Die Apokalypse des Johannes (GA 104) - 11. Vortrag von Wolfgang Peter

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«Ein interaktiver Vortragszyklus über den Zusammenhang mit dem Wirken Jesu Christi und dem eigenen Ich. Ausgangspunkt sind die Schriften von Rudolf Steiner, z.B. die GA 104, GA 104a und GA 346. Hier fließen Fragen und Anliegen von Zuschauern als auch eigene geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Und es gibt immer Bezüge zu aktuellen Themen der Zeit.»

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- 11. Folge -
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Themenschwerpunkt

Wir kommen im elften Vortrag zur Gemeinde von Sardes, nach Rudolf Steiner gleichzusetzen der fünften Kulturepoche, die die unsere ist, in der wir derzeit stehen. Mit starkem Bezug allerdings weiterhin zur vorhergehenden vierten Kulturepoche, wo das Erdenleben des Christus sich ereignet hat. Dieses Ereignis, genauer gesagt das Mysterium von Golgatha, war sehr entscheidend für die Menschheitsentwicklung, insofern als mit dem Tod des Christus am Kreuz sich der Christus mit der Erde verbindet bis ins finstere Reich des Todes hinein und die Ich-Kraft nun wirklich angekommen ist in der Menschheit. Dadurch wird die Menschheit ermächtigt, die Widersacher zu erlösen. Seit dem Kreuzestod des Christus können wir unser Astralisches ins Nichts auflösen und umwandeln in Geistselbst. Das ist letztlich die Aufgabe unserer Zeit.

Im ersten Teil des Vortrags zeichnet Wolfgang die Entwicklung der Seelenglieder im Zuge der Kulturepochen nach, mit der Entwicklung der Empfindungsseele in der ägyptisch-chaldäischen Kulturepoche, der Entwicklung der Verstandes- oder Gemütsseele in der griechisch-lateinischen Epoche (Verstand und Gefühl bilden noch eine Einheit: es gibt ein Wahrheitsgefühl), bis hin zur Entwicklung der Bewusstseinsseele während unserer derzeitigen Kulturepoche (Denken und Fühlen trennen sich vollständig: das faktenbasierte wissenschaftliche Denken entsteht). Die Auseinandersetzung einerseits mit dem hohen Intellekt der Araber (z. B. Akademie von Gundishapur), der zur Blüte der Theologie führt mit dem Höhepunkt bei Thomas von Aquin und andererseits der Beginn des Michael-Zeitalters bzw. die Vorbereitungen dafür in der sogenannten Michael-Schule, tragen allesamt zur Entwicklung der nüchternen Rationalität des menschlichen Denkens am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit bei.

Im mittleren Teil des Vortrages geht es um den Unterschied zwischen einerseits der Realität, dem Abgestorbenen, dem Toten und andererseits der Wirklichkeit, dem Wirkenden, das in die Zukunft führt. Das Materielle, das Stoffliche ist im Grunde die Willenskraft hoher geistiger Wesenheiten, der Throne. Im sechsten Jahrhundert vor Christus verschwindet das Hellsehen, das geistige Sehen und aus dem was vorher Einweihung oder Inspiration, Intuition vielleicht sogar war, entsteht das Denken, die griechische Philosophie. Es werden die Unterschiede des Denkens bei den Griechen, den Römern und bei uns, das Denken der modernen nüchternen Wissenschaft herausgearbeitet.

Gegen Ende des elften Vortrages wird dargelegt: unser modernes wissenschaftliches Denken ist totes Denken, es behandelt das Abgestorbene, das Gewordene, das, was ableitbar und berechenbar ist. Wir brauchen neben dem wissenschaftlichen Denken zusätzlich auch ein neues schöpferisches Denken – eine Auferstehung im Denken. Das Geistige ist nicht berechenbar. Geist ist Liebe!

