Raunächte

Habt ihr schon mal was von den sogenannten „Raunächten“ gehört? Das sind doch diese 12, oder je nachdem, wen man fragt, 13 Tage irgendwann um Weihnachten und bis hinein ins Neue Jahr, oder? Aber wie ist das genau, welche Bedeutung gibt es, und warum sollte ich mich, oder du dich, damit befassen?

Im anthro.wiki von Wolfgang liest man dazu zum Beispiel folgendes: „Als Raunächte (auch Rauhnächte oder Rauchnächte) oder Weihnächte werden gemeinhin die Zwölf Heiligen Nächte (auch Zwölfte oder Glöckelnächte) zwischen dem 25. Dezember (Christtag) und dem 6. Januar (Dreikönig bzw. Epiphanias) bezeichnet.“

Ich könnte jetzt hingehen, und alles mögliche an Literatur zu Rate ziehen- aber will ich das? Wäre es nicht schöner dieses Thema mit persönlichen Erfahrungen von euch eine Zeit lang zu bewegen, so als Projekt? Ich freue mich auf eure Ich-Botschaften oder Fragen im Kommentarbereich.

François, 22. Dezember 2021

5 Gedanken zu „Raunächte“

  1. Hier ein Beitrag von Gunter, der mich (François) per e-mail erreichte.

    Liebe Freunde und Interessierte,

    heute ist der zweite Weihnachtsfeiertag und der größere Teil der Heiligen 12 Nächte ist noch vor uns. In diesen Nächten stehen wir dem Geschehen in der geistigen Welt im Jahreslauf im bewussten Erfassen am nächsten. Nicht das erste Mal weise ich auf den unten genannten Vortrag hin, der in einer unglaublichen Klarheit das Bild der Zeit zeichnet, in der wir leben. Wenn wir auf das verstehend blicken, was im Sozialen, im Geistig-Religiösen und in der Medizin weltweit geschieht, ganz besonders intensiv aber in Deutschland, Australien und Israel, und in China schon geschehen ist, können wir uns einer gewissen Verzweiflung oftmals nicht entziehen.
    In diesem Vortrag zeichnet Rudolf Steiner zwar das Bild, das durch die „Unterlassungssünden“ des 20. Jahrhunderts zu einer gewissen Realität geworden ist, aber er gibt uns auch ganz konkret die Hinweise, was wir innerlich und sozial tun können und sollen, wenn wir eine geistig-sozial gesunde Zukunft möglich machen wollen.
    Gerade die Zeit der 12 heiligen Nächte gibt uns Gelegenheit, mit dem Kosmos zusammen in eigener, freier Willens- und Bewusstseinstätigkeit, Kräfte wirksam werden zu lassen, die sich in das kommende Jahr 2022 und darüber hinaus entfalten können.
    Die nächsten Jahre werden viel Kraft kosten und es wird gleichzeitig für einen langen, bevorstehenden Zeitraum die letzte Chance sein, Kräfte zum guten in ds Geschehen einzupflanzen.
    Jeder der in dem anschließenden Auszug des Vortrages gewählte (Ab)Satz kann uns dem Verstehen des Weltgeschehens näher bringen und gleichzeitig Handlungsanweisung sein. Letzteres besonders auch dadurch, dass wir nicht nur auf das Gesagte hinschauen, sondern indem wir so intensiv wie möglich die Kräfte in der Seele erleben, die nötig sind, einen solchen Satz oder Abschnitt, wie er da geschrieben steht, überhaupt formulieren zu können. Damit nähern wir uns den Kräften, aus denen Rudolf Steiner so unmittelbar zu sprechen in der Lage war.
    In Liebe Euer Gunter

    Auszüge aus dem Vortrag (Die fetten Markierungen stammen von mir, ebenso die ab und zu eingefügten Bemerkungen):
    WAS TUT DER ENGEL
    IN UNSEREM ASTRALLEIB?
    Zürich, 9. Oktober 1918
    (aus GA 182)

    Anthroposophische Geist-Erfassung soll nicht bloß sein eine theoretische Weltansicht, sondern sie soll sein ein Lebensinhalt und eine Lebenskraft. Und nur, wenn wir uns in die Lage versetzen, unsere anthroposophische Weltauffassung in uns so zu erkraften, dass sie wirklich voll lebendig in uns wird, dann erfüllt sie eigentlich ihre Aufgabe. Denn wir sind dadurch, dass wir unsere Seelen vereinigen mit der anthroposophischen Geisteserfassung, in einer gewissen Beziehung zu Wächtern über ganz bestimmte, bedeutungsvolle Entwickelungsvorgänge der Menschheit geworden. (…)

