Kindergarten als Ort der gesunder Entwicklung - ein Vortrag von Silke Schwarz, Teil 1v3, 2024

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Kindergarten als Ort der gesunder Entwicklung - ein Vortrag von Silke Schwarz gehalten am 19.11.2024 im Dottenfelderhof. Hier klicken um zum Video zu gelangen

Transkription des Vortrags (Teil 1v3) vom 19. November 2024

+++ Diese Übersetzung wurde maschinell erstellt und muss noch individuell überprüft werden. Willst du MitTun? +++

Begrüßung und Stand der Schulgründung 00:00:06

Maike Lübbert:

Ja, ich begrüße alle ganz herzlich im Namen der Schulgründungsinitiative und hoffentlich bald auch nicht mehr Initiative, sondern einer Schule, der Freien Waldorfschule Bad Vilbel-Karben. Noch nennen wir uns in Gründung, aber das ganz aktiv. Wir wollen euch begrüßen zu dem Abend, und wir sind ja mal gestartet mit vielen Ideen und Impulsen, was eigentlich die Kinder in der heutigen Zeit brauchen und was sie sich wünschen. Und was braucht es für eine gesunde Entwicklung? Da waren wir Eltern vom Waldorfkindergarten Bad Vilbel, Erzieherinnen und andere interessierte Menschen, und dann haben wir zusammengetragen, was wir denken, was heute wichtig ist, und sind ganz schnell auch auf die Handlungspädagogik gestoßen. Also dieses ganz enge Sich-Verknüpfen mit der Welt, mit der Erde, mit den Pflanzen, den Tieren und den Menschen und im Sozialen, um sich gesund zu entwickeln und dann seinen Lebensidealen und Zielen folgen zu können.

Wir haben schon sehr viel Vorarbeit geleistet. Vielleicht ganz kurz vorab: Wir sind jetzt im Gründungsprozess so weit vorgedrungen, dass wir ein Schulgrundstück erwerben konnten in Bad Vilbel bzw. Karben, gerade so am anderen Ende von Bad Vilbel, in Karben-Kloppenheim an der B3, eine alte Baumschule mit wunderschönen alten Bäumen. Da ist jetzt seit September auch der Bebauungsplan geändert worden, sodass wir jetzt den Bauantrag für eine Schule stellen können, und der Antrag für die Übergangslösung mit den Schulcontainern ist jetzt bewilligt, sodass wir Anfang des Jahres dort die ersten Gebäude hinstellen können und dann im Sommer mit der Schule starten können – wenn es Kinder gibt und wenn wir die richtigen Lehrer finden. Wir haben jetzt auch die Stellen für die Lehrerinnen und Lehrer ausgeschrieben. Aktuell liegt das Konzept noch beim Schulamt, ist aber aktiv in der Prüfung, da hoffen wir auch baldig auf einen positiven Bescheid.

Uns ist ganz wichtig, jetzt auch Eltern und Erzieherinnen mit ins Boot zu holen, die darauf zugehen, Gründungseltern zu werden, und sich fragen: Was braucht denn mein Kind, um sich gesund zu entwickeln, und was braucht es letztendlich für die Schulreife? Das ist ja auch dieser Übergang von Kindergarten zur Schule, den wir aktiv und bewusst gestalten wollen und für den wir schon ein tolles Konzept geschrieben haben. In dem Rahmen haben wir jetzt Frau Dr. Silke Schwarz eingeladen. Ich sage zwei Aspekte aus deiner Biografie: Sie ist Kindergarten- und Schulärztin, alles Weitere darfst du dann selbst erzählen. Sie wird uns aus dem medizinischen Gesichtspunkt der Salutogenese mit hineinnehmen und beleuchten, was es für eine gesunde Schule braucht. Darauf freuen wir uns alle sehr.

Eine kleine Ansage noch: Ihr habt gesehen, hier sind Kameras im Raum. Wir haben den François Hagedorn da, der Öffentlichkeitsarbeit für anthroposophische Impulse macht. Der hatte gefragt, ob er filmen darf. Wer nicht mit dem Rücken oder irgendwie drauf sein möchte, der setzt sich einfach so, dass er nicht drauf ist. Ansonsten freuen wir uns, dass das für andere Menschen dann auch zugänglich sein wird. Und nicht zuletzt: Wir haben eine kleine Spendendose hingestellt, so eine Schulgründung braucht immer auch Finanzen, und wer möchte, darf gerne etwas reinlegen. Wir freuen uns vor allem, dass ihr da seid und dass die Silke gekommen ist. Herzlich willkommen.

Zur Person und der Satz „Erziehen ist leises Heilen" 00:04:24

Silke Schwarz:

Ja, und ich freue mich sehr, hier zu sein. Herzlich willkommen auch von meiner Seite, und danke, dass ihr hier seid an so einem verregneten und stürmischen und echt herausfordernden Abend. Schön, dass ihr da seid und dass wir uns Zeit nehmen für Kinder und Kindheit.

Vielleicht ein paar Worte zu mir. Ich bin tatsächlich Kindergarten- und Schulärztin, Ärztin für anthroposophische Medizin, und zwar internationale Kindergarten- und Schulärztin für anthroposophische Medizin – das gibt es tatsächlich. Die anthroposophischen Ärztinnen und Ärzte sind ganz normale Schulmediziner, die eine Zusatzweiterbildung für anthroposophische Medizin gemacht haben, und das kann man deutschlandweit oder auch international anerkennen lassen. Es gibt anthroposophische Kliniken, es gibt sehr viele verschiedene anthroposophische Therapierichtungen, das ist nochmal ein ganzer Kosmos, den man kennenlernen kann. Und es liegt uns am Herzen, dass die Kindergärten und Schulen optimalerweise immer einen anthroposophischen Kinderarzt oder eine Kinderärztin haben, die die Pädagogik begleiten. Denn Rudolf Steiner hat den Waldorfschulen und auch den Ärzten damals so ins Stammbuch geschrieben: Erziehen ist leises Heilen.

Das ist schon so ein Satz, über den man fast meditieren kann, den man wie eine Frage im Herzen mitnehmen kann: Was bedeutet es, dass Erziehen leises Heilen ist? Ich habe mit Maike besprochen, dass ich eine gute eineinviertel Stunde einen Impulsbeitrag mache. Wenn ihr zwischendurch Fragen habt, macht euch am besten eine kleine Notiz, damit wir später im Austausch darauf zu sprechen kommen. Wenn es etwas richtig Brennendes gibt, könnt ihr es auch zwischendurch machen. Ich habe gemerkt, dass ich immer ein bisschen besser performe, wenn ich nicht zu sehr auf ganz andere Bühnen galoppiere. Aber wenn es eine Verständnisfrage ist, einfach kurz die Hand heben und sich trauen. Ich habe eine Liebe für Fragen, und wir können das so sehen, dass jede Frage, die eine oder einer von uns hat, stellvertretend für den ganzen Raum ist. Es gibt keine dummen Fragen, sondern immer Fragen, die uns auf irgendeine Art weiterbringen und auf eine neue Spur führen.

Und dann möchte ich euch heute Abend das Du anbieten. Ich möchte gerne mit euch auf Augenhöhe sein, so ein bisschen wie beim Wandern in den Bergen: Ab 1000 Meter ist man eigentlich mit allen per Du, und wir gucken, dass wir geistig die 1000 Meter erreichen.

Die Kinder, die uns auf den Schulungsweg führen 00:07:07

Neben dem, dass ich Ärztin bin, bin ich auch Mutter von zwei Jungs. Die sind jetzt gerade 21 und bald 28 Jahre alt. Und das erwähne ich, weil ich von denen so unglaublich viel gelernt habe, dass man wirklich sagen kann, die haben mich auch auf den Schulungsweg geführt. Ich glaube, das ist ein Motiv, das wir heute Abend an der einen oder anderen Stelle streifen, wo man sagen kann: Manchmal gibt es das Moment, wo wir ganz unmittelbar merken, da dreht sich was um. In unserem gewöhnlichen Bewusstsein denken wir eigentlich immer, naja, die Kinder sind klein und wir sind groß, wir beschützen sie, nehmen sie bei der Hand und bringen ihnen ganz viel bei. Aber auf einer anderen Ebene kann man das Gefühl haben, es ist so, als würde mein Kind mich ganz zart bei der Hand nehmen und mich auf den Weg führen, mich weiterzuentwickeln, den ich sonst niemals gehen würde. Ich werde so ganz sanft wie von einem kleinen Engel immer wieder auf die Spur gebracht, dass ich als Erwachsene nicht einfach fertig bin, sondern dass, wenn ich die Welt für mein Kind ein bisschen besser und schöner und wahrhaftiger gestalten möchte, das bei mir selber anfängt.