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Transkription des 11. Vortrags (von Bruno, 18. November 2022) 0:00:00

Begrüßung und Einleitung: Gemeinde von Sardes – Die fünfte Kulturepoche

Meine Lieben, ich begrüße euch zum mittlerweile elften Vortrag über die Apokalypse. Wir werden uns heute auf die Gemeinde von Sardes stürzen. Das sind wir! Unsere Kulturepoche. Mit ein bisschen in Beziehung setzen schon auch zur vergangenen, zur vorhergehenden – wie wir ja jetzt in ein paar Vorträgen eigentlich besprochen haben – weil sie ja auch sehr wichtig ist, also Zeitenwende, Erdenleben des Christus, durch das sich ja die Menschheitsentwicklung ganz entscheidend verändert hat. Und vor allem insofern, als die Kraft des Ich jetzt wirklich angekommen ist auch in der Menschheit. Auf der Erde angekommen ist, in der Menschheit angekommen ist und damit ganz wichtige neue Möglichkeiten gegeben sind. Also zum Beispiel wird dadurch das Problem gelöst oder zumindest der Beginn der Lösung angebahnt, dass wir mit den Widersachern insofern fertig werden können, dass wir sie erlösen können. Dass wir sie wirklich erlösen können.

Wiederholendes zum letzten Vortrag: Vom Jesus zum Christus und das Mysterium von Golgatha 0:01:48

Wir haben die letzten Male besprochen, dieses eigentlich dramatische Erlebnis, das der Jesus, der salomonische Jesus eigentlich – oder genauer gesagt, das Ich des salomonischen Jesus in den Leibeshüllen des nathanischen Jesus – erlebt hat in den Jahren vom zwölften bis zum dreißigsten Lebensjahr. Und wir er zum Schluss gekommen ist zu den Essenern und festgestellt hat: Ja, die machen ihre Übungen, die reinigen sich von alledem, was an Unreinem in ihrer Seele ist. Aber es wird aufgebürdet den Menschen, die rundherum leben. Und insbesondere die Widersacher, die sie zwar nicht mehr angreifen können, die gehen jetzt zum Volk draußen im Grunde. Und das war die Problematik wirklich bis zum Erdenleben des Christus, dass es diese Möglichkeit eben nicht gab, die Kräfte der Widersacher aufzulösen. Sondern Reinigung bedeutete immer, dass einer, der hochsteigt, diese Reinigung auf Kosten der anderen in Wahrheit durchführt. Das gilt für die ganze alte, orientalische Weisheit. Auch schon für die atlantische Zeit. Da gab es also diese Möglichkeit nicht.

Und diese Möglichkeit gibt es jetzt erst seit dem Erdenleben des Christus oder genauer gesagt seit dem Mysterium von Golgatha. Also weil, ihr wisst ja, wir haben darüber gesprochen, mit dem Mysterium von Golgatha mit dem Kreuzestod vollendet sich in gewisser Weise die Inkarnation des Christus. Die Inkarnation in den Leibeshüllen des nathanischen Jesus. Mit der Jordantaufe ist das Ich des salomonischen Jesus herausgegangen und jetzt beginnt das Christus-Ich, das große makrokosmische Ich, diese Leibeshüllen zu durchdringen bis in das Knochensystem hinein. Das haben wir das letzte Mal besprochen, das ist eben der entscheidende Faktor auch. Und das vollendet sich im Moment des Todes auf Golgatha. Dann ist diese Inkarnation vollständig in diesem Menschenleib.

Mit dem Mysterium von Golgatha durchdringt Christus die ganze Erde, vor allem auch das dunkle unterirdische Reich der Toten, das Reich der Schatten 0:04:16

Man kann aber dann weiter sagen: Die irdische Inkarnation überhaupt des Christus fängt damit erst so richtig an. Denn jetzt durch den Tod auf Golgatha verbindet er sich mit der ganzen Erde. Und das heißt, die Leibeshülle, wenn man so will, des Christus ist ab da die ganze Erde. Also er durchdringt die ganze Erde. Er durchdringt vor allem auch dieses dunkle, unterirdische Reich, wenn wir so wollen, also das Reich der Schatten, dieses finstere Reich der Toten, von dem also insbesondere ab der ägyptisch-chaldäischen Zeit und dann ganz stark eben in der griechisch-lateinischen Zeit gesprochen wurde, weil da hat man immer mehr diese dunkle Welt gesehen. Nicht wahr, das Leben nach dem Tod hat ja verschiedene Stufen und die unterste Stufe ist eben dieses dunkle Reich, wo wir im Grunde unsere Schicksalspackerl, unsere Karmapakete ablegen. Das ist eigentlich dieses Reich. Das ist damit gemeint. Das ist das, was in der Kirche dann als die Hölle bezeichnet wird. Das ist der Bereich.