    Aber nicht nur, dass diese Hierarchien mitgearbeitet haben an dem Zustandekommen unserer Hüllen, sie arbeiten noch immer darinnen. Und der versteht den Menschen nicht, der glaubt, dass dieser Mensch bloß die Zusammenfügung ist von Knochen, Blut, Fleisch und so weiter, von denen uns die gewöhnliche Naturwissenschaft, die Physiologie oder Biologie oder Anatomie erzählen.
    Nähert man sich der Wirklichkeit dieses menschlichen Hüllenwesens, sieht man dieses menschliche Hüllenwesen in seiner Wahrheit, dann sieht man, wie ineinander arbeiten, planvoll, weisheitsvoll ineinander arbeiten in alle dem, was in unseren Leibeshüllen ohne unser Bewusstsein vorgeht, geistige Wesenheiten der höheren Hierarchien. (…)
    Also wir stellen eine bescheidene Frage, und wir werden nachher sehen, dass die Beantwortung dieser Frage: Was machen gerade jetzt in unserem Lebensalter der Menschheit, die das 20. Jahrhundert durchläuft, in diesem Lebensalter der Menschheit, das begonnen hat im 15. Jahrhundert und bis in den Beginn des 4. Jahrtausends dauern wird, was machen die Angeloi in dem menschlichen astralischen Leibe? – für uns sehr wichtig sein wird. (…)

    Was tun die Engel in unserem astralischen Leibe? Wir können nur dann uns überzeugen, was sie da tun, wenn wir bis zu einem gewissen Grade hellsichtiger Beobachtung aufsteigen, so dass wir sehen, was in unserem astralischen Leibe drinnen sich abspielt. Also bis zu einem gewissen Grade wenigstens der imaginativen Erkenntnis muss aufgestiegen werden, wenn die angedeutete Frage beantwortet werden soll. Dann zeigt sich, dass diese Wesenheiten aus der Hierarchie der Angeloi – und in gewisser Weise jeder einzelne der Angeloi, der für jeden Menschen gewissermaßen seine Aufgabe hat, aber auch namentlich durch ihr Zusammenwirken – Bilder im menschlichen astralischen Leibe formen. (…) (aber heute gewollt: Uniformierung statt Individualität; ’sozial distancing‘ statt zusammenwirken)

    Die Engel formen im menschlichen astralischen Leib Bilder, Bilder, die man mit dem zur Hellsichtigkeit entwickelten Denken erreichen kann. (…)

    Wenn man – so sonderbar es klingt, man muss das so ausdrücken – die Engel bei dieser ihrer Arbeit betrachtet, so haben diese Engel bei dieser ihrer Arbeit eine ganz bestimmte Absicht für die künftige soziale Gestaltung des Menschenlebens auf Erden; und sie wollen solche Bilder in den menschlichen astralischen Leibern erzeugen, welche ganz bestimmte soziale Zustände im menschlichen Zusammenleben der Zukunft herbeiführen. (…)

    Es wirkt der Grundsatz, dass in der Zukunft kein Mensch Ruhe haben soll im Genüsse von Glück, wenn andere neben ihm unglücklich sind. Es herrscht ein gewisser Impuls absolutester Brüderlichkeit, absolutester Vereinheitlichung des Menschengeschlechtes, richtig verstandener Brüderlichkeit mit Bezug auf die sozialen Zustände im physischen Leben. (…) (hier klingt die ganze Frage an unsere Formen des Wirtschaftslebens an…)

    Aber es gibt noch einen zweiten Impuls, unter dessen Gesichtspunkt diese Angeloi formen; das ist: sie verfolgen nicht nur gewisse Absichten mit Bezug auf das äußere soziale Leben, sondern sie verfolgen auch gewisse Absichten mit Bezug auf die menschliche Seele, auf das seelische Leben der Menschen. Mit Bezug auf das seelische Leben der Menschen, da verfolgen sie durch ihre Bilder, die sie dem astralischen Leibe einprägen, das Ziel, dass in der Zukunft jeder Mensch in jedem Menschen ein verborgenes Göttliches sehen soll. (…)

    Den Menschen zu erfassen als Bild, das sich aus der geistigen Welt heraus offenbart, so ernst als möglich, so stark als möglich, so verständnisvoll als möglich, das wird in die Bilder durch die Angeloi gelegt. Das wird einmal, wenn es verwirklicht wird, eine ganz bestimmte Folge haben. Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, dass in jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat, nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. (…) (da erleben wir etwas noch stärkeres, das materialistisch-naturwissenschaftliche Weltbild ist zur Religion erhoben worden, die immer mehr Zwang auf die individuellen Menschen ausübt.)

