Beten

„Wenn gar nichts mehr geht, dann hilft nur noch beten…“ – das sagt man doch so, oder? Aber warum könnte beten helfen und was passiert eigentlich dabei- werden tatsächlich Kräfte in Gang gesetzt, und wie kann man sich das vorstellen? Und was spielt sich in mir ab, wenn ich bete? Was fühle ich dabei? Ist das Herz dabei- oder nur der Kopf? Und wie kann ich meinen Umgang damit finden, ohne das es einen Touch von Peinlichkeit hat?

Das sind aktuell Fragen, die mich interessieren. Ich glaube es ist sowohl eine Reise ins Innere, wo man empfindend und tastend Schritt für Schritt schaut, was sich wahrhaftig anfühlt. Aber es könnte auch eine sehr konstruktive Entwicklung im Sozialen Miteinander bewirken, wenn man beten im Sinne einer Gemeinschaftsbildung betrachtet. Ganz schön finde ich in diesem Kontext den Spruch von Rudolf Steiner, Freundschaft:

Das, was hier geschieht,
durch Liebe, durch Freundschaft, inniges Einander-Verstehen,
das sind Bausteine,
die da oben in der geistigen Region Tempel bauen,
und es muss für die Menschen, die diese Gewissheit durchdringt,
ein erhebendes Gefühl sein, zu wissen, dass,
wenn sich hier schon von Seele zu Seele Bande schlingen,
das die Grundlage ist eines ewigen Werdens.

Aus meines Sicht ist das Spiel völlig offen, wie wir das Thema „Beten“ künftig behandeln werden. Es gibt keinen fertigen Plan. Es soll ja lebendig sein. Schauen wir mal welche Anregungen es geben wird.

François, 18. Dezember 2021

9 Gedanken zu „Beten“

  1. Den Beitrag von Sibiylle nehme ich dankbar an und werde ihre so schöne Zusammenfassung zum „Vater Unser“ in Kombination mit den Chakren in Zukunft in meinen besinnlichen Momenten des Alltags mit einbinden versuchen…

    Mein Beten findet im Rahmen meiner Mittagsmalzeit statt.
    Es bietet mir die Möglichkeit, Bewusst und klar mich zu Besinnen und zu Danken.

    Dabei öffne ich meine Arme zu den Seiten und spreche mal laut aus mir heraus, mal still in mich hinein.

    In meinem Gebet benenne ich meine verstorbenen Ahnen, mein höheres Selbst, Christus in mir, all meine treuen Seelenbegleiter, alle mich wohlwollend begleitenden Wesenheiten wie auch Erzengel Michael.

    Meine Gebet beginnt mit einem Dank… Der Dank steht im Vordergrund. Der Dank für dieses Leben, diesen Körper, diesen Moment, diese Malzeit…
    Danach segne ich mit Hilfe all meiner Begleiter das Leben, meinen Körper, den Moment und meine Malzeit…

    Den Raum dazwischen nutze ich, um zu Bitten:
    Darum, meine wahre Berufung, mein wahres Selbst zu erfahren und leben zu können in all seiner Vielfalt, um dadurch im Dienste meines höheren Selbst all das erfüllen, was meine Seele in diesem Leben sich vorgenommen hat.
    Dann bitte ich um die Kraft und Zuversicht, um all meine Aufgaben die ich in diesem Leben zu meistern habe auch gut meistern zu können – im Sinne der Weiterentwicklung unsere Menschheit und dem, wo die Reise mit uns hingehen soll…

    Ein „richtiges“ Beten ist mir bisher noch eher Neuland.
    Doch ab und an übe ich mich in der ein oder anderen neuen Variante und freue mich, immer mehr von diesen Momenten in meinen Alltag integrieren zu können.
    Weil sie mich verbinden mit dem was für mich Heimat ist.

  2. Ihr Lieben,
    auch mich begleitet das Gebet im Leben. Da in meinem Fall die Seelenstimmung sehr unterschiedlich sein kann, habe ich auch unterschiedliche Seelenhaltungen während des Betens. Weil ich schon 63 Jahre getragen werde, danke ich Christus, meinem Schutzengel und den Hierarchien, dass sie mich bisher so wunderbar getragen haben, ich hätte die Geduld mit mir schon längst verloren.
    Wenn ich oder eine mir bekannte Person oder Situation ein Problem hat, für die ich keine Lösung kenne, bitte ich um Weisheit zur Erkenntnis und bzw. oder Kraft es zu tragen/annehmen. Bin ich in einem Gedankenkarussel, ohne Ausweg, bitte ich um innere Ruhe und Vertrauen um horchen zu können. Ich achte dann auf eine Antwort oder Veränderung.
    Das Gebet ist eine Verbindung zur geistigen Welt. Ich bete gerne das Vaterunser in Verbindung mit den Chakren. Dabei richte ich die Aufmerksamkeit auf das jeweilige Chakra, lege die Worte hinein und lausche auf das was es bewirkt.
    Kronenchakra: Vater unser, der du bist im Himmel
    Halsregion: Geheiligt werde Dein Name
    Herzregion: Dein Reich komme
    Sakral Chakra (Achse bilden): Dein Wille geschehe; Wie im Himmel so auf Erden
    Wurzel Chakra (Verankerung des Ganzen): Unser täglich Brot gib uns heute
    Sakral Chakra/Ätherleib/Lebensleib/1. Aura Schicht etwa 20cm um den physischen Körper: Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigen
    Solar Plexus (Bezogen auf das weitere Ausrichten im Raum. 2. Aura Schicht/Astralleib etwa 70 cm um den physischen Leib): entweder: Und führe uns nicht in Versuchung oder: und führe uns in der Versuchung
    Stirn Chakra(Konzentrationspunkt): Sondern oder: Und erlöse uns von dem Bösen
    Herzregion: Denn Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

