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Pfingsten 1924 - Der Landwirtschaftliche Kurs als Grundlage einer zeitgemäßen Entwicklung - ein Vortrag von Marcel Waldhausen, 2026
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Transkription vom 28. Mai 2026
+++ dieser Text ist automatisch transkribiert und bedarf der Überarbeitung. Willst du MitTun? +++
Einleitung: Die Jünger nach der Himmelfahrt 00:00:17
Einen wunderschönen guten Abend, heute zum letzten Mal in diesem Kontext, in dieser Trilogie. Ich freue mich sehr, dass Sie alle gekommen sind.
Wir haben die Jünger das letzte Mal zurückgelassen in dem Moment, wo sie eigentlich aus einem Jetzt-Leben-Wir-im-Himmelreich-auf-Erden realisieren, dass der Christus von ihnen gegangen ist. Indem er in der Himmelfahrt auffährt und für sie nicht mehr wahrnehmbar ist. Also wir haben sie zurückgelassen in einer unglaublichen Trauer. Alles, was bis dahin jetzt ihr Glück ausgemacht hatte, ist gegangen.
Und wir haben das letzte Mal schauen können auf die Himmelfahrt und es sind ja mehrere Dinge, die da gleichzeitig uns gezeigt werden. Das eine ist eben, dass das Christuswesen aufhört, um zu zeigen, was geschehen wäre, wenn es nicht auf die Erde hätte kommen können, was dann der Menschheit geblüht hätte, nämlich dass sie sich nicht weiter auf der Erde hätte verkörpern können, selbst die Ätherleiber der Sonne sich zugewandt hätten.
Und was wir auch sehen, ist, ja, vorher haben die Jünger mit ihrer alten Hellsicht, die sie alle hatten, und der Einweihung, die sie eben auch hatten, den Christus als den Auferstandenen wahrnehmen können. Und jetzt wird er ja in die Himmel aufgehoben und sie können ihn nicht mehr wahrnehmen. Das heißt, da geht auch etwas zu Ende für die Menschheit, die die Jünger ja da repräsentieren, nämlich dass wir mit der alten Hellsicht den Christus nicht mehr schauen können. Das ist damit vorbei und das Christuswesen zieht in die Erde ein und seit dieser Zeit ist die Erde sein Leib. Das ätherische Leben der Erde sein Ätherleib, die Astralität der Erde seine Astralleiblichkeit, und sein Ich hat er bei sich.
Also die Jünger zeigen uns eigentlich einen Moment für uns als Menschheit, wo etwas zu Ende geht.
Der Schwebezustand: Zwischen altem und neuem Erleben 00:03:05
Und wir kennen das alle aus dem eigenen Leben ja auch. Man spürt, dass etwas nicht mehr so trägt, und man spürt oder hat eine leise Ahnung des Neuen, was da kommen will, aber man kann es noch nicht greifen. Und man muss einen Schritt machen, so ins Ungewisse hinein. Und der Schritt muss gegangen werden, weil sonst kann das Neue auch nicht kommen.
Aber ist es nicht manchmal schwer auszuhalten, diesen Moment der Unklarheit, weil sobald wir wissen wohin, dann können wir alle Hebel in Bewegung setzen. Oder? Dann ist es kein Problem, aber der Schwebezustand, das ist wirklich herausfordernd.
Und die Jünger, als der Christus auferstanden ist und sie realisiert haben, dass er auferstanden ist, haben sie gedacht, so wird es jetzt bleiben. Das Himmelreich auf Erden ist gekommen, und jetzt kommt die Himmelfahrt, und sie stellen fest, so ist es nicht. Er ist wieder gegangen und sie fühlen sich unfassbar verlassen und wissen gar nicht, wie es weitergehen soll, denn so wie sie ihn bisher haben schauen können, mit der alten Hellsicht, das trägt nicht mehr, es braucht was Neues.
Und in diesem Zustand leben sie zehn Tage. Zum Glück haben sie sich gegenseitig und können sich versammeln, aber sie zerstreuen sich auch immer wieder und es ist wirklich so ein jeder mit sich und doch auch mal mit den anderen und so weiter. Und am zehnten Tag sind sie beisammen und es senkt sich hernieder auf diese Menschen der heilige Geist der Zukunft.
Also diese Trauer hat das ermöglicht.
Pfingsten: Das Selbst-Können der Jünger 00:05:32
Wenn wir Schmerzen haben, dann führt das ja zu einer Konzentration. Also man hat sich irgendwo wehgetan, normalerweise tut das da nicht weh am Finger, aber wenn es da wehtut, dann merkt man ja manchmal erst, was dieser Finger die ganze Zeit so macht und wo der dann anstößt und nicht. Und wenn man dolle Schmerzen hat, dann zieht man sich ja auch so richtig zusammen.
Ich hatte das Glück, dass ich ungefähr vor einem Jahr einen Bandscheibenvorfall haben durfte, und das ist so ein Schmerz, der geht überhaupt gar nicht weg, und das hat eine Zeit gedauert, bis es Medikamente gab, die das wenigstens so runtergedämpft haben. Also einen Schmerz zu empfinden, dem man nicht entkommen kann, ist eine sehr interessante Erfahrung.
Und wenn man sich das jetzt so unglaublich gesteigert vorstellt, das ganze Sein betreffend, so haben diese Menschen sich gefühlt. Rudolf Steiner beschreibt das so, dass er sagt, es ist so ein unsäglicher Schmerz, wie er nicht beschrieben werden kann. Den brauchen die, damit das geht.
Und dann kommt der Heilige Geist und senkt sich hernieder. Und was jetzt geschieht, ist, dass sie nun selber können. Sie sind jetzt so weit gereift, dass sie selber das Wort verkünden, heilen können, Gemeinden gründen können. Das ist etwas Neues.
Wissen Sie, bis dahin hat der Christus für die Menschen gemacht. Er ist auf die Erde gekommen, er hat sie gelehrt, er hat die ganzen Bilder und Gleichnisse vor sie hingestellt. Er hat mit den fortgeschrittensten Jüngern versucht, im Garten Gethsemane sie dahin zu bringen, dass sie mit ihm den Kreuzesgang innerlich vollziehen können. Er ist auferstanden für die Menschheit, er ist bei ihnen gewesen. Und jetzt kommt ja nicht der Christus in diesem Sinne. Jetzt kommt der Heilige Geist und sie werden fähig.
Davor wurde es für sie gemacht und jetzt können die Menschen es selber tun. Das ist eigentlich das Beeindruckendste an Pfingsten, wie ich finde.
Und dann legen sie los, gründen Gemeinden und es ist ein tiefes Wissen, was sie da haben. Und dass sie eben in vielerlei Zungen sprechen, heißt nicht, dass sie alle möglichen Sprachen beherrscht haben, sondern dass sie jetzt in der Lage waren, zu jedem Herzen zu sprechen, was dazu bereit war. Etwas ganz Besonderes.
Und nun begründet sich das Christentum, wenn man so will, in dieser Tiefe. Und ungefähr 800 Jahre lang ist das den Menschen bewusst. Und dann beginnt es sich langsam zu verlieren. Und in den nächsten Jahrhunderten verliert es sich immer weiter.