Und da kann man sagen, sind die Kinder – so herausfordernd und anstrengend und störrisch und wild, wie sie manchmal sein können – eine Begegnung mit dem Himmel. Als würde ein Stück Himmel sich auf unsere Erde niedersenken, und wenn man sich da ein bisschen hineinversenkt, merkt man immer, wie berührend das ist. Was für ein Geschenk, was für ein Wunder ist ein Kind. Und dass wir als Erzieher, als Lehrer, als Eltern auserwählt sind, so ein Kind auf diesem Erdenweg zu begleiten, der manchmal auch ganz schön unbequem sein kann. Aus Dankbarkeit und Demut gegenüber dem Kind – und wir gehen jetzt auch bald wieder in die Adventszeit, wo wir als gesamte christliche Welt das Mysterium von Bethlehem feiern.

In dieser Hinwendung zum Kind wollen wir heute schauen, was wir denn eigentlich als Gesellschaft machen, wenn wir Orte für die Kinder kreieren, außerhalb des Zuhauses – also einen Kindergarten oder eine Schule –, wo es ihnen richtig gut gehen soll. Orte für etwas ganz Heiliges, nämlich Orte, die für die Kinder Entwicklung ermöglichen, die noch besser sein sollen als das, was es zu Hause gibt, die sie auch ein Stückchen weit freistellen von dem, was am Zuhause gerade früher an Anforderungen da ist, und sie bestenfalls unterstützen wollen.

Lernen durch Nachahmung als hochindividueller Vorgang 00:10:13

Dazu würde ich gerne mit euch am Anfang darauf schauen, wie kleine Kinder im ersten Jahrzehnt lernen, erst mal in der Kindergartenzeit. Die meisten haben wahrscheinlich ein Kind im Kindergarten- oder Vorkindergartenalter. Da begegnet uns als Hauptmotiv das sogenannte Lernen durch Nachahmung.

Was heißt das? Viele haben den Begriff schon mal als Jugendliche in der Biologie gehört. Da gibt es Nachahmung vor allem im Tierreich, und das wird immer als Prägung gezeigt: eine Entenmutter, die sich bewegt, und die kleinen Enten sehen das und bewegen sich hinterher. Und dann wird oft so ein Test gemacht, dann nimmt man einen Stiefel, der Stiefel bewegt sich, und die kleinen Enten machen genau dasselbe. Biologistisch betrachtet kommt man da an den Punkt, dass man sagt, das hat so etwas Automatenhaftes. Und es ist mir ein ganz großes Anliegen, dass wir von diesem Bild wegkommen und anfangen, Kinder so frei wahrzunehmen, dass wir merken: Nachahmen, oder man könnte auch sagen mitahmen, ist etwas hoch Individuelles bei den Kindern. Auch wenn mehrere Kinder an einer Erzieherin eine Sache lernen können, können wir fein werden und merken: Das ist nicht so, dass alle dasselbe machen, sondern da ist eine ganz große Bandbreite drin. Und dieses Lernen durch Nachahmung wirkt eigentlich das ganze Leben lang, auch noch für uns Erwachsene. Das vergessen wir nur oft.

Steiner beschreibt diese Fähigkeit der kleinen Kinder so, dass er sagt, es ist eigentlich so, als würde ein kleines Kind in den Erwachsenen richtig hineinschlüpfen und könnte aus dem Erwachsenen heraus die Erfahrungswelten miterleben, die Eltern oder Erzieher machen. Schulmedizinisch muss man sagen, ist wirklich nicht greifbar, wie die Kinder das machen. Man hat sehr viele Gehirnstrukturen angeschaut, man hat die sogenannten Spiegelneuronen entdeckt, davon haben wahrscheinlich viele schon gehört. Spiegelneuronen im Gehirn haben wir alle, auch wir Erwachsenen. Bei Bewegung zum Beispiel werden bestimmte Gehirnareale aktiviert. Wenn ich jetzt für euch ein Halleluja machen würde, dann würden in meinem Gehirn ganz bestimmte Areale aktiv, dadurch, dass ich die Bewegung mache. Und bei euch, in euren Spiegelneuronen, würden dieselben Bewegungen aktiviert, sodass zum Teil Gehirnmuster entstehen, wo man gar nicht unterscheiden kann, habt ihr das wirklich gemacht oder nur bei mir gesehen. Und es ist übrigens ein Unterschied, ob ihr das am Screen seht oder wirklich real bei mir, in der Ausprägung des Gehirnmusters.

Das heißt, wir wissen, da ist neurobiologisch etwas, aber wie das wirklich funktioniert, dass ein kleines Kind ins Gehen kommt und ins Sprechen und ins menschliche Denken, das wissen wir nicht. Wenn man überlegt, wie viele Muskeln allein im Kehlkopf beteiligt sind, um ein Wort zu bilden, dann merkt man, das kann man auch niemandem erklären, wie man den bewegen soll, damit man ins Sprechen kommt. Das ist so unglaublich komplex, auch das Sich-Aufrichten. Manche Dinge werden von den kleinen Kindern nur gelernt, indem sie einen anderen Menschen im Umkreis haben, in den sie so hineinschlüpfen können, dass sie mitahmen, nachahmen können und aus dieser feinstofflichen Verbindung heraus lernen. Kinder brauchen andere Menschen zum Lernen. Überleben können sie auch mit Hühnern oder mit Wölfen, das wissen wir von berührenden und tragischen Fällen, wo Kinder mit Tieren groß geworden sind. Überleben geht, aber den aufrechten Gang, die menschliche Sprache und diese strukturierte Kraft des Denkens lernen wir wirklich nur mit und am anderen Menschen. Und das sind – das grabe ich jetzt vorweg – sogenannte ätherische Kräfte, die da wirksam sind: Lebenskräfte, Denkkräfte, die nicht an unseren Leib gebunden sind, sondern über unseren physischen Körper hinaus existieren.

Die seelische Verwobenheit von Kind und Erwachsenem 00:15:27

Wir kennen als Erwachsene dieses Phänomen des Nachahmens oder Mitahmens, wenn wir mit jemandem sehr innig sind – das können auch Arbeitsbeziehungen sein, die sehr intensiv sind. Es gibt so einen Moment von sogenannter Co-Creation, wo man in einen Flow kommt, wo sich etwas so verbindet, dass man auf eine unglaublich getragene Art miteinander wirkt, man muss nicht mal viel reden, und sich ein Feld bildet, in das manchmal sogar unglaubliche Ideen mit hineingezogen werden. Wo man merkt, das ist gar nicht linear, das ist nicht eins und eins ist zwei, sondern man schafft es energetisch noch ein Stückchen höher zu kommen. Auf solche Momente könnt ihr auch in eurem Erwachsenenleben aufmerksam sein und das ein bisschen selber erforschen.

Wichtig ist, dass wir uns klarmachen, dass ein kleines Kind nicht einfach nur neben uns Erwachsenen mitlebt, sondern dass es unabgegrenzt in unserem Gefühlsleben und in unserem Gedankenleben mitlebt. Kleine Babys sind schon hoch empathische Wesen, vom ersten Moment an, mit uns sehr verwoben. Die Forschung hat das vielfältig untersucht. Es gibt zum Beispiel eine Studie, da hat man geguckt, ob man kleine Babys überlisten kann, indem man der Mutter in der Versuchsanordnung zwei Breitypen gegeben hat: den einen so bitter, dass die Mutter ihn selber nicht mag, den anderen wohlschmeckend. Und die kleinen Babys hatten noch nicht die Chance, sich mit Geschmacksempfindungen tief auseinanderzusetzen. Die Mütter sollten sich nicht anmerken lassen, ob sie den Brei, den sie füttern, selber mögen. Und es wundert einen eigentlich gar nicht, dass die Babys, obwohl die Mütter sich nichts anmerken ließen, trotzdem gemerkt haben, ob die Mütter den Brei mögen. Und wenn die Mütter ihn nicht mochten, dann haben die Kinder das ganz schnell wieder ausgespuckt. Das ist signifikant und publiziert.

Was wir auch kennen, ist dieses, dass wir beim Füttern den Mund aufmachen. Je kleiner die Kinder sind, reagieren die, machen fast automatisch auch den Mund auf, als könnten sie sich gar nicht dagegen verwehren. Und dann klappt das Füttern eine Zeit lang, bis sie merken, dass bei ihnen immer etwas reinkommt, bei dem, der den Mund aufmacht, aber nicht. Dann kommt oft der Moment, wo der Brei wieder ausgespuckt wird. Aber man kann sagen, die Grundlage im ganzen ersten Jahrzehnt für das Lernen ist diese unglaubliche seelische Verbundenheit der kleinen Kinder mit den Erwachsenen. Ein Arzt namens Rittelmeyer hat auch Untersuchungen mit Müttern und Kindern gemacht, einem Zweijährigen. Da waren die Mütter im einen Raum und haben von der Versuchsanordnung her Stress- und Angst auslösendes Material bekommen. Die Mütter haben mit Stress reagiert, mit Erhöhung von Atemfrequenz und Pulsfrequenz, und die dazugehörigen Kinder im Nebenraum auch. Das heißt, es gibt einen Bereich, der auch in der Schulmedizin manchmal vegetative Resonanz genannt wird, wo Verbindungen zwischen Mutter und Kind da sind, sogar über den Raum hinweg. Das wundert uns nicht so, wenn ein Kind auf dem Brustkorb liegt, da ist es uns nah, dass ein Gefühl quasi übergeht und beim Kind leiblich wird. Aber es geht tatsächlich auch über eine räumliche Distanz hinweg. Je kleiner die Kinder sind, desto unwillkürlicher und unmittelbarer ist es da.

