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Kindergarten als Ort der gesunder Entwicklung - ein Vortrag von Silke Schwarz, Teil 3v3, 2024
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Transkription des Vortrags (Teil 3v3) vom 19. November 2024
+++ Diese Übersetzung wurde maschinell erstellt und muss noch individuell überprüft werden. Willst du MitTun? +++
Fragerunde: Geschlechterunterschiede und der starre Stichtag 00:0:09
Und jetzt freue ich mich, wenn ihr Fragen habt.
Frage: Ich hätte eine Frage, vielen Dank. Sehen Sie öfter mal Unterschiede zwischen den Geschlechtern? Also müssen die Jungen und die Mädchen quasi alle die gleichen Anforderungen erfüllen?
Silke Schwarz: Das ist gemein, oder?
Frage: Sie haben aber unterschiedliche Voraussetzungen. Ist das wirklich so?
Silke Schwarz: Ja, das ist wirklich so. Es gibt einen schulärztlichen Konsens dazu, der sagt, es ist eigentlich total gemein, dass die Jungs zum selben Zeitpunkt wie die Mädchen dieselben Sachen können müssen. Weil man weiß, sie sind ungefähr ein halbes Jahr hinterher, was Feinmotorik angeht. Und das ist schwieriger für die Jungs.
Frage: Und werden die Lehrer dahingehend geschult?
Silke Schwarz: Optimalerweise ja. In der Realität würde ich sagen nein. Wenn ich es ganz normal in den Schulsektoren sehe, haben wir gerade dieses Phänomen, dass für alle die gleiche Anforderung zur selben Zeit gilt. Und davon müssen wir wegkommen. Wir brauchen eine individuelle Pädagogik, und zwar ohne, dass die Kinder gleich Förderkinder sind. Und ehrlich gesagt, die Kinder brauchen uns Erwachsene, uns Eltern, die wir das checken und gucken, dass das Bildungswesen sich ändert. Das kennen wir als Eltern selber: Dann kommt man in die Schule, und da wird einem schon ein bisschen eng, weil da autoritative Strukturen sind, weil den Kindern Sachen abverlangt und alles rot angestrichen wird. Und man merkt, das ist ja total drüber – die sollen doch die Sachen in Grün anstreichen, die richtig sind. Da gibt es auch ganz viele Ansätze, aber da braucht es uns, die wir da stetig drangehen, um zu sagen: Wir wünschen uns Schule noch ganz anders, als sie zurzeit ist. Und nicht so eine Stichtagsregelung. Cool wäre es, und es würde auch der Realität gerechter, wenn wir fließende Ein- und Ausgänge hätten, vielleicht jeden Tag jemand neu rein- oder rauskommt. Dass wir dieses Kastensystem reformieren. Danke für die Frage.
Fragerunde: Der Schulbeginn und das gestaltbare Klassenzimmer 00:02:32
Frage: Feste erste Klasse?
Silke Schwarz: Oh, das ist beides. Schule beginnt ja meistens um Viertel vor acht, um acht, um Viertel nach acht. Und wir Ärztinnen und Ärzte sind uns einig: Für die Kinder wäre es am besten irgendwie ab neun. Weil das mit den Cortisol-Spiegeln nicht gut übereingeht. Wir beginnen morgens zu einer Uhrzeit, wo der Cortisol-Spiegel bei den Kindern noch im Keller hängt. Dann schleppen wir die in die Schule und setzen die dahin, und dann müssen die schon was machen, sind aber noch nicht ganz wach. Und das hat einen Preis, das wirkt sich auf die Noten aus, das weiß man. Klassenarbeiten, die früh geschrieben werden, fallen bei den Kindern durchschnittlich etwas schlechter aus als später am Tag. Und in der Pubertät haut dieses Thema, wann man morgens anfängt, nochmal richtig rein.
Gleitende Anfänge machen manche Klassen. Da hat man so einen offenen Raum, die müssen nicht alle um Punkt acht auf dem Stuhl sitzen, sondern es gibt so eine Einflugzeit, wo man anfängt, sich im Raum wieder zu sortieren und wohlzufühlen. Das macht für den Lernerfolg echt einen Unterschied. Die meisten von uns kennen es so: Dann gehe ich in die Klasse, da ist ein Pult, da setze ich mich kurz dran, dann gehe ich wieder, und das bleibt ganz unberührt. Oder wir haben Klassen, wo die Kinder ihren Raum gestalten können. Sie haben ihre eigenen Tischchen und können das schön machen, können Blümchen hinstellen oder ein Deckchen. Machen die Jungs auch ein bisschen anders als die Mädchen. Aber klar ist: Hier kann ich mich verwirklichen, das ist mein Reich. Und da kommen die Kinder ganz anders in der Schule an als da, wo es so etwas Anonymes, Büromäßiges hat.
Fragerunde: Nähe und das Sich-Lösen in der Pubertät 00:04:31
Frage: Ich habe eine Frage. Du hast so schön die Nähe zwischen Mutter und Kind beschrieben. Ist das so, wenn man sich besonders nahe ist, dass dann in der Pubertät ein genauso starkes „Ich gehe jetzt dagegen" kommt? Ich muss mich ja aus dieser Tiefenbindung auch lösen können.
Silke Schwarz: Das ist ganz unterschiedlich. Bei dieser Nähe, die ich beschrieben habe, gibt es eine Grundverbundenheit zwischen Eltern und Kindern, auf einer vegetativen Ebene. Und daneben gibt es zusätzlich im Seelischen noch etwas. Es gibt Eltern-Kind-Paare, die haben so eine absolute Grundsympathie, die sind wie Schlüssel und Schloss, ein Herz und eine Seele. Kinder, wo die Eltern sagen, wir sind einfach aus demselben Holz. Und es gibt auch Eltern, die sagen, eigentlich habe ich immer so eine Art Grunddistanz zu diesem Kind, ich kann es mir nicht erklären. Da ist dieses Vegetative trotzdem da, aber auf einer seelischen Ebene bleibt etwas Fremdes. Es gibt auch dieses Phänomen, das hat mein lieber Lehrer Henning Köhler so genannt: das Phänomen des leiblichen Adoptivkindes. Da, wo ich als Mutter mein Kind unendlich liebe, aber immer so das Gefühl habe, komisch eigentlich, wo dieses Kind herkommt und was es mitbringt. Das gibt es auch. Und die haben unterschiedliche Herausforderungen für die Pubertät.