Das dunkle Zeitalter und Rudolf Steiners Anthroposophie 00:09:09
Und wir sind ja im dunklen Zeitalter. Wir haben das die letzten beiden Male gesehen. Das beginnt mit der ägyptisch-babylonischen Zeit. Und der tiefste Punkt, wo das Christuswesen kommt, ist im griechisch-lateinischen Zeitraum. Und da sind wir ja jetzt fortschreitend, bis in unsere Zeit.
Und da gibt es einen ganz wunderbaren Zyklus, den Rudolf Steiner in Vorbereitung auf die Weihnachtstagung hält. Mysteriengestaltungen, heißt er. Den hält er einen Monat lang. Vom 23. November 1923 bis 23. Dezember. Und dann beginnt die Weihnachtstagung.
Und was er da beschreibt, ist, wie das Mysterienwesen während des dunklen Zeitalters immer mehr den Zugang zur geistigen Welt verlieren muss. Also es ist nicht nur die Menschheit als Gesamtes, sondern auch das Wissen des Eingeweihten, da weniger. Die Mysterienschulen verlieren das.
Und es beginnt in seiner Beschreibung in Hibernia, im alten Irland, wo, während das Mysterium von Golgatha physisch in Palästina stattfindet, die dort so weit sind, dass sie das geistig miterleben können. Also im Geiste diesen Vorgang mitvollziehen. Und das Große, was diese Mysterien noch vermögen, ist, dass sie sowohl die kosmischen Mysterien kennen, also das, was aus der geistigen Welt, aus den Himmeln kommt, als auch bekannt sind mit den Erdenmysterien. In Griechenland nennen sie es dann die Zeus-Mysterien für das Kosmische und die Demeter-Mysterien für den irdischen Teil. Und es wird gelehrt, er beschreibt auch, wie das gelehrt wird, es ist wirklich aufschlussreich.
Und bis ins Mittelalter dann haben wir die Alchemisten, die noch gut bekannt sind mit den Demeter-Mysterien, wenn wir sie so nennen wollen, und mit Elementarwesen, Umgang, Pflegen und so weiter, aber eben nicht mehr an diese kosmischen, an die Zeus-Mysterien herankommen können. Und Rudolf Steiner sagt, das gehört zusammen, das muss zusammenkommen.
Und nun kommt die Neuzeit, und jetzt kommen wir ja in diese ganzen, mehr in die materialistische Richtung tendierenden Bewegungen, die sich ja fortsetzen bis dann ins 18. Jahrhundert. Da haben wir dann Justus von Liebig, der künstlich Stickstoff erzeugen kann, der da die Grundlagen legt dafür. Und wir sind in einer Zeit, wo die Technik beeindruckend wird. Wir bauen einen Eiffelturm. Das ist beeindruckend, also was da technisch einmal der Menschengeist vermag.
Und es geht dann weiter ins 20. Jahrhundert, und kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts endet dieses dunkle Zeitalter. Das ist 1899. Und ab 1900 beginnt Rudolf Steiner dann, die Anthroposophie zu entwickeln. Es gibt schon Vorläufer davor, aber so richtig los kann es da gehen. Erst innerhalb der Theosophischen Gesellschaft, bis das Kleid zu eng wird, dann die Anthroposophische Gesellschaft. Und er stellt vor die Menschen eigentlich hin dieses Wissen, was vorher in den Mysterienstätten behütet war. Lange Vorbereitungszeiten waren notwendig, um da ranzukommen.
Und wenn wir so ein wenig in groben Schnitten die Geschichte der Bewegung zu der Zeit anschauen, dann haben wir von 1900 bis zum Krieg, bis zum Ersten Weltkrieg, eine Fülle an Vorträgen, an Schriften, was da kommt, was wirklich die Dinge beschreibt und die wir heute lesen dürfen. Dann kommt der Erste Weltkrieg und Rudolf Steiner beschäftigt sich mit der Dreigliederung des sozialen Organismus. Die soziale Frage steht im Mittelpunkt. Und er ist so weit, es ist so weit entwickelt, und er spricht mit den Würdenträgern, die politisch Einfluss haben, und sie sind bereit, aber es scheitert am Ende am Mut der Menschen. Und es wird auch torpediert, das brauchen wir nicht verheimlichen. Es wird torpediert von allen möglichen Seiten.
Das Goetheanum wird gebaut, oder? Die Völker Europas bekriegen sich auf den Schlachtfeldern und da bauen sie einträchtig an diesem Geistesbau.
Die Geschichte um Karl von Kaiserling 00:14:28
Und mit Ende des Krieges kommt für unsere Betrachtung heute ein wichtiges Momentum. 1918, noch zu Berliner Zeiten, lernen der Graf und die Gräfin von Kaiserling Rudolf Steiner kennen. Es wird vermittelt über Lisa von Moltke, die Frau des Helmut von Moltke dem Jüngeren, dem Feldherrn des Ersten Weltkriegs zu Beginn jedenfalls. Und sie verkehrt ja mit der Hofgesellschaft, das ist also wirklich Prominenz. Und sie vermittelt diesen Kontakt.
Und als erstes trifft Johanna sich mit Rudolf Steiner und es gibt ein denkwürdiges Gespräch. Karl von Kaiserling ist Offizier, er ist als Major in Ungarn abkommandiert und arbeitet im Kriegsministerium und sorgt mit dafür, dass die Menschen was zu essen haben und die Truppe versorgt ist.
Wir denken ja immer so 100 Jahre und so weiter, wie war das denn da? Die haben ja erst so richtig Hunger gehabt im Zweiten Weltkrieg und das war schlimm. Nee, das war im Ersten auch richtig schlimm. Wir haben das nur nicht so parat. Das war richtig notwendig, dass man da mit der Versorgung arbeitete, denn es gab Hungerzeiten hier.
Und er wird zurückbeordert, Kriegsende, nach Berlin, und Johanna war bei einem Zweigvortrag und Exzellenz von Moltke fragt, ob Karl nicht auch kommen dürfe. Und er geht mit, denn er begleitete seine Frau zu vielerlei Veranstaltungen auf ihrer geistigen Suche.
Und er sitzt mit den beiden Damen da in der ersten Reihe, hört den Mitgliedervortrag, sitzt also direkt vor dem Rednerpult, und danach gehen sie durch Berlin nach Hause, bringen erst Exzellenz von Moltke nach Hause. Man wohnte nicht weit voneinander entfernt. Man war gut bekannt mittlerweile. Und Karl wird gefragt, wie er es denn gefunden hat. Und er lässt die beiden ohne Antwort.
Zurück in der eigenen Wohnung fragt Johanna nochmal nach. Ja, wie hast du es denn gefunden? Und wieder sagt er nichts. Und beim Abendessen wird sie ungeduldig und sagt, du kannst ja auch sagen, wenn es dir nicht gefallen hat, aber wie hast du es gefunden? Und dann sagt er, wenn du es wirklich wissen willst, diesem Mann gehört von nun ab mein ganzes Leben. Und das hat er wirklich gemacht. Er hat es wirklich so vollzogen, wie da angekündigt.
Und jetzt gibt es Gespräche zwischen Karl von Kaiserling und Rudolf Steiner in Berlin. Und im zivilen Leben ist dieser Karl von Kaiserling Güterdirektor in der Firma des Schwiegervaters, die der mit zwei Kompagnons zusammen hat, der größten Zuckerrübenfabrik in Schlesien. Die haben 7.500 Hektar. Da arbeiten 1.000 Menschen nur in der Landwirtschaft. 3.000 Mitarbeiter im gesamten Unternehmen. Alleine 100 Beamte, die in der Verwaltung sitzen. Also das war wirklich groß.
