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Kindergarten als Ort der gesunder Entwicklung - ein Vortrag von Silke Schwarz, Teil 2v3, 2024
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Transkription des Vortrags (Teil 2v3) vom 19. November 2024
+++ Diese Übersetzung wurde maschinell erstellt und muss noch individuell überprüft werden. Willst du MitTun? +++
Phubbing und das Still Face: wenn das Handy die Zuwendung abzieht 00:00:08
Kindergarten und Schule als Orte der gesunden Entwicklung sind unser Thema heute. Hier habe ich noch mal kurz ins Bild gebracht, worüber ich vorhin gesprochen hatte. Diese unglaublich nette Situation mit einem Papa und einem kleinen Kind, wo das Kind wie angesteckt ist von dem, was der Papa macht.
Und hier ein Thema, das heutzutage ein absolutes Upcoming Event ist, weil es so unglaublich wichtig ist, dem habe ich sogar zwei Folien gewidmet. Ihr seht hier: Phubbing, das ist ein amerikanisches Wort für ein eigentlich neues Phänomen in der Kindheit. Das kennen wir aber auch als Erwachsene. Das ist die Situation, wenn du mit deinem Partner oder deiner Partnerin gerade so total innig zusammen bist, richtig romantisch oder schön, und das Telefon geht, und der andere geht ans Telefon und ist quasi weg. Der bricht wie weg aus der Kommunikation und ist nicht mehr erreichbar. Das ist so ein Everyday-Phänomen, bei manchen Leuten mehr, bei manchen weniger.
Und das erfahren jetzt mehr und mehr die Kinder der heranwachsenden Generation, wenn die in einer innigen Beziehung mit den Eltern sind und das Handy irgendetwas macht, was die Eltern quasi abzieht. Das wird auch im Zusammenhang mit dem sogenannten Still Face gesehen. Still Face sind Experimente, die hat man 1965 gemacht, auch wieder mit Müttern und Kindern. Da sind die Mütter angeleitet worden, wenn die gerade so im innigen Spiel mit ihrem kleinen Kind waren, ganz plötzlich aus der Interaktion heraus so ein maskenhaftes Gesicht zu machen. Also körperlich da zu sein, aber innerlich weg, keine Mimik und Gestik mehr. Das hat man erforscht und analysiert und gesehen: Für die Babys sind erst mal irritiert, machen aber weiter. Sie bleiben erst mal in der Innigkeit, die lächeln sogar dann noch mehr. Babys machen gerne Lächel-Dialoge zum Auffordern. Und wenn die dann merken, die Mutter ist zwar da, aber reagiert gar nicht mehr, dann fangen die an, unruhig zu werden. Dann machen die so motorische Bewegungen, was sie halt können. Und irgendwann ist so ein Punkt, eigentlich nur ein, zwei Minuten, je nach Kind, wo die bitterlich anfangen zu weinen. Das ist richtig schlimm. Man findet auch im Internet solche Clips, das kann man sich anschauen.
Und wenn die Mutter das Kind dann tröstet, dann ist es schon echt erschütternd, dass man merkt, wie unglaublich lange das braucht, bis das Baby sich wieder einbekommt. Und hinterher ist es nicht so, als wenn nichts passiert wäre, sondern man merkt eigentlich, da hat es eine Art kleines Mikrotrauma gegeben. Einfach durch so eine Situation, die zwei, drei Minuten dauert. Und mit den Handys heute kommt eine Dynamik in die frühe Kindheit hinein, wo Kinder wirklich mannigfach solche kleinen Mikrotraumata haben. Und deshalb müssen wir, je jünger die Kinder sind, als Erwachsene wirklich aufpassen, dass wir nicht denken: Ach ja, ich kann ja gut irgendwie am Screen etwas machen, ein bisschen Homeoffice oder gerade etwas am Handy. Weil das für die Kinder zum einen die Gefahr hat, dass sie erleben, plötzlich ist der Erwachsene mit der Aufmerksamkeit und der Herzlichkeit weg – und man kennt es, wie man da quasi kleben bleiben kann. Und zum anderen zeigen Studien, dass es einen negativen Einfluss auf die Bindungsentwicklung hat, und zwar so massiv, dass jede Minute in der frühen Kindheit zählt. Man kann sich vorstellen, die Kinder schlafen noch sehr viel, gerade die ganz Kleinen schlafen oft 16, 18 Stunden am Tag. Und die Zeit, in der die wach sind, sind die beschäftigt mit Stillen oder Gewickeltwerden und dann im Umkreis den kennenzulernen. Und in diesem Alter zählt jede Minute.
Mediennutzung in Familie und Kindergarten 00:04:07
Wir haben auch eine Umfrage bei uns an der Universität Witten/Herdecke gemacht und konnten zeigen, dass 17 Prozent der heutigen Mütter und 31 Prozent der Väter die Kriterien einer drohenden Internetsucht erfüllen. Das heißt, das ist nicht einfach nur mal ein bisschen, wo man kurz am Handy ist. Und selbst wenn ihr für euch denkt, ach, bei mir ist das alles klar, da ist nachts das Handy immer im Flugzeugmodus auf dem Küchentisch, das ist gar nicht im Schlafzimmer, und wir haben das als Familie nicht als Thema – die Kinder drumherum haben es aber alle als Thema, und es ist wichtig, dass wir das im Bewusstsein haben und auch mitbekommen, dass das einen negativen Einfluss auf die kindliche Entwicklung hat.
Und es scheint so zu sein, dass wir, wenn wir am Handy sind, für die kleinen Kinder kein gutes Nachahmungsvorbild sind. Je mehr Zeit die Eltern am Screen sind, desto weniger schnell lernen die Kinder, in den Handstütz zu kommen. Die Babys sind sechs Monate alt, die liegen ja und stützen sich dann sozusagen auf. Die lernen signifikant später, in die Sprache zu kommen. Die freuen sich weniger beim Erscheinen eines anderen Kindes. Und so kommt es schon im Alter von sechs Monaten dazu, dass man sagen kann, das ist signifikant: Wenn die Eltern viel am Screen sind und das Kind dabei ist, wird es sich in bestimmten Entwicklungsbereichen weniger gut entwickeln. Und das hat mit diesen Nachahmungskräften zu tun. Wenn wir mit den Kleinen draußen sind und einen Kräuterspaziergang machen, dann hat ein Kind eine ganz andere Erlebniswelt und etwas zum Nachahmen mit uns, als wenn wir zeitgleich am Screen wären.
Die Message für den Kindergarten und die Schule ist deutlich, für die Waldorfkindergärten auf jeden Fall. Es ist gesellschaftlich ein wichtiges Thema. Schaffen wir es, uns so zu positionieren, dass wir sagen: Wir brauchen keine digitalen Medien in der frühen Kindheit. Die Studienlage ist da ziemlich klar. Ökonomische Interessen spielen oft schon Tablets in den Kindergarten. Da gehören die aber definitiv nicht hin. Jede Schule sollte heutzutage ein gutes Medienkonzept haben und schon am ersten Elternabend das Thema auf den Tisch bringen, indem man mit den Eltern gemeinsam überlegt: Es wird kommen, aber wie wollen wir damit umgehen? Und da gibt es Dinge wie eine freiwillige Selbstverpflichtung für Eltern, dass man sagt: Wir sagen uns Bescheid, bevor wir einem Kind ein internetfähiges Handy geben, weil wir wissen, es gibt oft so einen Domino-Effekt, den wollen wir gar nicht. Oder wir vereinbaren, dass wir uns fragen, wenn Besuchskinder da sind, ob ein bestimmter Film geschaut werden soll, auch wenn der vom Alter her offiziell freigegeben ist. Dass man sich dafür sensibilisiert und ausmacht: Da wollen wir füreinander achtsam sein. Weil die Kinder sind oft viel empfindlicher für das, was über die Screens transportiert wird, als das, was außen draufsteht. Wer sich heutzutage einen Film anguckt, der ab 14 oder 16 freigegeben ist und nicht viel fernsieht, der hat dann manchmal schon Probleme zu schlafen. Und so ist es für viele Kinder, dass das, was ab null freigegeben ist, trotzdem so spannend ist, dass es zu viel ist. Und wie es für die Besuchskinder ist, wissen wir nicht.