Aber alle haben das: Wie werden die sich rauslösen? Manche machen das zu Hause gar nicht so groß, die tragen das draußen mit dem Peer aus. Und für manche ist das zu Hause ein schmerzhafter Prozess. Der muss nicht immer gewalttätig und wild sein, kann aber. Und dieses Lösen, das ätherische Lösen, bringt eigentlich immer den Aspekt mit sich, dass bei uns etwas frei wird. In dem Moment, wo die Kinder in den Kindergarten gehen, merken wir, da werden ätherische Kräfte für uns selber frei; wenn die in die Schule gehen, wenn die die Pubertät durchhaben, merken wir Erwachsenen, wenn es gut läuft, auch einen ätherischen Gewinn. Für die Kinder ist das erst mal unglaublich erschütternd und ein richtig krasser Prozess. Manche erwählen uns dazu aus, richtig mit uns in die Konfrontation zu gehen, und wir lernen daran, in der positiven Voreingenommenheit zu bleiben. Das heißt: Ob du das als Pubertierender gerade tust oder nicht, verhaust oder nicht, ich kenne dich schon dein ganzes Leben lang, und ich weiß irgendwie deinen guten Kern.
In der Pubertät gibt es ein ganz tolles Bild von Antje Mais. Es ist oft so, dass das Kind, das wir bisher kannten – wenn man sich das wie ein kleines Bächlein vorstellt, das durch eine Frühlingslandschaft mäandert, wo Blümchen sind und Häschen hoppeln –, in der Pubertät nach unterirdisch geht. Und dann ist da nur noch Gras oder Steine, aber von diesem Lieblichen und Schönen ist erst mal nichts mehr zu sehen, abgetaucht der Fluss. Und dann braucht es Erwachsene im Umkreis, die sagen: Ich weiß, du warst, und ich weiß, da kommt auch wieder was in Erscheinung. Aber in der Zwischenzeit gibt es einen Bereich, da kann ich nichts machen, da ist meine Aufgabe loszulassen, dir aber zu sagen: Egal was ist, du kannst immer kommen. Der oder die eine im Leben von Jugendlichen zu werden, die sagt: Und wenn du in die schlimmste Scheiße gerätst, wir hauen dich da raus und finden einen Weg, dass wir es wieder gutmachen.
Und in der heutigen Zeit passieren zum Teil wirklich dramatischere Sachen als früher. Wir haben ganze Jugendgenerationen, die wir im Internet zu verlieren drohen. Das ist richtig krass. Und die brauchen manchmal echt Erwachsene, die sich hinstellen und sagen: Ich gehe nicht aus dem Zimmer und ich lasse dich nicht allein, weil ich merke, hier ist eine Sucht, da müssen wir dran. Dann kette ich mich zur Not an den Laptop, aber ich lasse dich nicht allein in dieser Kammer vergammeln. Wir müssen eine Lösung finden. Pubertät ist spannend.
Frage: Wir sind ja auch Vorbild, auch mit dem Handy. Das leben wir jetzt schon vor.
Silke Schwarz: Ja.
Fragerunde: Warum sich bekanntes Wissen nicht durchsetzt 00:09:33
Frage: Ich frage mich immer wieder: Vieles von dem, was Sie aus der Forschung berichten, ist ja eigentlich bekannt oder durch Studien mehr als einmal bewiesen. Warum setzt sich das nicht in der Breite durch? Dieses Medienthema zum Beispiel. Und genauso mit diesem Schulbeginn um acht statt um neun – es wäre doch möglich.
Silke Schwarz: Das wäre tatsächlich möglich. Aber wenn man mit den einzelnen Schulen in Diskurs geht, dann hängt da ganz viel auch vom Personal ab. Die Lehrerinnen und Lehrer wollen dann auch gerne um acht starten und um sechzehn Uhr wieder sicher zu Hause sein. Morgens machen die Geschäfte auf, und man will in diesem Hauptstrom sein. Vom Gesetzgeber wäre es nicht das Problem, später anzufangen. Das ist schulintern in der Regel die Herausforderung: eine ganze Schule dazu zu bringen, später anzufangen, mit allen Eltern, die dann später im Büro sein können, und den Bussen, die man umstellen muss. Das sind ganz viele äußere Dinge.
Frage: Ich finde es erstaunlich: Von den ganz Kleinen verlangt man, dass sie um Viertel nach sieben in der Einrichtung sind, und dann dürfen Schüler frühestens um zwanzig vor acht in die Schule kommen. Wie funktioniert das denn? Das sind aber doch wir. Warum ziehen wir nicht die Handbremse?
Silke Schwarz: Ich würde sagen: Lasst uns die Handbremse ziehen, überall an den Stellen, wo wir merken, dass es nicht wirklich gut gegriffen ist.
Publikum: Was leisten die denn jetzt schon, und wo können die ihren Tank fürs Leben füllen? Das sind die Zwänge, die die Eltern von außen haben.
Publikum: Das Schlimme ist, die lernen es ziemlich früh. Ich kenne unheimlich viele, auch im U3-Bereich, die lernen es ab dem ersten Lebensjahr oder noch früher, und dann funktionieren die, sind im System drinnen. Und andere, die in diesem U3 noch nicht waren und dann in den Kindergarten kommen, die haben es unheimlich schwer, da hineinzuwachsen und dieses System anzunehmen. Das ist eine wesentliche Herausforderung.
Publikum: Man müsste die Frage stellen, was die neue Waldorfschule auf dem Gebiet macht. Bei uns ist es so: Wir haben um acht Uhr ein Ankommen, da sind die Kinder schon gefordert, da zu sein, aber es gibt freies Spiel, und man darf auch ein bisschen verschlafen sein. Und der Hauptunterricht, der intellektuelle Kernunterricht, beginnt noch nicht um acht, sondern auf eine weiche Art wird versucht, das nach hinten zu legen. Eltern wollen die Kinder gebracht haben und dann selber schnell zum Job.
Silke Schwarz: Ja, danke. Das ist eine spannende Schilderung und eine gute Ergänzung. Da lacht das Medizinerherz. Das ist ein gutes Ankommen an einem Ort, um dann ins Lernen zu gehen.