Und der Karl, der ist der Güterdirektor und Leiter der Landwirtschaft. Und seine Seele ist so besonders, dass er für die Menschen eine Liebe empfindet, die wirklich außergewöhnlich ist.
Also wir haben ja noch Zeiten, wo es Adel gibt und den Landarbeiter. Das war nicht kombinierbar oder das war so weit entfernt voneinander, auch wenn der Adel schon längst nicht mehr. Aber dennoch war das ein riesiger hierarchischer Unterschied. Aber Karl hat diesen Unterschied nicht gemacht. Er konnte den Menschen ansehen, wenn ihnen etwas fehlte. Und dann fuhren sie über die Güterbesichtigungen, und wenn dann ein Landarbeiter daherging und Karl sah das, hat er halten lassen, ist ausgestiegen und hat gefragt, Ihnen fehlt doch etwas. Und dann haben sie gesprochen. Stellen Sie sich vor, der VW-Vorsitzende würde das mit dem Arbeiter am Band machen. Was für eine menschliche Geste, als wenn er das ernst machen würde. Und für die damalige Zeit war das noch viel frappierender eigentlich.
Und nun richtet er Sachen ein für die Arbeiter, die seinerzeit weit voraus waren. Sozialwohnungen, eine Sozialabteilung, wo es eine Krankenschwester gibt und seinen Neffen, der diese Abteilung leitet. Und sie gehen auf die Güter und erfahren die Sorgen und Nöte. Einmal im Monat gibt es ein Treffen. Das sind ja über 20 Güter. Von jedem Gut werden zwei Abgeordnete geschickt. Von den Arbeitern, unter Umgehung der Vorgesetzten. Das war ja brandgefährlich, sich zu beschweren in der damaligen Zeit. Das hätte sofort die Kündigung bedeutet und damit ein Existenzproblem.
Er hat das umschifft und dann sind die alle zusammengekommen. Und wer war da? Einige vertrauensvolle Leute aus der Personalabteilung, der Neffe, die Krankenschwester und Karl. Also Karl von Kaiserling als Güterdirektor saß in dieser monatlichen Versammlung.
Lisa von Moltke beschreibt die Seele von Karl von Kaiserling so, dass sie sagt, sie sei ja wie von Samt. Also man bekommt so einen Eindruck, was das für ein Mensch war.
Und Sie können sich vorstellen, er hat keinen einfachen Stand in der Firma. Da geht es ja ums Geldverdienen. Und diese ganzen Sachen, die kosten Geld. Aber die hatten nie Streiks. Das war damals das einzige Mittel der Arbeiter. Und die haben regelmäßig gestreikt. Das hatten die da nie, weil der Karl es eben so gut gemacht hat.
Aber dem Schwiegervater war das ein Dorn im Auge. 15 Jahre lang durfte er keinen Wohnsitz auf dem Land mit seiner Frau beziehen, weil der Schwiegervater Sorge hatte, er würde fraternisieren. Erst mit der Hilfe Rudolf Steiners ist es gelungen, dass sie das Gut Koberwitz als Dienstwohnsitz bekommen konnten. Das ist 1919. 1920 ziehen die ein, im Frühjahr.
Und der Schwiegervater sagt zu Karl, mach doch mal Urlaub bis zum Herbst. Also ein halbes Jahr, über ein halbes Jahr. Karl macht das und nutzt die Zeit und ist in Stuttgart. Und zu der Zeit versuchen sie die Dreigliederung, die ja gescheitert ist im Großen, im Kommenden Tag in einer Aktiengesellschaft als Wirtschaftsunternehmen in die Welt zu stellen. Und da gibt es landwirtschaftliche Güter. Und Karl organisiert das, macht die Pläne, berät die da. Und dabei stellt er fest, dass Rudolf Steiner richtig beschlagen ist in landwirtschaftlichen Fragen. Und er ist wirklich Profi. Und er stellt das fest und er sagt zu seiner Frau, ich sehe es gar nicht ein, dass alle Fachleute immer Ratschläge bekommen, warum wir das nicht auch für die Landwirtschaft machen sollten.
Also schon 1920 kommt die Idee zu einem landwirtschaftlichen Kurs.
Jetzt möchte er zurückkehren nach diesem Urlaub und erhält ein Schreiben des Schwiegervaters. Und darin steht, er brauche gar nicht mehr nach Hause zu kommen. Und er geht mit dem Schreiben zu Rudolf Steiner, der liest es ganz gewissenhaft durch, wie er das so machte, und sagt dann, fahren Sie ruhig zurück. Es ist nicht sehr freundlich, aber fahren Sie ruhig zurück. Und er sagt, Herr Doktor, das geht nicht. Das wäre eine Unmöglichkeit. Doch, doch, fahren Sie ruhig zurück. Und er ist so voller Vertrauen in Rudolf Steiner, dass er das macht.
Und er kommt da an in Koberwitz und es ist alles leer. Keine Autos, keine Kutsche, keine Bediensteten, keine Nahrungsmittel von den Gütern, Konten gesperrt, alles dicht. Er geht also zu Fuß zur Bahnstation, Viertelstunde laufen – die, die mit uns da waren, wissen, wie das ist, man geht da hin –, fährt eine Dreiviertelstunde mit dem Zug nach Breslau und dann ist er in sein Büro gegangen. Und den ganzen Tag ist niemand zu ihm reingekommen. Kein Anruf, keine Papiere, alle waren instruiert. Lass den da mal schmoren. Drei Tage geht das so.
Und am dritten Tag stürzt der stellvertretende Direktor rein und sagt, im Gewerkschaftshaus in Breslau haben die Arbeiter den Generalstreik beschlossen, wenn er nicht sofort wieder in seine Ämter eingesetzt werden würde. Und er tritt vor die Tür und es sind nicht die Tausend da, es sind dreitausend da, es sind alle da.
Und damit ist die Macht gebrochen des Schwiegervaters für eine Zeit.
Die Entstehung des landwirtschaftlichen Kurses: Stegemann und die Präparate 00:24:24
Und in diese friedliche Zeit fällt der landwirtschaftliche Kurs 1924.
Und nun gibt es 1922, machen wir den nächsten Schritt, Menschen, die auch Landwirte sind und die sich Sorgen machen um die Qualität der Nahrungsmittel, die sie erzeugen. Dieser Mann heißt Ernst Stegemann, der hat einen Pachtbetrieb bei Göttingen. Und er fragt Rudolf Steiner, was könne er tun. Und das macht er in Stuttgart und er erhält als Antwort die sogenannte Saatgutmeditation und den Hinweis, er solle aus Gras Getreide züchten. Wir haben beim letzten Mal gesehen, das ist nicht nur so züchten, sondern da muss es ein bisschen mehr haben. Also die fangen da an. Und die beginnen sofort in der Gemeinschaft auf Marienstein das zu machen. Und ab 1922 arbeitet Ernst Stegemann nach den Anweisungen, die Rudolf Steiner ihm gegeben hat.
Und zeitgleich gibt es zwei junge Männer, die haben sich im Goetheanum unten ein kleines Laboratorium einrichten dürfen. Günter Wachsmuth ist der eine und Ehrenfried Pfeiffer ist der andere. Und Günter Wachsmuth, der wird nachher Sektionsleiter der naturwissenschaftlichen Sektion und damit für die Landwirtschaft verantwortlich, und Ehrenfried Pfeiffer entwickelt ganz tolle Sachen in Fragen des Kompostierens und so weiter und ist für die Bewegung ganz wichtig.