Eine Fotoserie von der Geburt bis zur Einschulung 00:07:49
Jetzt habe ich von einer ganz lieben Freundin so eine richtig schöne Fotoserie bekommen bzw. machen dürfen, einmal so zum Einstimmen: Wie ist das denn von Geburt an bis zur Einschulung? Vielleicht kann man das ganz kurz für diese Fotoserie hier vorne ein bisschen ausmachen.
Ja genau, ihr seht, wie die Kleinen mit der Geburt starten, und was für eine Errungenschaft das ist, das Köpfchen zu heben, das so schwer ist im Vergleich zum Rest des Körpers. Und hier seht ihr weiter meine liebe Freundin Martha, wie sie es schon zum Krabbeln geschafft hat und sich dann ins Stehen erprobt. Wir wissen, die Kinder kommen alle ganz unterschiedlich ins Stehen. Es gibt die, die lange Zeit irgendwo stehen und sich festhalten und alles beobachten, und irgendwann machen die einen Schritt, und dann sitzt er, und dann gehen die. Und es gibt die, die mehr so Draufgänger sind: stehen auf, fallen hin, stehen auf, fallen hin. Wie meine Oma vorher gesagt hat: Die fallen sich groß. Also ganz unterschiedlich schon das Temperament und das Naturell, das die Kinder haben.
Und welche Errungenschaft, dann aufrecht zu stehen und sogar auf unebenem Boden zu gehen, im Urlaub gefahren zu sein. Hier sehen wir, wie intensiv schon der Blick von einem kleinen Kind sein kann. Und auf dem Bild mit dem Dreirädchen – ihr könnt euch vielleicht noch an eure eigene Dreirädchenzeit erinnern, wie schwer das auch war, das zu lernen. Bei mir hat es unglaublich viele Wunden an den Innenknöcheln gegeben, weil ich immer an diese Fahrradpedale gekommen bin. Das ist ganz typisch eine Zeit, wo die Kinder richtig so nach vorne gezogen sind, ganz in diesen vorderen Raum. Und das, was wir eben gemacht haben, dieses Innehalten und Lauschen, das ist nicht so die Qualität in der Kindergartenzeit, sondern das ist oft hoch hinaus und weit hinaus. Und dann am Ende vom ersten Jahrsiebt die Errungenschaft hier bei einem Schulkind, und man merkt, wie die Hände von Mama und Papa noch festgehalten werden. Was für eine Freude, was für eine Anspannung auch, der erste Tag in der Schule. Das ist das erste Jahrsiebt, von der Geburt bis zur Schulreife, ein gesunder Durchgang, ein Kind, das, ohne dass man von außen viel machen musste, die Martha da quasi ihren Weg gemacht hat.
Antonovsky und die Salutogenese 00:10:38
Machen wir mit euch einen kleinen Sprung in die Grundüberlegungen des Themas Gesundheit. Und dazu habe ich hier ein Bild von Aaron Antonovsky gefunden, wo er selber gar nicht so etwas Gesundes macht mit dem Rauchen, aber entspannt und nachdenklich sieht er dabei aus. Er gilt als der Begründer der sogenannten Salutogenese, und das kommt von Salus, also Gesundheit, und Genese, Entwicklung oder Herkunft. Er hat bei Überlebenden des Holocaust geschaut: Wie geht es denen eigentlich viele Jahre danach? Und er konnte zu seiner eigenen Überraschung feststellen, dass es eine ziemlich große Gruppe überlebender Frauen dieser fürchterlichen Szenarien gab, denen es nicht nur gut ging. Er war davon ausgegangen, dass viele traumatisiert sind, das ist auch der Fall. Aber es gab eine signifikant große Gruppe, denen es nicht einfach nur gut ging, sondern besser als Frauen gleichen Alters, die nicht den Holocaust erlebt hatten. Und das hat ihn inspiriert und angetrieben, in dem Bereich weiterzuforschen.
Er ist der Begründer der Salutogenese, wo er sagt: Da gibt es in diesem Modell drei große Säulen, die uns helfen, gesund zu sein und gesund groß zu werden oder gesund zu bleiben. Und ihr seht es hier, nicht in drei Säulen dargestellt – es gibt auch Säulendarstellungen –, hier als Pyramide. Das eine ist das Gefühl der Verstehbarkeit, also das Gefühl: Ich verstehe, was passiert, ich verstehe, wie die Dinge zusammenhängen, ich kann nachvollziehen, was auf mich zukommt, kann das auch vorhersehen. Das ist entscheidend für die Gesundheit. Und so ist es auch beim Sinn einer Sache, dass ich die Sinnhaftigkeit empfinden kann, dass ich ein Modell, Vorstellungen entwickle, die mir auch in dem, was manchmal herausfordernd ist, dennoch den Sinn einer Sache deutlich machen. Und auch das Gefühl, dass ich etwas kann, also das Gefühl der Handhabbarkeit wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.
Wenn man das sieht – ein Gefühl dafür, dass ich etwas verstehen kann, ein Gefühl dafür, dass die Dinge Sinn machen, und ein Gefühl dafür, dass eine Handhabbarkeit da ist –, dann kann man verstehen, warum es für Steiner zur Gründungszeit der Waldorfschule auch ein großes Anliegen war, eine gesunde Gefühlsentwicklung mit zu veranlagen. Das stand im Zentrum der Pädagogik. Jetzt kann man sagen, ja gut, Aaron Antonovsky hat später gelebt als Steiner, aber dieses Motiv war in Steiners Zeit auch schon da. Es war nicht als Begriff Salutogenese da, aber es ist sehr wichtig, dass wir die gesunde Gefühlsentwicklung im Sinn haben.
Zwei Steiner-Zitate zur gesunden Entwicklung 00:14:06
Und jetzt habe ich zwei Zitate von Rudolf Steiner mitgebracht, die wir einmal gemeinsam durchlesen können, wo ich finde, dass das Thema Salutogenese, wie das im Waldorfkontext da ist, auch ganz gut durchscheint. Zum einen: Wir haben das Kind für das spätere Leben nur dann richtig vorbereitet, wenn wir in ihm bewirken, dass das Fühlen sich gut loslösen kann vom Wollen. Dann wird es in einer späteren Lebensära als Mann oder Frau auch das losgelöste Fühlen mit dem denkenden Erkennen verbinden können und so dem Leben gewachsen sein.
Und das zweite: Alles Unterrichten und Erziehen soll danach streben, aus Menschenkindern physisch gesunde und starke Menschen zu machen, seelisch freie Menschen zu machen und geistig klare Menschen zu machen. Physische Gesundheit und Stärke, seelische Freiheit und geistige Klarheit machen dasjenige aus, was die Menschheit in der zukünftigen Entwicklung auch in sozialer Beziehung gerade am meisten brauchen wird. Das sind die sogenannten Oxford-Vorträge. Das heißt, wir können sagen, da sind Elemente drin, die zeigen, dass die Waldorfpädagogik salutogenetisch ausgerichtet ist und dass es ein Anliegen in der Waldorfpädagogik ist, auf diesen Beziehungsbereich, auf die Ausgestaltung der Gefühlsebene sehr viel Wert zu legen.
Schulreife und das Erleben von Schule 00:16:08
Wir haben noch das Thema Schulreife, auf das ich jetzt nochmal kurz mit euch eingehen möchte. Und das berührt uns meistens sehr, dieses Thema Schule. Wenn jeder von euch an die eigene Schulzeit zurückdenkt – ob ihr auf einer Waldorfschule wart oder nicht – und wir würden uns jetzt ein bisschen Zeit nehmen, so eine Fokusgruppe zu machen, da kämen relativ viele schöne Erinnerungen. Und dann ist es oft die Pause und die anderen Kinder und manchmal auch der Lieblingslehrer oder die Lieblingslehrerin. Und es kommt auch viel, was als nicht so schön empfunden wurde: der Druck durch Noten oder Vorgeführtwerden. Da könnten wir ein ganzes Tableau aufmachen. Sitzenbleiben ist ein großes Thema. Strenge Lehrer, laute Lehrer, zu viele Hausaufgaben und so weiter.
