Die Bedeutung der Himmelfahrt Christi für die Erde und die Menschen der Gegenwart - ein Vortrag von Marcel Waldhausen, 2026

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Marcel Waldhausen am 21. Mai 2026 in der Christengemeinschaft Köln-Ost zum Thema Die Osterereignisse im Hinblick auf die Entwicklung von Erde und Mensch. Hier klicken um zum Video zu gelangen

Transkription vom 21. Mai 2026

+++ dieser Text ist automatisch transkribiert und bedarf der Überarbeitung. Willst du MitTun? +++

Einleitung: Gründonnerstag, Ostern und die verwandelte Natur 00:00:21

Ein wunderschönen guten Abend. Als wir das letzte Mal hier waren, haben wir uns ja am Gründonnerstag getroffen. Und wir können uns erinnern an diese eigenartige Stimmung oder diese erwartungsvolle Stimmung auf das Karfreitagsgeschehen, auf das Ostergeschehen. Es war noch ein bisschen diesig, es hat so leicht geregnet den ganzen Abend. Und wenn wir noch mal so zurückgehen, wie das war, und dann kam Ostern.

Und ich kann Ihnen als persönliche Bemerkung sagen, am Karfreitagmorgen um drei Uhr morgens bin ich mit Halsschmerzen aufgewacht, ich habe eine ganze Woche gebraucht. Also es war wirklich sehr intensiv, für mich auch, das zu erleben, wie es war. Und das finde ich dieses Jahr besonders eindrücklich, dass man eigentlich in diesen Jahresfesten so ganz im Erleben sein kann. Ich erlebe das in der Intensität tatsächlich zum ersten Mal so bewusst. Und das finde ich sehr beeindruckend.

Und im Zusammenklang mit dieser Trilogie, die wir hier zusammen machen dürfen, ist es irgendwie, man muss dann immer so ein bisschen gucken, dass man das Alltagsgeschäft auch noch bewältigt bekommt.

Wenn wir uns zurück erinnern an diesen Gründonnerstag und diese Osterzeit und uns erinnern, wie war es da in der Natur – da hat es gerade so angefangen. Wir haben uns alle gefreut, es war jetzt grün und so die ersten Pflanzen kamen so raus. Und was ja beeindruckend ist im Frühling ist, dass man auf einmal in der Landschaft sieht, wie viele einzelne Pflanzen es eigentlich in so einem Wald gibt. Weil jede doch ein bisschen anders gefärbt ist, früher oder später belaubt und so weiter.

Und wenn wir das vergleichen mit dem, in dem wir heute gekommen sind, ganz anders. Die Natur ist so in völliger Entfaltung. Dieses Einzelne, dass jeder Busch und jeder Baum unterschiedlich grün ist, das können wir noch so ganz leicht wahrnehmen. Aber eigentlich kommen wir schon fast in diese Homogenität des Grüns, was wir im Sommer dann einfach haben. Aber jetzt haben wir Blumen, Blüten, die Bauern ernten die ersten Kartoffeln. Ach, jetzt ist so eine richtig schöne Zeit. Und wenn jetzt das Wetter, die sind jetzt alle am Futtermachen, am Boden bearbeiten, alles, was da draußen jetzt geschehen muss. Also wie anders ist eigentlich diese Stimmung.

Wenn wir jetzt diese 40 Tage – wir sind ja jetzt nicht genau auf dem Datum, aber bis zur Himmelfahrt – wie hat sich das fundamental verwandelt, aus so einem zarten zu einem jetzt so ganz Ausgebreitet-Sein.

Der Mensch als Schöpfer von Pflanzen- und Tierreich 00:03:25

Und es gibt eine ganz bemerkenswerte Beschreibung Rudolf Steiners, wo er beschreibt, wie der Mensch in drei Schritten die Pflanzen und die Tierwelt aus sich selbst heraus setzt. Das erste Mal macht der Mensch das – wir überblicken sehr, sehr lange Zeiträume –, zum ersten Mal macht der Mensch das, setzt Tiere und Pflanzen aus sich heraus und legt damit die Grundlage für sein Wollen. Das ist das erste, was der Mensch anlegt. Von diesen Pflanzen und Tieren finden wir keine Spuren mehr auf der Erde. Das alles vergeht und es kommt in einem zweiten Aus-sich-Heraus-Setzen, wieder das gleiche, der Mensch setzt Pflanzen und Tiere aus der eigenen Entwicklung heraus und entwickelt die Grundlage des Fühlens. Auch von diesen Pflanzen und Tieren gibt es keine Funde. Wieder vergeht es, wieder entsteht es, und beim dritten Mal setzt der Mensch wieder aus sich heraus das Pflanzenreich und die Tierwelt und legt damit die Grundlage seines Denkens an. Und von diesen Tieren und Pflanzen finden wir Spuren heute.

Also dann ist es schon so weit, dass wir da Funde haben. Es ist doch unfassbar eigentlich, dass wir unsere Lebensgrundlage aus uns selber geschaffen haben. Und wenn man sich das mal so richtig vorstellt, dann erwächst daraus eigentlich eine Verantwortung, die wir haben für diese unsere Mitwelt. Denn es ist ja ein Teil von uns, der da herausgesetzt worden ist.

Und der Mensch lebt am Anfang von dieser Natur, indem er eigentlich herumzieht und als Jäger und Sammler sein Dasein fristet. Und er findet alles das, was er braucht in der Natur, er kann es einfach entnehmen. Und die Menge, die er entnimmt, ist wie die normale Remontierungsrate des Natürlichen, könnte man sagen. Also es ist eigentlich kein Eingriff da des Menschen in die Natur selbst. Sondern er jagt und er nimmt Beeren, Wurzeln, was auch immer essbar ist. Und das wird aber in der Fülle ohne Probleme nachgeliefert. So geht es ja eine sehr, sehr lange Zeit. Und es geht tatsächlich bis in unsere heutige Zeit. Es gibt immer noch Menschen, die so leben, als Jäger und Sammler.

Der nächste Schritt, den die Menschheit dann vollzieht, im Hinblick auf das, was wir heute haben, ist, dass er anfängt, Tiere zu domestizieren und ein Hirte wird. Und er nutzt die Wolle, die Milch, das Fleisch, die Häute, die Knochen, alles das. Und es ist noch keine Sesshaftigkeit in diesem Sinn. Also man lagert mal eine Zeit an einer Stelle. Aber eigentlich zieht man mit seinen Tieren in einer bestimmten Umgebung herum. Und auch die Tiere entnehmen der Natur das, was da wächst. Es wird jetzt kein Grünland angelegt, so wie wir das heute hätten. Also es ist immer noch die Natur mit den Menschen zusammen in Harmonie, möchte man vielleicht sagen.

Die Wandlung von Naturpflanze zur Kulturpflanze 00:07:36

Und wenn sich dann der dritte Schritt vollzieht, also wenn der Mensch beginnt, Kulturpflanzen zu entwickeln, das ist etwas, was fundamental alles ändert. Das ist ein Schritt, den die Menschheit vollzieht, die alles ändert. Und lassen Sie uns einen kleinen Moment mal dort verweilen in diesem Moment und hineinschauen, was da geschieht.

Damit aus einer Naturpflanze, also einem Gras, ein Getreide werden kann, muss der Mensch eine Leistung vollbringen, die so unfassbar groß ist, denn es ist nicht möglich, das zu züchten. Also man kann jetzt nicht sagen, ich vermehr hier mal dieses Gräslein. Also stellen Sie sich auch das Momentum vor, die sind Jäger und Sammler, die sind vielleicht Hirten, und jetzt kommen die des Zufalls wegen einem besonders schön ausgebildeten Gras vorbei und sagen, nee Mensch, das nehmen wir jetzt und dann machen wir mal ein Getreide daraus. Das passt gar nicht, merken Sie, das kann gar nicht gehen. Die Zeiträume hätten es nicht hergegeben, die Art des Lebens nicht. Also es muss etwas passieren, was über das Züchten hinausgeht.