Aber diese beiden als junge Männer gehen zu Rudolf Steiner und sagen, sie wollen Lebenskräfte erforschen, die Ätherkräfte. Was können wir machen? Und dann sagt er zu ihnen, machen Sie doch mal Präparate. Und dann fragen die wie und dann kriegen die das erklärt und dann machen die das.
Und dann machen Stegemann und die beiden jungen Männer zeitgleich das erste Mal Präparate. Das ist noch vor dem landwirtschaftlichen Kurs.
Und wissen Sie, eine kleine Anekdote dazu – Rudolf Steiner kommt und guckt sich das an, wenn die das rausholen. Und es ist 1923, er ist wirklich, das Jahr 1923, wir werden gleich sehen, das ist wirklich ein hochbelastetes Jahr, der nimmt sich aber die Zeit dafür. Und wissen Sie, dann finden die das erst mal gar nicht wieder. Und das ist etwas, was wir heute immer noch haben. Also wenn wir Präparate eingraben und es nicht gut markieren, dann suchen wir sehr lange danach, bis wir es finden. Wer das aus der eigenen Praxis kennt, genau, das ist schon eigentlich Urproblematik sozusagen.
Und er ist schon wieder am Gehen, also die haben geschwitzt, Sie können sich das vorstellen. Und dann stößt der Spaten glücklich auf das Horn. Und dann rühren die das erste Mal zusammen und er zeigt wie, mit dem Spazierstock.
Das Goetheanum-Brand, die Krise der Gesellschaft und die Weihnachtstagung 00:27:28
1922 ist auch das Jahr, wo Rudolf Steiner mit der Anthroposophie in aller Öffentlichkeit steht. Denn mit der Konzertagentur Wolf ist eine Tournee geplant und er absolviert auch viele Vorträge davon, bis die Konzertagentur Wolf die Sicherheit nicht mehr gewährleisten kann, weil es eben Anschläge gibt auf diese Veranstaltungen. Aber er steht in aller Öffentlichkeit.
Und das Jahr 1922 beschließt sich, indem das Goetheanum angesteckt wird, Brandstiftung, und abbrennt am Silvestertag, also in der Silvesternacht. Da wird ein schwerer Schlag gegen die Bewegung geführt. Und fast wäre sie daran auch zerbrochen. Es ist wirklich heikel.
Und nun kommt das Jahr 1923, wo Rudolf Steiner die geistige Arbeit fortsetzt, aber es eben sehr fraglich ist, ob es weiter eine Gesellschaft geben kann. Er bereist die verschiedenen Zweige und Gesellschaften. Und da ist es noch so, dass es nur die deutsche anthroposophische Gesellschaft gibt und alle anderen Länder daran anknüpfen müssen. Diese ist aber so zerstritten, dass es die freie anthroposophische Gesellschaft auch noch gibt, wo sich hauptsächlich die Jugend versammelt. Und eigentlich ist das alles an ein Ende gekommen. Es geht da eigentlich nicht mehr so weiter, es kann so nicht weitergehen. Also wirklich ein schwieriger Moment.
Und nun entschließen sie sich doch dazu, mit der Weihnachtstagung das neu zu begründen. Und es wird neu begründet, die anthroposophische Gesellschaft, als allgemeine anthroposophische Gesellschaft, als eine Weltgesellschaft. Nicht mehr eine nationale Gesellschaft, eine Weltgesellschaft. Es wird die Hochschule in der Form eingerichtet, die Sektionen entstehen, ein Vorstand wird gebildet, es gibt Sektionsleiter.
Und in Vorbereitung auf diesen Moment hält er diesen Vortragszyklus, wo er eigentlich zeigt, wie das Mysterienwesen an ein Ende gekommen ist, wo man nicht mehr in der Lage ist, die kosmischen Mysterien mit den irdischen Mysterien zusammenzubringen, die aber zusammen müssen.
Und wir können also sagen, es wird mit der Weihnachtstagung 1923 ein neues Mysterienwesen begründet. Ein Mysterienwesen für unsere Zeit.
Und der landwirtschaftliche Kurs wird gehalten jenseits dieser Schwelle.
Die Pfingsttagung 1924 in Koberwitz: Kain und Abel revisited 00:30:48
Und jetzt geht es eben weiter, denn nach der Weihnachtstagung ist der Neffe Alexander, der diese Sozialabteilung leitet, da, der nimmt teil. Und kurz nach der Weihnachtstagung erfragt er den Termin. Sie haben jetzt die ganze Zeit gewartet, es gab ganz viel Korrespondenz, aber der Termin war nicht greifbar. Und der Alexander holt den Termin und es wird Pfingsten 1924. Die Vorbereitungen beginnen.
Die machen ja nicht nur einen landwirtschaftlichen Kurs, sondern eine riesen Pfingsttagung. Abends Karma-Vorträge für die Mitglieder, Eurythmie, Theater, Sprachgestaltungskurs. Ein Riesenprogramm.
Rudolf Steiner erkrankt jetzt schwer. Lebensbedrohlich schwer, also wirklich schwer. Und er macht sich trotzdem auf den Weg dahin. Also das ist ja wirklich weit, von Dornach bis nach Breslau. Wir müssen die Zeit auch bedenken. Damals ist man von Breslau nach Köln elf Stunden gefahren. Wir fahren heute von Köln nach Dornach mit dem ICE fünf, sechs Stunden, oder? Höchstens viereinhalb, wenn alles gut geht. Aber wie lange hat das damals gedauert und was bedeutete das für so einen schwerkranken Mann jetzt? Und er kommt da ganz elend an und die Leute sind ganz erschrocken. Über die Tagung wird er wieder fröhlich und frisch, interessanterweise.
Es ist ein unfassbares Arbeitspensum. Ich habe 2024 zu den Originaldaten mal beides gleichzeitig gelesen. Also immer landwirtschaftlicher Kurs morgens, Karma-Vortrag abends. Und ich bin wirklich geübt, aber das war die schwerste Herausforderung bisher. Ich habe das fast nicht geschafft. Und das hat er ja auch noch gehalten. Also ich bin nach wie vor so beeindruckt von diesem Werk.
Also der kommt da an und nun ist der Pfingstsamstag der Tag des ersten landwirtschaftlichen Vortrages. Er fängt an und eröffnet damit eigentlich diese ganze Pfingsttagung.
Und wenn wir den landwirtschaftlichen Kurs anschauen, heute, dann können wir sagen, er ist ganz außergewöhnlich. Die Form, die dieser Zyklus hat, die gibt es nur ein einziges Mal im Gesamtwerk, nämlich beim landwirtschaftlichen Kurs. Und zwar gibt es den Eröffnungsvortrag am Samstag und dann kommen Sonntag und Montag, wo keine landwirtschaftlichen Vorträge sind, abends aber Karma-Vorträge. Und dann kommen sieben landwirtschaftliche Vorträge am Stück. Ganz interessante Gliederung.
Was passiert denn in dieser Lücke und warum gibt es die überhaupt? Und man kann da so darauf schauen, dass dieser erste Vortrag so etwas ist wie die Ouvertüre. Alle Motive klingen schon mal an, die nachher kommen werden im Kurs. Obersonnige Planeten, untersonnige Planeten. Jede Strömung, die wir gesehen haben, das Wollen in Karl, das Fühlen im Stegemann und das Denken in den beiden Wissenschaftlern, bekommt eine kleine Anekdote zum Reinkommen in die Stimmung. Also das kann man wirklich analytisch heute anschauen, es macht einen heiden Spaß.