    Das liegt wenigstens den Impulsen der Arbeit der Engel zugrunde: vollständige Freiheit des religiösen Lebens über die Menschen hin auszugießen. Und ein drittes liegt zugrunde: den Menschen die Möglichkeit zu geben, durch das Denken zum Geist zu gelangen, durch das Denken über den Abgrund hinweg zum Erleben im Geistigen zu kommen. Geisteswissenschaft für den Geist, Religionsfreiheit für die Seele, Brüderlichkeit für die Leiber, das tönt wie eine Weltenmusik durch die Arbeit der Engel in den menschlichen astralischen Leibern.(…) (dass aus der anthroposophischen Perspektive ein gedankliches Verstehen der Anforderungen aus der geistigen Welt möglich ist, macht gerade die Anthroposophie zum Hauptfeind der im Moment herrschenden Kräfte, was die Angriffs- und Verleumdungswelle gegen die Anthroposophie vertehen lässt)

    Und ich kann Ihnen die allerdings nicht sehr erfreuliche Versicherung geben,dass man wirklich, wenn man bewusst durchs Leben geht, heute viele, viele schlafende Menschen findet. Sie lassen geschehen, was in der Welt geschieht, ohne sich dafür zu interessieren, ohne sich darum zu bekümmern, ohne sich damit zu verbinden. Dasjenige, was vorbeigeht an großen Weltereignissen, das geht an den Menschen oftmals so vorbei, wie dasjenige, was sich in der Stadt abspielt, vor einem Schlafenden vorbeigeht, trotzdem die Leute scheinbar wach sind. (…)

    Nun ist aber das Menschengeschlecht in Bezug auf die Annäherung zu seiner Freiheit so weit fortgeschritten, dass es von dem Menschengeschlecht schon selber abhängt, ob es das betreffende Ereignis verschlafen oder mit voller Bewusstheit ihm entgegengehen will. (…) (das macht aufmerksam darauf, dass wir keine von irgendwo hrkommenden „Erlösungsengel“ erwarten dürfen. Wir stehen in der Selbstverantwortung!)

    Die Menschen erfahren etwas, was sie an jedem Menschen interessieren kann.

    Das ist das eine, und das wird das soziale Leben ganz besonders erringen. Und das zweite wird sein, dass von der geistigen Welt aus der Engel unwiderleglich dem Menschen zeigen wird, dass der Christus-Impuls außer allem übrigen auch völlige Religionsfreiheit für die Menschen bedingt, dass nur das das rechte Christentum ist, welches absolute Religionsfreiheit möglich macht. Und das dritte ist eben die unwiderlegliche Einsicht in die geistige Natur der Welt. (…)

    Nun gibt es aber, wie Sie wissen, andere Wesen in der Weltentwickelung, die ein Interesse daran haben, den Menschen aus seiner Bahn hinauszubringen: das sind die ahrimanischen und die luziferischen Wesenheiten. (…)

    Diese luziferischen Wesen haben ein hohes Interesse daran, den Menschen so zu ergreifen, dass er nicht zum freien Willen kommt, weil sie selbst den freien Willen sich nicht errungen haben. Der freie Wille kann nur auf der Erde errungen werden. (…)

    Sie hassen gewissermaßen den freien Willen des Menschen. (…)