Und was da geschieht ist, dass die Menschen die Getreide wandeln aus Naturpflanzen. Aus einem Gras wird ein Getreide gewandelt. Und das ist ein ganz anderer Vorgang als ein züchterischer Vorgang. Und es ist nicht der Mensch mit seinem Ich, der das tut, weil bis zum Mysterium von Golgatha hat der Mensch das eigene Ich gar nicht so in der Entwicklung, sondern es sind hohe geistige Wesen, die hindurch wirken durch die Menschen. Engelwesen, die das tun, oder auch geistige Lehrer der Menschen, die verkörpert sind. Und mit dieser Hilfe gelingt es, dass man aus einem Gras ein Getreide werden lässt.

Wenn Sie sich ein Gras mal vor das innere Auge holen und daneben ein Getreide stellen, dann ist das die gleiche Familie, aber es ist doch etwas ganz anderes. Also allein die Dicke des Halms, die Länge der Halme und natürlich die Ähre. Also wenn man Grassamen, diese ganz feinen, wie kleine Stöckchen aussehenden Grassamen nimmt und dann ein Getreidekorn, was ja viel, viel größer und mächtiger ist als ein Grassamen. Da sieht man, da ist ein unfassbarer Vorgang geschehen, damit das gelingen konnte. Also das geht nur im Einklang mit den kosmischen Wirkungen sozusagen, mit dem Götterwirken zusammen.

Und man kann sich das gut vergegenwärtigen, was da geschehen ist, wenn wir Gras und Getreide im landwirtschaftlichen Zusammenhang anschauen. Sehen Sie, wenn man von einem Gras, von einer Grünlandfläche ein Heu macht, dann kann man mit den Grashalmen seine Tiere füttern und die werden satt. Wenn ich das Stroh nehme, mit dem das Getreide sozusagen reif geworden ist und füttere dies, so langt das nicht. Man kann ein Haferstroh zufüttern, man kann in wirklich absoluten Notlagen mal sich mit Stroh irgendwie über die Runden schaffen, aber satt werden die Tiere davon nicht. Es ist aber doch ein viel dickerer Halm, es ist doch viel mehr Quantität. Aber die Nährhaftigkeit, die Nahrungsqualität sozusagen, ist aus dem Halm gewandert in diese Ähre. Die ist nicht mehr im Halm beim Stroh.

Sehen Sie, und da kann man wirklich mal ins Spüren kommen, dass da ein großes Werk vollbracht worden ist.

Kain und Abel: Ackerbau als Kulturtat 00:11:55

Und wenn die Menschen anfangen, Ackerbau zu machen, ist es etwas, wo sie alles ändern müssen. Denn jetzt greift der Mensch in die Natur ein. Jetzt bricht der Mensch den Boden auf. Und wissen Sie, die Kräfte, die man braucht, um den Boden umzubrechen, das sind Willenskräfte. Und das ist nach wie vor so. Wenn Sie sich den Bauern vorstellen, wie der hinter dem Pflug ging seinerzeit, so musste der wirklich den in die Erde. Heute macht der Schlepper das für uns, aber die Kraft, die du brauchst, um das zu machen, ist Willenskraft. Und das kann ich aus meinem eigenen beruflichen Tun berichten, dass man das braucht. Es ist ein Angang, ein Feld umzubrechen. Da muss man sich wirklich bewusst dazu entscheiden. Das passiert nicht von selber und das geht auch nicht mit der Natur so zusammen. Sondern da schafft der Mensch eine Kulturtat. Und indem der Mensch den Ackerbau beginnt, beginnt er eigentlich eine Kultur.

Kulturpflanzen, Kulturtiere und so weiter. Denn eine Kulturpflanze, ein Kulturtier und ein Kulturmensch braucht ein ganz bestimmtes Milieu, in dem er sein Dasein fristen kann. Bei der Pflanze kann man das am einfachsten sehen. Eine Naturpflanze, sagen wir ein Unkraut, was wir Unkraut nennen, also ein Beikraut, das wächst immer. Es ist dem ganz egal, ob das nass ist, ob das trocken ist. Solange das irgendwie eine Möglichkeit hat, schaffen die das in der kleinsten Ritze auf irgendeinem Fels. Da würde ihnen niemals eine Möhre wachsen können. Das geht überhaupt gar nicht. Also die Kulturpflanzen, aus denen wir unsere Nahrung schöpfen, die müssen in ein ganz bestimmtes Milieu hinein. Wir müssen dieses Milieu einrichten. Das macht die Natur nicht. Die Natur lässt vergehen, aber die lässt nicht einen Acker mit Möhren wachsen. Das muss der Mensch machen. Das Wachstum selber, das haben wir dann nicht mehr in der Hand. Aber alles hinbringen dazu, dass es möglich ist, das ist unsere Aufgabe.

Und im Alten Testament ist ja dieser Moment festgehalten für die Menschheit. Und das sehen wir in diesem Bild des Kain und des Abel. Sehen Sie, der Abel, der ist Hirte. Der lebt mit seinen Herden, der lebt im Reproduktiven, in den Mondenkräften, Lamm auf Lamm, sein Dasein, wunderbar.

Und die Gottheit, die vor dem Christus da war, das war der Jahweh-Gott und das war ein Monden-Elohim. Der hat natürlich alle diese reproduktiven Kräfte, das war seins, seine Welt. Und jetzt bringen diese beiden Menschen stellvertretend ihre Opfer da. Und der Abel ist ein Hirte, der lebt eben in diesen Monden-Rhythmen. Er bringt sein Opfer dar und die Gottheit nimmt das Opfer gefällig an.

Der Kain, der ist Ackerbauer, der bricht die Erde um. Der hat diese Willenskräfte des Neuen, des Chaotisierenden und dann Kultivierenden. Das ist wie ein Vorbote dessen, was mit dem Christus auf die Erde kommt. Die Erde wird geöffnet, es kommt Sonne, Licht, Wärme, Luft in den Boden. Und er bringt als Opfergaben seine Feldfrüchte dar. Und die Mondengottheit weist das zurück, weil das passt einfach nicht. Und der Kain ist eben ein Willenstyp und der ist wohl auch ein bisschen cholerisch. Und dann ergrimmt er darüber so sehr, dass er seinen Menschenbruder erschlägt.

Aber welch ein Bild, oder? Diesen Moment festzuhalten, in dem man sieht, ab jetzt ist etwas Neues in der Welt. Und die Kains Söhne, das sind die, die die Kultur in der Welt entwickeln, die die Bauten schaffen, die all diese Dinge tun. Und dann entwickelt sich die menschheitliche Kultur, wie wir das eben heute kennen – urindisch, urpersisch, ägyptisch, babylonisch –, und dann kommt der Übergang zum griechisch-lateinischen Kulturzeitraum. Da ist es, wo der Christus auf die Erde kommt.

Das Mysterium von Golgatha: Notwendigkeit und Liebestat 00:16:32

Und wir haben beim letzten Mal gesehen, der Mensch muss sich eben aus einem Ganz-Darin-Sein in der geistigen Welt heraus entwickeln, indem er alles verliert, indem er den Zugang absolut aufgeben muss, um in Freiheit ihn wiederfinden zu können.

Es gibt die großen Aufgaben für den Menschen auf der Erde. Das eine ist, die Freiheit zu entwickeln. Das andere ist, das Ich zu entwickeln. Die Liebe und die Vergeistigung des Mineralreichs. Das dauert den ganzen Erdenzeitraum, also wir sind da mittendrin.

Damit der Mensch das kann, eben in Freiheit sein Ich entwickeln, in Freiheit die Liebe entwickeln, dazu muss er sich herausemanzipieren aus den geistigen Zusammenhängen. Sonst wäre er eben wie ein weiteres Wesen der geistigen Welt, das seine Aufgaben vollzieht, aber nicht selber etwas entscheiden könnte.

Es geht wieder über lange, lange Zeiträume – aus dem goldenen Zeitalter, silbernes Zeitalter, eisernes, und schließlich im dunklen Zeitalter – verliert der Mensch endgültig diesen Zusammenhang. Und das beginnt im Übergang der urpersischen zur ägyptisch-babylonischen Zeit und der tiefste Punkt ist eben im griechisch-lateinischen Zeitraum, wenn der Christus auf die Erde kommt.