Und als Eltern, wenn wir merken, jetzt kommt die Zeit, wo unser Kind in die Schule geht, dann machen wir uns richtig Gedanken, was das heißt. Weil wir dahinter spüren: Jetzt kommt so ein Moment, wo das Kind gesellschaftlich in ein anderes System geht. Da steht auf einmal so etwas wie eine Schulpflicht im Raum. Und die ist erst mal eine ganz schöne Einschränkung der Freiheit, auch der elterlichen Freiheit, die oft gar nicht so leicht empfunden wird. Und das Kind wird Teil der Wettbewerbsgesellschaft. Es geht jetzt um Abschlüsse, die das Kind so entwickeln sollen, dass es mal gesellschaftlich fähig wird. Und es gibt auch nur eine schulärztliche Untersuchung, die dann an einem Tag stattfindet durch einen Amtsarzt oder eine Amtsärztin. Und da soll an einem Stichtag festgestellt werden, ob das Kind soweit fertig ist, dass es in die Schule gehen kann. Da kommt häufig etwas mit rein, was wir von unseren Eltern kennen: die Schule, der Ernst des Lebens. Und man merkt, viele haben an der einen oder anderen Stelle immer wieder ein bisschen Angst oder Sorge.
Warum Angst der schlechteste Lehrmeister ist 00:18:25
Und dieses Motiv von Angst oder Sorge erleben Tag für Tag auch viele Kinder in der Schule. Und das ist wirklich ein echtes Herzensanliegen von mir, dass wir uns klarmachen, rein aus der Neurophysiologie heraus: Angst ist ein ganz, ganz schlechter, der allerschlechteste Motivator, damit jemand ins Lernen kommt. Das funktioniert scheinbar, wenn man Druck macht. Aber was passiert, ist, dass ganz tiefe Hirnareale – ihr seht hier, was gekennzeichnet ist als Amygdala, der sogenannte Mandelkern – mit aktiviert werden. Und das führt dazu, dass gelernte Inhalte mit Angst quasi in so einen Loop gebracht werden. Und dann, wenn gelernte Inhalte wieder auf den Tisch kommen, kommt auch dieses Angstthema wieder mit hoch.
Angst war früher sinnvoll, wenn wir einem Säbelzahntiger gegenüberstanden. Dann mussten wir sehr, sehr schnell entscheiden, was wir machen, und in eine Richtung weglaufen. Dazu hat Angst uns veranlagt. Angst kann verschiedene Reaktionen hervorrufen, ihr kennt dieses Fight, Flight and Freeze. Aber dieses, wo man in eine Richtung losrennt, das ist reflexhaft. Angst hemmt die Kreativität. Dieses Innehalten, dieses in verschiedene Richtungen kreative Lösungen suchen – das macht man nicht in Anbetracht eines Säbelzahntigers, und das macht man nicht, wenn man innerlich Angst hat.
Nach heutigen wissenschaftlichen Standards, wie sollte gelernt werden? Dadurch, dass positive Emotionen vermittelt werden, mit Entspannung und Lob. Es gibt die sogenannte Gottman-Konstante – und da sind wir noch nicht in der Waldorfpädagogik angekommen –, die sagt: Wenn du dein Kind wegen einer Sache ein bisschen zurechtweisen musst, dann solltest du es mindestens fünfmal loben. Und zwar nicht erfunden loben, sondern weil du so in deiner Wahrnehmung und so wertschätzend bist, dass du merkst, da gibt es immer mindestens fünf Sachen, die man loben kann, wenn man eine Sache tadelt. Besonders gut können wir lernen, wenn etwas überraschend ist und motivierend. Das sagt Gerald Hüther gerne, mit dem Beispiel des 90-Jährigen, der nochmal Chinesisch lernt im ganz hohen Alter, weil er sich in eine Chinesin verliebt hat. Dann können wir plötzlich, wenn wir so motiviert sind, über uns hinauswachsen, da ist kein Limit im Gehirn. Mit wirklich Motivation und Begeisterung geht alles, aus Liebe und eigenem Interesse. Und das kommt von Steiner, der sagt: aus Liebe zur Sache, aus Freiheit und Liebe zur Sache können wir sehr gut lernen.
Waldorfelemente: Beziehung als wichtigster Faktor 00:21:28
Auf dieser Übersichtsfolie habe ich zusammengestellt, was einige Elemente sind, die uns in der Waldorfpädagogik begegnen. Das müsst ihr euch jetzt nicht alles merken, ihr könnt die Folien auch gerne im Anschluss haben. Aber ihr merkt schon, nach dem, worüber wir gesprochen haben, da sind manche Elemente, die docken an das an, was ich gesagt habe. Also kein Sitzenbleiben: Das heißt, ich muss erst mal gar keine Angst haben, dass ich aus meiner Klassengemeinschaft verloren gehe, weil ich eine Schicksalsgemeinschaft habe, eine tragende, die bereit ist, so viel individuelle Förderung und Unterstützung zu geben. Die Grundidee ist, dass wir gemeinsam – die Lauten, die Leisen, die in einem Bereich ein bisschen Fitteren und die in einem anderen Bereich ein bisschen Langsameren – uns gemeinsam auf den Weg machen zu Abschlüssen, die Waldorfschulen auch haben, zu Zeugnissen, die erst mal viele Jahre lang keine Notenzeugnisse sind, sondern Zeugnisse, die Fähigkeiten und Möglichkeiten sehr differenziert beschreiben, die so einen Teppich weben von dem, was beim Kind an Fähigkeiten und Möglichkeiten da ist.
Und vielleicht hier oben ganz groß von mir geschrieben: der Bereich der Beziehung. Da können wir sagen, Beziehung ist – dazu haben wir viele Studien – das Wichtigste, das allerwichtigste Element für Schulerfolg. Das ist wichtiger als die Anzahl der Kinder in einer Klasse, wichtiger als die Pädagogik, also die Schulform, und sowieso wichtiger als die Ausstattung mit irgendwelchen Medien. Und da gibt es die sogenannte Hattie-Studie, die zeigen konnte, dass die Einstellung des Lehrers, wie empathisch der Lehrer mit dem Kind ist, der entscheidende Faktor dafür ist, ob das Kind sich später in der Schule gut entwickeln wird oder nicht. Da gibt es sehr interessante Forschungen, den sogenannten Rosenthal-Effekt könnt ihr im Internet finden, der das sehr eindrücklich beschreibt. Und das heißt für mich als Kind, dass ich gesehen werde in dem, wie ich bin, in meinen Stärken und in meinem Charakter, ganz egal, was ich für Noten mache und ob ich das, was in schulischen Inhalten gezeigt wird, in Anführungsstrichen auch gut zurückzeigen kann. Denn ob ein Kind das ausspuckt, was in es hineingegeben wurde, oder nicht, heißt noch lange nicht, ob das auf lange Sicht erfolgreich sein wird oder diese Inhalte längerfristig behält.
Das bewegte Klassenzimmer 00:24:16
Hier noch ein Element, das häufig gefragt wird: das sogenannte bewegte Klassenzimmer, das viele Schulen haben. Das hat damit zu tun, dass wir über Bewegung, je jünger wir sind, desto mehr lernen. Bewegtes Klassenzimmer heißt, dass gerade in den ersten drei Schuljahren häufig mobiles Mobiliar gewählt wird, dass die Kinder selber morgens in der Klasse umbauen, dann werden die Sachen zu tollen Parcours zusammengebaut und später wieder zurückgebaut, sodass man daran auch sitzen kann. Und da gibt es sehr viele Studien – ich habe hier 35 gefunden –, die zeigen, dass körperliche Aktivität tatsächlich die kognitiven und schulischen Fähigkeiten von Kindern richtig gut unterstützt, sodass man sagen muss, unser ganz normaler Lehrplan ist eigentlich richtig seltsam, dass wir den Sport immer so als kleines Add-on am Rand haben. Eigentlich bräuchten wir eine ganz andere Art von Bewegungskultur, nicht nur in der Schule.