    Dadurch würde auf der einen Seite die Gefahr erzeugt, dass der Mensch, wenn er zu früh, bevor seine volle Bewusstseinsseele funktioniert, zum geistig automatisch handelnden Wesen wird, jene Offenbarung verschläft, die kommen soll und die ich eben charakterisiert habe. (…)
    Aber auch die ahrimanischen Wesen arbeiten dieser Offenbarung entgegen. Sie streben nicht danach, den Menschen besonders geistig zu machen, aber sie streben danach, in dem Menschen das Bewusstsein seiner Geistigkeit zu ertöten. Sie streben danach, dem Menschen die Anschauung beizubringen, dass er eigentlich nur ein vollkommen ausgebildetes Tier ist. Ahriman ist in Wahrheit der große Lehrer des materialistischen Darwinismus. Ahriman ist auch der große Lehrer all derjenigen technischen und praktischen Betätigung innerhalb der Erdenentwickelung, die nichts gelten lassen will als das äußere sinnenfällige menschliche Leben, die nur eine ausgebreitete Technik haben will, damit in raffinierterer Weise der Mensch dieselben Ess- und Trinkbedürfnisse und sonstigen Bedürfnisse befriedigt, die auch das Tier befriedigt. In dem Menschen ertöten, verdunkeln das Bewusstsein, dass er ein Abbild der Gottheit ist, das streben für die Bewusstseinsseele durch allerlei raffinierte wissenschaftliche Mittel die ahrimanischen Geister in unserer Zeit an. (…)
    Erst jetzt erleben wir die Zeit, wo eine Theorie durch Wissenschaft auf bewusste Weise dem Menschen seine Göttlichkeit und die Erfahrungen über das Göttliche raubt. Das ist eben nur im Zeitalter der Bewusstseinsseele möglich. Daher streben die ahrimanischen Geister an, solche Lehren über den Menschen zu verbreiten, die den göttlichen Ursprung des Menschen verdunkeln. (…) (nur die materialistische Wissenschaft ist wissenschaftlich, durch den Transhumanismus soll der Mensch besser gemacht werden, als er durch die Zufallsprozesse der stofflichen Natur wurde, Esoterik, Homöopathie etc. sind schon fast synonym der Verschwörungstheorie die schon lange zum Synonym von Lüge wurde…)

    Und wenn das nun doch geschähe, wenn doch die Erdenmenschheit dabei beharren würde, das wichtige geistige Offenbarungsereignis der Zukunft zu verschlafen? Wenn die Menschen zum Beispiel den mittleren Teil – die auf die Religionsfreiheit bezügliche Sache verschlafen würden, wenn sie die Wiederholung des Mysteriums von Golgatha auf dem Ätherplane, von der ich oft gesprochen habe, die Wiedererscheinung des ätherischen Christus, wenn sie das verschlafen würden, oder die anderen Dinge verschlafen würden, dann müsste dasjenige, was mit den Bildern im astralischen Leibe des Menschen erreicht werden soll, auf einem anderen Wege von den Engeln angestrebt werden. (…)

    Das ist die große Gefahr für das Bewußtseinszeitalter. Das ist dasjenige Ereignis, welches sich noch vollziehen könnte, wenn die Menschen sich nicht zu dem geistigen Leben hinwenden wollten, vor dem Beginne des 3. Jahrtausends. (Hitler, Stalin, Mussolini etc. sind Repräsentanten dieses Ereignisses) Wir stehen nur noch eine kurze Zeit entfernt vor dem Beginne des 3. Jahrtausends. Es beginnt ja das 3. Jahrtausend bekanntlich mit dem Jahre 2000. Es könnte sich noch vollziehen, dass, statt mit dem wachenden Menschen, mit den schlafenden Leibern der Menschen das erreicht werden müsste, was erreicht werden soll für die Engel durch ihre Arbeit; dass die Engel ihre ganze Arbeit aus dem astralischen Leib des Menschen herausholen müssten, um sie unterzutauchen in den Ätherleib, damit sie sich verwirklichen könne. Aber der Mensch würde nicht drinnen sein! (…)
    Jetzt habe ich Ihnen die allgemeine Idee von der Sache entwickelt.