Vom Bewusstseinsmeer zum Ankommen im eigenen Körper 00:19:36

Dieses selige, mit anderen verwobene Sein verändert sich im Lauf der kindlichen Entwicklung. Wir wünschen uns bis zum Rubikon, also der Mitte der Kindheit, dass die Kleinen mehr und mehr lernen, bei sich selber anzukommen, zu merken: Hier bin ich und da ist jemand anders. Das ist eine wirkliche Fähigkeit, die im Kindergartenalltag noch gar nicht so da ist. Ihr kennt es vielleicht aus der Beobachtung: Da ist in der einen Ecke vom Raum ein Streit, Kinder zanken sich, und in der anderen Ecke wird ein Kind ganz zibbelig und nervös, obwohl es gar nicht direkt beteiligt war. Das kann als Gesamtgruppenphänomen überspringen. Und dieses Im-eigenen-Körper-Ankommen als kleines Kind, zu wissen, wo ist überhaupt mein Körper, was für uns so selbstverständlich ist, das webt und schwimmt für die Kleinen noch in so einem Bewusstseinsmeer. Wenn die mit ihrer Hand in die Richtung von jemand anderem gehen, dann ist noch gar nicht so klar, wo der Arm zu Ende ist. Und wenn da noch ein Stock drin ist, dann hängt er leider auch schneller bei jemand anderem im Gesicht.

Das Phänomen, das dem zugrunde liegt, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir auf den Zeitpunkt der Geburt schauen. Bei der Geburt ist es so, dass wir von dem Moment an, wo wir die Nabelschnur durchtrennen, sagen können, wir haben den physischen Leib des kleinen Kindes hier und den physischen Leib der Mama getrennt davon. So wie wir jetzt hier alle ein Stückchen getrennt voneinander sitzen und uns ganz gut einzeln im physischen Leib fühlen. Wenn man dann auf das Phänomen des Stillens schaut, ist es spannend, dass wir feststellen können: Es scheint unsichtbare Verbindungen zu geben, über die Kommunikation stattfindet, die bis in die Leiblichkeit hineingehen, obwohl wir kein Wort hören. Zum Beispiel, wenn ein kleines Baby eine Bindehautentzündung hat und das relativ häufig vorkommt, dann gibt es das aus der traditionellen Medizin, dass man sagt, dann musst du ein paar Tropfen Muttermilch dem Baby ins Auge träufeln. Das haben unsere Großmütter und Mütter gemacht, und die Schulmedizin hat sich gefragt, ist da etwas dran? Und spannend ist: Ja, da ist etwas dran. Wenn die Babys eine Bindehautentzündung haben, dann steigt in der Muttermilch das lokale Immunglobulin A, und das ist ein lokaler Schutz vor Viren und Bakterien. Das heißt, es gibt eine ganz enge Lebenskräfteverbindung, obwohl das Kind schon getrennt ist. Das ist nicht etwas, das kognitiv läuft. Gerade beim Stillen wissen wir manchmal gar nicht, wo hört das Kind auf, wo fängt die Mutter an, weil das so ein strömendes, fließendes und inniges Geschehen ist.

Wir jetzt alle, wenn wir hier so sitzen, fühlen uns sehr getrennt. Wenn wir eine Stunde lang in einem Raum zusammensitzen, dann haben wir alle die Luft, die uns umgibt. Und jetzt nicht erschreckt sein, sondern auf das gesunde Immunsystem vertrauen: Wir haben alle mal die Luft eingeatmet, die jemand anders ausgeatmet hat. Das heißt, wir haben Ebenen im Physischen, wo wir sehr getrennt sind, und andere Ebenen, die auch feinstofflich und physisch sind, wo wir total miteinander verbunden sind. Es gibt ganz viele Studien, die zeigen, dass wir, ohne miteinander zu reden, darüber Bescheid wissen, wie jemand gesonnen ist, ob er uns geneigt ist oder nicht. Das geht immer innerhalb von Sekunden. Ein ganz spannendes Feld.

Sympathie und Antipathie: das gesunde Nein des Kindes 00:23:39

Und die Kinder, das wollte ich noch erwähnen, sind von ihrer seelischen Konstitution so offenherzig, so weit und so bereit, sich mit anderen zu verbinden, dass wir sagen würden, das sind Sympathie-Giganten. Die sind bereit, mit der Welt so zusammenzuströmen, die Welt zu beseelen. Bei kleinen Kindern kennen wir das, dann lebt der Marienkäfer, oder die Puppe kann zum Spielen kommen und wird ganz lebendig. Das ist eine ganz große Sympathiekraft.

Und im Erwachsenwerden brauchen wir auch die entgegengesetzte Kraft. Es ist ein gesundes Phänomen, dass die Antipathiekräfte in der Entwicklung auch auftreten. Wir kennen das im Fremdeln zum Beispiel. Da merken wir auf einmal, oh wow, das ist ein gutes Entwicklungskriterium, dass ein Kind sich auch so abwenden kann. Und in der Trotzphase, wo es für uns so ist, dass wir denken, mein Gott, muss das sein – es ist auf der anderen Seite ein ganz wichtiger Entwicklungsschritt, dass die Kinder sich richtig kräftig und tüchtig widersetzen können. Nein sagen können. Will ich nicht. Im Kindergarten oder zu den Eltern: Bleib mir vom Leib. Eine wichtige Fähigkeit für die weitere Entwicklung. Und wer schon an die Pubertät denkt: ja genau, das ist ein Motiv, das immer wieder auftaucht, auf anderen Dringlichkeitsstufen. In der Pubertät geht es um das letztendliche Abnabeln, und da braucht es oft massive Abwehrgesten, die an den Eltern, an der Gesellschaft erprobt werden. Das ist nicht unser Thema heute, aber vielleicht, um das als Grundmotiv in allen Lebensaltern zu sehen, auch in der Kindheitsmitte: Auf der einen Seite ist es eine wirkliche Gabe, verschmelzen zu können, und es ist eine unglaublich wichtige Fähigkeit, das auch nicht zu können und es zurückzunehmen.

Das Vorbild und das Selbsterziehungswerk des Kindes 00:25:52

Und wir sind in dem, wie wir damit umgehen, für die kleinen Kinder ein Vorbild. Wir werden von den kleinen Kindern auch daraufhin wahrgenommen. Ohne dass es ausgesprochen ist, hat ein Kind eigentlich immer an den Erwachsenen die Frage: Bist du für mich geeignet, dass ich dich nachahmen möchte? Gandhi sagt zum Beispiel, wir wirken in der Erziehung über drei Säulen. Und die erste Säule ist das Vorbild. Die zweite Säule ist das Vorbild. Und die dritte Säule ist das Vorbild. Das können wir uns kaum genug klarmachen in unserem alltäglichen Leben.

Und Steiner ist dazu sehr radikal, das ist mir ganz wichtig: Er sagt, letztlich vollzieht ein kleines Kind ein Selbsterziehungswerk. Das heißt, wir können es gar nicht wirklich von außen erziehen. Jedes Kind kommt aus einem freien Impuls auf die Welt. Es möchte sich selber erziehen. Das führt aber nicht in ein Laissez-faire, sondern er sagt, wir müssen dafür sorgen, dass das Kind für sein Selbsterziehungswerk den allerbesten Rahmen findet. Einen Umkreis, in dem wir uns Gedanken machen über die Raumgestaltung, über die Ernährung und ganz viele Dinge, die man aus dem Waldorfkindergarten kennt. Welches Spielzeug möchten wir geben? Welche taktilen Originalerfahrungen? Die ganze Welt der Sinne für die Kinder zu beleben. Und diese innere Umwelt – ich als Erwachsene in meiner inneren Haltung und dem Schulungsweg, auf dem ich bin – ist ein maßgebliches mögliches Vorbild für das Kind, in das das Kind sich hineinverlebt.

