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	<title>AnthroWorld - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28677</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-27T15:06:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Austausch mit dem Publikum 01:02:20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Transkription 100% Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Angst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Die &#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum [[Christus]] ist und zur [[Auferstehung]], desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was diese [[Moralität]] zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten [[Anthroposophie]]. Nämlich, dass wir in der [[Waldorfschule]] zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum &#039;&#039;&#039;Christuswesen&#039;&#039;&#039; zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem [[Tod|Tode]], reduziert bis auf unseren [[Geistiger Wesenskern|geistigen Wesenskern]], der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; zu &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039;. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:55:26]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}[[Jahresfeste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den [[Kind|Kindern]] etwas in die [[Seele]] zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die &#039;&#039;&#039;Jahresfeste&#039;&#039;&#039;. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das [[Osterfest]] und zum anderen [[Michaeli]]. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden &#039;&#039;&#039;Jahresfesten&#039;&#039;&#039; haben und mit den Kindern zusammen diese &#039;&#039;&#039;Jahresfeste&#039;&#039;&#039; begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen.“ | Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:57:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Diesbezüglich haben wir einige Aussagen [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]], dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; noch nicht so betrübt mit einer leichten [[Traurigkeit]] zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der [[Aufgaben]], die uns Menschen gestellt werden, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
[[Kosmos der Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem [[Kosmos der Weisheit]] in den &#039;&#039;&#039;Kosmos der Liebe&#039;&#039;&#039;. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese [[Liebe]], Fähigkeit, dieses [[Vertrauen]] in uns, in den [[Christus]] gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Michaeli]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und schließlich haben wir im [[Herbst]], und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt [[Rudolf Steiner]], dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem &#039;&#039;&#039;Michaeli&#039;&#039;&#039;-Fest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die [[Auferstehung]] des Menschen innerhalb der todwerdenden [[Natur]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:57:08]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[[Rudolf Steiner]] sagt, dass die [[Kind|Kinder]], die im [[Westen]] geboren werden und die Kinder, die im [[Osten]] geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer [[Inkarnation]] und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039;. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; ist die [[Erziehung]] des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}[[Ostern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „&#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; bedeutet die [[Auferstehung]] der Natur und der Naturwesen, denn alles in der [[Natur]], wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des [[Christus]] sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das [[Mysterium von Golgatha]] hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden.” [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:57:08]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Skeptiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den [[Kind|Kindern]] ein [[Licht]] zu geben, das aus der [[Geisterkenntnis]] heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu &#039;&#039;&#039;Skeptikern&#039;&#039;&#039;. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem [[Christus]] und der Göttlichkeit“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
* „Scheitern gehört dazu. [[Mut]] zum [[Scheitern]]. Auch das schafft &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in das eigene Leben. Und dieses &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039;, diese Kraft des &#039;&#039;&#039;Vertrauens&#039;&#039;&#039;, die brauchen wir sehr dringend.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28676</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28676"/>
		<updated>2025-08-27T15:03:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Angst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Die &#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum [[Christus]] ist und zur [[Auferstehung]], desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was diese [[Moralität]] zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten [[Anthroposophie]]. Nämlich, dass wir in der [[Waldorfschule]] zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum &#039;&#039;&#039;Christuswesen&#039;&#039;&#039; zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem [[Tod|Tode]], reduziert bis auf unseren [[Geistiger Wesenskern|geistigen Wesenskern]], der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; zu &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039;. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:55:26]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}[[Jahresfeste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den [[Kind|Kindern]] etwas in die [[Seele]] zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die &#039;&#039;&#039;Jahresfeste&#039;&#039;&#039;. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das [[Osterfest]] und zum anderen [[Michaeli]]. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden &#039;&#039;&#039;Jahresfesten&#039;&#039;&#039; haben und mit den Kindern zusammen diese &#039;&#039;&#039;Jahresfeste&#039;&#039;&#039; begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen.“ | Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:57:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Diesbezüglich haben wir einige Aussagen [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]], dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; noch nicht so betrübt mit einer leichten [[Traurigkeit]] zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der [[Aufgaben]], die uns Menschen gestellt werden, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
[[Kosmos der Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem [[Kosmos der Weisheit]] in den &#039;&#039;&#039;Kosmos der Liebe&#039;&#039;&#039;. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese [[Liebe]], Fähigkeit, dieses [[Vertrauen]] in uns, in den [[Christus]] gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Michaeli]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und schließlich haben wir im [[Herbst]], und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt [[Rudolf Steiner]], dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem &#039;&#039;&#039;Michaeli&#039;&#039;&#039;-Fest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die [[Auferstehung]] des Menschen innerhalb der todwerdenden [[Natur]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:57:08]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[[Rudolf Steiner]] sagt, dass die [[Kind|Kinder]], die im [[Westen]] geboren werden und die Kinder, die im [[Osten]] geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer [[Inkarnation]] und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039;. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; ist die [[Erziehung]] des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}[[Ostern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „&#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; bedeutet die [[Auferstehung]] der Natur und der Naturwesen, denn alles in der [[Natur]], wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des [[Christus]] sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das [[Mysterium von Golgatha]] hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden.” [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:57:08]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Skeptiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den [[Kind|Kindern]] ein [[Licht]] zu geben, das aus der [[Geisterkenntnis]] heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu &#039;&#039;&#039;Skeptikern&#039;&#039;&#039;. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem [[Christus]] und der Göttlichkeit“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
* „Scheitern gehört dazu. [[Mut]] zum [[Scheitern]]. Auch das schafft &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in das eigene Leben. Und dieses &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039;, diese Kraft des &#039;&#039;&#039;Vertrauens&#039;&#039;&#039;, die brauchen wir sehr dringend.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
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		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28672</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-27T14:54:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Angst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Die &#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum [[Christus]] ist und zur [[Auferstehung]], desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was diese [[Moralität]] zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten [[Anthroposophie]]. Nämlich, dass wir in der [[Waldorfschule]] zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum &#039;&#039;&#039;Christuswesen&#039;&#039;&#039; zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem [[Tod|Tode]], reduziert bis auf unseren [[Geistiger Wesenskern|geistigen Wesenskern]], der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; zu &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039;. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:55:26]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}[[Jahresfeste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den [[Kind|Kindern]] etwas in die [[Seele]] zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die &#039;&#039;&#039;Jahresfeste&#039;&#039;&#039;. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das [[Osterfest]] und zum anderen [[Michaeli]]. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden &#039;&#039;&#039;Jahresfesten&#039;&#039;&#039; haben und mit den Kindern zusammen diese &#039;&#039;&#039;Jahresfeste&#039;&#039;&#039; begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen.“ | Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:57:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Diesbezüglich haben wir einige Aussagen [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]], dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; noch nicht so betrübt mit einer leichten [[Traurigkeit]] zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der [[Aufgaben]], die uns Menschen gestellt werden, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
[[Kosmos der Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem [[Kosmos der Weisheit]] in den &#039;&#039;&#039;Kosmos der Liebe&#039;&#039;&#039;. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese [[Liebe]], Fähigkeit, dieses [[Vertrauen]] in uns, in den [[Christus]] gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[[Rudolf Steiner]] sagt, dass die [[Kind|Kinder]], die im [[Westen]] geboren werden und die Kinder, die im [[Osten]] geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer [[Inkarnation]] und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039;. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; ist die [[Erziehung]] des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}[[Ostern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „&#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; bedeutet die [[Auferstehung]] der Natur und der Naturwesen, denn alles in der [[Natur]], wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des [[Christus]] sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das [[Mysterium von Golgatha]] hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden.” [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:57:08]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Skeptiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den [[Kind|Kindern]] ein [[Licht]] zu geben, das aus der [[Geisterkenntnis]] heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu &#039;&#039;&#039;Skeptikern&#039;&#039;&#039;. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem [[Christus]] und der Göttlichkeit“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
* „Scheitern gehört dazu. [[Mut]] zum [[Scheitern]]. Auch das schafft &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in das eigene Leben. Und dieses &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039;, diese Kraft des &#039;&#039;&#039;Vertrauens&#039;&#039;&#039;, die brauchen wir sehr dringend.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
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{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28671</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28671"/>
		<updated>2025-08-27T14:38:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Angst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Die &#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum [[Christus]] ist und zur [[Auferstehung]], desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was diese [[Moralität]] zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten [[Anthroposophie]]. Nämlich, dass wir in der [[Waldorfschule]] zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum &#039;&#039;&#039;Christuswesen&#039;&#039;&#039; zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem [[Tod|Tode]], reduziert bis auf unseren [[Geistiger Wesenskern|geistigen Wesenskern]], der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; zu &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039;. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:55:26]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Diesbezüglich haben wir einige Aussagen [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]], dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; noch nicht so betrübt mit einer leichten [[Traurigkeit]] zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der [[Aufgaben]], die uns Menschen gestellt werden, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
[[Kosmos der Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem [[Kosmos der Weisheit]] in den &#039;&#039;&#039;Kosmos der Liebe&#039;&#039;&#039;. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese [[Liebe]], Fähigkeit, dieses [[Vertrauen]] in uns, in den [[Christus]] gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[[Rudolf Steiner]] sagt, dass die [[Kind|Kinder]], die im [[Westen]] geboren werden und die Kinder, die im [[Osten]] geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer [[Inkarnation]] und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039;. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; ist die [[Erziehung]] des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Skeptiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den [[Kind|Kindern]] ein [[Licht]] zu geben, das aus der [[Geisterkenntnis]] heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu &#039;&#039;&#039;Skeptikern&#039;&#039;&#039;. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem [[Christus]] und der Göttlichkeit“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
* „Scheitern gehört dazu. [[Mut]] zum [[Scheitern]]. Auch das schafft &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in das eigene Leben. Und dieses &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039;, diese Kraft des &#039;&#039;&#039;Vertrauens&#039;&#039;&#039;, die brauchen wir sehr dringend.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
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{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28590</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28590"/>
		<updated>2025-08-23T16:44:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Angst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Die &#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum [[Christus]] ist und zur [[Auferstehung]], desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was diese [[Moralität]] zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten [[Anthroposophie]]. Nämlich, dass wir in der [[Waldorfschule]] zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum &#039;&#039;&#039;Christuswesen&#039;&#039;&#039; zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Diesbezüglich haben wir einige Aussagen [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]], dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; noch nicht so betrübt mit einer leichten [[Traurigkeit]] zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der [[Aufgaben]], die uns Menschen gestellt werden, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
[[Kosmos der Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem [[Kosmos der Weisheit]] in den &#039;&#039;&#039;Kosmos der Liebe&#039;&#039;&#039;. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese [[Liebe]], Fähigkeit, dieses [[Vertrauen]] in uns, in den [[Christus]] gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[[Rudolf Steiner]] sagt, dass die [[Kind|Kinder]], die im [[Westen]] geboren werden und die Kinder, die im [[Osten]] geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer [[Inkarnation]] und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039;. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; ist die [[Erziehung]] des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Skeptiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den [[Kind|Kindern]] ein [[Licht]] zu geben, das aus der [[Geisterkenntnis]] heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu &#039;&#039;&#039;Skeptikern&#039;&#039;&#039;. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem [[Christus]] und der Göttlichkeit“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
* „Scheitern gehört dazu. [[Mut]] zum [[Scheitern]]. Auch das schafft &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in das eigene Leben. Und dieses &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039;, diese Kraft des &#039;&#039;&#039;Vertrauens&#039;&#039;&#039;, die brauchen wir sehr dringend.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
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{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28589</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28589"/>
		<updated>2025-08-23T16:35:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Angst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Die &#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum [[Christus]] ist und zur [[Auferstehung]], desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was diese [[Moralität]] zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten [[Anthroposophie]]. Nämlich, dass wir in der [[Waldorfschule]] zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum &#039;&#039;&#039;Christuswesen&#039;&#039;&#039; zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Diesbezüglich haben wir einige Aussagen [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]], dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; noch nicht so betrübt mit einer leichten [[Traurigkeit]] zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der [[Aufgaben]], die uns Menschen gestellt werden, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
[[Kosmos der Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem [[Kosmos der Weisheit]] in den &#039;&#039;&#039;Kosmos der Liebe&#039;&#039;&#039;. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese [[Liebe]], Fähigkeit, dieses [[Vertrauen]] in uns, in den [[Christus]] gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Skeptiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den [[Kind|Kindern]] ein [[Licht]] zu geben, das aus der [[Geisterkenntnis]] heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu &#039;&#039;&#039;Skeptikern&#039;&#039;&#039;. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem [[Christus]] und der Göttlichkeit“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Den Kindern Orientierung geben 00:52:12|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:52:12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
* „Scheitern gehört dazu. [[Mut]] zum [[Scheitern]]. Auch das schafft &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in das eigene Leben. Und dieses &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039;, diese Kraft des &#039;&#039;&#039;Vertrauens&#039;&#039;&#039;, die brauchen wir sehr dringend.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
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		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28588</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28588"/>
		<updated>2025-08-23T16:21:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Angst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Die &#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum [[Christus]] ist und zur [[Auferstehung]], desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was diese [[Moralität]] zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten [[Anthroposophie]]. Nämlich, dass wir in der [[Waldorfschule]] zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum &#039;&#039;&#039;Christuswesen&#039;&#039;&#039; zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
[[Kosmos der Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem [[Kosmos der Weisheit]] in den &#039;&#039;&#039;Kosmos der Liebe&#039;&#039;&#039;. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese [[Liebe]], Fähigkeit, dieses [[Vertrauen]] in uns, in den [[Christus]] gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
* „Scheitern gehört dazu. [[Mut]] zum [[Scheitern]]. Auch das schafft &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in das eigene Leben. Und dieses &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039;, diese Kraft des &#039;&#039;&#039;Vertrauens&#039;&#039;&#039;, die brauchen wir sehr dringend.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft des Vertrauens 00:48:31|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:48:31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28587</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28587"/>
		<updated>2025-08-23T12:52:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was diese [[Moralität]] zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten [[Anthroposophie]]. Nämlich, dass wir in der [[Waldorfschule]] zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum &#039;&#039;&#039;Christuswesen&#039;&#039;&#039; zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28586</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-23T12:43:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Auferstehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]]: &amp;quot;Das Wesen der [[Erde]] ist der [[Tod]].&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039;. Und genau diese Verbindung zur &#039;&#039;&#039;Auferstehung&#039;&#039;&#039; ist es, was den [[Kind|Kindern]] im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verbindung zum Christuswesen 00:44:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:44:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
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{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
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{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
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{{BS|I}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28585</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28585"/>
		<updated>2025-08-23T12:28:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten können, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität. &lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039;, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die [[Kind|Kinder]] erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
[[Gute|Gute, das]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die [[Kind|Kinder]] spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also [[Rudolf Steiner]] sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, &#039;&#039;&#039;das Gute&#039;&#039;&#039; zu lieben und nicht [[das Böse]] lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle [[Autorität]].&amp;quot; [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
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{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28584</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28584"/>
		<updated>2025-08-23T12:02:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vertrauen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der [[Waldorfschule]] am Ende ist, das Kind in [[Freiheit]] zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. [[Selbstvertrauen]], &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab &#039;&#039;&#039;Vertrauen&#039;&#039;&#039; in dich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00:40:06|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:40:06]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28583</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28583"/>
		<updated>2025-08-23T11:50:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
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{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
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* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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* „Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was [[Rudolf Steiner]] meint mit &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039;. Dieses Element der &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. [...] Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische [[Lebendigkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
[[Liebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „ Der Lehrer soll &#039;&#039;&#039;Liebe&#039;&#039;&#039; hineingießen in die [[Seele]] des [[Kind|Kindes]]. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, Liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}[[Naturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der [[Tod]] der [[Seele]]. Denn diese materialistische &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaft&#039;&#039;&#039; verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren [[Verhärtung]] geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der [[Waldorfschule]] sollte das nicht forciert werden.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:36:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|V}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28582</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-23T10:22:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum [[Lebendiges Denken|lebendigen Denken]] nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des &#039;&#039;&#039;Ätherleibes&#039;&#039;&#039; ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
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{{BS|D}}[[Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Weg zur [[Seele]] des [[Kind|Kindes]] führt über eine neue Art des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;. Und das heißt, wir müssen das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; oder auch [[Vorstellen]], das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039; gibt es denn? Und [[Rudolf Steiner]] unterscheidet hier zwei Arten des &#039;&#039;&#039;Denkens&#039;&#039;&#039;, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; und das lebendig-schöpferische &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039;.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
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{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|L}}[[Lebendiges Denken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Weil wir die Schwelle zum &#039;&#039;&#039;lebendigen Denken&#039;&#039;&#039; nicht überschritten haben in der [[Selbsterziehung]]. Denn in der [[Anthroposophisch|anthroposophischen]] Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das &#039;&#039;&#039;lebendige Denken&#039;&#039;&#039; in erster Linie eine Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibes]] ist.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:29:38]]&lt;br /&gt;
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{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28541</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28541"/>
		<updated>2025-08-20T18:09:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
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* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
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{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
* „Und das bedeutet im Grunde, dass &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]], so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:28:50]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
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{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28540</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-20T18:04:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
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{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
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{{BS|P}}[[Pubertät]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der &#039;&#039;&#039;Pubertät&#039;&#039;&#039;. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das [[Denken]] und sie dann in die [[Freiheit]] zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:27:27]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|X}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28539</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28539"/>
		<updated>2025-08-20T16:03:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
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{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
* „Dann haben wir dieses &#039;&#039;&#039;Schuljahrsiebt&#039;&#039;&#039; von sieben bis 14 Jahren. ... Dieser [[Wille]] wird gezähmt, könnte man sagen, und das [[Gefühlsleben]] wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:26:58]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28538</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28538"/>
		<updated>2025-08-20T15:50:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
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{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
[[Willenswesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und vor diesem &#039;&#039;&#039;Willenswesen&#039;&#039;&#039; und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses [[Erdenleben]] und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen, alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28536</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-20T15:42:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
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* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
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* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
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* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
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{{BS|0-9}}[[1. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, das bezieht sich auf das &#039;&#039;&#039;erste Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser [[Mensch]], der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:23:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28534</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28534"/>
		<updated>2025-08-20T15:36:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von [[Rudolf Steiner]], den er den Waldorflehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in [[Ehrfurcht]] empfangen, in [[Liebe]] erziehen und in [[Freiheit]] entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein soll, was die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; sein kann.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was Waldorfpädagogik will 00:22:09|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:22:09]]&lt;br /&gt;
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{{BS|0-9}}[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28533</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28533"/>
		<updated>2025-08-20T15:29:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
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{{BS|A}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
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{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
[[Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns &#039;&#039;&#039;Mitteleuropa&#039;&#039;&#039;, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese [[Aufrichtekraft]] enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025# Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
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{{BS|V}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und für den &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; ist es dann wichtig, so sagt [[Rudolf Steiner]], dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle [[Autorität]]. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:19:14]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|Y}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|Z}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28492</id>
		<title>Anthroposophische Initiativen und Webseiten</title>
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		<updated>2025-08-20T13:47:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Spiritualität erfahren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite befindet sich im Aufbau. Es gibt ja sicherlich viele erwähnenswerte Initiativen in der Welt. Vielleicht sind es hunderte, vielleicht geht es in die tausende. Aber irgendwie muss man ja einen Anfang machen. Und den Anfang machen wir da, wo wir mit Menschen direkt zusammen arbeiten, wo wir eine persönliche Wahrnehmung voneinander haben, wo es bereits eine verlässliches Miteinander gibt oder gegeben hat. Wo etwas entstanden ist, und wo noch mehr entsteht.#  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Axel Burkart ===&lt;br /&gt;
https://akademie-zukunft-mensch.com/ und https://youtube.com/@AxelBurkart&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir bieten Menschen die Wissenschaft von Geist und Seele. Einen Weg zu Selbsterkenntnis, Freiheit und Selbstbestimmung. Sowie, umfassende Persönlichkeitsentwicklung und systematische, spirituelle Entwicklung.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat aus der Beschreibung vom yt Kanal von Axel Burkart&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://holiversitaet.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kann man systematisch in den Studiengängen Erkenntniswissenschaft, Soziale Dreigliederung und Anthroposophie I-III das Werk Rudolf Steiners studieren. Die Studiengänge laufen überwiegend online, es gibt aber auch Präsenz-Anteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://sozialedreigliederung.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis für Soziale Dreigliederung bietet u. a. in Onlinevorträgen verschiedener Experten Einblicke in die verschiedenen Arbeitsgebiete der Sozialen Dreigliederung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hans Bonneval ===&lt;br /&gt;
https://hausdesgeistes.de/ und https://denkschule-hamburg.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Diese Website wurde geschaffen, um die Existenz einer geistigen, einer spirituellen Welt neben der Welt der Materie publik zu machen und gegen den Materialismus unserer Zeit zu vertreten.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://hausdesgeistes.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturepochen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bolleßen Grundlagen der Anthroposophie Teil18cartoon.jpg|thumb|[[Christoph Bolleßen]] in seiner Vortragsreihe Grundlagen Anthroposophie Webseite https://kulturepochen.de ]]&lt;br /&gt;
https://kulturepochen.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Initiator Christoph Bolleßen ist seit ca. 10 Jahren (Stand 2023) mit der Anthroposophie verbunden und möchte mit diesem Online-Projekt spirituell interessierte Menschen erreichen. Er betreibt auch einen Youtube-Kanal mit Vorträgen Rudolf Steiners als Hörbuch und Videos zu anthroposophischen Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph hat sich im Rahmen von anthro.world schon mit engagiert bei [[Die Nebenübungen von Rudolf Steiner in Gruppenarbeit|Die Nebenübungen in Gruppenarbeit]] und bei [[Online Lesekreise|Lesekreisen]]. Die Vorträge von Christoph werden systematisch in Textform gebracht (transkribiert). Alle seine transkribierten Vorträge findest du hier [[Christoph Bolleßen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph auf youtube: https://youtube.com/@kulturepochen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Michael Birnthaler ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner und die Anthroposophie, auf youtube: https://youtube.com/@rudolf-steiner-anthroposophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://schloss-hohenfels.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltenwandler, komm in dein Licht: https://youtube.com@weltenwandler-kommindeinLi-z1e&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Imgaja ===&lt;br /&gt;
Gerhard Anger auf youtube: https://im_gaja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spiritualität erfahren ===&lt;br /&gt;
Pierre Letrognon: https://pierreletrognon.com &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://youtube.com@spiritualitaeterfahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Marcus Baader ===&lt;br /&gt;
ist Musiker und liest Rudolf Steiner https://youtube.com@etquest&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiner Hörbibliothek: Die Schriften ===&lt;br /&gt;
https://youtube.com@ska_hoerbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== LeseLustLeben ===&lt;br /&gt;
https://youtube.com@LeseLustLeben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angelina Gazquez ===&lt;br /&gt;
ist Schauspielerin, Sprecherin und Regisseurin. Sie liest Rudolf Steiner Texte auf dem Kanal: https://youtube.com@AngelinaliestRudolfSteiner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Auf-Merker - Magazin für wache Menschen ===&lt;br /&gt;
meist monatlich erscheinende Zeitschrift mit überwiegend anthroposophischen Inhalten. Sehr schön gestaltet mit ansprechenden Bildern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[t.me/auf-merker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relux - Lebenskräfte stärken ===&lt;br /&gt;
Wolfgang Findeisen: https://re-lux.com&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dieter Hornemann ===&lt;br /&gt;
ist Pfarrer einer Christengemeinde und betreibt den Youtube-Kanal: https://youtube.com@dieter010248&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thomas Külken ===&lt;br /&gt;
ist anthroposophischer Arzt: https://menschenkunde-kuelken.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Telegram-Kanal: [[t-me/kuelken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stefan von Löwensprung ===&lt;br /&gt;
ist anthroposophischer Arzt und vertritt die Heilkunst der Zukunft: https://von-loewensprung.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zyklen des Seins ===&lt;br /&gt;
https://zyklen-des-seins.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Webseite &amp;quot;Zyklen des Seins&amp;quot; befasst sich mit Fragen rund um &#039;&#039;&#039;Sterben, Tod, Leben nach dem Tod, Karma und Wiedergeburt (Reinkarnation)&#039;&#039;&#039; aus einer spirituellen, anthroposophisch orientierten Perspektive. Sie zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für diese Themen zu schaffen zu ermutigen, sich mit dem Jenseits auseinanderzusetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zukunftsimpuls ===&lt;br /&gt;
https://zukunft-s-im-puls.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Website &amp;quot;Zukunft-s-im-Puls&amp;quot; führt in das Leben und Werk Rudolf Steiners ein und gibt einen Überblick über lebensnahe Anwendungsgebiete der Anthroposophie. Außerdem beinhaltet sie Texte zu aktuellen Themen und Anregung &#039;&#039;&#039;aktiv an der Zukunftsgestaltung mitzuwirken&#039;&#039;&#039;. Im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen wird ein tieferes Verständnis für die Unter- und Hintergründe gefördert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dem Wahren, Schönen, Guten ===&lt;br /&gt;
[[t.me/dem_Wahren_Schoenen_Guten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Telegram-Kanal findet man Interessantes und tagesaktuelle Neuigkeiten rund um die Anthroposophie sowie kulturell Erbauliches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophia ===&lt;br /&gt;
Marion und Jens unterhalten sich über ihre anthroposophischen Erkenntnisse: https://inspiriert-sein.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belgien ==&lt;br /&gt;
https://www.soi-esprit.info und https://www.youtube.com/@soi-esprit/videos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Stéphane Lejoly&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Initiativen von Stéphane: https://eurythmie.soi-esprit.info, https://tri-articulation.info&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tschechien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anthroposophie: Odysea poznání / Odyssee der Erkenntnis: ====&lt;br /&gt;
https://www.odyseapoznani.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stand 18. August 2025: Petr hält wöchentlich online-Vorträge für eine Gruppe von Menschen und in naher Zukunft plant Petr diese Beiträge im youtube zu zeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Petr Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nebenübungen für jedermann: Fitko pro duši / Fitness für die Seele: ====&lt;br /&gt;
https://www.fitkoprodusi.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Martina Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28481</id>
		<title>Anthroposophische Initiativen und Webseiten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28481"/>
		<updated>2025-08-20T12:52:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Michael Birnthaler */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite befindet sich im Aufbau. Es gibt ja sicherlich viele erwähnenswerte Initiativen in der Welt. Vielleicht sind es hunderte, vielleicht geht es in die tausende. Aber irgendwie muss man ja einen Anfang machen. Und den Anfang machen wir da, wo wir mit Menschen direkt zusammen arbeiten, wo wir eine persönliche Wahrnehmung voneinander haben, wo es bereits eine verlässliches Miteinander gibt oder gegeben hat. Wo etwas entstanden ist, und wo noch mehr entsteht.#  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Axel Burkhart ===&lt;br /&gt;
https://akademie-zukunft-mensch.com/ und &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com/@AxelBurkart&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir bieten Menschen die Wissenschaft von Geist und Seele. Einen Weg zu Selbsterkenntnis, Freiheit und Selbstbestimmung. Sowie, umfassende Persönlichkeitsentwicklung und systematische, spirituelle Entwicklung.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat aus der Beschreibung vom yt Kanal von Axel Burkart&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://holiversitaet.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kann man systematisch in den Studiengängen Erkenntniswissenschaft, Soziale Dreigliederung und Anthroposophie I-III das Werk Rudolf Steiners studieren. Die Studiengänge laufen überwiegend online, es gibt aber auch Präsenz-Anteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://sozialedreigliederung.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis für Soziale Dreigliederung bietet u. a. in Onlinevorträgen verschiedener Experten Einblicke in die verschiedenen Arbeitsgebiete der Sozialen Dreigliederung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hans Bonneval ===&lt;br /&gt;
https://hausdesgeistes.de/ und https://denkschule-hamburg.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Diese Website wurde geschaffen, um die Existenz einer geistigen, einer spirituellen Welt neben der Welt der Materie publik zu machen und gegen den Materialismus unserer Zeit zu vertreten.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://hausdesgeistes.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturepochen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bolleßen Grundlagen der Anthroposophie Teil18cartoon.jpg|thumb|[[Christoph Bolleßen]] in seiner Vortragsreihe Grundlagen Anthroposophie Webseite https://kulturepochen.de ]]&lt;br /&gt;
https://kulturepochen.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Initiator Christoph Bolleßen ist seit ca. 10 Jahren (Stand 2023) mit der Anthroposophie verbunden und möchte mit diesem Online-Projekt spirituell interessierte Menschen erreichen. Er betreibt auch einen Youtube-Kanal mit Vorträgen Rudolf Steiners als Hörbuch und Videos zu anthroposophischen Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph hat sich im Rahmen von anthro.world schon mit engagiert bei [[Die Nebenübungen von Rudolf Steiner in Gruppenarbeit|Die Nebenübungen in Gruppenarbeit]] und bei [[Online Lesekreise|Lesekreisen]]. Die Vorträge von Christoph werden systematisch in Textform gebracht (transkribiert). Alle seine transkribierten Vorträge findest du hier [[Christoph Bolleßen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph auf youtube: https://youtube.com/@kulturepochen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Michael Birnthaler ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner und die Anthroposophie, auf youtube: https://youtube.com/@rudolf-steiner-anthroposophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;https://schloss-hohenfels.de&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltenwandler, komm in dein Licht: &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com@weltenwandler-kommindeinLi-z1e&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Imgaja ===&lt;br /&gt;
Gerhard Anger auf youtube: https://im_gaja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spiritualität erfahren ===&lt;br /&gt;
Pierre Letrognon: https://pierreletrognon.com &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com@spiritualitaeterfahren&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Marcus Baader ===&lt;br /&gt;
ist Musiker und liest Rudolf Steiner &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com@etquest&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiner Hörbibliothek: Die Schriften ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com@ska_hoerbibliothek&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== LeseLustLeben ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com@LeseLustLeben&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angelina Gazquez ===&lt;br /&gt;
ist Schauspielerin, Sprecherin und Regisseurin. Sie liest Rudolf Steiner Texte auf dem Kanal: &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com@AngelinaliestRudolfSteiner&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Auf-Merker - Magazin für wache Menschen ===&lt;br /&gt;
meist monatlich erscheinende Zeitschrift mit überwiegend anthroposophischen Inhalten. Sehr schön gestaltet mit ansprechenden Bildern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
t.me/auf-merker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relux - Lebenskräfte stärken ===&lt;br /&gt;
Wolfgang Findeisen: https://re-lux.com&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dieter Hornemann ===&lt;br /&gt;
ist Pfarrer einer Christengemeinde und betreibt den Youtube-Kanal: &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com@dieter010248&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thomas Külken ===&lt;br /&gt;
ist anthroposophischer Arzt: https://menschenkunde-kuelken.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Telegram-Kanal: t-me/kuelken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stefan von Löwensprung ===&lt;br /&gt;
ist anthroposophischer Arzt und vertritt die Heilkunst der Zukunft: https://von-loewensprung.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zyklen des Seins ===&lt;br /&gt;
https://zyklen-des-seins.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Webseite &amp;quot;Zyklen des Seins&amp;quot; befasst sich mit Fragen rund um &#039;&#039;&#039;Sterben, Tod, Leben nach dem Tod, Karma und Wiedergeburt (Reinkarnation)&#039;&#039;&#039; aus einer spirituellen, anthroposophisch orientierten Perspektive. Sie zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für diese Themen zu schaffen zu ermutigen, sich mit dem Jenseits auseinanderzusetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zukunftsimpuls ===&lt;br /&gt;
https://zukunft-s-im-puls.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Website &amp;quot;Zukunft-s-im-Puls&amp;quot; führt in das Leben und Werk Rudolf Steiners ein und gibt einen Überblick über lebensnahe Anwendungsgebiete der Anthroposophie. Außerdem beinhaltet sie Texte zu aktuellen Themen und Anregung &#039;&#039;&#039;aktiv an der Zukunftsgestaltung mitzuwirken&#039;&#039;&#039;. Im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen wird ein tieferes Verständnis für die Unter- und Hintergründe gefördert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dem Wahren, Schönen, Guten ===&lt;br /&gt;
t.me/dem_Wahren_Schoenen_Guten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Telegram-Kanal findet man Interessantes und tagesaktuelle Neuigkeiten rund um die Anthroposophie sowie kulturell Erbauliches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophia ===&lt;br /&gt;
Marion und Jens unterhalten sich über ihre anthroposophischen Erkenntnisse: https://inspiriert-sein.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belgien ==&lt;br /&gt;
https://www.soi-esprit.info und https://www.youtube.com/@soi-esprit/videos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Stéphane Lejoly&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Initiativen von Stéphane: https://eurythmie.soi-esprit.info, https://tri-articulation.info&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tschechien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anthroposophie: Odysea poznání / Odyssee der Erkenntnis: ====&lt;br /&gt;
https://www.odyseapoznani.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stand 18. August 2025: Petr hält wöchentlich online-Vorträge für eine Gruppe von Menschen und in naher Zukunft plant Petr diese Beiträge im youtube zu zeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Petr Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nebenübungen für jedermann: Fitko pro duši / Fitness für die Seele: ====&lt;br /&gt;
https://www.fitkoprodusi.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Martina Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28480</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28480"/>
		<updated>2025-08-20T12:24:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
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{{BS|E}}[[Erziehungskunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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{{BS|K}}[[Kind]]&lt;br /&gt;
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* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; im sehr frühen Alter durch die [[Erwachsener|Erwachsenen]], das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die &#039;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039;&#039; so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
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{{BS|0-9}}[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28479</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-20T12:17:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Die Astralwelt 00:15:38 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|0-9}}[[2. Jahrsiebt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im [[Bewusstsein]] zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt [[Rudolf Steiner]], die [[Erziehung]] des Kindes ist besonders anzustreben im &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039;. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem &#039;&#039;&#039;zweiten Jahrsiebt&#039;&#039;&#039; ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das [[Gefühl]] erreicht werden, nicht über das [[Denken]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 00:16:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
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	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28478</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-20T12:06:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
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* „... der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist ein dreigliedertes Wesen. [...] Der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist also nicht nur [[Leib]], sondern der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; ist auch [[Seele]] und wie wir noch sehen werden, wird der &#039;&#039;&#039;Mensch&#039;&#039;&#039; dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am [[Geist]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:11:49]]&lt;br /&gt;
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* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28477</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28477"/>
		<updated>2025-08-20T11:56:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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* „Wir merken schon, dieser Blick auf den [[Mensch|Menschen]] verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem &#039;&#039;&#039;Kind&#039;&#039;&#039; gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der [[Waldorfpädagogik]] zu stehen und mit den &#039;&#039;&#039;Kindern&#039;&#039;&#039; gemeinsam den Weg zu gehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
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* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28476</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28476"/>
		<updated>2025-08-20T11:50:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
* „Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der [[Mensch]]? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das [[Kind]] anschauen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:09:28]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28475</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28475"/>
		<updated>2025-08-20T11:43:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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* „Vielmehr ist [[Waldorfpädagogik]] &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039;, so drückt es [[Rudolf Steiner]] aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die [[Erziehung]]. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die [[Kunst]], das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser &#039;&#039;&#039;Erziehungskunst&#039;&#039;&#039; ist die Menschenerkenntnis.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
* „Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; diese [[Erziehungskunst]] auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die [[Seelenkunde]] und die zweite Säule die [[Sittlichkeit]].“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25|| Bolleßen, C, Waldorfpädagogik, 00:07:25]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
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	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28472</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28472"/>
		<updated>2025-08-20T11:27:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}[[Reformpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und [[Waldorfpädagogik]] ist ebenso keine &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039;. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der &#039;&#039;&#039;Reformpädagogik&#039;&#039;&#039; geht es eigentlich darum, gewisse [[Programme]] aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}{{BS|W}}[[Waldorflehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
[[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. ... Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039; soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|Y}}&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|Z}}&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|0-9}}&lt;br /&gt;
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----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28468</id>
		<title>Anthroposophische Initiativen und Webseiten</title>
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		<updated>2025-08-20T10:46:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Rudolf Steiner Hörbibliothek: Die Schriften */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite befindet sich im Aufbau. Es gibt ja sicherlich viele erwähnenswerte Initiativen in der Welt. Vielleicht sind es hunderte, vielleicht geht es in die tausende. Aber irgendwie muss man ja einen Anfang machen. Und den Anfang machen wir da, wo wir mit Menschen direkt zusammen arbeiten, wo wir eine persönliche Wahrnehmung voneinander haben, wo es bereits eine verlässliches Miteinander gibt oder gegeben hat. Wo etwas entstanden ist, und wo noch mehr entsteht.#  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Axel Burkhart ===&lt;br /&gt;
https://akademie-zukunft-mensch.com/ und &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com/@AxelBurkart&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir bieten Menschen die Wissenschaft von Geist und Seele. Einen Weg zu Selbsterkenntnis, Freiheit und Selbstbestimmung. Sowie, umfassende Persönlichkeitsentwicklung und systematische, spirituelle Entwicklung.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat aus der Beschreibung vom yt Kanal von Axel Burkart&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://holiversitaet.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kann man systematisch in den Studiengängen Erkenntniswissenschaft, Soziale Dreigliederung und Anthroposophie I-III das Werk Rudolf Steiners studieren. Die Studiengänge laufen überwiegend online, es gibt aber auch Präsenz-Anteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://sozialedreigliederung.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis für Soziale Dreigliederung bietet u. a. in Onlinevorträgen verschiedener Experten Einblicke in die verschiedenen Arbeitsgebiete der Sozialen Dreigliederung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hans Bonneval ===&lt;br /&gt;
https://hausdesgeistes.de/ und https://denkschule-hamburg.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Diese Website wurde geschaffen, um die Existenz einer geistigen, einer spirituellen Welt neben der Welt der Materie publik zu machen und gegen den Materialismus unserer Zeit zu vertreten.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://hausdesgeistes.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturepochen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bolleßen Grundlagen der Anthroposophie Teil18cartoon.jpg|thumb|[[Christoph Bolleßen]] in seiner Vortragsreihe Grundlagen Anthroposophie Webseite https://kulturepochen.de ]]&lt;br /&gt;
