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Michael Birnthaler - mein Weg zur Anthroposophie, 2026
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Transkription des Vortrags vom 3. Februar 2026
Die drei Wege zur Anthroposophie und der Adlerweg 00:00:06
Ja, hallo, mein Name ist Michael und die Frage, wie ich zur Anthroposophie gekommen bin, ist für mich relativ einfach zu beantworten, aber das Interessante dabei finde ich eher, Rudolf Steiner hat ja mal gesagt, es gibt drei Möglichkeiten, drei Wege zur Anthroposophie zu kommen. Man ist entweder auf dem Adlerweg dahingekommen oder auf dem Weg des Löwen oder auf dem Weg des Drachen und bei mir ist es ganz klar der Adlerweg. Das heißt, man kommt über die Erkenntnisse, übers Lesen, über Bücher zur Anthroposophie, das war bei mir so, oder der Löwenweg, das ist über Begegnungen, das heißt, dass man mit Menschen zusammenkommt, die Anthroposophen sind, die einen dann auch zur Anthroposophie gebracht haben, das war bei mir nicht so. Auch der dritte Weg mit dem Drachen, also das sind Schicksalsschläge, das war bei mir auch nicht so.
Ich war damals ein Bücherwurm, 12, 13, 14, 15 Jahre alt, habe eine Angewohnheit, also eine Untugend gehabt, mir die Rucksäcke voll zu stopfen mit Büchern auf Antiquariaten und da war ich mal wieder auf meiner Sammeltour und dann hatte ich eben diese Begegnung mit der Anthroposophie, über das Lesen war das dann. Also bei mir ganz klar der Adlerweg gewesen.
Das Buch, das Bild und die Wiedererkennung 00:01:38
Ja, bei mir war es dann so, es ging dann relativ schnell, weil dieser eine Beutezug von Büchern, ich habe immer vorgenommen, ich darf so viele Bücher kaufen auf Lohnmärkten wie eben, ich hatte immer so einen 60-Liter-Rucksack dabei und dann habe ich voll gemacht und dann weiß ich noch, ich kam nach Hause und habe dann alle Bücher erstmal aufs Sofa geschmissen und habe eine Zeitschrift rausgezogen, die hatte ich dann auf meinen Schreibtisch gelegt und hat dann einfach, wie intuitiv, hatte ich die Zeitschrift dann aufgeschlagen, ich weiß es bis heute noch, das ist ja schon sehr, sehr lange her, hatte ich die Zeitschrift irgendwo aufgeschlagen, eine Doppelseite und das war eine Doppelseite über Anthroposophie. Aber ich habe die ja noch gar nicht gelesen gehabt, aber es waren zwei Bilder waren zu sehen auf dieser Doppelseite, ein Bild vom ersten Goetheanum und ein zweites Bild von Rudolf Steiner. Und allein diese Bilder haben bei mir so etwas wie ein Déjà-vu-Erlebnis ausgelöst und ich hatte ganz klar so ein Evidenzgefühl, ah, okay, Michael, jetzt bist du wieder in deiner geistigen Heimat.
Ich hatte davor schon sehr viele Suchbewegungen gehabt, also mich hat sehr stark interessiert das Östliche zum Beispiel, tibetischer Buddhismus, auch Bhagwan, Osho, das hat mich auch alles sehr fasziniert und ich wäre fast schon sehr stark in diese Richtung gegangen, aber eben als ich diese Zeitschrift aufschlug und diese zwei Bilder entdeckt hatte, wusste ich, diese Suche hat jetzt quasi ihren Hafen gefunden. Ja, ich war damals 16 Jahre alt, in der zehnten Klasse am Gymnasium in Kelheim, also bayerisch Kongo eigentlich und als ich da dieses Bild gesehen hatte, ist das mir so in Fleisch und Blut reingegangen, es ging mir unter die Haut, also war wirklich wie so ein plötzliches Rückerinnerungserlebnis und ich habe mich dann Hals über Kopf reingestürzt in die Anthroposophie und vor allem eben über diesen Adlerweg, das heißt ich habe sehr viel dann gelesen. Ich habe dann Sekundärliteratur gelesen, ich habe aber auch Original gelesen, Rudolf Steiner gelesen und obwohl ich alle verstehen kann, die sagen Rudolf Steiner ist heute schwer zu lesen und die Sätze sind viel zu lang und die Sprache viel zu staubig und geschraubt, kann ich alles verstehen, habe ich absolut Verständnis dafür. Mir ging es, ich muss das ehrlich sagen, zu dürfen, mir ging es gar nicht so, also im Gegenteil, für mich war es eher so wie, ich habe das aufgesogen wie ein trockener Schwamm, jeden Satz von Rudolf Steiner habe ich immer, also war so ein Elixier für meine Seele und ich habe ein Buch nach dem anderen habe ich verschlungen.