Maike: Ja, das ist auch die Chance einer Neugründung. Wenn wir gleich so beginnen mit diesen Gestaltungen, wie wir das vorgesehen haben, dann brauchen wir nicht irgendwann ein großes Schiff umzulenken. Wer die Kinder zu uns bringt, der weiß, dass das so ist. Das finde ich das Tolle an der Schule, die sich da entschließt mitzumachen – und zwar nicht nur das Bringsystem, sondern in dem Sinne, wie du das jetzt so wirklich toll nahegebracht hast: in welcher inneren Haltung unsere Kinder da hingehen, an die Grundschule, und das als Eltern mit zu begleiten und mit zu umhüllen. Wir haben das von der Grundständigkeit her entwickelt. Ich bin seit Jahrzehnten in dieser Übergangsgestaltung mit dabei. Und wie du das gerade mit dem Frühen sagst: Die Schulkinder haben dreizehn Wochen Ferien im Jahr, und die Kindergärten werden darauf reduziert, dass man möglichst ganz offen hat und gar keine Schließzeiten mehr. Das sind alles Entwicklungen, denen wir mit dieser neuen Schulgründung ein bisschen entgegenwirken wollen. Vielen Dank.
Silke Schwarz: Gerne. Da kriegt man die Waldorfpädagogin auch nochmal mit, das war für mich jetzt auch nochmal ganz toll, das so klar wieder zu hören.
Fragerunde: Die Vision einer Schule – das Soziale im Zentrum 00:15:26
Frage: Ich habe noch die Frage: Wenn du jetzt eine Schule gründen würdest, welche Vision hättest du aus deiner medizinischen Sicht? Medienkonzept haben wir gehört, dieses Zugewandtsein, Vorbild sein. Gibt es etwas, was du noch ergänzen würdest?
Silke Schwarz: Neben dem, dass ich in Bonn Schulärztin bin, betreue ich auch die Freie Dorfschule in Unterlengenhardt, die eine Kooperation mit einem biologisch-dynamischen Hof hat. Das habt ihr ja vermutlich auch. Das finde ich wichtig, da mit der Handlungspädagogik einzusetzen. Und was mir ein echt großes Anliegen ist, ist das Soziale. Die Schule in Unterlengenhardt ist ursprünglich von Henning Köhler begleitet worden, dem verstorbenen Heilpädagogen, einem lieben Freund und Lehrer von mir. Und die haben das Modell, dass sie sagen: Jedes Kind, das sich zu dieser Schule zugehörig fühlt, jede Familie, die sagt, hier ist unser Ort, hier sind wir richtig, die werden nicht von der Schule verwiesen. Das haben wir ja oft im konventionellen Bereich, dieses Thema mit Abmahnung, mit Drohgebärden, dass man Angst hat: Wenn das Kind nochmal was anstellt, dann fliegst du von der Schule, oder wenn es zwei Monate nicht da war, fliegst du von der Schule. Da ist ein unglaublich großes soziales Commitment da, um zu sagen: Wir sind ein wirklich sicherer, verbindlicher Ort. Es kann sein, dass wir als Schule vielleicht irgendwann nicht der richtige Ort für dich sind, aber dann gehen wir damit in die Diskussion, und du hast von uns den Handschlag: Du wirst nicht von der Schule geschmissen in dem Moment, wo du sowieso den Boden unter den Füßen verlierst.
Das finde ich ziemlich groß. Und die haben auch den Ansatz, dass manche Klassen jeden Morgen, andere einmal in der Woche eine Art Check-in haben, wo die sich gegenseitig erzählen, wie es ihnen geht, und sich zuhören. Und dann ist da einer, der sagt: Zu Hause hat es wieder geknallt, Mama und Papa haben sich gestritten, und dann hat der Papa wieder was getrunken. Wo die einander wirklich kennenlernen, auch mit ihren tiefen Themen, und das Sprechen und Zuhören lernen. Das hat richtig einen Raum, weil sie sagen: Wenn wir versuchen, daran vorbei zu lernen, dass Kinder teilweise in seelischen Situationen sind, in denen sie gar nicht lernfähig sind, dann gehen wir im Sozialen aneinander vorbei. Solche Störungen haben Vorrang, und man plant es einfach ein, jeden Tag morgens oder einmal in der Woche: Da wollen wir wissen, wie es uns geht.
Frage: Aber ich glaube, das ist auch schwierig. Wenn ich mir jetzt meine Klasse vorstelle …
Silke Schwarz: Ah, das ist super, dass du das bringst. Man darf immer passen. Es gibt so einen Kristall, der wandert herum, und wenn man nicht will, sagt man „ich passe" und gibt den Redestein weiter. Und es wird so anmoderiert, dass es nie eine Redepflicht gibt, sondern wenn ich sage „ich passe", dann habe ich die Kraft zu sagen: Ich rede jetzt nicht mit meinem Mund. Und das ist gleichwertig – so wird es auch anmoderiert – zu etwas zu erzählen. Es ist ein vertrauter Kreis, und die lernen: Es ist ein geschlossener Ort, was besprochen wird, geht nicht nach draußen. Und da wachsen die rein.
Frage: Welche Rolle spielt dann die Anzahl der Kinder in so einer Klasse?
Silke Schwarz: Die haben kleine Klassen, zwölf bis fünfzehn Kinder. Ich kenne auch das Modell von einer Freundin an der Bonner Waldorfschule, in deren Klasse mein Sohn war – die waren zweiundzwanzig oder so, aber die waren dann älter, als sie das gemacht haben. Das muss man abspüren, es kommt sehr auf die Klasse an. Vielleicht habe ich auch Phasen, wo ich merke: Jetzt komme ich damit nicht durch, die müssen eigentlich alle in den Wald und erst mal Bäume fällen. Es soll kein Dogma sein. Aber dieses Grundwissen, dass im Sozialen oft zu viel verborgen liegt. Wir haben nicht umsonst so viel Kindesmisshandlung in Deutschland, dass wir Kampagnen machen mit „Schau hin". Wo haben die Kinder Orte, wo wirklich mal Momente entstehen, immer wiederkehrend, wo wir Räume aufmachen? Da ist auch immer eine Lehrerin, die sagt: Wenn du etwas auf dem Herzen hast und es nicht in der großen Runde erzählen willst, du kannst auch immer zu mir kommen. Es geht nicht einfach nur darum, dass alles in die Gruppe hineingegeben wird. Aber dieses Feine, zu sagen: Schule ist nicht nur ein Ort, wo ich mir vorher überlegt habe, was du lernen könntest, sondern wo ich wirklich ein Interesse daran habe, wer du bist und wie es dir geht.
Fragerunde: Was mit Kindern geschieht, die das nicht erfahren 00:20:45
Frage: Was passiert mit den Kindern, die das nicht erfahren?