Insofern können wir sagen, dass wir alle schon zu Hause, bevor wir unser Kind in den Kindergarten und in die Schule geben, mit der Waldorfpädagogik beginnen. Nämlich da, wo wir zu Hause anfangen, an uns zu arbeiten und uns als Teil der Institutionen zu sehen. Es ist ganz wichtig, dass man nicht immer denkt, hier zu Hause ist dieses und jenes, und dann gebe ich mein Kind quasi weg zur Schule oder zum Kindergarten, sondern dass wir merken, das sind wir auch mit unseren Mitgestaltungskräften. Und die Art und Weise, wie wir morgens in den Tag starten mit den Kindern, ist schon entscheidend dafür, wie die im Kindergarten ankommen, sich in die Gruppe einfinden können oder auch in der Schule.

Das pädagogische Gesetz: vom höheren Wesensglied aufs Kind 00:28:47

Achtsamkeit ist ein großes und wichtiges Thema schon zu Hause. Und das zieht sich durch alle pädagogischen Richtungen, auch alle religiösen Richtungen: dieses Wissen darum, dass die Art und Weise, wie ich mich selber führe, einen richtig großen Einfluss auf mein Kind hat. Das hat etwas damit zu tun, dass es so etwas wie ein pädagogisches Gesetz gibt. Rudolf Steiner hat es so formuliert, dass nach diesem pädagogischen Gesetz wir Erwachsenen immer von unserem höheren Wesensglied auf das darunterliegende beim Kind wirken. Ein Beispiel: Ihr seid im Auto auf dem Weg zum Supermarkt, es muss noch schnell gehen, und einer nimmt einem die Vorfahrt, und dann ärgert man sich, und „so ein Idiot" schießt aus einem heraus, everyday life, und hinten auf der Rückbank ist das Kind und kriegt das alles mit.

Die höhere Organisation, das ist mein Bereich, meine Gedanken und Vorstellungen, wie ich denke, wie eine schöne Autofahrt ist, in meiner besten Idealvorstellung. Was mir dann passiert, dass es mir ein bisschen cholerisch oder manchmal auch hysterisch herausschwappt, das ist das, wo man sagen würde, da bin ich in der Emotion ziemlich stark gegangen. Und was ich beim Kind, wenn ich fein hinschaue oder es messen würde, merken würde, ist ein Erschrecken, wie ein Einatmen. Und ich kann es im Puls, Blutdruck und in der Atemfrequenz beim Kind bis in die Physiologie messen. Beim Erwachsenen ist es höher, Vorstellung und Gefühl, beim Kind geht es bis in die Leiblichkeit.

Und da regt uns Rudolf Steiner dazu an, dass wir uns auf den sogenannten Schulungsweg begeben. Das kann man auf verschiedene Arten machen. Jeder, der ein Kind hat, wird irgendwann merken, da bin ich auf die eine oder andere Übung aufmerksam geworden, da habe ich das eine oder andere Gedicht gefunden oder einen Spruch oder ein meditatives Bild. Ich habe neue Richtungen kennengelernt, und mein Kind hat mich an der einen oder anderen Stelle dahin geführt.

Eine gemeinsame Achtsamkeitsübung 00:31:22

Ein Bereich, den ich genannt habe, ist die sogenannte Achtsamkeit. Und ich hätte eine Frage an euch: Wer von euch hat Erfahrungen mit Meditation? Es sind ein paar, nicht alle. Ich würde euch einladen, dass wir uns fünf Minuten Zeit nehmen, wo ihr es euch richtig gemütlich machen könnt, indem ihr alles, was ihr in den Händen habt, auf den Schoß oder auf den Boden legt. Ich erzähle erst mal etwas, für so eine kleine meditative Vertiefung, wie man zum Beispiel morgens, bevor man zu seinem Kind ans Bettchen geht, oder zwischendurch mal tagsüber, wenn man merkt, ich bin eigentlich schon ganz schön erschöpft vom Tag, sich selber mit diesem Thema Achtsamkeit nochmal so eintunen kann.

Ihr seid eingeladen mitzumachen, es ist immer ganz frei. Wenn ihr merkt, ihr könnt euch gerade nicht darauf einlassen, könnt ihr auch in Gedanken die Weihnachtseinkaufsliste durchgehen. Und dann haben wir zwei, drei Minuten Zeit, die wir in Stille sind. In Stille heißt, dass, wenn ich sage, jetzt werden wir still, es meistens so ist, dass alle ein bisschen angestrengt sind, weil einer plötzlich husten muss, der Nachbar anfängt zu scharren. Und das ist Teil der Übung, weil das normal ist. Wir sind als Gemeinschaft da, und wenn ihr merkt, jetzt bin ich gerade so schön still, und jetzt fängt der neben mir an rumzukrascheln, dann nehmt ihr das einfach innerlich mit einer einladenden Geste: Aha, so ist es gerade. Nicht in die Emotionen gehen, sondern wie darüberstreichen, uns einfach wahrnehmen und wieder gehen lassen und zur eigenen Stille zurückkommen. Nicht irgendwo hängen bleiben. Oft ist es dann auch so, dass einem Gedanken kommen wie, ach, ich müsste heute Abend nochmal den Brief fertig machen, da ist noch keine Briefmarke drauf, wo man merkt, das ist jetzt so ein Gedankenloop, den man nicht wollte. Einfach kurz wahrnehmen, sanft gehen lassen und versuchen, wirklich in eine Stille zu kommen. Gibt es dazu Fragen? Okay, super.

Dann setze ich mich auch hier vorne hin, und wir machen so gefühlte zwei, drei Minuten in Gemütlichkeit. Jeder schaut, dass ihr gut sitzt, sodass ihr die nächsten paar Minuten sitzen könnt, ohne viel rumwackeln zu müssen, und wenn es dann doch so ist, dann ist es halt so. Dann lade ich dich ein, dass du die Augen schließen kannst und langsam mit deiner Aufmerksamkeit mehr und mehr bei dir selber ankommst und anfängst, diese Pausensituation ein bisschen zu genießen. Du weißt, es sind noch viele andere Menschen um dich herum im Raum, aber du musst dich jetzt um gar nichts kümmern, sondern kannst einfach ein bisschen in die Entspannung gehen und ein paar Mal einatmen und ausatmen, und es darf auch ein tiefes Ein- und Ausatmen sein.

Meistens merkt man, dass in dem Moment, wo man die Augen schließt, der Hörraum anfängt aufzugehen. Dann kannst du darauf aufmerksam sein, als wenn deine Ohren sich ein bisschen auffalten würden, dann hört man hier vielleicht ein Deckelchen und vielleicht auch ein Knistern. Im Nebenraum hört man vielleicht einen Stuhl, der gerückt wird, oder den Beamer. Du merkst, dein Hörraum ist richtig, richtig groß. Ich kann gar nicht so richtig sagen, wo du zu Ende bist. Es ist sehr, sehr weit.

Wenn du merkst, dass du genug im Hörraum warst mit deiner Wahrnehmung, dann kannst du, wenn du magst, dich auch auf die Atmung fokussieren, einfach auf dein Einatmen und Ausatmen, und wenn du magst, kannst du dir vorstellen, dass du mit jedem Einatmen Frieden und Entspannung in dich aufnimmst. Und mit jedem Ausatmen kannst du alles loslassen, was dich anspannt oder belastet. Und jedes Einatmen, Frieden und Entspannung, und jedes Ausatmen, alles loslassen, was dich anspannt oder belastet.

Und dann kannst du deine Augen noch geschlossen halten, aber deine Aufmerksamkeit schon wieder mehr hier im Raum ankommen lassen. Du magst ein paar Mal tiefer ein- und ausatmen, dich in deinem Körper spüren, wirklich mal spüren, wo deine Füße, deine Beine, dein Po, dein Rücken, dein Bauch, deine Hände und Arme, dein Kopf sind. Und dann kannst du in deinem Tempo die Augen wieder öffnen, kommst wieder im Raum an, und wenn du magst, kannst du mal nach rechts und links schauen und den Menschen neben dir ein Lächeln schenken. Bekannter- oder unbekannterweise. Genau. Und gerne nach dieser kleinen Kurzpause auch ein bisschen räkeln, die Augen reiben oder die Wangen.

Da sind wir wieder und haben eigentlich ganz kurz gemeinsam eine kleine Reise durch verschiedene Bewusstseinszustände gemacht. Wir haben nicht richtig geschlafen, aber wir waren so ein bisschen träumend, jeder für sich, ein bisschen in uns zurückgezogen, und jetzt öffnen wir uns wieder. Wir haben ganz kurz nachgemacht, was wir in einem stetigen Wechsel, jeden Tag und jede Nacht, machen, im Wechsel von Schlafen und Wachen, dass wir uns in unserem Bewusstsein ganz nach außen wenden und ganz nach innen.