Wissenschaftliche Evidenz: die Parsifal-Studie 00:25:08
Manchmal wird gefragt, gibt es eine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass Waldorfpädagogik wirkt und wirklich etwas Gutes bringt. Dafür habe ich diese Folie gemacht: Ihr findet die sogenannte Parsifal Study Group, und es ist im Lancet hochrangig wissenschaftlich publiziert worden, wo man zeigen konnte, dass Waldorfpädagogik auf Gesundheit einen ganz konkreten positiven Einfluss hat, nämlich auf den Bereich der Allergien: Asthma, Neurodermitis und Heuschnupfen. Da wirkt die Waldorfpädagogik lindernd, ich habe hier aufgeschrieben desensibilisierend, und zwar vor allem auch bei den schweren Fällen. Wir scheinen im Waldorfkontext viel mehr Familien zu haben, die genetisch bestimmte familiäre Themen mitbringen, wie zum Beispiel Allergien. Die werden aber wiederum durch die Pädagogik besonders gut beeinflusst, und noch besser, wenn die Elternhäuser das Ganze mittragen. Ein Gesundheitsfaktor ist das, was die Schule macht – das wurde publiziert –, und der andere ist das, was wir zu Hause machen. Damit können wir synergistisch wirken.
Schulreife als Pflichtuntersuchung – und das Recht auf Rückstellung 00:26:25
Um das Thema Schulreife nicht unbehandelt zu lassen: Ihr wisst, das ist eine Pflicht-Reihenuntersuchung, wo es am Ende ein Attest gibt. Es gibt diesen Bereich: Aus erheblichen gesundheitlichen Gründen werden eine Rückstellung und ein Verbleib im Kindergarten empfohlen. Und das ist ein Bereich, wo man als Eltern das Recht hat und auch die Aufgabe, zusammen mit den Expertinnen, die das Kind kennen – die Erzieherin im Kindergarten, vielleicht eine Therapeutin, man selber, der das Kind gut kennt –, dafür einzutreten, wenn man merkt, der Kindergarten wäre noch für ein Jahr eigentlich der beste Förderort für das Kind. Wir haben im Moment ein bisschen eine schizophrene Situation in unserem Gesundheitswesen, dass wir die Kinder immer früher einschulen wollen, obwohl es genug Studien gibt, die zeigen, dass es gesünder ist – und das sage ich jetzt echt als Ärztin, gesünder –, wenn man später einschult.
Es ist gesünder fürs ganze Leben. Später, wenn die Kinder älter sind, haben die weniger Depressionen, wir haben weniger Suizide, die leben länger. Aber vor allem, wenn die noch klein sind, haben die es leichter, wenn sie etwas mehr im Leiblichen angekommen sind, die Kräfte auch fürs Denken aufzurufen, haben es leichter mit der Konzentration, und wir haben weniger Sehprobleme, wenn die später eingeschult werden. Das ist auch ganz spannend.
Was bei der Schuleingangsuntersuchung geschaut wird 00:27:58
Und das gehört zu dem, was bei der Schuleingangsuntersuchung regulär gemacht wird, dass man schaut: Wie ist die Sehfähigkeit, wie ist die Hörfähigkeit? Auf einmal bekommt das Thema Rot-Grün-Sehen eine besondere Bedeutung, weil die Tafel ja grün ist, also wirklich auch ein wichtiger Bereich. Und man wundert sich, wie viele Kinder unsicher in dem Bereich sind. Aber Unsicherheit heißt nicht Schwäche, sondern da tut sich oft im Nachreifen noch viel, auch bei den Augen. Wenn bei der Schuleingangsuntersuchung die Sehstärke noch nicht ganz da ist, hat man oft noch ein, zwei Jahre Zeit, wo man sagt: Na gut, im Bereich der Augenentwicklung tut sich noch viel. Die sind oft noch weitsichtig, weil die von ihrem Gemüt auch noch so weitsichtig sind. Das spiegelt sich bis in die Sehfähigkeit hinein wider. Und je mehr die anfangen, in dieser Welt zu landen und in die Welt der Buchstaben reinzukommen, desto mehr fangen die an, fokussiert zu gucken und in der Nähe zu gucken, ohne dass es sie so sehr anstrengt.
Dann interessiert uns: Hat das Kind vielleicht schon einen bestimmten Förderbedarf? Hat es bestimmte Therapien? Wie können wir das in der Schule aufgreifen, unterstützen, fortführen? Viele Waldorfschulen haben Verbindungen zu Therapeutinnen, die auch während der Schulzeit unterstützen können. Und es wird geschaut, ob das Kind Förderung oder einfach noch Zeit braucht in manchen Entwicklungsbereichen. Das ist total wichtig, weil euer Kind muss nicht bei der Einschulung alles perfekt können, sondern es ist die Aufgabe der Schule, sich für das Kind zu einem richtig guten Ort zu machen.
Wir schauen bei der Einschulung auf den Bereich Sprache und da auch auf die Fähigkeit, bestimmte Laute zu bilden. Weil wir wissen, dass hier manche Kinder noch ziemlich träumen und dass es denen guttun wird, wenn die die Artikulation zumindest von manchen Buchstaben lernen, damit die in der schulischen Zeit besser mitkommen. Mengenerfassung ist ein großes Thema. Leg fünf Edelsteine auf die eine Hand und frag ein Kind: Wie viele sind es? Und auf die andere Hand drei. Und: Kannst du sagen, auf welcher Seite mehr Edelsteine sind? Dann schaut man einfach, kann ein Kind das auf einen Blick? Oder muss es abzählen? Dann sehe ich: Aha, mit der Mengenerfassung, das ist visuell oder von der Verarbeitung noch nicht so da, da muss der Finger zum Zählen noch dazugenommen werden.
Grobmotorik und Körperkoordination gehören dazu. Die Kinder werden alle hüpfen und balancieren, und man schaut, sind die so in ihrer Leiblichkeit angekommen, dass die beide Beine vom Boden heben können. Ihr kennt bestimmt diese Kindergarten-Kindersprünge, die kommen noch nicht so richtig hoch. Das ist ein Kriterium, die Kraft zu haben und die Schwerkraft überwinden zu können, um auf dem Pausenhof fröhlich herumhüpfen zu können.
Die emotionale Reife ist ein ganz wichtiges Thema, das von den Amtsärztinnen manchmal unterschätzt wird. Da müsst ihr, die ihr eure Kinder gut kennt, einfach schauen: Wenn ihr merkt, ihr habt biografische Brüche da drin – manchmal hat man so eine Situation, dann sind Familienmitglieder gestorben oder es gab schwere Trennungen, die Kinder schlafen nachts nicht, trauen sich nicht alleine auf Toilette, weinen und haben Probleme, sich zu lösen –, das ist eine Stelle, wo man sich als Eltern stark machen muss. Das kann kein Schularzt in einer halben Stunde Reihenuntersuchung erfassen. Da brauchen die Kinder uns als Anwälte, wenn wir wissen, das Kind kann doch gar nicht in der Schule stehen, das wird nicht funktionieren.
Feinmotorik, Kreuzen und Visuomotorik – das ist das Malen mit kleinen Stiften. Bei der Schuleingangsuntersuchung gucken wir gerne, können die schon die Mittellinie kreuzen, also können die zum Beispiel so eine liegende Acht machen, oder können die schon ein richtiges Kreuz machen, ansetzen, absetzen. Dann gibt es noch ein paar Basisfähigkeiten, wo wir wissen, wenn die Kinder das noch nicht haben und in der Gruppe starten, tun sie sich schwer, wo man manchmal noch eine Zeit vor der Einschulung nutzt, um an der einen oder anderen Stelle einen Schubs zu geben, damit die mit den anderen gut starten können. Psychosoziale Entwicklung geht ein bisschen mit der emotionalen Reife zusammen. Auditive Wahrnehmung und Merkfähigkeit – das sind diese Quatschwörter, die ihr vielleicht kennt, da sagt man dem Kind etwa „Risolami". Da soll das Kind gut zuhören und auch „Risolami" sagen, und der Hintergrund ist, dass in der Schule Fremdsprachen auftauchen, viele neue Wörter kommen. Wir kennen von unseren Kindern oft dieses Merken von bekannten Wörtern, aber für die neuen Wörter ist es eine Herausforderung, die man sich da anschaut.