Silke Schwarz: Was meinst du – in dieser Schule oder in einer normalen Schule? Ich würde sagen, es ist eine Art von … man könnte fast sagen, die Selbsterkenntnis oder der Selbstwert wird etwas beeinträchtigt. Dass man eher so ein Vergeblichkeitsgefühl hat, eher wie ein Rädchen im Getriebe ist. Das wird man auch irgendwie überleben. Die meisten finden dann außerhalb der Schule eine liebe Tante oder einen Freund oder wen auch immer, mit dem sie über die Themen sprechen können, die die Seele bewegen. Aber letztlich muss man sagen, es ist total absurd, wie wir durch die Schulzeit gehen. Da haben wir alles Mögliche gelernt, Formeln und Dinge, die wir nie verstehen, aber auswendig lernen. Aber wir haben gar nicht über das Seelische gesprochen, über Gefühle. Mein Sohn sagt: über die Steuererklärung. Oder über das, was uns Menschen ausmacht, wie wir miteinander umgehen können, wie wir in Weiblichkeit und Männlichkeit erwachen, was Beziehung heißt, was es heißt, ein Kind zu haben. Es gibt so wesentliche Dinge, über die man gut sprechen kann, wenn man gelernt hat, eine Art von Introspektion zu haben, dieses In-sich-Reinhorchen: Ist da etwas, was ich teilen will? Und letztlich muss man sagen, dass wir so eine Burnout-Gesellschaft sind. Das hat ganz viel damit zu tun, dass wir gar nicht lernen, innezuhalten zu einem Zeitpunkt, wo wir noch gesund sind, und zu merken: Wenn ich immer so weitermache, dann falle ich irgendwann komplett aus, weil ich einen Burnout habe. Das sind diese kleinen Dinge, die man früh veranlagen kann, die eine ganze Gesellschaft gesünder werden lassen können.
Fragerunde: „Erziehen ist leises Heilen" – Gesundheit als Gleichgewicht 00:22:58
Frage: Ich würde gerne ganz an den Anfang zurückkommen, weil du etwas von Steiner erwähnt hast, das mich seit kurzem beschäftigt: das Wort heilen. Ich kann den Satz nicht wiederholen, aber …
Silke Schwarz: Ach – Erziehen ist leises Heilen.
Frage: Genau. Wie gehen wir damit um, wenn ich sage, heilen bedeutet doch immer, etwas gesund zu machen? Ist da nicht der Umkehrschluss, dass etwas, das ich heilen muss, vorher krank ist?
Silke Schwarz: In der Medizin – ich versuche es ganz kurz zu machen – gibt es das Bild vom Merkurstab. Quasi jeder von uns hätte seinen eigenen Merkurstab, das heißt, jeder von uns hat seine ganz eigene Gesundheit. Es ist eigentlich eine Fiktion, zu sagen, es gibt die eine Gesundheit, man ist gesund und man ist krank. Wir würden sagen, das ist ganz prozessual und normal, dass jeder von uns, wenn wir uns gesund fühlen, Prozesse in sich hat, die eigentlich krankmachend sind, und Prozesse, die wieder regenerierend sind. Das heißt, wir sind alle immer ein bisschen krank und sehr viel gesund. Wenn wir mehr krank und weniger gesund sind, dann sagen wir, wir sind krank. Aber jeder von uns produziert jeden Tag ein paar Krebszellen, und das normale Immunsystem merkt das, sondert die aus, und dann bleiben wir gesund. Diese Tendenz zu vereinseitigen ist eigentlich das, was wir aus der anthroposophischen Medizin als Krankheit bezeichnen würden. Nicht das Mäandern zwischen einem Feld mit Krankheit und Gesundheit, sondern die Gefahr, in so eine Vereinseitigung zu schießen und dann eine Krankheit richtig krass zu bekommen.
Und heilend ist, mit diesem Prozessualen so in Verbindung zu gehen, dass ich ein Stück weit vorausschauend sehe: Aha, diese Fieberphase mit dem Kind, da verbinde ich mich so, das hat zwei, drei Tage Fieber, ich schaue, was sonst an Auffälligkeiten im organischen Bereich da ist. Dass ich den Körper machen lasse, aber nah dran bin, um einzugreifen, wenn ich merke, der reguliert das nicht selber – dann gebe ich Heilmittel, die helfen, dass er selber reguliert. Und wenn ich merke, die Vereinseitigung wird zu stark, dann steuere ich noch stärker gegen.
Und warum ist Erziehen leises Heilen? Zum einen: Wir sagen immer, ich bin krank, ich habe eine Blinddarmentzündung, das impliziert, als käme es ganz plötzlich, aber in Wirklichkeit ist das nicht so. Niemand, der eine Blinddarmentzündung hat, niemand, der einen Morbus Crohn hat, ist von einem Tag auf den anderen krank geworden. Und beim Erziehen könnte man sagen: Wir helfen demjenigen, sich selber zu erziehen, im ganzen Bereich des sogenannten Lifestyle. Wir wissen einfach, Sport und Ernährung, das, was ich lese, dass ich nicht rauche, gesunde Beziehungen – all das hat Einfluss auf die Gesundheit. Und das ist schon so ein Anfang: Prävention, könnte man sagen, ist schon der Anfang vom Heilen. Prävention ist leises Heilen, ein salutogenetisches Leben führen, eine Pädagogik, die dafür Sorge tragen möchte, dass es gar nicht so krass zu den Vereinseitigungen kommt.
Und dann hat Erziehen auch diese Ebene, dass wir Impulse über Heilmittel geben. Im weitesten Sinne hat auch das Geben von Heilmitteln für die rein körperliche Seite das Angebot, erziehend zu sein. Aber die anthroposophischen Heilmittel sind freilassend. Es gibt dann aber, wie in jeder Erziehung, die Situation: Wenn ein Kind an einer befahrenen Straße rüberrennen will, dann packe ich es an der Hand und ziehe es zurück. Und so gibt es auch Situationen, wo wir sagen, okay, da brauchen wir ein Antibiotikum und da ein Antipyretikum. Da gibt es nichts zu fackeln. Aber dafür wach zu sein, das ist dieser leise Bereich. Und Steiner hat den anthroposophischen Ärztinnen und Ärzten verschiedene Mantren gegeben. Eines ist dieses „Erziehen ist leises Heilen", weil er möchte, dass die Ärzte mit den Pädagogen zusammenarbeiten, dass die Ärzte sich auch von den Pädagogen zeigen lassen: Guck mal, hier kann man ganz viel vorbeugen, damit man nicht krank wird. Da kannst du als Arzt ganz viel lernen, was dir hinterher einiges erspart.