Gymnasium, Sektenvorwurf und heimliche Lesekreise 00:04:48
Und irgendwann habe ich dann begonnen auch zu sprechen mit den Freunden, natürlich auch mit meinen Geschwistern, fünf Geschwistern, mit Vater und mit Mutter zu sprechen und ich glaube ich war sehr sehr nervig für meine Geschwister oder das Umfeld, aber am Ende war es dann doch auch so, dass die Hälfte meiner Geschwister und mein Vater dann auch in die Anthroposophie gekommen ist, also irgendwie hat es dann doch auch eine Wirkung gezeigt, aber ich war dann auch an der Schule, ich war Schulsprecher und hatte dann auch mich politisch engagiert und irgendwann kam dann in den Pausen am Gymnasium, kam dann der Rektor, Herr Birnthaler, kommen Sie bitte ins Rektorat in der Pause und dann wurden in mir die Leviten gelesen, warum ich, mein Vater ist da bekannt in der Öffentlichkeit, dort in der Stadt, in der ich war, warum ich jetzt der Schule so eine Bürde aufbinde und den Ruf einer Sekte, ich bin ja in die Anthroposophie gekommen, habe viele quasi wie missioniert an der Schule und wie kann ich es wagen, diese Sekte der Anthroposophie, das ist in Bayern, tiefstes Bayern ist das ja und da galt die Anthroposophie und da war das noch Franz Josef Strauß, die galt damals einfach wirklich als Sekte und so bin ich immer wieder zitiert worden, so in dieser Zeit, aber für mich waren das auch alles Erlebnisse, da hatte ich das Gefühl, kenne ich irgendwo, dieses im Untergrund zu sein, so ein Stück weit, wie man sich es vielleicht vorstellt mit den Katakomben, das Urchristentum ist noch nicht ausgebreitet, noch nicht anerkannt und man muss dann im Untergrund, muss man da arbeiten und wir hatten dann auch Lesekreise, die hatten wir heimlich dann auch gemacht und ich glaube, dieses heimliche Lesen von Rudolf Steiner, das hat dann uns alle irgendwie so eine, es war gar nicht notwendig so unbedingt, aber trotzdem, es war dieses heimlich Lesen, war etwas, was auch gut zu dieser Stimmung gepasst hatte und so bin ich dann immer tiefer und tiefer da reingekommen.
Die Anthroposophie zum zweiten Mal, die Michael-Prophetie und das Brückenbauen 00:07:17
Ja, also diese Art mit der Anthroposophie umzugehen, das ist etwas, was sich dann wie so eine Spur durch mein Leben durchgezogen hat, weil mir dann schnell klar geworden ist, eigentlich dieses Vertrautheitsgefühl mit der Anthroposophie, dieses Gefühl, das Bild von Rudolf Steiner schon zu kennen, Rudolf Steiner als Persönlichkeit auch, das war mir so vertraut, schon vom ersten Mal sehen von dem Bild, das erste Goetheanum, das ging mir so unter die Haut, dieses erste Bild vom Goetheanum, ohne dass ich wusste, was das Schicksal war vom ersten Goetheanum, aber dieses Gebäude war mir so vertraut, dass ich dann relativ schnell für mich die Ahnung hatte, das kann doch kein Zufall sein. Und im Sinne dessen, was dann Rudolf Steiner auch beschrieben hatte, dass es Menschen gibt, die die Anthroposophie nicht zum ersten Mal in dieser Zeit kennenlernen, sondern eben auch schon zum zweiten Mal kennenlernen, so ging es mir auch. Mir war die Anthroposophie vertraut, ich musste das Buch nur querlesen und habe es irgendwie, denke ich, einigermaßen verstanden oder auch stellen tief verstanden, weil es mir einfach so vertraut war.