Und es ist eine unglaublich große Liebestat, die der Christus vollzieht, indem er auf die Erde kommt. Denn die Menschheit und die Erde sind an einen Endpunkt der Entwicklung gekommen in der damaligen Zeit. Der Mensch hat den Zusammenhang verloren mit der geistigen Welt und das Erdendasein ist für ihn eigentlich nur noch Leid. Und er hat seine Ewigkeit als Seele vergessen. Der Tod ist für ihn das Ende allen Seins. Und die Widersachermächte haben sich bemächtigt seiner Leiber, indem sie im Ätherleib des Menschen eingezogen sind und dafür gesorgt haben, dass er diese Sachen alle verloren hat. Also geholfen haben kann man eigentlich auch nicht.

Und für die Erde ist es auch so, die Erde ist wie erstorben, wie erkaltet. Es geht eigentlich keine Entwicklung mehr weiter. Wäre dieser Einfluss nicht gekommen, so hätte das Menschendasein auf der Erde aufgehört. Es hätten sich keine Menschen mehr verkörpern können. Und die Ich-Entwicklung des Menschen, die ist unmittelbar mit der Inkarnation verbunden. Ohne diese Inkarnation kann die Ich-Entwicklung nicht stattfinden. Es braucht das dafür. Das heißt, es war für die Menschheitsentwicklung von größter Wichtigkeit, dass es diesen erneuernden Impuls des Christuswesens geben konnte.

Und wir haben beim letzten Mal gesehen, es ist eine lange, lange Vorbereitungszeit bis das geht. Der Christus, der auf die Erde kommt, besteht eigentlich aus einer Dreiheit von Wesenheiten. Wir haben den Logos, also das Wort, aus dem alles geworden ist. Dieses hätte sich nicht in einem menschlichen Leib verkörpern können. Es brauchte dafür eine Hülle. Die Hülle war der hohe Sonnengeist Christus, so wird er genannt in der Geisteswissenschaft. Das geht über lange Zeiträume, immer wieder verbinden die sich, lösen sich und so weiter. Und zuletzt, damit es wirklich in einen Menschen sich hineinverkörpern kann, braucht es noch eine weitere Hülle und das ist der Erzengel Christus. Das ist der Führer der Sonnenerzengel. Der ist hierarchisch so nah am Menschen dran, dass das kompatibel ist.

Und jetzt wird ja ein Leib vorbereitet, eine Seele vorbereitet, über lange Zeit. Der Jesus von Nazareth wächst heran und bei der Jordantaufe beginnt das Christuswesen sich in den Leib, anstelle des Ichs, zu verkörpern. Und es braucht die drei eindrittel Jahre, damit das vollzogen werden kann.

Das letzte Abendmahl, Karfreitag und die Kommunion der Erde 00:21:13

Und wenn nun das Ostergeschehen herankommt, dann gibt es ja eben am Gründonnerstag diese Begebenheiten, die uns jetzt auf die Himmelfahrt anfangen hinzuführen und auf das Pfingstereignis.

Die Jünger erhalten beim letzten Abendmahl das erste Mal die Kommunion. Das heißt, sie kommunieren Leib und Blut des Herrn. Wie eine Vorbereitung, kann man eigentlich sagen, auf das Kommende. Das gleiche gilt für die Erde auch.

Denn als das Kreuz aufgerichtet wird auf dem Golgatha-Hügel, ist der Jesus ja schon verwundet und Blut fließt aus diversen Wunden. Und wenn er gestorben ist, sticht ihn der Longinus mit der Lanze in die Seite und es laufen Blut und Wasser aus dieser Wunde und werden von der Erde aufgenommen. Da kommuniert die Erde das Blut des Christus.

Und dann wird der Leib abgenommen, wird einbalsamiert und ins Grab gelegt. Und dadurch, dass ein so hohes Geistwesen diesem physischen Erdenleib innegewohnt hat, ist dieser ganz verwandelt worden, ganz durchgeistigt worden. Und somit vergeht er in kürzester Zeit. In der Bibel heißt es, die Erde tat sich auf, ein Spalt, und dieser Leib wurde aufgenommen. Das heißt, vom Karfreitagabend bis zum Ostermorgen ist der Leib vergangen. So schnell ging das da.

Und damit hat die Erde kommuniert das Blut und den Leib des Christus, Jesus in diesem Fall.

Und der Christus hat etwas getan, indem er in diesem Leib des Jesus wohnte, was für alle von uns von Bedeutung ist. Er hat nämlich repariert, kann man sagen, den Ätherleib des Jesus. Das, was nicht mehr möglich war, was keine weitere Entwicklung mehr zugelassen hatte, das hat er nicht nur instand gesetzt, sondern er hat es erhöht, er hat es verklärt. Und damit ist den Ätherleibern oder dem einen Ätherleib etwas gegeben worden, was ein zukünftiges ist, was für uns alle Menschen von Bedeutung ist.

Und was intakt geblieben ist bei dem Jesus, ist der Phantomleib. Das ist auch so ein ganz spannender Geistleib, der nämlich die physischen Substanzen unseres Körpers zusammenhält. Normalerweise löst sich das alles auf nach dem Tod, aber in diesem Fall bleibt es bestehen. Und jetzt geht der Christus durch das Reich des Todes und ringt mit Ahriman um diese Sphäre, er geht siegreich aus diesem Kampf hervor, und seitdem sehen wir, wenn wir über die Schwelle gehen, den Christus und nicht mehr den Ahriman.

Die Erscheinungen nach der Auferstehung: Entwicklung des Phantomleibs 00:23:23

Und jetzt kommt eigentlich der Auferstehungsmoment am Ostersonntagmorgen und fortlaufend, dass er nämlich diesen Phantomleib und diesen Ätherleib nutzen kann, um damit vor die Jünger zu treten.

Und das ist auch eine Entwicklung, denn alles ist in diesem Zusammenhang eine Entwicklung. Wenn wir uns die Jünger anschauen, dann können wir den Petrus mal herausgreifen, da kann man das richtig gut studieren. Also der Petrus ist einer von den fortgeschrittenen Jüngern und er nimmt ihn mit zwei anderen mit in den Garten Gethsemane, in der Hoffnung, dass sie bewusst mit ihm diesen Hingang aufs Kreuzigen gehen würden. Und er sagt, wartet hier, wachet, und er geht hin und betet. Und er kommt zurück und sie sind eingeschlafen. Und das macht er noch zweimal, also sie machen das dreimal und dreimal schlafen die ein. Und dann weiß er, er ist alleine, er muss alleine in diesen Kreuzigungsgang, denn es gibt keinen Menschen, den er auf der Entwicklung so weit hat bringen können.

Und dieses Momentum sorgt dafür, dass diese Dreiheit, die sich da inkarniert hat, wieder beginnt, sich leise zu lösen. Dadurch können die den überhaupt erkennen. Es ist immer noch der Bruderkuss des Judas notwendig, aber vorher war der immer geschützt. Die konnten den in der Schar der Jünger nicht ausmachen, die Häscher sozusagen.

Und dann sitzen sie beim letzten Abendmahl und er sagt zu Petrus, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er sagt, nein Herr, ich liebe dich, und es passiert mir nicht. Aber es kommt genau so. Und er wird erkannt, du gehörst doch auch zu der Schar. Nein, ich kenne ihn nicht. Und er macht das dreimal. Und dann kräht der Hahn und es ist wie so ein Moment des Entrücktseins, in dem die da leben. Und indem der Hahn kräht, kommt er zu Bewusstsein und weint. Also es löst sich da etwas.

Das heißt, wir sehen, es ist alles so eine Entwicklung, die sich vollzieht. Die Jünger entwickeln sich, der Jesus muss sich entwickeln, der Christus entwickelt sich. Alles ist in Entwicklung. Und so ist auch dieses Nutzen des Ätherleibes und des Phantomleibes ein sich Entwickeln.