Fragerunde: Die spirituelle Dimension des Heilens 00:28:07
Maike: Ich würde gerne den pädagogischen Aspekt noch mal ergänzen. Ich habe durch meine Jahre verinnerlicht, dass die Waldorfpädagogik auch eine spirituelle Pädagogik ist. Und dieses Heilen ist nicht nur so zu sehen, sondern auch: Wenn die Kinder von ihrer himmlischen Heimat kommen, dann werden sie ein Stück weit abgetrennt, und je älter sie werden, desto abgetrennter sind sie. Und wir sind dadurch aufgerufen, durch die spirituelle Pädagogik auch heilend einzuwirken, dass wir diesen Abbruch nicht geschehen lassen, dass wir diese Verbindung so lange wie möglich offen halten. Die muss eigentlich bis zum Lebensende offen bleiben, diese Verbindung. Da geben wir die Kraft her, letztlich auch die Kraft, um körperlich diesen Prozess anzustoßen. Das hat mich sehr beeindruckt. Und so fühlen wir uns auch in Waldorf-Einrichtungen: dass wir durch die religiöse Umgebung, die wir den Kindern geben – nicht dadurch, dass wir mit denen Religiosität betreiben, wie man das so kennt, sondern durch die Feste und die Atmosphäre –, dass das alles ein Heilen ist, ein Heilmachen. Das ist für mich ganz wichtig.
Publikum: Ja, danke.
Silke Schwarz: Ja, dann würde ich sagen, landen wir mit deinem Abschlussgedanken der Spiritualität und des Heilenden der Spiritualität. Und liebe Maike, magst du zum Abschluss noch ein paar Worte sagen?
Maike: Ich möchte einen Dank aussprechen – ein bisschen Sommer-Sonnenkräfte von den Bienen. Ich freue mich ganz doll, dass du hier warst und unsere Initiative bereichert hast und wir jetzt gestärkt und heilsam in die Zukunft gehen können. Ich hoffe, dass wir in Kontakt bleiben.
Silke Schwarz: Ja, ganz bestimmt. Super, danke dir. Dann wünsche ich euch allen noch einen wunderschönen Abend. Ich bin noch etwas da, Maike auch. Wenn ihr noch individuelle Fragen habt zur Medizin oder zur Schulgründung, sprecht uns gerne an. Tschüss.
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Transcripción de la conferencia (Parte 3 de 3) del 19 de noviembre de 2024
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Ronda de preguntas: diferencias entre géneros y la fecha de corte rígida 00:00:09
Y ahora me alegra si tienen preguntas.
Pregunta: Tendría una pregunta, muchas gracias. ¿Ve seguido diferencias entre los géneros? O sea, ¿los varones y las nenas tienen que cumplir todos, por así decir, las mismas exigencias?
Silke Schwarz: Es injusto, ¿no?
Pregunta: Pero tienen condiciones distintas. ¿Es realmente así?
Silke Schwarz: Sí, es realmente así. Hay un consenso médico-escolar al respecto, que dice que es en realidad del todo injusto que los varones tengan que saber hacer las mismas cosas en el mismo momento que las nenas. Porque se sabe que están más o menos medio año atrás en lo que hace a la motricidad fina. Y eso es más difícil para los varones.
Pregunta: ¿Y a los maestros los forman en ese sentido?
Silke Schwarz: En el mejor de los casos, sí. En la realidad diría que no. Cuando lo veo del todo normal en los sectores escolares, tenemos justamente este fenómeno de que para todos rige la misma exigencia al mismo tiempo. Y de eso tenemos que alejarnos. Necesitamos una pedagogía individual, y sin que los chicos sean enseguida chicos con necesidades especiales. Y sinceramente, los chicos nos necesitan a nosotros los adultos, a nosotros los padres, que captamos esto y miramos que el sistema educativo cambie. Eso lo conocemos como padres nosotros mismos: uno llega a la escuela y ya se le hace un poco estrecho, porque hay estructuras autoritarias, porque a los chicos se les exigen cosas y todo se marca en rojo. Y uno nota que eso está totalmente pasado —deberían marcar en verde las cosas que están bien. Ahí hay también muchísimos enfoques, pero hace falta que nosotros insistamos constantemente para decir: deseamos la escuela todavía muy distinta de como es actualmente. Y no una regulación por fecha de corte. Estaría bueno, y también le haría más justicia a la realidad, si tuviéramos ingresos y egresos fluidos, quizás que cada día entre o salga alguien nuevo. Que reformemos este sistema de castas. Gracias por la pregunta.
Ronda de preguntas: el comienzo de la escuela y el aula configurable 00:02:32
Pregunta: ¿Un primer grado fijo?
Silke Schwarz: Ah, es las dos cosas. La escuela empieza la mayoría de las veces a las ocho menos cuarto, a las ocho, a las ocho y cuarto. Y nosotros los médicos estamos de acuerdo: para los chicos sería lo mejor de algún modo a partir de las nueve. Porque no encaja bien con los niveles de cortisol. Empezamos a la mañana a una hora en que el nivel de cortisol en los chicos todavía está por el piso. Después los arrastramos a la escuela y los sentamos ahí, y entonces ya tienen que hacer algo, pero todavía no están del todo despiertos. Y eso tiene un precio, se repercute en las notas, eso se sabe. Las pruebas que se escriben temprano les salen a los chicos en promedio algo peor que más tarde en el día. Y en la pubertad este tema de cuándo se empieza a la mañana pega de nuevo bien fuerte.
Algunas clases hacen comienzos escalonados. Ahí uno tiene un espacio abierto, no tienen que estar todos a las ocho en punto sentados en la silla, sino que hay un tiempo de llegada donde uno empieza a reordenarse en el espacio y a sentirse a gusto. Eso hace de verdad una diferencia para el éxito del aprendizaje. La mayoría de nosotros lo conoce así: entro al aula, hay un pupitre, me siento un ratito, después me voy, y queda del todo impersonal. O tenemos aulas donde los chicos pueden configurar su espacio. Tienen sus propias mesitas y pueden hacerlas lindas, poner florcitas o un mantelito. Los varones lo hacen también un poco distinto que las nenas. Pero está claro: acá puedo realizarme, este es mi reino. Y así los chicos llegan a la escuela de un modo del todo distinto que ahí donde tiene algo anónimo, de oficina.
Ronda de preguntas: la cercanía y el desprenderse en la pubertad 00:04:31
Pregunta: Tengo una pregunta. Describiste tan lindo la cercanía entre madre e hijo. ¿Es así que, cuando uno es especialmente cercano, después en la pubertad viene un "ahora voy en contra" igual de fuerte? Yo tengo que poder desprenderme también de ese apego profundo.