    (im Nachfolgenden wird jeder Vieles erkennen, was heutige Realität des Alltags geworden ist…)

    Aber was würde denn damit eintreten, dass die Engel eine solche Arbeit, ohne dass der Mensch dabei ist, in den Ätherleibern und in den physischen Leibern der Menschen, während sie schlafen, verrichten müssten? Dadurch würde unweigerlich ein Dreifaches in der Menschenentwickelung eintreten. Erstens würde in den schlafenden Menschenleibern, während der Mensch eben schläft, ohne dass er mit seinem Ich und seinem astralischen Leib dabei ist, etwas erzeugt, was er dann findet nicht durch Freiheit, sondern was er vorfindet, wenn er morgens aufwacht. Immer findet er es dann vor. Es wird Instinkt statt Freiheitsbewusstsein, aber es wird dadurch schädlich. Und zwar drohen schädlich zu werden gewisse instinktive Erkenntnisse, die in die Menschennatur kommen sollen und die zusammenhängen mit dem Mysterium der Geburt und der Empfängnis, der Konzeption, mit dem ganzen sexuellen Leben, wenn die Gefahr eintreten sollte, von der ich gesprochen habe, durch gewisse Engel, die dann selber eine gewisse Veränderung durchmachen würden, von der ich nicht sprechen kann, weil diese Veränderung zu jenen höheren Geheimnissen der Initiationswissenschaft gehört, von denen heute noch nicht gesprochen werden darf. Wohl aber kann man sagen: Was innerhalb der Menschheitsentwickelung geschieht, das würde darin bestehen, dass, statt in hellem, wachem Bewusstsein in nützlicher Weise, dann in schädlicher Weise, in zerstörerischer Weise gewisse Instinkte aus dem Sexualleben und Sexualwesen auftreten würden, Instinkte, die nicht bloß Verirrungen bedeuten würden, sondern die übergehen würden ins soziale Leben, die Gestaltungen hervorbringen würden im sozialen Leben; vor allen Dingen die Menschen veranlassen würden durch das, was dann in ihr Blut kommen würde infolge des Sexuallebens, jedenfalls nicht irgendwelche Brüderlichkeit auf der Erde zu entfalten, sondern sich immer aufzulehnen gegen die Brüderlichkeit. Das aber würde Instinkt sein.

    Also es kommt der entscheidende Punkt, wo gewissermaßen nach rechts gegangen werden kann: dann aber muss gewacht werden; oder nach links gegangen wird: dann kann geschlafen werden; aber Instinkte treten dann auf, Instinkte, die grauenvoll sein werden. Was werden die Naturgelehrten dann sagen, wenn solche Instinkte auftauchen ? Die Naturgelehrten werden sagen: Das ist eine Naturnotwendigkeit. Das musste so kommen, das liegt eben in der Menschheitsentwickelung. Man kann durch Naturwissenschaft auf solche Dinge nicht aufmerksam machen, denn naturwissenschaftlich würde erklärbar sein, wenn die Menschen Engel werden, und würde es auch sein, wenn die Menschen Teufel werden. Über beides hat die Naturwissenschaft dasselbe zu sagen: Es ist das Folgende aus dem Früheren hervorgegangen – die große Weisheit der Kausal-Naturerklärungen! (…)

    Das ist das eine. Das zweite ist, dass aus dieser Arbeit, aus dieser für die Engel Veränderungen hervorrufenden Arbeit noch ein zweites für die Menschheit erfolgen wird: die instinktive Erkenntnis gewisser Heilmittel, aber eine schädliche Erkenntnis gewisser Heilmittel. Alles dasjenige, was mit Medizin zusammenhängt, wird eine ungeheure, im materialistischen Sinne ungeheure Förderung erfahren. Man wird instinktiv Einsichten bekommen in die Heilkraft gewisser Substanzen und gewisser Verrichtungen, und man wird ungeheuren Schaden anrichten dadurch, aber man wird den Schaden nützlich nennen. Man wird das Kranke gesund nennen, denn man wird sehen, dass man da in eine gewisse Verrichtung hineinkommt, die einem dann gefallen wird. Es wird einem einfach gefallen, was die Menschen nach einer gewissen Richtung hin ins Ungesunde hineinführt. (…)

    Denn vor allen Dingen wird man erfahren durch gewisse Instinkte, was gewisse Substanzen und was gewisse Verrichtungen für Krankheiten hervorrufen, und man wird ganz nach egoistischen Motiven einrichten können, Krankheiten hervorzubringen, oder sie nicht hervorzubringen.

    Das dritte, was sich ergeben wird, das wird sein, dass man ganz bestimmte Kräfte kennenlernen wird, durch die man, ich möchte sagen, nur durch ganz leichte Veranlassungen, durch Harmonisierung von gewissen Schwingungen, in der Welt große Maschinenkräfte wird entfesseln können. Eine gewisse geistige Lenkung des maschinellen, des mechanischen Wesens wird man gerade auf diese Weise instinktiv erkennen lernen, und die ganze Technik wird in ein wüstes Fahrwasser kommen. Aber dem Egoismus der Menschen wird dieses wüste Fahrwasser außerordentlich gut dienen und gefallen.