Am Anfang ist das ganz zart. Der geht durch die geschlossene Tür und taucht zwischen ihnen auf. Und die Jünger haben ja eine alte Hellsicht. Sie sind eingeweiht und sie haben die alte Hellsicht noch. Und sie sehen ihn. Und der Thomas ist nicht dabei. Und der sagt, das glaube ich nicht. Ich glaube das erst, wenn ich meine Finger in die Wundenmale des Herrn legen kann.

Er taucht am Ufer auf. Und dann taucht er wieder auf. Sie sind wieder beisammen, er kommt durch die geschlossene Tür, der Thomas ist auch da. Und jetzt hat sich das so weit schon verdichtet, er hat so viel Kontrolle darüber erhalten, dass er das bis in eine Physis verdichten kann, sodass der Thomas die Finger da reinlegen kann. Sagt er, jetzt glaube ich, dass du auferstanden bist.

Und das macht der Christus, kann der immer machen. Und das kann der auch uns angedeihen lassen.

Eine persönliche Begegnung: Hilfe bei einer Lebensentscheidung 00:28:07

Und ich möchte Ihnen einmal schildern, wie sich das anfühlt. Ich wage das jetzt einfach mal, damit das mal konkret wird.

Als ich ein junger Mensch war, habe ich mich mit der Frage beschäftigt, möchte ich denn Landwirtschaft machen? Oder mache ich was anderes und lerne das so dabei? Also gehe ich so einen geraden Weg in die Landwirtschaft hinein, oder mache ich was anderes und lerne das so on the run? Und mit meiner damaligen Freundin haben wir in Stuttgart gewohnt, und wir gehen die Straße entlang, vertieft in dieser Diskussion. Also wollen wir jetzt direkt eine Lehre machen oder gehen wir auf den Hof und machen was anderes und lernen das dabei?

Und in dieser Diskussion, auf der Straße, Stuttgart auswärts, wir gehen da so her, kommt plötzlich eine Frau von vorne und sagt, ja, können Sie mir den Weg weisen zu so einem Kulturzentrum? Also, hier war die Straße, auf der wir gingen, hier war der Häuserblock und innerhalb dieses Blocks war dieses Kulturzentrum. Ja, kein Problem, Sie können jetzt da durchgehen und das wäre dann so zweimal rechts, dreimal links und Du hättest Dich super verlaufen können.

Ich denke mir, nee, gehen Sie doch einfach die große Straße runter, dann links und dann kommt es auf der linken Seite. Vielen Dank, gerne. Und wir gehen weiter, ich mache wirklich zwei Schritte. Ich denke mir so, komische Begegnung, komisches Moment. Und ich drehe mich um und die Frau ist weg. Und es gab nichts, wo die hätte rein verschwinden können. Es gab nichts. Und ich war wirklich so, wow, also unfassbar.

Aber ich war ja jung, ich hatte das noch gar nicht verstehen können. Und Jahre später lese ich das bei Rudolf Steiner, dass das genau das Merkmal ist. Dass wir plötzlich verschwinden dann. Und sehen Sie, sie hat nicht gesagt, geht den direkten Weg, sondern sie hat eigentlich wieder ein Bild, ein Gleichnis genutzt. Weil, ja, wenn Du da irgendwo durch den Häuserblock gehst, Du wirst Dich unter Umständen verlieren und von diesem Weg abkommen, wo Du eigentlich hin willst. Aber wenn Du den geraden Weg gehst – und dann war die Entscheidung da, oder?

Also er kommt und er hilft bei banalen Fragen, könnte man ja sagen. Aber das sind ja für mich gar keine banalen Fragen gewesen. Unfassbare Gnade.

Die Himmelfahrt: Eine Mahnung und ein Geheimnis 00:30:38

Kehren wir zurück in diesen Moment, wo Sie jetzt wirklich realisieren, der Herr ist auferstanden. Er ist da. Und Sie fühlen sich jetzt wie im Himmelreich auf Erden. Kann man sich ja vorstellen. Er ist wirklich auferstanden und er lehrt uns und wir können jetzt hier herumziehen. Und das machen die 40 Tage lang. Und leben eigentlich in diesem Bewusstsein, in dieser Freude.

Und jetzt kommt die Himmelfahrt heran. Und er wird vor ihren Augen in den Himmel erhoben. In die Wolken und verschwindet für ihre Wahrnehmung. Die können den nicht mehr sehen. Und er kommt jetzt auch nicht plötzlich wieder zurück oder so, sondern der ist dann weg. Also was für ein Moment für diese Menschen, oder? Also was für eine, boah.

Und ich habe das viele Jahre nicht verstanden. Weil wir hören ja sonst in der Anthroposophie oft, dass der Christus sich mit der Erde verbindet. In die Erde einzieht und das sein Leib wird. Und ich habe diese Gegenbewegung, das konnte ich nicht verstehen. Also der wird aufgehoben in den Himmel und gleichzeitig in die Erde hinein. Also wer, wie und wie genau.

Und diese Himmelfahrt ist eigentlich etwas sehr, sehr Besonderes. Denn sie zeigt ganz viele Seiten und wir betrachten es von verschiedenen Facetten. Er wird in die Wolken aufgehoben und das ist eigentlich wie eine Mahnung an die Menschen. Denn dass der Christus auf die Erde zu den Menschen gekommen ist, das hat er für alle Menschen getan. Und das ist völlig irrelevant, welcher Religion ich angehöre oder ob ich einer Religion angehöre, das ist ganz egal. Das hat er getan, damit die physischen und die ätherischen Leiber der Menschen wieder so weich, lebendig und zukunftsfähig sind, dass es weitere Inkarnationen geben kann. Und deswegen ist die Religion überhaupt gar nicht von Bedeutung und die einzelne Inkarnation auch gar nicht.

Und dieses Himmelfahrtsbild ist wie eine Mahnung, denn das wäre geschehen, wenn der Christus nicht gekommen wäre. Die physischen Leiber wären nicht mehr in der Lage gewesen, ein Seelen- und ein Geistwesen aufzunehmen. Und die Ätherleiber, die streben der Sonne zu, also wo der Christus vorher seinen Wohnsitz hatte. Und die wären alle aufgestrebt und dann wäre es gar nicht mehr möglich gewesen, sich zu verkörpern.

Und dieses Bild sehen wir immer nach dem Schwellenübertritt. Alle Menschen sehen dieses Himmelfahrtsbild. Und er hat es getan für die Menschen, ihre physischen Leiber und die ätherischen Leiber, weil darüber haben wir am wenigsten Kontrolle. Das hat er für uns alle getan. Für unser Ich und unseren Astralleib, also unseren Seelenleib, da müssen wir das alle selber tun. Das ist unsere Aufgabe, dass wir uns mit dem Christus verbinden. Dann, wenn wir das im Tagesbewusstsein tun, kann er des Nachts auf diese Leiber wirken. Und wenn man ein Leben führt, wo man sich mit dem Christusimpuls verbindet, dann ist es keine Mahnung, sondern dann ist es eine Freude, das Himmelfahrtsbild zu sehen. Es ist eine Mahnung für diejenigen Seelen, die das eben noch nicht gemacht haben. Dass es dann in einem nächsten Leben vielleicht ein anzustrebendes Ziel ist.

Also das ist ein Aspekt dessen.

Das andere ist, dass die Jünger ja ein altes Hellsehen haben. Und das müssen sie auch verlieren. Die Menschheit muss das verlieren, damit sie den Christus wirklich in Freiheit erkennen kann. Und dieses Himmelfahrtsbild ist dieser Moment, wo eigentlich gezeigt wird, dass die Menschen ihn nicht mehr mit dieser alten Hellsicht schauen können. Das ist es nicht mehr. Wir brauchen neue Zugänge dazu.

Und gleichzeitig ist es der Moment, wo der Erzengel Christus in die Erdenmitte einzieht. Und die beiden höheren Leiber sozusagen himmelwärts streben. Also der hohe Sonnengeist und der Logos streben wieder auf. Sie bleiben verbunden miteinander, es trennt sich nicht, aber es ist auch keine Einheit mehr, wie das eben in diesem Jesusleib für die drei eindrittel Jahre ist.