Die Morgenfähre in den Tag 00:39:41

Wenn wir so in den Tag starten, bevor wir zu den Kindern gehen und sie wecken – und optimalerweise vorher auch gar nicht aufs Handy geguckt und schon irgendwelche Nachrichten hatten –, dann werden wir die Kinder in einer ganz anderen Stimmung wecken, vielleicht mit ein bisschen Harfenmusik auf dem Flur und indem wir die Tür behutsam öffnen. Manche Kinder mögen gerne berührt werden, andere hören gerne die Stimme, und wir machen uns bewusst, dass die gerade noch in einer ganz anderen Welt sind, im Schlaf. Viele Kinder kriegen schon morgens beim Wecken einen Schreck, wenn der Wecker klingelt. Wir kennen das auch bei uns selber.

Diese Morgenfähre in den Tag kann man als Übergangsritual schon sehr warmherzig gestalten und dann auch den Morgen zu Hause so schön machen, dass das Kind am gedeckten Frühstückstisch, an den Blumen und an der Kerze merkt: Da ist so ein Willkommen. Da spürt ein kleines Kind morgens gleich, die freuen sich auf mich. Und das setzt sich dann im Kindergarten und in der Schule fort, und die Adventszeit ist wunderbar dazu geeignet. Mit diesem Gefühl: Heute ist ein neuer Tag – ganz, ganz wichtig, egal was am Tag davor passiert ist an Streit, an Auseinandersetzungen: Heute ist ein neuer Tag, und egal was da kommen mag, kriegen wir es irgendwie hin. Das ist eine Botschaft, die für die Kinder ganz wichtig ist.

Steiners Wort vom Kind als Rätsel 00:41:33

Jetzt zeige ich euch ein paar Folien, die ich vorbereitet habe, wenn der Beamer sich so weit regeneriert. Vielleicht, solange der Beamer dabei ist mitzumachen: Es gibt ein ganz schönes Zitat von Steiner, das er den Lehrern und Eltern mit auf den Weg gibt, und das man am Morgen, aber auch den ganzen Tag über innerlich bewegen kann. Er sagt: Wer mit der Empfindung an das Kind herantritt, es ist aus der geistigen Welt dieses Kind zu dir heruntergestiegen, und du sollst dein Rätsel lösen von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde.

Wer so denkt, das Kind ist aus dem Himmel zu einem gekommen, der hat in seinem Gemüt diejenige liebevolle Hingabe an die Entwicklung des Kindes, die notwendig ist, um dieses Kind durch alle möglichen Imponderabilien auf dem Lebensweg zu begleiten. Also der hat in seinem Gemüt die innere Haltung, die man braucht, um das Kind auf seinem Lebensweg durch alle möglichen Imponderabilien – also Unwägbarkeiten, Unmessbarkeiten – zu begleiten. Das heißt, dass ich dem Kind auch diesen Geheimnisbezirk zustehe, den ich vorsichtig ergründen möchte. So ein Geheimnisbezirk – da reißt man nicht den Schleier weg, sondern hat so eine Behutsamkeit, wo man manchmal auch sagt: Ich weiß gar nicht, was du eigentlich als Rätsel mit dir trägst, aber ich will versuchen, das ganz behutsam mit dir gemeinsam zu entdecken.

Folge 1 - 2 - 3

Transcripción de la conferencia (Parte 1 de 3) del 19 de noviembre de 2024

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Bienvenida y estado de la fundación de la escuela 00:00:06

Sí, les doy la bienvenida a todos de todo corazón en nombre de la iniciativa de fundación de la escuela —y ojalá pronto ya no iniciativa, sino de una escuela, la Escuela Waldorf Libre de Bad Vilbel-Karben. Por ahora todavía nos llamamos "en fundación", pero eso de manera bien activa. Queremos darles la bienvenida a esta velada. Arrancamos con muchas ideas e impulsos sobre qué necesitan en realidad los chicos en la época actual y qué se desean ellos mismos. ¿Y qué hace falta para un desarrollo sano? Ahí estábamos los padres del jardín Waldorf de Bad Vilbel, las maestras jardineras y otras personas interesadas, y juntamos lo que pensamos que hoy es importante, y enseguida dimos también con la pedagogía de la acción. Es decir, ese vincularse muy estrechamente con el mundo, con la tierra, con las plantas, los animales y las personas, y en lo social, para desarrollarse de manera sana y poder después seguir los propios ideales y metas de vida.

Ya hicimos muchísimo trabajo previo. Quizás algo bien breve de antemano: en el proceso de fundación avanzamos tanto que pudimos adquirir un terreno para la escuela en Bad Vilbel, mejor dicho Karben, justo en el otro extremo de Bad Vilbel, en Karben-Kloppenheim, sobre la ruta B3, un antiguo vivero con hermosos árboles añejos. Ahí, desde septiembre, se modificó también el plan de ordenamiento, de modo que ahora podemos presentar el permiso de obra para una escuela, y el permiso para la solución transitoria con las aulas contenedor ya está aprobado, así que a comienzos del año podemos instalar ahí los primeros edificios y después, en verano, arrancar con la escuela —si hay chicos y si encontramos a los maestros adecuados. Ya publicamos también las búsquedas para las maestras y los maestros. Por ahora el proyecto pedagógico todavía está en la Dirección de Escuelas, pero en revisión activa; ahí esperamos también pronto una resolución positiva.

Para nosotros es muy importante subir ahora también al barco a los padres y a las maestras jardineras que están por convertirse en padres fundadores y se preguntan: ¿qué necesita mi hijo para desarrollarse de manera sana, y qué hace falta en definitiva para la madurez escolar? Ese es también ese pasaje del jardín a la escuela que queremos configurar de manera activa y consciente, y para el cual ya escribimos un proyecto bárbaro. En ese marco invitamos ahora a la Dra. Silke Schwarz. Digo dos aspectos de tu biografía: es médica de jardín y de escuela, todo lo demás lo podés contar vos misma. Nos va a llevar de la mano desde el punto de vista médico de la salutogénesis y a iluminar qué hace falta para una escuela sana. Nos alegra muchísimo.

Un anuncio chiquito más: vieron que acá hay cámaras en la sala. Tenemos a François Hagedorn, que hace trabajo de prensa para impulsos antroposóficos. Preguntó si podía filmar. Quien no quiera aparecer de espaldas o de algún modo, que se siente simplemente de manera que no salga. Por lo demás, nos alegra que esto quede después también accesible para otras personas. Y por último: pusimos una alcancía chiquita, una fundación de escuela como esta siempre necesita también fondos, y quien quiera puede poner algo con gusto. Nos alegra sobre todo que estén acá y que la Silke haya venido. Bienvenida.

Sobre mí y la frase "Educar es sanar en silencio" 00:04:24

Silke Schwarz:

Sí, y me alegra mucho estar acá. Bienvenidos también de mi parte, y gracias por estar acá en una velada tan lluviosa y tormentosa y realmente desafiante. Qué bueno que estén y que nos tomemos tiempo para los chicos y la infancia.

Quizás unas palabras sobre mí. Soy efectivamente médica de jardín y de escuela, médica de medicina antroposófica, y más precisamente médica internacional de jardín y de escuela para medicina antroposófica —eso existe de verdad. Los médicos y las médicas antroposóficas son médicos convencionales del todo normales que hicieron una formación complementaria en medicina antroposófica, y eso se puede hacer reconocer en toda Alemania o también a nivel internacional. Hay clínicas antroposóficas, hay muchísimas orientaciones terapéuticas antroposóficas distintas, es todo un cosmos más que uno puede conocer. Y nos importa mucho que los jardines y las escuelas tengan, en el mejor de los casos, siempre un pediatra o una pediatra antroposófica que acompañe la pedagogía. Porque Rudolf Steiner les dejó dicho en su momento a las escuelas Waldorf, y también a los médicos: educar es sanar en silencio.

Esa es una de esas frases sobre las que uno casi puede meditar, que uno puede llevarse como una pregunta en el corazón: ¿qué significa que educar sea sanar en silencio? Con Maike quedamos en que hago un aporte-impulso de una buena hora y cuarto. Si tienen preguntas entremedio, lo mejor es que se hagan una anotación chiquita, así después las retomamos en el intercambio. Si hay algo realmente urgente, lo pueden hacer también en el medio. Me di cuenta de que siempre rindo un poco mejor cuando no galopo demasiado hacia escenarios muy distintos. Pero si es una pregunta de comprensión, simplemente levanten la mano un momento y anímense. Tengo un amor por las preguntas, y podemos verlo siempre así: que cada pregunta que tiene una o uno de nosotros es como representativa de toda la sala. No hay preguntas tontas, sino siempre preguntas que de alguna manera nos hacen avanzar y nos llevan a una pista nueva.

Y después me gustaría ofrecerles esta noche el vos. Me gustaría estar con ustedes a la misma altura, un poco como cuando uno está de excursión en la montaña: a partir de los 1000 metros uno está de vos con todos, y vamos a ver de alcanzar espiritualmente esos 1000 metros.