    Das ist ein Stück konkreter Erfassung der Entwickelung des Daseins, ein Stück Lebensauffassung, das im Grunde genommen nur derjenige recht würdigen kann, der durchschaut, wie eine ungeistige Lebensauffassung gar nicht zur Klarheit über die Sache kommen kann. Eine ungeistige Lebensauffassung würde, wenn einmal kommen würde eine menschheitsschädigende Medizin, eine furchtbare Verirrung der sexuellen Instinkte, ein furchtbares Getriebe im reinen Weltmechanismus in der Verwertung der Naturkräfte durch Geisteskräfte, eine ungeistige Weltanschauung würde ja das alles nicht durchschauen, würde nicht sehen, wie sie abirrt vom wahren Pfade, geradesowenig wie der Schlafende, solange er schläft, sehen kann, wenn ihm der Räuber nahekommt, der ihn bestehlen will, sondern das geht an ihm vorüber. Er sieht höchstens später, wenn er aufwacht, was angerichtet worden ist. Aber das würde ein sehr schlimmes Aufwachen sein für den Menschen: Er würde sich ergötzen an einer instinktiven Erweiterung in der Kenntnis der Heilkräfte gewisser Vorgänge und gewisser Substanzen, würde ein solches Wohlgefühl empfinden in dem Verfolgen gewisser Verirrungen sexueller Instinkte, er würde preisen diese Verirrung als eine besonders hohe Ausgestaltung der Übermenschlichkeit, der Vorurteilslosigkeit, der Unbefangenheit. Hässlich würde schön und schön hässlich in gewisser Beziehung, und man würde nichts davon merken, weil man alles als eine Naturnotwendigkeit ansehen würde. Aber es würde eine Abirrung sein von demjenigen Wege, der in der Menschheit selbst der Eigenwesenheit des Menschen vorgeschrieben ist.

    Ich glaube, man kann, wenn man sich ein Gefühl dafür erworben hat, wie Geisteswissenschaft in die Gesinnung hereindringt, auch den Ernst aufbringen für solche Wahrheiten wie die heute angeführten, und man kann daraus das schöpfen, was eigentlich aus aller Geisteswissenschaft geschöpft werden soll: in dieser Geisteswissenschaft anzuerkennen eine gewisse Verpflichtung, eine gewisse Lebensverpflichtung. (…)

    Wer das Leben gerade in unserer Zeit betrachtet, der muss selber schlafen, wenn er nicht auf verschiedenes aufmerksam wird. Wie haben sich die Menschen gebrüstet, besonders in den letzten Jahrzehnten, mit ihrer «Lebenspraxis»! Man hat es endlich dahin gebracht in den letzten Jahrzehnten, dass diejenigen, die das Ideelle, das Geistige, das Spirituelle am meisten verachten, überall gerade in die führenden Stellen hineingekommen sind. Und man konnte so lange deklamieren von der Praxis dieses Lebens, solange man nicht die Menschheit in den Abgrund hineingezerrt hatte. Jetzt eben fangen einige – aber die meisten, die es tun, ganz instinktiv – an zu krächzen: Es muss eine neue Zeit kommen, es müssen allerlei neue Ideale auftreten! (und heute haben die „Lebenspraktiker“ noch eine ganz andere Sprache entwickelt und das Zerren auf den Abgrund zu hat bereits einen „Flemminge-Effekt“ erreicht; es muss oft schon nicht gezerrt werden, die Menschen rennen selbst in den Abgrund und vergöttern ihn als Paradies.)