https://kulturepochen.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Initiator Christoph Bolleßen ist seit ca. 10 Jahren (Stand 2023) mit der Anthroposophie verbunden und möchte mit diesem Online-Projekt spirituell interessierte Menschen erreichen. Er betreibt auch einen Youtube-Kanal mit Vorträgen Rudolf Steiners als Hörbuch und Videos zu anthroposophischen Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph hat sich im Rahmen von anthro.world schon mit engagiert bei [[Die Nebenübungen von Rudolf Steiner in Gruppenarbeit|Die Nebenübungen in Gruppenarbeit]] und bei [[Online Lesekreise|Lesekreisen]]. Die Vorträge von Christoph werden systematisch in Textform gebracht (transkribiert). Alle seine transkribierten Vorträge findest du hier [[Christoph Bolleßen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph auf youtube: https://youtube.com/@kulturepochen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Michael Birnthaler ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner und die Anthroposophie, auf youtube: https://youtube.com/@rudolf-steiner-anthroposophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;https://schloss-hohenfels.de&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltenwandler, komm in dein Licht: youtube.com@weltenwandler-kommindeinLi-z1e&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Imgaja ===&lt;br /&gt;
Gerhard Anger auf youtube: https://im_gaja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spiritualität erfahren ===&lt;br /&gt;
Pierre Letrognon: https://pierreletrognon.com &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
youtube.com@spiritualitaeterfahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Marcus Baader ===&lt;br /&gt;
ist Musiker und liest Rudolf Steiner youtube.com@etquest&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiner Hörbibliothek: Die Schriften ===&lt;br /&gt;
youtube.com@ska_hoerbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== LeseLustLeben ===&lt;br /&gt;
youtube.com@LeseLustLeben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angelina Gazquez ===&lt;br /&gt;
ist Schauspielerin, Sprecherin und Regisseurin. Sie liest Rudolf Steiner Texte auf dem Kanal: youtube.com@AngelinaliestRudolfSteiner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Auf-Merker - Magazin für wache Menschen ===&lt;br /&gt;
meist monatlich erscheinende Zeitschrift mit überwiegend anthroposophischen Inhalten. Sehr schön gestaltet mit ansprechenden Bildern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
t.me/auf-merker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relux - Lebenskräfte stärken ===&lt;br /&gt;
Wolfgang Findeisen: https://re-lux.com&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dieter Hornemann ===&lt;br /&gt;
ist Pfarrer einer Christengemeinde und betreibt den Youtube-Kanal: youtube.com@dieter010248&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thomas Külken ===&lt;br /&gt;
ist anthroposophischer Arzt: https://menschenkunde-kuelken.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Telegram-Kanal: t-me/kuelken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stefan von Löwensprung ===&lt;br /&gt;
ist anthroposophischer Arzt und vertritt die Heilkunst der Zukunft: https://von-loewensprung.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zyklen des Seins ===&lt;br /&gt;
https://zyklen-des-seins.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Webseite &amp;quot;Zyklen des Seins&amp;quot; befasst sich mit Fragen rund um &#039;&#039;&#039;Sterben, Tod, Leben nach dem Tod, Karma und Wiedergeburt (Reinkarnation)&#039;&#039;&#039; aus einer spirituellen, anthroposophisch orientierten Perspektive. Sie zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für diese Themen zu schaffen zu ermutigen, sich mit dem Jenseits auseinanderzusetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zukunftsimpuls ===&lt;br /&gt;
https://zukunft-s-im-puls.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Website &amp;quot;Zukunft-s-im-Puls&amp;quot; führt in das Leben und Werk Rudolf Steiners ein und gibt einen Überblick über lebensnahe Anwendungsgebiete der Anthroposophie. Außerdem beinhaltet sie Texte zu aktuellen Themen und Anregung &#039;&#039;&#039;aktiv an der Zukunftsgestaltung mitzuwirken&#039;&#039;&#039;. Im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen wird ein tieferes Verständnis für die Unter- und Hintergründe gefördert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dem Wahren, Schönen, Guten ===&lt;br /&gt;
t.me/dem_Wahren_Schoenen_Guten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Telegram-Kanal findet man Interessantes und tagesaktuelle Neuigkeiten rund um die Anthroposophie sowie kulturell Erbauliches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophia ===&lt;br /&gt;
Marion und Jens unterhalten sich über ihre anthroposophischen Erkenntnisse: https://inspiriert-sein.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belgien ==&lt;br /&gt;
https://www.soi-esprit.info und https://www.youtube.com/@soi-esprit/videos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Stéphane Lejoly&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Initiativen von Stéphane: https://eurythmie.soi-esprit.info, https://tri-articulation.info&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tschechien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anthroposophie: Odysea poznání / Odyssee der Erkenntnis: ====&lt;br /&gt;
https://www.odyseapoznani.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stand 18. August 2025: Petr hält wöchentlich online-Vorträge für eine Gruppe von Menschen und in naher Zukunft plant Petr diese Beiträge im youtube zu zeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Petr Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nebenübungen für jedermann: Fitko pro duši / Fitness für die Seele: ====&lt;br /&gt;
https://www.fitkoprodusi.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Martina Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28467</id>
		<title>Anthroposophische Initiativen und Webseiten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28467"/>
		<updated>2025-08-20T10:09:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Spiritualität erfahren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite befindet sich im Aufbau. Es gibt ja sicherlich viele erwähnenswerte Initiativen in der Welt. Vielleicht sind es hunderte, vielleicht geht es in die tausende. Aber irgendwie muss man ja einen Anfang machen. Und den Anfang machen wir da, wo wir mit Menschen direkt zusammen arbeiten, wo wir eine persönliche Wahrnehmung voneinander haben, wo es bereits eine verlässliches Miteinander gibt oder gegeben hat. Wo etwas entstanden ist, und wo noch mehr entsteht.#  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Axel Burkhart ===&lt;br /&gt;
https://akademie-zukunft-mensch.com/ und &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com/@AxelBurkart&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir bieten Menschen die Wissenschaft von Geist und Seele. Einen Weg zu Selbsterkenntnis, Freiheit und Selbstbestimmung. Sowie, umfassende Persönlichkeitsentwicklung und systematische, spirituelle Entwicklung.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat aus der Beschreibung vom yt Kanal von Axel Burkart&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://holiversitaet.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kann man systematisch in den Studiengängen Erkenntniswissenschaft, Soziale Dreigliederung und Anthroposophie I-III das Werk Rudolf Steiners studieren. Die Studiengänge laufen überwiegend online, es gibt aber auch Präsenz-Anteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://sozialedreigliederung.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis für Soziale Dreigliederung bietet u. a. in Onlinevorträgen verschiedener Experten Einblicke in die verschiedenen Arbeitsgebiete der Sozialen Dreigliederung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hans Bonneval ===&lt;br /&gt;
https://hausdesgeistes.de/ und https://denkschule-hamburg.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Diese Website wurde geschaffen, um die Existenz einer geistigen, einer spirituellen Welt neben der Welt der Materie publik zu machen und gegen den Materialismus unserer Zeit zu vertreten.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://hausdesgeistes.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturepochen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bolleßen Grundlagen der Anthroposophie Teil18cartoon.jpg|thumb|[[Christoph Bolleßen]] in seiner Vortragsreihe Grundlagen Anthroposophie Webseite https://kulturepochen.de ]]&lt;br /&gt;
https://kulturepochen.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Initiator Christoph Bolleßen ist seit ca. 10 Jahren (Stand 2023) mit der Anthroposophie verbunden und möchte mit diesem Online-Projekt spirituell interessierte Menschen erreichen. Er betreibt auch einen Youtube-Kanal mit Vorträgen Rudolf Steiners als Hörbuch und Videos zu anthroposophischen Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph hat sich im Rahmen von anthro.world schon mit engagiert bei [[Die Nebenübungen von Rudolf Steiner in Gruppenarbeit|Die Nebenübungen in Gruppenarbeit]] und bei [[Online Lesekreise|Lesekreisen]]. Die Vorträge von Christoph werden systematisch in Textform gebracht (transkribiert). Alle seine transkribierten Vorträge findest du hier [[Christoph Bolleßen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph auf youtube: https://youtube.com/@kulturepochen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiner und die Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
Michael Birnthaler auf youtube: https://youtube.com/@rudolf-steiner-anthroposophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Imgaja ===&lt;br /&gt;
Gerhard Anger auf youtube: https://im_gaja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spiritualität erfahren ===&lt;br /&gt;
Pierre Letrognon: https://pierreletrognon.com &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
youtube.com@spiritualitaeterfahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiner Hörbibliothek: Die Schriften ===&lt;br /&gt;
youtube.com@ska_hoerbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== LeseLustLeben ===&lt;br /&gt;
youtub.com@LeseLustLeben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relux - Lebenskräfte stärken ===&lt;br /&gt;
Wolfgang Findeisen: https://re-lux.com&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dieter Hornemann ===&lt;br /&gt;
ist Pfarrer einer Christengemeinde und betreibt den Youtube-Kanal: youtube.com@dieter010248&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thomas Külken ===&lt;br /&gt;
ist anthroposophischer Arzt: https://menschenkunde-kuelken.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Telegram-Kanal: t-me/kuelken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zyklen des Seins ===&lt;br /&gt;
https://zyklen-des-seins.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Webseite &amp;quot;Zyklen des Seins&amp;quot; befasst sich mit Fragen rund um &#039;&#039;&#039;Sterben, Tod, Leben nach dem Tod, Karma und Wiedergeburt (Reinkarnation)&#039;&#039;&#039; aus einer spirituellen, anthroposophisch orientierten Perspektive. Sie zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für diese Themen zu schaffen zu ermutigen, sich mit dem Jenseits auseinanderzusetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zukunftsimpuls ===&lt;br /&gt;
https://zukunft-s-im-puls.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Website &amp;quot;Zukunft-s-im-Puls&amp;quot; führt in das Leben und Werk Rudolf Steiners ein und gibt einen Überblick über lebensnahe Anwendungsgebiete der Anthroposophie. Außerdem beinhaltet sie Texte zu aktuellen Themen und Anregung &#039;&#039;&#039;aktiv an der Zukunftsgestaltung mitzuwirken&#039;&#039;&#039;. Im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen wird ein tieferes Verständnis für die Unter- und Hintergründe gefördert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dem Wahren, Schönen, Guten ===&lt;br /&gt;
t.me/dem_Wahren_Schoenen_Guten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Telegram-Kanal findet man Interessantes und tagesaktuelle Neuigkeiten rund um die Anthroposophie sowie kulturell Erbauliches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophia ===&lt;br /&gt;
Marion und Jens unterhalten sich über ihre anthroposophischen Erkenntnisse: https://inspiriert-sein.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belgien ==&lt;br /&gt;
https://www.soi-esprit.info und https://www.youtube.com/@soi-esprit/videos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Stéphane Lejoly&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Initiativen von Stéphane: https://eurythmie.soi-esprit.info, https://tri-articulation.info&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tschechien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anthroposophie: Odysea poznání / Odyssee der Erkenntnis: ====&lt;br /&gt;
https://www.odyseapoznani.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stand 18. August 2025: Petr hält wöchentlich online-Vorträge für eine Gruppe von Menschen und in naher Zukunft plant Petr diese Beiträge im youtube zu zeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Petr Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nebenübungen für jedermann: Fitko pro duši / Fitness für die Seele: ====&lt;br /&gt;
https://www.fitkoprodusi.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Martina Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28466</id>
		<title>Anthroposophische Initiativen und Webseiten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28466"/>
		<updated>2025-08-20T10:03:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Dem Wahren, Schönen, Guten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite befindet sich im Aufbau. Es gibt ja sicherlich viele erwähnenswerte Initiativen in der Welt. Vielleicht sind es hunderte, vielleicht geht es in die tausende. Aber irgendwie muss man ja einen Anfang machen. Und den Anfang machen wir da, wo wir mit Menschen direkt zusammen arbeiten, wo wir eine persönliche Wahrnehmung voneinander haben, wo es bereits eine verlässliches Miteinander gibt oder gegeben hat. Wo etwas entstanden ist, und wo noch mehr entsteht.#  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Axel Burkhart ===&lt;br /&gt;
https://akademie-zukunft-mensch.com/ und &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com/@AxelBurkart&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir bieten Menschen die Wissenschaft von Geist und Seele. Einen Weg zu Selbsterkenntnis, Freiheit und Selbstbestimmung. Sowie, umfassende Persönlichkeitsentwicklung und systematische, spirituelle Entwicklung.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat aus der Beschreibung vom yt Kanal von Axel Burkart&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://holiversitaet.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kann man systematisch in den Studiengängen Erkenntniswissenschaft, Soziale Dreigliederung und Anthroposophie I-III das Werk Rudolf Steiners studieren. Die Studiengänge laufen überwiegend online, es gibt aber auch Präsenz-Anteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://sozialedreigliederung.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis für Soziale Dreigliederung bietet u. a. in Onlinevorträgen verschiedener Experten Einblicke in die verschiedenen Arbeitsgebiete der Sozialen Dreigliederung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hans Bonneval ===&lt;br /&gt;
https://hausdesgeistes.de/ und https://denkschule-hamburg.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Diese Website wurde geschaffen, um die Existenz einer geistigen, einer spirituellen Welt neben der Welt der Materie publik zu machen und gegen den Materialismus unserer Zeit zu vertreten.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://hausdesgeistes.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturepochen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bolleßen Grundlagen der Anthroposophie Teil18cartoon.jpg|thumb|[[Christoph Bolleßen]] in seiner Vortragsreihe Grundlagen Anthroposophie Webseite https://kulturepochen.de ]]&lt;br /&gt;
https://kulturepochen.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Initiator Christoph Bolleßen ist seit ca. 10 Jahren (Stand 2023) mit der Anthroposophie verbunden und möchte mit diesem Online-Projekt spirituell interessierte Menschen erreichen. Er betreibt auch einen Youtube-Kanal mit Vorträgen Rudolf Steiners als Hörbuch und Videos zu anthroposophischen Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph hat sich im Rahmen von anthro.world schon mit engagiert bei [[Die Nebenübungen von Rudolf Steiner in Gruppenarbeit|Die Nebenübungen in Gruppenarbeit]] und bei [[Online Lesekreise|Lesekreisen]]. Die Vorträge von Christoph werden systematisch in Textform gebracht (transkribiert). Alle seine transkribierten Vorträge findest du hier [[Christoph Bolleßen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph auf youtube: https://youtube.com/@kulturepochen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiner und die Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
Michael Birnthaler auf youtube: https://youtube.com/@rudolf-steiner-anthroposophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Imgaja ===&lt;br /&gt;
Gerhard Anger auf youtube: https://im_gaja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spiritualität erfahren ===&lt;br /&gt;
Pierre Letrognon: https://pierreletrognon.com &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
youtube: @spiritualitäterfahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relux - Lebenskräfte stärken ===&lt;br /&gt;
Wolfgang Findeisen: https://re-lux.com&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dieter Hornemann ===&lt;br /&gt;
ist Pfarrer einer Christengemeinde und betreibt den Youtube-Kanal @dieter010248&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thomas Külken ===&lt;br /&gt;
ist anthroposophischer Arzt: https://menschenkunde-kuelken.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Telegram-Kanal: t-me/kuelken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zyklen des Seins ===&lt;br /&gt;
https://zyklen-des-seins.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Webseite &amp;quot;Zyklen des Seins&amp;quot; befasst sich mit Fragen rund um &#039;&#039;&#039;Sterben, Tod, Leben nach dem Tod, Karma und Wiedergeburt (Reinkarnation)&#039;&#039;&#039; aus einer spirituellen, anthroposophisch orientierten Perspektive. Sie zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für diese Themen zu schaffen zu ermutigen, sich mit dem Jenseits auseinanderzusetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zukunftsimpuls ===&lt;br /&gt;
https://zukunft-s-im-puls.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Website &amp;quot;Zukunft-s-im-Puls&amp;quot; führt in das Leben und Werk Rudolf Steiners ein und gibt einen Überblick über lebensnahe Anwendungsgebiete der Anthroposophie. Außerdem beinhaltet sie Texte zu aktuellen Themen und Anregung &#039;&#039;&#039;aktiv an der Zukunftsgestaltung mitzuwirken&#039;&#039;&#039;. Im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen wird ein tieferes Verständnis für die Unter- und Hintergründe gefördert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dem Wahren, Schönen, Guten ===&lt;br /&gt;
t.me/dem_Wahren_Schoenen_Guten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Telegram-Kanal findet man Interessantes und tagesaktuelle Neuigkeiten rund um die Anthroposophie sowie kulturell Erbauliches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophia ===&lt;br /&gt;
Marion und Jens unterhalten sich über ihre anthroposophischen Erkenntnisse: https://inspiriert-sein.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belgien ==&lt;br /&gt;
https://www.soi-esprit.info und https://www.youtube.com/@soi-esprit/videos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Stéphane Lejoly&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Initiativen von Stéphane: https://eurythmie.soi-esprit.info, https://tri-articulation.info&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tschechien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anthroposophie: Odysea poznání / Odyssee der Erkenntnis: ====&lt;br /&gt;
https://www.odyseapoznani.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stand 18. August 2025: Petr hält wöchentlich online-Vorträge für eine Gruppe von Menschen und in naher Zukunft plant Petr diese Beiträge im youtube zu zeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Petr Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nebenübungen für jedermann: Fitko pro duši / Fitness für die Seele: ====&lt;br /&gt;
https://www.fitkoprodusi.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Martina Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Anthroposophische_Initiativen_und_Webseiten&amp;diff=28465</id>
		<title>Anthroposophische Initiativen und Webseiten</title>
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		<updated>2025-08-20T09:31:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite befindet sich im Aufbau. Es gibt ja sicherlich viele erwähnenswerte Initiativen in der Welt. Vielleicht sind es hunderte, vielleicht geht es in die tausende. Aber irgendwie muss man ja einen Anfang machen. Und den Anfang machen wir da, wo wir mit Menschen direkt zusammen arbeiten, wo wir eine persönliche Wahrnehmung voneinander haben, wo es bereits eine verlässliches Miteinander gibt oder gegeben hat. Wo etwas entstanden ist, und wo noch mehr entsteht.#  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Axel Burkhart ===&lt;br /&gt;
https://akademie-zukunft-mensch.com/ und &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://youtube.com/@AxelBurkart&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir bieten Menschen die Wissenschaft von Geist und Seele. Einen Weg zu Selbsterkenntnis, Freiheit und Selbstbestimmung. Sowie, umfassende Persönlichkeitsentwicklung und systematische, spirituelle Entwicklung.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat aus der Beschreibung vom yt Kanal von Axel Burkart&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://holiversitaet.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kann man systematisch in den Studiengängen Erkenntniswissenschaft, Soziale Dreigliederung und Anthroposophie I-III das Werk Rudolf Steiners studieren. Die Studiengänge laufen überwiegend online, es gibt aber auch Präsenz-Anteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://sozialedreigliederung.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis für Soziale Dreigliederung bietet u. a. in Onlinevorträgen verschiedener Experten Einblicke in die verschiedenen Arbeitsgebiete der Sozialen Dreigliederung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hans Bonneval ===&lt;br /&gt;
https://hausdesgeistes.de/ und https://denkschule-hamburg.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Diese Website wurde geschaffen, um die Existenz einer geistigen, einer spirituellen Welt neben der Welt der Materie publik zu machen und gegen den Materialismus unserer Zeit zu vertreten.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://hausdesgeistes.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturepochen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bolleßen Grundlagen der Anthroposophie Teil18cartoon.jpg|thumb|[[Christoph Bolleßen]] in seiner Vortragsreihe Grundlagen Anthroposophie Webseite https://kulturepochen.de ]]&lt;br /&gt;
https://kulturepochen.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Initiator Christoph Bolleßen ist seit ca. 10 Jahren (Stand 2023) mit der Anthroposophie verbunden und möchte mit diesem Online-Projekt spirituell interessierte Menschen erreichen. Er betreibt auch einen Youtube-Kanal mit Vorträgen Rudolf Steiners als Hörbuch und Videos zu anthroposophischen Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph hat sich im Rahmen von anthro.world schon mit engagiert bei [[Die Nebenübungen von Rudolf Steiner in Gruppenarbeit|Die Nebenübungen in Gruppenarbeit]] und bei [[Online Lesekreise|Lesekreisen]]. Die Vorträge von Christoph werden systematisch in Textform gebracht (transkribiert). Alle seine transkribierten Vorträge findest du hier [[Christoph Bolleßen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph auf youtube: https://youtube.com/@kulturepochen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zyklen des Seins ===&lt;br /&gt;
https://zyklen-des-seins.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Webseite &amp;quot;Zyklen des Seins&amp;quot; befasst sich mit Fragen rund um &#039;&#039;&#039;Sterben, Tod, Leben nach dem Tod, Karma und Wiedergeburt (Reinkarnation)&#039;&#039;&#039; aus einer spirituellen, anthroposophisch orientierten Perspektive. Sie zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für diese Themen zu schaffen zu ermutigen, sich mit dem Jenseits auseinanderzusetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zukunftsimpuls ====&lt;br /&gt;
https://zukunft-s-im-puls.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Website &amp;quot;Zukunft-s-im-Puls&amp;quot; führt in das Leben und Werk Rudolf Steiners ein und gibt einen Überblick über lebensnahe Anwendungsgebiete der Anthroposophie. Außerdem beinhaltet sie Texte zu aktuellen Themen und Anregung &#039;&#039;&#039;aktiv an der Zukunftsgestaltung mitzuwirken&#039;&#039;&#039;. Im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen wird ein tieferes Verständnis für die Unter- und Hintergründe gefördert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dem Wahren, Schönen, Guten ====&lt;br /&gt;
t.me/dem_Wahren_Schoenen_Guten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Telegram-Kanal findet man Interessantes und tagesaktuelle Neuigkeiten rund um die Anthroposophie sowie kulturell Erbauliches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belgien ==&lt;br /&gt;
https://www.soi-esprit.info und https://www.youtube.com/@soi-esprit/videos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Stéphane Lejoly&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Initiativen von Stéphane: https://eurythmie.soi-esprit.info, https://tri-articulation.info&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tschechien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anthroposophie: Odysea poznání / Odyssee der Erkenntnis: ====&lt;br /&gt;
https://www.odyseapoznani.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stand 18. August 2025: Petr hält wöchentlich online-Vorträge für eine Gruppe von Menschen und in naher Zukunft plant Petr diese Beiträge im youtube zu zeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator: Petr Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nebenübungen für jedermann: Fitko pro duši / Fitness für die Seele: ====&lt;br /&gt;
https://www.fitkoprodusi.cz/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiatorin: Martina Mihulka&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28464</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28464"/>
		<updated>2025-08-20T08:25:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke. Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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* „Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur [[allgemeinen Menschenkunde]] gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass [[Rudolf Steiner]] diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als &#039;&#039;&#039;Waldorflehrer&#039;&#039;&#039; steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 [[Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich &#039;&#039;&#039;Waldorfpädagogik&#039;&#039;&#039;, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich.“ [[Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47|| Bolleßen, C. Waldorfpädagogik, 2025, 00:04:47]]&lt;br /&gt;
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----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christoph Bolleßen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dozent]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar von Ursula Dziambor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 75%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28173</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-14T13:09:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke.Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
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----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28172</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28172"/>
		<updated>2025-08-14T13:07:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Wunsch: Inspiration für Konferenzen 01:26:21 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++ Stand 15. Juni 2025: Dies ist ein maschinelles, vorläufiges Rohtranskript +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke.Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wunsch nach Inspiration auf Erzieher-Konferenzen 01:26:21 ====&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28171</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28171"/>
		<updated>2025-08-14T13:02:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Ehrfurcht vor dem Willenswesen 00:23:25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++ Stand 15. Juni 2025: Dies ist ein maschinelles, vorläufiges Rohtranskript +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke.Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen im ersten Jahrsiebt 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens und 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
=== Wunsch: Inspiration für Konferenzen 01:26:21 ===&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
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----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28170</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28170"/>
		<updated>2025-08-14T12:56:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Frage zur Skepsis der Kinder 01:02:20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++ Stand 15. Juni 2025: Dies ist ein maschinelles, vorläufiges Rohtranskript +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke.Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens und 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Austausch mit dem Publikum 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zur Skepsis in der heutigen Welt 01:02:20 ====&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zum lebendiges Denken 01:06:20 ====&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frage zu Alltagsherausforderungen, Stichwort Soziale Medien 01:14:03 ====&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können. Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie. Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinweis zur Selbstreflexion 01:18:16 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen? Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ====&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter. Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte. Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss. So, das ist mal das Erste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anmerkung zu automatischer Aufnahme von Geschwisterkindern 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas. Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es. Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christophs Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
=== Wunsch: Inspiration für Konferenzen 01:26:21 ===&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern. Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz. Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wichtigkeit des Vorbilds der Erwachsenen, in den Wald gehen 01:28:50 ====&lt;br /&gt;
Ich möchte noch mal zurückkommen, auf das, was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt. Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absolut. Gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dank an Christoph 01:30:16 ====&lt;br /&gt;
Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28169</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28169"/>
		<updated>2025-08-14T12:24:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* 00:52:12 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++ Stand 15. Juni 2025: Dies ist ein maschinelles, vorläufiges Rohtranskript +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke.Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens und 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Den Kindern Orientierung geben 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern. Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen. Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen. Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenhang von Geburt, Tod und neuer Geburt 00:55:26 ===&lt;br /&gt;
Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen. Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können. Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei, nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli. Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen. Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen. Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu:  Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
=== Frage zur Skepsis der Kinder 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass diese Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis aberziehen, wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern. Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst. Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind. Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
=== Frage zum lebendiges Denken definieren 01:06:20 ===&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist. Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es. Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen. Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückfrage des Fragestellers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Christoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben. Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken. Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an. Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
=== Frage: Gesellschaftliche Herausforderungen 01:14:03 ===&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist ja recht gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf. Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger. Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort von Chrstoph:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen. Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Praktische Fächer gegen Dauererregung 01:16:53 ===&lt;br /&gt;
Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Dauererregung im Umfeld 01:18:16 ===&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ===&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Geschwisterkinder und Schulaufnahme 01:22:00 ===&lt;br /&gt;
Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, das ist mal das Erste. Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Einzelfallentscheidungen 01:24:58 ===&lt;br /&gt;
Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wunsch: Inspiration für Konferenzen 01:26:21 ===&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:28:35 ===&lt;br /&gt;
Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch? Was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. Absolut. Gut. Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28168</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28168"/>
		<updated>2025-08-14T11:02:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++ Stand 15. Juni 2025: Dies ist ein maschinelles, vorläufiges Rohtranskript +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke.Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben - ich darf sagen - muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt. Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit. Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners: &amp;quot;Das Wesen der Erde ist der Tod.&amp;quot; Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild. Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft des Vertrauens und 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit. Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können, auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben. Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 00:52:12 ===&lt;br /&gt;
Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen. Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skeptizismus und Todeskräfte 00:53:25 ===&lt;br /&gt;
Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Notwendigkeit starker Waldorfpädagogik 00:55:08 ===&lt;br /&gt;
Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen. Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei. Nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ostern und Michaeli 00:58:43 ===&lt;br /&gt;
Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu. Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auferstehung des Menschen 01:00:14 ===&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Skepsis der Kinder 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass dieses Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis abgewöhnen? Wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Skepsis versus Weltangst 01:03:22 ===&lt;br /&gt;
Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Gesunde Skepsis bewahren 01:04:42 ===&lt;br /&gt;
Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Lebendiges Denken definieren 01:06:20 ===&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Widerstände und Lebendigkeit 01:07:37 ===&lt;br /&gt;
Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Übungsweg des lebendigen Denkens 01:09:49 ===&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedankenwelt und Seelenorgane 01:11:03 ===&lt;br /&gt;
Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Gesellschaftliche Herausforderungen 01:14:03 ===&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist natürlich gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Katastrophe der sozialen Medien 01:15:25 ===&lt;br /&gt;
Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Praktische Fächer gegen Dauererregung 01:16:53 ===&lt;br /&gt;
Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Dauererregung im Umfeld 01:18:16 ===&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ===&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Geschwisterkinder und Schulaufnahme 01:22:00 ===&lt;br /&gt;
Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, das ist mal das Erste. Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Einzelfallentscheidungen 01:24:58 ===&lt;br /&gt;
Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wunsch: Inspiration für Konferenzen 01:26:21 ===&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:28:35 ===&lt;br /&gt;
Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch? Was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. Absolut. Gut. Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28167</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28167"/>
		<updated>2025-08-14T10:31:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++ Stand 15. Juni 2025: Dies ist ein maschinelles, vorläufiges Rohtranskript +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke.Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paradigmenwechsel zum lebendig-schöpferischen Denken 00:29:38 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben: Der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn? Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema. Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen. Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt, dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken im Bewusstsen des Wesenhaften 00:33:24 ====&lt;br /&gt;
Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte. Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft. Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte. Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Geisterkenntnis getragener Unterricht 00:36:33 ===&lt;br /&gt;
Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist. Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns Moralisches, Ethisches tragen, liebevolles tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis. Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann. Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele. Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet, die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt - das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können - aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sittlich-moralische Impulse in der Erziehung 00: ===&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren. Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt. Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft. Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte, dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte, also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben. Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:25 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben, ich darf sagen muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auferstehung und Angstlosigkeit 00:46:24 ===&lt;br /&gt;
Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners, das Wesen der Erde ist der Tod. Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vertrauen und Zukunftsperspektive 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuer Jupiter und Liebe 00:50:39 ===&lt;br /&gt;
Auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kinder der Mitte und Traurigkeit 00:52:14 ===&lt;br /&gt;
Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skeptizismus und Todeskräfte 00:53:25 ===&lt;br /&gt;
Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Notwendigkeit starker Waldorfpädagogik 00:55:08 ===&lt;br /&gt;
Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen. Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei. Nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ostern und Michaeli 00:58:43 ===&lt;br /&gt;
Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu. Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auferstehung des Menschen 01:00:14 ===&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Skepsis der Kinder 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass dieses Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis abgewöhnen? Wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Skepsis versus Weltangst 01:03:22 ===&lt;br /&gt;
Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Gesunde Skepsis bewahren 01:04:42 ===&lt;br /&gt;
Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Lebendiges Denken definieren 01:06:20 ===&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Widerstände und Lebendigkeit 01:07:37 ===&lt;br /&gt;
Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Übungsweg des lebendigen Denkens 01:09:49 ===&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedankenwelt und Seelenorgane 01:11:03 ===&lt;br /&gt;
Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Gesellschaftliche Herausforderungen 01:14:03 ===&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist natürlich gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Katastrophe der sozialen Medien 01:15:25 ===&lt;br /&gt;
Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Praktische Fächer gegen Dauererregung 01:16:53 ===&lt;br /&gt;
Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Dauererregung im Umfeld 01:18:16 ===&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ===&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Geschwisterkinder und Schulaufnahme 01:22:00 ===&lt;br /&gt;
Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, das ist mal das Erste. Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Einzelfallentscheidungen 01:24:58 ===&lt;br /&gt;
Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wunsch: Inspiration für Konferenzen 01:26:21 ===&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:28:35 ===&lt;br /&gt;
Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch? Was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. Absolut. Gut. Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28166</id>
		<title>Waldorfpädagogik 2025 - Warum gerade heute - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Waldorfp%C3%A4dagogik_2025_-_Warum_gerade_heute_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28166"/>
		<updated>2025-08-14T09:59:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Begrüßung und Einführung 00:00:50 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldorfpädagogik 2025 - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw|thumb|Veröffentlicht am 15. Mai 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=V0pZzYWXKTw Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Waldorfpädagogik 2025 vom 15. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++ Stand 15. Juni 2025: Dies ist ein maschinelles, vorläufiges Rohtranskript +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Fragen zur Entwicklung der Waldorfpädagogik 00:00:50 ===&lt;br /&gt;
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, lieber Herr Alexander, ich bedanke mich für die sehr herzliche Einladung, für die tolle Schulführung, die wir gerade erhalten haben, hier in Heilbronn mal die Räumlichkeiten zu sehen. Und ich freue mich heute ganz besonders, dass wir das Thema Waldorfpädagogik im Jahr 2025 einmal gemeinsam anschauen, denn wie wir an dem Titel des Vortrags schon an der Frage merken, warum gerade heute im Jahr 2025 die Waldorfpädagogik? Das ist ja zunächst mal, wenn wir in die Landschaft der Waldorfschulen schauen, wir haben weltweit agierende Waldorfschulen, besonders Deutschland ist auch ein starker Standort mit vielen Institutionen, an denen die Kinder aus meiner Sicht Gott sei Dank die Möglichkeit haben, eine andere Form der Erziehung kennenzulernen. Und trotzdem muss man sich die Frage stellen, was ist denn von dem, was vor etwa 100 Jahren durch Dr. Rudolf Steiner als Impuls gegeben wurde für eine neue Art der Pädagogik, heute noch spürbar, was lebt heute noch von diesem Impuls? Sind vielleicht einige Dinge ein wenig aus dem Blick geraten? Hat uns der schnelllebige Zeitgeist oder vielleicht auch Zeitungeist ein wenig überrollt? Sind einige Punkte vielleicht nicht mehr ganz so klar, wie sie damals noch in der Welt waren? Die ersten Waldorflehrer, die von Rudolf Steiner noch persönlich instruiert wurden, gemeinsam mit ihm arbeiten durften. Wie sieht es heute aus? Wie steht es um die Waldorfpädagogik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit dem Publikum 00:03:05 ===&lt;br /&gt;
Und aus diesem Grund möchte ich heute versuchen, einige Aspekte, die aus meiner Sicht essentiell wichtig sind, um eine lebendige Waldorfpädagogik zu haben, heute zu skizzieren und dann auch gerne mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag in einem Austausch an der einen oder anderen Stelle zu vertiefen. Und wenn Sie erlauben, würde ich gerne zu Beginn einmal kurz um Handzeichen bitten, wer ist denn Waldorflehrer unter Ihnen? Danke. Und gibt es Eltern, die ein Kind oder Kinder gerade in der Waldorfschule hier haben? Danke.Ja, das ist schön, dass auch Eltern anwesend sind, weil man vergisst ja manchmal, dass auch zum Schulorganismus nicht nur die Schüler und die Lehrer gehören, sondern natürlich auch die Eltern. Und das heißt, es betrifft im Grunde auch Sie. Ja, Waldorfpädagogik 2025. Wir alle wissen, vor 100 Jahren ist Rudolf Steiner über die Schwelle des Todes gegangen. Wir haben also das Todesjahr Rudolf Steiners in diesem Jahr, ein Gedenkjahr. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir gerade in diesem Jahr einmal auf dieses Thema gemeinsam schauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was die Waldorfpädagogik nicht ist 00:04:47 ===&lt;br /&gt;
Zunächst einmal nach der Frage, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik, wie können wir sie heute verorten, einordnen? Und da können wir zunächst einmal sagen, also Waldorfpädagogik ist nicht intellektuell gemütlich. Diejenigen, die die allgemeine Menschenkunde, die Vorträge zur allgemeinen Menschenkunde gelesen haben, die wissen wahrscheinlich, dass Rudolf Steiner diese Formulierung benutzt, dass er sagt, also wer als Waldorflehrer agieren möchte, der kann also nicht mit einer intellektuellen, gemütlichen Tätigkeit rechnen, sondern als Waldorflehrer steht man im Grunde genommen jeden Tag wieder vor der Klasse und soll die Fähigkeit haben, sich täglich neu unvoreingenommen auf das einzulassen, was die Kinder zeigen, was die Kinder entgegenbringen. Das heißt, die Waldorfschule soll also nicht eine Art Abarbeiten von vorgefertigten Regeln und Normen und Weisungen sein, sondern bei dieser Waldorfpädagogik soll es darauf ankommen, die unmittelbare Begegnung zwischen Lehrer und Schüler soll im Mittelpunkt stehen. Und natürlich auch mit Lehrer und Schüler als Wesen. Jede Klasse, auch die Schule ist ein Wesen und hat entsprechend auch gewisse Kräfte, die es gilt, gemeinsam zu stärken. Und Waldorfpädagogik ist ebenso keine Reformpädagogik. Wenn man heute einmal nachschaut im Internet und bei Wikipedia Waldorfpädagogik eingibt, dann kommt da ganz selbstverständlich, Waldorfpädagogik ist eine Form der Reformpädagogik. Das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend, weil Reformpädagogik eben genau das, was ich vorher gesagt habe, nicht anstrebt. Bei der Reformpädagogik geht es eigentlich darum, gewisse Programme aufzustellen und diese Programme dann mehr oder weniger an den Kindern abzuarbeiten. Und das ist in der Waldorfpädagogik eben nicht gewünscht. Somit können wir diese zwei Dinge, um die Waldorfpädagogik ein wenig zu charakterisieren, schon einmal ausschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldorfpädagogik ist Erziehungskunst 00:07:25 ===&lt;br /&gt;
Vielmehr ist Waldorfpädagogik Erziehungskunst, so drückt es Rudolf Steiner aus. Und in diesem Begriff sehen wir zwei Worte zusammengeführt, nämlich einmal die Erziehung. Das heißt, es soll also so sein, dass die Kinder in irgendeiner Form erzogen werden. Man geht also nicht davon aus, wie es heute auch manche moderne Formen der Pädagogik gibt, dass die Kinder schon alles mitbringen und die müssen sich nur ausleben, sondern es geht in der Waldorfpädagogik um Erziehung und diese Erziehung soll künstlerisch getätigt werden. Das heißt, die Kunst, das künstlerische Element, das Lebendige steht im Vordergrund und Grundlage dieser Erziehungskunst ist die Menschenerkenntnis. Hier wird es dann langsam anthroposophisch, darauf arbeiten wir gleich hin. Und ausgehend von dieser Menschenerkenntnis ruht die Waldorfpädagogik diese Erziehungskunst auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Seelenkunde und die zweite Säule die Sittlichkeit. Heute würde man auch sagen Ethik oder Moral. Das heißt also, aus dieser Erkenntnis des Menschenwesens soll der Lehrer künstlerisch erziehen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Seelenkunde und Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit über das Wesen des Menschen 00:09:28 ===&lt;br /&gt;
Und dann beginnt der Weg, wenn man sich mit der Waldorfpädagogik vertraut machen möchte, dieser Weg beginnt in aller Regel oder sollte beginnen mit der Frage, was ist der Mensch? Und diese Frage ist nicht unerheblich, denn diese Frage hat direkten Einfluss darauf, wie wir zum Beispiel als Lehrer, aber auch als Elternteil das Kind anschauen. Was sehe ich, wenn ich dem Kind gegenüber trete? Welche Gedanken kommen mir? Welche Gefühle habe ich dem Kind gegenüber? Diese Dinge sind nicht unerheblich davon abhängig, ob ich mich damit auseinandergesetzt habe, was der Mensch ist. Wer steht denn da vor mir? Woher kommt dieses Wesen? Ist das ein Wesen, das zum ersten Mal auf der Welt ist vielleicht, mit keiner Vorgeschichte, mit so gut wie keinen Fähigkeiten? Gibt es da vielleicht schon etwas, was vor diesem Leben mit diesem Wesen geschehen ist? Wir merken schon, dieser Blick auf den Menschen verändert viel, wie wir dem anderen Menschen, wie wir dem Kind gegenüber treten. Diese Arbeit daran, dieser Frage nachzugehen, ist ein erster Schritt, um sich selber so zu positionieren, dass wir in die Lage versetzt werden, in der Waldorfpädagogik zu stehen und mit den Kindern gemeinsam den Weg zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mensch - ein dreigliedriges Wesen 00:11:49 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, uns anthroposophisch dieser Frage zu nähern, dann müssen wir sagen, der Mensch ist ein dreigliedertes Wesen. Der Mensch besteht also aus Leib. Das ist das, was uns am ehesten entgegenkommt, wenn wir einen Menschen sehen, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Dann haben wir zunächst einmal diesen äußerlichen Eindruck des Leibes, aber dann merken wir sehr schnell, in dieser äußeren Erscheinung ist mehr enthalten. Wir haben Äußerungen, Bewegungen, Mimik, Gestik und wir haben auch ein gewisses Gespür dafür, dass jeder Mensch in irgendeiner Form in seiner Erscheinung etwas trägt, was ihn individuell macht, zum Beispiel der Gang, das Sprechen natürlich auch, das Aussehen, wie er sich kleidet, alle Verhaltensweisen spiegeln etwas, wo wir merken, der Mensch ist mehr als seine äußerliche Erscheinung. Und da kommen wir in den Bereich der Seele. Der Mensch ist also in der Lage, etwas Seelisches zu äußern. Er kann Freude zeigen, er kann traurig sein, er kann aufgeregt sein, er kann ruhig sein und das sind Dinge, die man als Waldorflehrer vor der Klasse jeden Tag anders erlebt. Man wird also unmittelbar durch die Kinder darauf aufmerksam. Der Mensch ist also nicht nur Leib, sondern der Mensch ist auch Seele und wie wir noch sehen werden, wird der Mensch dann auch immer mehr seinen Anteil entfalten am Geist. Die Kinder beginnen immer mehr individuell sich zu verhalten. Die Kinder werden immer mehr in das Denken hineinkommen und da sehen wir, es geht also noch über das Seelische hinaus, wenn man genau beobachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der physisch-stoffliche Mensch 00:14:22 ====&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Ganze jetzt in den Kontext hineinführen wollen, dass wir davon ausgehen, dass die Anteile des Menschen, die wir gerade ein wenig skizziert haben, auch einen Ursprung haben, eine Verortung, wenn man so will, dann können wir hier sagen, zunächst einmal haben wir vor uns die physisch-stoffliche Welt, in der sich der Mensch leiblich äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ätherwelt 00:14:51 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir die Äther-Welt, die Welt der Kräfte, der Bildekräfte, die also bewirkt, dass jeder physische Leib anders aussieht. Obwohl wir alle Menschen sind, können wir unschwer erkennen, niemand gleicht dem anderen. Jeden Menschen gibt es nur einmal und das heißt, die Bildekräfte, die das physisch-stoffliche gestalten, sind bei jedem Menschen anders. Und diese Bildekräfte, die haben nun wieder übergeordnet ihre Direktive aus der Seelenwelt oder aus der Astralwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Astralwelt 00:15:38 ====&lt;br /&gt;
Und da haben wir die untere Astralwelt und die Ätherwelt. Das ist da, wo die Bildekräfte und die Seelenkräfte sich gegenseitig durchweben. Das ist ein sehr interessanter Bereich, den wir gleich noch weiter fokussieren werden. Aber wir können sagen, dass also die unteren Bereiche der Seelenwelt und diese Welt der Bildekräfte im Grunde genommen wie zwei Seiten einer Medaille sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unser Anteil an der geistigen Welt 00:16:11 ====&lt;br /&gt;
Und dann haben wir schließlich die obere Astralwelt und dann beginnt im Grunde der Anteil des Menschen an der geistigen Welt, die Welt der Urbilder oder auch das untere Devachan. Dort befinden sich dann mehr oder weniger die Keime des Menschen, aus denen dann in die physisch-stoffliche Welt hinein sich immer mehr die Gestalt des Menschen hinein verdichtet, sich gestaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung im zweiten Jahrsiebt 00:16:55 ===&lt;br /&gt;
Und wenn wir nun versuchen, einmal diesen Kontext im Bewusstsein zu behalten, und weitergehen jetzt konkret zur Pädagogik, so sagt Rudolf Steiner, die Erziehung des Kindes ist besonders anzustreben im zweiten Jahrsiebt. Das heißt also, wenn das Kind im Alter zwischen sieben und 14 Jahren alt ist. Und in diesem zweiten Jahrsiebt ist es ganz wichtig, sowohl für die Lehrer, aber auch für die Eltern, dass man sich als erwachsener Mensch klar macht, in dieser Zeit sollte das Kind besonders über das Gefühl erreicht werden, nicht über das Denken. Und man kann heute sehr stark beobachten, dass die Kinder im sehr frühen Alter durch die Erwachsenen, das ist nicht bewusst so, aber die Erwachsenen versuchen, die Kinder so schnell wie möglich in diese denkerisch-rationale Welt hineinzuholen. Und das ist aber ein nicht so guter Zug, weil wenn man das Kind so anschaut, wie wir es heute versuchen werden, dann wird man sehen, dass die Kräfte, die im Kind wirken, im ersten und auch noch im zweiten Jahrsiebt, diese Kräfte dürfen nicht zu früh in einen Bereich hinaufgeholt werden, der dann später im Erwachsenenalter sehr wichtig wird, der aber, wenn das Kind noch jünger ist, dann werden diese Kräfte in anderen Bereichen gebraucht, um dort gewisse Anlagen vorzubereiten, damit das Kind im Erwachsenenalter später die Früchte dieser Anlagen ernten kann. Und das heißt, Erziehung des Kindes im zweiten Jahrsiebt über das Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Waldorflehrer als liebevolle Autorität 00:19:14 ====&lt;br /&gt;
Und für den Waldorflehrer ist es dann wichtig, so sagt Rudolf Steiner, dass er vor den Kindern auftritt als liebevolle Autorität. Und wir erkennen zwei Elemente, liebevoll, aber auch Autorität. Das heißt, wir hatten es eben bei der Schulführung gesprochen, der Lehrer darf sich natürlich auch nicht von den Kindern vorführen lassen. Die Kinder werden natürlich versuchen, den Lehrer zu testen, die werden versuchen, den Lehrer aus der Fassung zu bringen. Und hier muss der Lehrer dann liebevoll, aber er muss auch diese Autorität haben, damit sich die Kinder an ihm aufrichten können. Das ist ganz wichtig, dass man diesen Teil nicht außer Acht lässt. Denn wenn der Lehrer nicht aufrecht steht vor der Klasse, dann können die Kinder kein Beispiel finden, was es bedeutet, aufrecht zu stehen und gleichzeitig aufrichtig und liebevoll zu sein. Das ist etwas, was besonders die Kinder der Mitte, darauf kommen wir gleich noch, Westen, Osten, Mitte, wir befinden uns Mitteleuropa, wir sind Menschen der Mitte. Und besonders für die Menschen der Mitte ist diese Aufrichtekraft enorm wichtig, vor allem für die Kinder, dass sie dies beispielhaft lernen. Und Rudolf Steiner geht auch so weit, dass er sagt, wer als Kind nicht die Erfahrung gemacht hat, sich einer liebevollen Autorität zu öffnen, sich ihr gewissermaßen auch hinzugeben, der kann später, wenn er dann im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso junge Menschen vor sich hat, nicht in die Haltung des Schenkens hineinkommen. Das heißt, die Erlebnisse, die man als Kind an einer liebevollen Autorität haben kann, werden später im Alter zu Fähigkeiten, andere Menschen seelisch zu beschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was Waldorfpädagogik will 00:22:09 ===&lt;br /&gt;
Und nun haben wir diesen wunderbaren Satz von Rudolf Steiner, den er den Waldorf-Lehrern mit auf den Weg gibt, viele werden ihn vielleicht kennen: &amp;quot;Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.&amp;quot; Das ist eine wunderbare, künstlerische, tiefe Zusammenfassung von dem, was die Waldorfpädagogik sein soll, was die Waldorfpädagogik sein kann. Nämlich, dass wir an diesem Spruch Folgendes ablesen können. Wir können ihn so deuten, dass hier die drei Jahrsiebte des Kindes, die ersten drei, angesprochen werden und gezielt unter eine ganz bestimmte Fähigkeit oder Herangehensweise gestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrfurcht vor dem Willenswesen 00:23:25 ====&lt;br /&gt;