Und so ist dieses Gefühl, was Rudolf Steiner beschreibt, von der Michael-Prophetie, dass Menschen aus der damaligen Zeit wiederkommen, um die Anthroposophie zur Kulmination zu bringen, also zu einer Blüte zu bringen, und die haben einen Auftrag, dass sie heute kommen, um auch in der Gegenwart die Anthroposophie aufblühen zu lassen und die Anthroposophie auch in die Welt zu bringen, sodass sie andere Menschen auch gut verstehen. Natürlich, die meisten Menschen lernen die Anthroposophie zum ersten Mal kennen. Die haben viel zu tun, sagt Rudolf Steiner, überhaupt, die Anthroposophie zu verstehen. Aber diejenigen, die die Anthroposophie schon kennen oder auch mitbringen, die haben nochmal eine andere Aufgabe, Menschen, die sie noch nicht so gut kennen, Brücken zu bauen. Brücken zu bauen, dass Menschen aus anderen Gebieten, auch aus Gebieten, die der Anthroposophie vielleicht auch feindlich gegenüberstehen, die Wissenschaft, die Öffentlichkeit, die Politik, dass man auch Brücken schafft in diese Richtung. Das ist ein Stück weit auch das Gefühl, sich eben souverän beheimatet zu wissen in der Anthroposophie und keine Ängste zu haben, a, man wird abgelehnt, a, wenn man sich zur Anthroposophie bekennt, dann bekommt man die Cancel Culture zu spüren, die Knute zu spüren von der Öffentlichkeit oder aus leider auch eigenen anthroposophischen Kreisen. Dieses Gefühl ist dann, glaube ich, bei den Menschen, also bei mir zumindest, weniger, weil ich weiß, sie ist so tief in mir drin, die Anthroposophie, und ich kann auch, ich bin dann wissenschaftlich, ich habe eine wissenschaftliche Laufbahn gemacht oder einen Weg eingeschlagen, bin auch in der Wissenschaft und kann dann auch in die verschiedenen Richtungen, kann ich oder versuche es, da auch Brücken zu bauen. Und das ist etwas, was sich bei mir wie eine Spur durchs Leben gezogen hat, dieses Gefühl, einfach wie sattelfest zu sein in der Anthroposophie.
Selbstbewusst zur Anthroposophie stehen, und die Begeisterung statt des Verstandes 00:11:01
Und ja, das ist vielleicht das, was ich sagen kann, auch anderen Mut zu machen, sich nicht kleinkriegen zu lassen von den anderen Strömungen von außen oder aus eigenen Reihen. Ruhig trauen, wir sind die Michaeliten und wir haben wirklich etwas zu sagen in der Welt. Meine Erfahrung ist, dass es heute wichtig ist, auch selbstbewusst aufzutreten als Anthroposoph. Ich erlebe so oft, dass Anthroposophen einknicken in großen Einrichtungen, in Verbänden, die sich anpassen, an den Mainstream auch anpassen, die Positionen übernehmen, sei es jetzt in der Corona-Zeit, sei es jetzt in der Zeit mit dem Ukraine-Krieg oder was auch immer. Die einknicken, die anthroposophische Position, von der ich sagen würde, sie ist nicht gedeckt durch das, was Rudolf Steiner sagt und durch eine ganz normale Kombinatorik oder durch ein Erfassen von Wahrheit gehalten, kann man ganz anderer Auffassung sein. Aber ich erlebe dann sehr viele Freunde, die Angst haben, sich zur Anthroposophie zu bekennen. Und das ist, glaube ich, etwas, was heute nicht mehr sein darf.
