Das Rosenkreuzertum – ein Vortrag von Andreas Neider, 2026

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Bild: Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart. Das Rosenkreuzertum - ein Vortrag vom 17. November 2025 von Andreas Neider in der Anthroposophischen Gesellschaft Stuttgart. Hier klicken um zum Video zu gelangen

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Transkript vom Vortrag vom 17. November 2025

von Elke J., Oktober 2026

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Prüfe die Stelle „hier in Via Langmann", wo im Rohtext offenbar ein Buch- oder Ortsname verstümmelt ist.

Begrüßung 00:00:16

Ja, herzlichen Dank, lieber Sebastian, und herzlich willkommen, guten Abend, sehr verehrte liebe Freunde!

Rückblick auf Frank Teichmann und seinen letzten Vortrag über das Rosenkreuzertum 00:00:26

Ja, unser Thema, das Rosenkreuzertum und seine Beziehung zur anthroposophischen Bewegung, beschäftigt mich schon sehr lange. Genauer gesprochen eigentlich seit 2006 oder 2007. Nämlich in dem Moment, wo Frank Teichmann, der lange hier ja für uns tätig war, über die Schwelle gegangen ist und kurz vor seinem Tod eben hier in diesem Saal noch einen Vortrag, einen letzten Vortrag hielt, in dem er wie testamentarisch eben auf dieses Rosenkreuzertum auch noch einmal zu sprechen kam. Ich werde das im Laufe dieses Abends auch noch einmal weiter vertiefen. Aber ihm verdanke ich letztlich eigentlich meine Beschäftigung mit diesem Thema.

Ich habe dann 2007 eben nach seinem Tod zunächst sein eigenes hinterlassenes Werk noch veröffentlicht: „Goethe und die Rosenkreuzer” - das waren sechs Vorträge, die er hier gehalten hatte, bei einem Wochenende, die wir aufgenommen hatten, die aber noch nicht verschriftlicht waren zu dem Zeitpunkt seines Todes. Die haben dann Brigitte Teichmann und ich anschließend herausgebracht. Und gleichzeitig habe ich im Rudolf-Steiner-Verlag eben ein Buch über Anthroposophie und Rosenkreuzertum, das Sie auch draußen am Büchertisch finden, herausgegeben, in dem sehr zentrale Aussagen Rudolf Steiners zu diesem Thema veröffentlicht sind, auf die ich heute im Laufe des Abends eben auch zu sprechen kommen werde.

Teichmann, Frank Goethe Rosenkreuzer

„[…] sein eigenes hinterlassenes Werk noch veröffentlicht: „Goethe und die Rosenkreuzer” [Frank Teichmann] - das waren sechs Vorträge, die er hier gehalten hatte […]“ | Neider, A. Das Rosenkreuzertum, 2026, 00:00:26

Welche Beziehung haben Rudolf Steiner und die Anthroposophie eigentlich zu Stuttgart? 00:02:05

Eine Fragestellung, die mich dann weiterhin immer wieder begleitet hat und die auch zu einer weiteren Publikation geführt hat in dem Jubiläumsjahr 2011, also zu dem 150. Geburtstag Rudolf Steiners. Da trat an mich die Frage heran, ja welche Beziehung hat Rudolf Steiner und die Anthroposophie eigentlich zu Stuttgart? Und warum haben wir es hier an diesem Ort oder, wenn man so will, auch in diesem Land Baden-Württemberg, warum haben wir da mit so einer sehr starken Anhäufung anthroposophischer Initiativen es zu tun? Was hat das mit Stuttgart zu tun? Und ich habe damals in diesem Buch „Rudolf Steiner in Stuttgart” versucht, da eine Antwort zu geben, bin aber auf die Zusammenhänge, die ich jetzt heute erwähnen werde und darstellen werde, damals noch nicht eingegangen, weil mir das auch in dem Rahmen noch nicht wirklich alles deutlich vor Augen stand.

Das Charakteristische für die Anthroposophie ist nicht ein theoretisches Lehrgebäude, sondern ihr Hineinwirken ins Praktische 00:03:05

Aber wenn Sie das ausdehnen, diese Fragestellung - wie ist das geografisch und historisch? An welchen Orten hat sich die anthroposophische Bewegung besonders stark sozusagen etablieren können oder ist sie fruchtbar geworden? Und da kommt man natürlich zunächst auf diesen württembergischen Raum rund um Stuttgart. Auch andere Territorien in Deutschland wird man da finden.

Und dann, wenn man ins Ausland geht, wird man zunächst in die Niederlande geführt, nach Holland, wo die Anthroposophie sich schon sehr, sehr früh etablieren konnte und eben bis heute auch wirklich sehr stark wirksam geworden ist in allen ihren Gebieten. Denn das ist eben das Charakteristische für die Anthroposophie, dass es eben nicht, wie andere Religionen oder Weltanschauungen, nur ein theoretisches oder, wenn man so will, Lehrgebäude ist, sondern dass die Anthroposophie überall, wo sie eben wirksam geworden ist, immer ins Praktische hinein gewirkt hat. Und das unterscheidet sie sowohl von anderen religiösen Bewegungen, wie etwa eben dem katholischen oder protestantischen Christentum oder dem Buddhismus oder dem Islam oder auch was auch immer an religiösen Bewegungen es sein mögen.

Keine dieser ganzen Bewegungen hat eine eigenständige Medizin, eine eigenständige Pädagogik, eine eigenständige Landwirtschaft oder Heilpädagogik oder sozialwissenschaftliche Lehre entwickelt. Das zeichnet die Anthroposophie aus und das unterscheidet sie auch von allen esoterischen Bewegungen, in welcher Richtung auch immer, die sich entwickelt haben mögen. Aber keine von diesen heutigen sogenannten esoterischen Lehren verfügt über eben praktische Auswirkungen in allen diesen genannten Gebieten.

Die besondere Verbreitung der Anthroposophie in den Niederlanden, im südwestdeutschen und englischen Raum, sowie in Skandinavien 00:05:16

Und das zeichnet eben die Anthroposophie aus und in dieser Weise hat sie sich eben neben eben diesem südwestdeutschen Raum vor allem in den Niederlanden ausgebreitet, dann auch deutlich im englischsprachigen, im englischen Raum und in Skandinavien. Und zunächst, wenn man jetzt äußerlich hinschaut, wird man da zunächst eine Übereinstimmung finden mit dem Protestantismus und besonders dem Calvinismus oder anderen strengeren, pietistisch ausgerichteten protestantischen Strömungen. Das ist auch für hier, für den württembergischen Raum ist das eindeutig, während man umgekehrt in katholischen Ländern, auch in Deutschland selber, in Bayern zum Beispiel, aber insbesondere in Frankreich, eben überhaupt gar nicht diese anthroposophische Bewegung in dieser Weise sich ausbreiten sieht, weder historisch noch gegenwärtig. Eher sogar, könnte man sagen, rückläufig, wenn man auf Frankreich hinblickt, dann wird die Anthroposophie dort nach wie vor oder manchmal auch verstärkt bekämpft.