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, das bezieht sich auf das erste Jahrsiebt, das heißt von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Dass wir uns also klar machen, dieser Mensch, der da vor uns liegt, zunächst mal, und strampelt und schreit, dieser Mensch ist nicht zum ersten Mal inkarniert, sondern dieser Mensch hat eine Vorgeschichte. Und wenn wir es anthroposophisch sehen, dann hat sich dieser Mensch ganz bestimmte Ziele gesetzt, die er erreichen möchte in dieser Inkarnation. Und um diese Ziele zu erreichen, um diese Inkarnation in Gang zu setzen, braucht dieses Menschenwesen sehr viel Willenskraft. Das heißt, wenn der junge Mensch durch die Geburt hindurchgegangen ist, dann ist er in erster Linie ein reines Willenswesen. Und vor diesem Willenswesen und vor diesen Motiven, die dieser Mensch hat, ich möchte jetzt in dieses Erdenleben und möchte bestimmte Dinge umsetzen, möchte mir bestimmte spirituelle Aufgaben vielleicht stellen, ich möchte bestimmte Menschen treffen. Alte Konflikte wiedergutmachen und so weiter. Vor diesem Willenswesen, das da in reinster Form vor uns liegt, das sollen wir mit Ehrfurcht empfangen. Nicht nur mit einem, wie soll man sagen, süßes Baby. Sie wissen, was ich meine. Ich möchte jetzt nicht schauspielern, weil ich möchte das auch nicht schmälern. Also natürlich sind Babys süß. Und natürlich kann man sich, kann das Herz daran sich erfreuen an einem kleinen Baby. Aber es ist auch wichtig, eben darauf zu achten, wir haben hier einen Menschen vor uns. Das ist dieser Kniff. Also mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch diesem kleinen Menschen zu begegnen. Ehrfurcht zu haben. Wer kommt denn da zu mir? Wer kommt denn da zu uns? Also das Kind in Ehrfurcht empfangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liebevolles Erziehen im zweiten Jahrsiebt 00:26:58 ====&lt;br /&gt;
Dann haben wir dieses Schuljahrsiebt von sieben bis 14 Jahren. Und hier ist es nun so, dass sich dieser reine Wille langsam in ein Erdenbewusstsein kleidet. Das heißt, es kommen Eindrücke aus der physisch-sinnlichen Welt zu diesem reinen Willen hinzu. Es entfaltet sich langsam diese karmische Vorgeschichte in diesem Menschen, was zunächst noch zurückgehalten wird, damit der Mensch zunächst seinen physischen Leib ausbilden kann. Das wird nun immer mehr in den Lebensstrom dieses neuen Menschen hineingeführt. Und das Bewusstsein erweitert sich und es treten Gefühle auf. Dieser Wille wird gezähmt, könnte man sagen, und das Gefühlsleben wird in Gang gesetzt zugunsten der Erfahrungsfähigkeit dieses Menschen in diesem Leben. Und diesem sich werdenden Gefühlsmenschen sollten wir uns liebevoll nähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== In Freiheit entlassen im dritten Jahrsiebt 00:27:27 ====&lt;br /&gt;
Und dann schließlich geht es hinein in die Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter. Und hier kommt dann mehr und mehr das Denken im Menschen zum Vorschein, das Denken über sich selbst, das Denken über die Welt ist dann sozusagen eine Art Abschluss, sich zu individualisieren. Das Kind merkt, der Heranwachsende merkt, ich bin ich, hier bin ich und da ist die Welt. Und wenn die Pubertät beginnt, dann sagen die erstmal so, jetzt möchte ich erstmal nichts mehr sehen, bitte, sondern ich möchte jetzt nur noch darauf hören, was ich in mir spüre. Da gibt es ja diesen Spruch &amp;quot;Wegen Umbau geschlossen&amp;quot; - das ist das Motto der Pubertät. Und hier wird es dann ganz wichtig, die Kinder hinzuführen, heranzuführen an das Denken und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Das ist dann so Richtung Oberstufe, Abitur, da sollte man dann schon diesen Freiheitsaspekt sehr stark betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitung der Seelenvermögen 00:28:50 ====&lt;br /&gt;
Und das bedeutet im Grunde, dass Waldorfpädagogik möchte, dass die Seelenvermögen des Menschen, nämlich Denken, Fühlen und Wollen, so gut wie möglich vorbereitet werden für das spätere Leben. Das heißt, wie wir am Anfang gesehen haben, diese Säule der Seelenkunde, das ist genau das, was wir gerade besprochen haben. Und das beginnt damit, sich klarzumachen, wer ist der Mensch. Und auch wenn es ein kleines Baby ist, es ist ein geistiges Wesen, das sich entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das bedeutet nun die große Frage, wie erreichen wir denn die Seele des Kindes als Lehrer, als Vater, Mutter. Und da können wir aus der Anthroposophie heraus die Antwort geben, der Weg zur Seele des Kindes führt über eine neue Art des Denkens. Und das heißt, wir müssen das Denken oder auch Vorstellen, das müssen wir neu fassen. Wir müssen eine Art Paradigmenwechsel in uns vollziehen, dass wir die Frage stellen, welche Arten des Denkens gibt es denn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lebendiges Denken und Ätherleib 00:30:43 ===&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner unterscheidet hier zwei Arten des Denkens, nämlich einmal das sogenannte gewöhnliche Denken und das lebendig-schöpferische Denken. Und das ist nicht unerheblich, dass Waldorf-Lehrer sich damit auseinandersetzen. Nämlich aus diesem Grunde, weil das gewöhnliche Denken, das heißt, ich nehme eine Information auf, halte diese Information fest, zum Beispiel beim achtjährigen Kind muss man das und das machen. Diese Information ist hier, die Klasse ist vor mir oder der Schüler steht vor mir und dann handele ich nach diesem Schema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seele des Kindes bekommt das mit. Das Kind merkt instinktiv, es besteht keine Verbindung zwischen mir und dem Lehrer. Und das hat damit zu tun, weil das gewöhnliche Denken eine Tätigkeit des physischen Leibes ist. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, in dem die Gedanken, die eigentlich lebendig sind, in toter Form erscheinen, in Form eines Leichnams erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Totes Denken versus Seelenverbindung 00:32:28 ===&lt;br /&gt;
Und dieses tote Denken erreicht die Kinder nicht. Das gewöhnliche Denken bleibt äußerlich, wir gehen mit diesem gewöhnlichen Denken an die Kinder heran und dieses Denken bleibt vor der Seele der Kinder. Warum? Weil wir die Schwelle zum lebendigen Denken nicht überschritten haben in der Selbsterziehung. Denn in der anthroposophischen Selbsterziehung ist es wichtig, die Verbindung aufzunehmen, zunächst einmal über die Erkenntnis, aber dann auch über das Erleben, was diese Erkenntnis in mir bewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass nämlich das lebendige Denken in erster Linie eine Tätigkeit des Ätherleibes ist. Das heißt, wir erweitern unser Bewusstsein, erinnern uns daran, der Mensch hat nicht nur Anteil an der physischen Welt, sondern hinter der physischen Welt steht die Welt der Kräfte, der Bildekräfte. Und diese Welt der Bildekräfte ist gleichzeitig die Welt der unteren seelischen Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wesenhaftes Erleben der Welt 00:34:01 ===&lt;br /&gt;
Und das heißt, wenn wir uns lebendige Gedanken machen über die Schüler, über die Welt, wenn wir die Welt wesenhaft erleben, es gibt nichts Unpersönliches in der Welt. Alles, was uns umgibt, ist wesenhaft. Wenn wir mal versuchen, so einen Waldspaziergang zu machen, dass wir unser Bewusstsein ganz klar halten und uns hineinversetzen, dass alles um mich herum, nicht nur die Vögel, die wir hören, nicht nur den Fuchs, den wir vorbeihuschen sehen, nicht nur die Spaziergänger, die uns entgegenkommen, sondern alles um uns herum ist wesenhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Stein, jede Pflanze, jeder Baum, die Luft, die wir atmen, alles hat einen wesenhaften Kern. Und wenn wir versuchen, über diesen Zugang immer weiter zu stärken in uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann können wir an den Punkt kommen, und ich denke, dass die Kinder das sehr schnell merken werden, dass wir auf einmal die Fähigkeit erhalten, über dieses lebendige Denken, indem wir unseren Ätherleib tätig werden lassen, aktivieren wir gleichzeitig auch unsere Seelenkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelenkräfte und Liebe im Unterricht 00:35:43 ===&lt;br /&gt;
Und in dem Moment, wo wir dann vor den Kindern stehen, verbinden sich unsere Seelenkräfte und unsere Ätherkräfte mit denen der Kinder. Die Kinder sind ganz offen dafür. Das heißt, diese Fähigkeit ist in meinen Augen etwas praktisch gesehen ganz Zentrales, sich damit vertraut zu machen. Wie lerne ich lebendiges Denken? Und dann kommt wieder das zum Tragen, dass wenn wir dann diese Fähigkeit uns erwerben, die Seelen der Kinder zu erreichen, dann müssen wir natürlich darauf achten, dass wir auch dahingehend an uns arbeiten, dass wenn wir dann den Kindern etwas geben, dass das natürlich von Liebe getragen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lehrer soll Liebe hineingießen in die Seele des Kindes. Das heißt, wenn wir also in uns moralisches, ethisches Tragen, liebevolles Tragen, dann wird das auf die Kinder ausstrahlen, ohne dass man viele Worte machen muss. Und um an diesen Punkt zu kommen, ist es dann aus meiner Sicht unvermeidlich, unbedingt nötig, dass wir versuchen dahinter zu kommen, was Rudolf Steiner meint mit Geisterkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisterkenntnis im Unterricht 00:37:50 ===&lt;br /&gt;
Dieses Element der Geisterkenntnis soll sich im Unterricht direkt widerspiegeln. Denn wie es nicht laufen soll, ist, dass die Kinder sozusagen verhärtet werden durch eine inhaltliche Unterrichtsführung, die getragen ist in erster Linie durch die materialistische Naturwissenschaft. Und man kann, glaube ich, sagen, dass heutzutage sehr, sehr viel Literatur für Lehrkräfte und so weiter von diesem Geist getragen ist. Wir sind heute unwahrscheinlich getrimmt darauf, beeindruckt zu sein, wenn jemand logische Beweise führen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn jemand im Äußerlichen Dinge beweisen kann. Das beeindruckt uns. Aber das ist nicht das, was die Kinder brauchen, sondern die Kinder brauchen seelische Lebendigkeit. Das wird später noch früh genug Teil des Lebens werden müssen, denn unser Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass wir uns heute mit dieser materialistischen Naturwissenschaft auseinanderzusetzen haben. Aber wenn sie zu früh an den Menschen herankommt als dominante Kraft, dann ist das der Tod der Seele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhärtung durch Materialismus vermeiden 00:39:28 ===&lt;br /&gt;
Denn diese materialistische Naturwissenschaft verhärtet. Die Gedanken werden bis zur unmittelbaren Verhärtung geführt. Das ist auch notwendig in bestimmten Lebensbereichen, um Dinge klar darstellen zu können. Aber im Unterricht an der Waldorfschule sollte das nicht forciert werden. Denn die Seele der Kinder darf nicht verhärten. Jetzt kommen wir langsam zum Bereich der Sittlichkeit. Ebenso sollten wir darauf achten, dass wir nicht einen Schwerpunkt legen auf moralische Impulse, die nicht aus dem Lebendigen herauskommen, sondern in erster Linie alte Kulturen und alte Religionen fokussieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erlebe ich heute auch sehr stark. Natürlich sollen die Religionen im Unterricht eine Rolle spielen. Die Kinder sollen kennenlernen, welche religiösen Strömungen gibt es und so weiter. Keine Frage. Aber ich erlebe heute sehr häufig, dass das, was eigentlich den Kindern vermittelt werden soll, eigentlich nicht zur Sprache kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Selbstvertrauen fördern 00:41:15 ===&lt;br /&gt;
Sondern dass alte Strömungen werden sehr stark emporgehoben. Ihnen wird eine sehr starke Wichtigkeit zugesprochen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel der Waldorfschule am Ende ist, das Kind in Freiheit zu entlassen. Wir brauchen selbstsichere Menschen, nicht Obrigkeitsgehorsam. Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zu wissen, es gehört auch mal eine Niederlage dazu. Man kann auch mal daneben hauen. Spielt keine Rolle. Bleib dir treu, hab Vertrauen in dich. Das ist die Botschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn sonst haben wir am Ende keine Freiheit. So wie wir heute in der Gesellschaft leider, wir haben eben darüber gesprochen, leider beobachten kann, dass die Tendenz dahingeht, die Leute verlieren immer mehr Selbstvertrauen und suchen förmlich nach Unterordnung in den bestimmten Bereichen. Und um das zu erreichen, sagt Rudolf Steiner, ist es ganz wichtig, dass die Kinder im Unterricht oder in der Schule generell und auch zu Hause vielleicht mit Unterstützung der Eltern dieses Moralische, dieses Idealistische, man könnte auch sagen dieses Geistige, unmittelbar immer wieder als etwas erleben, was in die schlichte weltliche Materie eingreifen möchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moralität und Geistiges im Unterricht 00:42:52 ===&lt;br /&gt;
Dass etwas Edles, etwas Hohes durch die Menschen in die Welt kommen möchte und hier einen Gestaltungsauftrag hat. Und dass wir das Künstlerische, das Höhere nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur um darauf zu warten, dass wir endlich wieder Physik und Mathematik den Kindern beibringen. Nein, diese Dinge sind genauso wichtig. Der Geist, der in die Materie eingreifen möchte. Also das Höhere, Edle, Moralische greift in die Welt ein. Das müssen die Kinder erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das müssen sie auch erleben im Klassenzusammenhang. Wenn Ungerechtigkeiten auftreten, dann muss man dafür sorgen, dass die Kinder spüren, Moment mal, das war nicht gut. Also Rudolf Steiner sagt ganz konkret, die Kinder müssen lernen, das Gute zu lieben und nicht das Böse lieb zu haben. Ganz einfach. Und dafür sorgt die liebevolle Autorität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung zum Christuswesen 00:44:46 ===&lt;br /&gt;
Und was diese Moralität zum Kern haben, ich darf sagen muss, aus meiner Sicht, das ist eben der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anthroposophie. Nämlich, dass wir in der Waldorfschule zunächst einmal wir als Lehrer oder als Eltern und dann durch unser Beispiel den Kindern die Möglichkeit geben, eine innige Verbindung zum Christuswesen zu bekommen. Diese Verbindung immer mehr zu stärken, die Kinder da heranzuführen. Nicht mit Gewalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machen ja mit den Kindern keine Anthroposophie in der Schule, das ist klar. Aber der Lehrer sollte in der Lage sein, aus seinem Inneren diese Verbindung den Kindern anzubieten, den Kindern zu zeigen und ebenso zum Mysterium von Golgatha. Denn fokussieren wir uns zu sehr auf das, was die äußeren Sinne uns vermitteln und setzen wir diese Eindrücke der äußeren Sinne nicht in einen höheren Kontext, dann sorgt das dafür, dass sich die Seelen der Kinder und letztlich auch unser aller Seelen zunehmend identifizieren, anknüpfen an die Vergänglichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auferstehung und Angstlosigkeit 00:46:24 ===&lt;br /&gt;
Es gibt ja diesen drastischen Ausspruch Rudolf Steiners, das Wesen der Erde ist der Tod. Aber es gibt eben noch diese ethischen Kräfte, die aus dem Höheren, aus dem Edlen geschöpft werden und inmitten dieses Todes gibt es die Auferstehung. Und genau diese Verbindung zur Auferstehung ist es, was den Kindern im späteren Leben, dieses Urvertrauen, ich werde mit jeder Situation im Leben fertig, das kommt hierher. Die alten Religionen vermitteln ein deterministisches Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Regeln, es gibt Gesetze, denen unterwirft man sich und dann ist man gottgefällig. Das ist nicht das, worum es hier geht, sondern das hier bedeutet, ich trage die Kräfte in mir, die mich über den Tod hinausbringen können. Ich verliere also durch diese Kraft die Angst vor dem Leben und vor dem Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vertrauen und Zukunftsperspektive 00:48:31 ===&lt;br /&gt;
Und das bedeutet, auf dieser Ebene schaffen wir in den Kindern langsam ein Fundament, auf das sie hineinwachsen können in ein bewusstes Leben, das sie stark macht, um weiter blicken zu können über den Punkt hinaus, der dann irgendwann dahin führen wird, dass wir diesen Körper ablegen. Das kommt auf uns alle zu, aber dies ist nicht das Ende. Habt keine Angst. In der vedischen Philosophie heißt das Apayam, Angstlosigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angst vor dem Tod zu verlieren, das klingt zunächst mal sehr hoch aufgehängt, aber wenn wir mal in uns hineinspüren, wie viele Lebensängste sind genau aus dieser Quelle gespeist, wie viel Unsicherheiten, Resignation, Traurigkeit kommt genau daher. Und je stärker unsere Verbindung zum Christus ist und zur Auferstehung, desto mehr können wir Kraft schöpfen, um das zu überwinden. Und das bedeutet also, den Kindern etwas mitzugeben, dass sie den Zugang finden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuer Jupiter und Liebe 00:50:39 ===&lt;br /&gt;
Auf den Tod folgt wieder etwas. Nichts, was wir tun, ist umsonst und nichts, was wir tun, kann nicht wieder in etwas Höheres, etwas Edles verwandelt werden. Scheitern gehört dazu. Mut zum Scheitern. Auch das schafft Vertrauen in das eigene Leben. Und dieses Vertrauen, diese Kraft des Vertrauens, die brauchen wir sehr dringend. Jetzt öffnen wir ganz kurz mal die ganz große Perspektive. Dieser Erdenplanet wird eines Tages sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn wir Menschen unser inneres Licht entzünden durch den Christusimpuls, dann wird die Erde zwar vergehen, aber es wird ein neuer Planet kommen. Den bezeichnet Rudolf Steiner als den neuen Jupiter. Das heißt, wir Menschen werden diesen Planeten auf eine völlig neue Stufe heben. Wir werden ihn verwandeln von einem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kinder der Mitte und Traurigkeit 00:52:14 ===&lt;br /&gt;
Aber das wird nur stattfinden, wenn wir diese Liebe, Fähigkeit, dieses Vertrauen in uns, in den Christus gestärkt haben. Und das beginnt am ersten Schultag in der Waldorfschule. Diesbezüglich haben wir einige Aussagen Rudolf Steiners, dass er sehr deutlich sagt, wir können heute, beziehungsweise damals zu seiner Zeit, wir können beobachten, dass die Kinder beginnen, sich zu verändern. Er sagte also, dass es früher so war, dass die Kinder noch nicht so betrübt mit einer leichten Traurigkeit zur Welt kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dass dies nun langsam beginnt, dass diese Schwere der Aufgaben, die uns Menschen gestellt werden, die Kinder spüren das, wenn sie in dieses Leben gehen. Und wenn wir Erwachsenen es nicht schaffen, den Kindern ein Licht zu geben, das aus der Geisterkenntnis heraus entzündet worden ist, dann erziehen wir die Kinder zu Skeptikern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skeptizismus und Todeskräfte 00:53:25 ===&lt;br /&gt;
Die Kinder werden skeptisch gegenüber der Welt, skeptisch gegenüber anderen Menschen, skeptisch auch gegenüber dem Christus und der Göttlichkeit. Denn diese Erdenschwere wird immer mehr zunehmen. Die Todeskräfte werden zunehmen. Denn dieser Planet wird, wie wir eben gesagt haben, nun in eine Zukunft geführt, die nicht mehr aufbauend ist, sondern es sind abbauende Kräfte, die nun in Aktion treten. Und darüber müssen wir den Kindern etwas geben, dass sie es schaffen, über diesen Abgrund hinauszukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ganz besonders den Kindern der Mitte. Rudolf Steiner sagt, dass die Kinder, die im Westen geboren werden und die Kinder, die im Osten geboren werden, bekommen aufgrund des Ortes ihrer Inkarnation und der Kräfte, die in diesen, wenn wir es mal ganz grob einteilen, in West, Ost und Mitte. In West und Ost haben wir noch orientierunggebende Kräfte vorhanden. Aber bei uns müssen diese Kräfte aus dem Menschen selbst kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Notwendigkeit starker Waldorfpädagogik 00:55:08 ===&lt;br /&gt;
Das heißt, gerade bei uns in der Mitte ist die Erziehung des Kindes zwingend notwendig. Und daher brauchen wir eine starke Waldorfpädagogik. Noch einmal zur Veranschaulichung. Geburt, der Mensch tritt ins Leben als Willenswesen. Es entfaltet sich sein Seelisches, die Gefühlswelt tritt hinzu, dann schließlich das Denken. Und wenn wir es dann schaffen, das Denken zu erweitern, unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, dass wir in dieses lebendige Denken, in die Geisterkenntnis hineinkommen, dann arbeitet unser geistiger Wesenskern, ausgehend vom Denken in das Seelische hinein, auch der Kinder, wie wir eben gesagt haben, und darüber auch in unseren Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann den Körper ablegen, werden diese Hüllen wieder aufgelöst nach dem Tode, reduziert bis auf unseren geistigen Wesenskern, der dann wieder zum Vorschein kommt. Sich wieder äußert, wieder sich mit Seele umkleidet, in das Denken hineinkommt und dann beginnt es wieder, dass wir an uns arbeiten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jahresfeste als Kraftquellen 00:57:08 ===&lt;br /&gt;
Ein langer Weg von Inkarnation zu Inkarnation. Immer eine neue Chance, den Christus zu finden und ihm nachzufolgen. Und ich möchte in dem Zusammenhang vielleicht zum Schluss noch zwei Dinge fokussieren. Eine wunderbare Gelegenheit aus meiner Sicht, den Kindern etwas in die Seele zu legen, um das zu bewirken, was wir vorher besprochen haben. Und das sind die Jahresfeste. Und derer besonders zwei. Nämlich zum einen das Osterfest und zum anderen Michaeli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es schaffen, dass wir einen ganz besonderen Blick, ein ganz besonderes Verhältnis zu besonders diesen beiden Jahresfesten haben und mit den Kindern zusammen diese Jahresfeste begehen, dann können wir aus meiner Sicht einen ganz fruchtbaren Keim legen. Wichtig dabei ist, dass wir als Erwachsene das Osterfest ganz konkret vielleicht zusammengefasst als etwas sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ostern und Michaeli 00:58:43 ===&lt;br /&gt;
Ostern bedeutet die Auferstehung der Natur und der Naturwesen, denn alles in der Natur, wie wir gesagt haben, ist wesenhaft. Das Wichtige ist aber, dass wir diese Natur und ihre Wesen in der Gefolgschaft des Christus sehen. Nicht unpersönlich, sondern wie wir wissen, durch das Mysterium von Golgatha hat der Christus sich mit der gesamten Erde verbunden. Und das heißt, wenn wir in eine gedeihliche Zukunft gehen wollen, dann sollten wir die gesamte Natur in der Gefolgschaft des Christus sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich haben wir im Herbst, und das ist ja das Fest der Zukunft, sagt Rudolf Steiner, dass dieses Fest, die Bedeutung dieses Festes eigentlich noch gar nicht richtig herausgeschält worden ist, noch gar nicht so richtig klar ist. Und das ist eine Zukunftsaufgabe für uns alle, dass wir in diesem Michaelifest nämlich in unseren Seelen hervorrufen, diese Verbindung dazu. Hier handelt es sich um die Auferstehung des Menschen innerhalb der todwerdenden Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auferstehung des Menschen 01:00:14 ===&lt;br /&gt;
Diesen Eindruck in unserer Seele immer mehr lebendig zu machen. Der auferstehende Mensch innerhalb der vergehenden Erdenkräfte. Das wird aus meiner Sicht die Kraftquelle sein, um den Kindern etwas mitzugeben, das ungeahnte Kräfte entfalten kann. Und damit würde ich den Vortragsteil langsam zu Ende führen und würde mich freuen, wenn wir noch in einen gemeinsamen Austausch kommen. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Skepsis der Kinder 01:02:20 ===&lt;br /&gt;
Vielen Dank für Ihren Vortrag, das war sehr inspirierend. Ich habe jetzt eine Frage dazu, dass Sie gesagt haben, die Kinder werden als Skeptiker geboren und wir als Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass dieses Skepsis in gewisser Weise abgebaut wird. Wenn ich heute die Zeit angucke, Trickbetrug, sonstige Betrügereien, irgendwelche Fallen, die einem gestellt werden, wie soll ich meinem Kind die Skepsis abgewöhnen? Wenn das Kind doch die Skepsis braucht, um sich davor zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, was Sie sagen, ist mehr eine gesunde Vorsicht. Zunächst einmal werden die Kinder nicht als Skeptiker geboren, sondern sie werden mit einer bestimmten Traurigkeit geboren. Man spürt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist. Und nur wenn die Kinder durch die Erziehung nicht dieses Selbstvertrauen gewinnen können, dann werden sie zu Skeptikern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Skepsis versus Weltangst 01:03:22 ===&lt;br /&gt;
Man kennt diese Züge vielleicht auch an sich selber, also ich kenne sie, dass man überhaupt nicht mehr unvoreingenommen irgendwo in eine Situation hineingehen kann oder einem Menschen gegenüber treten kann, sondern man fängt sofort an, diese Schubladen zu öffnen. Aha, das ist wahrscheinlich so einer, das ist wahrscheinlich so einer und an den Ort gehe ich nicht und das vermeide ich usw. Also das nähert im Grunde diese Weltangst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn man jetzt sagt, es ist gut im Leben zu wissen, wo man sich in Acht nehmen sollte, würde ich jetzt nicht in diese Kategorie bringen. Also nochmal so ein Unterschied zwischen Skepsis und Weltangst vielleicht. Gut, aber die Gesellschaft, wie sie heute ist, lehrt uns ja eine gewisse Weltangst. Man kriegt ja ständig irgendwelche Horrorszenarien vorgeführt, man kriegt Nachrichten, die negativ sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Gesunde Skepsis bewahren 01:04:42 ===&lt;br /&gt;
Nochmal, es ist so schlecht, die Vorsicht zu haben oder die Skepsis gegenüber allem und erstmal zu gucken, ob es Sinn macht oder nicht und sich an Stellen zu begeben, wo man vielleicht nicht hingehen sollte, anstatt weltoffen zu sein und dann vielleicht das Leben etwas vorher beendet zu bekommen. Ja. Nur als Beispiel. Na klar. Also, wie gesagt, das kann man nicht gegeneinander aufwiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, es geht um die Fähigkeit, sich diese zu bewahren, dass man sich also nicht von einer gewissen skeptischen Lebenshaltung übermannen lässt, sondern dass man auch immer wieder sagt, ich habe jetzt fünfmal eine Enttäuschung erlebt, vor allem im Sozialen ist das wichtig, ich habe jetzt fünfmal mit diesem Menschen eine schlechte Erfahrung gemacht, aber ich gehe jetzt nochmal auf ihn zu und halte es für möglich, dass es diesmal anders wird. Da geht es um die Fähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Lebendiges Denken definieren 01:06:20 ===&lt;br /&gt;
Ja, danke für den Vortrag. Ich hätte eine Frage zu dem lebendigen Denken, was ja so die Voraussetzung ist, damit Erziehung vielleicht gelingt. Wir haben in unserem Arbeitskreis Waldorfpädagogik oft die Diskussion, was es überhaupt ist, dieses lebendige Denken. Und da kommen wir oft auch dahin, dass man ja eigentlich mit einer guten Intention dem Kind alles recht machen will und jeden Wunsch erfüllen, aber das manchmal irgendwie vielleicht gar nicht sinnvoll in der Erziehung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht können Sie da nochmal differenzieren, was das lebendige Denken wirklich ist, im Vergleich zu dem, dass man dem Kind immer alles recht machen will. Naja, also wenn man einem Kind immer alles recht macht, würde ich sagen, das ist ja alles andere als lebendig. Sondern Lebendigkeit besteht ja auch, wie gesagt, darin, dass man, wenn man es jetzt mal bildlich fassen möchte, wenn ich zur Tür rausgehe und jeden Tag ist frühlingshafter Sonnenschein und Windstille, dann lerne ich eigentlich viel, viel weniger, als wenn ich auch mal rausgehe und draußen stürmt es und regnet es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Widerstände und Lebendigkeit 01:07:37 ===&lt;br /&gt;
Denn die Seele ist ja sehr stark mit dem flüssigen Element verbunden. Und die Seele lebt von dieser Lebendigkeit, immer wieder neue Eindrücke zu bekommen. Und da ist es eben für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes auch sehr wichtig, dass so ein Kind auch mal Widerstände erlebt. Sei es durch den Lehrer. Aber es gibt ja durchaus auch diese tollen Fächer an der Waldorfschule, wie zum Beispiel Gartenbau, Handarbeit, Werken, wo die Kinder dann einfach von selbst merken, da gibt es Widerstände in der Welt, die überwunden werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das heißt eben genau dieses immer alles recht machen, ist eigentlich kontraproduktiv. Ja genau, das haben wir auch fast gedacht. Die Frage war auch vielmehr, also das war jetzt das Beispiel, das haben Sie gut erklärt auch. Aber die Frage war vielmehr auch, worauf muss das Bewusstsein des Erwachsenen drauf leuchten, sage ich mal, um in dieses lebendige Denken hineinzukommen, um auch mit dem Kind halt dann so umgehen zu können, dass man wirklich ein Verständnis für die Seele des Kindes bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Übungsweg des lebendigen Denkens 01:09:49 ===&lt;br /&gt;
Ja, also ich würde nicht empfehlen, das lebendige Denken am Kind zu lernen. Das wird nicht so gut funktionieren. Sondern dafür ist ja genau diese eigenverantwortliche Selbsterziehung des Lehrers gedacht, dass er eben außerhalb des Unterrichts mit den anthroposophischen Inhalten arbeitet. Und in das lebendige Denken hereinzukommen, das ist tatsächlich ein Übungsweg. Also es beginnt zunächst mal mit dem, was ich versucht habe heute zu skizzieren, dass man sich klar macht, es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Denken, was rein über den physischen Leib abläuft, und dann gibt es da eine Öffnung nach oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich verorte das jetzt mal, es hat natürlich nichts mit oben und unten zu tun, aber schon, dass man sagen kann, über dieser Ebene des physischen Denkens, da gibt es noch etwas. Da befindet sich, um es nach Goethes Faust zu sagen, diese Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Wir dürfen ja nicht vergessen, die gesamte Welt ist gestaltet aus Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedankenwelt und Seelenorgane 01:11:03 ===&lt;br /&gt;
Und diese Gedankenebene, die können wir, indem wir unser Bewusstsein öffnen, erreichen. Wir können uns also quasi einklinken in diese Gedankenwelt. Und dann kommt es eben darauf an, ein Feingefühl zu entwickeln. Ich trage jetzt einmal einen Gedanken aus mir heraus, und dann warte ich mal ab, was für eine Resonanz kommt da. Das ist was ganz Sensibles. Und wenn man sich darin schult, dann merkt man irgendwann, man schaut die Menschen anders an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat andere Eindrücke, wenn man den Menschen gegenüber tritt. Und das ist bei Kindern besonders stark, weil die Kinder so offen sind. Wir Erwachsenen sind ziemlich geschlossen. Jeder trägt ja seine Persönlichkeit vor sich her. Aber die Kinder sind ja offen. Wir dürfen nicht vergessen, der Ätherleib des Menschen ist schon wesentlich herausragend über den physischen Leib. Und der Astralleib noch viel weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Gesellschaftliche Herausforderungen 01:14:03 ===&lt;br /&gt;
Ich würde mal gerne diese hochgeistige Ebene verlassen und mal ein bisschen in die reale Welt, in die Realität gehen. Ich glaube, das ist mit die größte gesellschaftliche Herausforderung und auch vielleicht für die Waldorfpädagogik. Man hat ja das Gefühl, die Menschheit radikalisiert sich und verdummt auch ein Stück weit. Und die Kombination daraus, die ist natürlich gefährlich. Und durch die sozialen Medien, und das sind ja die Kinder, das geht ja im Prinzip dann los irgendwo ab einem gewissen Alter, die nehmen ja unwahrscheinlich viel auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt die Kinder, und das ist ja unsere primäre Aufgabe, auch von der Schule und vom Elternhaus, die Kinder zu kritischen Menschen mit Selbstvertrauen zu erziehen, die freiheitsliebend werden. Also genau die Punkte, die Sie ja angesprochen haben. Aber die Frage ist auch, wie wir diese Aufgabe, auch mit der Schule, wir müssen es ja weiterentwickeln, weil die Einflüsse von außen sind ganz andere wie vor 10 Jahren, vor 20 Jahren, vielleicht sogar wie vor 3 Jahren. Es wird immer schneller und schnelllebiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Katastrophe der sozialen Medien 01:15:25 ===&lt;br /&gt;
Und das ist so diese große Herausforderung, wie kriegen wir denn die Kinder dahin, dass sie bei diesen ganzen Einflüssen, die da sind, dass sie diese Entwicklung überhaupt nehmen können? Ja, also ich muss ehrlich gestehen, darauf habe ich natürlich jetzt auch keine vollumfängliche Antwort, weil das, was da durch die sozialen Medien losgetreten worden ist, ist tatsächlich eine absolute Katastrophe. Das kann man nicht anders sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man muss sich das so vorstellen, dass die Kinder bewegen sich permanent auf einer oberflächlichen Informationsebene. Es fließen permanent Informationen aus der ganzen Welt und aus ganz unterschiedlichen Richtungen permanent auf die Kinder ein. Und diese Informationen haben keine Zeit, verarbeitet zu werden. Normalerweise ist es ja so, dass wir eine Information aufnehmen und dann muss die zunächst mal in unserem Inneren gewisse Prozesse durchmachen, dass wir diese Information auch verarbeiten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Praktische Fächer gegen Dauererregung 01:16:53 ===&lt;br /&gt;
Und dieser Verarbeitungsprozess findet nicht statt, weil die Informationsflut so groß ist, dass das gar nicht mehr bewältigt werden kann. Und das versetzt den Menschen, die Seele, in einen Zustand der Dauererregung. Das läuft über das Nervensystem, denn das Nervensystem des Menschen ist ein Abbild seines Astralleibes, seiner Seele. Das heißt, die Kinder werden nervös. Und das einzige Gegenmittel, was mir einfällt, wo die Waldorfschule einen wichtigen Beitrag leisten kann, das sind wirklich diese Fächer Gartenbau, Handarbeit, Eurythmie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Kinder das Handy wirklich mal weglegen und nicht nur weglegen und dann die ganze Zeit dran denken, sondern dass sie durch die Erfahrung mit der physischen Welt in einen neuen Zustand versetzt werden, der sie herausholt aus dieser Dauererregung. Dass sie Ruhe finden. Und diese Zustände muss man herbeiführen. Das kann man auch zu Hause machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Dauererregung im Umfeld 01:18:16 ===&lt;br /&gt;
Ich möchte mal diesen Begriff Dauererregung aufgreifen. Und wenn wir sagen, dass wir das jetzt fokussieren auf die Kinder, dass dort die Dauererregung geschmälert wird oder überhaupt erst mal erkannt wird, dann sehe ich die Problematik vor allen Dingen erst mal auch darin, dass das Umfeld des Kindes und nicht nur die Schule, sondern Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder so, aber auch als Nachbar, mich selber reflektiere. Wo habe ich den nicht selber schon? Wo bin ich den nicht selber schon in dieser Dauererregung gefangen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke mal, dass es gut tut uns allen Erwachsenen, wenn wir denn erwachsen sind, dass wir so eine Selbsterkenntnis noch mal neu betrachten und eine Selbstreflektion. Ich glaube, ich zitiere Steiner wenn ich sage, ohne Schuld und Reue, sondern dieses Vorwärtsschreiten. Wie mache ich es morgen? Ich kann es besser. Und nicht mit einem falschen Ehrgeiz, sondern eben auf der Gefühlsebene der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Mut der Eltern und Geschwisterkinder 01:20:36 ===&lt;br /&gt;
Ich wollte da noch etwas dazu sagen, das erscheint mir doch sehr wichtig, dass man sich selber anschauen muss als Erwachsener. Aber zur gleichen Zeit, denke ich, muss man auch Mut besitzen. Und das ist als Elternteil gar nicht ohne. Denn da kommen ja dann die Kinder nach Hause und das Fritzchen nebendran hat ja das und jetzt gibt es eine Gruppe innerhalb der Klasse. Sie nennt sich Chat irgendwas und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke, da braucht man als Erwachsener Mut. Also erstens muss man sich selber anschauen, wie man mit den Dingen umgeht. Aber dann irgendwie, also man muss dem Kind auch vermitteln, wir kommen durchs Leben ohne das. Ja, ja, wir benutzen es irgendwann mal. Aber auch als Schule muss man den Mut haben. Also diese Schule zum Beispiel, die hat kürzlich eine ganze Stunde damit zugebracht, was für Wege und Möglichkeiten man doch schaffen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage: Geschwisterkinder und Schulaufnahme 01:22:00 ===&lt;br /&gt;
Was machen wir mit diesen Geräten? Bauen wir extra Boxen, wo wir die Geräte hineinlegen? Und wann dürfen wir sie wiederholen? Und so weiter. Das, finde ich, ist sehr wichtig. Vor allem, wenn wir dann zwölf und 13 und 14 und noch älter sind, dass wir da auch hinstehen können und sagen, okay, das zum Beispiel ist unsere Schule und da wollen wir die Dinge nicht. Nein, wir wollen sie nicht. Fertig, Schluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, das ist mal das Erste. Und dann habe ich noch ein Anliegen, weil Sie haben ja erwähnt, dass eben die Schule eine Familie ist. Man spricht von Menschheitsfamilie. Und hier sind die Kinder zuerst da, dann haben wir die Lehrer, dann haben wir die Eltern. Und wir wissen, wie Sie so schön dargestellt haben, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Erde kommen und da sind sie. Und wir wundern uns, ach wie schön. Nein, wir wissen, da ist vorher, das Kind kommt schon mit etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antwort: Einzelfallentscheidungen 01:24:58 ===&lt;br /&gt;
Und so empfangen wir die Kinder. Sie als Eltern, wir als Lehrer. Und wir wissen, wir haben nicht nur die Schüler in der Klasse, wir haben auch was anderes in der Klasse. Und jetzt komme ich zu einem Punkt. Wir haben Eltern an der Schule, die haben ein Kind hier, die haben zwei oder drei. Wir haben sozusagen, ja, wir haben mehrere Kinder. Und nun ist das natürlich eine große Sache jedes Jahr. Wie bringen wir alle die Kinder unter, denn das Thema ist, Waldorf ist ja so wichtig heute und wir wissen es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir diese Familien, die schon mehrere Kinder haben und die nun wirklich ahnen oder wissen, warum sie die Kinder hier haben. Und nun entstehen solche Lagen, dass eine Familie ein paar Kinder hier hat und plötzlich Nummer so und so, nein, kann nicht kommen. Was ist das für ein Drama, für ein Seelendrama, nicht nur für die Eltern, für die Lehrer und alles und so weiter. Jetzt weiß ich, Sie sind kein Lehrer, Sie sind ein Anthroposoph. Haben Sie in der Richtung Erfahrungen, wir ringen an der Schule damit, kommen Geschwisterkinder automatisch in die Schule oder nein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also meine Antwort darauf wäre, dass jede Schule einzigartig ist, jeder Schulorganismus ist einzigartig und genauso wenig, wie man sagen kann, heutzutage machen wir einfach alles möglich. Genauso wenig sollte man auch nicht immer sagen, wir machen jetzt ganz strikt nur eine gewisse Auswahl. Also es kommt immer darauf an, im Lebendigen zu bleiben und warum jetzt gewisse Schüler an der Schule nicht akzeptiert werden, da müsste man dann den Einzelfall anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wunsch: Inspiration für Konferenzen 01:26:21 ===&lt;br /&gt;
Erstmal herzlichen Dank und ich würde mir wünschen, ich bin kein Lehrer an der Schule, sondern Erzieher und schon ziemlich lange Zeit und ich würde mir wünschen, dass Sie mal zu uns in die Konferenz kämen und was wir heute Abend hier gehört und erlebt haben in der pädagogischen Konferenz vielleicht erleben dürften und auch ins Gespräch kommen könnten, weil ich denke, wir müssen uns damit immer wieder befassen. Im Alltag verschwindet es und wir kommen in so einen Pragmatismus rein und wir vergessen ganz viel und immer wieder müsste das wie ein Rhythmus sein, dass wir wie heute Abend Sie hören und dann, ach ja, ich muss mich auch wieder erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil wir sind im Alltag so gefordert, nicht nur die Kinder sind anders, sondern auch die Eltern sind anders. Wir sind eigentlich mehr bei Waldorf eine Dienstleistung und ich zahle dafür und ich möchte, dass der Lehrer das macht, was ich mache und da brauchen wir einfach Eltern, die Sie hören oder die das jetzt gehört haben. Wir brauchen aber auch die Lehrer und die Erzieher, weil wir befassen uns an der Schule ganz viel mit Brandschutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:28:35 ===&lt;br /&gt;
Ja, wirklich, aber das ist wichtig, aber das kann uns nicht der Überbau sein, sondern der Überbau ist das und ja, das würde ich mir wünschen. Es ist nicht einfach, also ich weiß das auch mit den Geschwisterkindern, es kommen immer wieder neue Aufgaben und damit auch Konflikte, aber wir müssen das oder wenn wir eine Entscheidung treffen, da brauchen wir das, was wir heute Abend gehört haben und das wird uns auch helfen, wieder in den Alltag zu gehen und dann wirklich das Kind zu sehen, die Eltern zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen, die dann Hand und Fuß hat und auch wenn das ein Nein ist, dann ist das begründet und dann würde ich mich freuen, wenn wir Sie mal einladen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr gerne. Vielen Dank. So, wer möchte noch? Was Sie vorhin gesagt haben, in den Wald gehen und sehen, man ist von Wesenheiten umgeben. Ich möchte appellieren an die Selbsterziehung der Erwachsenen und dass wir unseren Blick weiten für das, was um uns herum ist und dass wir unser Herz so öffnen, dass wir diese Liebe zur Natur und so weiter weitergeben können an die Kinder und dadurch, wenn die Kinder sich dann verbinden lernen mit dem, was sie tun, dann werden sie gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war meine Lebenserfahrung. Und ich möchte wirklich appellieren, viel in den Wald zu gehen. Absolut. Gut. Also ich wollte mich jetzt nur noch, nicht, dass ich jetzt unbedingt noch mal reden muss, aber ich wollte mich noch mal sehr bedanken für diese wirklich tiefen Worte und ich wollte mich auch noch bedanken bei dem Kreis, der das veranlasst hat. Vielen Dank von der Lehrerseite her. Dann nehme ich mal das Mikro. Und sage nochmals vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
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----[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28097</id>
		<title>Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28097"/>
		<updated>2025-08-12T14:58:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiheit oder Determinismus, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs|thumb|Vortrag vom 16. April 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Freiheit oder Determinismus, veröffentlicht am 21. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Einleitung 00:00:44 ===&lt;br /&gt;
Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kulturepochen zu diesem neuen Video. Liebe Zuschauer, ich möchte auch heute mit diesem Video ein wenig an Zeitgenössisches anknüpfen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, ihr verzeiht mir, dass es sich noch ein wenig hinzieht, bis wir in unserem Kontext „Anthroposophie, eine Erlebnisreise“ weitergehen. Mich erreichen in den letzten Tagen und Wochen einige Zuschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie wir uns positionieren können als geistig strebende Menschen in diesem aktuellen Geschehen weltweit. Wir wissen, die Welt hat sich dahingehend verändert, dass nahezu an allen Orten der Welt Dinge in die Informationsflut aufgenommen werden und alle Menschen auf der Welt zu diesen Ereignissen dann Zugang erhalten durch die modernen Medien und durch die Möglichkeiten der Telekommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vortrag zur Waldorfpädagogik sind wir teilweise auf dieses Phänomen kurz eingegangen. Hier vor allen Dingen die Wirkung der sozialen Medien auch auf die Kinderseelen. Aber selbstverständlich sind auch die Erwachsenen von diesen Zuständen nicht verschont. Und wir müssen durchaus sagen, dass natürlich im Gegensatz zu den Kindern, die in gewisser Hinsicht noch unter dem Schutz der geistigen Welt und der höheren Hierarchien stehen, die Seelen der Erwachsenen diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind, vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, zu welchen Gedanken, Gefühlen und letztlich Taten diese Menschen dann schreiten aufgrund ihres Eingebundenseins in diese moderne Welt der Informationen. Der grenzenlosen Informationsverfügbarkeit. Und wir befinden uns, wie wir in den vorangehenden Videos auch öfter beschrieben haben, in einer aus meiner Sicht äußerst kritischen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49 ===&lt;br /&gt;
Einmal mehr haben sich kriegerische Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas in Gang gesetzt. Und die Menschen denken natürlich viel darüber nach, zunächst welche Ursachen dem zugrunde liegen und selbstverständlich auch, wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Und ich möchte heute in diesem Video keine Lösungswege politischer Art aufzeigen. Ich möchte mich auch so wenig wie möglich in politische Diskussionen verstricken auf diesem Kanal. Dazu ist dieser Kanal nicht gegründet worden. Allerdings zählt es, so hat es uns Rudolf Steiner ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die Geschehnisse in der Welt zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer geistigen Perspektive aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
=== Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03 ===&lt;br /&gt;
Und eigentlich ist es nach wie vor so, dass wir ähnlich wie im 20. Jahrhundert immer noch eine Konfliktsituation vorfinden, die man unterteilen könnte in eine Partei des Westens und eine Partei des Ostens. Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die Kraft der Mitte, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist. Und ich möchte heute gerne mit Ihnen, mit Euch, diesen Sachverhalt noch einmal etwas näher beleuchten und möchte beginnen damit, dass wir zurückgehen gemeinsam in das Jahr 1791.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16 ===&lt;br /&gt;
Dieses Jahr 1791 ist für die große Persönlichkeit Friedrich Schiller ein besonderes Jahr. In diesem Jahr erhält er Gewissheit darüber, dass aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes seine Tage gezählt sind. Friedrich Schiller hatte sich im Laufe seines Lebens zum wiederholten Male schwere Krankheiten zugezogen, von denen er sich aus bestimmten Gründen nicht mehr vollständig erholte. Hervorzuheben ist hier vor allen Dingen ein Malaria-Fieber, dass er sich tragischerweise höchstwahrscheinlich an dem Orte zugezogen hat, an dem er zum ersten Mal in seinem Leben einen so großen Erfolg feiern konnte, nämlich in Mannheim. Und in Mannheim fand, wie wir wissen, die Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ statt. Und ausgerechnet in Mannheim, so ist es wahrscheinlich, zog er sich dieses schwere Malaria-Fieber zu. Friedrich Schiller war selbst ausgebildeter Mediziner. Er hatte in der Militärschule auf Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart eine medizinische Ausbildung zum Militärarzt absolviert, hatte jedoch die dort erworbenen Kenntnisse und auch seine Tätigkeit als Mediziner nie so recht lieben gelernt. Und dementsprechend waren seine Diagnosen und vor allen Dingen auch seine Medikamentenverschreibung unter seinen Patienten, man könnte sagen, berüchtigt und nicht besonders hoch angesehen. Friedrich Schiller hatte sich dann selbst therapiert, er hatte sich selbst Medikamente immer wieder in hohen Dosierungen verabreicht, um diesem Krankheitsdasein zu entfliehen, um weiter lyrisch-geistig tätig zu sein. Aber gleichzeitig hatte unter anderem auch diese Selbstbehandlung seinen Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert und im Jahre 1791 hat er nun Gewissheit, dass sein Erdenleben sich dem Ende zuneigen wird. Aufgrund dieser Nachricht im Angesicht des Todes, könnte man sagen, entfesseln sich jedoch in Schiller ungeahnte Willenskräfte. Er nimmt also den Kampf gegen seine eigene Natur, gegen seinen eigenen Körper auf und möchte die ihm gegebene Zeit noch so gut wie möglich nutzen, um spirituellen geistigen Fortschritt zu machen und künstlerisch produktiv zu sein. Und er sollte es aufgrund seiner hohen idealistischen Einstellung und seines unbändigen Willens für die Kunst zu leben, dann noch 14 Jahre schaffen weiterzuleben.&lt;br /&gt;
Und als man ihn nach seinem Tode obduzierte, konnte man es kaum glauben, was man dort zu sehen bekam. Seine inneren Organe, vor allem auch seine Lunge waren, wie es im Obduktionsbericht zu lesen ist, nur noch breiartig vorhanden. Die Ärzte, die die Obduktion vornahmen, konnten nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie hat es dieser Mann noch so lange geschafft weiterzuleben. Und hieraus können wir ableiten, dass Schiller in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die Kraft der Mitte, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem Idealismus und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen. Alles, was uns bindet an die Vergänglichkeit, rückt in den Hintergrund, in dem Moment, wo wir uns anbinden an den lebendigen Geist. Und so möchte ich heute Friedrich Schiller als einen großen Vertreter des deutschen Geisteslebens zu Beginn hervorheben und möchte nun ein wenig in die Betrachtungen einsteigen, die uns auch heute in eine brisante Weltlage gebracht haben, nämlich eine Art Unberücksichtigtlassen gewisser geistiger Zusammenhänge, die Welt betreffend, den Osten, die Mitte und den Westen betreffend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte zunächst ins Auge fassen, dass wir, wenn wir die Welt heute auf diesem Kanal oder auch im anthroposophischen Kontext wie selbstverständlich immer in einer dreigegliederten Form sehen, dass wir nicht vergessen sollten, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wie Rudolf Steiner an vielen Stellen betont, kam es im Jahr 869 auf einem Konzil der sich damals bildenden christlichen Kirche - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das Christentum aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine Trichotomie, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen. Fortan wurde also per Dekret als Dogma festgelegt, der Mensch besteht nicht aus Leib, Seele und Geist, sondern es wurde das Dogma gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele. Und wir können dieses Faktum nicht hoch genug ansetzen. Rudolf Steiner spricht hier von einem Irrwahn, der die Menschheit befallen hat, nämlich fortan die Welt und den Menschen nicht mehr als dreigegliedert zu sehen, sondern als zweigegliedert.&lt;br /&gt;
Dieses Dogma, diese Festsetzung hatte gigantische Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit in der darauf folgenden Zeit. Dies geht unter anderem, wenn wir es philosophisch auffassen wollen, so weit und auch theologisch auffassen, dass man gesagt hat, fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt das Gute, und ein Reich des Bösen, das heißt also das Schlechte. Wir haben Gut und Böse in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der Widersacher ist. Denn durch die Beseitigung der Dreiheit hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22 ===&lt;br /&gt;
Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die Widersacherkräfte hinzunehmen, dass die luziferischen Kräfte fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als das Gute gelten, während die ahrimanischen Kräfte hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder das Böse gesehen werden. Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer Trichotomie auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich Göttliche, den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den luziferischen und den ahrimanischen Kräften, auf dass sie Gleichgewicht herstellen zwischen diesen beiden. Erst wenn wir die Kräfte Luzifers, die in der Zweiteilung der Welt automatisch zum Guten werden, unrechtmäßig und die Kräfte des Herunterziehenden ins ahrimanische Reich hinein in ein Gleichgewicht zueinander bringen, als aktive Tätigkeit der Seele, des Geistes, dann haben wir ein rechtes Verhältnis zu dieser Welt hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Prinzip nun übertragen auf die aktuelle Weltlage, die Einflüsse des Westens, die Einflüsse des Ostens, es fehlt die Mitte, so können wir uns dem Sachverhalt, der uns gerade gegenübersteht, schon ein wenig mehr annähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20 ====&lt;br /&gt;
Im Westen haben wir vornehmlich die Kräfte des Ahrimanischen zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem Weltlichen verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der Zukunft einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen. Vielmehr kommt es darauf an, dass sie von einer starken Mitte in ein angemessenes Verhältnis in der Welt gebracht werden. Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des dritten Jahrtausends das Wesen Ahriman sich im Westen in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. Daraus können wir ableiten, wie uns Rudolf Steiner auch mitteilt, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt das Wesen Ariman seine Inkarnation aktiv vorbereiten wird. Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer dreigegliederten Welt, die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die Mitte zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen Ahrimans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32 ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des Luzifer mit ihrem Ursprung im Osten zu suchen. Während Ahriman sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus. Wenn wir die Inkarnationen Ahrimans und Luzifers also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die Inkarnation des Christus ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Inkarnationen zu suchen. Und Luzifer inkarnierte sich also im Osten, genau genommen in China, und zwar in die Leibeshülle des ersten chinesischen Kaisers, der auch geschichtlich bekannt ist unter dem Namen der Gelbe Drache. Und wie Rudolf Steiner uns mitteilt, ist es selbstverständlich auch die Bestrebung Luzifers, ein Erstarken der Mittelkraft zu verhindern. Obwohl Ahriman und Luzifer auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den Christus, dem Sonnendämon Sorat, beeinflusst werden. Und wir haben von Rudolf Steiner die Information erhalten, dass gerade mit dem Blick auf den Osten eine besondere Beziehung besteht zwischen den Völkern des Ostens und den Völkern der Mitte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33 ===&lt;br /&gt;
Die Völker des Ostens haben eine große Tendenz dazu, geistige Mächte und Kräfte und Fähigkeiten zu tradieren, die ihren Ursprung im vorherigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung, d.h. im atlantischen Zeitalter, haben. Das hat damit zu tun, dass, als sich der atlantische Kontinent dem Untergang entgegen bewegte, sich also gewisse Teile der atlantischen Völker absetzten auf das sich erhebende europäisch-asiatische Festland. Und eine Gruppe, die besonders hervorzuheben ist, erreichte das europäische Festland im Bereich des heutigen Irland und begab sich dann in einem weiten Zug von dort aus bis in die Wüste Gobi hinein, und zwar unter der Führung eines hohen geistigen Wesens, das wir als Manu hier bereits einmal kennengelernt haben. Und dort in dieser Wüste Gobi begründeten diese Menschen dann unter der Führung des Manu und später dann unter der Führung der sogenannten sieben heiligen Rishis die erste nachatlantische Kulturepoche. Und es gab auf dem Weg zu diesem Ort auch immer wieder Teile dieser atlantischen Menschen, die zurückgeblieben sind, die also dieses europäisch-asiatische Festland zu ihrer Heimat nahmen und nicht weiterzogen in Richtung Osten. Und so haben wir gerade auf diesem asiatischen Kontinent viele Strömungen, Geistesströmungen, die einen starken Bezug zu tradiertem atlantischen Wissen haben. Und ein Teil dieses tradierten atlantischen Wissens ist auch in die Kultur der Chinesen eingeflossen. Und als Luzifer seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte atlantische Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als chinesische Kultur in der Welt vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass durch dieses Mischverhältnis aus luziferischen Einflüssen und atlantischem, tradiertem Wissen die Menschen des Ostens und auch das chinesische Volk aus diesen Anlagen heraus hohe geistige Fähigkeiten in sich tragen. Und wir müssen sagen, dass das natürlich nun nicht auf jeden einzelnen Menschen, der in China lebt, zutreffend ist, sondern dass wir das als eine Art Erbschaft für das gesamte chinesische Volk zu sehen haben. Und auf diese Erbschaft greifen dann die einzelnen Menschen, die heute in China geboren werden, mehr oder weniger zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch im asiatischen Raum, dass überall auf der Welt die Kräfte des Individualismus wirken und dass es in jedem Volke zu entsprechenden Abweichungen in der Individualentwicklung kommen kann, dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem chinesischen Volk aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe geistige Fähigkeiten innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art Überlegenheitsgefühl kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen Gelassenheit in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden. Und dass sie aus ihrer tradierten Weisheit heraus das Gefühl haben, sie wären uns überlegen. Und dass nun vorsichtig gesagt, aus dieser Kultur heraus immer die Gefahr besteht, aufgrund des Unverständnisses, dass sie mit dem Blick in den Westen und auch zur Mitte erhalten, dass immer ein leichtes Gefühl aus ihren Seelen heraufdringt, die Kulturen des Westens und die Kulturen der Mitte überwältigen zu wollen zugunsten des weiterhin Aufblühens dieses alten Wissens, dieser alten Weisheit. Und ich möchte damit nicht die Kulturen des Ostens an dieser Stelle herabwürdigen. Es soll hier nur versucht werden, ein wenig Verständnis dafür zu erwecken, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Menschen überall auf der Welt eine gleiche Gefühls- und Gedankenhaltung gegenüber der Welt einnehmen, wie wir es tun. Sondern dass in den Untergründen der Seelen, resultierend aus der Tradition, aus der Vergangenheit, von den Ahnen und natürlich auch durch jüngere kulturelle Prägungen, die Sicht auf die Dinge anders ausfällt als bei uns. Und dass wir sehr darauf achten sollten, gerade wir als Menschen der Mitte eben diese Dinge zu verstehen und diese Dinge mit einzubeziehen.&lt;br /&gt;
=== Determinismus finden wir überall 00:37:00 ===&lt;br /&gt;
Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen Ost und West um die Mitte, beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des Determinismus geht oder ob die Menschheit den Weg der Freiheit einschlagen will. Und Determinismus ist etwas, das wir heute in der Welt überall finden können. Und wenn ich sage überall, dann möchte ich vor allen Dingen auch betonen, dass sich das Prinzip des Determinismus vor allen Dingen auch in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Zivilisation finden lässt. Der Determinismus, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05 ====&lt;br /&gt;
Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten Religionen heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der Determinismus der Vorgänger des Materialismus ist. Dass sich also bis heute aus der deterministischen Weltsicht der alten Religionen, der alten Religionsauffassungen die Sichtweise des Materialismus, auf dem sich in großen Teilen auch die Naturwissenschaft herausgebildet hat, bestimmt wird. So haben wir zu sehen, dass Rudolf Steiner uns darauf aufmerksam macht, wenn wir die alte philosophische Frage aufwerfen nach dem Unterschied zwischen Geist und Materie. Dass Rudolf Steiner sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die Materie eine andere Erscheinungsform des Geistes ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die Erscheinungsform, auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an. Rudolf Steiner bringt hier das Beispiel, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir uns eine bestimmte Menge Wasser auf die Hand laufen lassen oder ob wir die gleiche Menge Wasser erstarrt zu einem Eiswürfel uns auf die Hand legen. Die Erscheinungsform ist dasjenige, auf das wir uns im irdischen Leben sehr stark einzulassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Metamorphosen des Geistes 00:41:55 ====&lt;br /&gt;
Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung Rudolf Steiners dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der Geist und dieser Geist macht dann immer wieder Metamorphosen durch, ändert seine Erscheinungsform. Zunächst hinein in einen Offenbarungscharakter. Der Geist nicht mehr an sich, sondern er verdichtet sich gewissermaßen in einen Zustand des sich Offenbarens in Form von Seelenkräften, in Form von Seelensubstanz. Und dann verdichtet sich dieser Geist erneut und erscheint uns in Form der Bildekräfte, der Welt des Ätherischen, um dann schließlich noch einmal eine Metamorphose, eine sich verdichtende Tendenz einzunehmen, um schließlich dann als physische Materie sich zu äußern. Und hier haben wir es dann mit der Erscheinungsform des Geistes als Bild zu tun. Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des Geistes ist die Materie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03 ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter des Gleichnisses kann, wenn er nicht in ein rechtes Verhältnis gesetzt wird, natürlich dazu führen, dass wenn wir sagen, dieser Zustand des Materiellen ist das, was uns tagtäglich in sehr starker Form beeindruckt über die äußeren Sinne, dass es dann zu der Einschätzung kommen kann, das was wir als Bewusstsein bezeichnen, das was wir als Seelisches oder auch als Geistiges bezeichnen, ist nichts weiter als ein Ausfluss der Materie. Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die Materie bestimmten Naturgesetzen unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des Deterministischen. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02 ===&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des Todes 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des Menschenwesens einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. Er nahm seine Erfahrungen hinzu, die er bisher in seinem Leben gemacht hatte, unter anderem mit der Französischen Revolution, wo er noch davon ausgegangen war, dass das Heil der Menschheit darin zu bestehen hat, die möglichst richtigen Regelungen für alle zu finden. Dass man nur die Normen, Gesetze und Statuten so anzupassen hat, dass unter ihnen alle Menschen zum Heil kommen können. Aber diese Sichtweise sollte sich im Angesicht des Todes noch einmal korrigieren. Stattdessen arbeitete er nun unter anderem an Ausführungen über die ästhetische Erziehung des Menschen, dass der Mensch seine Spieltalente entdecken solle. Er stützt diese Betrachtungen darauf, dass er sagt, von der Welt ausgehend werden wir unentwegt mit Dingen konfrontiert, die in unser Leben eintreten, und zwar nicht nur begrenzt durch physisch-stoffliche Dinge, sondern auch durchaus auf der seelischen Ebene und auch auf der geistigen Ebene. Alles das, was im Laufe unseres Lebens einen Eindruck auf uns macht, das bezeichnet Friedrich Schiller mehr oder weniger als Stoff oder auch Stofftrieb. Das Einwirken dieses Lebensstoffes auf uns ist die eine große Kraft. Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten Formtrieb. Und dieser Formtrieb, diese Formung des Stoffes, die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich Schiller, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer individuellen Art und Weise zu gestalten, zu formen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17 ===&lt;br /&gt;
Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt Freiheit, künstlerische Freiheit. Und darin liegt auch eine gewisse moralische Verantwortung für jeden einzelnen Menschen verborgen. Friedrich Schiller wurde durch das Beispiel der Französischen Revolution klar, als er sah, dass sich die Menschen spätestens als die Jakobiner damals begannen, Adelige und deren Bedienstete quasi am Fließband hinzurichten. Und das Volk in einer Art Wahn sich über jeden abgetrennten adeligen Kopf im Freudentaumel äußerte, dass Friedrich Schiller klar wurde, die Erziehung des Menschengeschlechtes kann nicht dadurch erfolgen, dass man eine Art unpersönliche Hypermoral entwirft und dabei die Eigenverantwortung für das unmittelbare Umfeld seines Lebens vergisst. Demnach sollte der Weg, den Friedrich Schiller in seiner ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes aufzeigt, nun darüber gehen, dass die Fähigkeiten der Gestaltung des Lebensstoffes, den jeder Mensch zur Verfügung hat, in der edelsten Form, die möglich ist, durchzuführen. Die eigene Vernunft und die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu führen, sich selbst zu veredeln, darauf kommt es an. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass der Mensch lernt, sich spielerisch mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, aber auch mit seinen Unvollkommenheiten und Schattenseiten bekannt zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es anthroposophisch ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der Selbsterziehung des Menschen, das ist die eigentliche Pflicht, die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben. Kein Gesetz, keine Regelungswerk, kein Zwang, keine Statutensammlung kann heute für den Menschen maßgeblich sein. Denn der Menschensohn steht über dem Sabbat.&lt;br /&gt;
=== Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel haben wir in Matthäus-Evangelium, Kapitel 12:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten. Es hungerte aber seine Jünger und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm, siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen, habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und doch schuldlos sind? Ich aber sage euch, Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. Er aber sprach zu ihnen, welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat? Und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht, wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. Dann spricht er zu den Menschen, strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird deutlich, wie sich in dieser Zeit, in der sich der Christusgeist begann, vollständig in die Leibeshülle des natanischen Jesusknaben hinein zu versenken, es sich bereits anbahnte dieser Konflikt zwischen dem alten Gesetz und dem lebendigen Geist.&lt;br /&gt;
=== Aufgabe der Mitte 00:58:24 ===&lt;br /&gt;
Und dass es besonders die Aufgabe der Mitte ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den Determinismus, den Materialismus und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch Geisterkenntnis über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von Jesus zu Christus. Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten Jesuitismus in die Strömung des Christentums hineingelegt haben. Das heißt, das Bewusstsein des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der Christus Jesus nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner Menschwerdung zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden. Es wird heute in Ost und West und auch in der Mitte viel gesprochen von Gott, oft auch vom Sohn, von Jesus Christus. Aber treffen diese Worte, diese Gedanken, die bei den Menschen dahinter stehen, auch wirklich das, um was es geht? Wir haben auf diesem Kanal schon versucht anzusprechen, dass es auch einer dringenden Klärung bedarf, wenn wir vom Vatergott sprechen, wenn wir vom Sohnesgott sprechen. Ist dies getragen von wirklichem, lebendigem Erkennen oder sind es Begriffe, Worte, die wir in tradierter Form einfach übernehmen? Wenn in den Weltreligionen von Vater gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur Trinität durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als Vater angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der Elohim oder Exusiai, der Geister der Form. Und zu einer bestimmten Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung war es gerecht, so zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich verändert. Der Entwicklungsgedanke und die Verantwortung des Menschen für seine gestalterischen Fähigkeiten hat längst begonnen. Ein sich berufen auf Altes reicht heute nicht mehr aus. Und man kann den eindringlichen Satz Rudolf Steiners nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, das Böse ist nur ein zeitversetztes Gutes.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 ===&lt;br /&gt;
Wir werden in unseren Betrachtungen noch sehr genau einzugehen haben auf das Jahwe-Wesen beispielsweise, das wir aber heute mit Blick auf die Uhr an dieser Stelle aussparen. Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die Kraft der Mitte an. Die Welt ist nicht zweigegliedert. Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme Luzifers führt. Und sowohl Luzifer als auch Ahriman sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine Göttlichkeit zu erkennen. Und je mehr die Mitte geschwächt wird in der Welt, und die Bestrebungen sind heute so, ich möchte es hier ganz klar aussprechen, nicht nur die Mitte zu schwächen, sondern die Mitte zu vernichten. Ohne Mitte, ohne Dreigliederung wird eine gedeihliche Zukunft nicht möglich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Aktivität der Mitte aber eine bewusste Aktivität. Denn wie wir in der Welt auch sehen können, bedeutet viel Bewegung noch keinen Fortschritt. Sich beschäftigt halten mit den oberflächlichen äußeren Dingen der Welt bedeutet keinen Fortschritt. Guten Willen für den Geist, das ist es, was wir brauchen und was Rudolf Steiner einmal in einem seiner Mantren in beeindruckender Form zusammengefasst hat. Vielleicht möchte ich es zum Abschluss für heute einmal sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue in die Finsternis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihr ersteht Licht, lebendes Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist dies Licht in der Finsternis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin es selbst, in meiner Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nur Bild davon. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es aber wieder finden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn ich, guten Willens für den Geist, durch des Todes Pforte gegangen bin.&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:10:05 ===&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wünsche ich euch, wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Beitrag wiedersehen. Ein besonderer Dank an alle, die auf diesem Kanal mitdenken, die einen Kommentar hinterlassen, den Kanal abonnieren. Und besonders auch denjenigen, die den Kanal mit einer kleinen finanziellen Zuwendung unterstützen. Ca. 1% der regelmäßigen Zuschauer tun dies. Und ich wäre sehr dankbar, dass alle, die es vermögen, die aus diesen Beiträgen für ihre eigene innere Arbeit eine Unterstützung entnehmen können, vielleicht ebenso die Arbeit mit einer kleinen Spende bedenken würden. Vielen Dank, alles Gute und bis bald.&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ahriman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des [[Drittes Jahrtausend|dritten Jahrtausends]] das Wesen &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; sich im [[Westen]] in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. ... Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer [[dreigegliederten Welt]], die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die [[Mitte]] zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen &#039;&#039;&#039;Ahrimans&#039;&#039;&#039;.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ahrimanische Kräfte]]&lt;br /&gt;
*„Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die [[luziferischen Kräfte]] fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die &#039;&#039;&#039;ahrimanischen Kräfte&#039;&#039;&#039; hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Chinesisches Volk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem &#039;&#039;&#039;chinesischen Volk&#039;&#039;&#039; aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe [[geistige Fähigkeiten]] innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art [[Überlegenheitsgefühl]] kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen [[Gelassenheit]] in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Determinismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039;, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
* „Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten [[Religionen]] heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039; der Vorgänger des [[Materialismus]] ist.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dogma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Fortan wurde also per Dekret als &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; festgelegt, der Mensch besteht nicht aus [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]], sondern es wurde das &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}[[Freiheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen [[Ost]] und [[West]] um die [[Mitte]], beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des [[Determinismus]] geht oder ob die Menschheit den Weg der &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; einschlagen will.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*„Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;, künstlerische &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;. Und darin liegt auch eine gewisse [[Moralisch|moralische]] [[Verantwortung]] für jeden einzelnen Menschen verborgen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; und dieser &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; macht dann immer wieder [[Metamorphose|Metamorphosen]] durch, ändert seine [[Erscheinungsform]]. ... Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des &#039;&#039;&#039;Geistes&#039;&#039;&#039; ist die [[Materie]]. “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Metamorphosen des Geistes 00:41:55|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determnismus, 2025, 00:41:55]]&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es besonders die Aufgabe der [[Mitte]] ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den [[Determinismus]], den [[Materialismus]] und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von [[Jesus]] zu [[Christus]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gut und Böse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt [[das Gute]], und ein Reich [[Das Böse|des Bösen]], das heißt also das Schlechte. Wir haben &#039;&#039;&#039;Gut und Böse&#039;&#039;&#039; in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der [[Widersacher]] ist. Denn durch die Beseitigung der [[Dreiheit]] hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen. ... “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; [[Ahriman|Ahrimans]] und [[Luzifer|Luzifers]] also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; des [[Christus]] ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; zu suchen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}[[Jesuitismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten &#039;&#039;&#039;Jesuitismus&#039;&#039;&#039; in die Strömung des [[Christentum|Christentums]] hineingelegt haben. Das heißt, das [[Bewusstsein]] des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der [[Christus Jesus]] nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner [[Menschwerdung des Christus|Menschwerdung]] zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kraft der Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist.&amp;quot; [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:06:03]]&lt;br /&gt;
* „Und hieraus können wir ableiten, dass [[Schiller]] in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem [[Idealismus]] und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:07:16]]&lt;br /&gt;
* „Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039; an. Die Welt ist nicht zweigegliedert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 01:05:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; mit ihrem Ursprung im [[Osten]] zu suchen. Während [[Ahriman]] sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; im dritten Jahrtausend vor Christus.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
* „Und als &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte [[Atlantisch|atlantische]] Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als [[chinesische Kultur]] in der Welt vorfinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Feiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
* „Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme &#039;&#039;&#039;Luzifers&#039;&#039;&#039; führt. Und sowohl &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; als auch [[Ahriman]] sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine [[Göttlichkeit]] zu erkennen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 01:05:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Luziferische Kräfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die &#039;&#039;&#039;luziferischen Kräfte&#039;&#039;&#039; fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die [[ahrimanischen Kräfte]] hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Materie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Dass [[Rudolf Steiner]] sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; eine andere Erscheinungsform des [[Geist|Geistes]] ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die [[Erscheinungsform]], auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; bestimmten [[Naturgesetze|Naturgesetzen]] unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des [[Determinismus|Deterministischen]]. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:44:03]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|R}}[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Allerdings zählt es, so hat es uns &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;&#039; ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die [[Geschehnisse in der Welt]] zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer [[geistigen Perspektive]] aus zu beurteilen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:03:49]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann den eindringlichen Satz &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners&#039;&#039;&#039; nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, [[das Böse]] ist nur ein zeitversetztes [[Das Gute|Gutes]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Sabbat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[Matthäus 12:] Denn der [[Menschensohn|Sohn des Menschen]] ist Herr des &#039;&#039;&#039;Sabbats&#039;&#039;&#039;. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am &#039;&#039;&#039;Sabbat&#039;&#039;&#039; zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:54:43]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039; wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des [[Tod|Todes]] 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des [[Menschenwesen|Menschenwesens]] einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. ... Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten [[Formtrieb]]. Und dieser Formtrieb, diese Formung des [[Stoff|Stoffes]], die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039;, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer [[Individuell|individuellen]] Art und Weise zu gestalten, zu formen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:46:02]]&lt;br /&gt;
[[Selbsterziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir es [[anthroposophisch]] ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der &#039;&#039;&#039;Selbsterziehung&#039;&#039;&#039; des Menschen, das ist die eigentliche [[Pflicht]], die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sonnendämon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Obwohl [[Ahriman]] und [[Luzifer]] auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den [[Christus]], dem &#039;&#039;&#039;Sonnendämon&#039;&#039;&#039; Sorat, beeinflusst werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00: 24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}[[Trichotomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie [[Rudolf Steiner]] an vielen Stellen betont, kam es im Jahr [[869]] auf einem Konzil der sich damals bildenden [[christlichen Kirche]] - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das [[Christentum]] aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039;, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039; auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich [[Das Göttliche|Göttliche]], den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den [[Luziferische Kräfte|luziferischen]] und den [[Ahrimanische Kräfte|ahrimanischen Kräften]], auf dass sie [[Gleichgewicht]] herstellen zwischen diesen beiden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|V}}[[Vatergottheit|Vater]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn in den Weltreligionen von &#039;&#039;&#039;Vater&#039;&#039;&#039; gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur [[Trinität]] durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als &#039;&#039;&#039;Vater&#039;&#039;&#039; angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der [[Elohim]] oder [[Exusiai]], der [[Geister der Form]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|W}}[[Westen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Im &#039;&#039;&#039;Westen&#039;&#039;&#039; haben wir vornehmlich die Kräfte des [[Ahriman|Ahrimanischen]] zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem &#039;&#039;&#039;Weltlichen&#039;&#039;&#039; verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der [[Zukunft]] einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
[[Wüste Gobi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dort in dieser &#039;&#039;&#039;Wüste Gobi&#039;&#039;&#039; begründeten diese Menschen dann unter der Führung des [[Manu]] und später dann unter der Führung der sogenannten [[Sieben heilige Rishis|sieben heiligen Rishis]] die erste nachatlantische [[Kulturepoche]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Transkribiert zu 100% von Ursula Dziambor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28096</id>
		<title>Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28096"/>
		<updated>2025-08-12T14:56:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiheit oder Determinismus, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs|thumb|Vortrag vom 16. April 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Freiheit oder Determinismus, veröffentlicht am 21. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Einleitung 00:00:44 ===&lt;br /&gt;
Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kulturepochen zu diesem neuen Video. Liebe Zuschauer, ich möchte auch heute mit diesem Video ein wenig an Zeitgenössisches anknüpfen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, ihr verzeiht mir, dass es sich noch ein wenig hinzieht, bis wir in unserem Kontext „Anthroposophie, eine Erlebnisreise“ weitergehen. Mich erreichen in den letzten Tagen und Wochen einige Zuschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie wir uns positionieren können als geistig strebende Menschen in diesem aktuellen Geschehen weltweit. Wir wissen, die Welt hat sich dahingehend verändert, dass nahezu an allen Orten der Welt Dinge in die Informationsflut aufgenommen werden und alle Menschen auf der Welt zu diesen Ereignissen dann Zugang erhalten durch die modernen Medien und durch die Möglichkeiten der Telekommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vortrag zur Waldorfpädagogik sind wir teilweise auf dieses Phänomen kurz eingegangen. Hier vor allen Dingen die Wirkung der sozialen Medien auch auf die Kinderseelen. Aber selbstverständlich sind auch die Erwachsenen von diesen Zuständen nicht verschont. Und wir müssen durchaus sagen, dass natürlich im Gegensatz zu den Kindern, die in gewisser Hinsicht noch unter dem Schutz der geistigen Welt und der höheren Hierarchien stehen, die Seelen der Erwachsenen diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind, vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, zu welchen Gedanken, Gefühlen und letztlich Taten diese Menschen dann schreiten aufgrund ihres Eingebundenseins in diese moderne Welt der Informationen. Der grenzenlosen Informationsverfügbarkeit. Und wir befinden uns, wie wir in den vorangehenden Videos auch öfter beschrieben haben, in einer aus meiner Sicht äußerst kritischen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49 ===&lt;br /&gt;
Einmal mehr haben sich kriegerische Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas in Gang gesetzt. Und die Menschen denken natürlich viel darüber nach, zunächst welche Ursachen dem zugrunde liegen und selbstverständlich auch, wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Und ich möchte heute in diesem Video keine Lösungswege politischer Art aufzeigen. Ich möchte mich auch so wenig wie möglich in politische Diskussionen verstricken auf diesem Kanal. Dazu ist dieser Kanal nicht gegründet worden. Allerdings zählt es, so hat es uns Rudolf Steiner ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die Geschehnisse in der Welt zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer geistigen Perspektive aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
=== Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03 ===&lt;br /&gt;
Und eigentlich ist es nach wie vor so, dass wir ähnlich wie im 20. Jahrhundert immer noch eine Konfliktsituation vorfinden, die man unterteilen könnte in eine Partei des Westens und eine Partei des Ostens. Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die Kraft der Mitte, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist. Und ich möchte heute gerne mit Ihnen, mit Euch, diesen Sachverhalt noch einmal etwas näher beleuchten und möchte beginnen damit, dass wir zurückgehen gemeinsam in das Jahr 1791.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16 ===&lt;br /&gt;
Dieses Jahr 1791 ist für die große Persönlichkeit Friedrich Schiller ein besonderes Jahr. In diesem Jahr erhält er Gewissheit darüber, dass aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes seine Tage gezählt sind. Friedrich Schiller hatte sich im Laufe seines Lebens zum wiederholten Male schwere Krankheiten zugezogen, von denen er sich aus bestimmten Gründen nicht mehr vollständig erholte. Hervorzuheben ist hier vor allen Dingen ein Malaria-Fieber, dass er sich tragischerweise höchstwahrscheinlich an dem Orte zugezogen hat, an dem er zum ersten Mal in seinem Leben einen so großen Erfolg feiern konnte, nämlich in Mannheim. Und in Mannheim fand, wie wir wissen, die Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ statt. Und ausgerechnet in Mannheim, so ist es wahrscheinlich, zog er sich dieses schwere Malaria-Fieber zu. Friedrich Schiller war selbst ausgebildeter Mediziner. Er hatte in der Militärschule auf Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart eine medizinische Ausbildung zum Militärarzt absolviert, hatte jedoch die dort erworbenen Kenntnisse und auch seine Tätigkeit als Mediziner nie so recht lieben gelernt. Und dementsprechend waren seine Diagnosen und vor allen Dingen auch seine Medikamentenverschreibung unter seinen Patienten, man könnte sagen, berüchtigt und nicht besonders hoch angesehen. Friedrich Schiller hatte sich dann selbst therapiert, er hatte sich selbst Medikamente immer wieder in hohen Dosierungen verabreicht, um diesem Krankheitsdasein zu entfliehen, um weiter lyrisch-geistig tätig zu sein. Aber gleichzeitig hatte unter anderem auch diese Selbstbehandlung seinen Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert und im Jahre 1791 hat er nun Gewissheit, dass sein Erdenleben sich dem Ende zuneigen wird. Aufgrund dieser Nachricht im Angesicht des Todes, könnte man sagen, entfesseln sich jedoch in Schiller ungeahnte Willenskräfte. Er nimmt also den Kampf gegen seine eigene Natur, gegen seinen eigenen Körper auf und möchte die ihm gegebene Zeit noch so gut wie möglich nutzen, um spirituellen geistigen Fortschritt zu machen und künstlerisch produktiv zu sein. Und er sollte es aufgrund seiner hohen idealistischen Einstellung und seines unbändigen Willens für die Kunst zu leben, dann noch 14 Jahre schaffen weiterzuleben.&lt;br /&gt;
Und als man ihn nach seinem Tode obduzierte, konnte man es kaum glauben, was man dort zu sehen bekam. Seine inneren Organe, vor allem auch seine Lunge waren, wie es im Obduktionsbericht zu lesen ist, nur noch breiartig vorhanden. Die Ärzte, die die Obduktion vornahmen, konnten nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie hat es dieser Mann noch so lange geschafft weiterzuleben. Und hieraus können wir ableiten, dass Schiller in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die Kraft der Mitte, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem Idealismus und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen. Alles, was uns bindet an die Vergänglichkeit, rückt in den Hintergrund, in dem Moment, wo wir uns anbinden an den lebendigen Geist. Und so möchte ich heute Friedrich Schiller als einen großen Vertreter des deutschen Geisteslebens zu Beginn hervorheben und möchte nun ein wenig in die Betrachtungen einsteigen, die uns auch heute in eine brisante Weltlage gebracht haben, nämlich eine Art Unberücksichtigtlassen gewisser geistiger Zusammenhänge, die Welt betreffend, den Osten, die Mitte und den Westen betreffend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte zunächst ins Auge fassen, dass wir, wenn wir die Welt heute auf diesem Kanal oder auch im anthroposophischen Kontext wie selbstverständlich immer in einer dreigegliederten Form sehen, dass wir nicht vergessen sollten, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wie Rudolf Steiner an vielen Stellen betont, kam es im Jahr 869 auf einem Konzil der sich damals bildenden christlichen Kirche - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das Christentum aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine Trichotomie, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen. Fortan wurde also per Dekret als Dogma festgelegt, der Mensch besteht nicht aus Leib, Seele und Geist, sondern es wurde das Dogma gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele. Und wir können dieses Faktum nicht hoch genug ansetzen. Rudolf Steiner spricht hier von einem Irrwahn, der die Menschheit befallen hat, nämlich fortan die Welt und den Menschen nicht mehr als dreigegliedert zu sehen, sondern als zweigegliedert.&lt;br /&gt;
Dieses Dogma, diese Festsetzung hatte gigantische Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit in der darauf folgenden Zeit. Dies geht unter anderem, wenn wir es philosophisch auffassen wollen, so weit und auch theologisch auffassen, dass man gesagt hat, fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt das Gute, und ein Reich des Bösen, das heißt also das Schlechte. Wir haben Gut und Böse in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der Widersacher ist. Denn durch die Beseitigung der Dreiheit hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22 ===&lt;br /&gt;
Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die Widersacherkräfte hinzunehmen, dass die luziferischen Kräfte fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als das Gute gelten, während die ahrimanischen Kräfte hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder das Böse gesehen werden. Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer Trichotomie auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich Göttliche, den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den luziferischen und den ahrimanischen Kräften, auf dass sie Gleichgewicht herstellen zwischen diesen beiden. Erst wenn wir die Kräfte Luzifers, die in der Zweiteilung der Welt automatisch zum Guten werden, unrechtmäßig und die Kräfte des Herunterziehenden ins ahrimanische Reich hinein in ein Gleichgewicht zueinander bringen, als aktive Tätigkeit der Seele, des Geistes, dann haben wir ein rechtes Verhältnis zu dieser Welt hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Prinzip nun übertragen auf die aktuelle Weltlage, die Einflüsse des Westens, die Einflüsse des Ostens, es fehlt die Mitte, so können wir uns dem Sachverhalt, der uns gerade gegenübersteht, schon ein wenig mehr annähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20 ====&lt;br /&gt;
Im Westen haben wir vornehmlich die Kräfte des Ahrimanischen zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem Weltlichen verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der Zukunft einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen. Vielmehr kommt es darauf an, dass sie von einer starken Mitte in ein angemessenes Verhältnis in der Welt gebracht werden. Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des dritten Jahrtausends das Wesen Ahriman sich im Westen in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. Daraus können wir ableiten, wie uns Rudolf Steiner auch mitteilt, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt das Wesen Ariman seine Inkarnation aktiv vorbereiten wird. Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer dreigegliederten Welt, die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die Mitte zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen Ahrimans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32 ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des Luzifer mit ihrem Ursprung im Osten zu suchen. Während Ahriman sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus. Wenn wir die Inkarnationen Ahrimans und Luzifers also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die Inkarnation des Christus ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Inkarnationen zu suchen. Und Luzifer inkarnierte sich also im Osten, genau genommen in China, und zwar in die Leibeshülle des ersten chinesischen Kaisers, der auch geschichtlich bekannt ist unter dem Namen der Gelbe Drache. Und wie Rudolf Steiner uns mitteilt, ist es selbstverständlich auch die Bestrebung Luzifers, ein Erstarken der Mittelkraft zu verhindern. Obwohl Ahriman und Luzifer auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den Christus, dem Sonnendämon Sorat, beeinflusst werden. Und wir haben von Rudolf Steiner die Information erhalten, dass gerade mit dem Blick auf den Osten eine besondere Beziehung besteht zwischen den Völkern des Ostens und den Völkern der Mitte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33 ===&lt;br /&gt;
Die Völker des Ostens haben eine große Tendenz dazu, geistige Mächte und Kräfte und Fähigkeiten zu tradieren, die ihren Ursprung im vorherigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung, d.h. im atlantischen Zeitalter, haben. Das hat damit zu tun, dass, als sich der atlantische Kontinent dem Untergang entgegen bewegte, sich also gewisse Teile der atlantischen Völker absetzten auf das sich erhebende europäisch-asiatische Festland. Und eine Gruppe, die besonders hervorzuheben ist, erreichte das europäische Festland im Bereich des heutigen Irland und begab sich dann in einem weiten Zug von dort aus bis in die Wüste Gobi hinein, und zwar unter der Führung eines hohen geistigen Wesens, das wir als Manu hier bereits einmal kennengelernt haben. Und dort in dieser Wüste Gobi begründeten diese Menschen dann unter der Führung des Manu und später dann unter der Führung der sogenannten sieben heiligen Rishis die erste nachatlantische Kulturepoche. Und es gab auf dem Weg zu diesem Ort auch immer wieder Teile dieser atlantischen Menschen, die zurückgeblieben sind, die also dieses europäisch-asiatische Festland zu ihrer Heimat nahmen und nicht weiterzogen in Richtung Osten. Und so haben wir gerade auf diesem asiatischen Kontinent viele Strömungen, Geistesströmungen, die einen starken Bezug zu tradiertem atlantischen Wissen haben. Und ein Teil dieses tradierten atlantischen Wissens ist auch in die Kultur der Chinesen eingeflossen. Und als Luzifer seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte atlantische Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als chinesische Kultur in der Welt vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass durch dieses Mischverhältnis aus luziferischen Einflüssen und atlantischem, tradiertem Wissen die Menschen des Ostens und auch das chinesische Volk aus diesen Anlagen heraus hohe geistige Fähigkeiten in sich tragen. Und wir müssen sagen, dass das natürlich nun nicht auf jeden einzelnen Menschen, der in China lebt, zutreffend ist, sondern dass wir das als eine Art Erbschaft für das gesamte chinesische Volk zu sehen haben. Und auf diese Erbschaft greifen dann die einzelnen Menschen, die heute in China geboren werden, mehr oder weniger zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch im asiatischen Raum, dass überall auf der Welt die Kräfte des Individualismus wirken und dass es in jedem Volke zu entsprechenden Abweichungen in der Individualentwicklung kommen kann, dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem chinesischen Volk aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe geistige Fähigkeiten innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art Überlegenheitsgefühl kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen Gelassenheit in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden. Und dass sie aus ihrer tradierten Weisheit heraus das Gefühl haben, sie wären uns überlegen. Und dass nun vorsichtig gesagt, aus dieser Kultur heraus immer die Gefahr besteht, aufgrund des Unverständnisses, dass sie mit dem Blick in den Westen und auch zur Mitte erhalten, dass immer ein leichtes Gefühl aus ihren Seelen heraufdringt, die Kulturen des Westens und die Kulturen der Mitte überwältigen zu wollen zugunsten des weiterhin Aufblühens dieses alten Wissens, dieser alten Weisheit. Und ich möchte damit nicht die Kulturen des Ostens an dieser Stelle herabwürdigen. Es soll hier nur versucht werden, ein wenig Verständnis dafür zu erwecken, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Menschen überall auf der Welt eine gleiche Gefühls- und Gedankenhaltung gegenüber der Welt einnehmen, wie wir es tun. Sondern dass in den Untergründen der Seelen, resultierend aus der Tradition, aus der Vergangenheit, von den Ahnen und natürlich auch durch jüngere kulturelle Prägungen, die Sicht auf die Dinge anders ausfällt als bei uns. Und dass wir sehr darauf achten sollten, gerade wir als Menschen der Mitte eben diese Dinge zu verstehen und diese Dinge mit einzubeziehen.&lt;br /&gt;
=== Determinismus finden wir überall 00:37:00 ===&lt;br /&gt;
Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen Ost und West um die Mitte, beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des Determinismus geht oder ob die Menschheit den Weg der Freiheit einschlagen will. Und Determinismus ist etwas, das wir heute in der Welt überall finden können. Und wenn ich sage überall, dann möchte ich vor allen Dingen auch betonen, dass sich das Prinzip des Determinismus vor allen Dingen auch in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Zivilisation finden lässt. Der Determinismus, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05 ====&lt;br /&gt;
Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten Religionen heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der Determinismus der Vorgänger des Materialismus ist. Dass sich also bis heute aus der deterministischen Weltsicht der alten Religionen, der alten Religionsauffassungen die Sichtweise des Materialismus, auf dem sich in großen Teilen auch die Naturwissenschaft herausgebildet hat, bestimmt wird. So haben wir zu sehen, dass Rudolf Steiner uns darauf aufmerksam macht, wenn wir die alte philosophische Frage aufwerfen nach dem Unterschied zwischen Geist und Materie. Dass Rudolf Steiner sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die Materie eine andere Erscheinungsform des Geistes ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die Erscheinungsform, auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an. Rudolf Steiner bringt hier das Beispiel, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir uns eine bestimmte Menge Wasser auf die Hand laufen lassen oder ob wir die gleiche Menge Wasser erstarrt zu einem Eiswürfel uns auf die Hand legen. Die Erscheinungsform ist dasjenige, auf das wir uns im irdischen Leben sehr stark einzulassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Metamorphosen des Geistes 00:41:55 ====&lt;br /&gt;
Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung Rudolf Steiners dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der Geist und dieser Geist macht dann immer wieder Metamorphosen durch, ändert seine Erscheinungsform. Zunächst hinein in einen Offenbarungscharakter. Der Geist nicht mehr an sich, sondern er verdichtet sich gewissermaßen in einen Zustand des sich Offenbarens in Form von Seelenkräften, in Form von Seelensubstanz. Und dann verdichtet sich dieser Geist erneut und erscheint uns in Form der Bildekräfte, der Welt des Ätherischen, um dann schließlich noch einmal eine Metamorphose, eine sich verdichtende Tendenz einzunehmen, um schließlich dann als physische Materie sich zu äußern. Und hier haben wir es dann mit der Erscheinungsform des Geistes als Bild zu tun. Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des Geistes ist die Materie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03 ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter des Gleichnisses kann, wenn er nicht in ein rechtes Verhältnis gesetzt wird, natürlich dazu führen, dass wenn wir sagen, dieser Zustand des Materiellen ist das, was uns tagtäglich in sehr starker Form beeindruckt über die äußeren Sinne, dass es dann zu der Einschätzung kommen kann, das was wir als Bewusstsein bezeichnen, das was wir als Seelisches oder auch als Geistiges bezeichnen, ist nichts weiter als ein Ausfluss der Materie. Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die Materie bestimmten Naturgesetzen unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des Deterministischen. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02 ===&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des Todes 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des Menschenwesens einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. Er nahm seine Erfahrungen hinzu, die er bisher in seinem Leben gemacht hatte, unter anderem mit der Französischen Revolution, wo er noch davon ausgegangen war, dass das Heil der Menschheit darin zu bestehen hat, die möglichst richtigen Regelungen für alle zu finden. Dass man nur die Normen, Gesetze und Statuten so anzupassen hat, dass unter ihnen alle Menschen zum Heil kommen können. Aber diese Sichtweise sollte sich im Angesicht des Todes noch einmal korrigieren. Stattdessen arbeitete er nun unter anderem an Ausführungen über die ästhetische Erziehung des Menschen, dass der Mensch seine Spieltalente entdecken solle. Er stützt diese Betrachtungen darauf, dass er sagt, von der Welt ausgehend werden wir unentwegt mit Dingen konfrontiert, die in unser Leben eintreten, und zwar nicht nur begrenzt durch physisch-stoffliche Dinge, sondern auch durchaus auf der seelischen Ebene und auch auf der geistigen Ebene. Alles das, was im Laufe unseres Lebens einen Eindruck auf uns macht, das bezeichnet Friedrich Schiller mehr oder weniger als Stoff oder auch Stofftrieb. Das Einwirken dieses Lebensstoffes auf uns ist die eine große Kraft. Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten Formtrieb. Und dieser Formtrieb, diese Formung des Stoffes, die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich Schiller, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer individuellen Art und Weise zu gestalten, zu formen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17 ===&lt;br /&gt;
Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt Freiheit, künstlerische Freiheit. Und darin liegt auch eine gewisse moralische Verantwortung für jeden einzelnen Menschen verborgen. Friedrich Schiller wurde durch das Beispiel der Französischen Revolution klar, als er sah, dass sich die Menschen spätestens als die Jakobiner damals begannen, Adelige und deren Bedienstete quasi am Fließband hinzurichten. Und das Volk in einer Art Wahn sich über jeden abgetrennten adeligen Kopf im Freudentaumel äußerte, dass Friedrich Schiller klar wurde, die Erziehung des Menschengeschlechtes kann nicht dadurch erfolgen, dass man eine Art unpersönliche Hypermoral entwirft und dabei die Eigenverantwortung für das unmittelbare Umfeld seines Lebens vergisst. Demnach sollte der Weg, den Friedrich Schiller in seiner ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes aufzeigt, nun darüber gehen, dass die Fähigkeiten der Gestaltung des Lebensstoffes, den jeder Mensch zur Verfügung hat, in der edelsten Form, die möglich ist, durchzuführen. Die eigene Vernunft und die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu führen, sich selbst zu veredeln, darauf kommt es an. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass der Mensch lernt, sich spielerisch mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, aber auch mit seinen Unvollkommenheiten und Schattenseiten bekannt zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es anthroposophisch ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der Selbsterziehung des Menschen, das ist die eigentliche Pflicht, die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben. Kein Gesetz, keine Regelungswerk, kein Zwang, keine Statutensammlung kann heute für den Menschen maßgeblich sein. Denn der Menschensohn steht über dem Sabbat.&lt;br /&gt;
=== Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel haben wir in Matthäus-Evangelium, Kapitel 12:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten. Es hungerte aber seine Jünger und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm, siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen, habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und doch schuldlos sind? Ich aber sage euch, Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. Er aber sprach zu ihnen, welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat? Und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht, wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. Dann spricht er zu den Menschen, strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird deutlich, wie sich in dieser Zeit, in der sich der Christusgeist begann, vollständig in die Leibeshülle des natanischen Jesusknaben hinein zu versenken, es sich bereits anbahnte dieser Konflikt zwischen dem alten Gesetz und dem lebendigen Geist.&lt;br /&gt;
=== Aufgabe der Mitte 00:58:24 ===&lt;br /&gt;
Und dass es besonders die Aufgabe der Mitte ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den Determinismus, den Materialismus und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch Geisterkenntnis über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von Jesus zu Christus. Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten Jesuitismus in die Strömung des Christentums hineingelegt haben. Das heißt, das Bewusstsein des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der Christus Jesus nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner Menschwerdung zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden. Es wird heute in Ost und West und auch in der Mitte viel gesprochen von Gott, oft auch vom Sohn, von Jesus Christus. Aber treffen diese Worte, diese Gedanken, die bei den Menschen dahinter stehen, auch wirklich das, um was es geht? Wir haben auf diesem Kanal schon versucht anzusprechen, dass es auch einer dringenden Klärung bedarf, wenn wir vom Vatergott sprechen, wenn wir vom Sohnesgott sprechen. Ist dies getragen von wirklichem, lebendigem Erkennen oder sind es Begriffe, Worte, die wir in tradierter Form einfach übernehmen? Wenn in den Weltreligionen von Vater gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur Trinität durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als Vater angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der Elohim oder Exusiai, der Geister der Form. Und zu einer bestimmten Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung war es gerecht, so zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich verändert. Der Entwicklungsgedanke und die Verantwortung des Menschen für seine gestalterischen Fähigkeiten hat längst begonnen. Ein sich berufen auf Altes reicht heute nicht mehr aus. Und man kann den eindringlichen Satz Rudolf Steiners nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, das Böse ist nur ein zeitversetztes Gutes.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 ===&lt;br /&gt;
Wir werden in unseren Betrachtungen noch sehr genau einzugehen haben auf das Jahwe-Wesen beispielsweise, das wir aber heute mit Blick auf die Uhr an dieser Stelle aussparen. Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die Kraft der Mitte an. Die Welt ist nicht zweigegliedert. Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme Luzifers führt. Und sowohl Luzifer als auch Ahriman sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine Göttlichkeit zu erkennen. Und je mehr die Mitte geschwächt wird in der Welt, und die Bestrebungen sind heute so, ich möchte es hier ganz klar aussprechen, nicht nur die Mitte zu schwächen, sondern die Mitte zu vernichten. Ohne Mitte, ohne Dreigliederung wird eine gedeihliche Zukunft nicht möglich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Aktivität der Mitte aber eine bewusste Aktivität. Denn wie wir in der Welt auch sehen können, bedeutet viel Bewegung noch keinen Fortschritt. Sich beschäftigt halten mit den oberflächlichen äußeren Dingen der Welt bedeutet keinen Fortschritt. Guten Willen für den Geist, das ist es, was wir brauchen und was Rudolf Steiner einmal in einem seiner Mantren in beeindruckender Form zusammengefasst hat. Vielleicht möchte ich es zum Abschluss für heute einmal sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue in die Finsternis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihr ersteht Licht, lebendes Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist dies Licht in der Finsternis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin es selbst, in meiner Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nur Bild davon. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es aber wieder finden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn ich, guten Willens für den Geist, durch des Todes Pforte gegangen bin.&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:10:05 ===&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wünsche ich euch, wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Beitrag wiedersehen. Ein besonderer Dank an alle, die auf diesem Kanal mitdenken, die einen Kommentar hinterlassen, den Kanal abonnieren. Und besonders auch denjenigen, die den Kanal mit einer kleinen finanziellen Zuwendung unterstützen. Ca. 1% der regelmäßigen Zuschauer tun dies. Und ich wäre sehr dankbar, dass alle, die es vermögen, die aus diesen Beiträgen für ihre eigene innere Arbeit eine Unterstützung entnehmen können, vielleicht ebenso die Arbeit mit einer kleinen Spende bedenken würden. Vielen Dank, alles Gute und bis bald.&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ahriman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des [[Drittes Jahrtausend|dritten Jahrtausends]] das Wesen &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; sich im [[Westen]] in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. ... Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer [[dreigegliederten Welt]], die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die [[Mitte]] zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen &#039;&#039;&#039;Ahrimans&#039;&#039;&#039;.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ahrimanische Kräfte]]&lt;br /&gt;
*„Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die [[luziferischen Kräfte]] fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die &#039;&#039;&#039;ahrimanischen Kräfte&#039;&#039;&#039; hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Chinesisches Volk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem &#039;&#039;&#039;chinesischen Volk&#039;&#039;&#039; aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe [[geistige Fähigkeiten]] innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art [[Überlegenheitsgefühl]] kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen [[Gelassenheit]] in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Determinismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039;, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
* „Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten [[Religionen]] heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039; der Vorgänger des [[Materialismus]] ist.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dogma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Fortan wurde also per Dekret als &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; festgelegt, der Mensch besteht nicht aus [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]], sondern es wurde das &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}[[Freiheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen [[Ost]] und [[West]] um die [[Mitte]], beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des [[Determinismus]] geht oder ob die Menschheit den Weg der &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; einschlagen will.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*„Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;, künstlerische &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;. Und darin liegt auch eine gewisse [[Moralisch|moralische]] [[Verantwortung]] für jeden einzelnen Menschen verborgen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; und dieser &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; macht dann immer wieder [[Metamorphose|Metamorphosen]] durch, ändert seine [[Erscheinungsform]]. ... Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des &#039;&#039;&#039;Geistes&#039;&#039;&#039; ist die [[Materie]]. “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Metamorphosen des Geistes 00:41:55|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determnismus, 2025, 00:41:55]]&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es besonders die Aufgabe der [[Mitte]] ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den [[Determinismus]], den [[Materialismus]] und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von [[Jesus]] zu [[Christus]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gut und Böse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt [[das Gute]], und ein Reich [[Das Böse|des Bösen]], das heißt also das Schlechte. Wir haben &#039;&#039;&#039;Gut und Böse&#039;&#039;&#039; in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der [[Widersacher]] ist. Denn durch die Beseitigung der [[Dreiheit]] hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen. ... “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; [[Ahriman|Ahrimans]] und [[Luzifer|Luzifers]] also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; des [[Christus]] ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; zu suchen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}[[Jesuitismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten &#039;&#039;&#039;Jesuitismus&#039;&#039;&#039; in die Strömung des [[Christentum|Christentums]] hineingelegt haben. Das heißt, das [[Bewusstsein]] des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der [[Christus Jesus]] nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner [[Menschwerdung des Christus|Menschwerdung]] zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kraft der Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist.&amp;quot; [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:06:03]]&lt;br /&gt;
* „Und hieraus können wir ableiten, dass [[Schiller]] in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem [[Idealismus]] und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:07:16]]&lt;br /&gt;
* „Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039; an. Die Welt ist nicht zweigegliedert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 01:05:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; mit ihrem Ursprung im [[Osten]] zu suchen. Während [[Ahriman]] sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; im dritten Jahrtausend vor Christus.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
* „Und als &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte [[Atlantisch|atlantische]] Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als [[chinesische Kultur]] in der Welt vorfinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Feiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
* „Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme &#039;&#039;&#039;Luzifers&#039;&#039;&#039; führt. Und sowohl &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; als auch [[Ahriman]] sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine [[Göttlichkeit]] zu erkennen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 01:05:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Luziferische Kräfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die &#039;&#039;&#039;luziferischen Kräfte&#039;&#039;&#039; fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die [[ahrimanischen Kräfte]] hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Materie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Dass [[Rudolf Steiner]] sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; eine andere Erscheinungsform des [[Geist|Geistes]] ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die [[Erscheinungsform]], auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; bestimmten [[Naturgesetze|Naturgesetzen]] unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des [[Determinismus|Deterministischen]]. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:44:03]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|R}}[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Allerdings zählt es, so hat es uns &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;&#039; ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die [[Geschehnisse in der Welt]] zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer [[geistigen Perspektive]] aus zu beurteilen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:03:49]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann den eindringlichen Satz &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners&#039;&#039;&#039; nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, [[das Böse]] ist nur ein zeitversetztes [[Das Gute|Gutes]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Sabbat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[Matthäus 12:] Denn der [[Menschensohn|Sohn des Menschen]] ist Herr des &#039;&#039;&#039;Sabbats&#039;&#039;&#039;. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am &#039;&#039;&#039;Sabbat&#039;&#039;&#039; zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:54:43]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039; wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des [[Tod|Todes]] 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des [[Menschenwesen|Menschenwesens]] einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. ... Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten [[Formtrieb]]. Und dieser Formtrieb, diese Formung des [[Stoff|Stoffes]], die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039;, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer [[Individuell|individuellen]] Art und Weise zu gestalten, zu formen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:46:02]]&lt;br /&gt;
[[Selbsterziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir es [[anthroposophisch]] ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der &#039;&#039;&#039;Selbsterziehung&#039;&#039;&#039; des Menschen, das ist die eigentliche [[Pflicht]], die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sonnendämon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Obwohl [[Ahriman]] und [[Luzifer]] auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den [[Christus]], dem &#039;&#039;&#039;Sonnendämon&#039;&#039;&#039; Sorat, beeinflusst werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00: 24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|T}}[[Trichotomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie [[Rudolf Steiner]] an vielen Stellen betont, kam es im Jahr [[869]] auf einem Konzil der sich damals bildenden [[christlichen Kirche]] - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das [[Christentum]] aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039;, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039; auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich [[Das Göttliche|Göttliche]], den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den [[Luziferische Kräfte|luziferischen]] und den [[Ahrimanische Kräfte|ahrimanischen Kräften]], auf dass sie [[Gleichgewicht]] herstellen zwischen diesen beiden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
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{{BS|V}}[[Vatergottheit|Vater]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn in den Weltreligionen von &#039;&#039;&#039;Vater&#039;&#039;&#039; gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur [[Trinität]] durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als &#039;&#039;&#039;Vater&#039;&#039;&#039; angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der [[Elohim]] oder [[Exusiai]], der [[Geister der Form]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|W}}[[Westen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Im &#039;&#039;&#039;Westen&#039;&#039;&#039; haben wir vornehmlich die Kräfte des [[Ahriman|Ahrimanischen]] zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem &#039;&#039;&#039;Weltlichen&#039;&#039;&#039; verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der [[Zukunft]] einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