Bei der Weihnachtstagung hat Rudolf Steiner gesagt, wenn ihr opportunistisch die Anthroposophie nach außen tragt, wird sie nicht halten. Sie wird wie Tünch von der Wand herunterfallen. Nur wenn ihr in euch selbst ein souveränes Gefühl entwickelt habt, sodass ihr auch den michaelischen Mut habt, hinter der Anthroposophie zu stehen und nicht nur zu stehen hinter der Landwirtschaft oder der Waldorfpädagogik als Methoden, sondern hinter der Substanz der Anthroposophie, nur dann wird die Anthroposophie in Zukunft auch die Chance haben, dass sie sich wieder ausbreitet und dass sie wieder aufblühen kann. Und das habe ich mir, glaube ich, schon sehr zu Herzen genommen, diese Aussage Rudolf Steiners bei der Weihnachtstagung. Ich würde alle meine Freunde und Bekannte aufrufen wollen, auch so selbstbewusst zur Anthroposophie zu stehen, was gar nicht heißt, dass man nicht Toleranz haben sollte gegenüber Andersdenkenden. Im Gegenteil, das ist auch wieder ein eigenes Thema. Die Toleranz gehört sehr stark auch mit dazu, dass man weiß, meine Meinung ist in dem Punkt wirklich sicher. Aber wenn man sich nicht sicher ist an Punkten, dann ist es, glaube ich, auch fair zu sagen, ich weiß, an dem Punkt habe ich mich nicht so gelesen, da bin ich nicht kompetent, und da würde ich mich freuen, wenn andere die mehr sehen oder auch mehr wahrnehmen können, dass die damit in die Urteilsbildung mit reingehen. Also beides. Also ich erlebe immer wieder auch mal, dass einige sich nicht wirklich trauen, sich zur Anthroposophie zu bekennen und dann die Anthroposophie auch nach außen zu tragen. Und das finde ich sehr, sehr schade.
Es gab mal eine Situation zu Zeiten von Rudolf Steiner, da war es ähnlich. Da sind viele junge Menschen zu ihm gekommen und hatten gesagt, wir trauen uns nicht, die Jugendanthroposophie nach außen zu bringen, obwohl du immer sagst, es gäbe eine anthroposophische Jugendbewegung, weil es so viele Menschen gibt. Millionen Menschen gibt es, die im Vorgeburtlichen den anthroposophischen Impuls mitgebracht haben. Acht Millionen Menschen. Wo sind die? Und dann hat der Rudolf Steiner gesagt, ja, traut euch, nach außen zu gehen. Und dann kam sofort, aber wir haben noch nicht so viel gelesen, als dass wir authentisch die Anthroposophie nach außen vertreten können. Und dann kam die interessante Antwort von Rudolf Steiner, der dann sagte, es kommt überhaupt nicht auf den Verstand an. Vom Verstand springt der Funke nicht auf die Zuhörer. Der Funke springt vom Herzen auf die Zuhörer. Und das ist Begeisterung. Ihr braucht Menschen, junge Menschen, die begeistert sind von der Anthroposophie. Und die Begeisterung ist dann der Funke, der überspringt. Begeistert euch an der Anthroposophie. Und ihr seid doch so viele da, die schon begeistert sind von der Anthroposophie. Lest nicht zu viel. Wenn ihr lest, dann lest wenig. Aber das Wenige solltet ihr einverleiben können, wirklich ätherisch in euch rein, ins Verständnis einverleiben können. Und daraus kommt dann die Begeisterung. Nicht durch viel Wissen. Das macht eher müde. Sondern schaut, dass ihr euren Zipfel an der Anthroposophie findet. Zieht an dem Zipfel. Und dann habt ihr das ganze Tischtuch der Anthroposophie in der Hand. Und dann habt ihr die Begeisterung. Und mit dieser Begeisterung geht raus. Und dann springt auch der Funke über. Und das würde ich gerne auch noch mal so loswerden wollen.
Die Corona-Zeit, Ahrimans Inkarnation und die Agenda 2033 00:16:23
Ich habe bislang gedacht, bis vor fünf Jahren etwa, hatte ich gedacht, so wird es immer weitergehen. Die Anthroposophie wird so weiter, wie der Nil auch dahin fließt. Und mein Leben wird genauso auch weiter dahin fließen. Ich habe eine Organisation aufgebaut. Und das wird dann einfach so sein, dass ich diese Organisation weiter betreiben werde. Und dann kam eben die Corona-Zeit. Das Jahr 2020. Und es hat sich für mich und für viele andere auch sehr vieles radikal verändert. Und ich habe zum ersten Mal etwas, was Rudolf Steiner vorhergesagt hatte, überhaupt gehört. Weil ich wusste es schon, Rudolf Steiner hat öfters mal Prophezeiungen gemacht für unsere Zeit. Und er sagte, ihr lebt in Zeiten, in denen ihr damit rechnen müsst, dass sich die bösen Mächte verfleischlichen. Das heißt, die ahrimanischen Kräfte werden sich manifestieren. Und Ahriman selbst wird auch, wie es damals eben auch Luzifer getan hatte, wird selbst auch einen Körper suchen und wird dann als Mensch unter Menschen, aber als Ahriman, als böse Macht auf der Welt sein und wirken. Das habe ich zum ersten Mal dann verstanden. Und ich habe zum ersten Mal auch verstanden, dass es unsere Zeit ist, von der er gesprochen hatte.