Das historische Auftreten des Rosenkreuzertums im Stuttgarter Raum im Kreis um Johann Valentin Andreae 00:06:32

| Neider, A. Das Rosenkreuzertum, 2026, 00:00:00   […]   …

Und dieses Phänomen, was ich jetzt historisch-geografisch hier beschreibe, das hat einen ganz konkreten Hintergrund, auf den ich jetzt eben zu sprechen kommen möchte. Weil man nämlich feststellt, wenn man sich mit diesen geografischen und historischen Zeiträumen beschäftigt, um die es hier geht, dass an all diesen genannten Orten, also insbesondere eben in dem württembergischen Raum, aber eben auch in den Niederlanden, in England vor allem, dass sich dort eben historisch gesehen das Rosenkreuzertum tatsächlich ausgebreitet hat.

Dass es ursprünglich ja hier aus diesem Stuttgarter Raum von hier aus ausgegangen ist, genauer gesprochen eigentlich von Tübingen, von diesem dortigen Kreis um Johann Valentin Andreae, der damals aber noch sehr jung war und dessen drei Schriften in den Jahren 1614/15 und 16 ein europaweites Aufsehen erregt haben. Also diese drei Schriften, die „Fama Fraternitatis”, die „Confessio” und die sogenannte „Chymische Hochzeit des Christian Rosenkreuz.”

Und nun, wenn man jetzt historisch sich fragt, ja was spielte sich denn ab in dieser Zeit, zum Beginn des 17. Jahrhunderts? Wie konnte eine solche Bewegung, diese rosenkreuzerische Bewegung, die aber weitestgehend unsichtbar blieb … man nannte die Rosenkreuzer eigentlich dann auch „die Unsichtbaren”, weil sie äußerlich im Grunde genommen gar nicht in Erscheinung traten, sondern nur durch diese Schriften, die wiederum dort gedruckt werden durften. Damals gab es ja ein Imprimatur, das von den jeweiligen Landesfürsten erteilt wurde und das waren durchgehend nur protestantische Landesfürsten, wie etwa der Moritz von Hessen-Kassel, wo eben die erste Auflage dieser „Fama Fraternitatis” erschienen war … also in Kassel, und das waren eben wiederum protestantische Landesfürsten. Ähnliches war dann in Straßburg oder auch hier in Württemberg eben auch der Fall.

In den frühen Schriften der Rosenkreuzer ist die Anthroposophie in einer sehr rudimentären Form bereits enthalten. Ihre eigentliche praktische Wirksamkeit blieb im Unsichtbaren 00:08:52

Und wenn man das historisch sich genauer anschaut, dann bemerkt man, dass diese Fürsten nicht nur protestantisch gesinnt waren, sondern dass sie, wenn man so will, esoterisch gesinnt waren. Und das hing damit zusammen, dass eben dieses Rosenkreuzertum, wenn man sich diese Schriften genauer anguckt, eigentlich etwas proklamierte, was wir tatsächlich 300 Jahre später wiederfinden in der Gestalt der Anthroposophie. Also das, was die Anthroposophie eben auszeichnet, dass sie in allen Lebensgebieten wirksam geworden ist, dass sie ihre Ideen, die im Wesentlichen den Zusammenhang des Makrokosmischen mit dem mikrokosmischen Menschen umfassen, die den Menschen also anbinden an einen kosmologischen Ursprung und ihn in Zusammenhang sehen mit den Phänomenen der Natur, die den Menschen also nicht abtrennen, sondern in Verbindung bringen mit der Natur, mit den Naturreichen und aus diesem Menschenverständnis heraus eben eine neue Medizin, eine neue Pädagogik und eine neue Wissenschaft entwickelt haben.

Und dieses Programm, was, wenn man so will, die heutige oder die Anthroposophie des 20. Jahrhunderts vor allem kennzeichnet, das ist in einer, wenn man so will, sehr frühen und noch sehr rudimentären Form in diesen Schriften der Rosenkreuzer eigentlich enthalten. Und das erweckte zu dieser Zeit eben das Interesse verschiedener Landesfürsten, aber auch anderer wissenschaftlich gesinnter Menschen, dass sie jetzt wissen wollten, wer sind diese Leute, die sowas proklamieren und was haben die eigentlich vor?

Also es erweckte ein großes Aufsehen, ein großes Interesse, ohne dass aber diejenigen, die das publiziert hatten, jetzt weiter in die Öffentlichkeit traten und sich dafür einsetzten. Sie blieben vielmehr, wie gesagt, im Verborgenen. Sie hatten sich auch als Programm sozusagen vorgenommen, dass sie äußerlich nicht durch irgendwelche Zeichen oder Uniformen oder anderes in Erscheinung treten würden, sondern dass sie im Wesentlichen anonym wirksam werden und vor allem im Bereich der Heilkunst tätig sein wollten. Also als Ärzte, aber ohne sich irgendwie zu outen und sich sozusagen als rosenkreuzerische Ärzte oder irgendwie mit dieser Bewegung in Verbindung zu erklären. Ihre eigentliche praktische Wirksamkeit blieb im Unsichtbaren, blieb anonym. Und auch Valentin Andreae hat sich relativ bald eigentlich von dieser Bewegung äußerlich gesehen abgewendet. Was allerdings den hauptsächlichen Grund hatte darin, dass sofort mit der Veröffentlichung dieser Schriften eine intensive Bekämpfung und Verfolgung seitens der katholischen Kirche und vor allem des Jesuitismus gegen diese Bewegung sich äußerte.

Viele Parallelen einer kabbalistischen Lehrtafel mit den rosenkreuzerischen Ideen 00:12:24

| Neider, A. Das Rosenkreuzertum, 2026, 00:00:00   […]   …

Konkreter gesprochen haben wir es in Stuttgart zu tun mit einem Fürsten, Friedrich I., der um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert hier in dem Stuttgarter Schloss, in dem alten Schloss, was heute auch noch steht, eben mit seiner Familie lebte, dessen Sohn Johann Friedrich, der ab 1608 in diesem Schloss regierte und der eine Tochter hatte, nämlich Antonia von Württemberg. Die wiederum dadurch bekannt geworden ist, dass sie eine sogenannte kabbalistische Lehrtafel hat gestalten lassen von einem Hofkünstler, einem Künstler, der am Hof des württembergischen Fürsten tätig war und diese sogenannte kabbalistische Lehrtafel dann in Bad Teinach, hier im Schwarzwald, aufstellen ließ, wo sie auch heute noch zu sehen ist.

weiter 00:13:26

Wenn man sich damit beschäftigt, mit dieser Kabbala, der sogenannten christlichen Kabbala, einer Art Geheimlehre, eigentlich ursprünglich jüdischer Geheimlehre, dann wird man sehr sehr viele Parallelen entdecken in dieser Lehrtafel und in dieser Kabbala mit den rosenkreuzerischen Ideen, die dadurch dann in der Folge dieser Schriften auch durch die sogenannten Lehrtafeln der Rosenkreuzer bekannt geworden sind. Da sind sehr viele Parallelen. Und die Kabbala ist, wenn man so will, auch nichts anderes als eben der Ausdruck eines Hermetismus, wo eben auch der Zusammenhang des Kosmischen mit dem irdischen Menschen beschrieben wird. Sie ist ja so aufgebaut, diese Zehn Sephiroth, aus denen diese Kabbala besteht, dass das eigentlich wie ein umgekehrter Mensch ist, also ein Mensch, der auf dem Kopf steht, der also nach oben in den Kosmos mit seinen Gliedmaßen hineinwächst. Und interessanterweise sind auf dieser Kabbala eben viele Persönlichkeiten abgebildet, die einerseits biblische, meist alttestamentarische Gestalten darstellen, gleichzeitig aber auch Zeitgenossen.