Silke Schwarz: Es muy distinto. En esta cercanía que describí hay una unión de base entre padres e hijos, en un plano vegetativo. Y al lado hay además, en lo anímico, todavía algo. Hay parejas padre-hijo que tienen una simpatía de base absoluta, son como llave y cerradura, un solo corazón y una sola alma. Chicos donde los padres dicen: somos simplemente de la misma madera. Y hay también padres que dicen: en realidad siempre tengo una especie de distancia de base con este chico, no me lo puedo explicar. Ahí lo vegetativo está de todos modos, pero en un plano anímico queda algo ajeno. Existe también ese fenómeno, mi querido maestro Henning Köhler lo llamó así: el fenómeno del hijo adoptivo biológico. Ahí donde yo como madre amo infinitamente a mi hijo, pero siempre tengo esa sensación, qué raro en realidad, de dónde viene este chico y qué trae consigo. Eso también existe. Y tienen desafíos distintos para la pubertad.
Pero todos tienen esto: ¿cómo se van a desprender? Algunos no hacen tanto lío en casa, lo tramitan afuera con el grupo de pares. Y para algunos es en casa un proceso doloroso. No tiene que ser siempre violento y salvaje, pero puede. Y este desprenderse, el desprenderse etérico, trae siempre consigo el aspecto de que en nosotros algo se libera. En el momento en que los chicos van al jardín, notamos que se liberan fuerzas etéricas para nosotros mismos; cuando van a la escuela, cuando pasaron la pubertad, notamos también nosotros los adultos, si las cosas van bien, una ganancia etérica. Para los chicos eso es primero increíblemente conmovedor y un proceso realmente tremendo. Algunos nos eligen para ir de verdad a la confrontación con nosotros, y nosotros aprendemos ahí a permanecer en la predisposición positiva. Es decir: hagas o no hagas eso como adolescente, la embarres o no la embarres, yo te conozco desde toda tu vida y conozco de algún modo tu buen núcleo.
En la pubertad hay una imagen muy linda de Antje Mais. Suele ser que el chico que conocíamos hasta ahora —si uno se lo imagina como un arroyito que serpentea por un paisaje primaveral, donde hay florcitas y saltan conejitos— en la pubertad se va como bajo tierra. Y entonces ahí solo hay pasto o piedras, pero de todo eso amable y hermoso primero no se ve más nada, el río se sumergió. Y entonces hacen falta adultos en el entorno que digan: yo sé cómo eras, y sé que va a volver a aparecer algo. Pero mientras tanto hay un ámbito donde no puedo hacer nada, ahí mi tarea es soltar, pero decirte: pase lo que pase, siempre podés venir. Convertirse en ese o esa que en la vida de los adolescentes dice: y si te metés en el peor quilombo, te sacamos de ahí y encontramos un camino para arreglarlo de nuevo.
Y en la época actual pasan en parte cosas realmente más dramáticas que antes. Tenemos generaciones enteras de jóvenes que amenazamos con perder en internet. Eso es realmente tremendo. Y esos necesitan a veces de verdad adultos que se planten y digan: no salgo de la habitación y no te dejo solo, porque noto que acá hay una adicción, tenemos que ocuparnos. Entonces, si hace falta, me encadeno de algún modo a la laptop, pero no te dejo pudrirte solo en este cuarto. Tenemos que encontrar una solución. La pubertad es apasionante.
Pregunta: Nosotros también somos ejemplo, también con el celular. Eso ya lo estamos mostrando.
Silke Schwarz: Sí.
Ronda de preguntas: por qué el saber conocido no se impone 00:09:33
Pregunta: Me pregunto una y otra vez: mucho de lo que usted cuenta de la investigación es en realidad conocido, o está probado por estudios más de una vez. ¿Por qué no se impone eso a lo ancho? Este tema de los medios, por ejemplo. Y lo mismo con este comienzo de la escuela a las ocho en vez de a las nueve —sería posible.
Silke Schwarz: Sería efectivamente posible. Pero cuando uno entra en diálogo con las escuelas concretas, entonces ahí depende también mucho del personal. Los maestros quieren también arrancar a las ocho y estar de nuevo seguros en casa a las cuatro de la tarde. A la mañana abren los negocios, y uno quiere estar en esa corriente principal. Por parte del legislador no sería el problema empezar más tarde. Ese es, por lo general, el desafío interno de la escuela: llevar a toda una escuela a empezar más tarde, con todos los padres que después tienen que poder estar en la oficina, y los colectivos que hay que reprogramar. Son muchísimas cosas externas.
Pregunta: Me parece asombroso: a los más chiquitos se les exige que estén a las siete y cuarto en la institución, y después los alumnos recién pueden llegar a la escuela a las ocho menos veinte como muy temprano. ¿Cómo funciona eso? Pero si esos somos nosotros. ¿Por qué no tiramos del freno de mano?
Silke Schwarz: Yo diría: tiremos del freno de mano, en todos los puntos donde notamos que la cosa realmente no encaja bien.
Público: ¿Qué rinden ya ahora, y dónde pueden llenar su tanque para la vida? Son las obligaciones que los padres tienen desde afuera.
Público: Lo feo es que lo aprenden bastante temprano. Conozco a muchísimos, también en el ámbito de menores de tres años, que lo aprenden a partir del primer año de vida o todavía antes, y entonces funcionan, están dentro del sistema. Y otros, que en ese ámbito de menores de tres todavía no estuvieron y después llegan al jardín, la tienen muy difícil para crecer ahí adentro y asumir ese sistema. Ese es un desafío esencial.
Público: Habría que plantear la pregunta de qué hace la nueva escuela Waldorf en ese terreno. En nuestro caso es así: a las ocho tenemos una llegada, ahí ya se les exige a los chicos estar, pero hay juego libre, y uno puede también estar un poco dormido todavía. Y la clase principal, la clase medular intelectual, todavía no empieza a las ocho, sino que de una manera suave se intenta correrla hacia más tarde. Los padres quieren dejar a los chicos y después irse rápido al trabajo.
Silke Schwarz: Sí, gracias. Es un relato apasionante y un buen complemento. Ahí se ríe el corazón de la médica. Es una buena llegada a un lugar, para después entrar al aprender.