Los chicos que nos llevan al camino de autoformación 00:07:07

Además de ser médica, soy también madre de dos varones. Ahora tienen 21 y pronto 28 años. Y lo menciono porque de ellos aprendí tantísimo que uno realmente puede decir que ellos también me llevaron al camino de autoformación. Creo que es un motivo que esta noche también vamos a rozar en algún que otro momento, donde uno puede decir: a veces está ese instante en que notamos de manera bien inmediata que algo se da vuelta. En nuestra conciencia habitual pensamos siempre, bueno, los chicos son chiquitos y nosotros grandes, los protegemos, los tomamos de la mano y les enseñamos muchísimo. Pero en otro plano uno puede tener la sensación de que es como si mi hijo me tomara a mí bien suavecito de la mano y me llevara por el camino de desarrollarme, uno que yo de otro modo jamás recorrería. Y así, bien suave, como por un angelito, me van poniendo una y otra vez sobre la pista de que yo, como adulta, no estoy simplemente terminada, sino que, si quiero configurar el mundo para mi hijo un poquito mejor y más lindo y más verdadero, eso empieza por mí misma.

Y ahí uno puede decir que los chicos —por más desafiantes y agotadores y tercos y salvajes que puedan ser a veces— son un encuentro con el cielo. Como si un pedazo de cielo se posara sobre nuestra tierra, y cuando uno se sumerge un poquito en eso, nota siempre lo conmovedor que es. Qué regalo, qué milagro es un chico. Y que nosotros, como maestros jardineros, como maestros, como padres, seamos elegidos para acompañar a un chico así en este camino terrenal, que a veces puede ser bastante incómodo. Desde el agradecimiento y la humildad frente al chico —y ya estamos por entrar de nuevo en el tiempo de Adviento, donde como mundo cristiano entero celebramos el misterio de Belén.

En esta entrega hacia el chico queremos mirar hoy qué hacemos en realidad como sociedad cuando creamos lugares para los chicos, fuera de la casa —es decir, un jardín o una escuela—, donde tienen que estar realmente bien. Lugares para algo muy sagrado, a saber, lugares que posibiliten desarrollo para los chicos, que tienen que ser todavía mejores que lo que hay en casa, que los liberen también un pedacito de lo que en el hogar, sobre todo antes, hay de exigencias, y que en el mejor de los casos quieran apoyarlos.

Aprender por imitación como proceso altamente individual 00:10:13

Para eso me gustaría mirar con ustedes al comienzo cómo aprenden los chicos chiquitos en la primera década, primero en la etapa del jardín. La mayoría probablemente tenga también un hijo en edad de jardín o de pre-jardín. Ahí se nos presenta como motivo principal el llamado aprender por imitación.

¿Qué significa eso? Muchos ya escucharon el término de adolescentes en biología. Ahí hay imitación sobre todo en el reino animal, y siempre se muestra como impronta: una mamá pata que se mueve, y los patitos ven eso y se mueven detrás. Y después suele hacerse un test: se toma una bota, la bota se mueve, y los patitos hacen exactamente lo mismo. Mirado de manera biologicista, uno llega al punto de decir que eso tiene algo de automático. Y me importa muchísimo que nos alejemos de esa imagen y empecemos a percibir a los chicos de manera tan libre que notemos: imitar —o uno podría decir imitar-con— es algo altamente individual en los chicos. Aunque varios chicos puedan aprender una cosa de una misma maestra jardinera, podemos afinarnos para notar: no es que todos hacen lo mismo, sino que ahí hay un rango bien amplio. Y este aprender por imitación funciona en realidad toda la vida, también todavía para nosotros los adultos. Solo que lo olvidamos seguido.

Steiner describe esta capacidad de los chicos chiquitos diciendo que es en realidad como si un chico chiquito se metiera de verdad, así, dentro del adulto, y pudiera vivenciar desde el adulto los mundos de experiencia que hacen los padres o los educadores. Y desde lo médico convencional hay que decir que realmente no es asible cómo lo hacen los chicos. Se miraron muchísimas estructuras cerebrales, se descubrieron las llamadas neuronas espejo, de eso probablemente muchos ya escucharon algo. Neuronas espejo en el cerebro tenemos todos, también los adultos. Ante el movimiento, por ejemplo, se activan determinadas áreas cerebrales. Si yo hiciera ahora un aleluya para ustedes, entonces en mi cerebro se activarían determinadas áreas por el hecho de hacer el movimiento. Y en ustedes, en sus neuronas espejo, se activarían los mismos movimientos, de modo que en parte surgen patrones cerebrales donde uno ni siquiera puede distinguir: ¿lo hicieron de verdad o lo vieron solo en mí? Y es, por cierto, una diferencia si ven eso en la pantalla o si lo vieran de verdad, en vivo, en mí, en la intensidad del patrón cerebral.

Es decir, sabemos que ahí hay algo neurobiológico, pero cómo funciona de verdad, que un chico chiquito llegue a caminar y a hablar y al pensar humano, eso no lo sabemos. Y cuando uno piensa cuántos músculos están involucrados solo en la laringe, al moverla para formar una palabra, entonces uno nota que tampoco se le puede explicar a nadie cómo hay que moverla para llegar a hablar. Es tan increíblemente complejo, también el erguirse. Algunas cosas los chicos chiquitos solo las aprenden teniendo a otro ser humano en el entorno, uno dentro del cual puedan meterse de tal modo que puedan imitar-con, imitar, y aprender desde esa conexión tan sutil. Los chicos necesitan a otras personas para aprender. Sobrevivir pueden también con gallinas o con lobos, eso lo sabemos por casos conmovedores y trágicos donde chicos crecieron con animales. Sobrevivir se puede, pero la marcha erguida, el lenguaje humano y esa fuerza estructurada del pensar los aprendemos realmente solo con y en el otro ser humano. Y esas son —esto lo dejo ya adelantado— las llamadas fuerzas etéricas que actúan ahí: fuerzas vitales, fuerzas del pensar, que no están ligadas a nuestro cuerpo, sino que existen más allá de nuestro cuerpo físico.

El entretejido anímico de chico y adulto 00:15:27

Nosotros conocemos como adultos este fenómeno de imitar o imitar-con cuando somos muy íntimos con alguien —pueden ser también vínculos de trabajo muy intensos. Hay un momento de la llamada co-creación, donde uno entra en un flow, donde algo se conecta de tal manera que uno actúa junto con el otro de un modo increíblemente sostenido, ni siquiera hace falta hablar mucho, y se forma un campo hacia el cual a veces se atraen incluso ideas increíbles. Donde uno nota que eso no es para nada lineal, no es uno más uno es dos, sino que uno logra subir energéticamente un pedacito más. A esos momentos pueden estar atentos también en su vida adulta y pensar: podría ser un momento así de co-creación, ¿y cuál es en realidad la condición para eso? Y uno puede realmente investigarlo un poco por sí mismo.

Lo importante es que nos dejemos en claro que un chico chiquito no vive simplemente al lado de nosotros los adultos, sino que vive con nosotros, sin delimitación, dentro de nuestra vida de sentimientos y de nuestra vida de pensamientos. Los bebés chiquitos ya son seres altamente empáticos, desde el primer momento, muy entretejidos con nosotros. La investigación miró esto de múltiples maneras. Hay, por ejemplo, un estudio donde se observó si se puede engañar a los bebés chiquitos dándole a la madre, en el arreglo experimental, dos tipos de papilla: una tan amarga que la madre misma no la quiere, y la otra sabrosa. Y los bebés chiquitos todavía no habían tenido la chance de ocuparse en profundidad de las sensaciones gustativas. Y las madres tenían que no dejar notar si la papilla que dan les gusta a ellas mismas o no. Y en realidad no sorprende para nada que los bebés, aunque las madres no dejaron notar nada, igual se dieron cuenta de si a las madres les gustaba la papilla. Y cuando a las madres no les gustaba, entonces los chicos la escupían enseguida de nuevo. Eso es significativo y está publicado.

Lo que también conocemos es esto de que al dar de comer abrimos la boca. Cuanto más chiquitos son los chicos, reaccionan, abren también casi automáticamente la boca, como si no pudieran resistirse a eso. Y entonces el dar de comer funciona un tiempo, hasta que se dan cuenta de que a ellos siempre les entra algo, pero al que abre la boca no. Y entonces llega seguido el momento en que la papilla se escupe de nuevo. Pero se puede decir que la base en toda la primera década para el aprender es esa increíble unión anímica de los chicos chiquitos con los adultos. Un médico de apellido Rittelmeyer hizo también investigaciones con madres y chicos, con un chico de dos años. Ahí las madres estaban en una sala y recibían, por el arreglo experimental, material disparador de estrés y de miedo. Y las madres reaccionaron con estrés, con aumento de la frecuencia respiratoria y de la frecuencia del pulso, y los chicos correspondientes en la sala de al lado, también. Es decir, hay un ámbito que también en la medicina convencional a veces se llama resonancia vegetativa, donde hay conexiones entre madre e hijo, incluso por encima del espacio. Eso no nos sorprende tanto cuando un chico está sobre el pecho, ahí nos resulta cercano, pensamos, ah, sí, ahí pasó como un sentimiento y se volvió corporal en el chico. Pero sucede efectivamente también por encima de una distancia espacial. Cuanto más chiquitos son los chicos, más involuntario e inmediato es ahí.