Und so findet man also auch den Lehrer Antonias von Württemberg, nämlich Johann Valentin Andreae, auf dieser Lehrtafel abgebildet. Wodurch eben deutlich wird, dass er eben in dem Umfeld dieses württembergischen Fürstenhofes tätig war und eben diese rosenkreuzerischen Ideen dort auch direkt weiter vermittelt hat.

Rosenkreuzerische Bestrebungen am alchemistischen Hof von Friedrich V. in Heidelberg und die „Bibliotheca Palatina“ 00:

Ein weiterer Schwerpunkt oder das weitere Zentrum des rosenkreuzerischen und auch alchemistischen Wirkens war das Heidelberger Schloss von Friedrich V. von der Pfalz. Dieser Fürst, der in Heidelberg dieses Schloss errichtet hatte und dazu eben alchemistische sogenannte Wunderkammern und auch einen Garten, der damals auch bekannt war wegen seiner vielen Heilkräuter und auch eine große Bibliothek, die Bibliotheca Palatina, die in diesem Schloss sich befand. All das gab sozusagen den Ruf eines alchemistischen Hofes oder einer alchemistischen Herrschaft, die dort sozusagen in der Pfalz sich angesiedelt hatte und die dadurch dann politisch an Bedeutung gewann, dass Friedrich V. von der Pfalz durch Christian von Anhalt, einen weiteren Fürsten aus diesem Umkreis, der mit diesen Rosenkreuzer-Schriften in Verbindung sich stehen sah, dass er also durch diesen Christian von Anhalt und andere deutsche Fürsten zum König von Böhmen ernannt worden war und dann eben nach Prag übersiedelt war, 1619. Was allerdings in der Folge dazu führte, dass er zu einem Winterkönig wurde.

Das heißt, er war nur einen Winter lang, nämlich 1619 bis 1620 war er dort in Prag böhmischer König und wurde dann vertrieben von dort durch eben die katholischen Truppen, denn es hatte 1618 ja bereits, wie bekannt, der Dreißigjährige Krieg begonnen, der eben eine Art gegenreformatorische Offensive war gegen diese sich ausbreitenden, aus dem Protestantismus eigentlich herrührenden, rosenkreuzerischen Bestrebungen, die durch Friedrich von der Pfalz jetzt politisch an Bedeutung zu gewinnen schienen. Und das wurde dann eben hintertrieben. Die ganze rosenkreuzerische Bewegung musste flüchten.

Kabbala

„[…] dieser Kabbala, der sogenannten christlichen Kabbala, einer Art Geheimlehre, eigentlich ursprünglich jüdischer Geheimlehre“

Sephiroth Kabbala

„Sie ist ja so aufgebaut, diese 10 Sephiroth, aus denen diese Kabbala besteht, dass das eigentlich wie ein umgekehrter Mensch ist, also ein Mensch, der auf dem Kopf steht, der also nach oben in den Kosmos mit seinen Gliedmaßen hineinwächst“

| Neider, A. Das Rosenkreuzertum, 2026, 00:00:00   […]   …

Flucht in die Niederlande, Gegnerschaft in Frankreich 00:17:31

Viele ihrer Anhänger sind dann eben in die Niederlande geflüchtet, wo sie dann aufgrund des protestantischen und calvinistischen Hintergrundes der Niederlande, die sich ja gegen Spanien gewehrt und diese katholische Herrschaft abgeschüttelt hatten - also in diesen freien Niederlanden - dort fanden die Flüchtenden vor eben der Gegenreformation und den Kriegern, im Dreißigjährigen Krieg Flüchtenden, fanden dort Aufnahme und konnten dort unterkommen. Dieses rosenkreuzerische Erbe zeigt sich bis heute noch in Amsterdam zum Beispiel dadurch, dass die größte Bibliothek mit alchemistisch-hermetischen und rosenkreuzerischen Schriften aus dieser Zeit und später sich eben dort in Amsterdam befindet, die „Bibliotheca Hermetica“ von Herrn Joost Ritman.

Und gleichzeitig seit dem 20. Jahrhundert das sogenannte Lectorium Rosicrucianum seinen Ausgang genommen hat. Also eine Bewegung, die sich auf diese Rosenkreuzer bezieht und die auch heute noch tätig ist, auch hier in Stuttgart tätig ist - Lectorium Rosicrucianum aus Holland. Also sieht man, dass dort eben, wenn man so will, eine Art Refugium gewesen ist für die Vertriebenen, die sich also flüchten mussten aus Deutschland und das gleichzeitig aber in Frankreich eine Art Gegenbewegung, eine Art Verfolgung der Rosenkreuzer einsetzte, interessanterweise im Umkreis von René Descartes, der sozusagen der Gegenspieler wurde, obwohl er ursprünglich noch als junger Mann eben 1619 nach Deutschland gekommen war, um diese Rosenkreuzer zu suchen.

Also er interessierte sich für die, wie auch viele andere übrigens, Isaac Newton zum Beispiel gehörte auch zu denen, die sich mit diesen englischen Rosenkreuzer-Schriften beschäftigten, von Robert Fludd und John Dee. Das waren zwei englische Rosenkreuzer, die im Umfeld des englischen Königs Jakob I. und seiner Mutter Elisabeth I., also in dieser sogenannten elisabethanischen englischen Gesellschaft, die immer wieder mit dem Rosenkreuzertum in Verbindung gesehen wurde, bis hin auch zu William Shakespeare. Also an dem englischen Hof war das durchaus auch verbreitet und es war auch charakteristisch, dass die Tochter Jakobs I., ebenfalls Elisabeth genannt, dass die mit eben jenem Friedrich von der Pfalz verheiratet wurde und diese Hochzeit auf diesem Heidelberger Schloss ein sehr sehr großes Aufsehen erregte. Das hat damals sozusagen die Regenbogenpresse gefüllt, was alles mit dieser Hochzeit verbunden war.

Und interessanterweise findet man vieles, was mit dieser Hochzeit in Verbindung stand, bis hin auch zu diesem Heidelberger Schloss. Dann wieder in der Chymischen Hochzeit, die Johann Valentin Andreae verfasst hatte und die 1616 veröffentlicht wurde. Es gab von dieser Chymischen Hochzeit schon eine sehr frühe Jugendschrift, die Johann Valentin Andreae dann später eben umarbeitete, zu dem Buch eben die Chymische Hochzeit des Christian Rosenkreuz. Ich komme darauf auch später nochmal zurück. Auf jeden Fall taucht da dieser Hintergrund dieser königlichen Hochzeit von eben Friedrich V. von der Pfalz mit dieser Elisabeth von England. Das machte also einen großen Eindruck und das ist sozusagen der äußere Hintergrund, sozusagen die Kulisse für das, was in der Chymischen Hochzeit da beschrieben wird.