Und auf einmal kann man das irgendwie haptisch so ein bisschen greifbar machen, was eigentlich in der Himmelfahrt geschieht.

Nach Golgatha: Die Individualität des Menschen und der Erde 00:35:55

Das Bedeutsame für den Menschen ist ja, dass nach dem Mysterium von Golgatha die eigentliche Ich-Entwicklung, die Entwicklung der menschlichen Individualität beginnt. Rudolf Steiner beschreibt das sogar so, dass er sagt, bis zum Mysterium von Golgatha ist alles Schöpfung des Vatergottes. Nach dem Mysterium von Golgatha wandelt sich die Schöpferkraft und es wird die Schöpferkraft des Christus.

Und wenn wir jetzt nochmal die Entwicklung von Mensch und Erde gleichermaßen betrachten, dann wird es auch ein Schuh draus, denn Mensch und Erde entwickeln sich in einer gewissen Synchronizität. Es beginnt auf dem alten Saturn, da legen hohe Geistwesen aus sich heraus den Keim für das Menschenwesen, für den physischen Leib. Es ist Wärme, nur Wärme, keine Körperlichkeit oder so. Da wird die Grundlage für unser Haupt gelegt, das ist das älteste Teil am Menschen, das menschliche Haupt.

Und Mensch und Erde sind eins, also die Wärmeleiber des Menschen konstituieren die Erde. Und nun ist die Entwicklung in einer Gleichmäßigkeit. Der Mensch entwickelt auf den nächsten Zuständen den ätherischen Leib, den Astralleib und auf der Erde das Ich. Und er bekommt den Rest des Leibes dazu. Das heißt, unsere ganzen Gliedmaßen und so weiter, das ist viel jünger als unser Haupt.

Und im Menschen ist es so, dass das Haupt schon über den Entwicklungsschritt des Mehrwerden, Größerwerden hinaus ist. Es ist schon wieder auf dem absterbenden Grad. Und für die Erde gilt das Gleiche. Sie war in ihrem Zenit in der alten Atlantis, jetzt ist sie in einem Absterbeprozess.

Das heißt, mit dem Mysterium von Golgatha wird etwas angelegt, was sozusagen weit in die Zukunft weist. Und das, was wir jetzt haben, sind eigentlich Sterbeprozesse, die wir begleiten. Und wenn eben jetzt eine Individualität für den Menschen möglich wird, wird auch eine Individualität für die Erde möglich.

Inkarnation und Exkarnation: Der Entwicklungsgang des Menschen 00:38:45

Und jetzt kommen wir in wirklich ganz, ganz spannende Fahrwasser. Also der Mensch muss sein Ich entwickeln, seine Freiheit, die Liebe lernen. Und das geht so, dass er sich ja inkarniert und exkarniert. Das ist der Entwicklungsgang des Menschen.

Schauen wir den verkörperten Menschen an, so hat er einen physischen Leib, einen ätherischen Leib, einen Astralleib, einen Seelenleib und ein Ich. Und in der geistigen Welt verbleiben drei höhere Wesensglieder, die wir in der Zukunft entwickeln werden, als Höherentwicklung des physischen, ätherischen und astralen Leibes. Die bleiben da, die gehören zu uns. So kann man den Menschen ganz grundsätzlich erstmal als Siebenheit betrachten. Das Ich ist der Dreh- und Angelpunkt dessen.

Wenn wir uns anschicken, uns zu verkörpern, dann kommen wir durch die Planetensphäre, nehmen Sachen mit, nehmen Impulse mit, verweilen eine gewisse Dauer an einer Stelle, um im nächsten Leben bestimmte Fähigkeiten zu haben. Und dann kommt das Momentum, wo wir uns verabreden mit den Schicksalsmächten und den ganzen anderen Seelen, mit denen wir uns verkörpern werden, was in dieser Inkarnation passieren wird. Und wenn wir jetzt verkörpert sind, dann vergessen wir das. Wir vergessen das alles. Und das muss genau so sein. Weil wenn wir es wüssten, würden wir wahrscheinlich nicht den Bus zu der Scheunenfete nehmen, wo wir die Frau unseres Lebens treffen mit Hof und drei Kindern und 100 Kühen. Wissen Sie, da würde man vielleicht an dem Abend doch lieber zu Hause bleiben.

Und das dürfen wir nicht, wir müssen ja in der Freiheit leben und es einfach machen, was da auf uns zukommt. Und jetzt haben wir diese ganzen Verabredungen gemacht und wir haben ja die Freiheit, wir können ja auch immer sagen, ich mache das nicht, ich gehe nicht zu der Fete. Wissen Sie, und dann müssen die Schicksalsmächte wieder loslegen und die anderen Seelen und gucken, wie kriegen wir das irgendwann wieder hin, dass die sich dann doch treffen, weil es ist wichtig. Ich liebe Schicksalsmächte, das ist einfach das Allerspannendste. Das ist jeder Quantencomputer, das ist ein Witz. Also was da zusammenhängt.

So, aber unsere höheren Wesensglieder, die wissen ganz genau Bescheid darüber, wo wir herkommen durch alle Verkörperungen und was das Ziel ist jetzt. Und wenn wir Nacht schlafen, verbinden wir uns mit diesem Teil unseres Seins. Das heißt, diese mal über eine große Entscheidung schlafen, das ist überhaupt gar keine Trivialität, sondern das ist eine Realität. Wir gucken, stimmt das mit unserem karmischen Gang denn jetzt.

Der landwirtschaftliche Kurs: Die Emanzipation des Menschen von den kosmischen Rhythmen 00:41:37

Und wissen Sie, im landwirtschaftlichen Kurs, da sagt Rudolf Steiner etwas sehr Interessantes im ersten Vortrag, da sagt er nämlich, der Mensch hat sich ganz emanzipiert von den kosmischen Rhythmen. Also was da damals angefangen hat mit Kulturschaffen, aus dem Naturzusammenhang herauszutreten und Kultur zu beginnen, das führt ja weit.

Wissen Sie, ein Schwein, ein Hausschwein, wenn Sie das vergleichen mit einem Wildschwein, dann hat sich alles verändert an diesem Schwein. Allein der Kieferknochen eines Wildschweins ist viel länger als der eines Hausschweins. Das heißt, das ändert sich. Die Athletik, vergleichen Sie die mal, wo springt ein Wildschwein drüber und ein Hausschwein, das nennt man nicht mal Anlauf. Das heißt, da verändert sich etwas.

Die Pflanzen haben wir auch gesehen, die sind ja fragil, wir müssen die auf einmal richtig doll pflegen, sonst geht das nicht mehr. Und für den Menschen ist es aber genau das Gleiche. Und da gibt es heute Funde zu, das ist so spannend. Es gibt jetzt eine Untersuchung bei Menschen in Malaysia, die in der gleichen Gegend, die einen leben noch als Jäger und Sammler und die anderen, die leben als Landwirte, und man hat die Genome untersucht und festgestellt, dass die, die als Jäger und Sammler leben, dass die Fähigkeiten des Riechens haben, die die anderen gar nicht mehr haben. Genetisch schon nicht mehr. Das heißt, die riechen da im Wald Sachen, wo der andere gar nichts riechen kann, um dann das Richtige auszusuchen, was man essen kann und so weiter.

Dann gibt es jetzt aktuelle Funde hier in unseren Gegenden, wo der Ackerbauer aus dem fruchtbaren Halbmond kam, dann parallel mit Jäger- und Sammlerkulturen und hier alles zusammen, und dann gibt es irgendwann so dieses Vermischen davon, und dann stellen die fest, dass die Menschen, die nicht mehr Jäger und Sammler sind, sondern sesshafte Bauern, die werden drei Zentimeter kleiner. Drei Zentimeter, so insgesamt. Und es beginnen auch so Sachen wie Karies und so. Also sehen Sie, auch für unsere Leiblichkeit bedeutet Kultur in gewisser Weise, dass man fragiler wird. Da ändert sich was.