[[Wüste Gobi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dort in dieser &#039;&#039;&#039;Wüste Gobi&#039;&#039;&#039; begründeten diese Menschen dann unter der Führung des [[Manu]] und später dann unter der Führung der sogenannten [[Sieben heilige Rishis|sieben heiligen Rishis]] die erste nachatlantische [[Kulturepoche]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28095</id>
		<title>Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28095"/>
		<updated>2025-08-12T14:43:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Aufgabe der Mitte 00:58:24 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiheit oder Determinismus, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs|thumb|Vortrag vom 16. April 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Freiheit oder Determinismus, veröffentlicht am 21. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Einleitung 00:00:44 ===&lt;br /&gt;
Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kulturepochen zu diesem neuen Video. Liebe Zuschauer, ich möchte auch heute mit diesem Video ein wenig an Zeitgenössisches anknüpfen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, ihr verzeiht mir, dass es sich noch ein wenig hinzieht, bis wir in unserem Kontext „Anthroposophie, eine Erlebnisreise“ weitergehen. Mich erreichen in den letzten Tagen und Wochen einige Zuschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie wir uns positionieren können als geistig strebende Menschen in diesem aktuellen Geschehen weltweit. Wir wissen, die Welt hat sich dahingehend verändert, dass nahezu an allen Orten der Welt Dinge in die Informationsflut aufgenommen werden und alle Menschen auf der Welt zu diesen Ereignissen dann Zugang erhalten durch die modernen Medien und durch die Möglichkeiten der Telekommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vortrag zur Waldorfpädagogik sind wir teilweise auf dieses Phänomen kurz eingegangen. Hier vor allen Dingen die Wirkung der sozialen Medien auch auf die Kinderseelen. Aber selbstverständlich sind auch die Erwachsenen von diesen Zuständen nicht verschont. Und wir müssen durchaus sagen, dass natürlich im Gegensatz zu den Kindern, die in gewisser Hinsicht noch unter dem Schutz der geistigen Welt und der höheren Hierarchien stehen, die Seelen der Erwachsenen diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind, vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, zu welchen Gedanken, Gefühlen und letztlich Taten diese Menschen dann schreiten aufgrund ihres Eingebundenseins in diese moderne Welt der Informationen. Der grenzenlosen Informationsverfügbarkeit. Und wir befinden uns, wie wir in den vorangehenden Videos auch öfter beschrieben haben, in einer aus meiner Sicht äußerst kritischen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49 ===&lt;br /&gt;
Einmal mehr haben sich kriegerische Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas in Gang gesetzt. Und die Menschen denken natürlich viel darüber nach, zunächst welche Ursachen dem zugrunde liegen und selbstverständlich auch, wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Und ich möchte heute in diesem Video keine Lösungswege politischer Art aufzeigen. Ich möchte mich auch so wenig wie möglich in politische Diskussionen verstricken auf diesem Kanal. Dazu ist dieser Kanal nicht gegründet worden. Allerdings zählt es, so hat es uns Rudolf Steiner ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die Geschehnisse in der Welt zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer geistigen Perspektive aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
=== Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03 ===&lt;br /&gt;
Und eigentlich ist es nach wie vor so, dass wir ähnlich wie im 20. Jahrhundert immer noch eine Konfliktsituation vorfinden, die man unterteilen könnte in eine Partei des Westens und eine Partei des Ostens. Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die Kraft der Mitte, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist. Und ich möchte heute gerne mit Ihnen, mit Euch, diesen Sachverhalt noch einmal etwas näher beleuchten und möchte beginnen damit, dass wir zurückgehen gemeinsam in das Jahr 1791.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16 ===&lt;br /&gt;
Dieses Jahr 1791 ist für die große Persönlichkeit Friedrich Schiller ein besonderes Jahr. In diesem Jahr erhält er Gewissheit darüber, dass aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes seine Tage gezählt sind. Friedrich Schiller hatte sich im Laufe seines Lebens zum wiederholten Male schwere Krankheiten zugezogen, von denen er sich aus bestimmten Gründen nicht mehr vollständig erholte. Hervorzuheben ist hier vor allen Dingen ein Malaria-Fieber, dass er sich tragischerweise höchstwahrscheinlich an dem Orte zugezogen hat, an dem er zum ersten Mal in seinem Leben einen so großen Erfolg feiern konnte, nämlich in Mannheim. Und in Mannheim fand, wie wir wissen, die Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ statt. Und ausgerechnet in Mannheim, so ist es wahrscheinlich, zog er sich dieses schwere Malaria-Fieber zu. Friedrich Schiller war selbst ausgebildeter Mediziner. Er hatte in der Militärschule auf Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart eine medizinische Ausbildung zum Militärarzt absolviert, hatte jedoch die dort erworbenen Kenntnisse und auch seine Tätigkeit als Mediziner nie so recht lieben gelernt. Und dementsprechend waren seine Diagnosen und vor allen Dingen auch seine Medikamentenverschreibung unter seinen Patienten, man könnte sagen, berüchtigt und nicht besonders hoch angesehen. Friedrich Schiller hatte sich dann selbst therapiert, er hatte sich selbst Medikamente immer wieder in hohen Dosierungen verabreicht, um diesem Krankheitsdasein zu entfliehen, um weiter lyrisch-geistig tätig zu sein. Aber gleichzeitig hatte unter anderem auch diese Selbstbehandlung seinen Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert und im Jahre 1791 hat er nun Gewissheit, dass sein Erdenleben sich dem Ende zuneigen wird. Aufgrund dieser Nachricht im Angesicht des Todes, könnte man sagen, entfesseln sich jedoch in Schiller ungeahnte Willenskräfte. Er nimmt also den Kampf gegen seine eigene Natur, gegen seinen eigenen Körper auf und möchte die ihm gegebene Zeit noch so gut wie möglich nutzen, um spirituellen geistigen Fortschritt zu machen und künstlerisch produktiv zu sein. Und er sollte es aufgrund seiner hohen idealistischen Einstellung und seines unbändigen Willens für die Kunst zu leben, dann noch 14 Jahre schaffen weiterzuleben.&lt;br /&gt;
Und als man ihn nach seinem Tode obduzierte, konnte man es kaum glauben, was man dort zu sehen bekam. Seine inneren Organe, vor allem auch seine Lunge waren, wie es im Obduktionsbericht zu lesen ist, nur noch breiartig vorhanden. Die Ärzte, die die Obduktion vornahmen, konnten nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie hat es dieser Mann noch so lange geschafft weiterzuleben. Und hieraus können wir ableiten, dass Schiller in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die Kraft der Mitte, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem Idealismus und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen. Alles, was uns bindet an die Vergänglichkeit, rückt in den Hintergrund, in dem Moment, wo wir uns anbinden an den lebendigen Geist. Und so möchte ich heute Friedrich Schiller als einen großen Vertreter des deutschen Geisteslebens zu Beginn hervorheben und möchte nun ein wenig in die Betrachtungen einsteigen, die uns auch heute in eine brisante Weltlage gebracht haben, nämlich eine Art Unberücksichtigtlassen gewisser geistiger Zusammenhänge, die Welt betreffend, den Osten, die Mitte und den Westen betreffend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte zunächst ins Auge fassen, dass wir, wenn wir die Welt heute auf diesem Kanal oder auch im anthroposophischen Kontext wie selbstverständlich immer in einer dreigegliederten Form sehen, dass wir nicht vergessen sollten, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wie Rudolf Steiner an vielen Stellen betont, kam es im Jahr 869 auf einem Konzil der sich damals bildenden christlichen Kirche - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das Christentum aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine Trichotomie, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen. Fortan wurde also per Dekret als Dogma festgelegt, der Mensch besteht nicht aus Leib, Seele und Geist, sondern es wurde das Dogma gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele. Und wir können dieses Faktum nicht hoch genug ansetzen. Rudolf Steiner spricht hier von einem Irrwahn, der die Menschheit befallen hat, nämlich fortan die Welt und den Menschen nicht mehr als dreigegliedert zu sehen, sondern als zweigegliedert.&lt;br /&gt;
Dieses Dogma, diese Festsetzung hatte gigantische Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit in der darauf folgenden Zeit. Dies geht unter anderem, wenn wir es philosophisch auffassen wollen, so weit und auch theologisch auffassen, dass man gesagt hat, fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt das Gute, und ein Reich des Bösen, das heißt also das Schlechte. Wir haben Gut und Böse in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der Widersacher ist. Denn durch die Beseitigung der Dreiheit hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22 ===&lt;br /&gt;
Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die Widersacherkräfte hinzunehmen, dass die luziferischen Kräfte fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als das Gute gelten, während die ahrimanischen Kräfte hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder das Böse gesehen werden. Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer Trichotomie auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich Göttliche, den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den luziferischen und den ahrimanischen Kräften, auf dass sie Gleichgewicht herstellen zwischen diesen beiden. Erst wenn wir die Kräfte Luzifers, die in der Zweiteilung der Welt automatisch zum Guten werden, unrechtmäßig und die Kräfte des Herunterziehenden ins ahrimanische Reich hinein in ein Gleichgewicht zueinander bringen, als aktive Tätigkeit der Seele, des Geistes, dann haben wir ein rechtes Verhältnis zu dieser Welt hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Prinzip nun übertragen auf die aktuelle Weltlage, die Einflüsse des Westens, die Einflüsse des Ostens, es fehlt die Mitte, so können wir uns dem Sachverhalt, der uns gerade gegenübersteht, schon ein wenig mehr annähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20 ====&lt;br /&gt;
Im Westen haben wir vornehmlich die Kräfte des Ahrimanischen zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem Weltlichen verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der Zukunft einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen. Vielmehr kommt es darauf an, dass sie von einer starken Mitte in ein angemessenes Verhältnis in der Welt gebracht werden. Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des dritten Jahrtausends das Wesen Ahriman sich im Westen in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. Daraus können wir ableiten, wie uns Rudolf Steiner auch mitteilt, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt das Wesen Ariman seine Inkarnation aktiv vorbereiten wird. Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer dreigegliederten Welt, die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die Mitte zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen Ahrimans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32 ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des Luzifer mit ihrem Ursprung im Osten zu suchen. Während Ahriman sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus. Wenn wir die Inkarnationen Ahrimans und Luzifers also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die Inkarnation des Christus ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Inkarnationen zu suchen. Und Luzifer inkarnierte sich also im Osten, genau genommen in China, und zwar in die Leibeshülle des ersten chinesischen Kaisers, der auch geschichtlich bekannt ist unter dem Namen der Gelbe Drache. Und wie Rudolf Steiner uns mitteilt, ist es selbstverständlich auch die Bestrebung Luzifers, ein Erstarken der Mittelkraft zu verhindern. Obwohl Ahriman und Luzifer auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den Christus, dem Sonnendämon Sorat, beeinflusst werden. Und wir haben von Rudolf Steiner die Information erhalten, dass gerade mit dem Blick auf den Osten eine besondere Beziehung besteht zwischen den Völkern des Ostens und den Völkern der Mitte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33 ===&lt;br /&gt;
Die Völker des Ostens haben eine große Tendenz dazu, geistige Mächte und Kräfte und Fähigkeiten zu tradieren, die ihren Ursprung im vorherigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung, d.h. im atlantischen Zeitalter, haben. Das hat damit zu tun, dass, als sich der atlantische Kontinent dem Untergang entgegen bewegte, sich also gewisse Teile der atlantischen Völker absetzten auf das sich erhebende europäisch-asiatische Festland. Und eine Gruppe, die besonders hervorzuheben ist, erreichte das europäische Festland im Bereich des heutigen Irland und begab sich dann in einem weiten Zug von dort aus bis in die Wüste Gobi hinein, und zwar unter der Führung eines hohen geistigen Wesens, das wir als Manu hier bereits einmal kennengelernt haben. Und dort in dieser Wüste Gobi begründeten diese Menschen dann unter der Führung des Manu und später dann unter der Führung der sogenannten sieben heiligen Rishis die erste nachatlantische Kulturepoche. Und es gab auf dem Weg zu diesem Ort auch immer wieder Teile dieser atlantischen Menschen, die zurückgeblieben sind, die also dieses europäisch-asiatische Festland zu ihrer Heimat nahmen und nicht weiterzogen in Richtung Osten. Und so haben wir gerade auf diesem asiatischen Kontinent viele Strömungen, Geistesströmungen, die einen starken Bezug zu tradiertem atlantischen Wissen haben. Und ein Teil dieses tradierten atlantischen Wissens ist auch in die Kultur der Chinesen eingeflossen. Und als Luzifer seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte atlantische Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als chinesische Kultur in der Welt vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass durch dieses Mischverhältnis aus luziferischen Einflüssen und atlantischem, tradiertem Wissen die Menschen des Ostens und auch das chinesische Volk aus diesen Anlagen heraus hohe geistige Fähigkeiten in sich tragen. Und wir müssen sagen, dass das natürlich nun nicht auf jeden einzelnen Menschen, der in China lebt, zutreffend ist, sondern dass wir das als eine Art Erbschaft für das gesamte chinesische Volk zu sehen haben. Und auf diese Erbschaft greifen dann die einzelnen Menschen, die heute in China geboren werden, mehr oder weniger zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch im asiatischen Raum, dass überall auf der Welt die Kräfte des Individualismus wirken und dass es in jedem Volke zu entsprechenden Abweichungen in der Individualentwicklung kommen kann, dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem chinesischen Volk aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe geistige Fähigkeiten innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art Überlegenheitsgefühl kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen Gelassenheit in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden. Und dass sie aus ihrer tradierten Weisheit heraus das Gefühl haben, sie wären uns überlegen. Und dass nun vorsichtig gesagt, aus dieser Kultur heraus immer die Gefahr besteht, aufgrund des Unverständnisses, dass sie mit dem Blick in den Westen und auch zur Mitte erhalten, dass immer ein leichtes Gefühl aus ihren Seelen heraufdringt, die Kulturen des Westens und die Kulturen der Mitte überwältigen zu wollen zugunsten des weiterhin Aufblühens dieses alten Wissens, dieser alten Weisheit. Und ich möchte damit nicht die Kulturen des Ostens an dieser Stelle herabwürdigen. Es soll hier nur versucht werden, ein wenig Verständnis dafür zu erwecken, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Menschen überall auf der Welt eine gleiche Gefühls- und Gedankenhaltung gegenüber der Welt einnehmen, wie wir es tun. Sondern dass in den Untergründen der Seelen, resultierend aus der Tradition, aus der Vergangenheit, von den Ahnen und natürlich auch durch jüngere kulturelle Prägungen, die Sicht auf die Dinge anders ausfällt als bei uns. Und dass wir sehr darauf achten sollten, gerade wir als Menschen der Mitte eben diese Dinge zu verstehen und diese Dinge mit einzubeziehen.&lt;br /&gt;
=== Determinismus finden wir überall 00:37:00 ===&lt;br /&gt;
Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen Ost und West um die Mitte, beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des Determinismus geht oder ob die Menschheit den Weg der Freiheit einschlagen will. Und Determinismus ist etwas, das wir heute in der Welt überall finden können. Und wenn ich sage überall, dann möchte ich vor allen Dingen auch betonen, dass sich das Prinzip des Determinismus vor allen Dingen auch in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Zivilisation finden lässt. Der Determinismus, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05 ====&lt;br /&gt;
Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten Religionen heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der Determinismus der Vorgänger des Materialismus ist. Dass sich also bis heute aus der deterministischen Weltsicht der alten Religionen, der alten Religionsauffassungen die Sichtweise des Materialismus, auf dem sich in großen Teilen auch die Naturwissenschaft herausgebildet hat, bestimmt wird. So haben wir zu sehen, dass Rudolf Steiner uns darauf aufmerksam macht, wenn wir die alte philosophische Frage aufwerfen nach dem Unterschied zwischen Geist und Materie. Dass Rudolf Steiner sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die Materie eine andere Erscheinungsform des Geistes ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die Erscheinungsform, auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an. Rudolf Steiner bringt hier das Beispiel, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir uns eine bestimmte Menge Wasser auf die Hand laufen lassen oder ob wir die gleiche Menge Wasser erstarrt zu einem Eiswürfel uns auf die Hand legen. Die Erscheinungsform ist dasjenige, auf das wir uns im irdischen Leben sehr stark einzulassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Metamorphosen des Geistes 00:41:55 ====&lt;br /&gt;
Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung Rudolf Steiners dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der Geist und dieser Geist macht dann immer wieder Metamorphosen durch, ändert seine Erscheinungsform. Zunächst hinein in einen Offenbarungscharakter. Der Geist nicht mehr an sich, sondern er verdichtet sich gewissermaßen in einen Zustand des sich Offenbarens in Form von Seelenkräften, in Form von Seelensubstanz. Und dann verdichtet sich dieser Geist erneut und erscheint uns in Form der Bildekräfte, der Welt des Ätherischen, um dann schließlich noch einmal eine Metamorphose, eine sich verdichtende Tendenz einzunehmen, um schließlich dann als physische Materie sich zu äußern. Und hier haben wir es dann mit der Erscheinungsform des Geistes als Bild zu tun. Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des Geistes ist die Materie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03 ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter des Gleichnisses kann, wenn er nicht in ein rechtes Verhältnis gesetzt wird, natürlich dazu führen, dass wenn wir sagen, dieser Zustand des Materiellen ist das, was uns tagtäglich in sehr starker Form beeindruckt über die äußeren Sinne, dass es dann zu der Einschätzung kommen kann, das was wir als Bewusstsein bezeichnen, das was wir als Seelisches oder auch als Geistiges bezeichnen, ist nichts weiter als ein Ausfluss der Materie. Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die Materie bestimmten Naturgesetzen unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des Deterministischen. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02 ===&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des Todes 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des Menschenwesens einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. Er nahm seine Erfahrungen hinzu, die er bisher in seinem Leben gemacht hatte, unter anderem mit der Französischen Revolution, wo er noch davon ausgegangen war, dass das Heil der Menschheit darin zu bestehen hat, die möglichst richtigen Regelungen für alle zu finden. Dass man nur die Normen, Gesetze und Statuten so anzupassen hat, dass unter ihnen alle Menschen zum Heil kommen können. Aber diese Sichtweise sollte sich im Angesicht des Todes noch einmal korrigieren. Stattdessen arbeitete er nun unter anderem an Ausführungen über die ästhetische Erziehung des Menschen, dass der Mensch seine Spieltalente entdecken solle. Er stützt diese Betrachtungen darauf, dass er sagt, von der Welt ausgehend werden wir unentwegt mit Dingen konfrontiert, die in unser Leben eintreten, und zwar nicht nur begrenzt durch physisch-stoffliche Dinge, sondern auch durchaus auf der seelischen Ebene und auch auf der geistigen Ebene. Alles das, was im Laufe unseres Lebens einen Eindruck auf uns macht, das bezeichnet Friedrich Schiller mehr oder weniger als Stoff oder auch Stofftrieb. Das Einwirken dieses Lebensstoffes auf uns ist die eine große Kraft. Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten Formtrieb. Und dieser Formtrieb, diese Formung des Stoffes, die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich Schiller, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer individuellen Art und Weise zu gestalten, zu formen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17 ===&lt;br /&gt;
Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt Freiheit, künstlerische Freiheit. Und darin liegt auch eine gewisse moralische Verantwortung für jeden einzelnen Menschen verborgen. Friedrich Schiller wurde durch das Beispiel der Französischen Revolution klar, als er sah, dass sich die Menschen spätestens als die Jakobiner damals begannen, Adelige und deren Bedienstete quasi am Fließband hinzurichten. Und das Volk in einer Art Wahn sich über jeden abgetrennten adeligen Kopf im Freudentaumel äußerte, dass Friedrich Schiller klar wurde, die Erziehung des Menschengeschlechtes kann nicht dadurch erfolgen, dass man eine Art unpersönliche Hypermoral entwirft und dabei die Eigenverantwortung für das unmittelbare Umfeld seines Lebens vergisst. Demnach sollte der Weg, den Friedrich Schiller in seiner ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes aufzeigt, nun darüber gehen, dass die Fähigkeiten der Gestaltung des Lebensstoffes, den jeder Mensch zur Verfügung hat, in der edelsten Form, die möglich ist, durchzuführen. Die eigene Vernunft und die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu führen, sich selbst zu veredeln, darauf kommt es an. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass der Mensch lernt, sich spielerisch mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, aber auch mit seinen Unvollkommenheiten und Schattenseiten bekannt zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es anthroposophisch ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der Selbsterziehung des Menschen, das ist die eigentliche Pflicht, die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben. Kein Gesetz, keine Regelungswerk, kein Zwang, keine Statutensammlung kann heute für den Menschen maßgeblich sein. Denn der Menschensohn steht über dem Sabbat.&lt;br /&gt;
=== Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel haben wir in Matthäus-Evangelium, Kapitel 12:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten. Es hungerte aber seine Jünger und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm, siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen, habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und doch schuldlos sind? Ich aber sage euch, Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. Er aber sprach zu ihnen, welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat? Und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht, wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. Dann spricht er zu den Menschen, strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird deutlich, wie sich in dieser Zeit, in der sich der Christusgeist begann, vollständig in die Leibeshülle des natanischen Jesusknaben hinein zu versenken, es sich bereits anbahnte dieser Konflikt zwischen dem alten Gesetz und dem lebendigen Geist.&lt;br /&gt;
=== Aufgabe der Mitte 00:58:24 ===&lt;br /&gt;
Und dass es besonders die Aufgabe der Mitte ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den Determinismus, den Materialismus und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch Geisterkenntnis über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von Jesus zu Christus. Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten Jesuitismus in die Strömung des Christentums hineingelegt haben. Das heißt, das Bewusstsein des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der Christus Jesus nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner Menschwerdung zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden. Es wird heute in Ost und West und auch in der Mitte viel gesprochen von Gott, oft auch vom Sohn, von Jesus Christus. Aber treffen diese Worte, diese Gedanken, die bei den Menschen dahinter stehen, auch wirklich das, um was es geht? Wir haben auf diesem Kanal schon versucht anzusprechen, dass es auch einer dringenden Klärung bedarf, wenn wir vom Vatergott sprechen, wenn wir vom Sohnesgott sprechen. Ist dies getragen von wirklichem, lebendigem Erkennen oder sind es Begriffe, Worte, die wir in tradierter Form einfach übernehmen? Wenn in den Weltreligionen von Vater gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur Trinität durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als Vater angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der Elohim oder Exusiai, der Geister der Form. Und zu einer bestimmten Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung war es gerecht, so zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich verändert. Der Entwicklungsgedanke und die Verantwortung des Menschen für seine gestalterischen Fähigkeiten hat längst begonnen. Ein sich berufen auf Altes reicht heute nicht mehr aus. Und man kann den eindringlichen Satz Rudolf Steiners nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, das Böse ist nur ein zeitversetztes Gutes.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 ===&lt;br /&gt;
Wir werden in unseren Betrachtungen noch sehr genau einzugehen haben auf das Jahwe-Wesen beispielsweise, das wir aber heute mit Blick auf die Uhr an dieser Stelle aussparen. Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die Kraft der Mitte an. Die Welt ist nicht zweigegliedert. Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme Luzifers führt. Und sowohl Luzifer als auch Ahriman sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine Göttlichkeit zu erkennen. Und je mehr die Mitte geschwächt wird in der Welt, und die Bestrebungen sind heute so, ich möchte es hier ganz klar aussprechen, nicht nur die Mitte zu schwächen, sondern die Mitte zu vernichten. Ohne Mitte, ohne Dreigliederung wird eine gedeihliche Zukunft nicht möglich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Aktivität der Mitte aber eine bewusste Aktivität. Denn wie wir in der Welt auch sehen können, bedeutet viel Bewegung noch keinen Fortschritt. Sich beschäftigt halten mit den oberflächlichen äußeren Dingen der Welt bedeutet keinen Fortschritt. Guten Willen für den Geist, das ist es, was wir brauchen und was Rudolf Steiner einmal in einem seiner Mantren in beeindruckender Form zusammengefasst hat. Vielleicht möchte ich es zum Abschluss für heute einmal sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue in die Finsternis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihr ersteht Licht, lebendes Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist dies Licht in der Finsternis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin es selbst, in meiner Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nur Bild davon. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es aber wieder finden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn ich, guten Willens für den Geist, durch des Todes Pforte gegangen bin.&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:10:05 ===&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wünsche ich euch, wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Beitrag wiedersehen. Ein besonderer Dank an alle, die auf diesem Kanal mitdenken, die einen Kommentar hinterlassen, den Kanal abonnieren. Und besonders auch denjenigen, die den Kanal mit einer kleinen finanziellen Zuwendung unterstützen. Ca. 1% der regelmäßigen Zuschauer tun dies. Und ich wäre sehr dankbar, dass alle, die es vermögen, die aus diesen Beiträgen für ihre eigene innere Arbeit eine Unterstützung entnehmen können, vielleicht ebenso die Arbeit mit einer kleinen Spende bedenken würden. Vielen Dank, alles Gute und bis bald.&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ahriman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des [[Drittes Jahrtausend|dritten Jahrtausends]] das Wesen &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; sich im [[Westen]] in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. ... Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer [[dreigegliederten Welt]], die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die [[Mitte]] zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen &#039;&#039;&#039;Ahrimans&#039;&#039;&#039;.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ahrimanische Kräfte]]&lt;br /&gt;
*„Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die [[luziferischen Kräfte]] fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die &#039;&#039;&#039;ahrimanischen Kräfte&#039;&#039;&#039; hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Chinesisches Volk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem &#039;&#039;&#039;chinesischen Volk&#039;&#039;&#039; aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe [[geistige Fähigkeiten]] innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art [[Überlegenheitsgefühl]] kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen [[Gelassenheit]] in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Determinismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039;, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
* „Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten [[Religionen]] heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039; der Vorgänger des [[Materialismus]] ist.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dogma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Fortan wurde also per Dekret als &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; festgelegt, der Mensch besteht nicht aus [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]], sondern es wurde das &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}[[Freiheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen [[Ost]] und [[West]] um die [[Mitte]], beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des [[Determinismus]] geht oder ob die Menschheit den Weg der &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; einschlagen will.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*„Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;, künstlerische &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;. Und darin liegt auch eine gewisse [[Moralisch|moralische]] [[Verantwortung]] für jeden einzelnen Menschen verborgen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; und dieser &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; macht dann immer wieder [[Metamorphose|Metamorphosen]] durch, ändert seine [[Erscheinungsform]]. ... Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des &#039;&#039;&#039;Geistes&#039;&#039;&#039; ist die [[Materie]]. “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Metamorphosen des Geistes 00:41:55|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determnismus, 2025, 00:41:55]]&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es besonders die Aufgabe der [[Mitte]] ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den [[Determinismus]], den [[Materialismus]] und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von [[Jesus]] zu [[Christus]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gut und Böse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt [[das Gute]], und ein Reich [[Das Böse|des Bösen]], das heißt also das Schlechte. Wir haben &#039;&#039;&#039;Gut und Böse&#039;&#039;&#039; in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der [[Widersacher]] ist. Denn durch die Beseitigung der [[Dreiheit]] hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen. ... “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; [[Ahriman|Ahrimans]] und [[Luzifer|Luzifers]] also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; des [[Christus]] ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; zu suchen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}[[Jesuitismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten &#039;&#039;&#039;Jesuitismus&#039;&#039;&#039; in die Strömung des [[Christentum|Christentums]] hineingelegt haben. Das heißt, das [[Bewusstsein]] des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der [[Christus Jesus]] nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner [[Menschwerdung des Christus|Menschwerdung]] zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kraft der Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist.&amp;quot; [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:06:03]]&lt;br /&gt;
* „Und hieraus können wir ableiten, dass [[Schiller]] in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem [[Idealismus]] und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:07:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; mit ihrem Ursprung im [[Osten]] zu suchen. Während [[Ahriman]] sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; im dritten Jahrtausend vor Christus.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
* „Und als &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte [[Atlantisch|atlantische]] Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als [[chinesische Kultur]] in der Welt vorfinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Feiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Luziferische Kräfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die &#039;&#039;&#039;luziferischen Kräfte&#039;&#039;&#039; fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die [[ahrimanischen Kräfte]] hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Materie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Dass [[Rudolf Steiner]] sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; eine andere Erscheinungsform des [[Geist|Geistes]] ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die [[Erscheinungsform]], auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; bestimmten [[Naturgesetze|Naturgesetzen]] unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des [[Determinismus|Deterministischen]]. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:44:03]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|R}}[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Allerdings zählt es, so hat es uns &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;&#039; ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die [[Geschehnisse in der Welt]] zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer [[geistigen Perspektive]] aus zu beurteilen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:03:49]]&lt;br /&gt;
* „Und man kann den eindringlichen Satz &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners&#039;&#039;&#039; nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, [[das Böse]] ist nur ein zeitversetztes [[Das Gute|Gutes]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Sabbat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[Matthäus 12:] Denn der [[Menschensohn|Sohn des Menschen]] ist Herr des &#039;&#039;&#039;Sabbats&#039;&#039;&#039;. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am &#039;&#039;&#039;Sabbat&#039;&#039;&#039; zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:54:43]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039; wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des [[Tod|Todes]] 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des [[Menschenwesen|Menschenwesens]] einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. ... Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten [[Formtrieb]]. Und dieser Formtrieb, diese Formung des [[Stoff|Stoffes]], die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039;, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer [[Individuell|individuellen]] Art und Weise zu gestalten, zu formen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:46:02]]&lt;br /&gt;
[[Selbsterziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir es [[anthroposophisch]] ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der &#039;&#039;&#039;Selbsterziehung&#039;&#039;&#039; des Menschen, das ist die eigentliche [[Pflicht]], die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sonnendämon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Obwohl [[Ahriman]] und [[Luzifer]] auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den [[Christus]], dem &#039;&#039;&#039;Sonnendämon&#039;&#039;&#039; Sorat, beeinflusst werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00: 24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}[[Trichotomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie [[Rudolf Steiner]] an vielen Stellen betont, kam es im Jahr [[869]] auf einem Konzil der sich damals bildenden [[christlichen Kirche]] - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das [[Christentum]] aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039;, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039; auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich [[Das Göttliche|Göttliche]], den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den [[Luziferische Kräfte|luziferischen]] und den [[Ahrimanische Kräfte|ahrimanischen Kräften]], auf dass sie [[Gleichgewicht]] herstellen zwischen diesen beiden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{BS|V}}[[Vatergottheit|Vater]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn in den Weltreligionen von &#039;&#039;&#039;Vater&#039;&#039;&#039; gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur [[Trinität]] durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als &#039;&#039;&#039;Vater&#039;&#039;&#039; angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der [[Elohim]] oder [[Exusiai]], der [[Geister der Form]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|W}}[[Westen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Im &#039;&#039;&#039;Westen&#039;&#039;&#039; haben wir vornehmlich die Kräfte des [[Ahriman|Ahrimanischen]] zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem &#039;&#039;&#039;Weltlichen&#039;&#039;&#039; verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der [[Zukunft]] einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
[[Wüste Gobi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dort in dieser &#039;&#039;&#039;Wüste Gobi&#039;&#039;&#039; begründeten diese Menschen dann unter der Führung des [[Manu]] und später dann unter der Führung der sogenannten [[Sieben heilige Rishis|sieben heiligen Rishis]] die erste nachatlantische [[Kulturepoche]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28094</id>
		<title>Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28094"/>
		<updated>2025-08-12T14:37:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Aufgabe der Mitte 00:58:24 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiheit oder Determinismus, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs|thumb|Vortrag vom 16. April 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Freiheit oder Determinismus, veröffentlicht am 21. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Einleitung 00:00:44 ===&lt;br /&gt;
Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kulturepochen zu diesem neuen Video. Liebe Zuschauer, ich möchte auch heute mit diesem Video ein wenig an Zeitgenössisches anknüpfen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, ihr verzeiht mir, dass es sich noch ein wenig hinzieht, bis wir in unserem Kontext „Anthroposophie, eine Erlebnisreise“ weitergehen. Mich erreichen in den letzten Tagen und Wochen einige Zuschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie wir uns positionieren können als geistig strebende Menschen in diesem aktuellen Geschehen weltweit. Wir wissen, die Welt hat sich dahingehend verändert, dass nahezu an allen Orten der Welt Dinge in die Informationsflut aufgenommen werden und alle Menschen auf der Welt zu diesen Ereignissen dann Zugang erhalten durch die modernen Medien und durch die Möglichkeiten der Telekommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vortrag zur Waldorfpädagogik sind wir teilweise auf dieses Phänomen kurz eingegangen. Hier vor allen Dingen die Wirkung der sozialen Medien auch auf die Kinderseelen. Aber selbstverständlich sind auch die Erwachsenen von diesen Zuständen nicht verschont. Und wir müssen durchaus sagen, dass natürlich im Gegensatz zu den Kindern, die in gewisser Hinsicht noch unter dem Schutz der geistigen Welt und der höheren Hierarchien stehen, die Seelen der Erwachsenen diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind, vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, zu welchen Gedanken, Gefühlen und letztlich Taten diese Menschen dann schreiten aufgrund ihres Eingebundenseins in diese moderne Welt der Informationen. Der grenzenlosen Informationsverfügbarkeit. Und wir befinden uns, wie wir in den vorangehenden Videos auch öfter beschrieben haben, in einer aus meiner Sicht äußerst kritischen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49 ===&lt;br /&gt;
Einmal mehr haben sich kriegerische Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas in Gang gesetzt. Und die Menschen denken natürlich viel darüber nach, zunächst welche Ursachen dem zugrunde liegen und selbstverständlich auch, wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Und ich möchte heute in diesem Video keine Lösungswege politischer Art aufzeigen. Ich möchte mich auch so wenig wie möglich in politische Diskussionen verstricken auf diesem Kanal. Dazu ist dieser Kanal nicht gegründet worden. Allerdings zählt es, so hat es uns Rudolf Steiner ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die Geschehnisse in der Welt zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer geistigen Perspektive aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
=== Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03 ===&lt;br /&gt;
Und eigentlich ist es nach wie vor so, dass wir ähnlich wie im 20. Jahrhundert immer noch eine Konfliktsituation vorfinden, die man unterteilen könnte in eine Partei des Westens und eine Partei des Ostens. Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die Kraft der Mitte, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist. Und ich möchte heute gerne mit Ihnen, mit Euch, diesen Sachverhalt noch einmal etwas näher beleuchten und möchte beginnen damit, dass wir zurückgehen gemeinsam in das Jahr 1791.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16 ===&lt;br /&gt;
Dieses Jahr 1791 ist für die große Persönlichkeit Friedrich Schiller ein besonderes Jahr. In diesem Jahr erhält er Gewissheit darüber, dass aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes seine Tage gezählt sind. Friedrich Schiller hatte sich im Laufe seines Lebens zum wiederholten Male schwere Krankheiten zugezogen, von denen er sich aus bestimmten Gründen nicht mehr vollständig erholte. Hervorzuheben ist hier vor allen Dingen ein Malaria-Fieber, dass er sich tragischerweise höchstwahrscheinlich an dem Orte zugezogen hat, an dem er zum ersten Mal in seinem Leben einen so großen Erfolg feiern konnte, nämlich in Mannheim. Und in Mannheim fand, wie wir wissen, die Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ statt. Und ausgerechnet in Mannheim, so ist es wahrscheinlich, zog er sich dieses schwere Malaria-Fieber zu. Friedrich Schiller war selbst ausgebildeter Mediziner. Er hatte in der Militärschule auf Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart eine medizinische Ausbildung zum Militärarzt absolviert, hatte jedoch die dort erworbenen Kenntnisse und auch seine Tätigkeit als Mediziner nie so recht lieben gelernt. Und dementsprechend waren seine Diagnosen und vor allen Dingen auch seine Medikamentenverschreibung unter seinen Patienten, man könnte sagen, berüchtigt und nicht besonders hoch angesehen. Friedrich Schiller hatte sich dann selbst therapiert, er hatte sich selbst Medikamente immer wieder in hohen Dosierungen verabreicht, um diesem Krankheitsdasein zu entfliehen, um weiter lyrisch-geistig tätig zu sein. Aber gleichzeitig hatte unter anderem auch diese Selbstbehandlung seinen Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert und im Jahre 1791 hat er nun Gewissheit, dass sein Erdenleben sich dem Ende zuneigen wird. Aufgrund dieser Nachricht im Angesicht des Todes, könnte man sagen, entfesseln sich jedoch in Schiller ungeahnte Willenskräfte. Er nimmt also den Kampf gegen seine eigene Natur, gegen seinen eigenen Körper auf und möchte die ihm gegebene Zeit noch so gut wie möglich nutzen, um spirituellen geistigen Fortschritt zu machen und künstlerisch produktiv zu sein. Und er sollte es aufgrund seiner hohen idealistischen Einstellung und seines unbändigen Willens für die Kunst zu leben, dann noch 14 Jahre schaffen weiterzuleben.&lt;br /&gt;
Und als man ihn nach seinem Tode obduzierte, konnte man es kaum glauben, was man dort zu sehen bekam. Seine inneren Organe, vor allem auch seine Lunge waren, wie es im Obduktionsbericht zu lesen ist, nur noch breiartig vorhanden. Die Ärzte, die die Obduktion vornahmen, konnten nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie hat es dieser Mann noch so lange geschafft weiterzuleben. Und hieraus können wir ableiten, dass Schiller in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die Kraft der Mitte, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem Idealismus und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen. Alles, was uns bindet an die Vergänglichkeit, rückt in den Hintergrund, in dem Moment, wo wir uns anbinden an den lebendigen Geist. Und so möchte ich heute Friedrich Schiller als einen großen Vertreter des deutschen Geisteslebens zu Beginn hervorheben und möchte nun ein wenig in die Betrachtungen einsteigen, die uns auch heute in eine brisante Weltlage gebracht haben, nämlich eine Art Unberücksichtigtlassen gewisser geistiger Zusammenhänge, die Welt betreffend, den Osten, die Mitte und den Westen betreffend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte zunächst ins Auge fassen, dass wir, wenn wir die Welt heute auf diesem Kanal oder auch im anthroposophischen Kontext wie selbstverständlich immer in einer dreigegliederten Form sehen, dass wir nicht vergessen sollten, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wie Rudolf Steiner an vielen Stellen betont, kam es im Jahr 869 auf einem Konzil der sich damals bildenden christlichen Kirche - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das Christentum aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine Trichotomie, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen. Fortan wurde also per Dekret als Dogma festgelegt, der Mensch besteht nicht aus Leib, Seele und Geist, sondern es wurde das Dogma gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele. Und wir können dieses Faktum nicht hoch genug ansetzen. Rudolf Steiner spricht hier von einem Irrwahn, der die Menschheit befallen hat, nämlich fortan die Welt und den Menschen nicht mehr als dreigegliedert zu sehen, sondern als zweigegliedert.&lt;br /&gt;
Dieses Dogma, diese Festsetzung hatte gigantische Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit in der darauf folgenden Zeit. Dies geht unter anderem, wenn wir es philosophisch auffassen wollen, so weit und auch theologisch auffassen, dass man gesagt hat, fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt das Gute, und ein Reich des Bösen, das heißt also das Schlechte. Wir haben Gut und Böse in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der Widersacher ist. Denn durch die Beseitigung der Dreiheit hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22 ===&lt;br /&gt;
Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die Widersacherkräfte hinzunehmen, dass die luziferischen Kräfte fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als das Gute gelten, während die ahrimanischen Kräfte hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder das Böse gesehen werden. Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer Trichotomie auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich Göttliche, den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den luziferischen und den ahrimanischen Kräften, auf dass sie Gleichgewicht herstellen zwischen diesen beiden. Erst wenn wir die Kräfte Luzifers, die in der Zweiteilung der Welt automatisch zum Guten werden, unrechtmäßig und die Kräfte des Herunterziehenden ins ahrimanische Reich hinein in ein Gleichgewicht zueinander bringen, als aktive Tätigkeit der Seele, des Geistes, dann haben wir ein rechtes Verhältnis zu dieser Welt hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Prinzip nun übertragen auf die aktuelle Weltlage, die Einflüsse des Westens, die Einflüsse des Ostens, es fehlt die Mitte, so können wir uns dem Sachverhalt, der uns gerade gegenübersteht, schon ein wenig mehr annähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20 ====&lt;br /&gt;
Im Westen haben wir vornehmlich die Kräfte des Ahrimanischen zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem Weltlichen verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der Zukunft einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen. Vielmehr kommt es darauf an, dass sie von einer starken Mitte in ein angemessenes Verhältnis in der Welt gebracht werden. Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des dritten Jahrtausends das Wesen Ahriman sich im Westen in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. Daraus können wir ableiten, wie uns Rudolf Steiner auch mitteilt, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt das Wesen Ariman seine Inkarnation aktiv vorbereiten wird. Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer dreigegliederten Welt, die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die Mitte zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen Ahrimans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32 ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des Luzifer mit ihrem Ursprung im Osten zu suchen. Während Ahriman sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus. Wenn wir die Inkarnationen Ahrimans und Luzifers also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die Inkarnation des Christus ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Inkarnationen zu suchen. Und Luzifer inkarnierte sich also im Osten, genau genommen in China, und zwar in die Leibeshülle des ersten chinesischen Kaisers, der auch geschichtlich bekannt ist unter dem Namen der Gelbe Drache. Und wie Rudolf Steiner uns mitteilt, ist es selbstverständlich auch die Bestrebung Luzifers, ein Erstarken der Mittelkraft zu verhindern. Obwohl Ahriman und Luzifer auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den Christus, dem Sonnendämon Sorat, beeinflusst werden. Und wir haben von Rudolf Steiner die Information erhalten, dass gerade mit dem Blick auf den Osten eine besondere Beziehung besteht zwischen den Völkern des Ostens und den Völkern der Mitte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33 ===&lt;br /&gt;
Die Völker des Ostens haben eine große Tendenz dazu, geistige Mächte und Kräfte und Fähigkeiten zu tradieren, die ihren Ursprung im vorherigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung, d.h. im atlantischen Zeitalter, haben. Das hat damit zu tun, dass, als sich der atlantische Kontinent dem Untergang entgegen bewegte, sich also gewisse Teile der atlantischen Völker absetzten auf das sich erhebende europäisch-asiatische Festland. Und eine Gruppe, die besonders hervorzuheben ist, erreichte das europäische Festland im Bereich des heutigen Irland und begab sich dann in einem weiten Zug von dort aus bis in die Wüste Gobi hinein, und zwar unter der Führung eines hohen geistigen Wesens, das wir als Manu hier bereits einmal kennengelernt haben. Und dort in dieser Wüste Gobi begründeten diese Menschen dann unter der Führung des Manu und später dann unter der Führung der sogenannten sieben heiligen Rishis die erste nachatlantische Kulturepoche. Und es gab auf dem Weg zu diesem Ort auch immer wieder Teile dieser atlantischen Menschen, die zurückgeblieben sind, die also dieses europäisch-asiatische Festland zu ihrer Heimat nahmen und nicht weiterzogen in Richtung Osten. Und so haben wir gerade auf diesem asiatischen Kontinent viele Strömungen, Geistesströmungen, die einen starken Bezug zu tradiertem atlantischen Wissen haben. Und ein Teil dieses tradierten atlantischen Wissens ist auch in die Kultur der Chinesen eingeflossen. Und als Luzifer seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte atlantische Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als chinesische Kultur in der Welt vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass durch dieses Mischverhältnis aus luziferischen Einflüssen und atlantischem, tradiertem Wissen die Menschen des Ostens und auch das chinesische Volk aus diesen Anlagen heraus hohe geistige Fähigkeiten in sich tragen. Und wir müssen sagen, dass das natürlich nun nicht auf jeden einzelnen Menschen, der in China lebt, zutreffend ist, sondern dass wir das als eine Art Erbschaft für das gesamte chinesische Volk zu sehen haben. Und auf diese Erbschaft greifen dann die einzelnen Menschen, die heute in China geboren werden, mehr oder weniger zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch im asiatischen Raum, dass überall auf der Welt die Kräfte des Individualismus wirken und dass es in jedem Volke zu entsprechenden Abweichungen in der Individualentwicklung kommen kann, dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem chinesischen Volk aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe geistige Fähigkeiten innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art Überlegenheitsgefühl kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen Gelassenheit in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden. Und dass sie aus ihrer tradierten Weisheit heraus das Gefühl haben, sie wären uns überlegen. Und dass nun vorsichtig gesagt, aus dieser Kultur heraus immer die Gefahr besteht, aufgrund des Unverständnisses, dass sie mit dem Blick in den Westen und auch zur Mitte erhalten, dass immer ein leichtes Gefühl aus ihren Seelen heraufdringt, die Kulturen des Westens und die Kulturen der Mitte überwältigen zu wollen zugunsten des weiterhin Aufblühens dieses alten Wissens, dieser alten Weisheit. Und ich möchte damit nicht die Kulturen des Ostens an dieser Stelle herabwürdigen. Es soll hier nur versucht werden, ein wenig Verständnis dafür zu erwecken, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Menschen überall auf der Welt eine gleiche Gefühls- und Gedankenhaltung gegenüber der Welt einnehmen, wie wir es tun. Sondern dass in den Untergründen der Seelen, resultierend aus der Tradition, aus der Vergangenheit, von den Ahnen und natürlich auch durch jüngere kulturelle Prägungen, die Sicht auf die Dinge anders ausfällt als bei uns. Und dass wir sehr darauf achten sollten, gerade wir als Menschen der Mitte eben diese Dinge zu verstehen und diese Dinge mit einzubeziehen.&lt;br /&gt;
=== Determinismus finden wir überall 00:37:00 ===&lt;br /&gt;
Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen Ost und West um die Mitte, beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des Determinismus geht oder ob die Menschheit den Weg der Freiheit einschlagen will. Und Determinismus ist etwas, das wir heute in der Welt überall finden können. Und wenn ich sage überall, dann möchte ich vor allen Dingen auch betonen, dass sich das Prinzip des Determinismus vor allen Dingen auch in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Zivilisation finden lässt. Der Determinismus, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05 ====&lt;br /&gt;
Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten Religionen heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der Determinismus der Vorgänger des Materialismus ist. Dass sich also bis heute aus der deterministischen Weltsicht der alten Religionen, der alten Religionsauffassungen die Sichtweise des Materialismus, auf dem sich in großen Teilen auch die Naturwissenschaft herausgebildet hat, bestimmt wird. So haben wir zu sehen, dass Rudolf Steiner uns darauf aufmerksam macht, wenn wir die alte philosophische Frage aufwerfen nach dem Unterschied zwischen Geist und Materie. Dass Rudolf Steiner sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die Materie eine andere Erscheinungsform des Geistes ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die Erscheinungsform, auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an. Rudolf Steiner bringt hier das Beispiel, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir uns eine bestimmte Menge Wasser auf die Hand laufen lassen oder ob wir die gleiche Menge Wasser erstarrt zu einem Eiswürfel uns auf die Hand legen. Die Erscheinungsform ist dasjenige, auf das wir uns im irdischen Leben sehr stark einzulassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Metamorphosen des Geistes 00:41:55 ====&lt;br /&gt;
Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung Rudolf Steiners dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der Geist und dieser Geist macht dann immer wieder Metamorphosen durch, ändert seine Erscheinungsform. Zunächst hinein in einen Offenbarungscharakter. Der Geist nicht mehr an sich, sondern er verdichtet sich gewissermaßen in einen Zustand des sich Offenbarens in Form von Seelenkräften, in Form von Seelensubstanz. Und dann verdichtet sich dieser Geist erneut und erscheint uns in Form der Bildekräfte, der Welt des Ätherischen, um dann schließlich noch einmal eine Metamorphose, eine sich verdichtende Tendenz einzunehmen, um schließlich dann als physische Materie sich zu äußern. Und hier haben wir es dann mit der Erscheinungsform des Geistes als Bild zu tun. Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des Geistes ist die Materie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03 ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter des Gleichnisses kann, wenn er nicht in ein rechtes Verhältnis gesetzt wird, natürlich dazu führen, dass wenn wir sagen, dieser Zustand des Materiellen ist das, was uns tagtäglich in sehr starker Form beeindruckt über die äußeren Sinne, dass es dann zu der Einschätzung kommen kann, das was wir als Bewusstsein bezeichnen, das was wir als Seelisches oder auch als Geistiges bezeichnen, ist nichts weiter als ein Ausfluss der Materie. Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die Materie bestimmten Naturgesetzen unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des Deterministischen. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02 ===&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des Todes 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des Menschenwesens einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. Er nahm seine Erfahrungen hinzu, die er bisher in seinem Leben gemacht hatte, unter anderem mit der Französischen Revolution, wo er noch davon ausgegangen war, dass das Heil der Menschheit darin zu bestehen hat, die möglichst richtigen Regelungen für alle zu finden. Dass man nur die Normen, Gesetze und Statuten so anzupassen hat, dass unter ihnen alle Menschen zum Heil kommen können. Aber diese Sichtweise sollte sich im Angesicht des Todes noch einmal korrigieren. Stattdessen arbeitete er nun unter anderem an Ausführungen über die ästhetische Erziehung des Menschen, dass der Mensch seine Spieltalente entdecken solle. Er stützt diese Betrachtungen darauf, dass er sagt, von der Welt ausgehend werden wir unentwegt mit Dingen konfrontiert, die in unser Leben eintreten, und zwar nicht nur begrenzt durch physisch-stoffliche Dinge, sondern auch durchaus auf der seelischen Ebene und auch auf der geistigen Ebene. Alles das, was im Laufe unseres Lebens einen Eindruck auf uns macht, das bezeichnet Friedrich Schiller mehr oder weniger als Stoff oder auch Stofftrieb. Das Einwirken dieses Lebensstoffes auf uns ist die eine große Kraft. Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten Formtrieb. Und dieser Formtrieb, diese Formung des Stoffes, die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich Schiller, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer individuellen Art und Weise zu gestalten, zu formen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17 ===&lt;br /&gt;
Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt Freiheit, künstlerische Freiheit. Und darin liegt auch eine gewisse moralische Verantwortung für jeden einzelnen Menschen verborgen. Friedrich Schiller wurde durch das Beispiel der Französischen Revolution klar, als er sah, dass sich die Menschen spätestens als die Jakobiner damals begannen, Adelige und deren Bedienstete quasi am Fließband hinzurichten. Und das Volk in einer Art Wahn sich über jeden abgetrennten adeligen Kopf im Freudentaumel äußerte, dass Friedrich Schiller klar wurde, die Erziehung des Menschengeschlechtes kann nicht dadurch erfolgen, dass man eine Art unpersönliche Hypermoral entwirft und dabei die Eigenverantwortung für das unmittelbare Umfeld seines Lebens vergisst. Demnach sollte der Weg, den Friedrich Schiller in seiner ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes aufzeigt, nun darüber gehen, dass die Fähigkeiten der Gestaltung des Lebensstoffes, den jeder Mensch zur Verfügung hat, in der edelsten Form, die möglich ist, durchzuführen. Die eigene Vernunft und die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu führen, sich selbst zu veredeln, darauf kommt es an. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass der Mensch lernt, sich spielerisch mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, aber auch mit seinen Unvollkommenheiten und Schattenseiten bekannt zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es anthroposophisch ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der Selbsterziehung des Menschen, das ist die eigentliche Pflicht, die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben. Kein Gesetz, keine Regelungswerk, kein Zwang, keine Statutensammlung kann heute für den Menschen maßgeblich sein. Denn der Menschensohn steht über dem Sabbat.&lt;br /&gt;
=== Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel haben wir in Matthäus-Evangelium, Kapitel 12:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten. Es hungerte aber seine Jünger und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm, siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen, habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und doch schuldlos sind? Ich aber sage euch, Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. Er aber sprach zu ihnen, welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat? Und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht, wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. Dann spricht er zu den Menschen, strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird deutlich, wie sich in dieser Zeit, in der sich der Christusgeist begann, vollständig in die Leibeshülle des natanischen Jesusknaben hinein zu versenken, es sich bereits anbahnte dieser Konflikt zwischen dem alten Gesetz und dem lebendigen Geist.&lt;br /&gt;
=== Aufgabe der Mitte 00:58:24 ===&lt;br /&gt;
Und dass es besonders die Aufgabe der Mitte ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den Determinismus, den Materialismus und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch Geisterkenntnis über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von Jesus zu Christus. Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten Jesuitismus in die Strömung des Christentums hineingelegt haben. Das heißt, das Bewusstsein des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der Christus Jesus nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner Menschwerdung zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden. Es wird heute in Ost und West und auch in der Mitte viel gesprochen von Gott, oft auch vom Sohn, von Jesus Christus. Aber treffen diese Worte, diese Gedanken, die bei den Menschen dahinter stehen, auch wirklich das, um was es geht? Wir haben auf diesem Kanal schon versucht anzusprechen, dass es auch einer dringenden Klärung bedarf, wenn wir vom Vatergott sprechen, wenn wir vom Sohnesgott sprechen. Ist dies getragen von wirklichem, lebendigem Erkennen oder sind es Begriffe, Worte, die wir in tradierter Form einfach übernehmen? Wenn in den Weltreligionen von Vater gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur Trinität durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als Vater angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der Elohim oder Exusiai, der Geister der Form. Und zu einer bestimmten Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung war es gerecht, so zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich verändert. Der Entwicklungsgedanke und die Verantwortung des Menschen für seine gestalterischen Fähigkeiten hat längst begonnen. Ein sich berufen auf Altes reicht heute nicht mehr aus. Und man kann den eindringlichen Satz Rudolf Steiners nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, das Böse ist nur ein zeitversetztes Gutes.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 ===&lt;br /&gt;
Wir werden in unseren Betrachtungen noch sehr genau einzugehen haben auf das Jahwe-Wesen beispielsweise, das wir aber heute mit Blick auf die Uhr an dieser Stelle aussparen. Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die Kraft der Mitte an. Die Welt ist nicht zweigegliedert. Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme Luzifers führt. Und sowohl Luzifer als auch Ahriman sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine Göttlichkeit zu erkennen. Und je mehr die Mitte geschwächt wird in der Welt, und die Bestrebungen sind heute so, ich möchte es hier ganz klar aussprechen, nicht nur die Mitte zu schwächen, sondern die Mitte zu vernichten. Ohne Mitte, ohne Dreigliederung wird eine gedeihliche Zukunft nicht möglich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Aktivität der Mitte aber eine bewusste Aktivität. Denn wie wir in der Welt auch sehen können, bedeutet viel Bewegung noch keinen Fortschritt. Sich beschäftigt halten mit den oberflächlichen äußeren Dingen der Welt bedeutet keinen Fortschritt. Guten Willen für den Geist, das ist es, was wir brauchen und was Rudolf Steiner einmal in einem seiner Mantren in beeindruckender Form zusammengefasst hat. Vielleicht möchte ich es zum Abschluss für heute einmal sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue in die Finsternis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihr ersteht Licht, lebendes Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist dies Licht in der Finsternis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin es selbst, in meiner Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nur Bild davon. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es aber wieder finden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn ich, guten Willens für den Geist, durch des Todes Pforte gegangen bin.&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:10:05 ===&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wünsche ich euch, wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Beitrag wiedersehen. Ein besonderer Dank an alle, die auf diesem Kanal mitdenken, die einen Kommentar hinterlassen, den Kanal abonnieren. Und besonders auch denjenigen, die den Kanal mit einer kleinen finanziellen Zuwendung unterstützen. Ca. 1% der regelmäßigen Zuschauer tun dies. Und ich wäre sehr dankbar, dass alle, die es vermögen, die aus diesen Beiträgen für ihre eigene innere Arbeit eine Unterstützung entnehmen können, vielleicht ebenso die Arbeit mit einer kleinen Spende bedenken würden. Vielen Dank, alles Gute und bis bald.&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ahriman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des [[Drittes Jahrtausend|dritten Jahrtausends]] das Wesen &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; sich im [[Westen]] in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. ... Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer [[dreigegliederten Welt]], die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die [[Mitte]] zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen &#039;&#039;&#039;Ahrimans&#039;&#039;&#039;.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ahrimanische Kräfte]]&lt;br /&gt;
*„Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die [[luziferischen Kräfte]] fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die &#039;&#039;&#039;ahrimanischen Kräfte&#039;&#039;&#039; hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Chinesisches Volk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem &#039;&#039;&#039;chinesischen Volk&#039;&#039;&#039; aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe [[geistige Fähigkeiten]] innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art [[Überlegenheitsgefühl]] kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen [[Gelassenheit]] in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Determinismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039;, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
* „Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten [[Religionen]] heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039; der Vorgänger des [[Materialismus]] ist.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dogma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Fortan wurde also per Dekret als &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; festgelegt, der Mensch besteht nicht aus [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]], sondern es wurde das &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
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{{BS|E}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
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{{BS|F}}[[Freiheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen [[Ost]] und [[West]] um die [[Mitte]], beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des [[Determinismus]] geht oder ob die Menschheit den Weg der &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; einschlagen will.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*„Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;, künstlerische &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;. Und darin liegt auch eine gewisse [[Moralisch|moralische]] [[Verantwortung]] für jeden einzelnen Menschen verborgen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; und dieser &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; macht dann immer wieder [[Metamorphose|Metamorphosen]] durch, ändert seine [[Erscheinungsform]]. ... Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des &#039;&#039;&#039;Geistes&#039;&#039;&#039; ist die [[Materie]]. “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Metamorphosen des Geistes 00:41:55|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determnismus, 2025, 00:41:55]]&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es besonders die Aufgabe der [[Mitte]] ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den [[Determinismus]], den [[Materialismus]] und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von [[Jesus]] zu [[Christus]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gut und Böse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt [[das Gute]], und ein Reich [[Das Böse|des Bösen]], das heißt also das Schlechte. Wir haben &#039;&#039;&#039;Gut und Böse&#039;&#039;&#039; in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der [[Widersacher]] ist. Denn durch die Beseitigung der [[Dreiheit]] hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen. ... “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; [[Ahriman|Ahrimans]] und [[Luzifer|Luzifers]] also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; des [[Christus]] ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; zu suchen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}[[Jesuitismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten &#039;&#039;&#039;Jesuitismus&#039;&#039;&#039; in die Strömung des [[Christentum|Christentums]] hineingelegt haben. Das heißt, das [[Bewusstsein]] des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der [[Christus Jesus]] nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner [[Menschwerdung des Christus|Menschwerdung]] zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kraft der Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist.&amp;quot; [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:06:03]]&lt;br /&gt;
* „Und hieraus können wir ableiten, dass [[Schiller]] in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem [[Idealismus]] und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:07:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; mit ihrem Ursprung im [[Osten]] zu suchen. Während [[Ahriman]] sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; im dritten Jahrtausend vor Christus.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
* „Und als &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte [[Atlantisch|atlantische]] Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als [[chinesische Kultur]] in der Welt vorfinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Feiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Luziferische Kräfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die &#039;&#039;&#039;luziferischen Kräfte&#039;&#039;&#039; fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die [[ahrimanischen Kräfte]] hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Materie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Dass [[Rudolf Steiner]] sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; eine andere Erscheinungsform des [[Geist|Geistes]] ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die [[Erscheinungsform]], auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; bestimmten [[Naturgesetze|Naturgesetzen]] unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des [[Determinismus|Deterministischen]]. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:44:03]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|R}}[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Allerdings zählt es, so hat es uns &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;&#039; ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die [[Geschehnisse in der Welt]] zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer [[geistigen Perspektive]] aus zu beurteilen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:03:49]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Sabbat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[Matthäus 12:] Denn der [[Menschensohn|Sohn des Menschen]] ist Herr des &#039;&#039;&#039;Sabbats&#039;&#039;&#039;. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am &#039;&#039;&#039;Sabbat&#039;&#039;&#039; zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:54:43]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039; wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des [[Tod|Todes]] 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des [[Menschenwesen|Menschenwesens]] einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. ... Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten [[Formtrieb]]. Und dieser Formtrieb, diese Formung des [[Stoff|Stoffes]], die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039;, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer [[Individuell|individuellen]] Art und Weise zu gestalten, zu formen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:46:02]]&lt;br /&gt;
[[Selbsterziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir es [[anthroposophisch]] ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der &#039;&#039;&#039;Selbsterziehung&#039;&#039;&#039; des Menschen, das ist die eigentliche [[Pflicht]], die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sonnendämon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Obwohl [[Ahriman]] und [[Luzifer]] auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den [[Christus]], dem &#039;&#039;&#039;Sonnendämon&#039;&#039;&#039; Sorat, beeinflusst werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00: 24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}[[Trichotomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie [[Rudolf Steiner]] an vielen Stellen betont, kam es im Jahr [[869]] auf einem Konzil der sich damals bildenden [[christlichen Kirche]] - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das [[Christentum]] aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039;, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039; auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich [[Das Göttliche|Göttliche]], den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den [[Luziferische Kräfte|luziferischen]] und den [[Ahrimanische Kräfte|ahrimanischen Kräften]], auf dass sie [[Gleichgewicht]] herstellen zwischen diesen beiden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|V}}[[Vatergottheit|Vater]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn in den Weltreligionen von &#039;&#039;&#039;Vater&#039;&#039;&#039; gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur [[Trinität]] durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als &#039;&#039;&#039;Vater&#039;&#039;&#039; angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der [[Elohim]] oder [[Exusiai]], der [[Geister der Form]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|W}}[[Westen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Im &#039;&#039;&#039;Westen&#039;&#039;&#039; haben wir vornehmlich die Kräfte des [[Ahriman|Ahrimanischen]] zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem &#039;&#039;&#039;Weltlichen&#039;&#039;&#039; verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der [[Zukunft]] einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
[[Wüste Gobi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dort in dieser &#039;&#039;&#039;Wüste Gobi&#039;&#039;&#039; begründeten diese Menschen dann unter der Führung des [[Manu]] und später dann unter der Führung der sogenannten [[Sieben heilige Rishis|sieben heiligen Rishis]] die erste nachatlantische [[Kulturepoche]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28093</id>
		<title>Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28093"/>
		<updated>2025-08-12T14:32:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Aufgabe der Mitte 00:58:24 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiheit oder Determinismus, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs|thumb|Vortrag vom 16. April 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Freiheit oder Determinismus, veröffentlicht am 21. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Einleitung 00:00:44 ===&lt;br /&gt;
Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kulturepochen zu diesem neuen Video. Liebe Zuschauer, ich möchte auch heute mit diesem Video ein wenig an Zeitgenössisches anknüpfen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, ihr verzeiht mir, dass es sich noch ein wenig hinzieht, bis wir in unserem Kontext „Anthroposophie, eine Erlebnisreise“ weitergehen. Mich erreichen in den letzten Tagen und Wochen einige Zuschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie wir uns positionieren können als geistig strebende Menschen in diesem aktuellen Geschehen weltweit. Wir wissen, die Welt hat sich dahingehend verändert, dass nahezu an allen Orten der Welt Dinge in die Informationsflut aufgenommen werden und alle Menschen auf der Welt zu diesen Ereignissen dann Zugang erhalten durch die modernen Medien und durch die Möglichkeiten der Telekommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vortrag zur Waldorfpädagogik sind wir teilweise auf dieses Phänomen kurz eingegangen. Hier vor allen Dingen die Wirkung der sozialen Medien auch auf die Kinderseelen. Aber selbstverständlich sind auch die Erwachsenen von diesen Zuständen nicht verschont. Und wir müssen durchaus sagen, dass natürlich im Gegensatz zu den Kindern, die in gewisser Hinsicht noch unter dem Schutz der geistigen Welt und der höheren Hierarchien stehen, die Seelen der Erwachsenen diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind, vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, zu welchen Gedanken, Gefühlen und letztlich Taten diese Menschen dann schreiten aufgrund ihres Eingebundenseins in diese moderne Welt der Informationen. Der grenzenlosen Informationsverfügbarkeit. Und wir befinden uns, wie wir in den vorangehenden Videos auch öfter beschrieben haben, in einer aus meiner Sicht äußerst kritischen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49 ===&lt;br /&gt;
Einmal mehr haben sich kriegerische Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas in Gang gesetzt. Und die Menschen denken natürlich viel darüber nach, zunächst welche Ursachen dem zugrunde liegen und selbstverständlich auch, wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Und ich möchte heute in diesem Video keine Lösungswege politischer Art aufzeigen. Ich möchte mich auch so wenig wie möglich in politische Diskussionen verstricken auf diesem Kanal. Dazu ist dieser Kanal nicht gegründet worden. Allerdings zählt es, so hat es uns Rudolf Steiner ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die Geschehnisse in der Welt zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer geistigen Perspektive aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
=== Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03 ===&lt;br /&gt;
Und eigentlich ist es nach wie vor so, dass wir ähnlich wie im 20. Jahrhundert immer noch eine Konfliktsituation vorfinden, die man unterteilen könnte in eine Partei des Westens und eine Partei des Ostens. Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die Kraft der Mitte, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist. Und ich möchte heute gerne mit Ihnen, mit Euch, diesen Sachverhalt noch einmal etwas näher beleuchten und möchte beginnen damit, dass wir zurückgehen gemeinsam in das Jahr 1791.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16 ===&lt;br /&gt;
Dieses Jahr 1791 ist für die große Persönlichkeit Friedrich Schiller ein besonderes Jahr. In diesem Jahr erhält er Gewissheit darüber, dass aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes seine Tage gezählt sind. Friedrich Schiller hatte sich im Laufe seines Lebens zum wiederholten Male schwere Krankheiten zugezogen, von denen er sich aus bestimmten Gründen nicht mehr vollständig erholte. Hervorzuheben ist hier vor allen Dingen ein Malaria-Fieber, dass er sich tragischerweise höchstwahrscheinlich an dem Orte zugezogen hat, an dem er zum ersten Mal in seinem Leben einen so großen Erfolg feiern konnte, nämlich in Mannheim. Und in Mannheim fand, wie wir wissen, die Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ statt. Und ausgerechnet in Mannheim, so ist es wahrscheinlich, zog er sich dieses schwere Malaria-Fieber zu. Friedrich Schiller war selbst ausgebildeter Mediziner. Er hatte in der Militärschule auf Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart eine medizinische Ausbildung zum Militärarzt absolviert, hatte jedoch die dort erworbenen Kenntnisse und auch seine Tätigkeit als Mediziner nie so recht lieben gelernt. Und dementsprechend waren seine Diagnosen und vor allen Dingen auch seine Medikamentenverschreibung unter seinen Patienten, man könnte sagen, berüchtigt und nicht besonders hoch angesehen. Friedrich Schiller hatte sich dann selbst therapiert, er hatte sich selbst Medikamente immer wieder in hohen Dosierungen verabreicht, um diesem Krankheitsdasein zu entfliehen, um weiter lyrisch-geistig tätig zu sein. Aber gleichzeitig hatte unter anderem auch diese Selbstbehandlung seinen Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert und im Jahre 1791 hat er nun Gewissheit, dass sein Erdenleben sich dem Ende zuneigen wird. Aufgrund dieser Nachricht im Angesicht des Todes, könnte man sagen, entfesseln sich jedoch in Schiller ungeahnte Willenskräfte. Er nimmt also den Kampf gegen seine eigene Natur, gegen seinen eigenen Körper auf und möchte die ihm gegebene Zeit noch so gut wie möglich nutzen, um spirituellen geistigen Fortschritt zu machen und künstlerisch produktiv zu sein. Und er sollte es aufgrund seiner hohen idealistischen Einstellung und seines unbändigen Willens für die Kunst zu leben, dann noch 14 Jahre schaffen weiterzuleben.&lt;br /&gt;
Und als man ihn nach seinem Tode obduzierte, konnte man es kaum glauben, was man dort zu sehen bekam. Seine inneren Organe, vor allem auch seine Lunge waren, wie es im Obduktionsbericht zu lesen ist, nur noch breiartig vorhanden. Die Ärzte, die die Obduktion vornahmen, konnten nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie hat es dieser Mann noch so lange geschafft weiterzuleben. Und hieraus können wir ableiten, dass Schiller in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die Kraft der Mitte, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem Idealismus und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen. Alles, was uns bindet an die Vergänglichkeit, rückt in den Hintergrund, in dem Moment, wo wir uns anbinden an den lebendigen Geist. Und so möchte ich heute Friedrich Schiller als einen großen Vertreter des deutschen Geisteslebens zu Beginn hervorheben und möchte nun ein wenig in die Betrachtungen einsteigen, die uns auch heute in eine brisante Weltlage gebracht haben, nämlich eine Art Unberücksichtigtlassen gewisser geistiger Zusammenhänge, die Welt betreffend, den Osten, die Mitte und den Westen betreffend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte zunächst ins Auge fassen, dass wir, wenn wir die Welt heute auf diesem Kanal oder auch im anthroposophischen Kontext wie selbstverständlich immer in einer dreigegliederten Form sehen, dass wir nicht vergessen sollten, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wie Rudolf Steiner an vielen Stellen betont, kam es im Jahr 869 auf einem Konzil der sich damals bildenden christlichen Kirche - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das Christentum aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine Trichotomie, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen. Fortan wurde also per Dekret als Dogma festgelegt, der Mensch besteht nicht aus Leib, Seele und Geist, sondern es wurde das Dogma gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele. Und wir können dieses Faktum nicht hoch genug ansetzen. Rudolf Steiner spricht hier von einem Irrwahn, der die Menschheit befallen hat, nämlich fortan die Welt und den Menschen nicht mehr als dreigegliedert zu sehen, sondern als zweigegliedert.&lt;br /&gt;
Dieses Dogma, diese Festsetzung hatte gigantische Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit in der darauf folgenden Zeit. Dies geht unter anderem, wenn wir es philosophisch auffassen wollen, so weit und auch theologisch auffassen, dass man gesagt hat, fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt das Gute, und ein Reich des Bösen, das heißt also das Schlechte. Wir haben Gut und Böse in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der Widersacher ist. Denn durch die Beseitigung der Dreiheit hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22 ===&lt;br /&gt;
Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die Widersacherkräfte hinzunehmen, dass die luziferischen Kräfte fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als das Gute gelten, während die ahrimanischen Kräfte hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder das Böse gesehen werden. Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer Trichotomie auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich Göttliche, den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den luziferischen und den ahrimanischen Kräften, auf dass sie Gleichgewicht herstellen zwischen diesen beiden. Erst wenn wir die Kräfte Luzifers, die in der Zweiteilung der Welt automatisch zum Guten werden, unrechtmäßig und die Kräfte des Herunterziehenden ins ahrimanische Reich hinein in ein Gleichgewicht zueinander bringen, als aktive Tätigkeit der Seele, des Geistes, dann haben wir ein rechtes Verhältnis zu dieser Welt hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Prinzip nun übertragen auf die aktuelle Weltlage, die Einflüsse des Westens, die Einflüsse des Ostens, es fehlt die Mitte, so können wir uns dem Sachverhalt, der uns gerade gegenübersteht, schon ein wenig mehr annähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20 ====&lt;br /&gt;
Im Westen haben wir vornehmlich die Kräfte des Ahrimanischen zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem Weltlichen verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der Zukunft einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen. Vielmehr kommt es darauf an, dass sie von einer starken Mitte in ein angemessenes Verhältnis in der Welt gebracht werden. Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des dritten Jahrtausends das Wesen Ahriman sich im Westen in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. Daraus können wir ableiten, wie uns Rudolf Steiner auch mitteilt, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt das Wesen Ariman seine Inkarnation aktiv vorbereiten wird. Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer dreigegliederten Welt, die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die Mitte zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen Ahrimans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32 ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des Luzifer mit ihrem Ursprung im Osten zu suchen. Während Ahriman sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus. Wenn wir die Inkarnationen Ahrimans und Luzifers also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die Inkarnation des Christus ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Inkarnationen zu suchen. Und Luzifer inkarnierte sich also im Osten, genau genommen in China, und zwar in die Leibeshülle des ersten chinesischen Kaisers, der auch geschichtlich bekannt ist unter dem Namen der Gelbe Drache. Und wie Rudolf Steiner uns mitteilt, ist es selbstverständlich auch die Bestrebung Luzifers, ein Erstarken der Mittelkraft zu verhindern. Obwohl Ahriman und Luzifer auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den Christus, dem Sonnendämon Sorat, beeinflusst werden. Und wir haben von Rudolf Steiner die Information erhalten, dass gerade mit dem Blick auf den Osten eine besondere Beziehung besteht zwischen den Völkern des Ostens und den Völkern der Mitte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33 ===&lt;br /&gt;
Die Völker des Ostens haben eine große Tendenz dazu, geistige Mächte und Kräfte und Fähigkeiten zu tradieren, die ihren Ursprung im vorherigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung, d.h. im atlantischen Zeitalter, haben. Das hat damit zu tun, dass, als sich der atlantische Kontinent dem Untergang entgegen bewegte, sich also gewisse Teile der atlantischen Völker absetzten auf das sich erhebende europäisch-asiatische Festland. Und eine Gruppe, die besonders hervorzuheben ist, erreichte das europäische Festland im Bereich des heutigen Irland und begab sich dann in einem weiten Zug von dort aus bis in die Wüste Gobi hinein, und zwar unter der Führung eines hohen geistigen Wesens, das wir als Manu hier bereits einmal kennengelernt haben. Und dort in dieser Wüste Gobi begründeten diese Menschen dann unter der Führung des Manu und später dann unter der Führung der sogenannten sieben heiligen Rishis die erste nachatlantische Kulturepoche. Und es gab auf dem Weg zu diesem Ort auch immer wieder Teile dieser atlantischen Menschen, die zurückgeblieben sind, die also dieses europäisch-asiatische Festland zu ihrer Heimat nahmen und nicht weiterzogen in Richtung Osten. Und so haben wir gerade auf diesem asiatischen Kontinent viele Strömungen, Geistesströmungen, die einen starken Bezug zu tradiertem atlantischen Wissen haben. Und ein Teil dieses tradierten atlantischen Wissens ist auch in die Kultur der Chinesen eingeflossen. Und als Luzifer seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte atlantische Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als chinesische Kultur in der Welt vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass durch dieses Mischverhältnis aus luziferischen Einflüssen und atlantischem, tradiertem Wissen die Menschen des Ostens und auch das chinesische Volk aus diesen Anlagen heraus hohe geistige Fähigkeiten in sich tragen. Und wir müssen sagen, dass das natürlich nun nicht auf jeden einzelnen Menschen, der in China lebt, zutreffend ist, sondern dass wir das als eine Art Erbschaft für das gesamte chinesische Volk zu sehen haben. Und auf diese Erbschaft greifen dann die einzelnen Menschen, die heute in China geboren werden, mehr oder weniger zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch im asiatischen Raum, dass überall auf der Welt die Kräfte des Individualismus wirken und dass es in jedem Volke zu entsprechenden Abweichungen in der Individualentwicklung kommen kann, dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem chinesischen Volk aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe geistige Fähigkeiten innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art Überlegenheitsgefühl kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen Gelassenheit in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden. Und dass sie aus ihrer tradierten Weisheit heraus das Gefühl haben, sie wären uns überlegen. Und dass nun vorsichtig gesagt, aus dieser Kultur heraus immer die Gefahr besteht, aufgrund des Unverständnisses, dass sie mit dem Blick in den Westen und auch zur Mitte erhalten, dass immer ein leichtes Gefühl aus ihren Seelen heraufdringt, die Kulturen des Westens und die Kulturen der Mitte überwältigen zu wollen zugunsten des weiterhin Aufblühens dieses alten Wissens, dieser alten Weisheit. Und ich möchte damit nicht die Kulturen des Ostens an dieser Stelle herabwürdigen. Es soll hier nur versucht werden, ein wenig Verständnis dafür zu erwecken, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Menschen überall auf der Welt eine gleiche Gefühls- und Gedankenhaltung gegenüber der Welt einnehmen, wie wir es tun. Sondern dass in den Untergründen der Seelen, resultierend aus der Tradition, aus der Vergangenheit, von den Ahnen und natürlich auch durch jüngere kulturelle Prägungen, die Sicht auf die Dinge anders ausfällt als bei uns. Und dass wir sehr darauf achten sollten, gerade wir als Menschen der Mitte eben diese Dinge zu verstehen und diese Dinge mit einzubeziehen.&lt;br /&gt;
=== Determinismus finden wir überall 00:37:00 ===&lt;br /&gt;
Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen Ost und West um die Mitte, beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des Determinismus geht oder ob die Menschheit den Weg der Freiheit einschlagen will. Und Determinismus ist etwas, das wir heute in der Welt überall finden können. Und wenn ich sage überall, dann möchte ich vor allen Dingen auch betonen, dass sich das Prinzip des Determinismus vor allen Dingen auch in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Zivilisation finden lässt. Der Determinismus, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05 ====&lt;br /&gt;
Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten Religionen heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der Determinismus der Vorgänger des Materialismus ist. Dass sich also bis heute aus der deterministischen Weltsicht der alten Religionen, der alten Religionsauffassungen die Sichtweise des Materialismus, auf dem sich in großen Teilen auch die Naturwissenschaft herausgebildet hat, bestimmt wird. So haben wir zu sehen, dass Rudolf Steiner uns darauf aufmerksam macht, wenn wir die alte philosophische Frage aufwerfen nach dem Unterschied zwischen Geist und Materie. Dass Rudolf Steiner sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die Materie eine andere Erscheinungsform des Geistes ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die Erscheinungsform, auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an. Rudolf Steiner bringt hier das Beispiel, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir uns eine bestimmte Menge Wasser auf die Hand laufen lassen oder ob wir die gleiche Menge Wasser erstarrt zu einem Eiswürfel uns auf die Hand legen. Die Erscheinungsform ist dasjenige, auf das wir uns im irdischen Leben sehr stark einzulassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Metamorphosen des Geistes 00:41:55 ====&lt;br /&gt;
Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung Rudolf Steiners dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der Geist und dieser Geist macht dann immer wieder Metamorphosen durch, ändert seine Erscheinungsform. Zunächst hinein in einen Offenbarungscharakter. Der Geist nicht mehr an sich, sondern er verdichtet sich gewissermaßen in einen Zustand des sich Offenbarens in Form von Seelenkräften, in Form von Seelensubstanz. Und dann verdichtet sich dieser Geist erneut und erscheint uns in Form der Bildekräfte, der Welt des Ätherischen, um dann schließlich noch einmal eine Metamorphose, eine sich verdichtende Tendenz einzunehmen, um schließlich dann als physische Materie sich zu äußern. Und hier haben wir es dann mit der Erscheinungsform des Geistes als Bild zu tun. Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des Geistes ist die Materie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03 ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter des Gleichnisses kann, wenn er nicht in ein rechtes Verhältnis gesetzt wird, natürlich dazu führen, dass wenn wir sagen, dieser Zustand des Materiellen ist das, was uns tagtäglich in sehr starker Form beeindruckt über die äußeren Sinne, dass es dann zu der Einschätzung kommen kann, das was wir als Bewusstsein bezeichnen, das was wir als Seelisches oder auch als Geistiges bezeichnen, ist nichts weiter als ein Ausfluss der Materie. Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die Materie bestimmten Naturgesetzen unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des Deterministischen. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02 ===&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des Todes 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des Menschenwesens einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. Er nahm seine Erfahrungen hinzu, die er bisher in seinem Leben gemacht hatte, unter anderem mit der Französischen Revolution, wo er noch davon ausgegangen war, dass das Heil der Menschheit darin zu bestehen hat, die möglichst richtigen Regelungen für alle zu finden. Dass man nur die Normen, Gesetze und Statuten so anzupassen hat, dass unter ihnen alle Menschen zum Heil kommen können. Aber diese Sichtweise sollte sich im Angesicht des Todes noch einmal korrigieren. Stattdessen arbeitete er nun unter anderem an Ausführungen über die ästhetische Erziehung des Menschen, dass der Mensch seine Spieltalente entdecken solle. Er stützt diese Betrachtungen darauf, dass er sagt, von der Welt ausgehend werden wir unentwegt mit Dingen konfrontiert, die in unser Leben eintreten, und zwar nicht nur begrenzt durch physisch-stoffliche Dinge, sondern auch durchaus auf der seelischen Ebene und auch auf der geistigen Ebene. Alles das, was im Laufe unseres Lebens einen Eindruck auf uns macht, das bezeichnet Friedrich Schiller mehr oder weniger als Stoff oder auch Stofftrieb. Das Einwirken dieses Lebensstoffes auf uns ist die eine große Kraft. Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten Formtrieb. Und dieser Formtrieb, diese Formung des Stoffes, die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich Schiller, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer individuellen Art und Weise zu gestalten, zu formen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17 ===&lt;br /&gt;
Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt Freiheit, künstlerische Freiheit. Und darin liegt auch eine gewisse moralische Verantwortung für jeden einzelnen Menschen verborgen. Friedrich Schiller wurde durch das Beispiel der Französischen Revolution klar, als er sah, dass sich die Menschen spätestens als die Jakobiner damals begannen, Adelige und deren Bedienstete quasi am Fließband hinzurichten. Und das Volk in einer Art Wahn sich über jeden abgetrennten adeligen Kopf im Freudentaumel äußerte, dass Friedrich Schiller klar wurde, die Erziehung des Menschengeschlechtes kann nicht dadurch erfolgen, dass man eine Art unpersönliche Hypermoral entwirft und dabei die Eigenverantwortung für das unmittelbare Umfeld seines Lebens vergisst. Demnach sollte der Weg, den Friedrich Schiller in seiner ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes aufzeigt, nun darüber gehen, dass die Fähigkeiten der Gestaltung des Lebensstoffes, den jeder Mensch zur Verfügung hat, in der edelsten Form, die möglich ist, durchzuführen. Die eigene Vernunft und die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu führen, sich selbst zu veredeln, darauf kommt es an. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass der Mensch lernt, sich spielerisch mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, aber auch mit seinen Unvollkommenheiten und Schattenseiten bekannt zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es anthroposophisch ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der Selbsterziehung des Menschen, das ist die eigentliche Pflicht, die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben. Kein Gesetz, keine Regelungswerk, kein Zwang, keine Statutensammlung kann heute für den Menschen maßgeblich sein. Denn der Menschensohn steht über dem Sabbat.&lt;br /&gt;
=== Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel haben wir in Matthäus-Evangelium, Kapitel 12:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten. Es hungerte aber seine Jünger und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm, siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen, habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und doch schuldlos sind? Ich aber sage euch, Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. Er aber sprach zu ihnen, welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat? Und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht, wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. Dann spricht er zu den Menschen, strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird deutlich, wie sich in dieser Zeit, in der sich der Christusgeist begann, vollständig in die Leibeshülle des natanischen Jesusknaben hinein zu versenken, es sich bereits anbahnte dieser Konflikt zwischen dem alten Gesetz und dem lebendigen Geist.&lt;br /&gt;
=== Aufgabe der Mitte 00:58:24 ===&lt;br /&gt;
Und dass es besonders die Aufgabe der Mitte ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den Determinismus, den Materialismus und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch Geisterkenntnis über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von Jesus zu Christus. Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten Jesuitismus in die Strömung des Christentums hineingelegt haben. Das heißt, das Bewusstsein des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der Christus Jesus nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner Menschwerdung zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden. Es wird heute in Ost und West und auch in der Mitte viel gesprochen von Gott, oft auch vom Sohn, von Jesus Christus. Aber treffen diese Worte, diese Gedanken, die bei den Menschen dahinter stehen, auch wirklich das, um was es geht? Wir haben auf diesem Kanal schon versucht anzusprechen, dass es auch einer dringenden Klärung bedarf, wenn wir vom Vatergott sprechen, wenn wir vom Sohnesgott sprechen. Ist dies getragen von wirklichem, lebendigem Erkennen oder sind es Begriffe, Worte, die wir in tradierter Form einfach übernehmen? Wenn in den Weltreligionen von Vater gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur Trinität durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als Vater angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der Elohim oder Exusiai, der Geister der Form. Und zu einer bestimmten Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung war es gerecht, so zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich verändert. Der Entwicklungsgedanke und die Verantwortung des Menschen für seine gestalterischen Fähigkeiten hat längst begonnen. Ein sich berufen auf Altes reicht heute nicht mehr aus. Und man kann den eindringlichen Satz Rudolf Steiners nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, das Böse ist nur ein zeitversetztes Gutes.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 ===&lt;br /&gt;
Wir werden in unseren Betrachtungen noch sehr genau einzugehen haben auf das Jahwe-Wesen beispielsweise, das wir aber heute mit Blick auf die Uhr an dieser Stelle aussparen. Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die Kraft der Mitte an. Die Welt ist nicht zweigegliedert. Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme Luzifers führt. Und sowohl Luzifer als auch Ahriman sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine Göttlichkeit zu erkennen. Und je mehr die Mitte geschwächt wird in der Welt, und die Bestrebungen sind heute so, ich möchte es hier ganz klar aussprechen, nicht nur die Mitte zu schwächen, sondern die Mitte zu vernichten. Ohne Mitte, ohne Dreigliederung wird eine gedeihliche Zukunft nicht möglich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Aktivität der Mitte aber eine bewusste Aktivität. Denn wie wir in der Welt auch sehen können, bedeutet viel Bewegung noch keinen Fortschritt. Sich beschäftigt halten mit den oberflächlichen äußeren Dingen der Welt bedeutet keinen Fortschritt. Guten Willen für den Geist, das ist es, was wir brauchen und was Rudolf Steiner einmal in einem seiner Mantren in beeindruckender Form zusammengefasst hat. Vielleicht möchte ich es zum Abschluss für heute einmal sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue in die Finsternis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihr ersteht Licht, lebendes Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist dies Licht in der Finsternis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin es selbst, in meiner Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nur Bild davon. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es aber wieder finden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn ich, guten Willens für den Geist, durch des Todes Pforte gegangen bin.&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:10:05 ===&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wünsche ich euch, wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Beitrag wiedersehen. Ein besonderer Dank an alle, die auf diesem Kanal mitdenken, die einen Kommentar hinterlassen, den Kanal abonnieren. Und besonders auch denjenigen, die den Kanal mit einer kleinen finanziellen Zuwendung unterstützen. Ca. 1% der regelmäßigen Zuschauer tun dies. Und ich wäre sehr dankbar, dass alle, die es vermögen, die aus diesen Beiträgen für ihre eigene innere Arbeit eine Unterstützung entnehmen können, vielleicht ebenso die Arbeit mit einer kleinen Spende bedenken würden. Vielen Dank, alles Gute und bis bald.&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ahriman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des [[Drittes Jahrtausend|dritten Jahrtausends]] das Wesen &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; sich im [[Westen]] in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. ... Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer [[dreigegliederten Welt]], die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die [[Mitte]] zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen &#039;&#039;&#039;Ahrimans&#039;&#039;&#039;.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ahrimanische Kräfte]]&lt;br /&gt;
*„Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die [[luziferischen Kräfte]] fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die &#039;&#039;&#039;ahrimanischen Kräfte&#039;&#039;&#039; hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Chinesisches Volk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem &#039;&#039;&#039;chinesischen Volk&#039;&#039;&#039; aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe [[geistige Fähigkeiten]] innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art [[Überlegenheitsgefühl]] kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen [[Gelassenheit]] in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Determinismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039;, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
* „Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten [[Religionen]] heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039; der Vorgänger des [[Materialismus]] ist.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dogma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Fortan wurde also per Dekret als &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; festgelegt, der Mensch besteht nicht aus [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]], sondern es wurde das &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}[[Freiheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen [[Ost]] und [[West]] um die [[Mitte]], beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des [[Determinismus]] geht oder ob die Menschheit den Weg der &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; einschlagen will.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*„Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;, künstlerische &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;. Und darin liegt auch eine gewisse [[Moralisch|moralische]] [[Verantwortung]] für jeden einzelnen Menschen verborgen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; und dieser &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; macht dann immer wieder [[Metamorphose|Metamorphosen]] durch, ändert seine [[Erscheinungsform]]. ... Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des &#039;&#039;&#039;Geistes&#039;&#039;&#039; ist die [[Materie]]. “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Metamorphosen des Geistes 00:41:55|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determnismus, 2025, 00:41:55]]&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es besonders die Aufgabe der [[Mitte]] ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den [[Determinismus]], den [[Materialismus]] und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von [[Jesus]] zu [[Christus]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gut und Böse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt [[das Gute]], und ein Reich [[Das Böse|des Bösen]], das heißt also das Schlechte. Wir haben &#039;&#039;&#039;Gut und Böse&#039;&#039;&#039; in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der [[Widersacher]] ist. Denn durch die Beseitigung der [[Dreiheit]] hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen. ... “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; [[Ahriman|Ahrimans]] und [[Luzifer|Luzifers]] also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; des [[Christus]] ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; zu suchen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}[[Jesuitismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten &#039;&#039;&#039;Jesuitismus&#039;&#039;&#039; in die Strömung des [[Christentum|Christentums]] hineingelegt haben. Das heißt, das [[Bewusstsein]] des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der [[Christus Jesus]] nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner [[Menschwerdung des Christus|Menschwerdung]] zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kraft der Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist.&amp;quot; [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:06:03]]&lt;br /&gt;
* „Und hieraus können wir ableiten, dass [[Schiller]] in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem [[Idealismus]] und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:07:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; mit ihrem Ursprung im [[Osten]] zu suchen. Während [[Ahriman]] sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; im dritten Jahrtausend vor Christus.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
* „Und als &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte [[Atlantisch|atlantische]] Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als [[chinesische Kultur]] in der Welt vorfinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Feiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Luziferische Kräfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die &#039;&#039;&#039;luziferischen Kräfte&#039;&#039;&#039; fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die [[ahrimanischen Kräfte]] hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Materie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Dass [[Rudolf Steiner]] sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; eine andere Erscheinungsform des [[Geist|Geistes]] ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die [[Erscheinungsform]], auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; bestimmten [[Naturgesetze|Naturgesetzen]] unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des [[Determinismus|Deterministischen]]. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:44:03]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|R}}[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Allerdings zählt es, so hat es uns &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;&#039; ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die [[Geschehnisse in der Welt]] zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer [[geistigen Perspektive]] aus zu beurteilen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:03:49]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Sabbat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[Matthäus 12:] Denn der [[Menschensohn|Sohn des Menschen]] ist Herr des &#039;&#039;&#039;Sabbats&#039;&#039;&#039;. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am &#039;&#039;&#039;Sabbat&#039;&#039;&#039; zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:54:43]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039; wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des [[Tod|Todes]] 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des [[Menschenwesen|Menschenwesens]] einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. ... Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten [[Formtrieb]]. Und dieser Formtrieb, diese Formung des [[Stoff|Stoffes]], die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039;, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer [[Individuell|individuellen]] Art und Weise zu gestalten, zu formen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:46:02]]&lt;br /&gt;
[[Selbsterziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir es [[anthroposophisch]] ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der &#039;&#039;&#039;Selbsterziehung&#039;&#039;&#039; des Menschen, das ist die eigentliche [[Pflicht]], die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sonnendämon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Obwohl [[Ahriman]] und [[Luzifer]] auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den [[Christus]], dem &#039;&#039;&#039;Sonnendämon&#039;&#039;&#039; Sorat, beeinflusst werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00: 24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}[[Trichotomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie [[Rudolf Steiner]] an vielen Stellen betont, kam es im Jahr [[869]] auf einem Konzil der sich damals bildenden [[christlichen Kirche]] - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das [[Christentum]] aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039;, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039; auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich [[Das Göttliche|Göttliche]], den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den [[Luziferische Kräfte|luziferischen]] und den [[Ahrimanische Kräfte|ahrimanischen Kräften]], auf dass sie [[Gleichgewicht]] herstellen zwischen diesen beiden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Im &#039;&#039;&#039;Westen&#039;&#039;&#039; haben wir vornehmlich die Kräfte des [[Ahriman|Ahrimanischen]] zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem &#039;&#039;&#039;Weltlichen&#039;&#039;&#039; verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der [[Zukunft]] einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
[[Wüste Gobi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dort in dieser &#039;&#039;&#039;Wüste Gobi&#039;&#039;&#039; begründeten diese Menschen dann unter der Führung des [[Manu]] und später dann unter der Führung der sogenannten [[Sieben heilige Rishis|sieben heiligen Rishis]] die erste nachatlantische [[Kulturepoche]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28092</id>
		<title>Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-12T14:24:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Aufgabe der Mitte 00:58:24 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiheit oder Determinismus, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs|thumb|Vortrag vom 16. April 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Freiheit oder Determinismus, veröffentlicht am 21. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Einleitung 00:00:44 ===&lt;br /&gt;
Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kulturepochen zu diesem neuen Video. Liebe Zuschauer, ich möchte auch heute mit diesem Video ein wenig an Zeitgenössisches anknüpfen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, ihr verzeiht mir, dass es sich noch ein wenig hinzieht, bis wir in unserem Kontext „Anthroposophie, eine Erlebnisreise“ weitergehen. Mich erreichen in den letzten Tagen und Wochen einige Zuschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie wir uns positionieren können als geistig strebende Menschen in diesem aktuellen Geschehen weltweit. Wir wissen, die Welt hat sich dahingehend verändert, dass nahezu an allen Orten der Welt Dinge in die Informationsflut aufgenommen werden und alle Menschen auf der Welt zu diesen Ereignissen dann Zugang erhalten durch die modernen Medien und durch die Möglichkeiten der Telekommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vortrag zur Waldorfpädagogik sind wir teilweise auf dieses Phänomen kurz eingegangen. Hier vor allen Dingen die Wirkung der sozialen Medien auch auf die Kinderseelen. Aber selbstverständlich sind auch die Erwachsenen von diesen Zuständen nicht verschont. Und wir müssen durchaus sagen, dass natürlich im Gegensatz zu den Kindern, die in gewisser Hinsicht noch unter dem Schutz der geistigen Welt und der höheren Hierarchien stehen, die Seelen der Erwachsenen diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind, vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, zu welchen Gedanken, Gefühlen und letztlich Taten diese Menschen dann schreiten aufgrund ihres Eingebundenseins in diese moderne Welt der Informationen. Der grenzenlosen Informationsverfügbarkeit. Und wir befinden uns, wie wir in den vorangehenden Videos auch öfter beschrieben haben, in einer aus meiner Sicht äußerst kritischen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49 ===&lt;br /&gt;
Einmal mehr haben sich kriegerische Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas in Gang gesetzt. Und die Menschen denken natürlich viel darüber nach, zunächst welche Ursachen dem zugrunde liegen und selbstverständlich auch, wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Und ich möchte heute in diesem Video keine Lösungswege politischer Art aufzeigen. Ich möchte mich auch so wenig wie möglich in politische Diskussionen verstricken auf diesem Kanal. Dazu ist dieser Kanal nicht gegründet worden. Allerdings zählt es, so hat es uns Rudolf Steiner ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die Geschehnisse in der Welt zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer geistigen Perspektive aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
=== Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03 ===&lt;br /&gt;
Und eigentlich ist es nach wie vor so, dass wir ähnlich wie im 20. Jahrhundert immer noch eine Konfliktsituation vorfinden, die man unterteilen könnte in eine Partei des Westens und eine Partei des Ostens. Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die Kraft der Mitte, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist. Und ich möchte heute gerne mit Ihnen, mit Euch, diesen Sachverhalt noch einmal etwas näher beleuchten und möchte beginnen damit, dass wir zurückgehen gemeinsam in das Jahr 1791.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16 ===&lt;br /&gt;
Dieses Jahr 1791 ist für die große Persönlichkeit Friedrich Schiller ein besonderes Jahr. In diesem Jahr erhält er Gewissheit darüber, dass aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes seine Tage gezählt sind. Friedrich Schiller hatte sich im Laufe seines Lebens zum wiederholten Male schwere Krankheiten zugezogen, von denen er sich aus bestimmten Gründen nicht mehr vollständig erholte. Hervorzuheben ist hier vor allen Dingen ein Malaria-Fieber, dass er sich tragischerweise höchstwahrscheinlich an dem Orte zugezogen hat, an dem er zum ersten Mal in seinem Leben einen so großen Erfolg feiern konnte, nämlich in Mannheim. Und in Mannheim fand, wie wir wissen, die Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ statt. Und ausgerechnet in Mannheim, so ist es wahrscheinlich, zog er sich dieses schwere Malaria-Fieber zu. Friedrich Schiller war selbst ausgebildeter Mediziner. Er hatte in der Militärschule auf Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart eine medizinische Ausbildung zum Militärarzt absolviert, hatte jedoch die dort erworbenen Kenntnisse und auch seine Tätigkeit als Mediziner nie so recht lieben gelernt. Und dementsprechend waren seine Diagnosen und vor allen Dingen auch seine Medikamentenverschreibung unter seinen Patienten, man könnte sagen, berüchtigt und nicht besonders hoch angesehen. Friedrich Schiller hatte sich dann selbst therapiert, er hatte sich selbst Medikamente immer wieder in hohen Dosierungen verabreicht, um diesem Krankheitsdasein zu entfliehen, um weiter lyrisch-geistig tätig zu sein. Aber gleichzeitig hatte unter anderem auch diese Selbstbehandlung seinen Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert und im Jahre 1791 hat er nun Gewissheit, dass sein Erdenleben sich dem Ende zuneigen wird. Aufgrund dieser Nachricht im Angesicht des Todes, könnte man sagen, entfesseln sich jedoch in Schiller ungeahnte Willenskräfte. Er nimmt also den Kampf gegen seine eigene Natur, gegen seinen eigenen Körper auf und möchte die ihm gegebene Zeit noch so gut wie möglich nutzen, um spirituellen geistigen Fortschritt zu machen und künstlerisch produktiv zu sein. Und er sollte es aufgrund seiner hohen idealistischen Einstellung und seines unbändigen Willens für die Kunst zu leben, dann noch 14 Jahre schaffen weiterzuleben.&lt;br /&gt;
Und als man ihn nach seinem Tode obduzierte, konnte man es kaum glauben, was man dort zu sehen bekam. Seine inneren Organe, vor allem auch seine Lunge waren, wie es im Obduktionsbericht zu lesen ist, nur noch breiartig vorhanden. Die Ärzte, die die Obduktion vornahmen, konnten nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie hat es dieser Mann noch so lange geschafft weiterzuleben. Und hieraus können wir ableiten, dass Schiller in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die Kraft der Mitte, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem Idealismus und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen. Alles, was uns bindet an die Vergänglichkeit, rückt in den Hintergrund, in dem Moment, wo wir uns anbinden an den lebendigen Geist. Und so möchte ich heute Friedrich Schiller als einen großen Vertreter des deutschen Geisteslebens zu Beginn hervorheben und möchte nun ein wenig in die Betrachtungen einsteigen, die uns auch heute in eine brisante Weltlage gebracht haben, nämlich eine Art Unberücksichtigtlassen gewisser geistiger Zusammenhänge, die Welt betreffend, den Osten, die Mitte und den Westen betreffend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte zunächst ins Auge fassen, dass wir, wenn wir die Welt heute auf diesem Kanal oder auch im anthroposophischen Kontext wie selbstverständlich immer in einer dreigegliederten Form sehen, dass wir nicht vergessen sollten, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wie Rudolf Steiner an vielen Stellen betont, kam es im Jahr 869 auf einem Konzil der sich damals bildenden christlichen Kirche - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das Christentum aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine Trichotomie, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen. Fortan wurde also per Dekret als Dogma festgelegt, der Mensch besteht nicht aus Leib, Seele und Geist, sondern es wurde das Dogma gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele. Und wir können dieses Faktum nicht hoch genug ansetzen. Rudolf Steiner spricht hier von einem Irrwahn, der die Menschheit befallen hat, nämlich fortan die Welt und den Menschen nicht mehr als dreigegliedert zu sehen, sondern als zweigegliedert.&lt;br /&gt;
Dieses Dogma, diese Festsetzung hatte gigantische Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit in der darauf folgenden Zeit. Dies geht unter anderem, wenn wir es philosophisch auffassen wollen, so weit und auch theologisch auffassen, dass man gesagt hat, fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt das Gute, und ein Reich des Bösen, das heißt also das Schlechte. Wir haben Gut und Böse in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der Widersacher ist. Denn durch die Beseitigung der Dreiheit hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22 ===&lt;br /&gt;
Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die Widersacherkräfte hinzunehmen, dass die luziferischen Kräfte fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als das Gute gelten, während die ahrimanischen Kräfte hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder das Böse gesehen werden. Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer Trichotomie auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich Göttliche, den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den luziferischen und den ahrimanischen Kräften, auf dass sie Gleichgewicht herstellen zwischen diesen beiden. Erst wenn wir die Kräfte Luzifers, die in der Zweiteilung der Welt automatisch zum Guten werden, unrechtmäßig und die Kräfte des Herunterziehenden ins ahrimanische Reich hinein in ein Gleichgewicht zueinander bringen, als aktive Tätigkeit der Seele, des Geistes, dann haben wir ein rechtes Verhältnis zu dieser Welt hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Prinzip nun übertragen auf die aktuelle Weltlage, die Einflüsse des Westens, die Einflüsse des Ostens, es fehlt die Mitte, so können wir uns dem Sachverhalt, der uns gerade gegenübersteht, schon ein wenig mehr annähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20 ====&lt;br /&gt;
Im Westen haben wir vornehmlich die Kräfte des Ahrimanischen zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem Weltlichen verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der Zukunft einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen. Vielmehr kommt es darauf an, dass sie von einer starken Mitte in ein angemessenes Verhältnis in der Welt gebracht werden. Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des dritten Jahrtausends das Wesen Ahriman sich im Westen in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. Daraus können wir ableiten, wie uns Rudolf Steiner auch mitteilt, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt das Wesen Ariman seine Inkarnation aktiv vorbereiten wird. Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer dreigegliederten Welt, die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die Mitte zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen Ahrimans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32 ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des Luzifer mit ihrem Ursprung im Osten zu suchen. Während Ahriman sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus. Wenn wir die Inkarnationen Ahrimans und Luzifers also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die Inkarnation des Christus ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Inkarnationen zu suchen. Und Luzifer inkarnierte sich also im Osten, genau genommen in China, und zwar in die Leibeshülle des ersten chinesischen Kaisers, der auch geschichtlich bekannt ist unter dem Namen der Gelbe Drache. Und wie Rudolf Steiner uns mitteilt, ist es selbstverständlich auch die Bestrebung Luzifers, ein Erstarken der Mittelkraft zu verhindern. Obwohl Ahriman und Luzifer auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den Christus, dem Sonnendämon Sorat, beeinflusst werden. Und wir haben von Rudolf Steiner die Information erhalten, dass gerade mit dem Blick auf den Osten eine besondere Beziehung besteht zwischen den Völkern des Ostens und den Völkern der Mitte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33 ===&lt;br /&gt;
Die Völker des Ostens haben eine große Tendenz dazu, geistige Mächte und Kräfte und Fähigkeiten zu tradieren, die ihren Ursprung im vorherigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung, d.h. im atlantischen Zeitalter, haben. Das hat damit zu tun, dass, als sich der atlantische Kontinent dem Untergang entgegen bewegte, sich also gewisse Teile der atlantischen Völker absetzten auf das sich erhebende europäisch-asiatische Festland. Und eine Gruppe, die besonders hervorzuheben ist, erreichte das europäische Festland im Bereich des heutigen Irland und begab sich dann in einem weiten Zug von dort aus bis in die Wüste Gobi hinein, und zwar unter der Führung eines hohen geistigen Wesens, das wir als Manu hier bereits einmal kennengelernt haben. Und dort in dieser Wüste Gobi begründeten diese Menschen dann unter der Führung des Manu und später dann unter der Führung der sogenannten sieben heiligen Rishis die erste nachatlantische Kulturepoche. Und es gab auf dem Weg zu diesem Ort auch immer wieder Teile dieser atlantischen Menschen, die zurückgeblieben sind, die also dieses europäisch-asiatische Festland zu ihrer Heimat nahmen und nicht weiterzogen in Richtung Osten. Und so haben wir gerade auf diesem asiatischen Kontinent viele Strömungen, Geistesströmungen, die einen starken Bezug zu tradiertem atlantischen Wissen haben. Und ein Teil dieses tradierten atlantischen Wissens ist auch in die Kultur der Chinesen eingeflossen. Und als Luzifer seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte atlantische Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als chinesische Kultur in der Welt vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass durch dieses Mischverhältnis aus luziferischen Einflüssen und atlantischem, tradiertem Wissen die Menschen des Ostens und auch das chinesische Volk aus diesen Anlagen heraus hohe geistige Fähigkeiten in sich tragen. Und wir müssen sagen, dass das natürlich nun nicht auf jeden einzelnen Menschen, der in China lebt, zutreffend ist, sondern dass wir das als eine Art Erbschaft für das gesamte chinesische Volk zu sehen haben. Und auf diese Erbschaft greifen dann die einzelnen Menschen, die heute in China geboren werden, mehr oder weniger zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch im asiatischen Raum, dass überall auf der Welt die Kräfte des Individualismus wirken und dass es in jedem Volke zu entsprechenden Abweichungen in der Individualentwicklung kommen kann, dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem chinesischen Volk aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe geistige Fähigkeiten innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art Überlegenheitsgefühl kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen Gelassenheit in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden. Und dass sie aus ihrer tradierten Weisheit heraus das Gefühl haben, sie wären uns überlegen. Und dass nun vorsichtig gesagt, aus dieser Kultur heraus immer die Gefahr besteht, aufgrund des Unverständnisses, dass sie mit dem Blick in den Westen und auch zur Mitte erhalten, dass immer ein leichtes Gefühl aus ihren Seelen heraufdringt, die Kulturen des Westens und die Kulturen der Mitte überwältigen zu wollen zugunsten des weiterhin Aufblühens dieses alten Wissens, dieser alten Weisheit. Und ich möchte damit nicht die Kulturen des Ostens an dieser Stelle herabwürdigen. Es soll hier nur versucht werden, ein wenig Verständnis dafür zu erwecken, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Menschen überall auf der Welt eine gleiche Gefühls- und Gedankenhaltung gegenüber der Welt einnehmen, wie wir es tun. Sondern dass in den Untergründen der Seelen, resultierend aus der Tradition, aus der Vergangenheit, von den Ahnen und natürlich auch durch jüngere kulturelle Prägungen, die Sicht auf die Dinge anders ausfällt als bei uns. Und dass wir sehr darauf achten sollten, gerade wir als Menschen der Mitte eben diese Dinge zu verstehen und diese Dinge mit einzubeziehen.&lt;br /&gt;
=== Determinismus finden wir überall 00:37:00 ===&lt;br /&gt;
Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen Ost und West um die Mitte, beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des Determinismus geht oder ob die Menschheit den Weg der Freiheit einschlagen will. Und Determinismus ist etwas, das wir heute in der Welt überall finden können. Und wenn ich sage überall, dann möchte ich vor allen Dingen auch betonen, dass sich das Prinzip des Determinismus vor allen Dingen auch in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Zivilisation finden lässt. Der Determinismus, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05 ====&lt;br /&gt;
Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten Religionen heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der Determinismus der Vorgänger des Materialismus ist. Dass sich also bis heute aus der deterministischen Weltsicht der alten Religionen, der alten Religionsauffassungen die Sichtweise des Materialismus, auf dem sich in großen Teilen auch die Naturwissenschaft herausgebildet hat, bestimmt wird. So haben wir zu sehen, dass Rudolf Steiner uns darauf aufmerksam macht, wenn wir die alte philosophische Frage aufwerfen nach dem Unterschied zwischen Geist und Materie. Dass Rudolf Steiner sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die Materie eine andere Erscheinungsform des Geistes ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die Erscheinungsform, auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an. Rudolf Steiner bringt hier das Beispiel, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir uns eine bestimmte Menge Wasser auf die Hand laufen lassen oder ob wir die gleiche Menge Wasser erstarrt zu einem Eiswürfel uns auf die Hand legen. Die Erscheinungsform ist dasjenige, auf das wir uns im irdischen Leben sehr stark einzulassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Metamorphosen des Geistes 00:41:55 ====&lt;br /&gt;
Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung Rudolf Steiners dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der Geist und dieser Geist macht dann immer wieder Metamorphosen durch, ändert seine Erscheinungsform. Zunächst hinein in einen Offenbarungscharakter. Der Geist nicht mehr an sich, sondern er verdichtet sich gewissermaßen in einen Zustand des sich Offenbarens in Form von Seelenkräften, in Form von Seelensubstanz. Und dann verdichtet sich dieser Geist erneut und erscheint uns in Form der Bildekräfte, der Welt des Ätherischen, um dann schließlich noch einmal eine Metamorphose, eine sich verdichtende Tendenz einzunehmen, um schließlich dann als physische Materie sich zu äußern. Und hier haben wir es dann mit der Erscheinungsform des Geistes als Bild zu tun. Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des Geistes ist die Materie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03 ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter des Gleichnisses kann, wenn er nicht in ein rechtes Verhältnis gesetzt wird, natürlich dazu führen, dass wenn wir sagen, dieser Zustand des Materiellen ist das, was uns tagtäglich in sehr starker Form beeindruckt über die äußeren Sinne, dass es dann zu der Einschätzung kommen kann, das was wir als Bewusstsein bezeichnen, das was wir als Seelisches oder auch als Geistiges bezeichnen, ist nichts weiter als ein Ausfluss der Materie. Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die Materie bestimmten Naturgesetzen unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des Deterministischen. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02 ===&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des Todes 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des Menschenwesens einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. Er nahm seine Erfahrungen hinzu, die er bisher in seinem Leben gemacht hatte, unter anderem mit der Französischen Revolution, wo er noch davon ausgegangen war, dass das Heil der Menschheit darin zu bestehen hat, die möglichst richtigen Regelungen für alle zu finden. Dass man nur die Normen, Gesetze und Statuten so anzupassen hat, dass unter ihnen alle Menschen zum Heil kommen können. Aber diese Sichtweise sollte sich im Angesicht des Todes noch einmal korrigieren. Stattdessen arbeitete er nun unter anderem an Ausführungen über die ästhetische Erziehung des Menschen, dass der Mensch seine Spieltalente entdecken solle. Er stützt diese Betrachtungen darauf, dass er sagt, von der Welt ausgehend werden wir unentwegt mit Dingen konfrontiert, die in unser Leben eintreten, und zwar nicht nur begrenzt durch physisch-stoffliche Dinge, sondern auch durchaus auf der seelischen Ebene und auch auf der geistigen Ebene. Alles das, was im Laufe unseres Lebens einen Eindruck auf uns macht, das bezeichnet Friedrich Schiller mehr oder weniger als Stoff oder auch Stofftrieb. Das Einwirken dieses Lebensstoffes auf uns ist die eine große Kraft. Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten Formtrieb. Und dieser Formtrieb, diese Formung des Stoffes, die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich Schiller, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer individuellen Art und Weise zu gestalten, zu formen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17 ===&lt;br /&gt;
Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt Freiheit, künstlerische Freiheit. Und darin liegt auch eine gewisse moralische Verantwortung für jeden einzelnen Menschen verborgen. Friedrich Schiller wurde durch das Beispiel der Französischen Revolution klar, als er sah, dass sich die Menschen spätestens als die Jakobiner damals begannen, Adelige und deren Bedienstete quasi am Fließband hinzurichten. Und das Volk in einer Art Wahn sich über jeden abgetrennten adeligen Kopf im Freudentaumel äußerte, dass Friedrich Schiller klar wurde, die Erziehung des Menschengeschlechtes kann nicht dadurch erfolgen, dass man eine Art unpersönliche Hypermoral entwirft und dabei die Eigenverantwortung für das unmittelbare Umfeld seines Lebens vergisst. Demnach sollte der Weg, den Friedrich Schiller in seiner ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes aufzeigt, nun darüber gehen, dass die Fähigkeiten der Gestaltung des Lebensstoffes, den jeder Mensch zur Verfügung hat, in der edelsten Form, die möglich ist, durchzuführen. Die eigene Vernunft und die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu führen, sich selbst zu veredeln, darauf kommt es an. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass der Mensch lernt, sich spielerisch mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, aber auch mit seinen Unvollkommenheiten und Schattenseiten bekannt zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es anthroposophisch ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der Selbsterziehung des Menschen, das ist die eigentliche Pflicht, die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben. Kein Gesetz, keine Regelungswerk, kein Zwang, keine Statutensammlung kann heute für den Menschen maßgeblich sein. Denn der Menschensohn steht über dem Sabbat.&lt;br /&gt;
=== Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel haben wir in Matthäus-Evangelium, Kapitel 12:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten. Es hungerte aber seine Jünger und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm, siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen, habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und doch schuldlos sind? Ich aber sage euch, Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. Er aber sprach zu ihnen, welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat? Und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht, wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. Dann spricht er zu den Menschen, strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird deutlich, wie sich in dieser Zeit, in der sich der Christusgeist begann, vollständig in die Leibeshülle des natanischen Jesusknaben hinein zu versenken, es sich bereits anbahnte dieser Konflikt zwischen dem alten Gesetz und dem lebendigen Geist.&lt;br /&gt;
=== Aufgabe der Mitte 00:58:24 ===&lt;br /&gt;
Und dass es besonders die Aufgabe der Mitte ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den Determinismus, den Materialismus und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch Geisterkenntnis über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von Jesus zu Christus. Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten Jesuitismus in die Strömung des Christentums hineingelegt haben. Das heißt, das Bewusstsein des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der Christus Jesus nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner Menschwerdung zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden. Es wird heute in Ost und West und auch in der Mitte viel gesprochen von Gott, oft auch vom Sohn, von Jesus Christus. Aber treffen diese Worte, diese Gedanken, die bei den Menschen dahinter stehen, auch wirklich das, um was es geht? Wir haben auf diesem Kanal schon versucht anzusprechen, dass es auch einer dringenden Klärung bedarf, wenn wir vom Vatergott sprechen, wenn wir vom Sohnesgott sprechen. Ist dies getragen von wirklichem, lebendigem Erkennen oder sind es Begriffe, Worte, die wir in tradierter Form einfach übernehmen? Wenn in den Weltreligionen von Vater gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur Trinität durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als Vater angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der Elohim oder Exusiai, der Geister der Form. Und zu einer bestimmten Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung war es gerecht, so zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich verändert. Der Entwicklungsgedanke und die Verantwortung des Menschen für seine gestalterischen Fähigkeiten hat längst begonnen. Ein sich berufen auf Altes reicht heute nicht mehr aus. Und man kann den eindringlichen Satz Rudolf Steiners nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, das Böse ist nur ein zeitversetztes Gutes.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 ===&lt;br /&gt;
Wir werden in unseren Betrachtungen noch sehr genau einzugehen haben auf das Jahwe-Wesen beispielsweise, das wir aber heute mit Blick auf die Uhr an dieser Stelle aussparen. Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die Kraft der Mitte an. Die Welt ist nicht zweigegliedert. Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme Luzifers führt. Und sowohl Luzifer als auch Ahriman sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine Göttlichkeit zu erkennen. Und je mehr die Mitte geschwächt wird in der Welt, und die Bestrebungen sind heute so, ich möchte es hier ganz klar aussprechen, nicht nur die Mitte zu schwächen, sondern die Mitte zu vernichten. Ohne Mitte, ohne Dreigliederung wird eine gedeihliche Zukunft nicht möglich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Aktivität der Mitte aber eine bewusste Aktivität. Denn wie wir in der Welt auch sehen können, bedeutet viel Bewegung noch keinen Fortschritt. Sich beschäftigt halten mit den oberflächlichen äußeren Dingen der Welt bedeutet keinen Fortschritt. Guten Willen für den Geist, das ist es, was wir brauchen und was Rudolf Steiner einmal in einem seiner Mantren in beeindruckender Form zusammengefasst hat. Vielleicht möchte ich es zum Abschluss für heute einmal sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue in die Finsternis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihr ersteht Licht, lebendes Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist dies Licht in der Finsternis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin es selbst, in meiner Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nur Bild davon. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es aber wieder finden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn ich, guten Willens für den Geist, durch des Todes Pforte gegangen bin.&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:10:05 ===&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wünsche ich euch, wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Beitrag wiedersehen. Ein besonderer Dank an alle, die auf diesem Kanal mitdenken, die einen Kommentar hinterlassen, den Kanal abonnieren. Und besonders auch denjenigen, die den Kanal mit einer kleinen finanziellen Zuwendung unterstützen. Ca. 1% der regelmäßigen Zuschauer tun dies. Und ich wäre sehr dankbar, dass alle, die es vermögen, die aus diesen Beiträgen für ihre eigene innere Arbeit eine Unterstützung entnehmen können, vielleicht ebenso die Arbeit mit einer kleinen Spende bedenken würden. Vielen Dank, alles Gute und bis bald.&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ahriman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des [[Drittes Jahrtausend|dritten Jahrtausends]] das Wesen &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; sich im [[Westen]] in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. ... Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer [[dreigegliederten Welt]], die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die [[Mitte]] zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen &#039;&#039;&#039;Ahrimans&#039;&#039;&#039;.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ahrimanische Kräfte]]&lt;br /&gt;
*„Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die [[luziferischen Kräfte]] fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die &#039;&#039;&#039;ahrimanischen Kräfte&#039;&#039;&#039; hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Chinesisches Volk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem &#039;&#039;&#039;chinesischen Volk&#039;&#039;&#039; aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe [[geistige Fähigkeiten]] innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art [[Überlegenheitsgefühl]] kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen [[Gelassenheit]] in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Determinismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039;, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
* „Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten [[Religionen]] heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039; der Vorgänger des [[Materialismus]] ist.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dogma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Fortan wurde also per Dekret als &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; festgelegt, der Mensch besteht nicht aus [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]], sondern es wurde das &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}[[Freiheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen [[Ost]] und [[West]] um die [[Mitte]], beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des [[Determinismus]] geht oder ob die Menschheit den Weg der &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; einschlagen will.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*„Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;, künstlerische &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;. Und darin liegt auch eine gewisse [[Moralisch|moralische]] [[Verantwortung]] für jeden einzelnen Menschen verborgen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; und dieser &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; macht dann immer wieder [[Metamorphose|Metamorphosen]] durch, ändert seine [[Erscheinungsform]]. ... Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des &#039;&#039;&#039;Geistes&#039;&#039;&#039; ist die [[Materie]]. “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Metamorphosen des Geistes 00:41:55|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determnismus, 2025, 00:41:55]]&lt;br /&gt;
[[Geisterkenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es besonders die Aufgabe der [[Mitte]] ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den [[Determinismus]], den [[Materialismus]] und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch &#039;&#039;&#039;Geisterkenntnis&#039;&#039;&#039; über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von [[Jesus]] zu [[Christus]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Aufgabe der Mitte 00:58:24|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:58:24]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gut und Böse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt [[das Gute]], und ein Reich [[Das Böse|des Bösen]], das heißt also das Schlechte. Wir haben &#039;&#039;&#039;Gut und Böse&#039;&#039;&#039; in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der [[Widersacher]] ist. Denn durch die Beseitigung der [[Dreiheit]] hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen. ... “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; [[Ahriman|Ahrimans]] und [[Luzifer|Luzifers]] also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; des [[Christus]] ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; zu suchen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kraft der Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist.&amp;quot; [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:06:03]]&lt;br /&gt;
* „Und hieraus können wir ableiten, dass [[Schiller]] in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem [[Idealismus]] und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:07:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; mit ihrem Ursprung im [[Osten]] zu suchen. Während [[Ahriman]] sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; im dritten Jahrtausend vor Christus.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
* „Und als &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte [[Atlantisch|atlantische]] Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als [[chinesische Kultur]] in der Welt vorfinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Feiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Luziferische Kräfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die &#039;&#039;&#039;luziferischen Kräfte&#039;&#039;&#039; fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die [[ahrimanischen Kräfte]] hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Materie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Dass [[Rudolf Steiner]] sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; eine andere Erscheinungsform des [[Geist|Geistes]] ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die [[Erscheinungsform]], auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; bestimmten [[Naturgesetze|Naturgesetzen]] unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des [[Determinismus|Deterministischen]]. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:44:03]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|R}}[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Allerdings zählt es, so hat es uns &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;&#039; ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die [[Geschehnisse in der Welt]] zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer [[geistigen Perspektive]] aus zu beurteilen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:03:49]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Sabbat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[Matthäus 12:] Denn der [[Menschensohn|Sohn des Menschen]] ist Herr des &#039;&#039;&#039;Sabbats&#039;&#039;&#039;. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am &#039;&#039;&#039;Sabbat&#039;&#039;&#039; zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:54:43]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039; wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des [[Tod|Todes]] 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des [[Menschenwesen|Menschenwesens]] einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. ... Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten [[Formtrieb]]. Und dieser Formtrieb, diese Formung des [[Stoff|Stoffes]], die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039;, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer [[Individuell|individuellen]] Art und Weise zu gestalten, zu formen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:46:02]]&lt;br /&gt;
[[Selbsterziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir es [[anthroposophisch]] ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der &#039;&#039;&#039;Selbsterziehung&#039;&#039;&#039; des Menschen, das ist die eigentliche [[Pflicht]], die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sonnendämon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Obwohl [[Ahriman]] und [[Luzifer]] auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den [[Christus]], dem &#039;&#039;&#039;Sonnendämon&#039;&#039;&#039; Sorat, beeinflusst werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00: 24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}[[Trichotomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie [[Rudolf Steiner]] an vielen Stellen betont, kam es im Jahr [[869]] auf einem Konzil der sich damals bildenden [[christlichen Kirche]] - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das [[Christentum]] aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039;, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039; auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich [[Das Göttliche|Göttliche]], den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den [[Luziferische Kräfte|luziferischen]] und den [[Ahrimanische Kräfte|ahrimanischen Kräften]], auf dass sie [[Gleichgewicht]] herstellen zwischen diesen beiden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
* „Im &#039;&#039;&#039;Westen&#039;&#039;&#039; haben wir vornehmlich die Kräfte des [[Ahriman|Ahrimanischen]] zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem &#039;&#039;&#039;Weltlichen&#039;&#039;&#039; verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der [[Zukunft]] einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
[[Wüste Gobi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dort in dieser &#039;&#039;&#039;Wüste Gobi&#039;&#039;&#039; begründeten diese Menschen dann unter der Führung des [[Manu]] und später dann unter der Führung der sogenannten [[Sieben heilige Rishis|sieben heiligen Rishis]] die erste nachatlantische [[Kulturepoche]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28091</id>
		<title>Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
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		<updated>2025-08-12T14:16:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiheit oder Determinismus, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs|thumb|Vortrag vom 16. April 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Freiheit oder Determinismus, veröffentlicht am 21. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Einleitung 00:00:44 ===&lt;br /&gt;
Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kulturepochen zu diesem neuen Video. Liebe Zuschauer, ich möchte auch heute mit diesem Video ein wenig an Zeitgenössisches anknüpfen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, ihr verzeiht mir, dass es sich noch ein wenig hinzieht, bis wir in unserem Kontext „Anthroposophie, eine Erlebnisreise“ weitergehen. Mich erreichen in den letzten Tagen und Wochen einige Zuschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie wir uns positionieren können als geistig strebende Menschen in diesem aktuellen Geschehen weltweit. Wir wissen, die Welt hat sich dahingehend verändert, dass nahezu an allen Orten der Welt Dinge in die Informationsflut aufgenommen werden und alle Menschen auf der Welt zu diesen Ereignissen dann Zugang erhalten durch die modernen Medien und durch die Möglichkeiten der Telekommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vortrag zur Waldorfpädagogik sind wir teilweise auf dieses Phänomen kurz eingegangen. Hier vor allen Dingen die Wirkung der sozialen Medien auch auf die Kinderseelen. Aber selbstverständlich sind auch die Erwachsenen von diesen Zuständen nicht verschont. Und wir müssen durchaus sagen, dass natürlich im Gegensatz zu den Kindern, die in gewisser Hinsicht noch unter dem Schutz der geistigen Welt und der höheren Hierarchien stehen, die Seelen der Erwachsenen diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind, vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, zu welchen Gedanken, Gefühlen und letztlich Taten diese Menschen dann schreiten aufgrund ihres Eingebundenseins in diese moderne Welt der Informationen. Der grenzenlosen Informationsverfügbarkeit. Und wir befinden uns, wie wir in den vorangehenden Videos auch öfter beschrieben haben, in einer aus meiner Sicht äußerst kritischen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49 ===&lt;br /&gt;
Einmal mehr haben sich kriegerische Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas in Gang gesetzt. Und die Menschen denken natürlich viel darüber nach, zunächst welche Ursachen dem zugrunde liegen und selbstverständlich auch, wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Und ich möchte heute in diesem Video keine Lösungswege politischer Art aufzeigen. Ich möchte mich auch so wenig wie möglich in politische Diskussionen verstricken auf diesem Kanal. Dazu ist dieser Kanal nicht gegründet worden. Allerdings zählt es, so hat es uns Rudolf Steiner ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die Geschehnisse in der Welt zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer geistigen Perspektive aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
=== Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03 ===&lt;br /&gt;
Und eigentlich ist es nach wie vor so, dass wir ähnlich wie im 20. Jahrhundert immer noch eine Konfliktsituation vorfinden, die man unterteilen könnte in eine Partei des Westens und eine Partei des Ostens. Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die Kraft der Mitte, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist. Und ich möchte heute gerne mit Ihnen, mit Euch, diesen Sachverhalt noch einmal etwas näher beleuchten und möchte beginnen damit, dass wir zurückgehen gemeinsam in das Jahr 1791.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16 ===&lt;br /&gt;
Dieses Jahr 1791 ist für die große Persönlichkeit Friedrich Schiller ein besonderes Jahr. In diesem Jahr erhält er Gewissheit darüber, dass aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes seine Tage gezählt sind. Friedrich Schiller hatte sich im Laufe seines Lebens zum wiederholten Male schwere Krankheiten zugezogen, von denen er sich aus bestimmten Gründen nicht mehr vollständig erholte. Hervorzuheben ist hier vor allen Dingen ein Malaria-Fieber, dass er sich tragischerweise höchstwahrscheinlich an dem Orte zugezogen hat, an dem er zum ersten Mal in seinem Leben einen so großen Erfolg feiern konnte, nämlich in Mannheim. Und in Mannheim fand, wie wir wissen, die Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ statt. Und ausgerechnet in Mannheim, so ist es wahrscheinlich, zog er sich dieses schwere Malaria-Fieber zu. Friedrich Schiller war selbst ausgebildeter Mediziner. Er hatte in der Militärschule auf Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart eine medizinische Ausbildung zum Militärarzt absolviert, hatte jedoch die dort erworbenen Kenntnisse und auch seine Tätigkeit als Mediziner nie so recht lieben gelernt. Und dementsprechend waren seine Diagnosen und vor allen Dingen auch seine Medikamentenverschreibung unter seinen Patienten, man könnte sagen, berüchtigt und nicht besonders hoch angesehen. Friedrich Schiller hatte sich dann selbst therapiert, er hatte sich selbst Medikamente immer wieder in hohen Dosierungen verabreicht, um diesem Krankheitsdasein zu entfliehen, um weiter lyrisch-geistig tätig zu sein. Aber gleichzeitig hatte unter anderem auch diese Selbstbehandlung seinen Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert und im Jahre 1791 hat er nun Gewissheit, dass sein Erdenleben sich dem Ende zuneigen wird. Aufgrund dieser Nachricht im Angesicht des Todes, könnte man sagen, entfesseln sich jedoch in Schiller ungeahnte Willenskräfte. Er nimmt also den Kampf gegen seine eigene Natur, gegen seinen eigenen Körper auf und möchte die ihm gegebene Zeit noch so gut wie möglich nutzen, um spirituellen geistigen Fortschritt zu machen und künstlerisch produktiv zu sein. Und er sollte es aufgrund seiner hohen idealistischen Einstellung und seines unbändigen Willens für die Kunst zu leben, dann noch 14 Jahre schaffen weiterzuleben.&lt;br /&gt;
Und als man ihn nach seinem Tode obduzierte, konnte man es kaum glauben, was man dort zu sehen bekam. Seine inneren Organe, vor allem auch seine Lunge waren, wie es im Obduktionsbericht zu lesen ist, nur noch breiartig vorhanden. Die Ärzte, die die Obduktion vornahmen, konnten nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie hat es dieser Mann noch so lange geschafft weiterzuleben. Und hieraus können wir ableiten, dass Schiller in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die Kraft der Mitte, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem Idealismus und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen. Alles, was uns bindet an die Vergänglichkeit, rückt in den Hintergrund, in dem Moment, wo wir uns anbinden an den lebendigen Geist. Und so möchte ich heute Friedrich Schiller als einen großen Vertreter des deutschen Geisteslebens zu Beginn hervorheben und möchte nun ein wenig in die Betrachtungen einsteigen, die uns auch heute in eine brisante Weltlage gebracht haben, nämlich eine Art Unberücksichtigtlassen gewisser geistiger Zusammenhänge, die Welt betreffend, den Osten, die Mitte und den Westen betreffend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte zunächst ins Auge fassen, dass wir, wenn wir die Welt heute auf diesem Kanal oder auch im anthroposophischen Kontext wie selbstverständlich immer in einer dreigegliederten Form sehen, dass wir nicht vergessen sollten, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wie Rudolf Steiner an vielen Stellen betont, kam es im Jahr 869 auf einem Konzil der sich damals bildenden christlichen Kirche - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das Christentum aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine Trichotomie, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen. Fortan wurde also per Dekret als Dogma festgelegt, der Mensch besteht nicht aus Leib, Seele und Geist, sondern es wurde das Dogma gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele. Und wir können dieses Faktum nicht hoch genug ansetzen. Rudolf Steiner spricht hier von einem Irrwahn, der die Menschheit befallen hat, nämlich fortan die Welt und den Menschen nicht mehr als dreigegliedert zu sehen, sondern als zweigegliedert.&lt;br /&gt;
Dieses Dogma, diese Festsetzung hatte gigantische Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit in der darauf folgenden Zeit. Dies geht unter anderem, wenn wir es philosophisch auffassen wollen, so weit und auch theologisch auffassen, dass man gesagt hat, fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt das Gute, und ein Reich des Bösen, das heißt also das Schlechte. Wir haben Gut und Böse in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der Widersacher ist. Denn durch die Beseitigung der Dreiheit hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22 ===&lt;br /&gt;
Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die Widersacherkräfte hinzunehmen, dass die luziferischen Kräfte fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als das Gute gelten, während die ahrimanischen Kräfte hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder das Böse gesehen werden. Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer Trichotomie auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich Göttliche, den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den luziferischen und den ahrimanischen Kräften, auf dass sie Gleichgewicht herstellen zwischen diesen beiden. Erst wenn wir die Kräfte Luzifers, die in der Zweiteilung der Welt automatisch zum Guten werden, unrechtmäßig und die Kräfte des Herunterziehenden ins ahrimanische Reich hinein in ein Gleichgewicht zueinander bringen, als aktive Tätigkeit der Seele, des Geistes, dann haben wir ein rechtes Verhältnis zu dieser Welt hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Prinzip nun übertragen auf die aktuelle Weltlage, die Einflüsse des Westens, die Einflüsse des Ostens, es fehlt die Mitte, so können wir uns dem Sachverhalt, der uns gerade gegenübersteht, schon ein wenig mehr annähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20 ====&lt;br /&gt;
Im Westen haben wir vornehmlich die Kräfte des Ahrimanischen zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem Weltlichen verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der Zukunft einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen. Vielmehr kommt es darauf an, dass sie von einer starken Mitte in ein angemessenes Verhältnis in der Welt gebracht werden. Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des dritten Jahrtausends das Wesen Ahriman sich im Westen in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. Daraus können wir ableiten, wie uns Rudolf Steiner auch mitteilt, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt das Wesen Ariman seine Inkarnation aktiv vorbereiten wird. Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer dreigegliederten Welt, die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die Mitte zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen Ahrimans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32 ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des Luzifer mit ihrem Ursprung im Osten zu suchen. Während Ahriman sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus. Wenn wir die Inkarnationen Ahrimans und Luzifers also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die Inkarnation des Christus ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Inkarnationen zu suchen. Und Luzifer inkarnierte sich also im Osten, genau genommen in China, und zwar in die Leibeshülle des ersten chinesischen Kaisers, der auch geschichtlich bekannt ist unter dem Namen der Gelbe Drache. Und wie Rudolf Steiner uns mitteilt, ist es selbstverständlich auch die Bestrebung Luzifers, ein Erstarken der Mittelkraft zu verhindern. Obwohl Ahriman und Luzifer auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den Christus, dem Sonnendämon Sorat, beeinflusst werden. Und wir haben von Rudolf Steiner die Information erhalten, dass gerade mit dem Blick auf den Osten eine besondere Beziehung besteht zwischen den Völkern des Ostens und den Völkern der Mitte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33 ===&lt;br /&gt;
Die Völker des Ostens haben eine große Tendenz dazu, geistige Mächte und Kräfte und Fähigkeiten zu tradieren, die ihren Ursprung im vorherigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung, d.h. im atlantischen Zeitalter, haben. Das hat damit zu tun, dass, als sich der atlantische Kontinent dem Untergang entgegen bewegte, sich also gewisse Teile der atlantischen Völker absetzten auf das sich erhebende europäisch-asiatische Festland. Und eine Gruppe, die besonders hervorzuheben ist, erreichte das europäische Festland im Bereich des heutigen Irland und begab sich dann in einem weiten Zug von dort aus bis in die Wüste Gobi hinein, und zwar unter der Führung eines hohen geistigen Wesens, das wir als Manu hier bereits einmal kennengelernt haben. Und dort in dieser Wüste Gobi begründeten diese Menschen dann unter der Führung des Manu und später dann unter der Führung der sogenannten sieben heiligen Rishis die erste nachatlantische Kulturepoche. Und es gab auf dem Weg zu diesem Ort auch immer wieder Teile dieser atlantischen Menschen, die zurückgeblieben sind, die also dieses europäisch-asiatische Festland zu ihrer Heimat nahmen und nicht weiterzogen in Richtung Osten. Und so haben wir gerade auf diesem asiatischen Kontinent viele Strömungen, Geistesströmungen, die einen starken Bezug zu tradiertem atlantischen Wissen haben. Und ein Teil dieses tradierten atlantischen Wissens ist auch in die Kultur der Chinesen eingeflossen. Und als Luzifer seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte atlantische Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als chinesische Kultur in der Welt vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass durch dieses Mischverhältnis aus luziferischen Einflüssen und atlantischem, tradiertem Wissen die Menschen des Ostens und auch das chinesische Volk aus diesen Anlagen heraus hohe geistige Fähigkeiten in sich tragen. Und wir müssen sagen, dass das natürlich nun nicht auf jeden einzelnen Menschen, der in China lebt, zutreffend ist, sondern dass wir das als eine Art Erbschaft für das gesamte chinesische Volk zu sehen haben. Und auf diese Erbschaft greifen dann die einzelnen Menschen, die heute in China geboren werden, mehr oder weniger zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch im asiatischen Raum, dass überall auf der Welt die Kräfte des Individualismus wirken und dass es in jedem Volke zu entsprechenden Abweichungen in der Individualentwicklung kommen kann, dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem chinesischen Volk aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe geistige Fähigkeiten innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art Überlegenheitsgefühl kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen Gelassenheit in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden. Und dass sie aus ihrer tradierten Weisheit heraus das Gefühl haben, sie wären uns überlegen. Und dass nun vorsichtig gesagt, aus dieser Kultur heraus immer die Gefahr besteht, aufgrund des Unverständnisses, dass sie mit dem Blick in den Westen und auch zur Mitte erhalten, dass immer ein leichtes Gefühl aus ihren Seelen heraufdringt, die Kulturen des Westens und die Kulturen der Mitte überwältigen zu wollen zugunsten des weiterhin Aufblühens dieses alten Wissens, dieser alten Weisheit. Und ich möchte damit nicht die Kulturen des Ostens an dieser Stelle herabwürdigen. Es soll hier nur versucht werden, ein wenig Verständnis dafür zu erwecken, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Menschen überall auf der Welt eine gleiche Gefühls- und Gedankenhaltung gegenüber der Welt einnehmen, wie wir es tun. Sondern dass in den Untergründen der Seelen, resultierend aus der Tradition, aus der Vergangenheit, von den Ahnen und natürlich auch durch jüngere kulturelle Prägungen, die Sicht auf die Dinge anders ausfällt als bei uns. Und dass wir sehr darauf achten sollten, gerade wir als Menschen der Mitte eben diese Dinge zu verstehen und diese Dinge mit einzubeziehen.&lt;br /&gt;
=== Determinismus finden wir überall 00:37:00 ===&lt;br /&gt;
Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen Ost und West um die Mitte, beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des Determinismus geht oder ob die Menschheit den Weg der Freiheit einschlagen will. Und Determinismus ist etwas, das wir heute in der Welt überall finden können. Und wenn ich sage überall, dann möchte ich vor allen Dingen auch betonen, dass sich das Prinzip des Determinismus vor allen Dingen auch in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Zivilisation finden lässt. Der Determinismus, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05 ====&lt;br /&gt;
Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten Religionen heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der Determinismus der Vorgänger des Materialismus ist. Dass sich also bis heute aus der deterministischen Weltsicht der alten Religionen, der alten Religionsauffassungen die Sichtweise des Materialismus, auf dem sich in großen Teilen auch die Naturwissenschaft herausgebildet hat, bestimmt wird. So haben wir zu sehen, dass Rudolf Steiner uns darauf aufmerksam macht, wenn wir die alte philosophische Frage aufwerfen nach dem Unterschied zwischen Geist und Materie. Dass Rudolf Steiner sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die Materie eine andere Erscheinungsform des Geistes ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die Erscheinungsform, auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an. Rudolf Steiner bringt hier das Beispiel, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir uns eine bestimmte Menge Wasser auf die Hand laufen lassen oder ob wir die gleiche Menge Wasser erstarrt zu einem Eiswürfel uns auf die Hand legen. Die Erscheinungsform ist dasjenige, auf das wir uns im irdischen Leben sehr stark einzulassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Metamorphosen des Geistes 00:41:55 ====&lt;br /&gt;
Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung Rudolf Steiners dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der Geist und dieser Geist macht dann immer wieder Metamorphosen durch, ändert seine Erscheinungsform. Zunächst hinein in einen Offenbarungscharakter. Der Geist nicht mehr an sich, sondern er verdichtet sich gewissermaßen in einen Zustand des sich Offenbarens in Form von Seelenkräften, in Form von Seelensubstanz. Und dann verdichtet sich dieser Geist erneut und erscheint uns in Form der Bildekräfte, der Welt des Ätherischen, um dann schließlich noch einmal eine Metamorphose, eine sich verdichtende Tendenz einzunehmen, um schließlich dann als physische Materie sich zu äußern. Und hier haben wir es dann mit der Erscheinungsform des Geistes als Bild zu tun. Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des Geistes ist die Materie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03 ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter des Gleichnisses kann, wenn er nicht in ein rechtes Verhältnis gesetzt wird, natürlich dazu führen, dass wenn wir sagen, dieser Zustand des Materiellen ist das, was uns tagtäglich in sehr starker Form beeindruckt über die äußeren Sinne, dass es dann zu der Einschätzung kommen kann, das was wir als Bewusstsein bezeichnen, das was wir als Seelisches oder auch als Geistiges bezeichnen, ist nichts weiter als ein Ausfluss der Materie. Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die Materie bestimmten Naturgesetzen unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des Deterministischen. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02 ===&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des Todes 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des Menschenwesens einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. Er nahm seine Erfahrungen hinzu, die er bisher in seinem Leben gemacht hatte, unter anderem mit der Französischen Revolution, wo er noch davon ausgegangen war, dass das Heil der Menschheit darin zu bestehen hat, die möglichst richtigen Regelungen für alle zu finden. Dass man nur die Normen, Gesetze und Statuten so anzupassen hat, dass unter ihnen alle Menschen zum Heil kommen können. Aber diese Sichtweise sollte sich im Angesicht des Todes noch einmal korrigieren. Stattdessen arbeitete er nun unter anderem an Ausführungen über die ästhetische Erziehung des Menschen, dass der Mensch seine Spieltalente entdecken solle. Er stützt diese Betrachtungen darauf, dass er sagt, von der Welt ausgehend werden wir unentwegt mit Dingen konfrontiert, die in unser Leben eintreten, und zwar nicht nur begrenzt durch physisch-stoffliche Dinge, sondern auch durchaus auf der seelischen Ebene und auch auf der geistigen Ebene. Alles das, was im Laufe unseres Lebens einen Eindruck auf uns macht, das bezeichnet Friedrich Schiller mehr oder weniger als Stoff oder auch Stofftrieb. Das Einwirken dieses Lebensstoffes auf uns ist die eine große Kraft. Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten Formtrieb. Und dieser Formtrieb, diese Formung des Stoffes, die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich Schiller, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer individuellen Art und Weise zu gestalten, zu formen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17 ===&lt;br /&gt;
Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt Freiheit, künstlerische Freiheit. Und darin liegt auch eine gewisse moralische Verantwortung für jeden einzelnen Menschen verborgen. Friedrich Schiller wurde durch das Beispiel der Französischen Revolution klar, als er sah, dass sich die Menschen spätestens als die Jakobiner damals begannen, Adelige und deren Bedienstete quasi am Fließband hinzurichten. Und das Volk in einer Art Wahn sich über jeden abgetrennten adeligen Kopf im Freudentaumel äußerte, dass Friedrich Schiller klar wurde, die Erziehung des Menschengeschlechtes kann nicht dadurch erfolgen, dass man eine Art unpersönliche Hypermoral entwirft und dabei die Eigenverantwortung für das unmittelbare Umfeld seines Lebens vergisst. Demnach sollte der Weg, den Friedrich Schiller in seiner ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes aufzeigt, nun darüber gehen, dass die Fähigkeiten der Gestaltung des Lebensstoffes, den jeder Mensch zur Verfügung hat, in der edelsten Form, die möglich ist, durchzuführen. Die eigene Vernunft und die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu führen, sich selbst zu veredeln, darauf kommt es an. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass der Mensch lernt, sich spielerisch mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, aber auch mit seinen Unvollkommenheiten und Schattenseiten bekannt zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es anthroposophisch ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der Selbsterziehung des Menschen, das ist die eigentliche Pflicht, die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben. Kein Gesetz, keine Regelungswerk, kein Zwang, keine Statutensammlung kann heute für den Menschen maßgeblich sein. Denn der Menschensohn steht über dem Sabbat.&lt;br /&gt;
=== Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel haben wir in Matthäus-Evangelium, Kapitel 12:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten. Es hungerte aber seine Jünger und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm, siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen, habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und doch schuldlos sind? Ich aber sage euch, Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. Er aber sprach zu ihnen, welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat? Und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht, wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. Dann spricht er zu den Menschen, strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird deutlich, wie sich in dieser Zeit, in der sich der Christusgeist begann, vollständig in die Leibeshülle des natanischen Jesusknaben hinein zu versenken, es sich bereits anbahnte dieser Konflikt zwischen dem alten Gesetz und dem lebendigen Geist.&lt;br /&gt;
=== Aufgabe der Mitte 00:58:24 ===&lt;br /&gt;