Seit dem Mysterium von Golgatha ist es uns möglich Astralisches schöpferisch zu verwandeln und damit auch die Widersacher zu erlösen 0:05:28

Und auch, man muss dazu sagen, eben auch diese Karmapakete aufzulösen, sie wirklich aufzulösen, geht auch erst ab dieser Zeit. Nicht wahr, weil dazu muss ich die Fähigkeit haben schöpferisch Seelisches zumindest aufzulösen. Ins Nichts aufzulösen. Nicht nur einfach sich zu läutern und es abzulegen irgendwo, sondern es wirklich ins Nichts aufzulösen. Das ist die große Aufgabe. Und mit betrifft es bis zu einem gewissen Grad auch Ätherkräfte, die ja auch angegriffen sein können, also namentlich durch den ahrimanischen Einfluss. Und da können wir mit der Hilfe des Christus auch einiges tun. Also wir sind im Großen und Ganzen noch nicht in der Lage, das Ätherische, was gelitten hat, aufzulösen. Da brauchen wir noch die Hilfe des Christus.

Das heißt also auch zum Beispiel die Erlösung der ahrimanischen Kräfte, die mit dem Ätherischen stark zu tun haben, diese Erlösung wird sicher nicht während unserer Erdenentwickelung passieren. Sondern erst später. Also dann vielleicht schon beginnend auf dem Neuen Jerusalem, von dem dann am Ende der Apokalypse die Rede ist. Also gewissermaßen die nächste Verkörperung unserer ganzen Erde oder unseres ganzen Sonnensystems. Aber was wir heute, sprich seit dem Kreuzestod des Christus können: Wir können daran arbeiten, unser Seelisches, vor allem unser Astralisches umzuwandeln zu Geistselbst. Das ist etwas, was besonders die Aufgabe natürlich ist jetzt in unserer Zeit.

Die Wesensglieder des Menschen 0:07:21

Vielleicht ein kurzer Überblick welche Wesensglieder werden in den verschiedenen Kulturepochen besonders entwickelt? Wesensglieder des Menschen kann man das nennen. Wir haben ja aus anthroposophischer Sicht nicht nur einen physischen Körper oder physischen Leib, wie wir es auch nennen, sondern darüber hinaus gibt es die Lebenskräfte, das ist etwas Eigenständiges. Rudolf Steiner nennt es auch den Ätherleib. Dann haben wir den Astralleib. Man könnte auch sagen den Seelenleib, weil das Seelische aus diesen Kräften gewoben ist, aber trotzdem ist es nicht genau dasselbe, weil Seele entsteht erst dadurch, dass das Ich, unser Ich, zunächst einmal unbewusst an diesem Astralischen arbeitet. Ja eigentlich unbewusst arbeitet auch an den anderen Leibeshüllen, also auch am Ätherleib, auch am physischen Leib. Aber zunächst ist diese Arbeit unbewusst. Und dadurch entstehen eigentlich die seelischen Wesensglieder.

Das erste Seelenglied: Die Umwandlung des Astralleibs zur Empfindungsseele in der ägyptisch-chaldäischen Kulturepoche 0:08:26

Die seelischen Wesensglieder sind alle Teile des Astralleibs, aber Teile, die wir unbewusst bereits umgearbeitet haben. Und zwar beginnt das so, dass also in der ägyptisch-chaldäischen Zeit die Menschen begonnen haben ihren Astralleib umzuwandeln zur sogenannten Empfindungsseele. Seele heißt nämlich, dass es jetzt ein inneres Erleben gibt, ein wirklich innerliches Erleben. Eine Verinnerlichung findet statt. Seele ist immer Innenwelt zunächst einmal.

Vorher ist das Erleben ein anderes. Man darf sich nicht denken, dass zum Beispiel vor der ägyptischen Zeit die Menschen so ein Innenleben gehabt hätten, wie wir das heute haben. Es gab diese Trennung innen und außen in Wahrheit noch gar nicht.