Maike: Sí, esa es también la oportunidad de una fundación nueva. Si arrancamos ya así con estas configuraciones, como lo tenemos previsto, entonces no necesitamos en algún momento reorientar un barco enorme. Quien trae a los chicos con nosotros sabe que es así. Eso es lo bárbaro de la escuela que se decide a participar —y no solo el sistema de llevar y traer, sino en el sentido en que vos lo acercaste ahora tan bien: en qué actitud interior van nuestros chicos ahí, a la primaria, y acompañar y envolver eso como padres. Lo desarrollamos desde la base. Yo estoy desde hace décadas en esta configuración del pasaje. Y como vos lo decís recién, con lo temprano: los chicos de escuela tienen trece semanas de vacaciones al año, y a los jardines se los reduce a que uno tenga abierto lo más posible y ya sin períodos de cierre. Son todos desarrollos a los que con esta nueva fundación de escuela queremos un poco contrarrestar. Muchas gracias.
Silke Schwarz: Con gusto. Ahí se capta de nuevo a la pedagoga Waldorf, para mí fue también bárbaro volver a escuchar eso tan claro.
Ronda de preguntas: la visión de una escuela, lo social en el centro 00:15:26
Pregunta: Tengo todavía la pregunta: si vos fundaras ahora una escuela, ¿qué visión tendrías desde tu mirada médica? El proyecto de medios lo escuchamos, ese estar de cara al chico, ser ejemplo. ¿Hay algo que agregarías?
Silke Schwarz: Además de ser médica escolar en Bonn, atiendo también la Escuela Libre de Aldea en Unterlengenhardt, que tiene una cooperación con un establecimiento biodinámico. Eso ustedes probablemente también lo tengan. Eso me parece importante, poner ahí en juego la pedagogía de la acción. Y lo que es un anhelo realmente grande para mí es lo social. La escuela de Unterlengenhardt fue acompañada originalmente por Henning Köhler, el pedagogo terapéutico fallecido, un querido amigo y maestro mío. Y ellos tienen el modelo de decir: cada chico que se siente perteneciente a esta escuela, cada familia que dice "acá está nuestro lugar, acá estamos bien", esos no son expulsados de la escuela. Eso lo tenemos seguido en el ámbito convencional, ese tema de la amonestación, con gestos amenazantes, que uno tiene miedo: si el chico hace algo de nuevo, te vas de la escuela, o si estuvo dos meses sin venir, te vas de la escuela. Ahí hay un compromiso social increíblemente grande, para decir: somos un lugar realmente seguro y confiable. Puede ser que como escuela quizás en algún momento no seamos el lugar adecuado para vos, pero entonces entramos en la discusión con eso, y tenés de nosotros el apretón de manos: no te echan de la escuela en el momento en que de todos modos estás perdiendo el piso bajo los pies.
Eso me parece bastante grande. Y tienen también el enfoque de que algunas clases cada mañana, otras una vez por semana, tienen una especie de check-in, donde se cuentan mutuamente cómo están y se escuchan. Y entonces está uno que dice: en casa hubo lío de nuevo, mamá y papá se pelearon, y después papá tomó de nuevo. Donde se conocen de verdad unos a otros, también con sus temas profundos, y aprenden a hablar y a escuchar. Eso tiene realmente un espacio, porque dicen: si intentamos aprender pasando por alto que los chicos están en parte en situaciones anímicas en las que no están para nada en condiciones de aprender, entonces en lo social pasamos de largo unos al lado de otros. Esas perturbaciones tienen prioridad, y uno simplemente lo planifica, cada día a la mañana o una vez por semana: ahí queremos saber cómo estamos.
Pregunta: Pero creo que eso es también difícil. Si me imagino ahora mi clase…
Silke Schwarz: Ah, es bárbaro que traigas eso. Uno siempre puede pasar. Hay un cristal que va circulando, y si uno no quiere, dice "paso" y le pasa la piedra de la palabra al siguiente. Y se presenta de tal modo que nunca hay una obligación de hablar, sino que cuando digo "paso", entonces tengo la fuerza de decir: ahora no hablo con mi boca. Y eso tiene el mismo valor —así se presenta— que contar algo. Es un círculo de confianza, y aprenden: es un lugar cerrado, lo que se conversa no va para afuera. Y ahí crecen dentro.
Pregunta: ¿Qué rol juega entonces la cantidad de chicos en una clase así?
Silke Schwarz: Tienen clases chicas, doce a quince chicos. Conozco también el modelo de una amiga en la escuela Waldorf de Bonn, en cuya clase estuvo mi hijo —eran veintidós o algo así, pero eran más grandes cuando hicieron eso. Eso hay que sentirlo, depende mucho de la clase. Quizás tengo también fases donde noto: ahora con esto no avanzo, en realidad tendrían que ir todos al bosque y primero talar árboles. No debe ser un dogma. Pero ese saber de base de que en lo social suele haber demasiado oculto. No por nada tenemos tanto maltrato infantil en Alemania, que hacemos campañas con "Fijate". ¿Dónde tienen los chicos lugares donde de verdad surjan a veces momentos, de manera recurrente, donde abramos espacios? Ahí hay también siempre una maestra que dice: si tenés algo en el corazón y no lo querés contar en la ronda grande, siempre podés venir también a mí. No se trata simplemente de que todo se ponga dentro del grupo. Pero eso fino de decir: la escuela no es solo un lugar donde yo pensé de antemano qué podrías aprender, sino donde tengo de verdad un interés en quién sos y en cómo estás.
Ronda de preguntas: qué pasa con los chicos que no viven eso 00:20:45
Pregunta: ¿Qué pasa con los chicos que no viven eso?
Silke Schwarz: ¿A qué te referís, en esta escuela o en una escuela normal? Yo diría que es una especie de… uno casi podría decir que el autoconocimiento o la autoestima se ve algo afectada. Que uno tiene más bien una sensación de futilidad, que es más bien como un engranaje chiquito en la maquinaria. Eso también se sobrevive de algún modo. La mayoría encuentra después fuera de la escuela una tía querida o un amigo o quien sea, con quien pueden hablar de los temas que mueven el alma. Pero en definitiva hay que decir que es totalmente absurdo cómo atravesamos la época escolar. Ahí aprendimos toda clase de cosas, fórmulas y cosas que nunca entendemos, pero aprendemos de memoria. Pero no hablamos para nada de lo anímico, de los sentimientos. Mi hijo dice: de la declaración de impuestos. O de lo que nos constituye como seres humanos, de cómo podemos tratarnos entre nosotros, cómo despertamos en la femineidad y en la masculinidad, qué significa el vínculo, qué significa tener un hijo. Hay cosas realmente esenciales de las que uno puede hablar bien cuando aprendió a tener una especie de introspección, ese escuchar hacia adentro: ¿hay algo que quiero compartir? Y en definitiva hay que decir que somos una sociedad de burnout. Eso tiene muchísimo que ver con que no aprendemos para nada a detenernos en un momento en que todavía estamos sanos y a notar: si sigo siempre así, así, así, entonces en algún momento me caigo del todo, porque tengo un burnout. Son esas cositas que uno en realidad puede predisponer temprano, que pueden hacer que toda una sociedad se vuelva más sana.