Und jetzt beschreibt Rudolf Steiner, dass sich der Mensch ganz heraus emanzipiert hat aus den kosmischen Rhythmen. Das heißt zum Beispiel, früher konnten die Menschen sich nur zu einer bestimmten Zeit fortpflanzen. Das können wir heute das ganze Jahr machen. Und diese kosmischen Rhythmen, die bilden wir noch nach, die kommen als Rhythmus in uns vor, aber die passieren nicht mehr zeitgleich, wenn das am Himmel passiert.

Bei den Tieren sagt er, das ist schon so ein bisschen emanzipiert, aber noch relativ verbunden. Also die könnten sich auch fortpflanzen, wenn der Bauer sagt, das ist die richtige Zeit. Die müssen nicht mehr auf eine bestimmte Zeit warten. Die Pflanzen leben noch ganz in den kosmischen Rhythmen. Und deswegen ist die Kenntnis dieser Rhythmen dasjenige Element, was wir nutzen können, um da einzugreifen, um da mitzuarbeiten, was zu verwandeln.

Das heißt, wenn der Mensch sich individualisiert, bedeutet das, dass er sich emanzipiert von der Natur. Wir sind mit der Natur nicht mehr eins. So hart diese Wahrheit auch ist, das sind wir nicht. Wir sind Kulturmenschen. Wir sind davon getrennt.

Die landwirtschaftliche Individualität 00:45:23

Und im zweiten Vortrag, da kommt etwas so Bedeutsames, er beginnt den Vortrag, in dem er sagt, alles, was ich jetzt hier vortrage, sind meine Worte, ist nur für die Praxis gedacht und hat auch nur in der Praxis einen Sinn. Interessanterweise, immer wenn ich zu den Bauern sage, wollen wir mal was machen im landwirtschaftlichen Kurs, dann sagen die immer, gibt es auch was für Praktika? Ich versuche mein Bestes immer.

Aber dann kommt ein ganz entscheidender Satz. Und dieser Satz ist von so unglaublich tiefer Weisheit. Da sagt er nämlich, eine Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen im besten Sinne des Wortes, wenn sie aufgefasst werden kann, als eine Art Individualität, als eine in sich geschlossene Individualität. Und dann fängt er an, das zu entwickeln.

Auch in der Anthroposophie ist eigentlich nur der Mensch eine Individualität und wird als eine solche bezeichnet, denn auf der Erde hat er ein Ich verkörpert. Tiere, Pflanzen und Mineralien haben auch ein Ich, aber das ist nicht auf der Erde verkörpert. Das ist in anderen Ebenen der geistigen Welt. Auf der Erde hat nur der Mensch ein Ich verkörpert und das ist dasjenige, was uns zu Individualitäten machen kann.

Und die Individualität, das ist das Ewige in uns, was von Inkarnation zu Inkarnation schreitet. Das, was uns begegnet, wenn wir auf der Erde sind, das nennen wir eine Persönlichkeit. Denn eine Persönlichkeit, das ist der Ausdruck der Individualität in einer Inkarnation. Also Der Goethe war eine große Persönlichkeit, aber als Der Goethe Goethe war, war er in Anführungszeichen nur der Ausdruck des ewigen Wesens, das Goethe eigentlich ist.

Und das ist wichtig, dass man diesen Unterschied sich klar macht, weil die Individualität, die geht weiter, und die Persönlichkeit ist das, mit dem wir sozusagen arbeiten auf der Erde. Und wir wirken als Persönlichkeit auf die Entwicklung dieser Individualität und sie inspiriert uns ja die ganze Zeit. Das ist so ein hin und her sich bewegen eigentlich.

Ja, wie kommt Rudolf Steiner jetzt dazu zu sagen, eine Landwirtschaft, also verstehen Sie, ein Bauernhof sei eine Individualität. Und meiner Kenntnis nach ist es das einzige Mal, dass er so darüber spricht, über diesen Zusammenhang.

Wenn wir das jetzt wieder anschließen an das, was wir bisher miteinander besprochen haben, dann beginnt für den Menschen das Individualität-Werden können nach Golgatha. Das heißt auch für die Erde beginnt das Individualität-Werden nach Golgatha.

Wenn man sich das einmal so richtig vorstellt, er geht dann los und beschreibt, wie diese Individualität in ihrer Organik ausgebildet ist. Und wenn es eine Organik eines Wesens gibt, heißt das, es gibt eine wirkliche Inkarnation. Es gibt eine Leiblichkeit.

Und er fängt an und sagt, der Kopf von dieser Individualität in der Landwirtschaft, der steht im Vergleich zum Menschen auf dem Kopf. Also der Kopf ist unter der Erde. Und der Boden, also die Kulturschicht, das sei das Zwerchfell dieses Wesens. Und als Bauern würden wir mit den Tieren und Pflanzen im Unterleib, in dem Verdauungsorgan dieses Wesens, leben.

Wir stellen uns das einmal richtig konkret vor. Also wir haben ein Wesen, sagen wir wir haben einen Hof, einen arrondierten Betrieb, das ist für den Bauern das Schönste. Wir haben die Hofstelle und rundherum sind alle Flächen. Das heißt, überall wo Boden ist, ist das Zwerchfell ausgebreitet. Das heißt, dieses Wesen ist so groß wie der gesamte Hof. Und es geht, wenn wir uns das jetzt umgekehrt zu uns vorstellen, in die Tiefen auf der ganzen Größe und in die Höhen.

Wenn Sie sich jetzt diesem Hof nähern, Sie besuchen den Bauern oder Sie wollen Milch holen oder was auch immer, und Sie wandern da entlang, dann treten Sie irgendwann durch die Hautbarriere in diese Wesenheit ein. Unfassbar, oder? Sie sind im Leib dieses Wesens. Die Bauern sind da die ganze Zeit. Die arbeiten mit, an und auf dieser landwirtschaftlichen Individualität.

Und jetzt sagt er, das sei eine Individualität, so ein Bauernhof.

Die Trägerschaft der Landwirte: Ein Vergleich mit der Elternschaft 00:50:42

Ich nehme das wirklich ganz ernst und ich studiere diese Frage und versuche zu ergründen, wie genau das eigentlich zusammenhängt. Wenn wir die Hinweise ernst nehmen und wenn wir das mal konkret denken, dann hat sich mit Golgatha eine geistige Wesenheit oder viele geistige Wesenheiten auf unserer Erde, in diese Erde hinein inkarniert. Der Christus ist das erste geistige Wesen, was eine wirkliche Verkörperung durchmacht. Vorher gab es das nicht. In der geistigen Welt gibt es Metamorphosen, aber es gibt keinen Tod. Es gibt diese Art, es gab es nicht. Es ist das erste Mal. Und wenn er das durchlaufen hat, scheint es plötzlich die Möglichkeit zu geben, dass auch andere geistige Wesen sich verkörpern können.

Weil diese landwirtschaftliche Individualität ist verkörpert in einem Erdenort. Und es ist so, dass wir ja inkarnieren und exkarnieren, das ist unser Entwicklungsgang. Das gilt für die landwirtschaftliche Individualität nicht. Rudolf Steiner drückt das aus im Kurs, indem er sagt, sie ist ein in der Zeit fortdauerndes Wesen. In der Zeit fortdauernd. Es gibt Zeit und Raum nur auf der Erde. In der geistigen Welt spielt das keine Rolle. Das heißt, die ist da und die ist an diesen Erdenort gebunden.

Aber wie kann das jetzt entwickelt werden? Wenn es genau den gleichen Duktus hat, dass wir uns als Individualität entwickeln, dann müssen die sich ja auch entwickeln können. Wie geht denn das jetzt voran?

Und es beginnt damit, dass der Landwirt, die Landwirtin, ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass es dieses Wesen überhaupt gibt. Ich bin mir sicher, in den alten Mysterien wussten die Menschen das. Wir haben das nur komplett verloren. Und erst durch den landwirtschaftlichen Kurs, ganz am Ende von Rudolf Steiners Erdenwirken, dürfen wir das erfahren.