Das Phänomen der Klageweiber: Vor der ägyptisch-chaldäischen Zeit ist das Seelische mehr im Draußen 0:09:18

Kann man sich gar nicht vorstellen. Für uns ist das heute so ganz klar. Ich sitze da und ihr sitzt dort. Ich bin da und die Welt ist draußen. Bis zum Beginn der ägyptischen Zeit hat man sich selbstverständlich als Teil der Welt gefühlt, als unselbstständiger Teil der Welt gefühlt. Und man hat mitgelebt, das was draußen ist. Und man hat, wenn man jetzt von etwas Seelischem sprechen will, das nicht innen erlebt, sondern draußen.

Es gibt so gewisse typische Reste davon. Ich glaube, ich habe das das letzte Mal eh schon erwähnt. Zum Beispiel, was im Süden manchmal immer noch gebräuchlich ist, wenn jemand stirbt, dann gibt es die Klageweiber. Also die machen ein mords Gefledder und weinen und heulen und das geht sehr lautstark, weil die Menschen es innen nicht erleben. Sie brauchen es draußen. Das heißt, das, was eigentlich heute bei uns seelische Erregung innen ist, Trauer, Schmerz und so weiter, das konnten sie nicht erleben einmal bis zur ägyptischen Zeit hin. Sondern das musste sich draußen abspielen. Daher waren das immer kultische Gebräuche oder sonst was, die damit verbunden waren, um Erlebnisse, die wir heute selbstverständlich in unserem Inneren erleben, um die überhaupt erleben zu können, aber draußen. In der Gemeinschaft einfach. Als Einzelner konnte man es nicht innerlich erleben. Also das beginnt in der ägyptischen Zeit mit der Empfindungsseele.

Damit wacht auch ein gewisses Bewusstsein jetzt auf, ein stärkeres Bewusstsein für die Außenwelt, für die gegenständliche Welt draußen. Man sieht zumindest, gut, ich find's drinnen gut, schlecht, freudig, schmerzhaft, irgendwie so ein bisserl. Und draußen ist die Welt, die ich sehe, mit den Farben, mit den Formen. Das fängt jetzt an in der ägyptischen Zeit im Grunde mit der Empfindungsseele. Sie haben zum Beispiel noch nicht, zumindest in der breiten Masse, sie haben nicht das, was wir unser Denken nennen heute oder was die Griechen in der Philosophie haben.

Ja, also das erste Seelenglied ist die Empfindungsseele in der ägyptischen Zeit, die sich entwickelt. Ein eigenständiges Denken gibt es zu der Zeit noch nicht. Es ist alles Empfindung, es ist Sinnesempfindung, die mit gewissen Emotionen verbunden ist. Es ist, was wir heute als Denken, Fühlen und Wollen bezeichnen, ist noch etwas sehr Einheitliches. Ist noch nicht wirklich getrennt. Das kann man verfolgen bis in die Physiognomie der Ägypter. Zumindest in der altägyptischen Zeit, da sieht man nämlich sehr deutlich, die Nase ist noch sehr zurückgenommen. Es ist noch von Profil her, also wen man es vom Profil her anschaut, eine ziemliche Einheitlichkeit. Es geht so in einer Linie durch. Also wenn man so von der Seite schaut, die Nase springt keineswegs vor.

Das zweite Seelenglied: Entwicklung der Verstandes- und Gemütsseele in der griechisch-lateinischen Zeit 0:13:23

Und es beginnt sich etwas zu ändern in der griechisch-lateinischen Zeit. Griechisch-lateinische Zeit bedeutet, dass jetzt dieses Innenleben weiter differenziert wird: Zur Empfindungsseele kommt dazu die sogenannte Verstandes- und Gemütsseele. Verstandes- und Gemütsseele heißt, dass jetzt ein eigenständiges Denken langsam zu erwachen beginnt, das aber noch sehr eng mit dem Gemüthaften verbunden ist, also mit der Mitte, mit dem Fühlen irgendwo. Also Denken und Fühlen bildet in gewisser Weise eine Einheit. Man hat daher in der ursprünglichen griechischen Philosophie ein sehr starkes Wahrheitsgefühl auch. Heute wird alles logisch bewiesen. Es steckt zunächst damit dahinter ein starkes Wahrheitsgefühl oder auch ein Gefühl für das Gute oder für das Schlechte. Aber es kann sich dann schon in Gedanken ausdrücken.