Körperliche Entwicklung ist ein Thema: Wenn ich ein Kind habe, das vielleicht einen Diabetes hat oder Krücken braucht, dann muss das berücksichtigt werden. Konzentration, Ausdauer, all das sind Themen. Der Masernschutz ist ein Thema, das spätestens bei der Einschulung von den Amtsärzten erfragt wird. Man muss nicht die Masernimpfung haben, man kann auch nachweisen, dass das Kind ausreichend Immunglobuline hat, weil die Masern sehr häufig inapparent verlaufen. Das heißt, man macht eine Maserninfektion durch und kriegt es gar nicht mit. Das kann nachgeschaut werden. Und weitere Besonderheiten, wie ob die Kinder gut schlafen, ob Allergien da sind, sind wichtige Elemente.
Kinderzeichnungen als Ausdruck des Entwicklungsstands 00:33:38
Hier seht ihr ein Bild von Dingen, die manche Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung nachzeichnen sollen. So wird etwas gegeben, und das soll nachgemalt werden. Und hier zum Beispiel bei einer kleinen Schulstunde mit den Lehrerinnen das Thema Hausbau Mensch, wo man sehen kann, die Kinder sind ganz unterschiedlich in ihren Fähigkeiten, wie die sich schon als Mensch malen können. Hier mit allem Drum und Dran, da seht ihr, da ist noch ein Kleid drübergelegt und ein Hund dazu gemalt, und da gibt es manchmal Blümchen und Regenschirme. Und hier ein Kind, das eigentlich noch mehr in dem Stadium ist, dass es damit ringt, überhaupt die eigenen Arme und Beine zu entdecken. Und das ist nichts, was wir mit denen trainieren sollen, sondern wo wir eigentlich sehr fein lernen zu lesen, was sich da ausdrückt, wenn ein Kind so oder so aufs Papier kommt. Und die Frage: Was können wir im Laufe der Schulzeit tun, um da Fähigkeiten und Möglichkeiten zu wecken? Das wird im Schulalltag berücksichtigt.
Und weil ich sehe, dass wir weit in der Zeit sind, ende ich diesen Teil mit einem Hoffnungsstrahl für uns: dass wir mit kleinen Kindern, mit Kindern überhaupt, echt gesegnet sind. Die fordern uns sehr häufig heraus, und sehr häufig helfen sie uns, über uns selber hinauszuwachsen. Und die brauchen keine perfekten Erwachsenen, aber uns als Erwachsene, die wir nicht aufgeben und nicht nachlassen, uns und die Welt für die Kinder ein bisschen besser zu machen. Dankeschön.
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Transcripción de la conferencia (Parte 2 de 3) del 19 de noviembre de 2024
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Phubbing y el Still Face: cuando el celular se lleva la atención 00:00:08
El jardín y la escuela como lugares del desarrollo sano son nuestro tema hoy. Acá traje de nuevo brevemente a imagen lo que había hablado recién. Esta situación increíblemente linda con un papá y un chico chiquito, donde el chico está como contagiado de lo que hace el papá.
Y acá un tema que hoy en día es un absoluto upcoming event, porque es tan increíblemente importante que hasta le dediqué dos diapositivas. Y ven acá: phubbing, es una palabra estadounidense para un fenómeno en realidad nuevo en la infancia. Pero eso lo conocemos también como adultos. Es la situación cuando estás con tu pareja justo así, del todo íntimos, algo bien romántico o lindo, y suena el teléfono, y el otro atiende el teléfono y está como ausente. Se corta de la comunicación y ya no es alcanzable. Es un fenómeno de todos los días, en algunas personas más, en otras menos.
Y eso lo viven ahora cada vez más los chicos de la generación que crece, cuando están en una relación íntima con los padres y el celular hace algo que aparta a los padres. Eso se ve también en relación con el llamado Still Face. Y Still Face son experimentos que se hicieron en 1965, otra vez con madres y chicos. Ahí se instruyó a las madres a que, cuando estaban justo así en el juego íntimo con su chico chiquito, de repente, saliéndose de la interacción, pusieran una cara como de máscara. O sea, estar presentes corporalmente, pero interiormente ausentes, sin mímica ni gestos. Y eso se investigó y se analizó, y se vio: los bebés primero se irritan, pero siguen. Se quedan primero en la intimidad, incluso entonces sonríen todavía más. Los bebés hacen con gusto diálogos de sonrisas para invitar. Y cuando después se dan cuenta de que la madre está ahí, pero ya no reacciona, entonces empiezan a inquietarse. Entonces hacen esos movimientos motores, lo que pueden. Y en algún momento hay un punto, en realidad apenas uno, dos minutos, según el chico, donde empiezan a llorar amargamente. Eso es realmente feo. Se encuentran también en internet clips así, uno los puede mirar.
Y cuando la madre después consuela al chico, es realmente conmovedor darse cuenta de lo increíblemente largo que tarda hasta que el bebé se recompone. Y después no es como si no hubiera pasado nada, sino que uno nota que ahí hubo una especie de pequeño microtrauma. Simplemente por una situación así, que dura dos, tres minutos. Y con los celulares hoy entra una dinámica en la primera infancia donde los chicos tienen realmente, de múltiples maneras, esos pequeños microtraumas. Y por eso, cuanto más chiquitos son los chicos, tenemos que cuidar como adultos, de verdad, de no pensar: ah, sí, bien puedo hacer algo en la pantalla, un poco de home office o justo algo en el celular. Porque eso, para los chicos, tiene por un lado ese peligro de que vivan que de golpe el adulto está ausente con la atención y con la calidez —y uno sabe cómo uno puede quedarse ahí como pegado. Y por otro lado, ya muestran estudios que tiene una influencia negativa sobre el desarrollo del apego, y de manera tan masiva que cada minuto en la primera infancia cuenta. Uno se puede imaginar, los chicos duermen todavía muchísimo, sobre todo los más chiquitos duermen seguido 16, 18 horas al día. Y el tiempo en que están despiertos están ocupados con el amamantamiento o con que los cambian, y después con conocer el entorno. Y en esta edad cada minuto cuenta.
El uso de medios en la familia y en el jardín 00:04:07
Hicimos también una encuesta en nuestra Universidad de Witten/Herdecke y pudimos mostrar que el 17 por ciento de las madres actuales y el 31 por ciento de los padres cumplen los criterios de una adicción a internet inminente. Es decir, esto no es simplemente un poco así, donde uno está un ratito en el celular. Y aun cuando ustedes piensen para sí, ah, en mi caso está todo claro, de noche el celular está siempre en modo avión sobre la mesa de la cocina, no está en el dormitorio, y como familia no tenemos ese tema —los chicos alrededor lo tienen todos como tema, y es importante que lo tengamos en la conciencia y captemos también que eso tiene una influencia negativa sobre el desarrollo infantil.
Y parece ser que, cuando estamos en el celular, no somos para los chicos chiquitos un buen ejemplo de imitación. Cuanto más tiempo están los padres en la pantalla, menos rápido aprenden los chicos a llegar al apoyo sobre las manos. Los bebés tienen seis meses, están acostados y después se apoyan, por así decir. Aprenden significativamente más tarde a llegar al lenguaje. Se alegran menos ante la aparición de otro chico. Y así llega ya, a la edad de seis meses, a que uno pueda decir que es significativo: si los padres están mucho en la pantalla y el chico está presente, se va a desarrollar en determinadas áreas del desarrollo menos bien. Y eso tiene que ver con estas fuerzas de imitación. Y cuando estamos con los chiquitos de algún modo afuera y hacemos una caminata de hierbas, entonces un chico tiene un mundo de vivencias completamente distinto, y algo para imitar con nosotros, que si estuviéramos al mismo tiempo en la pantalla.