    Wenn man es 2-3 mal übt, wird es vertraut und bewirkt eine innige Verbindung zur geistigen Welt.
    Ich habe dadurch eine tiefe Beziehung zum Vater unser bekommen.

    Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit während der heiligen Nächte.

    1. Liebe Sibylle, toll, man bekommt eine Idee wann du was betest bzw. an wen du dich dabei wendest. Das ist für mich griffig. Auch dein Beispiel vom Vaterunser ist sehr konkret und daher auch sehr anschaulich. Herzlichen Dank und Frohe Weihnachten! François

  3. Lieber Francois,
    Die Zeit des Gebets ist für mich eine „Auszeit“. Ich steige mit einem kleineren oder größeren Schritt aus der Zeit des Alltäglichen bewusst hinein in meinen „Innenraum“, der zwar räumlich gedacht ist aber mehr die Qualität von Dauer hat. Vielleicht das Ewige in mir ? Ich stimme mich ein auf die göttlichen Gegenwart in mir selbst und in allem, was mich umgibt (Alles ist Eins), ich stimme mich bewusst ein auf die Weisheit meiner Seele und die Wahrheit meines Herzens. Weiters rufe ich an mein Höheres Selbst in Christus und danke meinen geistigen Begleitern für ihren Segen, ihre Gnade und ihren Beistand. Es ist wie ein Eingangsritual ,das eine bestimmte Schwingung oder Frequenz in mir hervorruft, und als eine Vertiefung empfunden wird. Dann beginne ich mit meinem inneren Anliegen/Gebet, das aber nur in Ausnahmefällen mit persönlichen Problemen zu tun hat. Es sind auch keine Bitten, die ich ausspreche und ich führe auch keine Unterhaltung mit der geistigen Welt, sondern ich empfinde das Gebet eher wie wenn ich einen Lichtkanal öffne, zwischen der irdischen Welt hier und der geistigen Welt., über den aus der Tiefe meines Herzens meine Absicht und mein Wunsch für das Wohlergehen, oder die Heilung, oder die ERkenntnis, oder die Stärkung, oder die Öffnung etc… vermittelt wird. Die Worte als Kraftgestalten kommen wie von selbst,wenn ich ganz bei mir und in der Tiefe bin. Sie sind in der Regel ausgerichtet auf die göttliche Ordnung und zum Wohle Aller. Bete ich für Jemanden, von dem ich weiss, dass es ihm nicht gut geht, dann auch in der Weise, dass ihm all dies was derjenige braucht, zukommen möge, alle Kraft, alle Liebe, alle Klarheit, alle Heilung etc. ( Nichts konkret von mir formuliert, denn ich kann nicht wissen, was Jener braucht…) Ich lege es voller Vertrauen in die Kräfte und die Weisheit der geistigen Welt und seiner Seele. Durch die Konzentration und die Formulierung der Worte und Sätze, erfahre ich einen Zustand, der mit tiefer Ruhe, Vertrauen undinnerer Aufrichtung bezeichnet werden kann. Zum Schluss danke ich für all das Gute, Wahre und das Schöne, das mir wiederfährt und in meinem Leben vorhanden ist und all die Fähigkeiten und Möglichkeiten, die mir das Leben bietet. Ich danke auch für meine Verbindung zur geistig/seelischen Welt und all den Lehrern, die mich auf diesen Weg geführt und begleitet haben. „Amen so sei“ es ist dann der Abschluss mit Überzeugung gesprochen…. Oft schließe ich auch an mit einem Gebet/Spruch von R. Steiner, den er als Mantra für Gesundheit gegeben hat:
    Oh Gottes Geist erfülle mich…
    erfülle mich in meiner Seele
    meiner Seele leihe starke Kraft
    starke Kraft auch meinem Herzen
    meinem Herzen, das dich sucht
    sucht durch tiefe Sehnsucht
    Sehnsucht nach Gesundheit
    Gesundheit und Starkmut
    Starkmut, der in meine Glieder strömt
    strömt wie edles Gottgeschenk
    Gottgeschenk von Dir
    Oh Gottes Geist erfülle mich! ( Spreche ich es für andere, dann natürlich in der 3.Person