Es geht dann so weit, bis der Aristoteles die Logik begründet. Also dann auch damit begründet, ja, wie bringe ich das, was ich im Denken erlebe in klare Worte hinein, dass ich es auch aussprechen kann? Die Logik entsteht eigentlich dann, wie spreche ich in klaren Worten über das, was ich da innen erlebe? Damit fängt es eigentlich an. Und wirkt sich auch in der Physiognomie aus. Das typisch klassisch griechische Profil: Wenn ihr euch das einmal anschaut von der Seite – meines ist kein klassisch griechisches Profil, aber ihr müsst es euch halt denken – da geht die Stirnflucht genau in die Nasenflucht über. Es bildet eine Linie. Und dann ist abgesetzt die Kinnpartie oder so, die ist deutlich abgesetzt. Das heißt, der Wille ist ganz was Eigenständiges geworden, der setzt sich ab. Aber Denken - Denken hat mit der Stirn etwas zu tun - und Fühlen, Fühlen ist die Mitte da, also die Nase vor allem, Nase und Augen. Das bildet noch eine sehr starke Einheit. Das ist also das ganz Typische für den Beginn auf jeden Fall der griechischen Philosophie. Ist aber noch nicht unser moderner Intellekt.

Unser heutiges modernes Denken hat sich vom Gemüthaften befreit 0:15:44

Bei unserem modernen Intellekt, der hat sich vom Fühlen völlig befreit, der ist jetzt nur mehr streng logisch, eiskalt. Bei der Rechnung kommt ja oder nein heraus. Und nach dem geht es. Danach wird alles beurteilt.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Ohne Gefühle!"

Ohne Gefühle! Also rein nach Ratio. Man braucht nur schauen, nach welchen Kriterien heute entschieden wird. Also auch zum Beispiel im Umgang jetzt mit der Corona-Krise, wenn wir ein aktuelles Beispiel nehmen. Da geht es halt nach Zahlen, Fakten, nach denen entscheidet man, welche Maßnahmen man hat. Ob die Leute vielleicht an der sozialen Isolation – Social Distancing, wie es so schön heißt, das Unwort unserer Tage, also soziale Distanz – ob man damit vielleicht nicht den Leuten mehr schadet durch diesen Entzug sozialer Begegnungen als durch den äußeren Virus, der da ist, das ist halt so eine Frage, aber das können heute die meisten gar nicht wirklich denken. Nicht wahr, für einen griechischen Philosophen wäre das noch eine Einheit gewesen, das hätte zusammengehört. Also weil da immer mit das Herz, die Mitte, auch gesprochen hat. Und die hat eigentlich gesagt, was wahr ist und was falsch ist. Nicht eine logische Rechnung bloß. Sondern immer auch das Wahrheitsgefühl dabei.

Die Verbindung von Denken und Fühlen, von Kopf und Herz ist bis ins tiefe Mittelalter hinein durchgegangen 0:17:03

Das ist durch das ganze Mittelalter eigentlich durchgegangen. Weil wenn man nimmt dann im Mittelalter den christlichen Glauben, der christliche Glaube war ein absolut verlässliches Gefühl, dass das so ist. Man war von der Wirklichkeit dieser Dinge überzeugt, aber nicht vom Kopf her, sondern vom Herzen her und das war absolute Sicherheit. Heute denkt man, Glauben? Naja, glauben heißt nichts wissen. Ich glaube es, weil es irgendwer gesagt hat, nehme ich halt an, der ist vertrauenswürdig, wird sicher stimmen. Das war nicht der Glaube im Mittelalter die meiste Zeit zumindest. Sondern sie war eine Herzensgewissheit. Aber nicht vielleicht mit der vollen Verstandesklarheit. Das hat eigentlich bis zum Ende des Mittelalters gedauert, dass man sich zu immer mehr Verstandesklarheit durchgerungen hat. Also namentlich in der Theologie und so. Da hat man das gesucht. Mit Blüte dann so bei Thomas von Aquin in etwa. Dann ist es eigentlich eh schon wieder bergab gegangen total.