Und dieser erste Satz, der sagt eigentlich alles, was wir wissen müssen. Er sagt, eine Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen im besten Sinne des Wortes, wenn sie aufgefasst werden kann als eine Art Individualität. Wenn wir sie so erkennen, wenn wir sie so auffassen, das ist der erste Schritt, damit sie ihr Wesen erfüllen kann.

Wissen Sie, das kann man sich gut vorstellen, wenn man daran zurückdenkt, wie das ist als Eltern. Also, da ist ein kleines Baby und das liegt vor uns auf dem Wickeltisch, und am Anfang ist es ja mit sich beschäftigt und kommt noch nicht in so eine Kommunikation mit uns. Das entwickelt sich ja ganz langsam. Aber wir schauen diesen Menschen an und wir wissen, das wird ein ganzer Mensch werden. Das wissen wir zu 100%. Der wird Autofahren, Roller fahren, tapezieren, alles machen. Das sehen wir schon in dem, was da liegt, das wissen wir. Wir antizipieren das.

Und man kann ja oft so ein Gespür davon haben, dass da viel mehr ist, als nur dieses kleine menschliche Leiblein.

Und beim Menschen ist es ja eigentümlich, dass der Mensch ein Mensch werden kann am anderen Menschen. Ein Schwein, wenn das geboren wird, dann ist das Fertig-mit-Schwein-Sein. Das kommt raus und die Schweinheit des Schweins ist vollständig ausgebildet. Das lernt noch besondere Fähigkeiten, wie montiere ich die Tränke in diesem Stall ab und so, das lernen die noch. Aber die Schweinheit selbst, die ist fertig.

Beim Menschen ist das nicht so. Wenn der Mensch keinen Umgang mit anderen Menschen hat, wird der Mensch kein Mensch. Das verkümmert. Und er wäre auch auf sich allein gestellt nicht lebensfähig. Es ist doch sehr bemerkenswert, dass das beim Menschen so ist. Das heißt, wir als Mensch müssen dem anderen ein Vorbild sein, damit er ein ganzer Mensch werden kann.

Und dann kommt so ein ganz besonderer Vorgang zustande. Wissen Sie, irgendwann fangen diese kleinen Babys an, mit uns in eine Kommunikation zu treten. Auf einmal halten die den Blick so einen Moment, die lächeln. Wunderbarste Momente, das sind wirklich herrlich, die wirst du nie vergessen.

Aber was geschieht da eigentlich, indem wir diesen kleinen Mensch als einen vollständigen Mensch erkennen, hat dieser kleine Mensch die Möglichkeit, sich in uns zu erkennen. Weil wir ihn so auffassen. Und die Babys haben eine ganz besondere Wahrnehmungsfähigkeit, die sind nämlich in ihrer Leiblichkeit und gleichzeitig im Umkreis. Die gucken auch zu. Also ganz, ganz besonders.

Und so ist es auch mit der landwirtschaftlichen Individualität. Das ist ein Wesen, das zum ersten Mal auf die Erde kommt. Wenn der nathanische Jesusknabe geboren wird, ist das das erste Mal, dass sich die Seele des Adam-Kadmon, des Ur-Adams, verkörpert. Eine Seele vor dem Sündenfall. Völlig unschuldig. Und diese Ich-Fähigkeit ist noch gar nicht ausgebildet. Am Anfang redet der auch gar nicht viel. Der braucht erst dieses Zusammenkommen mit dem zarathustrischen Jesusknaben, damit sozusagen das ganze Wissen, die ganze Weisheit der Menschen da aufgenommen werden kann.

Wenn wir das übertragen auf die landwirtschaftliche Individualität, dann ist das ein hochweises Wesen. Die weiß alles, aber die Ich-Entwicklung ist ganz am Anfang. Die machen das erst seit 2000 Jahren. Und die wurden am Anfang in den alten Mysterien vielleicht erkannt. Und dann gab es eine ganz lange Durststrecke, wo die Bauern das instinktiv irgendwie vielleicht gefühlt haben. Aber dieses ist auch verloren gegangen und jetzt braucht es wirklich die Erkenntniskraft. Sonst setzt sich da kaum Entwicklung fort. Dann müssen die warten, bis die Menschen wieder so weit sind.

Die Kommunikation mit der landwirtschaftlichen Individualität 00:57:26

Und Rudolf Steiner geht im landwirtschaftlichen Kurs so weit, dass er darlegt, wie die Kommunikation funktioniert zwischen der landwirtschaftlichen Individualität und den landwirtschaftlich tätigen Menschen. Er beschreibt das zum Beispiel so, dass der Landwirt über den Acker geht und plötzlich etwas weiß. Und dann probiert er es aus und dann geht es. Das hat er noch erlebt. Also das ist altes instinkthaftes Wissen.

Ich habe auch noch so Bauern kennengelernt, die waren so verbunden mit ihrem Hof, dass die sagen konnten, wir müssen mal da oben auf die Wiese, irgendwas ist da. Die konnten nicht sagen was, aber du bist hingegangen und da war ein Baum am Zaun gefallen oder so. Also die Bauern werden nachts geweckt, 3 Uhr nachts, das ist vollkommen still. Die werden geweckt, die werden so wach, dass die in den Stall runtergehen und dann brauchen sie Tierhilfe. Das ist nicht das Tier, was die ruft, das ist die landwirtschaftliche Individualität, die weckt. Für die Pflanzenbauern ist es genau das Gleiche.

Ich habe Lehre gemacht und dann war ich im Saarland auf dem Betrieb und wir mussten noch Winterweizen säen. Und es war alles fertig, abgedreht, Maschine am Trecker, alles bereit, nur draufspringen und säen. Und es ging die ganze Woche nicht. Und irgendwann wache ich morgens auf und es war, und heute musst du säen. Egal was, ich gehe jetzt säen. Habe ich das gemacht und mit dem letzten Strich vom Vorgewende fängt es an zu schneien. Und dann war da Winter, da wäre kein Winterweizen mehr in die Erde gekommen. Wenn man dem folgt, dann hilft einem das kolossal.

So, und jetzt geht Rudolf Steiner so weit im Kurs, dass er drei verschiedene Zugänge zeigt, wie der Mensch das heute kultivieren kann. Dass es in eine wirkliche Kommunikation kommt mit dieser Wesenheit. Also da liegt noch einiges an Arbeit vor uns tatsächlich.

Die Hofübergabe: Trägerschaft und Loslassen 00:59:21

Aber wissen Sie, es gehört zu den schwersten Momenten des Landwirtes, der Landwirtin, wenn sie nach 30 Jahren oder was auf diesem Hof diesen Betrieb übergeben muss, an die nächste Generation. Das ist fast nicht zu schaffen. Die meisten Hofübergaben scheitern. Ob das innerfamiliär ist, außerfamiliär, es ist unglaublich schwierig.

Und es liegt nicht daran, dass, gut, du willst keinen Trecker fahren, ja, Hühner, keine Kühe mehr oder so, das ist Technisches. Was passiert ist, dass die Landwirte zum Träger dieser Individualität werden. Es ist ein realer Vorgang.

Sehen Sie, wenn wir Eltern sind, sind wir auch Träger dieser Kinder. Am Anfang trägt die Mutter es wirklich in ihrem Leib. Und danach tragen wir das auch literal noch ziemlich lange herum und immer wieder und immer wieder. Mein Sohn ist jetzt acht, den schaffe ich kaum noch, aber meine Tochter ist fünf, da mache ich das auch selber noch ganz gerne, also man hat das doch auch, oder? Wenn die irgendwann 35 sind und die brauchen Hilfe beim Tapezieren, dann kommst du ja trotzdem und machst das. Also die Trägerschaft ändert sich nur ein bisschen, je besser die im Leben selber klarkommen.

Die landwirtschaftliche Individualität ist ein zutiefst weises Wesen, aber eben in der Erdeninkarnation unerfahren. Was die Landwirte ihr zeigen, ist, wie das geht. Das ist unsere Aufgabe, ihr bei dieser Inkarnation zu helfen, ihr zu zeigen, wie geht denn Erden-Sein eigentlich.