Und jetzt kommen diese zwei Tage Pause und die machen erst mal ein tolles Pfingstessen und schauen sich das gut an, und dann treffen sich die Bauern am Nachmittag in Breslau, im Bockschen Saal, so einem Veranstaltungsort. Denn Karl von Kaiserling ist es ganz wichtig, dass dieser zu erwartende Zyklus auch auf die Erde kommen kann. Dass das konkret wird. Und deswegen drängt er die anderen dazu, einen Versuchsring zu begründen. Das war damals ganz typisch. Er sagt, wenn Landwirte in Not sind, dann müssen sie einen Ring gründen, um gemeinsam die Fragen zu bearbeiten.
Also der Stegemann erzählt da erst mal davon, wie er jetzt da seine Versuche gemacht hat und wie das alles war, und dann wollen sie sich über diesen Versuchsring unterhalten. Aber die Darstellung, die der Stegemann gibt, die sagt dem Karl überhaupt gar nicht zu. Die werden richtig sauer. Also der sagt, ja, was haben sie denn geerntet? Wie groß waren ihre Parzellen? Wie viele Mitarbeiter haben sie gehabt und so weiter? Sie müssen alles offenlegen, wir müssen das doch wissen. Und der andere, der kann das nicht. Der hat das gefühlt, der hat das erspürt, der hat das gemacht, aber der hat es nicht aufgeschrieben. Der hat berichtet, wie das für ihn war. Und der andere, der ist natürlich ein Zahlenmensch im Wollen und jetzt wollen wir doch mal hier Butter bei die Fische haben.
Und jetzt wird der so sauer, dass sie sich mit kräftigen landwirtschaftlichen Ausdrücken entgegenfahren. Also Rudolf Steiner und der Vorstand, die sitzen dabei, das sind die nicht gewohnt. Rudolf Steiner sagt nachher, er war sich nicht sicher, ob er nicht Doktor Lutz Engel mit dem Verbandskasten hätte holen sollen. Also den anthroposophischen Arzt. Also das ist richtig zur Sache gegangen.
Und das geht so weit, die sind also auf der Vorbereitung zum Karma-Vortrag und sind zusammen essen, und Karl von Kaiserling, der alles organisiert, alles finanziert, dessen Lebenshöhepunkt das ist, beantragt den Schluss der Tagung. Also dann wäre da Ende gewesen. Oder dann hätten die den ersten Vortrag gehört und zwei Karma-Vorträge und dann wäre da die Tür ins Schloss gefallen.
Jetzt wissen wir ja zum Glück, das hat geklappt. Die haben das geschafft. Aber wenn wir mal auf diesen Moment schauen, was ist da eigentlich los? Also was passiert da eigentlich?
Sehen Sie, als ich diesen Zyklus gelesen habe und auf diese Stelle gestoßen bin, dass diese beiden Strömungen zusammenkommen müssen, also die Zeus-Mysterien und die Demeter-Mysterien, das muss zusammenkommen. Ja, wie kommt das denn zusammen? Also was ist das verbindende Element?
Wissen Sie, und ich gehe mit diesen Fragen dann innerlich um und manchmal kommen die Antworten in den unmöglichsten Situationen, beim Spülen oder so, und so war es hier auch. Das kam, und wissen Sie, woran ich denken musste? Ich musste denken an das Credo der Christengemeinschaft. Das ist eine Stelle, die meditiere ich immer unterm Rühren beim Präparat. Da heißt es, dann überwand er den Tod nach drei Tagen. Er ist seit dieser Zeit der Herr der Himmelskräfte auf Erden und lebt als der Vollführer der väterlichen Taten des Weltengrundes.
Wissen Sie, das Christuswesen, das ist das, was das zusammenbringt. Ganz ernsthaft, das ist es. Was haben wir also da? Wir haben eigentlich eine Landwirtschaft, die das berücksichtigt. Und wenn wir nachher diesen ganzen Zyklus lesen, dann geht es um nichts anderes. In allen Ausdrucksformen, die Rudolf Steiner finden kann, erklärt er, wie sich das auf der Erde ausdrückt und wie wir damit umgehen können. Das ist doch unfassbar großartig.
Aber davor gibt es eine Schwelle, über die die Menschen gehen müssen. Sie erinnern sich daran, als der Ackerbau in die Welt kam. Da haben wir dieses Kain-und-Abel-Motiv. Der Hirte, der ganz im Fühlen, ganz in den Mondenrhythmen lebt, Lamm auf Lamm. Und der andere, der die Erde umbricht, die Willenskräfte. Und bei Stegemann und Kaiserling kommt wieder wie so ein Kain-und-Abel-Motiv. Der eine im Fühlen, der da losliegt und das ganz toll macht. Aber der andere sagt, wir müssen das wirklich, das Neue muss kommen. Und der fühlt sich alleine, dieser Kaiserling. Er sagt dann, wenn es so ist, dann werde ich es durchsetzen mit meinen Leuten hier in Schlesien. Wenn es mit euch nicht geht, sozusagen.
Jetzt gibt es Gespräche. Der eine spricht mit dem anderen, beide mit Rudolf Steiner, und die schaffen das. Aber das dauert noch. Wissen Sie, die treffen sich nochmal Pfingstmontag, besprechen das. Dann kommt der Dienstag, zweiter Vortrag. Erst am Morgen des dritten Vortrags, am Mittwoch, da können sie verkünden, dass sie sich jetzt zusammengefunden haben. Und sie begründen nicht nur den Versuchsring, sondern gleichzeitig eine Arbeitsgruppe. Das heißt, sie begründen einen Zweig der Landwirte. Es ist nicht nur das Versuchswesen. Es ist auch die geistige Arbeit an der Anthroposophie, die dazugehört. Damit starten die, und die vereinbaren Stillschweigen.
100 Jahre Anthroposophie: Pfingsten für uns 00:40:46
So, jetzt sind wir 100 Jahre später. Das Ganze entwickelt sich, das kommt in die Welt. Wir haben Schwierigkeiten, wir haben gute Zeiten, alles passiert.
Und der landwirtschaftliche Kurs ist wie das Handbuch dazu, wie man das wirklich realisieren kann. Das geht nicht einfach so, dass man es liest. Das muss man wirklich arbeiten, das ist nicht so trivial. Das ist wirklich sehr komplex. Aber da sind alle Sachen darin. Wir haben eigentlich alles an der Hand.
Und nun geschieht ja etwas, denn die Anthroposophie durchläuft einen Zyklus von 100 Jahren. Dreimal 33 ein Drittel. Also die Lebenszeit des Jesus Christus auf Erden. Und darauf weist Rudolf Steiner hin, dass sich danach die Kraft dieses Urimpulses verlieren wird. Und dass wir als Menschen das neu ergreifen müssen.
Und wir sind ja jetzt alle schon etwas länger dabei und wir können das wirklich wahrnehmen, dass das so ist. Und das ist wichtig, dass wir das in aller Klarheit uns vor das geistige Auge stellen.