Del mar de conciencia al llegar al propio cuerpo 00:19:36

Este dichoso estar entretejido con otros se modifica en el transcurso del desarrollo infantil. Deseamos que hasta el Rubicón, es decir, la mitad de la infancia, los chiquitos aprendan cada vez más a llegar a sí mismos, a notar: acá estoy yo y ahí hay otro. Esa es una capacidad real que en la cotidianidad del jardín todavía no está tan presente. Quizás lo conocen de la observación: en un rincón de la sala hay una pelea, los chicos se pelean, y en el otro rincón un chico se pone bien inquieto y nervioso, aunque no estaba directamente involucrado. Eso puede saltar como fenómeno del grupo entero. Y este llegar al propio cuerpo como chico chiquito, saber dónde está en general mi cuerpo, lo que para nosotros es tan evidente, eso para los chiquitos todavía teje y nada en una especie de mar de conciencia. Cuando van con su mano en dirección a otro, entonces todavía no está tan claro dónde termina el brazo. Y si además hay un palo ahí, entonces, lamentablemente, cuelga también más rápido en la cara de otro.

El fenómeno que subyace a esto podemos representárnoslo cuando miramos el momento del nacimiento. En el nacimiento es así que, desde el momento en que cortamos el cordón umbilical, podemos decir que tenemos acá el cuerpo físico del chico chiquito y, separado de eso, el cuerpo físico de la mamá. Así como ahora nosotros estamos todos sentados un pedacito separados unos de otros y nos sentimos bastante bien individuales en el cuerpo físico. Cuando uno mira después, por ejemplo, el fenómeno del amamantamiento, es apasionante que ahí podamos constatar que parece haber conexiones invisibles a través de las cuales tiene lugar comunicación, que llegan hasta la corporalidad, aunque no escuchemos ni una palabra. Por ejemplo, cuando un bebé chiquito tiene una conjuntivitis, y eso pasa relativamente seguido, entonces existe eso de la medicina tradicional, que uno dice: bueno, entonces tenés que echarle al bebé unas gotitas de leche materna en el ojo. Eso lo hicieron nuestras abuelas y madres, y la medicina convencional se preguntó: ¿hay algo de cierto ahí? Y lo apasionante es: sí, hay algo de cierto. Cuando los bebés tienen una conjuntivitis, entonces en la leche materna sube la inmunoglobulina A local, y eso es una protección local frente a virus y bacterias. Es decir, hay una conexión muy estrecha, una conexión de fuerzas vitales, aunque el chico ya esté separado. Eso no es algo que corra de manera cognitiva. Justamente en el amamantamiento a veces no sabemos ni dónde termina el chico, dónde empieza la madre, porque es un acontecer tan fluyente, corriente y todavía tan íntimo.

Nosotros ahora todos, sentados acá así, nos sentimos muy separados. Cuando estamos una hora sentados juntos en una sala, entonces todos tenemos así el aire que nos rodea. Y ahora no se asusten, sino confíen en el sistema inmunológico sano: todos inhalamos alguna vez el aire que otro exhaló. Es decir, tenemos planos en lo físico donde estamos muy separados, y otros planos, que también son sutiles y físicos, donde estamos totalmente conectados unos con otros. Hay muchísimos estudios que muestran que nosotros, sin hablar entre nosotros, sabemos cómo está dispuesto alguien, si nos es favorable o también no. Eso va siempre en cuestión de segundos. Un campo apasionante.

Simpatía y antipatía: el no sano del chico 00:23:39

Y los chicos, esto todavía quería mencionarlo, son por su constitución anímica tan abiertos de corazón, tan amplios y tan dispuestos a conectarse con otros, que diríamos que son gigantes de la simpatía. Están dispuestos a fluir junto con el mundo, a animar el mundo. En los chicos chiquitos conocemos eso: entonces vive la vaquita de San Antonio, o la muñeca puede venir a jugar y se vuelve bien viva. Esa es una fuerza de simpatía muy grande.

Y en el hacerse adultos necesitamos también la fuerza contraria. Es un fenómeno sano que las fuerzas de antipatía aparezcan también en el desarrollo. Eso lo conocemos en el extrañar, por ejemplo. Ahí notamos de golpe, oh, guau, es un buen criterio de desarrollo que un chico pueda de algún modo también apartarse así. Y en la etapa del berrinche, donde para nosotros es tal que pensamos, Dios mío, ¿tiene que ser? —por el otro lado es un paso de desarrollo muy importante que los chicos puedan resistirse bien fuerte y enérgicamente. Poder decir que no. No quiero. En el jardín o a los padres: no te me acerques. Una capacidad importante para el desarrollo posterior. Y quien ya piensa un poco en la pubertad: sí, exacto, es un motivo que aparece una y otra vez, en otros niveles de urgencia. En la pubertad se trata del desprendimiento definitivo, y ahí hace falta seguido gestos de defensa masivos, que se ensayan con los padres, con la sociedad. Ese no es nuestro tema hoy, pero quizás, para ver esto como motivo fundamental en todas las edades de la vida, también en la mitad de la infancia: por un lado es un don real, el poder fusionarse, y es una capacidad increíblemente importante también no poder eso y retirarlo.

El ejemplo y la obra de autoeducación del chico 00:25:52

Y nosotros, en el modo en que lo manejamos, somos para los chicos chiquitos un ejemplo. Y somos percibidos por los chicos chiquitos también con esa mirada. Sin que esté dicho, un chico tiene en realidad siempre hacia el adulto la pregunta: ¿sos apto para mí, para que yo quiera imitarte? Y Gandhi dice, por ejemplo, que actuamos en la educación a través de tres pilares. Y el primer pilar es el ejemplo. El segundo pilar es el ejemplo. Y el tercer pilar es el ejemplo. Y eso casi no podemos dejárnoslo suficientemente en claro en nuestra vida cotidiana bien normal.

Y Steiner al respecto —porque esto me importa mucho— es muy radical en este punto; dice: en definitiva, un chico chiquito realiza una obra de autoeducación. Es decir, no podemos educarlo realmente desde afuera. Cada chico viene al mundo desde un impulso libre. Quiere educarse a sí mismo. Pero eso no lleva a un laissez-faire, sino que él dice: tenemos que ocuparnos de que el chico encuentre para su obra de autoeducación el mejor marco de todos. En el entorno, en el que nos hacemos pensamientos sobre la configuración del espacio, sobre la alimentación y muchísimas cosas que él conoce del jardín Waldorf. ¿Qué juguete queremos dar? ¿Qué experiencias originales, táctiles? Vivificar todo el mundo de los sentidos para los chicos. Y este entorno interno —yo como adulta en mi actitud interior y en el camino de autoformación en el que estoy— es un ejemplo posible y decisivo para el chico, en el que el chico se vivencia hacia adentro.

Y en ese sentido podemos decir que todos empezamos ya en casa, antes de dar a nuestro hijo al jardín y a la escuela, con la pedagogía Waldorf. A saber, ahí donde empezamos en casa a trabajar en nosotros mismos y a vernos como parte de las instituciones. Es en realidad muy importante que uno no piense siempre: acá en casa está esto y aquello, y después entrego a mi hijo, por así decir, allá a la escuela o allá al jardín, sino que notemos: eso somos también nosotros, con nuestras fuerzas de co-configuración. Y el modo en que arrancamos la mañana con los chicos ya es decisivo para cómo llegan al jardín, cómo pueden integrarse al grupo, o también a la escuela.

La ley pedagógica: del miembro superior al chico 00:28:47

La atención plena es un tema grande e importante ya en casa. Y eso atraviesa todas las orientaciones pedagógicas, podría decirse, también todas las orientaciones religiosas. Ese saber de que el modo en que yo me conduzco a mí misma tiene una influencia bien grande sobre mi hijo. Y eso tiene que ver con que existe algo así como una especie de ley pedagógica. Y Rudolf Steiner la formuló diciendo que, según esta ley pedagógica —y uno puede volverse atento a percibir esto—, nosotros los adultos actuamos siempre desde nuestro miembro superior, podría decirse desde nuestra organización superior o miembro constitutivo superior, sobre el que está por debajo en el chico. Y un ejemplo es, por ejemplo: están en el auto camino al supermercado, tiene que ser rápido, y alguien te quita la preferencia, y entonces uno se enoja, y "qué idiota" sale disparado de uno, everyday life, y atrás, en el asiento de atrás, está el chico y capta todo eso.