Ja, soviel vielleicht zunächst einmal zu diesem historischen Auftreten des Rosenkreuzertums. Wenn jemand sich damit genauer noch beschäftigen will, historisch gesehen, weil das noch viel weitere Kreise gezogen hat, kann ich nur wärmstens empfehlen Frances A. Yates' Aufklärung im Zeichen des Rosenkreuzes. So heißt dieses Buch, was leider schon lange vergriffen ist, nur noch in Bibliotheken zu finden. Aber da findet man im Grunde genommen alle historischen Zusammenhänge sehr, sehr gut beschrieben.

Rosenkreuzer Lectorium Rosicrucianum

seit dem 20. Jahrhundert das sogenannte Lectorium Rosicrucianum seinen Ausgang genommen hat. Also eine Bewegung, die sich auf diese Rosenkreuzer bezieht und die auch heute noch tätig ist, auch hier in Stuttgart tätig ist - Lectorium Rosicrucianum aus Holland.

Die Herkunft der christlichen Kabbala, und Descartes als Gegenspieler 00:22:30

Ein weiterer Zusammenhang, auf den ich im Zusammenhang noch mit der Kabbala zu sprechen kommen will. Woher stammten diese kabbalistischen Lehren, die also die Tochter des württembergischen Fürsten Johann Friedrich Antonia, wie kam sie und wie kamen andere in die Kenntnis dieser Kabbala, die ja zunächst hebräisch natürlich verfasst war? Da spielte schon vorher im 16. Jahrhundert eine große Rolle Johannes Reuchlin, auch ein reformatorisch-protestantisch gesinnter Gelehrter hier aus dem württembergischen Raum, der eine Grammatik der hebräischen Sprache veröffentlicht hatte und sozusagen dafür sorgte, dass Hebräisch wieder gelehrt werden und dann eben auch verstanden werden konnte. Also er sorgte für diese Kenntnisse und auch andere, die sich nach Italien begeben hatten, hatten also von diesen kabbalistischen Schriften Kenntnis genommen.

Die waren nach Italien dadurch gelangt, dass die jüdischen Gelehrten in Spanien vertrieben worden waren und dann nach Italien geflüchtet waren. Und dort fanden sie Aufnahme, nämlich in dem Umkreis der Platonischen Akademie in Florenz und bei den Renaissance-Humanisten Italiens, die sich sehr für diese Kabbala interessierten und darin sozusagen etwas erblickten, mit dem sie sich eben intensiv beschäftigten. Und das führte sozusagen zu dieser Umformung der kabbalistischen Lehren zu der sogenannten christlichen Kabbala. Das geschah also in dem Umfeld dieses italienischen Renaissance-Humanismus und gelangte von dort dann eben auch nach Deutschland, eben auch nach Württemberg, hier an den Stuttgarter Fürstenhof.

Von daher ist es auch nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Anthroposophie in Italien doch deutlich stärker Fuß gefasst hat als beispielsweise in Frankreich, wo sie eben in der Folge der cartesianischen Philosophie dann stark verfolgt wurde. Descartes, nachdem er aus Deutschland zurückkam, weil er sich nämlich dann doch beteiligt hatte an diesem Feldzug gegen diesen Friedrich von der Pfalz da in Prag, der da gestürzt wurde, also dieser Winterkönig. Bei diesem Feldzug war Descartes dabei und hatte eben mit diesen jesuitischen Truppen sich nach Prag begeben. Er hatte selber eine jesuitische Ausbildung durchlaufen, war dann aber längere Zeit sozusagen auf der Suche und fragte sich, was ist das mit diesem Rosenkreuzertum, wie auch andere, wie gesagt, hat sich dann aber gegen diesen Rosenkreuzerimpuls gewendet, wurde dann bei seiner Rückkehr in Paris sogar verdächtigt, einer dieser Unsichtbaren zu sein, was er widerlegen konnte, dadurch, dass er sich zeigt und sagt, ja schaut her, ich bin nicht unsichtbar. Gleichzeitig setzte aber so eine Art Hexenjagd sozusagen auf das Rosenkreuzertum ein.

Es gab also Verfolgungen und Hexen- oder Ketzerprozesse, wodurch gerade in Frankreich eben die stärkste Gegnerschaft dann sich entwickelte und wenn man so will auch die Philosophie, die René Descartes dann entwickelt hat, eigentlich diesen Grundsätzen, wenn man so will, der rosenkreuzerischen Lehre, nämlich des Zusammenhangs des Menschen mit dem Kosmos, mit der Natur, dass Descartes eben genau das Gegenteil proklamiert, nämlich eine Trennung, eine Spaltung zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Intellekt und äußerer Natur.

In England waren es wie gesagt auch Wissenschaftler wie Isaac Newton, die sich für das Rosenkreuzertum und deren Ideen auch im Zusammenhang mit der Alchemie interessierten und das hing einfach damit zusammen, dass die Naturwissenschaften ja noch ganz am Anfang waren, zum Beginn dieses 17. Jahrhunderts, noch keine, wenn man so will, materialistische Naturwissenschaft sich wirklich ausgebildet hatte. Das begann eigentlich erst durch einen weiteren Gegner dieser Rosenkreuzer, nämlich Francis Bacon, der in dieser Zeit seine grundlegenden Schriften eben auch veröffentlichte. Aber für viele war das eben noch nicht ausgemacht, in welche Richtung würde sich die Naturwissenschaft denn entwickeln. Und da waren diese Ideen, die ja sehr skizzenhaft waren, die in diesen Schriften, die da 1614 bis 16 erschienen waren, zum Ausdruck kamen und auch weiteren Schriften dieser englischen Rosenkreuzer, das irgendwie erschien als eine ganz andere Perspektive, die zu dieser Zeit eben noch nicht festgelegt war, sich dann aber auch in England durch die Royal Society immer mehr doch verfestigte, wodurch dann eben andere Anschauungen sofort in Verdacht kamen, eben nicht christlich oder ketzerisch oder was auch immer zu sein, sodass das dann sehr, sehr bald von der Bildfläche verschwand.

Christian Rosenkreuz als historische Persönlichkeit 00:28:07

Und erst in jüngster Zeit, eigentlich jetzt auch wiederum von Holland ausgehend, fangen die universitären Wissenschaften an, sich jetzt mit diesen esoterischen Bewegungen doch intensiver zu beschäftigen. Die sogenannte Esoterikforschung, die eben auch von Amsterdam ausgegangen ist und die heute auch in Deutschland über einige Lehrstühle verfügt, in diesem Kontext beschäftigt man sich eben auch wieder mit diesen rosenkreuzerischen Lehren, auch mit der Gestalt des Christian Rosenkreuz selber.