El mensaje para el jardín y la escuela es claro, para los jardines Waldorf en todo caso. Es socialmente un tema importante. ¿Logramos posicionarnos de modo que digamos: no necesitamos medios digitales en la primera infancia? La situación de los estudios es ahí bastante clara. Los intereses económicos meten seguido ya tablets en el jardín. Pero ahí definitivamente no van. Cada escuela debería hoy en día tener un buen proyecto de medios, y ya en la primera reunión de padres poner el tema sobre la mesa, reflexionando junto con los padres: va a llegar, pero ¿cómo queremos manejarlo? Y ahí hay cosas como un compromiso voluntario para los padres, donde uno dice: nos avisamos antes de darle a un chico un celular con acceso a internet, porque sabemos que suele haber un efecto dominó, que no queremos para nada. O acordamos que nos preguntemos, cuando hay chicos de visita, si se va a mirar una determinada película, aun cuando por la edad esté oficialmente habilitada. Que uno se sensibilice para eso y acuerde: ahí queremos ser cuidadosos unos con otros. Porque los chicos son seguido mucho más sensibles a lo que se transporta a través de las pantallas que a lo que dice por fuera. Quien hoy en día mira una película habilitada para mayores de 14 o 16 y no mira mucha tele, ese tiene a veces ya problemas para dormir. Y así es también para muchos chicos, hay que decirlo, que lo que está habilitado a partir de cero igual es tan intenso que es demasiado. Y cómo es para los chicos de visita, no lo sabemos.
Una serie de fotos desde el nacimiento hasta el ingreso escolar 00:07:49
Ahora recibí de una amiga muy querida una serie de fotos realmente hermosa, mejor dicho tuve el permiso de hacerla, una vez así para entrar en clima: ¿cómo es esto desde el nacimiento hasta el ingreso escolar? Quizás se pueda bien cortito, para esta serie de fotos, apagar un poco las luces acá adelante.
Sí, exacto, ven cómo arrancan los chiquitos con el nacimiento, y qué logro es levantar la cabecita, que es tan pesada en comparación con el resto del cuerpo. Y acá ven a mi querida amiga Martha, cómo ya llegó a gatear y después se prueba en el ponerse de pie. Sabemos que los chicos llegan todos de maneras muy distintas al pararse. Están los que después, por largo tiempo, se quedan parados en algún lado y se sostienen y observan todo, y en algún momento dan un paso, y después se sientan, y después caminan. Y están los que son más lanzados: se paran, se caen, se paran, se caen. Como decía mi abuela: se caen hacia el crecer. Así que muy distinto ya el temperamento y el natural que tienen los chicos.
Y qué logro, después, pararse erguido y hasta caminar sobre suelo disparejo, haberse ido de vacaciones. Acá vemos qué intensa puede ser ya la mirada de un chico chiquito. Y en la foto con el triciclito —quizás todavía se acuerden de su propia época del triciclo, lo difícil que era también aprender eso. En mi caso hubo increíblemente muchas heridas acá en los tobillos internos, porque siempre me daba contra esos pedales. Es muy típicamente una época en la que los chicos están bien tirados hacia adelante, del todo hacia ese espacio delantero. Y eso que hicimos recién, ese detenernos y escuchar atentos, esa no es tanto la cualidad de la época del jardín, sino que es seguido algo así como bien alto y bien lejos. Y después, al final del primer septenio, el logro acá en un chico de escuela, y uno nota ya cómo las manos todavía son sostenidas por mamá y papá. Qué alegría, qué tensión también, el primer día en la escuela. Ese es el primer septenio, del nacimiento hasta la madurez escolar, un tránsito sano, un chico que, sin que uno tuviera que hacer mucho desde afuera, la Martha hizo ahí su camino.
Antonovsky y la salutogénesis 00:10:38
Hagamos con ustedes un pequeño salto a las consideraciones de base del tema salud. Y para eso encontré acá una imagen de Aaron Antonovsky, donde él mismo no hace nada tan sano con el fumar, pero relajado y pensativo se lo ve. Se lo considera el fundador de la llamada salutogénesis, y eso viene de salus, o sea salud, y génesis, desarrollo u origen. Él observó en sobrevivientes del Holocausto: ¿cómo están en realidad muchos años después? Y pudo constatar, para su propia sorpresa, que había un grupo bastante grande de mujeres sobrevivientes de esos escenarios espantosos a quienes no solo les iba bien. Él había partido de que muchos están traumatizados, ese es también el caso. Pero había un grupo significativamente grande a quienes no solo les iba bien, sino mejor que a mujeres de la misma edad que no habían vivido el Holocausto. Y eso lo inspiró y lo impulsó a seguir investigando en ese ámbito.
Él es el fundador de la salutogénesis, donde dice: en este modelo hay, por ejemplo, tres grandes pilares que nos ayudan a estar sanos y a crecer sanos o a mantenernos sanos. Y lo ven acá, no representado en tres pilares —hay también representaciones en pilares—, acá como pirámide. Lo uno es la sensación de comprensibilidad, o sea la sensación: entiendo lo que pasa, entiendo cómo se relacionan las cosas entre sí, puedo seguir lo que se me viene, puedo también preverlo. Eso es decisivo para la salud. Y así es también con el sentido de una cosa, que yo pueda sentir la significatividad, que desarrolle un modelo, representaciones que, también en lo que a veces es desafiante, me dejen claro de todos modos el sentido de una cosa. Y también la sensación de que soy capaz de algo, o sea la sensación de manejabilidad, se repercute positivamente en la salud.
Y así uno puede, cuando ve eso —una sensación de que puedo entender algo, una sensación de que las cosas tienen sentido y una sensación de que hay una manejabilidad—, entonces uno puede entender por qué para Steiner, en la época de la fundación de la escuela Waldorf, era también un gran anhelo predisponer un desarrollo sano del sentir. Eso estaba en el centro de la pedagogía. Ahora uno puede decir: bueno, sí, Aaron Antonovsky vivió más tarde que Steiner, sí, pero ese motivo ya estaba también en la época de Steiner. No estaba como concepto de salutogénesis, pero es muy importante que tengamos en mente eso, el desarrollo sano del sentir.
Dos citas de Steiner sobre el desarrollo sano 00:14:06
Y ahora traje dos citas de Rudolf Steiner que podemos leer una vez juntos, donde encuentro que el tema de la salutogénesis, tal como está presente en el contexto Waldorf, en realidad también trasluce bastante bien. Por un lado: hemos preparado al chico para la vida posterior correctamente solo cuando obramos en él que el sentir pueda desprenderse bien del querer. Entonces, en una era posterior de la vida, como hombre o mujer, va a poder también unir el sentir desprendido con el conocer pensante, y así estar a la altura de la vida.
Y la segunda: toda enseñanza y educación debe aspirar a hacer de los hijos de los hombres personas físicamente sanas y fuertes, personas anímicamente libres y personas espiritualmente claras. Salud y fuerza físicas, libertad anímica y claridad espiritual constituyen aquello que la humanidad, en el desarrollo futuro, también en la relación social, va a necesitar justamente más. Estas son las llamadas Conferencias de Oxford. Es decir, podemos decir que ahí hay elementos que muestran que la pedagogía Waldorf está orientada salutogenéticamente, y que es un anhelo en la pedagogía Waldorf darle mucho valor a este ámbito del vínculo, a la configuración del plano del sentir.
La madurez escolar y la vivencia de la escuela 00:16:08
Tenemos todavía el tema de la madurez escolar, en el que ahora quisiera entrar brevemente otra vez con ustedes. Y eso nos toca la mayoría de las veces mucho, este tema de la escuela. Si cada uno de ustedes piensa de nuevo en la propia época escolar —hayan estado en una escuela Waldorf o no— y nos tomáramos ahora un poco de tiempo para hacer un grupo focal, ahí vendrían relativamente muchos recuerdos lindos. Y entonces es seguido el recreo y los otros chicos, y a veces también el maestro o la maestra preferida. Y viene también mucho de lo que se vivió como no tan lindo: la presión por las notas o ser expuesto. Ahí podríamos abrir todo un cuadro. Repetir de año es un tema grande. Maestros severos, maestros que gritan, demasiada tarea, etcétera.