Und ich habe dann begonnen, Forschungen zu machen, habe alle Stellen von Rudolf Steiner darüber zusammengetragen, eine Art Synopse gemacht. Es sind elf Vorträge, die dezidiert darüber gehalten worden sind. Und ich hatte dann plötzlich in dieser Zusammenschau wie so eine Art imaginatives Erlebnis, dass unsere Zeit gemeint ist. Und mit dieser Aussage, bevor ein Teil des dritten Jahrtausends vergangen sein wird, wird Ahriman im Fleische da sein, dass das unsere Zeit ist, nach Christi. Und mit nach Christi hatte er gemeint, nicht das Jahr Null, sondern das dritte Jahrtausend nach Christi ist nach Christi das Jahr 30, beziehungsweise 33. Und wenn man sagt, das dritte Jahrtausend danach, kommen wir eben natürlich auf das Jahr 2030 und 2033. Das fiel mir quasi wie Schuppen vor den Augen. Und ich wusste, das ist jetzt der große Auftrag. Aber nicht für mich, sondern für die Anthroposophenschaft der große Auftrag.
Und ich habe dann gewartet, ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre gewartet. Ich habe dann in Dornach angeklopft, ich habe bei anderen Freunden angeklopft. Habt ihr quasi auch den Schuss gehört? Und ich war sehr verdattert und verdurzt, dass dieser Schuss nicht gehört worden ist. Und dann, ich habe mir das zur Lebensregel gemacht, ich mache nichts, ohne dass ich dreimal geklopft habe, auf anderen Türen. Ob die das eben machen sollen, wo vielleicht mehr Karma dahinter ist, dass es dir ein Auftrag ist, das zu tun, weil es ja nichts Kleines ist. Aber ich habe umsonst geklopft an drei Türen. Da war mir klar, Michael, irgendwie soll es so sein, dass du es selber machen sollst. Und so kam es dann auch, letztes Jahr war das erst, dass wir begonnen hatten, dieses Projekt, Agenda 2033 aufzubauen. Und ich spüre, glaube ich, ganz gut, dass es richtig ist, dass wir das tun.
Wir hatten dann auch eine Gründungsversammlung, das war im letzten November erst. Jetzt am Wochenende hatten wir wieder ein Treffen. Und ich spüre so viele dankbare Menschen und auch Menschen, denen es ähnlich gegangen ist wie mir selbst, die sagen, es ist wirklich wie Schuppen vor den Augen Felsdehnen, die sich intensiv mit der Anthroposophie schon beschäftigt hatten. Aber jetzt erst diese Vorträge von Rudolf Steiner anfangen auf die Gegenwart, auf die Jetztzeit zu beziehen. Und das ist schon famos. Und es werden mehr und mehr Menschen. Es sind hunderte, tausende Menschen schon, die erreicht werden. Und wir haben vor, dass wir da so etwas aufbauen wie eine Initiativgruppe, wo wir möglichst viele Menschen für diese Thematik sensibilisieren wollen. Also wir sagen, ich war auch überrascht, aber das war der Wille von den Teilnehmern bei der Gründungsversammlung, eine Million Menschen wollen wir bis zum Jahr 2030 für dieses Thema sensibilisieren. Und wir starten jetzt einfach mit diesem Projekt, haben dreimal im Jahr Versammlungen hier auf Schloss Hohenfels, 12. bis 14. April ist wieder die nächste Versammlung, und bauen Untergruppen auf. Kulturoasen wollen wir gründen. Wir wollen einen Doppelkuppelbau gründen. Wir wollen mithelfen, dass die soziale Dreigliederung sich wieder weiter ausbreitet und so weiter. Es sind schon an die 7, 8 Projekte in dieser Art am Laufen. Und es werden von Mal zu Mal mehr Projekte, wo ich merke in aller Demut auch davor, es ist etwas, was die Zeit will, was die Zeit von uns will.