Wodurch wir jetzt sozusagen auf das Zentrum der ganzen Thematik zu sprechen kommen, nämlich auf den Begründer dieser rosenkreuzerischen Bewegung, der ja in dieser Fama Fraternitatis auch biografisch genauer umschrieben wird, als eben der sogenannte Bruder Christian Rosenkreuz. Interessanterweise haben wir da jetzt seit dieser Woche endlich das Buch von Ronald Templeton, mit dem wir ja hier im Februar auch ein Tagesseminar veranstaltet haben, die Lebensreise des Christian Rosenkreuz vorliegen, auch draußen am Büchertisch erhältlich, weil interessanterweise in allen Zusammenhängen, wo auch heute noch über Christian Rosenkreuz gesprochen wird, also auch bei dem Lectorium Rosicrucianum, aber insbesondere in der sogenannten Esoterikforschung, eigentlich nirgends davon ausgegangen wird, dass Christian Rosenkreuz tatsächlich gelebt hat, dass das also eine historische Persönlichkeit gewesen ist, so wie es in der Fama Fraternitatis dargestellt und eben auch von Rudolf Steiner dann ganz deutlich beschrieben worden ist.

Überall, in allen anderen Zusammenhängen, die man auch heute noch hat, wird diese Gestalt als eine mythologische oder symbolische beschrieben. Also nicht historische Persönlichkeit, sondern insbesondere auch die Chymische Hochzeit, auch sein gesamter Lebensgang. Alles, was über ihn erzählt wird, wird als etwas Symbolisches erlebt, als etwas, was sozusagen wie ein Urbild sein könne für eine esoterische Entwicklung, aber nicht eine historische Biografie beschreiben würde.

Und nun hat Ronald Templeton interessanterweise auf dem Hintergrund eben immer wieder dieser immer wieder auftauchenden, wenn man so will, in Fragestellung der Historizität des Christian Rosenkreuz versucht, die Biografie, so wie sie in der Fama und auch von Rudolf Steiner beschrieben wird, diese Biografie zu rekonstruieren und eben als historisch nachzuweisen. Und das ist ihm dadurch gelungen, dass er den ja in der Fama und auch durch Rudolf Steiner sehr ausführlichen Bildungsgang, also die Bildungsbiografie des Christian Rosenkreuz, dass er die genauer untersucht hat. Und die Orte, an denen Christian Rosenkreuz gewesen sein soll, laut Fama und auch laut Rudolf Steiner, dass er diese Orte jetzt genauer untersucht hat im Hinblick auf die Lehrstätten bzw. Universitäten, die es dort gegeben haben soll, an denen sozusagen Christian Rosenkreuz seine Ausbildung erhalten hat.

Und nun zeigt sich, dass es dazu wirklich ausreichend historisches Material und Dokumente gibt, die genauestens nachweisen, in welcher Form welcher Unterricht dort stattgefunden hat an diesen verschiedenen Städten, die ich jetzt nicht im Detail beschreiben kann, das kann man alles nachlesen in dem neuen Buch vom Templeton. Dabei zeigt sich aber, dass tatsächlich an allen Orten, die da in der Fama erwähnt werden, dass es da tatsächlich Unterricht und Lehrstätten gegeben hat, meistens mit islamischem Hintergrund, aber eben esoterischem Islam. Wenn man so will, das Wissen des Orients, die Geheimnisse, die Mysterien des Orients, die an diesen Hochschulen, an denen eben auch Christian Rosenkreuz gelebt hat und Unterricht bezogen hat, dass es dort tatsächlich solche Schulen gab, bis dahin, dass man auch Details über die Art von Unterricht und die Inhalte, die da unterrichtet wurden, auch finden kann.

Sodass also diese Bildungsbiografie bis in Details hinein tatsächlich historisch rekonstruierbar ist, wodurch eben deutlich wird, dass die Autoren dieser Schriften eben nicht eine symbolische Erfindung einer Bildungsbiografie dahingestellt haben, sondern dass sie tatsächlich einen Bildungsgang und diese Reisen beschrieben haben, die mindestens zu der Zeit, in der sie eben stattgefunden haben sollen, nämlich im 14. Jahrhundert, dass die tatsächlich so im Detail stattgefunden haben können und dass eigentlich kein Grund besteht, anzunehmen, dass das nun alles erfunden sei, wenn die ganzen historischen zugrunde liegenden Fakten eben alle nachweislich so gewesen sind, wie sie dort in dieser Bildungsbiografie der Fama beschrieben worden sind. Also das ist eine ausgezeichnete Leistung von Ronald Templeton, dass er diesen historischen Hintergrund jetzt mal wirklich festmachen konnte.

Goethe und die Spuren des Rosenkreuzertums 00:34:09

Und das kann man jetzt, wenn man das jetzt geschichtlich weiter verfolgt, weil das Rosenkreuzertum äußerlich dann eben mit Beginn des 30-jährigen Krieges verschwindet von der Bildfläche. Das taucht wirklich nur sehr kurz auf, eben zwischen 1614 und 1619, bis dann dieser Winterkönig gestürzt wird und die Anhänger nach Holland flüchten müssen, sich verbergen müssen. Valentin Andreae sich dann auch praktisch äußerlich abwendet und auch meint mit diesen Jugendschriften eigentlich nichts zu tun gehabt zu haben. Also in der Folge des 30-jährigen Krieges und dieser Verfolgung des Rosenkreuzertums distanziert er sich dann später davon.

Dennoch taucht dieses Rosenkreuzertum dann in einer sehr merkwürdigen, uns aber wohl bekannten Form wieder auf, nämlich in Goethes Leben. Bei Goethe kann man eben ganz deutlich die Spuren des Rosenkreuzertums in seiner Biografie wiederfinden. Das hat eben Frank Teichmann in dem besagten Buch Goethe und die Rosenkreuzer ja ausführlich dargestellt. Zunächst dadurch, dass er 19-jährig schwer erkrankt, an einer lebensgefährlichen Erkrankung, und dann durch eben einen rosenkreuzerischen Arzt gerettet wird, der ein Fluidum, ein Salz ihm verabreicht, das ihm dann das Leben rettet.

Und der dann später bei seiner Harzreise eine Art rosenkreuzerische Einweihung erlebt, die in anderer Gestalt von Rudolf Steiner dann später beschrieben worden ist in den Vorträgen mit Mysterienstätten des Mittelalters. Da gibt es zwei Vorträge, in denen Rudolf Steiner von einer sogenannten rosenkreuzerischen Einweihung spricht, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie durch eine Begegnung auf einem Berg und eine andere Begegnung in einem Berg stattfindet. Also zwei Stufen, auf einem Berg und in einem Berg. Und Steiner weist nur darauf hin im Zusammenhang dieser Vorträge, dass sich diese Einweihung später immer wieder in einer gewissen Weise wiederholt hat oder wieder miterlebt worden ist. Und einer derjenigen, die eben diese Einweihung miterlebt oder wiedererlebt haben, war eben Goethe, dem eben genau das wiederfuhr, dass er da in einem Bergwerk, nämlich im Harz, eine bestimmte Begegnung erlebte und dann anschließend eben auch auf dem Berg, nämlich auf diesem Brocken bei der Besteigung dieses Berges, worüber er seiner Freundin Frau von Stein eben in Briefen berichtet hat.

