU Band 5, 2015).
  • Beiträge in Zeitschriften wie ''Lebendige Erde'' und ''Erziehungskunst''.
  • Podcast-Beiträge und Vorträge, z. B. ''Unsere Lebensfelder sind unsere Schule'' (2016).

Medienbeiträge

Lernziel: Handeln können - ein Vortrag von Peter Guttenhöfer

Am 19. Februar 2026 hielt Dr. Guttenhöfer in der neuen freien Waldorfschule Karben einen spannenden und dynamischen Vortrag im Felde der Handlungspädagogik. Es ging um Grundlagen, wie Kinder ins Handeln kommen können.

Dr. Peter Guttenhöfer am 19. Februar 2026 in Karben zum Thema "Lernziel: Handeln können" Hier klicken um zur Transkription und zum Video zu gelangen

„Und nun hat man ja die Frage, was Schule eigentlich heißt. Das ist ein griechisches Wort: Scholé. Weiß jemand, was das bedeutet? Ja, das ist interessant. Die ganze Welt benutzt dieses Wort in allen Sprachen. Und fast niemand weiß, was es bedeutet. Außer mir. Also ich weiß es. Ich habe einfach im griechischen Lexikon nachgeguckt. Altgriechisch. Scholé. Was glauben die wohl, was da steht? Vielleicht sowas wie ein Chor?“


Literatur

  • AG Handlungspädagogik: ''Handlungspädagogik''. (Website der AG).
  • Guttenhöfer, Peter: Beiträge in ''Erziehungskunst'' und anderen Publikationen.

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