Y como padres, cuando notamos que ahora llega la época en que nuestro hijo va a la escuela, entonces nos hacemos realmente pensamientos sobre lo que eso significa. Porque sentimos detrás: ahora llega un momento en que el chico entra socialmente en otro sistema. Ahí está de golpe en el aire algo como una obligatoriedad escolar. Y esa es primero una restricción bastante grande de la libertad, también de la libertad de los padres, que seguido no se vive tan fácilmente. Y el chico se vuelve parte de la sociedad de la competencia. Ahora se trata de titulaciones que deben desarrollar al chico de modo que se vuelva alguna vez socialmente capaz. Y hay también, de golpe, solo un examen médico escolar, que tiene lugar entonces un día, por parte de un médico o una médica oficial. Y ahí, en una fecha de corte, se supone que se constate de algún modo si el chico está ya lo suficientemente listo para poder ir a la escuela. Ahí entra seguido algo que conocemos también de nuestros padres: la escuela, la seriedad de la vida. Y uno nota que muchos tienen, en algún que otro punto, una y otra vez un poco de miedo o preocupación.
Por qué el miedo es el peor maestro 00:18:25
Y este motivo del miedo o la preocupación lo viven día tras día también muchos chicos en la escuela. Y este es realmente un anhelo genuino de mi corazón, que nos dejemos en claro, puramente desde la neurofisiología: el miedo es un muy, muy mal motivador, el peor de todos, para que alguien llegue al aprender. Eso funciona aparentemente cuando uno hace presión. Pero lo que pasa es que áreas cerebrales bien profundas —ven acá lo que está señalado como amígdala, el llamado núcleo amigdalino— se activan también. Y eso lleva a que los contenidos aprendidos entren con miedo, por así decir, en un loop. Y entonces, cuando los contenidos aprendidos vuelven a estar sobre la mesa, sube también de nuevo este tema del miedo.
El miedo antes era útil, cuando estábamos frente a un tigre dientes de sable. Entonces teníamos que decidir muy, muy rápido qué hacer, y salir corriendo en alguna dirección. Para eso nos predispuso el miedo. El miedo puede provocar distintas reacciones, ustedes conocen esto de fight, flight and freeze. Pero eso de salir corriendo en una dirección es también reflejo. El miedo inhibe la creatividad. Ese detenerse, ese buscar soluciones creativas en distintas direcciones —eso no se hace ante un tigre dientes de sable, y no se hace cuando uno tiene miedo por dentro.
Según los estándares científicos actuales, ¿cómo se debería aprender? A través de que se transmitan emociones positivas, con relajación y elogio. Existe la llamada constante de Gottman —y ahí todavía no llegamos a la pedagogía Waldorf—, que dice: si tenés que corregir a tu hijo un poco por una cosa, entonces deberías elogiarlo al menos cinco veces. Y no elogiar de manera inventada, sino porque estás tan presente en tu percepción y tan valorativo que notás que siempre hay al menos cinco cosas que uno puede elogiar cuando reprende una. Podemos aprender especialmente bien cuando algo es sorprendente y motivador. Eso lo dice con gusto Gerald Hüther, con el ejemplo del hombre de 90 años que aprende otra vez chino a una edad bien avanzada, porque se enamoró de una china. Entonces podemos de golpe, cuando estamos tan motivados, crecer por encima de nosotros mismos, ahí no hay límite en el cerebro. Con verdadera motivación y entusiasmo se puede todo, desde el amor y el interés propio. Y eso viene de Steiner, que dice: desde el amor a la cosa, desde la libertad y el amor a la cosa podemos aprender muy bien.
Elementos Waldorf: el vínculo como factor más importante 00:21:28
En esta diapositiva de conjunto reuní algunos de los elementos que se nos presentan en la pedagogía Waldorf. No hace falta que se acuerden ahora de todo esto, pueden tener con gusto las diapositivas después. Pero ya notan, después de lo que hablamos, que hay algunos elementos que enganchan con lo que dije. Por ejemplo, nada de repetir de año: eso significa que primero no tengo por qué tener miedo de perderme de mi comunidad de clase, porque tengo una comunidad de destino, una que sostiene, que está dispuesta a dar tanta promoción y apoyo individual que la idea de base es que nos ponemos en camino juntos —los ruidosos, los silenciosos, los que en un área están un poco más en forma y los que en otra área son un poco más lentos— hacia titulaciones que las escuelas Waldorf también tienen, hacia boletines que primero, por muchos años, no son boletines de notas, sino boletines que describen capacidades y posibilidades de manera muy diferenciada, que tejen así una alfombra, podría decirse, de lo que hay en el chico de capacidades y posibilidades.
Y quizás acá arriba, escrito bien grande por mí: el ámbito del vínculo, donde podemos decir, bueno, el vínculo —de eso tenemos muchos estudios— es lo más importante, el elemento más importante de todos para el éxito escolar. Eso es más importante que la cantidad de chicos en una clase, más importante que la pedagogía, o sea que la forma de escuela, y de todos modos más importante que el equipamiento con cualesquiera medios. Y ahí existe el llamado estudio de Hattie, que pudo mostrar que la actitud del maestro, cuán empático es el maestro con el chico, es el factor decisivo para si el chico se va a desarrollar más adelante bien en la escuela o no. Ahí hay investigaciones muy interesantes; el llamado efecto Rosenthal lo pueden encontrar en internet, que describe eso de manera muy impactante. Y eso significa para mí como chico que soy visto en cómo soy, en mis fortalezas y en mi carácter, sin importar qué notas hago y si eso que se muestra en contenidos escolares lo puedo también, entre comillas, devolver bien. Porque si un chico escupe, digamos, lo que se puso dentro de él o no, no dice para nada todavía si eso a largo plazo va a ser exitoso o si va a retener esos contenidos también a más largo plazo.
El aula en movimiento 00:24:16
Acá todavía un elemento que se pregunta seguido: la llamada aula en movimiento, que muchas escuelas tienen. Eso tiene que ver con que aprendemos a través del movimiento, cuanto más jóvenes somos, más. Aula en movimiento significa que justamente en los primeros tres años escolares se elige seguido mobiliario móvil, que los chicos mismos a la mañana reorganizan el aula, entonces se arman las cosas en circuitos bárbaros y después se vuelven a desarmar, de modo que uno también pueda sentarse a eso. Y ahí hay muchísimos estudios —yo encontré acá 35— que muestran que la actividad física efectivamente apoya realmente bien las capacidades cognitivas y escolares de los chicos, de modo que hay que decir que nuestro plan de estudios del todo normal es en realidad bien raro, que tengamos el deporte siempre así como un pequeño add-on en algún lado al margen. En realidad necesitaríamos otro tipo de cultura del movimiento, no solo en la escuela.
Evidencia científica: el estudio Parsifal 00:25:08
A veces se pregunta si hay una evidencia científica de que la pedagogía Waldorf funciona y que realmente trae algo bueno. Para eso hice esta diapositiva: encuentran el llamado Parsifal Study Group, y fue publicado científicamente en alto rango en el Lancet, donde se pudo mostrar que la pedagogía Waldorf tiene una influencia positiva muy concreta sobre la salud, a saber, sobre el ámbito de las alergias: asma, dermatitis atópica y fiebre del heno. Ahí la pedagogía Waldorf actúa aliviando —acá escribí desensibilizando—, y sobre todo también en los casos graves. Parece que en el contexto Waldorf tenemos muchas más familias que traen temas familiares determinados genéticamente, como por ejemplo alergias. Pero esas, a su vez, son especialmente bien influidas por la pedagogía, y todavía mejor cuando los hogares acompañan todo esto. Un factor de salud es lo que hace la escuela —y eso fue publicado—, y el otro es lo que hacemos en casa. Con eso podemos actuar de manera sinérgica.