Und in diesem Kontext ist es auch interessant, dass Goethe der Frau von Stein auch schreibt, dass er die Chymische Hochzeit des Christian Rosenkreuz gelesen habe und dann sagt, Christian Rosenkreuz, Hochzeit habe ich hinaus gelesen. Es gibt ein schön Märchen zur guten Stunde zu erzählen, wenn es wiedergeboren wird. In seiner alten Haut ist es nicht zu genießen. 1786 schreibt das Goethe, also er fand vor allem diese zum Teil ja blutigen Bilder in dieser Chymischen Hochzeit nicht zu genießen und bringt dann 1795 eben sein Märchen, das Goethe-Märchen, als das, was er nennt die Wiedergeburt dieser Chymischen Hochzeit. Das Goethe-Märchen hat ganz eindeutig diesen Hintergrund, bis auch dahin, dass diese Brücke, von der da die Rede ist, im Zusammenhang mit der Heidelberger Brücke steht, die auch heute noch in Heidelberg zu sehen ist, also da auch taucht Heidelberg am Rande wieder auf. Und auch Rudolf Steiner weist auf diesen Kontext eben hin.

Ein zweiter Text von Goethe ist natürlich das berühmte Fragment Die Geheimnisse, wo sich herausstellt, dass Goethe da etwas beschreibt, was später Rudolf Steiner dann rekonstruiert hat, als die eigentliche Einweihung des Christian Rosenkreuz. Steiner macht das so fest, das werde ich gleich noch etwas genauer beschreiben, dass sich diese eigentliche Einweihung im 13. Jahrhundert vollzogen hat, wo diese Persönlichkeit noch nicht Christian Rosenkreuz hieß, wo sie auch nicht so sehr lange lebte, wo sich aber dieser Umkreis, dieser 12. und dieser 13., der er eben gewesen ist, wo sich diese Gestaltung wiederfindet in einer sehr besonderen Konstellation, die ich gleich noch ausführlicher darstellen möchte. Auf jeden Fall so Steiner hat Goethe sozusagen da etwas beschrieben in diesem Text, Die Geheimnisse, was sich historisch gesehen im Zusammenhang mit dieser ursprünglichen Einweihung des Christian Rosenkreuz im 13. Jahrhundert tatsächlich ereignet hatte.

Das Mysteriendrama und der Aspekt der Kraft 00:39:40

So sehen wir also in Goethes Leben sozusagen Spuren des Rosenkreuzertums wieder aufscheinen. Und nun ist es so, dass ja eben Rudolf Steiner sich nicht umsonst ganz wesentlich bei der Begründung der Anthroposophie in vielen Punkten, sowohl naturwissenschaftlich wie auch vor allem von der künstlerischen Seite her, an Goethe anschließt. Und einer dieser Anschlusspunkte ist eben das erste Mysteriendrama, das ja zunächst eigentlich das goethesche Märchen auf die Bühne bringen sollte.

Wir haben also eine mehrfache Metamorphose. Chymische Hochzeit von Valentin Andreae mit Christian Rosenkreuz im Zentrum, durch Goethe in das Märchen metamorphosiert und durch Rudolf Steiner in sein erstes Mysteriendrama, das ja untertitelt wird mit ein Rosenkreuzer Mysterium. Und das Siegel, was wir da haben von diesem ersten Drama, hat eben diese drei Rosenkreuzer-Worte zum Inhalt. Also Ex Deo Nascimur, In Christo Morimur, Per Spiritum Sanctum Reviviscimus, das steht auf diesem Siegel des ersten Dramas.

Wieso ist das ein Rosenkreuzer Mysterium? Zum einen haben wir sozusagen die historische Wurzel, die historischen Vorläufer, die aber nur ganz im Verborgenen jetzt da wieder auftauchen. Aber ein wesentlicher Aspekt, den ich jetzt hervorheben will und der für Rudolf Steiner sozusagen dann zentral wird, das ist der Aspekt der Kraft. Also das, was da umschrieben wird mit Kräften.

Ich hatte ja am Anfang gesagt, die anthroposophische Bewegung zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht eine Weltanschauung, eine Lehre, eine religiöse Anschauung, eine esoterische Lehre allein ist, sondern dass alle diese Ideen, dass die sich praktisch auswirken, dass die also, wenn man so will, Kraft haben, dass wir es zu tun haben mit einem Kraftorganismus, wenn wir auf die Anthroposophie hinschauen, einem Kraftorganismus, der wie alles Ätherische, was eben Lebenskräfte sind, nicht das Ätherische kann für sich alleine gar nicht existieren, sondern das Ätherische ist immer nur zusammenhängend denkbar oder überhaupt erlebbar mit etwas Physischem, was von diesem Ätherischen gestaltet und verlebendigt wird. Ein Ätherisches für sich gibt es gar nicht. Ein Ätherisches kann immer nur im Zusammenhang mit Physischem überhaupt beobachtet werden. So wie der Ätherleib eben einen physischen Leib gestaltet, gestalten eben diese Kräfte das Lebendige und, wenn man so will, unser Leben. Weshalb Rudolf Steiner auch darauf aufmerksam macht, dass er sagt, unsere Gedanken- und Vorstellungskräfte und alles, was wir sozusagen an Kultur hervorbringen, das sind umgewandelte Lebenskräfte. Wir denken mit denselben Kräften, mit denen wir wachsen. Das sind dieselben Kräfte, die sich nur umwandeln.

Und mit diesem Kraftaspekt haben wir es sozusagen zu tun, wenn wir von der Anthroposophie sprechen. Und natürlich muss man sich fragen, woher kommen jetzt diese Kräfte? In dem Mysteriendrama taucht das an verschiedenen Stellen in dem ersten Bild schon auf, dass eben der Capesius, der ein Gedankenmensch ist, ein Professor ist, dass der etwas ganz Besonderes in diesem anthroposophischen Zusammenhang bemerkt. Er sagt, was hier jedoch sich zeigt, gibt viel zu denken Menschen meiner Art. Erklärlich schien uns solche Wirkung, wo überhitzter Sektengeist die Seelen nur betörend sich über Menschen gießt. Doch hier ist nichts von solchem Geist zu sehen. Man will nur durch Vernunft zur Seele sprechen. Und doch, man schafft durch Worte echte Lebenskräfte und spricht zum tiefsten Herzensgrund. Und selbst des Wollens Reich ergreift das Sonderbare etwas, das jenen, die gleich mir in alten Bahnen wandeln, als blasses Denken nur erscheinen will.

Dem Capesius fällt auf, dass in diesem Zusammenhang des Benedictus und der Maria, dass diese Worte, die da gesprochen oder auch studiert werden, dass das Lebenskräfte sind, dass sie Kraft haben. Und das kommt dann auch noch zum Ausdruck an der Stelle, wo die andere Maria auftaucht. Auch noch in diesem ersten Bild.