Also 1900 fängt Rudolf Steiner an. Und mit 2000 beginnt diese 100-Jährigkeit sich zu vollenden. Und wenn wir die Zeiten davor angucken, zum Beispiel nach den ersten beiden Dritteln haben wir Mitte der 70er, dann sind diese ganzen Gründungen, Krankenhäuser, Landwirtschaft, ganz viel passiert. 80er Jahre, 90er Jahre, das hat eine Reputation. Man schämt sich keineswegs zu sagen, dass man Anthroposoph ist. Das ist angesehen. Und es gibt Publikationen und es ist alles in der Welt.
Und mit dem Jahr 2000 beginnt es sich zu verändern. Man hat das weniger. Weniger Publikationen, weniger so. Das ist ein schleichender Prozess. Und wenn Sie heute in alle Tochterbewegungen schauen und sprechen mit den Leuten, die da arbeiten, dann sagen die Ihnen alle das Gleiche. Ob es die Schulen sind, Kindergärten, die Betriebe, irgendwie trägt es nicht mehr so. Irgendwie, da sind auch nicht mehr so alle daran interessiert und es wird immer schwieriger.
Das ist das. Wir haben 100 Jahre jetzt. Und das ist jetzt wirklich vollendet. Mit dem 30. März 2025, dem Todestag Rudolf Steiners, hat sich dieser 100-jährige Zyklus vollendet. Und jetzt müssen wir es neu ergreifen. Jetzt kommt Pfingsten.
Jetzt müssen wir es selber machen. Denn es wird jetzt auf absehbare Zeit kein Eingeweihter mehr kommen, die Fahne aufnehmen und vor uns hergehen. Das wäre auch komisch, oder? Wenn man das mal so ein bisschen anfühlt. Aber wir haben ja alles an der Hand. Es ist so viel in dieser Anthroposophie gegeben, dass wir damit jetzt in die Zukunft gehen können. Diesen Impuls so stark in uns machen, dass wir selber können. Das ist jetzt eigentlich dran für uns.
Und wie wichtig die Rolle der Landwirtschaft ist in diesem Kontext, das würde ich jetzt gerne ein wenig beschreiben.
Die Inkarnation und Ernährungsfrage: Was wir wirklich essen 00:44:32
Es ist ja wichtig, dass der Mensch sich auf der Erde inkarnieren kann. Denn ohne diese Inkarnation gibt es keine Ich-Entwicklung. Das muss sein. Das Christuswesen hat für alle Menschen kommend, für den physischen Leib und den ätherischen Leib, diese Gesundung herbeigeführt durch das Mysterium von Golgatha. Das heißt, wir können. Für den Astralleib und das Ich müssen wir das selber tun. Das ist Bewusstsein. Das zu tun, sich mit diesem Impuls zu verbinden.
Und interessanterweise gibt es am Ende des dritten Vortrages einen Hinweis darauf, wie unsere Seelenhaltung sein kann. Da sagt er nämlich, wir müssen zu einem empfindenden Erkennen kommen. Wir haben ja oft so diesen Zwiespalt zwischen Erkennen und wo bleibt das Gefühl, oder Gefühl und wo bleibt das Erkennen. Das Zusammen ist es. Das ist das, worum es geht. Und auch um den Christusimpuls zu erkennen, sagt er das so. Da muss man auch ein empfindendes Erkennen entwickeln. Das ist eigentlich die Form.
Und damit üben wir uns jetzt einen kleinen Moment in diesem empfindenden Erkennen. Wir schauen nämlich auf Ernährung. Das ist unfassbar spannend.
Schauen Sie, im landwirtschaftlichen Kurs, um die Düngung zu entwickeln, beschreibt er erst mal, wie Ernährung funktioniert. Wenn man das versteht, kann man verstehen, wie Düngung funktioniert. Auch ein interessanter Zusammenhang.
Und da fängt er an und sagt, das, was Sie essen, das bildet gar nicht Ihren Leib, sondern das, was Sie essen, macht Sie warm, willensstark, regsam und ertüchtigt unsere Sinne so, dass wir kosmische Substanz aufnehmen können, die wir zur Leibessubstanz verdichten. So, und jetzt stellen Sie sich mal vor, wie die da gesessen haben. Oder? Die hören das. Und denken sich vielleicht auch, wow, okay.
Die haben nicht gefragt. Die Bauern fragen in den Fragenbeantwortungen allerhand wirklich interessante Fragen, aber danach hat niemand gefragt.
Jetzt würden wir das, weil es ja wirklich abstrakt ist, wir würden das aus dem landwirtschaftlichen Kurs heraus gar nicht verstehen können. Das ist unmöglich eigentlich. Aber das ist das Tolle und das können wir uns wirklich zunutze machen, dass im Gesamtwerk der Anthroposophie all diese Antworten darin enthalten sind. Man muss die suchen und man findet die auch.
So gibt es also einen Vortrag, den er Anfang August am Goetheanum den Arbeitern hält. Also Anfang Juni ist der landwirtschaftliche Kurs, Anfang August dieser Vortrag über Abhärtung, Ernährung und Düngung. Also das sind die Männer, die da die Trümmer wegräumen am Goetheanum. Die kriegen Vorträge mittwochs. Und da erklärt er denen, wie das geht. Und das Herrliche an diesen Arbeitervorträgen ist, dass sie zutiefst sind, aber in einer Sprache eben für die Arbeiter. Und das macht die gut zugänglich.
Und da erklärt er, dass es so ist, also er hat jetzt Kohlenhydrate und Salz und das hat er alles schon gemacht, Fette, und jetzt kommt er zum Eiweiß. Und das Eiweiß ist das, was es mit dieser kosmischen Ernährung auf sich hat.
Da sagt er, sie essen eine Pflanze und sie nehmen das Pflanzen-Eiweiß auf. Und das Eiweiß besteht aus den fünf Geschwistern. Im landwirtschaftlichen Kurs, im dritten Vortrag lernen wir das kennen. Das ist der Sauerstoff, der Wasserstoff, der Stickstoff, der Schwefel und der Kohlenstoff. Keine Sorge, es wird jetzt nicht chemisch oder so, wir machen das ganz in Ruhe. Das ist das, was das Eiweiß bildet. Das nehmen wir auf von der Pflanze und dann stoßen wir eigentlich alles sofort wieder aus.
Das Einzige, was wir zurückbehalten, ist ein Teil des Kohlenstoffs. Und im dritten Vortrag spricht er über den Kohlenstoff und der Kohlenstoff ist der, der alles bildet auf der Erde. Der Weltenplastiker, der Träger aller Weltenimaginationen, durch ihn hindurch wirkt das Christuswesen und bildet alles aus. Hochspannend.
Das behalten wir in uns und dann ergänzen wir über unsere Sinne, also Atmung, Augen, Ohren, Haut, aus der Umgebungsluft, was uns fehlt. Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Schwefel. Und daraus bilden wir körpereigenes Eiweiß. Dann ist es gar nicht mehr abstrakt, sondern es ist ganz konkret.
Und dann fährt er fort und sagt, das muss so sein, denn unser Leib hat kein eigenes Erinnerungsvermögen. Der vergisst, wie Eiweiß bilden ging. Und deswegen brauchen wir das Vorbild des Pflanzen-Eiweißes, um das körpereigene Eiweiß auszubilden.
Also damit unser Leib auf der Erde seine Erdenaufgaben vollbringen kann, müssen wir den ja ausbilden. Und wenn wir wollen, dass sich unsere Erdenziele auch verwirklichen, dann wäre es doch gut, wir würden ein Vorbild nutzen für unser Eiweiß, was uns wirklich ein Vorbild sein kann, oder?