Und es braucht heute Menschen, die eben diese Begeisterung in sich haben, einerseits für die Anthroposophie, aber andererseits auch, und ich glaube, das muss sich heute ändern, diese Offenheit, diese Herzensweite, die Anthroposophie, wie sie vor 100 Jahren war, und in diesen 100 Jahren, die sich nicht so ausgebreitet hat, wie Rudolf Steiner sich das wünschte, als Kulmination. Wir müssen, denke ich, alles daran geben, die Anthroposophie in dieses Aufblühen, in diese Kulmination zu führen. Und ich glaube, die angezogene Handbremse, die es bisher nicht ermöglicht hatte, diese angezogene Handbremse ist Mangel an Toleranz. Sich das Gegenseitige, Ständige zensieren und besser wissen, ich habe bei Rudolf Steiner in der GA dies gelesen, ich habe es da anders gelesen. Und dann kommt man in Grabenkämpfe und die machen alles klein. Das ist der Punkt, wo ich sage, wenn uns das gelingt, dass wir uns als Brüder und Schwestern im Suchen nach spiritueller Wahrheit erleben und nicht den anderen mit dem Besserwissen klein machen, sondern dass wir jetzt Schulterschluss haben, dann können wir etwas erreichen. Wie Rudolf Steiner sagte, das Schlimmste wäre es, wenn Ahriman, wenn er kommt, eine schlafende Menschheit vorfinden würde. Und dafür stehe ich, dafür stehen wir und ich würde alle und dich ganz, ganz herzlich einladen, wenn du magst, auch mit dabei zu sein. Vielen Dank.
Ergänzung: die neun Wege im Umgang mit dem Bösen 00:24:15
Wenn ich am Ende noch etwas ergänzen darf, wäre ich sehr dankbar, denn ich erlebe jetzt in den wenigen Monaten, in denen wir die Agenda 2033 gestartet hatten, ein merkwürdiges Phänomen, und zwar das Phänomen, wenn man spricht, wir leben in einer bedrohten Zeit, in einer Zeit, in der wir damit rechnen müssen, dass sich die ahrimanischen Mächte manifestieren, dann kommen sofort so alte anthroposophische Gewohnheiten hoch, ich habe bei Rudolf Steiner das gelesen, ich habe bei Rudolf Steiner jenes gelesen, und man muss das so machen, oder man muss es komplett anders machen. Also man muss jetzt nach innen gehen, oder man muss jetzt das im Außen suchen, nein, es hilft nur, indem man sich selbst verwandelt, oder man muss das machen, indem man das Böse gut liebt, oder bloß nicht sagen, du kämpfst, das ist ja komplett verpönt. Ich habe auch gute anthroposophische Freunde, die auch große Reichweiten haben, die mir dann sagen, wenn du sagst, dass du eine Widerstandsbewegung aufbauen willst, muss ich dir leider sagen, dass ich nicht dabei sein kann, weil Widerstand ist nicht die richtige Art, wie man mit Ahriman umgeht. Und so habe ich Dutzende von Menschen, ich will jetzt nicht da runter meiern, aber ich habe dann Dutzende von Positionen, die mir alle sagen wollen, wie ich nach außen geben soll, wie man mit Ahriman richtig umgeht. Das ist wieder so ein altes Phänomen, dass man die Anthroposophie sehr stark intellektuell, glaube ich, aufnimmt, und auch subjektiv dann seine eigene Weise, wie man mit der Anthroposophie umgeht, oder wie man meint, mit dem Bösen umgehen zu müssen, das dann wieder aufgezwängt wird.
Meine Position ist folgende. Ich wünsche mir sehr, dass wir uns in dem Punkt bitte nicht zerstreiten. Der Weg nach Rom führt über alle Wege. Der Weg, wie wir jetzt umzugehen haben mit dem Bösen, da gibt es so viele verschiedene Wege, und ich glaube, es sind neun prinzipielle Wege, die es gibt, weil, ich versuche es kurz zu begründen, es gibt drei esoterische Grundströmungen. Ich habe vorhin beschrieben Adler, Löwe und Drache. Man kann auch sagen, der Weg der Erkenntnis von Rudolf Steiner. Man kann auch sagen, das ist der Weg des Herzens, das sind mir die Manichäer. Und man kann auch sagen, das ist der Drachenweg, der Weg des Willens, das sind mir die Rosenkreuzer. Die haben eben ihren Weg so, dass sie über Schicksalsschläge am besten lernen, über Begegnungen, über das Herz lernen und natürlich über die Bücher.