Die sagt nämlich, ich muss stets neue Kraft mir holen aus dem Reichtum, der hier aus Geistesquellen fließt. Die warme Zauberkraft der Worte, die hier ich höre, ergießt in meine Hände sich und fließt wie Balsam weiter, berührt die Hand den Leidbeladenen, sie wandelt sich auf meinen Lippen in rechte Trostesrede für schmerzdurchwühlte Herzen. Ich frage nach der Worte Ursprung nicht, ich schaue ihre Wahrheit. Wenn lebend, leben sie mir Spenden. Das sagt jetzt diese andere Maria.

Und die Maria sagt dann noch, um das zu erklären, doch unsere Freundin hat erschöpft des Lebens beste Kräfte durch ihre Arbeitsüberfülle und aller Lebensmut war ihr genommen durch schweren Schicksalsdruck, den sie erfahren, die Kräfte hatte sie geopfert, der Kinder sorglich Leitung, der Mut war hingesunken, als ihr ein früher Tod den teuren Gatten nahm.

Zunächst ist diese andere Maria sozusagen zusammengebrochen, hatte keine Kräfte mehr, sie war am Ende, ein Burnout würde man das heute nennen. Ihr Mann ist durch einen frühen Tod gestorben, sie hatte alles sozusagen der Erziehung der Kinder gewidmet und war jetzt kräftemäßig am Ende.

Da brachten Schicksalsmächte sie in unserer Geistes leere Bann [?] und ihre Lebenskräfte erblühten noch zum zweiten Mal. Nicht so, dass sie dann eben jetzt sagt, ich muss stets neue Kraft mir holen aus dem Reichtum, der hier aus Geistesquellen fließt. Die warme Zauberkraft der Worte, die hier ich höre, ergießt in meine Hände sich.

Also sie schreibt jetzt ihre Wirksamkeit und ihr neues Leben den Worten zu, die sie jetzt da hört, in diesem Rosenkreuzer-Tempel eigentlich.

Der unsterbliche Ätherleib als Kraftquelle 00:47:29

Und nun, wenn man bei Rudolf Steiner jetzt selber nachliest, in seinem Buch »Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?«, dann findet man an ganz zentraler Stelle, ganz am Anfang, genau das eigentlich beschrieben. Nicht, Sie alle kennen ja dieses Buch, das da anfängt mit dem sogenannten »Pfad der Verehrung«. Und diese Verehrung, die da entwickelt wird, die bezeichnet Rudolf Steiner immer so, dass er sagt, daraus schöpft der Mensch Kraft. Wenn er diese Verehrung in der Lage ist zu entwickeln, dann schöpft er daraus Kräfte. Und umgekehrt, wenn er das nicht tut, dann raubt er sich Kräfte. Begegne ich einem Menschen und tadele ich seine Schwächen, so raube ich mir höhere Erkenntniskraft. Suche ich liebevoll mich in seine Vorzüge zu vertiefen, so sammle ich solche Kraft.

Nicht, diese Übung, die dann später wieder auftaucht, in verwandelter Form als Positivitätsübung, das ist die Grundübung dieses Buches, die in mehrfacher Form in dem Buch mindestens viermal wieder auftaucht, dass man Kritik zurückhalten soll, dass man kritiklos Worte sich anhören soll, auch wenn sie noch so falsch klingen. Nicht, das, was da am Anfang als das Gefühl der Ehrfurcht beschrieben wird, taucht in verschiedenster Weise wieder auf, dann vor allem als Positivitätsübung. Aber es wird eben gleich am Anfang so beschrieben, dass das eine Kraftübung ist, dass das eine Übung ist, die Kraft verleiht. Und das wird dann noch verstärkt durch den Schluss dieses ersten Kapitels, wo es heißt, jede Idee, die dir nicht zum Ideal wird, ertötet in deiner Seele eine Kraft. Jede Idee, die dir aber zum Ideal wird, erschafft in dir Lebenskräfte.

Nicht, da haben wir wieder diesen Zusammenhang, dass es etwas gibt, was abtötend ist, davon ist auch in dem Mysteriendrama natürlich die Rede, auch in dieser Szene mit dem Geist der Elemente wird das ja deutlich, dass die Gedankenart von Strader und Capesius zunächst in dieser Lebenssphäre, in der ätherischen Welt Gewitter erzeugt und eigentlich Zerstörung hervorruft und dass andererseits die Märchen, die Frau Balde erzählt, in dieser Lebenssphäre des Geistes der Elemente, dass die da heilsam wirken, weshalb die Frau Balde dann auch aufgefordert wird für die Schädigungen, die die beiden Irrlichter eigentlich, also Strader und Capesius in der elementarischen Welt hervorrufen, die also Kräfte rauben oder zerstören, dass die Frau Balde dafür bezahlen muss und da diese Kräfte wieder ausgleicht. Was übrigens der Capesius auch bestätigt, dadurch, dass er sagt, wenn ich erschöpft bin und keine Kraft mehr habe, gehe ich zu der Frau Balde und höre mir die Märchen an, die sie mir erzählt. Und die wiederum bringen ihm neue Kräfte.

Nun wissen wir auch durch Rudolf Steiner, dass diese Märchen, dass die den Ursprung haben in dem Rosenkreuzertum, dass diese mitteleuropäischen Märchen und auch die Märchen der Frau Balde eigentlich rosenkreuzerische Märchen sind. Aber woher kommt jetzt diese Kraft? Was ist das? Was sozusagen, vor allem wenn man auf Rudolf Steiner selber hinblickt, ja ungeheure schöpferische Kräfte zum Vorschein gebracht hat. Wenn man sich nicht nur sein schriftliches Werk, sondern vor allem sein künstlerisches Werk anschaut und etwa den Seelenkalender sich anschaut, wie der entstanden ist, dann fragt man sich, woher kommt jetzt diese dichterische Fähigkeit, diese enorme Schöpferkraft, die sich in dieser Gesamtkomposition eines Seelenkalenders oder etwa der zwölf Stimmungen dieser kosmologischen Dichtung zum Ausdruck bringt. Woher kommen diese Kräfte, die dann auch den ersten Bau des Goetheanums, also ein architektonisches Werk, zur Erscheinung bringen. Respektive natürlich die vier Mysteriendramen selbst.

Woher kommen diese schöpferischen Kräfte? Und da wird man jetzt durch Rudolf Steiner, und damit komme ich langsam zum Abschluss dieser Betrachtungen, da wird man jetzt durch Rudolf Steiner eben aufmerksam gemacht, auf das, was mit diesem Christian Rosenkreuz tatsächlich unsterblich verbunden ist. Das macht nämlich Rudolf Steiner, und diese Vorträge können Sie nachlesen, eben hier in diesem Sammelband. Das sind die sogenannten Neuchâteler Vorträge, wo Steiner eben zwei Vorträge gehalten hat, über eben diese okkulte Biografie und diese Einweihung des Christian Rosenkreuz, die eben schon vor dem 14. Jahrhundert, also vor dieser Inkarnation, in der er dann auch diesen Namen erhält, gewesen sein soll. Dass da so ein Kollegium von zwölf Eingeweihten sich eben versammelt hat, um diesen 13. alle Weisheiten, die es bis dahin gegeben hatte, der atlantischen Zeit und der nachatlantischen Zeit, vermittelt haben. Woraufhin dieser Jüngling in einen todesartigen Zustand gekommen sei, bei dem sich aber sozusagen sein Leib wie durchsichtig hätte gezeigt. Und die Folge davon war, dass nach dem Tod dieses Eingeweihten jungen Mannes, dass dessen Ätherleib sich dann eben nicht mehr aufgelöst hat. Steiner nennt ihn dann den unsterblichen Ätherleib des Christian Rosenkreuz.