Und diese Trägerschaft, die kann man erleben auf Betrieben, und das geht bis in die Physis hinein. Dann sehen Sie, die Landwirte, die ernähren sich aus dem, was aus dem Leib kommt, den sie da bewirtschaften dürfen. Physisch. Und wenn die Bauern über die Äcker gehen, über die Wiesen auf dem Hof, dann fallen Haare runter, Schuppen, Augenbrauen, und das nimmt sie auf in ihre Leiblichkeit. Das senkt ja die Quantität. Ja, aber vergleichen Sie mal die Größenverhältnisse, oder? Dass sie natürlich ein paar mehr Möhren macht, als wir jetzt schuppen, sei dahingestellt. Aber das wird bis in den Leib eins.

Und dass man das jetzt nicht mal eben so herüberreichen kann – oder das kann man doch erst machen, wenn man weiß, der andere Mensch wird dieses Gut tragen.

Ich hatte mal die Situation auf dem Betrieb, da gab es eine außerfamiliäre Hofübergabe, am Anfang war alles super, unten haben die Abgebenden gewohnt, oben die Übernehmenden, junge Familie mit Baby und so, und die haben nach einem Dreivierteljahr oder was dann nicht mehr miteinander gesprochen. So ist es dann geworden. Und da war ich mit der jungen Familie da, und die Frau stand mit dem Baby so auf dem Arm vor mir, und ich habe zu ihr gesagt, stell dir vor, wir würden jetzt eine Woche hier miteinander verweilen, und wir wären auch pädagogisch, es wäre alles super, und nach einer Woche würde ich sagen so, und jetzt, gib mir dein Kind und geh. Und dann hat die sich so weggedreht, wissen Sie, so instinktiv. Aber genau so fühlt sich das an.

Die sitzen beim Notar, alles ist geregelt, und die können die Unterschrift nicht machen, es geht einfach nicht. Wissen Sie, und wir müssen das ja machen, wir müssen die Höfe ja weitergeben, es muss ja weitergehen. Und das ist wieder, da kann man sich wieder helfen, wenn man das mit den Kindern so ein bisschen vergleicht, wissen Sie, wenn die in den Kindergarten gehen, ich habe immer die Eingewöhnung gemacht, herrlich. Man sitzt da in dieser Welt, die da geschaffen wird, und man darf einfach mit Milchreis essen, drei Wochen lang.

Und dann kommt aber ja der Moment, wo du dann gehen musst, und du weißt genau, die Erzieher, die machen das super mit den anderen Kindern, für das Kind ist das gut, für dich selber ist es auch gut, aber du hast trotzdem Tränen in den Augen, wenn du aus der Tür gehst. Und das muss ja so sein, oder, wir müssen durch diesen Schmerz doch irgendwie durch, dann können wir damit umgehen.

Und dann kommt Einschulung, und wenn die dann durch das Blumentor gegangen sind, dann kannst du ja nicht mehr mit, und dann machen die alleine, und du bist so, also, oder? Das heißt, die Landwirte müssen da irgendwie durchgehen, und es geht eben mit Bewusstsein. Wenn ich weiß, dass das kommt, das wird genauso wehtun, aber wenn ich weiß wofür, dann kann ich damit was tun. Und dann kann sich das auch gut entwickeln.

Der Erdenleib des Christus: Brot, Wein und Auferstehungskräfte im Mist 01:04:05

Ja, zum Abschluss. Der Christus hat ja etwas getan an den Ätherleibern, oder an seinem Ätherleib, das für alle Menschen von Bedeutung ist. Und da habe ich mich gefragt, ja, aber wie geht es denn eigentlich jetzt? Also, wie kommt es denn von dem Ätherleib eigentlich an alle Ätherleiber? Wie kommen wir da dran?

Und indem er sich mit der Erde verbindet, wird ja, dass sein physischer Leib die ganze Pflanzenwelt ist, dieses ganze ätherische Sein ist sein Ätherleib, der Astralleib, das finden wir in der Astralität, aber auch in den Tieren und so weiter, und sein Ich ist ja klar, das ist bei ihm.

Wissen Sie, und das ist wirklich ganz konkret. Das ist überhaupt gar nicht so eine Vorstellung, die wir uns machen, sondern es geht wirklich, es ist ganz konkret. Und auch da im landwirtschaftlichen Kurs, da gibt es so Stellen, da kann man sich mal wundern, wie Rudolf Steiner da spricht.

Also, er kommt da zu sprechen auf die Ernährung, und dann sagt er, also der Wiederkäuer und der Mensch, die nehmen aus der Nahrung eine Ich-Anlage entgegen. Und der Mensch braucht diese Ich-Anlage, um an diesem Vorbild sozusagen sein Ich zu entwickeln. Wir sind da ja mittendrin.

Die Wiederkäuer, die haben kein Ich verkörpert auf der Erde, und deswegen brauchen die das nicht für sich selbst und opfern das in den Mist. Und dann sagt er, das ist ja toll, dass das übrig bleibt, und da sind Lebenskräfte des Tieres drin, da sind Seelenkräfte des Tieres drin, und diese Ich-Anlage.

So, und jetzt kann man sich ja mal wirklich fragen, was ist denn das, diese Ich-Anlage. Denn wenn die Tiere kein Ich verkörpert haben, haben die Pflanzen ja schon mal gar kein Ich verkörpert. Also kann es nicht pflanzlichen Ursprungs sein. Denn die gleiche Nahrungsgrundlage des Wiederkäuers und uns ist die Pflanze. Also irgendwie muss es mit der Pflanze zusammenhängen.

Und dann fährt er fort mit seiner Besprechung da, der spricht ja über Dünger und so weiter, das ist einfach wirklich ganz, ganz großes Kino. Da sagt er, der Mist hat die Kraft, das Unorganische des Erdigen zu überwinden. Er hat die Kraft, das Unorganische des Erdigen zu überwinden. Das klingt technisch, aber das heißt, dass er dem bloßen Mineral Lebenskräfte einzuverleiben weiß. Dann überwand er den Tod nach drei Tagen. Es hat die Kraft, das Unorganische des Erdigen zu überwinden. Da stecken irgendwie Auferstehungskräfte in diesem Mist.

Wissen Sie, ich habe da lange dran gerätselt, an dieser Frage. Viele, viele, viele Jahre. Und irgendwann habe ich genau den leuchtenden Buchdeckel aus dem Regal gezogen. Und das möchte ich Ihnen einmal kurz im Wortlaut vorlesen, weil dann verstehen wir auch, wie das eigentlich alles zusammenhängt.

Da heißt es, und das Abendmahl selber. Welch unendliche Vertiefung erfährt es, wenn wir verstehen, dass der Erdenleib der Leib des Christus ist. Was ist das Brot, das aus den Getreidekörnern gebacken wird? Wie muss der Geist der Erde zu diesem Brot sprechen? Dies ist mein Leib. Das muss man wörtlich nehmen. Wie muss der Geist der Erde zu den Kräften der Pflanzen sprechen? Wie muss er, nachdem er sich vereinigt hat mit dem Erden-Ich, zu den Säften, die in den Pflanzenströmen sprechen? Dies ist mein Blut. So wie das Blut durch ihre Adern rinnt in ihrem Leib, so rinnt im Christusleib, im Erdenleib wörtlich das Blut Christi in den Pflanzensäften.

Hiermit können wir verstehen, was eigentlich beim Kultus passiert. Dass das wirklich geht. Dass man Brot und Traubensaft oder Wein wandeln kann in die Kommunion, in den Leib und das Blut Christi. Und gleichzeitig verstehen wir, was das eigentlich für eine heilige Arbeit ist, die diese Menschen auf den Feldern vollbringen. Wir nennen das ja auch das Priestertum an der Erde. Wenn sie für uns alle die Scholle bereiten und die Nahrung machen und eben Hilfe bekommen haben durch den landwirtschaftlichen Kurs, dass wir für unsere Zeit Nahrung wachsen lassen können, die uns wirklich ernähren kann und in die Zukunft führt.

Wenn wir das verstehen, dann haben wir auch eine Chance.

Vielen Dank.

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