La madurez escolar como examen obligatorio, y el derecho a postergar 00:26:25
Para no dejar sin tratar este tema de la madurez escolar: ustedes saben, es un examen seriado obligatorio, donde al final hay un certificado. Existe ese ámbito: por razones considerables de salud, se recomiendan una postergación y una permanencia en el jardín. Y ese es un ámbito donde uno como padre tiene el derecho, y también la tarea, de abogar por eso junto con las expertas que conocen al chico —la maestra jardinera, quizás una terapeuta, uno mismo, que conoce bien al chico— cuando uno nota que el jardín sería en realidad, por un año más, el mejor lugar de promoción para el chico. Tenemos en este momento un poco una situación esquizofrénica en nuestro sistema de salud, que queremos escolarizar a los chicos cada vez más temprano, aunque hay suficientes estudios que muestran que es más sano —y esto lo digo ahora de verdad como médica, más sano— cuando uno escolariza más tarde.
Es más sano para toda la vida. Más adelante, cuando los chicos son más grandes, tienen menos depresiones, tenemos menos suicidios, viven más. Pero sobre todo, cuando todavía son chiquitos, la tienen más fácil, cuando están un poco más llegados a lo corporal, para convocar las fuerzas también para el pensar, la tienen más fácil para estar en la concentración, y tenemos menos problemas de visión cuando se escolarizan más tarde. Eso es también bien apasionante.
Qué se observa en el examen de ingreso escolar 00:27:58
Y eso es parte de lo que se hace regularmente en el examen de ingreso escolar, que uno observe: ¿cómo está la capacidad visual, cómo está la capacidad auditiva? De golpe el tema de la visión rojo-verde cobra una importancia especial, porque el pizarrón es verde, así que realmente también un ámbito importante. Y uno se sorprende de cuántos chicos están inseguros en ese ámbito. Pero inseguridad no significa debilidad, sino que ahí sucede seguido todavía mucho en la maduración posterior, también en los ojos. Cuando en el examen de ingreso la agudeza visual todavía no está del todo, uno tiene seguido todavía uno, dos años de tiempo, donde uno dice: bueno, en el ámbito del desarrollo de los ojos sucede todavía mucho. Suelen ser todavía hipermétropes, porque por su ánimo son también todavía tan vistos-a-lo-lejos. Eso se refleja hasta en la capacidad visual. Y cuanto más empiezan a aterrizar en este mundo y a entrar en el mundo de las letras, más empiezan también a mirar enfocado y a mirar de cerca, sin que los esfuerce tanto.
Después nos interesa: ¿tiene el chico quizás ya una determinada necesidad de promoción? ¿Tiene determinadas terapias? ¿Cómo podemos retomar eso en la escuela, apoyarlo, continuarlo? Muchas escuelas Waldorf tienen vínculos con terapeutas que también pueden apoyar durante la época escolar. Y se observa si el chico necesita promoción o simplemente todavía tiempo en algunas áreas del desarrollo. Y eso es totalmente importante, porque su hijo no tiene que saber hacer todo a la perfección en el ingreso, sino que es tarea de la escuela hacerse para el chico un lugar realmente bueno.
Observamos en el ingreso el ámbito del lenguaje, y ahí también la capacidad de formar determinados sonidos. Porque sabemos que acá, en este ámbito, algunos chicos todavía sueñan bastante, y que les va a hacer bien si aprenden la articulación al menos de algunas letras, para que en la época escolar sigan mejor el ritmo. La captación de cantidades es un tema grande. Poné cinco piedritas en una mano y preguntale a un chico: ¿cuántas son? Y en la otra mano tres. Y: ¿podés decir de qué lado hay más piedritas? Entonces uno mira simplemente: ¿puede un chico eso de un vistazo? ¿O tiene que contar? Entonces veo: ah, con la captación de cantidades, eso visualmente o desde el procesamiento todavía no está tan presente, ahí hay que sumar todavía el dedo para contar.
La motricidad gruesa y la coordinación corporal son parte de eso. Los chicos van todos a saltar y a hacer equilibrio, y uno mira si están tan llegados a su corporalidad que pueden levantar los dos pies del suelo. Ustedes conocen seguro esos saltitos de chicos de jardín, que todavía no llegan tan alto de verdad. Ese es un criterio, tener la fuerza y poder superar la gravedad, para poder saltar alegremente por el patio del recreo.
La madurez emocional es un tema muy importante, que a veces los médicos oficiales subestiman. Ahí ustedes, que conocen bien a sus hijos, tienen que mirar simplemente: si notan que tienen ahí quiebres biográficos —a veces uno tiene una situación así, murieron miembros de la familia o hubo separaciones difíciles, los chicos no duermen de noche, no se animan a ir solos al baño, lloran y tienen problemas para desprenderse—, ese es un punto donde uno como padre tiene que hacerse fuerte. Eso no lo puede captar ningún médico escolar en media hora de examen seriado. Ahí los chicos nos necesitan como abogados, cuando sabemos que el chico no puede sostenerse todavía en la escuela, eso no va a funcionar.
Motricidad fina, cruzar y visomotricidad: eso es el dibujar con lapicitos chiquitos. En el examen de ingreso miramos con gusto si ya pueden cruzar la línea media, o sea si pueden por ejemplo hacer un ocho acostado, o si pueden ya hacer una cruz de verdad, apoyar, levantar. Después hay todavía unas capacidades de base donde también sabemos que, si los chicos todavía no las tienen, cuando arrancan en el grupo se les hace difícil, donde uno a veces usa todavía un tiempo antes del ingreso para dar un empujoncito en algún que otro punto, para que puedan arrancar bien con los otros. El desarrollo psicosocial va un poco junto con la madurez emocional. La percepción auditiva y la capacidad de retención —esas son esas palabras sin sentido que quizás conocen, ahí uno le dice al chico algo como "Risolami". Ahí el chico tiene que escuchar bien y decir también "Risolami", y el trasfondo es que en la escuela aparecen lenguas extranjeras, vienen muchas palabras nuevas. Conocemos de nuestros hijos seguido ese retener palabras conocidas, pero para las palabras nuevas es un desafío que uno ahí también observa.
El desarrollo corporal es un tema: si tengo un chico que quizás tiene una diabetes o necesita muletas, entonces hay que tenerlo en cuenta. Concentración, perseverancia, todo eso son temas. La protección contra el sarampión es un tema que, a más tardar en el ingreso, los médicos oficiales preguntan. No hace falta tener la vacuna del sarampión, uno puede también demostrar que el chico tiene suficientes inmunoglobulinas, porque el sarampión transcurre muy seguido de manera inaparente. Es decir, uno pasa una infección de sarampión y ni se entera. Eso se puede chequear. Y otras particularidades, como si los chicos duermen bien, si hay alergias, son elementos importantes.
Los dibujos infantiles como expresión del estado de desarrollo 00:33:38
Acá ven una imagen de cosas que algunos chicos deben copiar en el examen de ingreso. Se da algo así, y eso debe ser dibujado imitándolo. Y acá, por ejemplo, en una pequeña clase con las maestras, el tema "construir la casa, el ser humano", donde uno puede ver también que los chicos son muy distintos en sus capacidades, en cómo ya pueden dibujarse como ser humano. Acá con todo lujo de detalles, ahí ven, ahí hay todavía un vestido puesto encima y un perro dibujado al lado, y ahí hay a veces florcitas y paraguas. Y acá un chico que en realidad está todavía más en la etapa de que forcejea con descubrir siquiera los propios brazos y piernas. Y eso no es algo que debamos entrenar con ellos, sino donde en realidad aprendemos a leer muy finamente qué se expresa ahí cuando un chico llega así o asá al papel. Y la pregunta: ¿qué podemos hacer en el transcurso de la época escolar para despertar ahí capacidades y posibilidades? Eso se tiene en cuenta en la cotidianidad escolar.
Y como veo que estamos avanzados en el tiempo, termino esta parte con un rayo de esperanza para nosotros: que con los chicos chiquitos, con los chicos en general, estamos realmente bendecidos. Nos desafían muy seguido, y muy seguido nos ayudan a crecer por encima de nosotros mismos. Y no necesitan adultos perfectos, sino a nosotros como adultos que no bajamos los brazos ni aflojamos en hacernos a nosotros y al mundo, para los chicos, un poquito mejores. Muchas gracias.
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