Wenn Sie mal das Vergnügen hatten, an einer Monatsfeier in der Waldorfschule die Eurythmie der achten Klasse zu bestaunen, dann ist es oft ein bisschen so, ich beschreibe das mal, also das sieht ungefähr so aus. Haben Sie alle schon mal gesehen? In der achten Klasse, wenn Sie die gleichen Kinder in der zwölften Klasse sehen, dann haben Sie die ganze Gestaltung, oder? Dann ergreifen die den Raum, dann können die das, dann haben die sich dahin entwickelt. Das ist menschenkundlich völlig in Ordnung.
Die Kulturpflanzen, die wir zu uns nehmen, sind achte Klasse oder noch viel schlimmer. In der Gestalt. Das müssen Sie sich wirklich klar machen. Daraus bilden Sie Ihre Leiblichkeit.
Wenn er über Rinder spricht, wie die sich ernähren, dann sagt er, wenn die im dumpfen Stall stehen und sie bekommen aus der Weisheit des Menschen zugemessen, was die so essen sollen, dann werden die vom Kopf her stumpf. Und das zeigt sich in den nächsten Generationen.
Wissen Sie, das ist nicht die Tiefkühlpizza, die uns aus der Bahn wirft. Aber wenn wir das die ganze Zeit haben, geht es über die Generationenfolge in einer degenerativen Linie weiter. Das ist ganz ernsthaft und wir können das heute erleben.
Mineraldüngung, Eiweißqualität und die Dreigliederung des Menschen 00:52:16
Denn er fährt dann fort und sagt, was passiert, wenn man mineralisch düngt? Das sagt er im landwirtschaftlichen Kurs auch nicht so explizit. Was passiert dann eigentlich? Da sagt er also, wenn man mineralisch düngt, dann leiden die Kulturpflanzen unter Eiweißmangel.
Jetzt wissen wir als Landwirte, dass konventionelle Kulturpflanzen keinesfalls unter Eiweißmangel im physischen Sinne leiden. Die sind immer super versorgt, weil die aus Stickstoff gedüngt werden. Das ist also eine qualitative Frage. Und er sagt, wenn man das isst, dann führt es dazu, dass die Menschen blässlich werden. Und das Heilmittel dafür, das ist der Stallmist. Dann würden die Wangen wieder rosig werden.
Sehen Sie, wenn wir uns das richtig in das empfindende Erkennen reinholen, dann ist das ganz schön doll. Und dann kann man auch ein bisschen ermessen, was das eigentlich für eine unfassbare Geistestat ist, diese Landwirtschaftsmethode in die Welt zu bringen. Und dass die auf die Erde kommen muss, dass es diesen Karl braucht, damit es wirklich runterkommen kann.
So, nun gibt es eine Ausnahme von diesem Ernährungsprozess, und das ist das Gehirn und das zentrale Nervensystem. Die werden nämlich gebildet aus dem, was wir essen. Das sind auch wieder Vergeistigungsvorgänge und so weiter. Und das Gehirn wird beschrieben als der Ort im landwirtschaftlichen Kurs, wo sich das menschliche Ich verkörpert. Das ist der Ort, wo wir uns einen festen Wohnsitz in unserem Leib suchen. Im Blut haben wir den dynamischen Anteil, und zwar im Kohlenstoff der roten Blutkörperchen. Blut entsteht und vergeht, oder? Das ist eine Dynamik. Im Gehirn ist der feste Wohnsitz.
Also wenn das so ist, dann möchte ich auch sehr gerne Pflanzen essen, oder sonst wie Nahrungsmittel, die eine Fähigkeit haben, dieses Inkarnationsorgan auch richtig auszubilden. Also das ist wirklich ernst.
Und damit ist ja erstmal gegeben, dass der einzelindividuelle Mensch eines der Erdenziele der Menschheit vollbringen kann, nämlich die Entwicklung des Ichs auf der Erde. Also immer wieder sich verkörpern, immer wieder in die geistige Welt, immer wieder diesen Wechsel, diesen Pendelschlag. Das braucht es.
Wir haben das letzte Mal über die landwirtschaftliche Individualität gesprochen, und hier ist es so, da sie sich ja nicht exkarnieren kann, dass dieser Entwicklungsgang durch die wechselnden Landwirtsgenerationen stattfindet. Damit ändert und entwickelt sie sich.
Damit haben wir einen Teil erfüllt, wenn uns das gelingt. Jetzt brauchen wir aber ja noch die Freiheit und die Liebe. Die braucht es ja auch noch als Erdenziele. Und das sind soziale Fragen. Das kann man mit sich selber gar nicht alleine machen. Da braucht es die anderen Menschen für. Und weil wir soziale Wesen sind, brauchen wir auch da Hilfe, um sozusagen unsere sozialen Kompetenzzentren zu ertüchtigen.
Und hier kommen jetzt Landwirtschaft und Dreigliederung des sozialen Organismus zusammen. Da beschreibt er nämlich in Vorträgen der Dreigliederung, dass im menschlichen Haupt zu finden ist das Denken und das Geistesleben. Im Brustmenschen finden wir das Fühlen und das Rechtsleben. Und im Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen wiederum das Wollen und das Wirtschaftsleben.
Und wenn sie auf den Menschen wirken wollen in seinem Haupt, dann brauchen wir Wurzelnahrung, Blattnahrung für diesen Bereich und gekochtes Blüten- und Früchte-Samen für den Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen.
Sehen Sie, wir können dann unser Menschsein ganz erfüllen, wenn wir auf Grundlage einer Nahrung das tun, die das ermöglicht. Und wir können im Umkehrschluss auch sagen, die Extreme, in denen wir leben, resultieren aus der Nahrung, die wir zu uns nehmen. Das ist ein Ernährungsproblem.
Er wird von Pfeiffer gefragt auf einer Zugfahrt von Stuttgart nach Dornach, und der Pfeiffer, der will wissen, warum sind die Leute noch nicht weiter. Also warum, er stellt diese ganzen Sachen in die Welt und warum sind die Leute nicht weiter. Also er will nicht nur wissen, warum verstehen die das nicht, sondern warum kriegen die das aus dem Verständnis nicht in die Tat. Da sagt er, das ist ein Ernährungsproblem, denn die Kulturpflanzen sind nicht mehr in der Lage, diese Brücke zu schlagen zwischen der Idee, zwischen dem Geistigen und der Tat. Das ist vor 100 Jahren gewesen. Mehr als 100 Jahre, ja, wo stehen wir denn da heute dann?
Und die biologisch-dynamische Landwirtschaft, die hat eben Fähigkeiten, die mit der guten landwirtschaftlichen Praxis, die das noch ergänzen kann, und dann wirklich Nahrungsmittel erzeugen hilft, die in diesem Sinne wirken können.
Aufruf zur Unterstützung der Landwirtschaft 00:57:59
Und dazu braucht es unser aller Hilfe, denn die Bauern, die auf den Feldern dieser Arbeit tun, die leben wirklich unter herausforderndsten Verhältnissen. Wir haben uns das alle, wir wussten das alles schon, wir waren alle selber mal Bauern, aber das haben wir vergessen.