Und dass es besonders die Aufgabe der Mitte ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den Determinismus, den Materialismus und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch Geisterkenntnis über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von Jesus zu Christus. Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten Jesuitismus in die Strömung des Christentums hineingelegt haben. Das heißt, das Bewusstsein des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der Christus Jesus nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner Menschwerdung zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden. Es wird heute in Ost und West und auch in der Mitte viel gesprochen von Gott, oft auch vom Sohn, von Jesus Christus. Aber treffen diese Worte, diese Gedanken, die bei den Menschen dahinter stehen, auch wirklich das, um was es geht? Wir haben auf diesem Kanal schon versucht anzusprechen, dass es auch einer dringenden Klärung bedarf, wenn wir vom Vatergott sprechen, wenn wir vom Sohnesgott sprechen. Ist dies getragen von wirklichem, lebendigem Erkennen oder sind es Begriffe, Worte, die wir in tradierter Form einfach übernehmen? Wenn in den Weltreligionen von Vater gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur Trinität durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als Vater angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der Elohim oder Exusiai, der Geister der Form. Und zu einer bestimmten Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung war es gerecht, so zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich verändert. Der Entwicklungsgedanke und die Verantwortung des Menschen für seine gestalterischen Fähigkeiten hat längst begonnen. Ein sich berufen auf Altes reicht heute nicht mehr aus. Und man kann den eindringlichen Satz Rudolf Steiners nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, das Böse ist nur ein zeitversetztes Gutes.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 ===&lt;br /&gt;
Wir werden in unseren Betrachtungen noch sehr genau einzugehen haben auf das Jahwe-Wesen beispielsweise, das wir aber heute mit Blick auf die Uhr an dieser Stelle aussparen. Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die Kraft der Mitte an. Die Welt ist nicht zweigegliedert. Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme Luzifers führt. Und sowohl Luzifer als auch Ahriman sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine Göttlichkeit zu erkennen. Und je mehr die Mitte geschwächt wird in der Welt, und die Bestrebungen sind heute so, ich möchte es hier ganz klar aussprechen, nicht nur die Mitte zu schwächen, sondern die Mitte zu vernichten. Ohne Mitte, ohne Dreigliederung wird eine gedeihliche Zukunft nicht möglich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Aktivität der Mitte aber eine bewusste Aktivität. Denn wie wir in der Welt auch sehen können, bedeutet viel Bewegung noch keinen Fortschritt. Sich beschäftigt halten mit den oberflächlichen äußeren Dingen der Welt bedeutet keinen Fortschritt. Guten Willen für den Geist, das ist es, was wir brauchen und was Rudolf Steiner einmal in einem seiner Mantren in beeindruckender Form zusammengefasst hat. Vielleicht möchte ich es zum Abschluss für heute einmal sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue in die Finsternis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihr ersteht Licht, lebendes Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist dies Licht in der Finsternis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin es selbst, in meiner Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nur Bild davon. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es aber wieder finden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn ich, guten Willens für den Geist, durch des Todes Pforte gegangen bin.&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:10:05 ===&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wünsche ich euch, wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Beitrag wiedersehen. Ein besonderer Dank an alle, die auf diesem Kanal mitdenken, die einen Kommentar hinterlassen, den Kanal abonnieren. Und besonders auch denjenigen, die den Kanal mit einer kleinen finanziellen Zuwendung unterstützen. Ca. 1% der regelmäßigen Zuschauer tun dies. Und ich wäre sehr dankbar, dass alle, die es vermögen, die aus diesen Beiträgen für ihre eigene innere Arbeit eine Unterstützung entnehmen können, vielleicht ebenso die Arbeit mit einer kleinen Spende bedenken würden. Vielen Dank, alles Gute und bis bald.&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ahriman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des [[Drittes Jahrtausend|dritten Jahrtausends]] das Wesen &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; sich im [[Westen]] in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. ... Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer [[dreigegliederten Welt]], die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die [[Mitte]] zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen &#039;&#039;&#039;Ahrimans&#039;&#039;&#039;.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ahrimanische Kräfte]]&lt;br /&gt;
*„Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die [[luziferischen Kräfte]] fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die &#039;&#039;&#039;ahrimanischen Kräfte&#039;&#039;&#039; hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Chinesisches Volk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem &#039;&#039;&#039;chinesischen Volk&#039;&#039;&#039; aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe [[geistige Fähigkeiten]] innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art [[Überlegenheitsgefühl]] kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen [[Gelassenheit]] in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Determinismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039;, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
* „Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten [[Religionen]] heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039; der Vorgänger des [[Materialismus]] ist.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dogma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Fortan wurde also per Dekret als &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; festgelegt, der Mensch besteht nicht aus [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]], sondern es wurde das &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}[[Freiheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen [[Ost]] und [[West]] um die [[Mitte]], beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des [[Determinismus]] geht oder ob die Menschheit den Weg der &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; einschlagen will.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*„Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;, künstlerische &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;. Und darin liegt auch eine gewisse [[Moralisch|moralische]] [[Verantwortung]] für jeden einzelnen Menschen verborgen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; und dieser &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; macht dann immer wieder [[Metamorphose|Metamorphosen]] durch, ändert seine [[Erscheinungsform]]. ... Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des &#039;&#039;&#039;Geistes&#039;&#039;&#039; ist die [[Materie]]. “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Metamorphosen des Geistes 00:41:55|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determnismus, 2025, 00:41:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gut und Böse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt [[das Gute]], und ein Reich [[Das Böse|des Bösen]], das heißt also das Schlechte. Wir haben &#039;&#039;&#039;Gut und Böse&#039;&#039;&#039; in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der [[Widersacher]] ist. Denn durch die Beseitigung der [[Dreiheit]] hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen. ... “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; [[Ahriman|Ahrimans]] und [[Luzifer|Luzifers]] also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; des [[Christus]] ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; zu suchen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kraft der Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist.&amp;quot; [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:06:03]]&lt;br /&gt;
* „Und hieraus können wir ableiten, dass [[Schiller]] in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem [[Idealismus]] und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:07:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; mit ihrem Ursprung im [[Osten]] zu suchen. Während [[Ahriman]] sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; im dritten Jahrtausend vor Christus.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
* „Und als &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte [[Atlantisch|atlantische]] Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als [[chinesische Kultur]] in der Welt vorfinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Feiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Luziferische Kräfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die &#039;&#039;&#039;luziferischen Kräfte&#039;&#039;&#039; fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die [[ahrimanischen Kräfte]] hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Materie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Dass [[Rudolf Steiner]] sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; eine andere Erscheinungsform des [[Geist|Geistes]] ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die [[Erscheinungsform]], auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; bestimmten [[Naturgesetze|Naturgesetzen]] unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des [[Determinismus|Deterministischen]]. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:44:03]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|R}}[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Allerdings zählt es, so hat es uns &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;&#039; ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die [[Geschehnisse in der Welt]] zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer [[geistigen Perspektive]] aus zu beurteilen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:03:49]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Sabbat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[Matthäus 12:] Denn der [[Menschensohn|Sohn des Menschen]] ist Herr des &#039;&#039;&#039;Sabbats&#039;&#039;&#039;. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am &#039;&#039;&#039;Sabbat&#039;&#039;&#039; zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:54:43]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039; wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des [[Tod|Todes]] 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des [[Menschenwesen|Menschenwesens]] einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. ... Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten [[Formtrieb]]. Und dieser Formtrieb, diese Formung des [[Stoff|Stoffes]], die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039;, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer [[Individuell|individuellen]] Art und Weise zu gestalten, zu formen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:46:02]]&lt;br /&gt;
[[Selbsterziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir es [[anthroposophisch]] ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der &#039;&#039;&#039;Selbsterziehung&#039;&#039;&#039; des Menschen, das ist die eigentliche [[Pflicht]], die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sonnendämon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Obwohl [[Ahriman]] und [[Luzifer]] auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den [[Christus]], dem &#039;&#039;&#039;Sonnendämon&#039;&#039;&#039; Sorat, beeinflusst werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00: 24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}[[Trichotomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie [[Rudolf Steiner]] an vielen Stellen betont, kam es im Jahr [[869]] auf einem Konzil der sich damals bildenden [[christlichen Kirche]] - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das [[Christentum]] aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039;, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039; auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich [[Das Göttliche|Göttliche]], den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den [[Luziferische Kräfte|luziferischen]] und den [[Ahrimanische Kräfte|ahrimanischen Kräften]], auf dass sie [[Gleichgewicht]] herstellen zwischen diesen beiden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
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* „Im &#039;&#039;&#039;Westen&#039;&#039;&#039; haben wir vornehmlich die Kräfte des [[Ahriman|Ahrimanischen]] zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem &#039;&#039;&#039;Weltlichen&#039;&#039;&#039; verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der [[Zukunft]] einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
[[Wüste Gobi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dort in dieser &#039;&#039;&#039;Wüste Gobi&#039;&#039;&#039; begründeten diese Menschen dann unter der Führung des [[Manu]] und später dann unter der Führung der sogenannten [[Sieben heilige Rishis|sieben heiligen Rishis]] die erste nachatlantische [[Kulturepoche]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Samara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28090</id>
		<title>Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthro.world/index.php?title=Freiheit_oder_Determinismus_-_ein_Vortrag_von_Christoph_Bolle%C3%9Fen,_2025&amp;diff=28090"/>
		<updated>2025-08-12T12:37:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Samara: /* Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiheit oder Determinismus, 2025.jpg|link=https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs|thumb|Vortrag vom 16. April 2025 von [[Christoph Bolleßen]]. [https://www.youtube.com/watch?v=XqmRq9NZpFs Hier klicken um zum Video zu gelangen] ]]&lt;br /&gt;
[[Christoph Bolleßen|| zurück zu Christoph Bolleßen |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag Freiheit oder Determinismus, veröffentlicht am 21. Mai 2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begrüßung und Einleitung 00:00:44 ===&lt;br /&gt;
Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kulturepochen zu diesem neuen Video. Liebe Zuschauer, ich möchte auch heute mit diesem Video ein wenig an Zeitgenössisches anknüpfen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, ihr verzeiht mir, dass es sich noch ein wenig hinzieht, bis wir in unserem Kontext „Anthroposophie, eine Erlebnisreise“ weitergehen. Mich erreichen in den letzten Tagen und Wochen einige Zuschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie wir uns positionieren können als geistig strebende Menschen in diesem aktuellen Geschehen weltweit. Wir wissen, die Welt hat sich dahingehend verändert, dass nahezu an allen Orten der Welt Dinge in die Informationsflut aufgenommen werden und alle Menschen auf der Welt zu diesen Ereignissen dann Zugang erhalten durch die modernen Medien und durch die Möglichkeiten der Telekommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vortrag zur Waldorfpädagogik sind wir teilweise auf dieses Phänomen kurz eingegangen. Hier vor allen Dingen die Wirkung der sozialen Medien auch auf die Kinderseelen. Aber selbstverständlich sind auch die Erwachsenen von diesen Zuständen nicht verschont. Und wir müssen durchaus sagen, dass natürlich im Gegensatz zu den Kindern, die in gewisser Hinsicht noch unter dem Schutz der geistigen Welt und der höheren Hierarchien stehen, die Seelen der Erwachsenen diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind, vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, zu welchen Gedanken, Gefühlen und letztlich Taten diese Menschen dann schreiten aufgrund ihres Eingebundenseins in diese moderne Welt der Informationen. Der grenzenlosen Informationsverfügbarkeit. Und wir befinden uns, wie wir in den vorangehenden Videos auch öfter beschrieben haben, in einer aus meiner Sicht äußerst kritischen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49 ===&lt;br /&gt;
Einmal mehr haben sich kriegerische Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas in Gang gesetzt. Und die Menschen denken natürlich viel darüber nach, zunächst welche Ursachen dem zugrunde liegen und selbstverständlich auch, wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Und ich möchte heute in diesem Video keine Lösungswege politischer Art aufzeigen. Ich möchte mich auch so wenig wie möglich in politische Diskussionen verstricken auf diesem Kanal. Dazu ist dieser Kanal nicht gegründet worden. Allerdings zählt es, so hat es uns Rudolf Steiner ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die Geschehnisse in der Welt zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer geistigen Perspektive aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
=== Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03 ===&lt;br /&gt;
Und eigentlich ist es nach wie vor so, dass wir ähnlich wie im 20. Jahrhundert immer noch eine Konfliktsituation vorfinden, die man unterteilen könnte in eine Partei des Westens und eine Partei des Ostens. Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die Kraft der Mitte, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist. Und ich möchte heute gerne mit Ihnen, mit Euch, diesen Sachverhalt noch einmal etwas näher beleuchten und möchte beginnen damit, dass wir zurückgehen gemeinsam in das Jahr 1791.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16 ===&lt;br /&gt;
Dieses Jahr 1791 ist für die große Persönlichkeit Friedrich Schiller ein besonderes Jahr. In diesem Jahr erhält er Gewissheit darüber, dass aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes seine Tage gezählt sind. Friedrich Schiller hatte sich im Laufe seines Lebens zum wiederholten Male schwere Krankheiten zugezogen, von denen er sich aus bestimmten Gründen nicht mehr vollständig erholte. Hervorzuheben ist hier vor allen Dingen ein Malaria-Fieber, dass er sich tragischerweise höchstwahrscheinlich an dem Orte zugezogen hat, an dem er zum ersten Mal in seinem Leben einen so großen Erfolg feiern konnte, nämlich in Mannheim. Und in Mannheim fand, wie wir wissen, die Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ statt. Und ausgerechnet in Mannheim, so ist es wahrscheinlich, zog er sich dieses schwere Malaria-Fieber zu. Friedrich Schiller war selbst ausgebildeter Mediziner. Er hatte in der Militärschule auf Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart eine medizinische Ausbildung zum Militärarzt absolviert, hatte jedoch die dort erworbenen Kenntnisse und auch seine Tätigkeit als Mediziner nie so recht lieben gelernt. Und dementsprechend waren seine Diagnosen und vor allen Dingen auch seine Medikamentenverschreibung unter seinen Patienten, man könnte sagen, berüchtigt und nicht besonders hoch angesehen. Friedrich Schiller hatte sich dann selbst therapiert, er hatte sich selbst Medikamente immer wieder in hohen Dosierungen verabreicht, um diesem Krankheitsdasein zu entfliehen, um weiter lyrisch-geistig tätig zu sein. Aber gleichzeitig hatte unter anderem auch diese Selbstbehandlung seinen Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert und im Jahre 1791 hat er nun Gewissheit, dass sein Erdenleben sich dem Ende zuneigen wird. Aufgrund dieser Nachricht im Angesicht des Todes, könnte man sagen, entfesseln sich jedoch in Schiller ungeahnte Willenskräfte. Er nimmt also den Kampf gegen seine eigene Natur, gegen seinen eigenen Körper auf und möchte die ihm gegebene Zeit noch so gut wie möglich nutzen, um spirituellen geistigen Fortschritt zu machen und künstlerisch produktiv zu sein. Und er sollte es aufgrund seiner hohen idealistischen Einstellung und seines unbändigen Willens für die Kunst zu leben, dann noch 14 Jahre schaffen weiterzuleben.&lt;br /&gt;
Und als man ihn nach seinem Tode obduzierte, konnte man es kaum glauben, was man dort zu sehen bekam. Seine inneren Organe, vor allem auch seine Lunge waren, wie es im Obduktionsbericht zu lesen ist, nur noch breiartig vorhanden. Die Ärzte, die die Obduktion vornahmen, konnten nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie hat es dieser Mann noch so lange geschafft weiterzuleben. Und hieraus können wir ableiten, dass Schiller in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die Kraft der Mitte, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem Idealismus und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen. Alles, was uns bindet an die Vergänglichkeit, rückt in den Hintergrund, in dem Moment, wo wir uns anbinden an den lebendigen Geist. Und so möchte ich heute Friedrich Schiller als einen großen Vertreter des deutschen Geisteslebens zu Beginn hervorheben und möchte nun ein wenig in die Betrachtungen einsteigen, die uns auch heute in eine brisante Weltlage gebracht haben, nämlich eine Art Unberücksichtigtlassen gewisser geistiger Zusammenhänge, die Welt betreffend, den Osten, die Mitte und den Westen betreffend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16 ===&lt;br /&gt;
Und ich möchte zunächst ins Auge fassen, dass wir, wenn wir die Welt heute auf diesem Kanal oder auch im anthroposophischen Kontext wie selbstverständlich immer in einer dreigegliederten Form sehen, dass wir nicht vergessen sollten, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wie Rudolf Steiner an vielen Stellen betont, kam es im Jahr 869 auf einem Konzil der sich damals bildenden christlichen Kirche - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das Christentum aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine Trichotomie, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen. Fortan wurde also per Dekret als Dogma festgelegt, der Mensch besteht nicht aus Leib, Seele und Geist, sondern es wurde das Dogma gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele. Und wir können dieses Faktum nicht hoch genug ansetzen. Rudolf Steiner spricht hier von einem Irrwahn, der die Menschheit befallen hat, nämlich fortan die Welt und den Menschen nicht mehr als dreigegliedert zu sehen, sondern als zweigegliedert.&lt;br /&gt;
Dieses Dogma, diese Festsetzung hatte gigantische Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit in der darauf folgenden Zeit. Dies geht unter anderem, wenn wir es philosophisch auffassen wollen, so weit und auch theologisch auffassen, dass man gesagt hat, fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt das Gute, und ein Reich des Bösen, das heißt also das Schlechte. Wir haben Gut und Böse in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der Widersacher ist. Denn durch die Beseitigung der Dreiheit hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22 ===&lt;br /&gt;
Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die Widersacherkräfte hinzunehmen, dass die luziferischen Kräfte fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als das Gute gelten, während die ahrimanischen Kräfte hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder das Böse gesehen werden. Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer Trichotomie auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich Göttliche, den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den luziferischen und den ahrimanischen Kräften, auf dass sie Gleichgewicht herstellen zwischen diesen beiden. Erst wenn wir die Kräfte Luzifers, die in der Zweiteilung der Welt automatisch zum Guten werden, unrechtmäßig und die Kräfte des Herunterziehenden ins ahrimanische Reich hinein in ein Gleichgewicht zueinander bringen, als aktive Tätigkeit der Seele, des Geistes, dann haben wir ein rechtes Verhältnis zu dieser Welt hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dieses Prinzip nun übertragen auf die aktuelle Weltlage, die Einflüsse des Westens, die Einflüsse des Ostens, es fehlt die Mitte, so können wir uns dem Sachverhalt, der uns gerade gegenübersteht, schon ein wenig mehr annähern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20 ====&lt;br /&gt;
Im Westen haben wir vornehmlich die Kräfte des Ahrimanischen zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem Weltlichen verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der Zukunft einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen. Vielmehr kommt es darauf an, dass sie von einer starken Mitte in ein angemessenes Verhältnis in der Welt gebracht werden. Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des dritten Jahrtausends das Wesen Ahriman sich im Westen in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. Daraus können wir ableiten, wie uns Rudolf Steiner auch mitteilt, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt das Wesen Ariman seine Inkarnation aktiv vorbereiten wird. Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer dreigegliederten Welt, die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die Mitte zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen Ahrimans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32 ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des Luzifer mit ihrem Ursprung im Osten zu suchen. Während Ahriman sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus. Wenn wir die Inkarnationen Ahrimans und Luzifers also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die Inkarnation des Christus ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Inkarnationen zu suchen. Und Luzifer inkarnierte sich also im Osten, genau genommen in China, und zwar in die Leibeshülle des ersten chinesischen Kaisers, der auch geschichtlich bekannt ist unter dem Namen der Gelbe Drache. Und wie Rudolf Steiner uns mitteilt, ist es selbstverständlich auch die Bestrebung Luzifers, ein Erstarken der Mittelkraft zu verhindern. Obwohl Ahriman und Luzifer auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den Christus, dem Sonnendämon Sorat, beeinflusst werden. Und wir haben von Rudolf Steiner die Information erhalten, dass gerade mit dem Blick auf den Osten eine besondere Beziehung besteht zwischen den Völkern des Ostens und den Völkern der Mitte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33 ===&lt;br /&gt;
Die Völker des Ostens haben eine große Tendenz dazu, geistige Mächte und Kräfte und Fähigkeiten zu tradieren, die ihren Ursprung im vorherigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung, d.h. im atlantischen Zeitalter, haben. Das hat damit zu tun, dass, als sich der atlantische Kontinent dem Untergang entgegen bewegte, sich also gewisse Teile der atlantischen Völker absetzten auf das sich erhebende europäisch-asiatische Festland. Und eine Gruppe, die besonders hervorzuheben ist, erreichte das europäische Festland im Bereich des heutigen Irland und begab sich dann in einem weiten Zug von dort aus bis in die Wüste Gobi hinein, und zwar unter der Führung eines hohen geistigen Wesens, das wir als Manu hier bereits einmal kennengelernt haben. Und dort in dieser Wüste Gobi begründeten diese Menschen dann unter der Führung des Manu und später dann unter der Führung der sogenannten sieben heiligen Rishis die erste nachatlantische Kulturepoche. Und es gab auf dem Weg zu diesem Ort auch immer wieder Teile dieser atlantischen Menschen, die zurückgeblieben sind, die also dieses europäisch-asiatische Festland zu ihrer Heimat nahmen und nicht weiterzogen in Richtung Osten. Und so haben wir gerade auf diesem asiatischen Kontinent viele Strömungen, Geistesströmungen, die einen starken Bezug zu tradiertem atlantischen Wissen haben. Und ein Teil dieses tradierten atlantischen Wissens ist auch in die Kultur der Chinesen eingeflossen. Und als Luzifer seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte atlantische Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als chinesische Kultur in der Welt vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass durch dieses Mischverhältnis aus luziferischen Einflüssen und atlantischem, tradiertem Wissen die Menschen des Ostens und auch das chinesische Volk aus diesen Anlagen heraus hohe geistige Fähigkeiten in sich tragen. Und wir müssen sagen, dass das natürlich nun nicht auf jeden einzelnen Menschen, der in China lebt, zutreffend ist, sondern dass wir das als eine Art Erbschaft für das gesamte chinesische Volk zu sehen haben. Und auf diese Erbschaft greifen dann die einzelnen Menschen, die heute in China geboren werden, mehr oder weniger zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch im asiatischen Raum, dass überall auf der Welt die Kräfte des Individualismus wirken und dass es in jedem Volke zu entsprechenden Abweichungen in der Individualentwicklung kommen kann, dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem chinesischen Volk aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe geistige Fähigkeiten innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art Überlegenheitsgefühl kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen Gelassenheit in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden. Und dass sie aus ihrer tradierten Weisheit heraus das Gefühl haben, sie wären uns überlegen. Und dass nun vorsichtig gesagt, aus dieser Kultur heraus immer die Gefahr besteht, aufgrund des Unverständnisses, dass sie mit dem Blick in den Westen und auch zur Mitte erhalten, dass immer ein leichtes Gefühl aus ihren Seelen heraufdringt, die Kulturen des Westens und die Kulturen der Mitte überwältigen zu wollen zugunsten des weiterhin Aufblühens dieses alten Wissens, dieser alten Weisheit. Und ich möchte damit nicht die Kulturen des Ostens an dieser Stelle herabwürdigen. Es soll hier nur versucht werden, ein wenig Verständnis dafür zu erwecken, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Menschen überall auf der Welt eine gleiche Gefühls- und Gedankenhaltung gegenüber der Welt einnehmen, wie wir es tun. Sondern dass in den Untergründen der Seelen, resultierend aus der Tradition, aus der Vergangenheit, von den Ahnen und natürlich auch durch jüngere kulturelle Prägungen, die Sicht auf die Dinge anders ausfällt als bei uns. Und dass wir sehr darauf achten sollten, gerade wir als Menschen der Mitte eben diese Dinge zu verstehen und diese Dinge mit einzubeziehen.&lt;br /&gt;
=== Determinismus finden wir überall 00:37:00 ===&lt;br /&gt;
Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen Ost und West um die Mitte, beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des Determinismus geht oder ob die Menschheit den Weg der Freiheit einschlagen will. Und Determinismus ist etwas, das wir heute in der Welt überall finden können. Und wenn ich sage überall, dann möchte ich vor allen Dingen auch betonen, dass sich das Prinzip des Determinismus vor allen Dingen auch in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Zivilisation finden lässt. Der Determinismus, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05 ====&lt;br /&gt;
Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten Religionen heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der Determinismus der Vorgänger des Materialismus ist. Dass sich also bis heute aus der deterministischen Weltsicht der alten Religionen, der alten Religionsauffassungen die Sichtweise des Materialismus, auf dem sich in großen Teilen auch die Naturwissenschaft herausgebildet hat, bestimmt wird. So haben wir zu sehen, dass Rudolf Steiner uns darauf aufmerksam macht, wenn wir die alte philosophische Frage aufwerfen nach dem Unterschied zwischen Geist und Materie. Dass Rudolf Steiner sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die Materie eine andere Erscheinungsform des Geistes ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die Erscheinungsform, auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an. Rudolf Steiner bringt hier das Beispiel, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir uns eine bestimmte Menge Wasser auf die Hand laufen lassen oder ob wir die gleiche Menge Wasser erstarrt zu einem Eiswürfel uns auf die Hand legen. Die Erscheinungsform ist dasjenige, auf das wir uns im irdischen Leben sehr stark einzulassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Metamorphosen des Geistes 00:41:55 ====&lt;br /&gt;
Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung Rudolf Steiners dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der Geist und dieser Geist macht dann immer wieder Metamorphosen durch, ändert seine Erscheinungsform. Zunächst hinein in einen Offenbarungscharakter. Der Geist nicht mehr an sich, sondern er verdichtet sich gewissermaßen in einen Zustand des sich Offenbarens in Form von Seelenkräften, in Form von Seelensubstanz. Und dann verdichtet sich dieser Geist erneut und erscheint uns in Form der Bildekräfte, der Welt des Ätherischen, um dann schließlich noch einmal eine Metamorphose, eine sich verdichtende Tendenz einzunehmen, um schließlich dann als physische Materie sich zu äußern. Und hier haben wir es dann mit der Erscheinungsform des Geistes als Bild zu tun. Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des Geistes ist die Materie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03 ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter des Gleichnisses kann, wenn er nicht in ein rechtes Verhältnis gesetzt wird, natürlich dazu führen, dass wenn wir sagen, dieser Zustand des Materiellen ist das, was uns tagtäglich in sehr starker Form beeindruckt über die äußeren Sinne, dass es dann zu der Einschätzung kommen kann, das was wir als Bewusstsein bezeichnen, das was wir als Seelisches oder auch als Geistiges bezeichnen, ist nichts weiter als ein Ausfluss der Materie. Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die Materie bestimmten Naturgesetzen unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des Deterministischen. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02 ===&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des Todes 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des Menschenwesens einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. Er nahm seine Erfahrungen hinzu, die er bisher in seinem Leben gemacht hatte, unter anderem mit der Französischen Revolution, wo er noch davon ausgegangen war, dass das Heil der Menschheit darin zu bestehen hat, die möglichst richtigen Regelungen für alle zu finden. Dass man nur die Normen, Gesetze und Statuten so anzupassen hat, dass unter ihnen alle Menschen zum Heil kommen können. Aber diese Sichtweise sollte sich im Angesicht des Todes noch einmal korrigieren. Stattdessen arbeitete er nun unter anderem an Ausführungen über die ästhetische Erziehung des Menschen, dass der Mensch seine Spieltalente entdecken solle. Er stützt diese Betrachtungen darauf, dass er sagt, von der Welt ausgehend werden wir unentwegt mit Dingen konfrontiert, die in unser Leben eintreten, und zwar nicht nur begrenzt durch physisch-stoffliche Dinge, sondern auch durchaus auf der seelischen Ebene und auch auf der geistigen Ebene. Alles das, was im Laufe unseres Lebens einen Eindruck auf uns macht, das bezeichnet Friedrich Schiller mehr oder weniger als Stoff oder auch Stofftrieb. Das Einwirken dieses Lebensstoffes auf uns ist die eine große Kraft. Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten Formtrieb. Und dieser Formtrieb, diese Formung des Stoffes, die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich Schiller, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer individuellen Art und Weise zu gestalten, zu formen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17 ===&lt;br /&gt;
Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt Freiheit, künstlerische Freiheit. Und darin liegt auch eine gewisse moralische Verantwortung für jeden einzelnen Menschen verborgen. Friedrich Schiller wurde durch das Beispiel der Französischen Revolution klar, als er sah, dass sich die Menschen spätestens als die Jakobiner damals begannen, Adelige und deren Bedienstete quasi am Fließband hinzurichten. Und das Volk in einer Art Wahn sich über jeden abgetrennten adeligen Kopf im Freudentaumel äußerte, dass Friedrich Schiller klar wurde, die Erziehung des Menschengeschlechtes kann nicht dadurch erfolgen, dass man eine Art unpersönliche Hypermoral entwirft und dabei die Eigenverantwortung für das unmittelbare Umfeld seines Lebens vergisst. Demnach sollte der Weg, den Friedrich Schiller in seiner ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes aufzeigt, nun darüber gehen, dass die Fähigkeiten der Gestaltung des Lebensstoffes, den jeder Mensch zur Verfügung hat, in der edelsten Form, die möglich ist, durchzuführen. Die eigene Vernunft und die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu führen, sich selbst zu veredeln, darauf kommt es an. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass der Mensch lernt, sich spielerisch mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, aber auch mit seinen Unvollkommenheiten und Schattenseiten bekannt zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir es anthroposophisch ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der Selbsterziehung des Menschen, das ist die eigentliche Pflicht, die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben. Kein Gesetz, keine Regelungswerk, kein Zwang, keine Statutensammlung kann heute für den Menschen maßgeblich sein. Denn der Menschensohn steht über dem Sabbat.&lt;br /&gt;
=== Konflikt zwischen dem Gesetz und dem lebendigen Geist 00:54:43 ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel haben wir in Matthäus-Evangelium, Kapitel 12:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten. Es hungerte aber seine Jünger und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm, siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen, habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und doch schuldlos sind? Ich aber sage euch, Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. Und sie fragten ihn und sprachen, ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. Er aber sprach zu ihnen, welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat? Und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht, wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. Dann spricht er zu den Menschen, strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird deutlich, wie sich in dieser Zeit, in der sich der Christusgeist begann, vollständig in die Leibeshülle des natanischen Jesusknaben hinein zu versenken, es sich bereits anbahnte dieser Konflikt zwischen dem alten Gesetz und dem lebendigen Geist.&lt;br /&gt;
=== Aufgabe der Mitte 00:58:24 ===&lt;br /&gt;
Und dass es besonders die Aufgabe der Mitte ist, dies zu ergreifen, den lebendigen Geist hineinzuschicken in die Gebiete des Ostens und in die Gebiete des Westens. Aber dazu ist es notwendig, dass wir überwinden den Determinismus, den Materialismus und dass wir uns damit vertraut machen, wie wir durch Geisterkenntnis über den Abgrund kommen können in der Erkenntnis von Jesus zu Christus. Denn die Kräfte, die den Determinismus, den Materialismus verkörpern, haben sich auch in das Verhältnis des Menschen zum Sohn bereits eingemischt, indem sie den sogenannten Jesuitismus in die Strömung des Christentums hineingelegt haben. Das heißt, das Bewusstsein des Menschen deterministisch, materialistisch zu manipulieren, zu hindern an einem Aufstieg und es immer mehr dahin zu bringen, einen Fokus zu legen darauf, dass der Christus Jesus nur ein schlichter Mann aus Nazareth gewesen ist. Die Äußerlichkeiten seiner Menschwerdung zu fokussieren und die gewaltige geistige Dimension hinter diesem Ereignis auszublenden. Es wird heute in Ost und West und auch in der Mitte viel gesprochen von Gott, oft auch vom Sohn, von Jesus Christus. Aber treffen diese Worte, diese Gedanken, die bei den Menschen dahinter stehen, auch wirklich das, um was es geht? Wir haben auf diesem Kanal schon versucht anzusprechen, dass es auch einer dringenden Klärung bedarf, wenn wir vom Vatergott sprechen, wenn wir vom Sohnesgott sprechen. Ist dies getragen von wirklichem, lebendigem Erkennen oder sind es Begriffe, Worte, die wir in tradierter Form einfach übernehmen? Wenn in den Weltreligionen von Vater gesprochen wird, dringt man an dieser Stelle wirklich bis zur Trinität durch? Wie wir noch anschauen werden und anschauen müssen, ist nicht selten das, was als Vater angesprochen wird, die Ebene der Schöpfergötter, der Elohim oder Exusiai, der Geister der Form. Und zu einer bestimmten Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung war es gerecht, so zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich verändert. Der Entwicklungsgedanke und die Verantwortung des Menschen für seine gestalterischen Fähigkeiten hat längst begonnen. Ein sich berufen auf Altes reicht heute nicht mehr aus. Und man kann den eindringlichen Satz Rudolf Steiners nicht oft genug zitieren, in dem er sagt, das Böse ist nur ein zeitversetztes Gutes.&lt;br /&gt;
=== Die Kraft der Mitte und der gute Wille für den Geist 01:05:00 ===&lt;br /&gt;
Wir werden in unseren Betrachtungen noch sehr genau einzugehen haben auf das Jahwe-Wesen beispielsweise, das wir aber heute mit Blick auf die Uhr an dieser Stelle aussparen. Für heute war es mir nur wichtig, noch einmal deutlich zu machen, es kommt auf die Menschen der Mitte an. Es kommt auf die Kraft der Mitte an. Die Welt ist nicht zweigegliedert. Wir haben leider die Schwierigkeit, dass das, was oftmals als himmlisch und gut bezeichnet wird, uns mitten in die Arme Luzifers führt. Und sowohl Luzifer als auch Ahriman sind Diener jenes Wesens, das den Menschen nicht in seine volle Kraft hineinkommen lassen will. Das den Menschen abhalten will, davon seine Göttlichkeit zu erkennen. Und je mehr die Mitte geschwächt wird in der Welt, und die Bestrebungen sind heute so, ich möchte es hier ganz klar aussprechen, nicht nur die Mitte zu schwächen, sondern die Mitte zu vernichten. Ohne Mitte, ohne Dreigliederung wird eine gedeihliche Zukunft nicht möglich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Aktivität der Mitte aber eine bewusste Aktivität. Denn wie wir in der Welt auch sehen können, bedeutet viel Bewegung noch keinen Fortschritt. Sich beschäftigt halten mit den oberflächlichen äußeren Dingen der Welt bedeutet keinen Fortschritt. Guten Willen für den Geist, das ist es, was wir brauchen und was Rudolf Steiner einmal in einem seiner Mantren in beeindruckender Form zusammengefasst hat. Vielleicht möchte ich es zum Abschluss für heute einmal sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue in die Finsternis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihr ersteht Licht, lebendes Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist dies Licht in der Finsternis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin es selbst, in meiner Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nur Bild davon. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es aber wieder finden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn ich, guten Willens für den Geist, durch des Todes Pforte gegangen bin.&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Dank 01:10:05 ===&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wünsche ich euch, wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Beitrag wiedersehen. Ein besonderer Dank an alle, die auf diesem Kanal mitdenken, die einen Kommentar hinterlassen, den Kanal abonnieren. Und besonders auch denjenigen, die den Kanal mit einer kleinen finanziellen Zuwendung unterstützen. Ca. 1% der regelmäßigen Zuschauer tun dies. Und ich wäre sehr dankbar, dass alle, die es vermögen, die aus diesen Beiträgen für ihre eigene innere Arbeit eine Unterstützung entnehmen können, vielleicht ebenso die Arbeit mit einer kleinen Spende bedenken würden. Vielen Dank, alles Gute und bis bald.&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}[[Ahriman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie wir wissen, hat uns Rudolf Steiner die Information gegeben, dass in den ersten Zeiten des [[Drittes Jahrtausend|dritten Jahrtausends]] das Wesen &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; sich im [[Westen]] in das Fleisch hineinbegeben wird. Er wird also inkarnieren, zu Beginn des dritten Jahrtausends, und das dritte Jahrtausend hat begonnen, wie wir wissen, mit dem Jahr 2000. ... Und er möchte natürlich am liebsten, dass er sich in eine Menschheit hinein inkarnieren kann, die keine Ahnung hat von einer [[dreigegliederten Welt]], die am besten weiterhin daran festhält, die Welt in einer Zweiheit zu sehen. Das heißt, die [[Mitte]] zu beseitigen, die Stärkung der Mitte zu verhindern, ist ein großes Anliegen &#039;&#039;&#039;Ahrimans&#039;&#039;&#039;.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ahrimanische Kräfte]]&lt;br /&gt;
*„Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die [[luziferischen Kräfte]] fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die &#039;&#039;&#039;ahrimanischen Kräfte&#039;&#039;&#039; hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|B}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|C}}[[Chinesisches Volk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... dass wir aber unter dem Strich sagen können, dass dem &#039;&#039;&#039;chinesischen Volk&#039;&#039;&#039; aufgrund dieser geschichtlichen Hintergründe hohe [[geistige Fähigkeiten]] innewohnen. Und dass aus diesen hohen geistigen Fähigkeiten sich innerhalb dieser Völker eine Art [[Überlegenheitsgefühl]] kenntlich macht. Dass sie mit einer gewissen Ruhe, mit einer gewissen [[Gelassenheit]] in Richtung Westen und auch in Richtung Mitte blicken. Und dass in dieser Ruhe und Gelassenheit sich aber auch widerspiegelt, dass sie davon ausgehen, dass wir uns auf einer Art Abweg befinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|D}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|D}}[[Determinismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039;, das heißt, man geht davon aus, dass alles in der Welt und auch im Leben des Menschen vorherbestimmt ist durch bestimmte Kräfte und Mächte und dass sozusagen der Spielraum des Menschen, dass er etwas wirklich in der Welt verändern könnte, eigentlich nicht existiert.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
* „Diese deterministische Weltsicht ergibt sich zum einen sehr stark aus den alten [[Religionen]] heraus. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass der &#039;&#039;&#039;Determinismus&#039;&#039;&#039; der Vorgänger des [[Materialismus]] ist.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dogma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Fortan wurde also per Dekret als &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; festgelegt, der Mensch besteht nicht aus [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]], sondern es wurde das &#039;&#039;&#039;Dogma&#039;&#039;&#039; gesetzt, der Mensch besteht nunmehr nur aus Leib und Seele.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|E}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|E}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|F}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|F}}[[Freiheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und was wir nun als nächsten Schritt ins Auge fassen sollten, ist, dass wir uns mitten darin befinden, nicht nur in einem Kampf zwischen [[Ost]] und [[West]] um die [[Mitte]], beziehungsweise um das Verhindern der Mitte, sondern dass wir resultierend daraus uns auch in einem Kampf befinden, ob die Menschheit den Weg des [[Determinismus]] geht oder ob die Menschheit den Weg der &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; einschlagen will.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Determinismus finden wir überall 00:37:00|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:37:00]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*„Und die Art und Weise, wie der Mensch dies tut, darin liegt &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;, künstlerische &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039;. Und darin liegt auch eine gewisse [[Moralisch|moralische]] [[Verantwortung]] für jeden einzelnen Menschen verborgen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|G}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|G}}[[Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und letztlich führt uns diese aus meiner Sicht sehr treffende Einordnung [[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] dahin, dass wir sagen können, am Anfang ist der &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; und dieser &#039;&#039;&#039;Geist&#039;&#039;&#039; macht dann immer wieder [[Metamorphose|Metamorphosen]] durch, ändert seine [[Erscheinungsform]]. ... Man könnte auch sagen, ein Gleichnis des &#039;&#039;&#039;Geistes&#039;&#039;&#039; ist die [[Materie]]. “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Metamorphosen des Geistes 00:41:55|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determnismus, 2025, 00:41:55]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gut und Böse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „... fortan teilen wir die Welt ein in ein Reich des Himmels, das heißt [[das Gute]], und ein Reich [[Das Böse|des Bösen]], das heißt also das Schlechte. Wir haben &#039;&#039;&#039;Gut und Böse&#039;&#039;&#039; in einem fortwährenden Kampf und demnach ist es geboten für den Menschen, sich natürlich auf die gute Seite zu stellen. Allerdings müssen wir aus anthroposophischer Sicht leider sagen, dass dies eine Falle der [[Widersacher]] ist. Denn durch die Beseitigung der [[Dreiheit]] hat sich eine entscheidende Veränderung vollzogen. ... “ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|H}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|H}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|I}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|I}}[[Inkarnation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; [[Ahriman|Ahrimans]] und [[Luzifer|Luzifers]] also in einem Zeitbogen betrachten, so ist die Geburt, die &#039;&#039;&#039;Inkarnation&#039;&#039;&#039; des [[Christus]] ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden &#039;&#039;&#039;Inkarnationen&#039;&#039;&#039; zu suchen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|J}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|J}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|K}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|K}}[[Kraft der Mitte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dass es nach wie vor so ist, dass die dritte Kraft, die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, zurzeit, wenn überhaupt, nur sehr schwach vorhanden ist.&amp;quot; [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Ost-West-Konflikt und die fehlende Mitte 00:06:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:06:03]]&lt;br /&gt;
* „Und hieraus können wir ableiten, dass [[Schiller]] in hohem Maße ein Beispiel dafür gegeben hat, worin die &#039;&#039;&#039;Kraft der Mitte&#039;&#039;&#039;, die Kraft der Mittelmenschen heutzutage liegen sollte. Um sich dem Geist, den geistigen Kräften so viel Aufmerksamkeit zu schenken, dem [[Idealismus]] und der Entwicklung einer guten Zukunft so viele Kräfte zuzuspielen, dass man fast meinen könnte, die Erdenschwere darüber zu vergessen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schiller als Vorbild für die Kraft der Mitte 00:07:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:07:16]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|L}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|L}}[[Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Auf der anderen Seite haben wir nun die Kräfte des &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; mit ihrem Ursprung im [[Osten]] zu suchen. Während [[Ahriman]] sich im dritten nachchristlichen Jahrtausend inkarnieren wird, inkarnierte sich das Wesen &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; im dritten Jahrtausend vor Christus.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:24:32]]&lt;br /&gt;
* „Und als &#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; seine Leibeshülle bezog, so spielte auch dieses tradierte [[Atlantisch|atlantische]] Wissen, diese tradierte atlantische Geisteskultur eine wichtige Rolle in Bezug auf das, was wir auch heute noch als [[chinesische Kultur]] in der Welt vorfinden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Feiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Luziferische Kräfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Diese Veränderung drückt sich darin aus, dass wenn wir es auf den Punkt bringen und an dieser Stelle die [[Widersacherkräfte]] hinzunehmen, dass die &#039;&#039;&#039;luziferischen Kräfte&#039;&#039;&#039; fortan als die himmlischen Kräfte bezeichnet werden und als [[das Gute]] gelten, während die [[ahrimanischen Kräfte]] hin zur Erdenschwere, zur Vergänglichkeit als das Teuflische oder [[das Böse]] gesehen werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|M}}[[Materie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Dass [[Rudolf Steiner]] sagt, es gibt an sich die Sichtweise, die durchaus richtig ist, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; eine andere Erscheinungsform des [[Geist|Geistes]] ist. Dass man aber nicht sagen kann, Materie sei Geist oder Geist sei Materie, sondern auf die [[Erscheinungsform]], auf das Verhältnis zueinander kommt es sehr stark an.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Der Determinismus als Vorgänger des Materialismus 00:39:05|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:39:05]]&lt;br /&gt;
* „Und wenn wir davon ausgehen und leiten gleichzeitig her, dass die &#039;&#039;&#039;Materie&#039;&#039;&#039; bestimmten [[Naturgesetze|Naturgesetzen]] unterworfen ist, dann kommen wir an diesem Punkt dahin, dass wir sagen können, alles in der Welt unterliegt dem Motiv des [[Determinismus|Deterministischen]]. Alles was wir tun, ist mehr oder weniger kausal vorherbestimmt durch das Zusammenspiel bestimmter festgesetzter Regeln und Normen und Naturgesetzen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Seelisch-Geistiges als Ausfluss der Materie 00:44:03|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:44:03]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|N}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|N}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|O}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|O}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|P}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|P}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|Q}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|Q}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|R}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|R}}[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Allerdings zählt es, so hat es uns &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;&#039; ja auch vorgelebt, mit Sicherheit auch nicht zu den Verhaltensweisen eines geistig strebenden Menschen, die [[Geschehnisse in der Welt]] zu ignorieren, sondern im Gegenteil sich damit zu befassen und sich aktiv einzubringen für das Leben, für die Menschen und für die höheren Ziele dieses Erdenplaneten. Und dazu gehört es natürlich auch, dass wir die Dinge zur Kenntnis nehmen, uns mit ihnen verbinden und versuchen sie von einer [[geistigen Perspektive]] aus zu beurteilen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die geistige Perspektive auf die Weltereignisse 00:03:49|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:03:49]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|S}}[[Schiller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039; wollte sich auf diesen Weg nicht begeben. Im Angesicht des [[Tod|Todes]] 1791 erweckte - sein endendes Leben vor Augen - die Fähigkeit in ihm noch einmal ganz tief in die Betrachtung des [[Menschenwesen|Menschenwesens]] einzusteigen. Er wurde inspiriert dazu, über den Menschen nachzudenken. ... Und nun kommt die zweite große Kraft, die er beschreibt, nämlich den sogenannten [[Formtrieb]]. Und dieser Formtrieb, diese Formung des [[Stoff|Stoffes]], die ist für uns geistig strebende Menschen besonders von Bedeutung. Hier nämlich, sagt Friedrich &#039;&#039;&#039;Schiller&#039;&#039;&#039;, hat der Mensch in einem freiheitlichen Element die Möglichkeit, das, was als Stoff in sein Leben tritt, in einer [[Individuell|individuellen]] Art und Weise zu gestalten, zu formen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Friedrich Schillers Sicht auf den Menschen 00:46:02|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:46:02]]&lt;br /&gt;
[[Selbsterziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wenn wir es [[anthroposophisch]] ausdrücken wollen, dann können wir sagen, der Weg der &#039;&#039;&#039;Selbsterziehung&#039;&#039;&#039; des Menschen, das ist die eigentliche [[Pflicht]], die wir zu erkennen haben. Denn eine Pflicht zu etwas kann sich nur jeder Mensch selbst geben.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Selbstveredelung des Menschen 00:50:17|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:50:17]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sonnendämon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Obwohl [[Ahriman]] und [[Luzifer]] auf der einen Seite Kontrahenten sind, arbeiten sie aus einer anderen Perspektive auch stets zusammen, was darauf zurückzuführen ist, dass beide von der stärksten Widersacherkraft gegen den [[Christus]], dem &#039;&#039;&#039;Sonnendämon&#039;&#039;&#039; Sorat, beeinflusst werden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die vergangene Inkarnation Luzifers 00:24:32|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00: 24:32]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|T}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|T}}[[Trichotomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Wie [[Rudolf Steiner]] an vielen Stellen betont, kam es im Jahr [[869]] auf einem Konzil der sich damals bildenden [[christlichen Kirche]] - wobei ich auch hier hinzufügen möchte, dass das [[Christentum]] aus geistiger Sicht ein noch kommendes ist - diese sich formierende christliche Kirche beschloss auf diesem Konzil, dass es ab sofort als ketzerisch zu betrachten sei, den Menschen als eine &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039;, das heißt ein dreigegliedertes Wesen zu sehen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die Abschaffung der menschlichen Dreigliederung durch kirchliches Dogma 00:14:16|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:14:16]]&lt;br /&gt;
* „Wenn wir die Welt weiterhin rechtmäßig in einer &#039;&#039;&#039;Trichotomie&#039;&#039;&#039; auffassen wollten, und wir werden es hier auf diesem Kanal immer tun, so müssten wir die dritte Kraft, die das eigentlich [[Das Göttliche|Göttliche]], den eigentlich göttlichen Auftrag des Menschen widerspiegelt, in die Mitte hineinsetzen zwischen den [[Luziferische Kräfte|luziferischen]] und den [[Ahrimanische Kräfte|ahrimanischen Kräften]], auf dass sie [[Gleichgewicht]] herstellen zwischen diesen beiden.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Verleugnung der dritten Kraft als Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman 00:18:22|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:18:22]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|U}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|U}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|V}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|V}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|W}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|W}}[[Westen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Im &#039;&#039;&#039;Westen&#039;&#039;&#039; haben wir vornehmlich die Kräfte des [[Ahriman|Ahrimanischen]] zu suchen, die Kräfte der Erdenschwere, die uns hinabziehen in die Umarbeitung dieser Erdenmaterien, die uns sehr stark mit dem &#039;&#039;&#039;Weltlichen&#039;&#039;&#039; verbinden wollen. Diese Kräfte dürfen wir nicht geringschätzen. Sie werden in der [[Zukunft]] einen entscheidenden Wegweiser für die Menschheit bilden, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen, die endgültige Führung zu übernehmen.“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Die kommende Inkarnation Ahrimans 00:21:20|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:21:20]]&lt;br /&gt;
[[Wüste Gobi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Und dort in dieser &#039;&#039;&#039;Wüste Gobi&#039;&#039;&#039; begründeten diese Menschen dann unter der Führung des [[Manu]] und später dann unter der Führung der sogenannten [[Sieben heilige Rishis|sieben heiligen Rishis]] die erste nachatlantische [[Kulturepoche]].“ [[Freiheit oder Determinismus - ein Vortrag von Christoph Bolleßen, 2025#Herkunft und Überlegenheitsgefühl der östlichen Völker 00:27:33|| Bolleßen, C. Freiheit oder Determinismus, 2025, 00:27:33]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Samara</name></author>
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