    1. Liebe Angelika,

      vielen Dank für deine Worte. Hmm, jetzt bin ich in Verlegenheit, was ich schreibe. Mir kam nämlich der ein oder andere Gedanke aus deine Worten entgegen, den ich besonders schön und ansprechend finde. Gleichzeitig möchte ich dasjenige, was du hier für mich/ für uns ausgebreitet hast nicht dadurch zerpflücken, indem ich mit dem Finger darauf zeige, was mir besonders gut gefällt (wie bei einem Buffet) :-). Daher schweige ich lieber, und lasse mich noch eine Weile innerlich vom Klang deines Textes berühren. Herzlichen Dank und Frohe Weihnachten. François

  4. Lieber François,

    Beten ist für mich eine Beziehung aufbauen und pflegen mit Wesenheiten der geistigen Welt. Bei mir sind es der Christus, Erzengel Michael und mein persönlicher Engel.
    Mit dem Christus habe ich eine Beziehung aufgebaut und verbinde mich regelmäßig im Gespräch mit ihm, um immer mehr mit meinem „Ich-Bin“ Kontakt zu bekommen, also einer Kraft in mir die mir mehr und mehr bewusst wird.
    Mit dem Erzengel Michael verbinde ich mich, wenn es um das Thema Mut geht. Beide Beziehungen, die mit der Christus-Wesenheit und die mit Erzengel Michael helfen mir, dass ich beginne immer mehr den Mut zu haben die zu sein die ich bin, aber nicht auf eine egoistische Weise sondern mit Herz. Aber auch was es bedeutet mich selbst zu schützen, damit ich mich nicht verliere.
    Das beinhaltet auch immer wieder das Scheitern. Aber dann schaue ich was es von mir noch braucht. Das Beten, also die Beziehungsaufnahme mit diesen Wesenheiten führen dazu,
    dass plötzlich Impulse in mir aufsteigen, die mir den nächsten Schritt möglich machen.
    Mit meinem persönlichen Engel habe ich eine ganz enge Beziehung, denn mir ist bewusst je konkreter ich meine Aufgaben angehe und mich weiterentwickle, je mehr helfe ich oder trage ich dazu bei, dass sich mein persönlicher Engel selbst auch weiterentwickelt.
    Ich verbinde mich also täglich mit diesen Wesen und spreche mit ihnen. Das ist für mich beten. Weil ich mich mitteile, manchmal auch bitte um Kraft, oder um Kraft bitte für bestimmte Menschen denen es gerade schlecht geht. Manchmal ist es auch nur ein verbinden und still werden mit ihnen. Manchmal werden mir aus dieser Ruhe heraus Fragen gestellt, die mir Impulse sind, mich auf einer tieferen Eben damit zu beschäftigen.
    Dann bete ich auch oft ganz klassisch das Vaterunser so wie Jesus es lehrte oder wie Rudolf Steiner es überliefert hat. (GA 96)
    Also für mich ist Beten eine ganz persönliche Beziehung pflegen zu diesen Wesenheiten der geistigen Hierarchien.
    Es kommt aus meinem inneren tiefen Bedürfnis, dass ich diese Beziehung pflege. Dabei ist es nicht so, dass ich mir wünsche, dass die geistigen Wesen mir meine Probleme abnehmen oder
    mich davor bewahren, sondern es ist ein geistiger Ort in den ich dann eintauche und darin Kraft tanke mir und anderen im Alltag zu helfen. Dabei teile ich auch schöne Erfahrungen mit diesen Wesenheiten, das ist ganz wichtig, denn das ist Nahrung für diese Wesen, das spüre ich dann richtig, weil plötzlich eine doppelte Freude in mir aufblüht.
    Folgender Spruch von Rudolf Steiner ist mir dabei hilfreich:

    „Es bedarf der Mensch der inneren Treue,
    der Treue zu der Führung der geistigen Wesen.
    Er kann auf dieser Treue auferbauen sein
    ewiges Sein und Wesen.
    Und das Sinnensein dadurch mit ewigem Licht
    durchströmen und durchkraften“.
    12 April 1923 Rudolf Steiner

    Es gibt noch viel mehr zu sagen über das Thema Beten. Schön dass du diesen Impuls gegeben hast sich mal darüber auszutauschen.
    Liebe Grüße
    Candida

    1. Liebe Candida, ich fühle mich sehr ergriffen und gerührt von deinen Worten. Könnte damit zu tun haben, dass ich eine ähnliche Empfindung von den Dingen habe, wie du sie beschreibst. Ich stelle fest, das nichts von dem wie du es sagst mir fremd oder peinlich erscheint, sondern wie organisch, richtig und naheliegend. Und ich finde es schön das Beten mit „in Beziehung gehen“ zu vergleichen. Für mich passt das irgendwie, ist stimmig. Danke dir!

      LG
      François

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