Der starke Intellekt der Araber: Die Auseinandersetzung mit den arabischen Denkern führt zur Blüte der christlichen Theologie 0:18:06

Und musste sich auch erst heraus erringen, dass dieses Denken würdig ist oder entspricht aus diesem Gefühl, das man in der Mitte hat? Und zu verdanken ist es sehr viel auch der Auseinandersetzung interessanterweise mit dem Islam bzw. mit den Arabern. Mit den arabischen Denkern. Die hatten nämlich einen sehr, sehr ausgeprägten Intellekt bereits, der aber auch von einer starken Glaubensüberzeugung natürlich auch getragen war. Und die Europäer hatten so – wenn man jetzt geht so achtes, neuntes, zehntes Jahrhundert nach Christus – ja einen immensen Glauben da von der Mitte her, aber vom Denken her oben eher dünn. Dem waren sie nicht gewachsen.

Ich meine, die ganzen großen Erfindungen, das mathematische Denken und so weiter, die Logik, die Araber hatten das. Die hatten das deswegen, weil ja im Grunde auch die griechischen Philosophen mit der Begründung des Christentums, also als es Staatskirche wurde, da wurden sie ja dann ziemlich bald vertrieben. Das sind Heiden! Die griechischen Philosophen, die sind vertrieben worden einfach nach dem Osten und Süden. Und daher haben sie - also zum Beispiel nach Persien hin, in Persien wurde gegründet die berühmte Akademie von Gundishapur, also eine medizinische Akademie, Wissenschaftler der höchsten Güte, die weit voraus war der Zeit all dem, was in Europa jedenfalls da war. Da haben sie ein bisschen Kräuter gemischt oder sonst irgendetwas. Und noch eine sehr im Grunde auf letzte hellsichtige Reste gebaute Medizin gehabt, wo man noch gespürt hat, okay, die Pflanze macht mir den Eindruck, den mir auch diese Krankheit entgegenbringt. Also wird das das richtige Heilmittel sein.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Eine Art Instinkt, oder was?"

Ja, eine Art Instinkt, aber mit einer wirklich gewissen Hellsichtigkeit verbunden. Das war ja sehr stark in Europa verbreitet. Bei den Kelten sowieso und dann auch bei den Germanen noch nachwirkend. Und ansonsten waren wir ja in Europa die längste Zeit ziemlich bloßfüßig im Grunde, wenn man es jetzt so salopp ausspricht. Also jedenfalls nicht die großen Denker. Weit weg von dem, was schon in der Antike da war. Das war alles nicht da. Und gerade die Auseinandersetzung mit den arabischen Denkern hat im Grunde dann zur Blüte auch der christlichen Theologie geführt.

Die Entstehung des naturwissenschaftlichen Denkens in der Neuzeit: Die Erforschung der Außenwelt 0:20:49

Und diese christliche Theologie war im Grunde im Verein mit diesem arabischen Denken, an dem es sich gemessen hat, dann etwas, was mit der Neuzeit, mit Beginn der Neuzeit, auf etwas ganz anderes angewendet wurde, nämlich auf die Außenwelt, auf die Erforschung der Außenwelt. Und daraus ist die Naturwissenschaft entstanden, das naturwissenschaftliche Denken. Es hat sich einfach umgewendet, weil jetzt diese Herzensgewissheit in Wahrheit langsam verschwunden ist und das Interesse immer mehr für die Außenwelt war und das Denken, das kann ich doch benutzen, um das da draußen anzuschauen. Also in Wahrheit ist daher die ganze theologische Entwicklung gemündet letztlich darin, dass sie das Werkzeug, das Denkwerkzeug ausgebildet hat, um draußen die Natur zu erforschen. Und zwar ganz ohne das Geistige zu betrachten zunächst einmal.

Und das hat auch seine Notwendigkeit bis zu einem gewissen Grade. Weil das ist wieder natürlich ein Schritt zur Freiheit des Menschen, dass er einmal sagt: Gut, ich will jetzt nachschauen, ich stelle Hypothesen auf darüber, wie das funktioniert, ich überprüfe das, ich will keine Eingebung von irgendwo haben. Sondern wir erringen uns das. Wir werden dann später sehen bei der Gemeinde von Philadelphia, da wird vom Schlüssel Davids gesprochen - das habe ich auch schon ein paar Mal erwähnt - der Schlüssel Davids ist der Schlüssel, der das Tor zur geistigen Welt öffnet oder schließt. Und diesen Schlüssel kriegen wir in die Hand. Und es ist wichtig, das auch schließen zu können. Für unsere Freiheit ist das wichtig.