Ronda de preguntas: "Educar es sanar en silencio", la salud como equilibrio 00:22:58
Pregunta: Me gustaría volver del todo al comienzo, porque mencionaste algo de Steiner que me ocupa desde hace poco: la palabra sanar. No puedo repetir la frase, pero…
Silke Schwarz: Ah —educar es sanar en silencio.
Pregunta: Exacto. ¿Cómo manejamos eso, si yo digo que sanar significa siempre volver algo sano? ¿No está ahí la conclusión inversa de que algo que tengo que sanar está antes enfermo?
Silke Schwarz: En la medicina —trato de hacerlo bien cortito— existe la imagen del caduceo, el bastón de Mercurio. Casi cada uno de nosotros tendría su propio caduceo, es decir, cada uno de nosotros tiene su salud del todo propia. Es en realidad una ficción decir que existe la salud, uno está sano y uno está enfermo. Nosotros diríamos que es del todo procesual y normal que cada uno de nosotros, cuando nos sentimos sanos, tenga en sí procesos que en realidad enferman, y procesos que vuelven a regenerar. Es decir, todos estamos siempre un poco enfermos y muy sanos. Cuando estamos más enfermos y menos sanos, entonces decimos que estamos enfermos. Pero cada uno de nosotros produce cada día unas cuantas células cancerosas, y el sistema inmunológico normal lo nota, las elimina, y entonces seguimos sanos. Esa tendencia a unilateralizarse es en realidad lo que desde la medicina antroposófica designaríamos como enfermedad. No el serpentear entre un campo con enfermedad y salud, sino el peligro de dispararse hacia semejante unilateralización y entonces recibir una enfermedad realmente tremenda.
Y sanador es entrar en conexión con eso procesual de tal modo que yo, en cierta medida, vea también con anticipación: ah, esta fase de fiebre con el chico, ahí me conecto así, tiene dos, tres días de fiebre, miro qué otras cosas llamativas hay en el ámbito orgánico. Que deje al cuerpo hacer, pero que esté cerca, para intervenir cuando noto que eso no lo regula él solo —entonces doy remedios que ayudan a que él mismo regule. Y cuando noto que la unilateralización se vuelve demasiado fuerte, entonces contrarresto todavía más fuerte.
¿Y por qué educar es sanar en silencio? Por un lado: siempre decimos "estoy enfermo, tengo una apendicitis", eso implica como si viniera del todo de golpe, pero en realidad no es así. Nadie que tiene una apendicitis, nadie que tiene un Crohn, se enfermó de un día para el otro. Y en el educar uno podría decir: ayudamos a esa persona a educarse a sí misma, en todo el ámbito del llamado estilo de vida. Sabemos simplemente que el deporte y la alimentación, lo que leo, que no fume, los vínculos sanos —todo eso tiene influencia sobre la salud. Y eso ya es un comienzo: la prevención, podría decirse, ya es el comienzo del sanar. La prevención es sanar en silencio, llevar una vida salutogenética, una pedagogía que quiere ocuparse de que no se llegue para nada de manera tan tremenda a las unilateralizaciones.
Y después el educar tiene también ese plano de que damos impulsos a través de remedios. En el sentido más amplio, también el dar remedios tiene, para el lado puramente corporal, el ofrecimiento de ser educador. Pero los remedios antroposóficos dejan en libertad. Existe después, sin embargo, como en toda educación, la situación: si un chico quiere cruzar corriendo una calle transitada, entonces lo agarro de la mano y lo tiro para atrás. Y así hay también situaciones donde decimos: bueno, acá necesitamos un antibiótico y acá un antipirético. Ahí no hay que titubear. Pero estar despierto para eso, ese es ese ámbito silencioso. Y Steiner les dio a los médicos antroposóficos distintos mantras. Uno es este "educar es sanar en silencio", porque quiere que los médicos trabajen con los pedagogos, que los médicos se dejen mostrar también por los pedagogos: mirá, acá se puede prevenir muchísimo, para que uno no se enferme. Ahí, como médico, podés aprender muchísimo que después te ahorra bastante.
Ronda de preguntas: la dimensión espiritual del sanar 00:28:07
Maike: Me gustaría agregar todavía el aspecto pedagógico. Yo interioricé a través de mis años que la pedagogía Waldorf es también una pedagogía espiritual. Y este sanar no hay que verlo solo así, sino también: cuando los chicos vienen de su patria celestial, entonces son separados un poco, y cuanto más grandes se hacen, más separados están. Y nosotros estamos por eso llamados, a través de la pedagogía espiritual, a actuar también de manera sanadora, a no dejar que ese corte suceda, a mantener esa conexión abierta lo más posible. En realidad tiene que quedar abierta hasta el final de la vida, esa conexión. Ahí entregamos la fuerza, en definitiva también la fuerza para impulsar corporalmente ese proceso. Eso me impresionó mucho. Y así también nos sentimos en las instituciones Waldorf: que a través del entorno religioso que les damos a los chicos —no por hacer con ellos religiosidad, como se conoce eso, sino a través de las fiestas y la atmósfera—, que todo eso es un sanar, un volver sano. Eso para mí es muy importante.
Público: Sí, gracias.
Silke Schwarz: Sí, entonces diría que aterrizamos con tu pensamiento de cierre de la espiritualidad y de lo sanador de la espiritualidad. Y querida Maike, ¿querés decir todavía unas palabras para cerrar?
Maike: Quisiera expresar un agradecimiento —un poco de fuerzas de sol de verano de parte de las abejas. Me alegra muchísimo que hayas estado acá y hayas enriquecido nuestra iniciativa, y que ahora podamos ir fortalecidos y de manera sanadora hacia el futuro. Espero que sigamos en contacto.
Silke Schwarz: Sí, seguro que sí. Bárbaro, gracias. Entonces les deseo a todos todavía una velada hermosa. Yo me quedo un rato más, Maike también. Si tienen todavía preguntas individuales sobre medicina o sobre la fundación de la escuela, acérquense con gusto. Chau.
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