Wissen Sie, der Landwirt, der geht in Vorleistung das ganze Jahr, und am Ende kann er Geld verdienen, wenn die Ernte gelingt. Dazwischen haben wir noch ein ganzes Jahr mit all den Wetterkapriolen, mit kaputten Maschinen, mit kranken Mitarbeitern, mit keinen Mitarbeitern, mit Überlastung, und hinterher werden diese Produkte, die er da erzeugt hat, mithilfe all der Wesenheiten, ihm nicht so bezahlt, als dass er ein würdiges Leben führen könnte.
Das heißt, wenn wir wollen, dass wir uns als Menschheit weiter wirklich entwickeln können, dann müssen wir uns da ein bisschen umorientieren. Dann braucht es nämlich die Menschen, die sich ganz bewusst um die Betriebe herumstellen. Das war das große Glück der 70er Jahre, da haben die Leute sich herumgestellt um Betriebe und haben gesagt, wir wollen so eine Landwirtschaft. Dann haben sie Vereine gegründet, sie haben die Höfe gekauft und sie haben Bauern gesucht.
Heute sind diese Sozialformen, die existieren so nicht mehr. Das gibt es so nicht mehr, wir müssen das bewusst wieder ergreifen, wie wir uns da herumstellen, das ist irgendwie eine neue Entwicklung, wie machen wir das. Aber wir brauchen das, wir müssen uns auf den Weg machen, damit das geht.
Die geschlossene Individualität: Pfingsten und der Mensch als Erlöser 00:59:35
So, ich habe auch heute ein kleines Zitat mitgebracht, beziehungsweise zwei.
Ich möchte nochmal erinnern an diesen Satz, mit dem Rudolf Steiner zu Beginn des zweiten Vortrages die landwirtschaftliche Individualität einführt. Und er sagt, eine Landwirtschaft erfüllt im besten Sinne des Wortes ihr Wesen, wenn sie aufgefasst werden kann als eine Art Individualität. Und dann kommt ein spannender zweiter Teil, Komma, eine in sich geschlossene Individualität.
Ja, was heißt denn das, eine geschlossene Individualität. Und ich habe Ihnen ja berichtet, ich nehme das ganz ernst. Er sagt am Ende des vierten Vortrags, der Mensch wird zur Grundlage gemacht der Betrachtung. Also wir können sagen, das, was es für den Menschen gibt, gibt es auch für die landwirtschaftliche Individualität, denn sie ist uns ebenbürtig. Sie sieht ein bisschen anders aus, aber wesenhaft sind wir immer auf Augenhöhe. Also wenn es das für den Menschen gibt und das gibt es für die, dann muss es auch das, was es für sie gibt, für den Menschen geben. Das ist so eine mathematische Gleichung, wissen Sie, das muss ausgeglichen sein, sonst stimmt es nicht.
Ich habe viele Jahre gebraucht, um diese Stelle zu finden. Und hier habe ich Ihnen heute mitgebracht, was das für den Menschen heißt.
Der wahre Geist, in dem wir uns finden können, ist der allgemeine Menschengeist, den wir als die in uns pfingstlich einziehende Kraft des Heiligen Geistes erkennen, den wir in uns selber gebären müssen, zur Erscheinung kommen lassen müssen. So verwandelt sich für uns das Pfingstsymbol in unser gewaltigstes Ideal der freien Entwicklung der Menschenseele zu einer in sich geschlossenen freien Individualität.
Das sagt er 14 Jahre vor dem landwirtschaftlichen Kurs.
Und dann können wir mit dieser landwirtschaftlichen Individualität das auch verstehen lernen, oder? Also bis wir eine geschlossene Individualität sein werden, brauchen wir noch viele Inkarnationen. Geschlossenheit im Sinne, der Kreis wird sich schließen, es ist vollendet. Der Einzige, der es bisher vollbracht hat, ist das Christuswesen. Der hat das Menschenwesen auf diese Stufe geschafft. Wir folgen ihm nach, er geht uns voran. In jeder Pflanze ist sein Pflanzensaft, sein Blut als Vorbild für uns, damit wir unser Ich entwickeln lernen.
Also erst nach vielen Inkarnationen sind wir eine geschlossene Individualität und können uns dann in Freiheit wieder neu zusammenfinden. Die Geschlossenheit der landwirtschaftlichen Individualität braucht auch viele Generationen von Bauern. Das kann man in einer gar nicht schaffen. Man kann einen geschlossenen Hoforganismus anstreben, aber eine geschlossene Individualität zu erreichen, das wird noch viele, viele Bauerngenerationen brauchen. Und das müssen wir ermöglichen, dass das auch für die Erde vollzogen werden kann. Dass dieses Priesterliche an der Erde wirklich von den Bauern auch getan werden kann.
Dank, Abschluss und das letzte Zitat 01:03:35
Denn, und damit möchte ich gleich schließen, doch zuvor bleiben mir noch zwei Dinge zu sagen. Das eine ist, dass ich der Gemeinde hier in Köln-Ost und der Anna Hofer ganz herzlich danken möchte dafür, dass das möglich war, dass wir diese Trilogie hier zusammen haben halten können. Das ist das erste Mal, dass ich das so gemacht habe und ich bin wirklich von tiefstem Herzen dankbar. Vielen Dank.
Und für alle, die das hier vielleicht von außen jetzt sehen und noch nie hier waren, es lohnt sich wirklich sehr. Es ist eine wunderschöne Kirche und eine tolle Stimmung hier. Dürfen Sie gerne einfach mal vorbeischauen.
Und das zweite ist, dass wir ja mit diesem kultischen Abschluss jeden dieser Vorträge beendet haben. Das war auch sehr, sehr besonders und wird es heute Abend auch wieder sein.
Ich möchte etwas sagen zu der Bibelstelle, die wir heute hören werden. Die Gräfin Johanna von Kaiserling ist hellsichtig. Und jetzt fragen Sie sich natürlich alle, zu Lebzeiten Rudolf Steiners, wer ist er überhaupt? Also wie ist er dazu fähig, was er da macht? Und dann fragen Sie sie, wie sie das denn sehen würde mit ihrer Hellsicht. Und dann sagt sie, er sei der Träger der Kraft, von der der Christus sagt, ich werde euch einen Tröster senden.
Und Lisa von Moltke sagt, das könne sie jetzt zwar hören, aber Rudolf Steiner würde jegliche Verhimmelischung seiner Person durch seine Schüler ablehnen. Aber sie habe einen Termin bei ihm und sie würde ihn fragen. Und dann sagt die Gräfin, sie sieht sie noch in der Hotellobby in den Sessel sinken nach diesem Termin und sagen, er hat bestätigt, was sie sagen.
Und dann habe ich diese Stelle gesucht. Wissen Sie, wenn der Christus das sagt, dann muss man das ja finden können. Und es ist im Johannesevangelium. Und heute Abend werden wir damit den kultischen Abschluss haben. Wissen Sie, es wird sich auch da für uns vollenden. Da freue ich mich schon sehr drauf.
Und nun habe ich ein letztes Zitat, um diesen Vortrag jetzt zu beenden, bevor wir zum kultischen Abschluss kommen.
Die Erlösung des Inneren kann sich nicht vollziehen ohne die Erlösung dessen, was außer uns ist. Der Mensch muss seinen Planeten zusammen mit sich selbst erlösen. Die Erlösung kann nur sein, wenn der Mensch seine Kräfte in den Kosmos hineingießt. Er muss nicht nur werden ein Erlöster, sondern er muss werden ein Erlöser.
Vielen Dank.