    ENDE

    1. Lieber Francois
      Lieber Gunter
      Dieser Beitrag hat mich tief innerlich berührt. Das Lesen war für mich sehr emotional. Für mich ist wieder dieser eine wichtige Satz in mir aufgetaucht „das richtiges Interesse an jedem Menschen entwickeln“. Eine für mich wirklich schwierige Aufgabe. Sie ist mir durch diesen Artikel wieder voll ins Bewusstsein gerückt. Leichter ist es nicht geworden, aber jede Begegnung ist eine neue Chance. Vielen lieben Dank.
      Lg Michaela

  2. Das Buch von Prokoffief vertiefe ich seit einigen Jahren, jeden Tag mit einem Sternzeichen, beginnend bei den Fischen, rückwärts verlaufend und endend beim Widder; kann ich wärmstens empfehlen, leichte Kost ist es nicht, rätselhaft, wie vieles in dieser Thematik; das Zusammenwachsen der 7 Glieder des Menschen, vom physischen Leib bis zum Geistesmenschen mit dem „mystischen Lamm“ ist ein kräftiges Bild.
    Also, versenkt euch während der 12 (13?…da rätsel ich jedes Jahr) heiligen Nächte in die heiligsten Geheimnisse des Kosmos!

  3. Lieber François,
    ja in der Tat gibt es sehr viel zu lesen über die Raunächte, oder Heiligen Nächte wie sie auch genannt werden. Ab dem 21. Dezember erwacht ja die Natur langsam wieder zu neuem Leben, nachdem sie sich zurückgezogen hatte. Wenn wir uns jetzt mit der Natur draußen bewusster verbinden und mit dem ganzen Kosmos, dann können wir selbst innerlich auch neu erwachen.
    Wir (also mein Mann und ich) handhaben es jedes Jahr ein bisschen anders, aber immer mit kleinen Ritualen.
    Dieses Jahr sind auf einem runden großen Teller 12 Kerzen im Kreis angeordnet und in der Mitte eine 13te.
    Diese 13. wird am 24. Dezember angezündet, dann jeden Tag eine weitere bis zum 6. Januar, da brennen dann alle.
    Wir verbinden uns dann jeden Tag ganz bewusst mit dem Thema „Dunkelheit und Licht“ und zwar in Verbindung mit unseren Seelenkräften „Denken, Fühlen, Wollen“. Zunächst im Stillen jeder für sich und dann kann der, der darüber sprechen möchte sich mitteilen. Es ist kein muss.
    Auf diese Weise wird uns jeden Tag bewusst, was unsere Seelenkräfte gerade verdunkelt oder erhellt, was uns fehlt, was wir brauchen, wo wir gerade gut in der Kraft, im Lichten, Hellen sind und wie wir die Kraft oder das Lichte/Helle im Leben einsetzen können.
    Mit dem Text: „Eine Brücke ist der Mensch…“ von Rudolf Steiner aus GA 40, S.143 „Wahrspruchworte“, schließen wir das Ritual dann jeweils ab.

    Was auch schön ist, ist sich an jedem dieser Tage etwas tiefer mit dem Thema dieser 12 Heiligen Nächte zu beschäftigen und zwar im Zusammenhang mit den Engelshierarchien.
    Da gibt es ein schönes Buch von Sergei O. Prokofieff „Die zwölf heiligen Nächte und die Geistigen Hierarchien“. Da kann man dann einfach jeden Tag einen Abschnitt lesen und vertieft dadurch dieses Thema in sich.

    Lieben Dank François, dass du dieses Thema angestoßen hast. Wenn wir uns gegenseitig teilhaben lassen, wie jeder die Tage für sich gestaltet, dann bereichert uns das alle. Es ist Ein Geben und Nehmen. Ich freue mich auf die Impulse von Euch allen.

    Herzliche Grüße
    Candida

    1. Liebe Candida,

      ich danke dir sehr für deine ausführliche Darstellung, du gewährst uns sehr tiefen Einblicke in die Weise, wie du/ ihr mit den Raunächten umgeht. Noch dazu gibt’s Hinweise, was man lesen könnte, wenn man möchte. Wow, das ist aus meiner Sicht rundum hilfreicher Beitrag (in der Wirtschaft würde man wohl sagen: Da wurde ein Mehrwert geschaffen)!

      Gestern noch war ich im Zweifel, ob ich das Setzen dieses neuen Themas für dieses Jahr lieber hätte bleiben lassen sollen. Es gab in den letzten Wochen ja schon viele neue Themen, das online-cafe und das Beten zum Beispiel. Aber mit deinem Impuls erkenne ich wieder einmal wie wertvoll es sein kann, wenn aus der Gemeinschaft Beiträge kommen, die unsere Anliegen weiter tragen, wiederum mit dem Ziel für die Gemeinschaftsbildung. Ich glaube, jetzt brauche ich keine Reue mehr haben.

      Herzlichen Gruß,
      François

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