Der Umgang mit dem Bösen bei den Adlern, also Rudolf Steiner-Schüler sozusagen, ist so, wie viele mir das nahelegen, nur über Wahrheit. Aber es ist kein Nur. Und dieses Verabsolutieren, auch speziell von Anthroposophen, nur indem du die Wahrheit und die richtige Erkenntnis und alles richtig denkst, können wir gegen das Böse antreten. Sage ich, ja, ist richtig, aber es ist dieser Weg. Es ist einer von drei verschiedenen Wegen. Dann sagen mir die ganz oft, das Böse kann man nur durch das Gutlieben, durch die seelische Verwandlung im Inneren. Wenn du dich innen verwandelst, kannst du natürlich nur entsprechend auch das Weit-, das Äußere Böse verwandeln. Das sage ich richtig. Du bist eben ein Manichäer. Du kannst das Böse gut leben. Das ist auch deine Stärke. Aber bitte nicht allen sagen, und die sind zum Teil sehr militant, also in ihrem Auftreten, die mir sagen, es ist nur gültig, das Böse gutzulieben. Also bitte seid auch da milde mit den Menschen, die einen anderen Weg einschlagen. Und die Rosenkreuze sagen, es ist nur durch harten Kampf. Und Rudolf Steiner hat doch immer wieder Michael dargestellt mit dem Schwert und mit der vollen Waffenrüstung. Wie könnt ihr anders so borniert sein, zu sagen, es ist durch Milde oder durch Erkenntnis. Es muss gekämpft werden, sage ich den Rosenkreuzen. Ja, aber bitte auch den beiden anderen gegenüber Toleranz haben. Die haben ihren Weg. Und nur wenn wir drei zusammen gegen das ahrimanische Erscheinen antreten, werden wir auch gemeinsam Erfolg haben. Denn oft genug, hat Rudolf Steiner beschrieben, wir können gegen das Ahrimanische nur ankommen, wenn sich die michaelischen Strömungen, und das sind alles drei michaelische Strömungen, verbinden. Und wenn jeder auf seiner Position beharrt in Intoleranz, wird uns dieses große Werk, das jetzt gemacht werden muss, weil die Zeit so drängt, wird uns das nicht gelingen. Und ich würde alle so bitten wollen, das Herz zu weiten für die anderen Strömungen.
Weil es sind drei Wege. Und jetzt kommen noch die drei Widersachermächte dazu. Das ist Luziferisches, das Ahrimanische, und ich nenne das jetzt mal die Asuras. Und auch wieder gegen diese drei Widersachermächte gibt es ganz andere Wege. Das Luziferische kann erlöst werden, das Ahrimanische kann nur verwandelt werden. Und die asurischen Mächte können nicht erlöst werden, können nicht verwandelt werden, wollen das auch nicht, sondern sie sind das absolut Böse. Und dadurch, dass sich diese zwei Kräfte mit der Manifestation von Ahriman heute auch verbinden werden, also auch die asurischen Mächte, das kennen wir aus der Apokalypse, beide Tiere werden aufstehen, haben wir es auch zu tun damit, dass tatsächlich auch gekämpft werden muss, dass tatsächlich auch Widerstand geleistet werden muss. Alle drei mal drei Wege wird es heute brauchen. Deswegen, es gibt neun Wege, wie wir mit dem Bösen umgehen wollen. Und ich glaube, es ist entscheidend, dass jeder für sich erkennt, wie er in Kraft ist, mit dem Bösen umzugehen. Weil so kann er am meisten reichen. Und gleichzeitig, wenn wir uns finden und sagen, geh du deinen Weg, du hast das Schwert und du hast das Schild und du trägst den Gürtel. Und wenn wir zusammenkommen, haben wir die vollständige Waffenrüstung Gottes im Kampf oder im Umwandeln von den Bösenmächten.
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