Así, la organización superior, ese es mi ámbito, mis pensamientos y representaciones, cómo pienso yo cómo es un lindo viaje en auto, en mi mejor representación ideal. Lo que me pasa después, que de algún modo me sale un poco colérico o a veces también histérico, así, a borbotones, eso es lo que uno diría: bueno, ahí me fui bastante fuerte a la emoción. Y lo que notaría en el chico, si miro finamente o si lo midiera, es un susto, como una inhalación. Y puedo medirlo en el pulso, la presión y la frecuencia respiratoria del chico, hasta la fisiología. En el adulto es más arriba, representaciones y sentimiento; en el chico llega hasta la corporalidad.

Y ahí Rudolf Steiner nos anima a que nos pongamos en el llamado camino de autoformación. Y eso se puede hacer de maneras muy diversas. Cada uno o cada una que tiene un hijo va a notar en algún momento: ahí me volví atenta a tal o cual ejercicio, ahí encontré tal o cual poema o un dicho o una imagen meditativa. Conocí orientaciones nuevas, y mi hijo me llevó en algún que otro punto hacia ahí.

Un ejercicio de atención plena en conjunto 00:31:22

Un ámbito que mencioné es la llamada atención plena. Y tendría una pregunta para ustedes: ¿quién de ustedes tiene experiencia con la meditación? Son algunos, no todos. Y los invitaría a que nos tomemos cinco minutos, en los que puedan ponerse bien cómodos, apoyando todo lo que tengan en las manos sobre la falda, o sobre el piso. Yo primero cuento algo, para una pequeña profundización, podría decirse meditativa, sobre cómo uno, por ejemplo a la mañana, antes de ir a la camita de su hijo, o de a ratos durante el día, cuando nota "en realidad ya estoy bastante agotada del día", puede sintonizarse a sí mismo con este tema de la atención plena.

Están invitados a participar, siempre es del todo libre. Si notan que justo ahora no pueden entregarse a eso, pueden también en pensamientos repasar la lista de compras de Navidad. Y después tenemos dos, tres minutos de tiempo en los que estamos en silencio. Y silencio significa que cuando yo digo "bueno, y ahora nos quedamos en silencio", entonces por lo general todos se ponen un poco tensos, porque a uno de golpe le agarra tos, el vecino empieza a moverse. Y eso es parte del ejercicio, porque es normal. Estamos, por así decir, como comunidad ahí, y si notan "ah, justo ahora estoy tan lindo en silencio y ahora el de al lado empieza a hacer ruido", entonces reciben eso simplemente hacia adentro con un gesto acogedor. Ah, así es ahora. No ir a las emociones, sino como pasar por encima acariciando, percibirnos simplemente y dejar ir de nuevo, y volver al propio silencio. No quedarse colgado en ningún lado. Seguido pasa también que le vienen a uno pensamientos como "ay, esta noche tendría que terminar la carta, todavía no tiene estampilla", donde uno nota "esto es ahora un loop de pensamiento que justo no quería". Simplemente percibir un momento, dejar ir suavemente, e intentar entrar de verdad en un silencio. ¿Hay preguntas sobre esto? Bien, bárbaro.

Entonces me siento yo también acá adelante, y hacemos así, unos dos, tres minutos sentidos, en comodidad. Cada uno se fija en estar bien sentado, de modo que puedan estar sentados los próximos minutos sin tener que moverse tanto, y si igual pasa, bueno, es así. Entonces te invito a que puedas cerrar los ojos y, lentamente, con tu atención, ir llegando más y más a vos mismo, y empieces a disfrutar un poco de esta situación de pausa. Sabés que todavía hay muchas otras personas alrededor tuyo en la sala, pero no tenés que ocuparte de nada ahora, sino que podés entrar simplemente un poco en la relajación e inhalar y exhalar unas cuantas veces, y puede ser también una inhalación y exhalación profunda.

Por lo general uno nota que, en el momento en que cierra los ojos, el espacio auditivo empieza a abrirse. Entonces podés estar atento a eso, como si tus orejas se desplegaran un poquito, y ahí uno escucha quizás una tapita, y quizás también un crujido. En la sala de al lado uno escucha quizás una silla que se corre, o el proyector. Notás que tu espacio auditivo es bien, bien grande. No puedo ni decir bien dónde terminás vos. Es muy, muy amplio.

Cuando notes que estuviste con tu percepción bastante en el espacio auditivo, entonces podés, si querés, enfocarte también en la respiración, simplemente en tu inhalar y exhalar, y si querés, podés imaginarte que con cada inhalación recibís paz y relajación dentro tuyo. Y con cada exhalación podés soltar todo lo que de algún modo te tensa o te agobia. Y cada inhalación, paz y relajación, y cada exhalación, soltar todo lo que te tensa o te agobia.

Y después podés mantener los ojos todavía cerrados, pero que tu atención vaya llegando de nuevo más acá a la sala. Podés inhalar y exhalar unas cuantas veces más profundo, sentirte en tu cuerpo, sentir realmente dónde están tus pies, tus piernas, tu cola, tu espalda, tu panza, tus manos y brazos, tu cabeza. Y después podés, a tu ritmo, abrir de nuevo los ojos, llegás de nuevo a la sala, y si querés, podés mirar hacia la derecha y la izquierda y regalarle a la persona de al lado una sonrisa. Conocida o desconocida. Eso. Y con gusto, después de esta pequeña pausa breve, también desperezarse un poco, eso, frotarse los ojos o las mejillas.

Acá estamos de nuevo y en realidad hicimos, bien cortito, juntos, un pequeño viaje por distintos estados de conciencia. No dormimos realmente, pero estuvimos un poco soñando, cada uno para sí, un poco retirados hacia adentro, y ahora nos abrimos de nuevo. Imitamos bien cortito lo que hacemos en un cambio constante, cada día y cada noche, en la alternancia de dormir y estar despiertos: que en nuestra conciencia nos volvemos del todo hacia afuera y del todo hacia adentro.

La balsa matinal hacia el día 00:39:41

Cuando arrancamos así el día, antes de ir a los chicos y despertarlos —y en el mejor de los casos, sin haber mirado antes el celular ni haber tenido ya alguna noticia—, entonces vamos a despertarlos en un clima del todo distinto, quizás con un poco de música de arpa en el pasillo, y abriendo la puerta con cuidado. Algunos chicos gustan de ser tocados, otros gustan de escuchar la voz, y nos hacemos conscientes de que están justo todavía en un mundo del todo distinto, en el sueño. Muchos chicos ya se llevan a la mañana, al despertar, un susto cuando suena el despertador. Eso lo conocemos también en nosotros mismos.

Y esta balsa matinal hacia el día se puede configurar como ritual de pasaje ya de manera muy cálida, y hacer después también la mañana en casa tan linda que el chico note, en la mesa del desayuno servida, en las flores y en la vela, que ahí hay una bienvenida. Ahí un chico chiquito siente a la mañana enseguida: se alegran por mí. Y eso se prolonga después en el jardín y en la escuela, y el tiempo de Adviento se presta maravillosamente para eso. Con este sentimiento: hoy es un día nuevo —muy, muy importante, no importa qué pasó el día anterior de peleas, de discusiones: hoy es un día nuevo, y no importa qué venga, de algún modo lo vamos a lograr. Esa es una consigna que para los chicos es muy importante.

La palabra de Steiner sobre el chico como enigma 00:41:33

Ahora les muestro unas cuantas diapositivas que preparé, si el proyector se regenera lo suficiente. Quizás, mientras el proyector está por participar: hay una cita muy linda de Steiner, que él les da a los maestros y padres para el camino, y que uno puede mover interiormente a la mañana, pero también a lo largo de todo el día. Él dice: quien se acerca al chico con el sentimiento de que este chico ha descendido a ti desde el mundo espiritual, y de que has de resolver tu enigma, de día en día y de hora en hora.

Quien piensa así —el chico ha venido a uno, por así decir, desde el cielo—, ese tiene en su ánimo aquella entrega amorosa al desarrollo del chico que es necesaria para acompañar a este chico a través de todos los posibles imponderables en el camino de la vida. Es decir, ese tiene en su ánimo la actitud interior que uno necesita para acompañar al chico en su camino de vida a través de todos los posibles imponderables —o sea, incalculabilidades, cosas no mensurables. Significa entonces que yo le concedo también al chico ese distrito secreto, que quiero desentrañar con cuidado. Un distrito secreto así —ahí uno no arranca el velo de un tirón, sino que tiene una prudencia tal que a veces uno también dice: no sé en absoluto qué enigma cargás en realidad con vos, pero quiero intentar descubrirlo, bien prudentemente, junto con vos.

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Glossar

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