Und dieser Ätherleib ist nun eben eine Kraftquelle. Nicht, denn ein ätherischer Leib ist etwas, was Kräfte beinhaltet, die in der Lage sind, Physisches zu gestalten, beziehungsweise dem Physischen eben Kräfte zu verleihen. Lebenskräfte, die dann umgewandelt werden in kulturelle oder Denk- und Vorstellungskräfte. Nicht, eine Kraftquelle, an die dadurch die Menschen anschließen können, dass sie sich eben auch verbinden mit diesem Geschehen, was eben Christian Rosenkreuz auszeichnet, was in den Rosenkreuzer-Worten zum Ausdruck kommt, mit diesem Mysterium von Golgatha. Das ist sozusagen der Schlüssel für diese Kraftquelle. Und daraus gibt es dann, wie Rudolf Steiner, Sie müssen das nachlesen in diesen Neuchâteler Vorträgen, wie er es dann wörtlich ausdrückt, dass sich die Wirksamkeit dieses Ätherleibes dann im Laufe der Jahrhunderte immer mehr verstärkt hätte dadurch, dass immer mehr Menschen sozusagen in diese Sphäre vorgedrungen seien.

Und das sei nun seit dem Ende des Kali-Yuga, das nennt Rudolf Steiner in dem Zusammenhang auch das Jahr 1899, dass seit dem Zeitpunkt 1900, wo er dann eben anfängt über das goethesche Märchen, also diesen rosenkreuzerischen Zusammenhang erstmalig zu sprechen, er sagt, in diesem Zusammenhang wurde ich erstmalig esoterisch. 1900, Goethes Märchen, Ende des Kali-Yuga und seit diesem 20. Jahrhundert sei es jetzt sozusagen immer mehr Menschen möglich, in diese Sphäre sich zu begeben, weil die sich auch dadurch verstärkt hat, dass nun andere Ätherleiber insofern auch teilweise jedenfalls sich unsterblich erwiesen haben, als sie eben sich mit dieser Sphäre verbinden konnten. Steiner nennt sie in diesem Zusammenhang die Sphäre des Heiligen Geistes. Also die Sphäre, wo die Ätherleiber eben jetzt unsterblich werden, insofern sie sich mit dem Christus verbinden konnten. Diese Sphäre des Heiligen Geistes, das sei die eigentliche Inspirations- und Kraftquelle der anthroposophischen Bewegung.

Schluss: Die Christuskräfte im Menschen 00:56:49

Also auf diesen Kontext kommt man sozusagen dann wieder zurück und entdeckt sozusagen da das Geheimnis, wenn man so will, auch für diese unglaubliche Schöpferkräfte, die Rudolf Steiner auf so vielen Gebieten eben, bis eben in diese praktischen, wissenschaftlichen Zusammenhänge medizinischer oder pädagogischer oder auch landwirtschaftlicher Art, dass er überall eben sich als enorm schöpferisch erwies und andere Menschen wiederum anleitete oder inspirierte, ebenfalls in dieser Weise tätig zu werden.

Da hat man sozusagen diesen Hintergrund und abschließend will ich da noch ein Zitat bringen, wenn man jetzt andere Vorträge in dem Zusammenhang nochmal studiert, auch wiederum von 1911, also diese Neuchâteler Vorträge, das ist 1911 und da gibt es eben auch die Vorträge in Kopenhagen über die geistige Führung des Menschen und der Menschheit und da bringt Steiner das jetzt direkt mit dem Christus in Zusammenhang, dass er sagt, die am Menschen im Kindheitsalter wirksamen Kräfte erkennen, heißt den Christus im Menschen erkennen. Also die Kräfte, wo Rudolf Steiner beschreibt, die im Gehen lernen, im Sprechen lernen, im Denken lernen, die also in der menschlichen Entwicklung das eigentlich Menschliche zum Vorschein bringen, diese wachstums- und ätherischen Kräfte, die in diesen ersten drei Jahren des Kindes wirksam sind, das seien eben die Christuskräfte.

Denn eine wirkliche seelische Selbsterkenntnis führt für den gegenwärtigen Menschen dahin einzusehen, dass in der Menschenseele Kräfte gefunden werden können, welche von diesem Christus ausgehen. In den ersten drei Kindheitsjahren wirken diese Kräfte, ohne dass der Mensch dazu etwas tut. Im späteren Leben können sie wirken, wenn der Mensch durch innere Versenkung den Christus in sich sucht.

Nicht, daran sieht man, dass das eben alles nicht, wenn man so will, theologische oder erkenntnistheoretische Fragen sind, sondern dass alle diese anthroposophischen Erkenntnisbemühungen, dass die immer dahin münden, dass das eben Kräfte hervorbringt. Nicht ganz am Schluss, oder nicht ganz am Schluss, sondern hier in Via Langmann *[?]* kommt der Rudolf Steiner auch auf das Studium noch einmal zu sprechen, was ja immer mehr heutzutage auch infrage gestellt wird, weil gesagt wird, die Texte sind zu schwierig. Denn weil diese Lehren aus dem lebendigen, inneren Worte, aus der lebendigen Einsprechung geschöpft sind, haben sie selbst geistiges Leben. Sie sind nicht bloß Worte, sie sind lebendige Kräfte. Und während du den Worten eines Geheimkundigen folgst, während du ein Buch liest, das einer wirklichen inneren Erfahrung entstammt, wirken in deiner Seele Kräfte, welche dich ebenso hellsehend machen, wie die Naturkräfte aus lebendigem Stoffe deine Augen und Ohren gebildet haben. Nicht, also diese Kräfte, die in unserem Wachstum wirksam sind, verwandeln sich jetzt in diesen Kontext eben in Kräfte, die zu höherer Erkenntnis führen und damit eben die Anthroposophie begründen.

So viel wollte ich Ihnen heute Abend zur Einführung in dieses neue Tertial gerne erzählen, über eben diesen historischen Zusammenhang dieser, wenn man so will, Kraftbewegung des Rosenkreuzertums. Vielen Dank für Ihr Interesse und Aufmerksamkeit.

Literatur

  • Frank Teichmann: Goethe und die Rosenkreuzer, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2007, ISBN 978-3772516160
  • Neider, Andreas / Schukraft, Harald : Rudolf Steiner in Stuttgart, 168 S., kart. EUR 19,95, Belser Verlag, Stuttgart 2011
  • Yates, Frances A.: Aufklärung im Zeichen des Rosenkreuzes, Klett-Cotta 1997, ISBN-13978-3608918830

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