Entstehung der Philosophie im 6. Jahrhundert vor Christus und Zusammenhang zum Michael-Zeitalter 0:22:36

Ja, wichtig ist vielleicht noch eines zu erwähnen, das ist auch jetzt ein ganz starker Zusammenhang zwischen der griechisch-lateinischen Zeit und unserer heutigen. Die Philosophie entsteht oder das philosophische Denken - also wo sich wirklich dieses gefühlte Denken vom Willen abkoppelt und eigenständig wird - das beginnt so etwa im sechsten Jahrhundert vor Christus. Und das ist ein ganz besonderes Zeitalter, weil da das letzte vorchristliche Michael-Zeitalter beginnt. Also etwa im sechsten Jahrhundert vor Christus. Das ist also so 550 vor Christus ungefähr. Da fängt es an. Und zwar nicht nur in Griechenland, wenn man schaut, es ist ja ganz interessant, dass es zu der Zeit so gleichzeitig anfängt in Indien, eine Art philosophisches Denken, in China fängt es an, also durch die ganzen Kulturländer der damaligen Zeit fängt es und zwar eigenständig einmal an.

Wird dann aber allerdings verschärft noch gegen Ende dieses michaelischen Zeitalters. Es endet also etwa 200 vor Christus, also vor dem Erdenleben des Christus. Da gibt es so gegen Ende der Zeit, also 3. Jahrhundert, 2. bis Ende 3. Jahrhundert, die Alexanderzüge, wo diese griechische Philosophie aber dann auch noch äußerlich hinausgetragen wird nach dem Osten, bis nach Indien hinein. Aber dort ist schon eine Voraussetzung da. Da kommt dem etwas entgegen. Also auch die Inder haben selber so eine Art Denken entwickelt. Zum Beispiel hat man die Vermutung, dass sie dasselbe, was die Griechen im etwa zweiten Jahrhundert vor Christus entdeckt oder entwickelt oder gedacht haben, - nämlich bereits sehr materialistisch von Atomen gesprochen haben (Leukip, Demokrit) - dass das schon im sechsten Jahrhundert vor Christus die Inder gefunden haben.

Man ist sich nicht ganz sicher, weil die Schriften nicht so genau zu datieren sind, aber daraus ist eine ganze große indische Schule entstanden.

Die „Atom-Lehre“ des Kaschiapa: Die Welt besteht aus „kleinen Dingen“ 0:24:55

Es gab also einen Knaben, der hieß Kaschiapa, der hat seinen Vater immer auf den Pilgerfahrten begleitet. Und der war ein sehr sorgsamer, sehr aufmerksamer Junge und er hat immer beobachtet, wie die Pilger Reiskörner fallen lassen. Nicht wahr, man lebt halt mit Reis, man hat also Pilgerfahrt zum Ganges gemacht, um sich dort zu reinigen und er hat diese Reiskörner, die die Pilger verloren haben, aufgesammelt. Und im Nu hat er so viel zusammen gehabt, und er hat gewusst, eine Handvoll Reis kann einem Menschen einen ganzen Tag ernähren. Und er hat mehr als eine Handvoll gefunden. Und da hat er gesagt: "Auf die kleinen Dinge kommt es an im Leben".

Die ganze Welt ist aus so kleinen Dingen gebaut. Die ganze Welt wird von so kleinen Dingen getragen. Er hat es nicht Atome genannt, sondern er hat es Anu genannt, Anus in der Mehrzahl halt. Und aus dem ist die ganze Welt gebaut. Also so eine Art – aber viel spirituellere – Atomlehre im Grunde, als sie die Griechen hatten. Weil bei den Griechen war die Vorstellung schon relativ stark materialistisch. Bei den Indern hat sie immer noch diesen geistigen Anklang dahinter. Und das war sozusagen eigentlich, dachte man, dass ist das, was liebevoll die ganze Welt trägt. Diese kleinen Dinge. Das ist mitgeschwommen, also mitgeschwungen damit.

Ein Erzengelzeitalter (z. B. Michael-Zeitalter) hängt mit dem Mondrhythmus zusammen und dauert etwa 350 Jahre 0:26:27

Aber das alles ist ausgelöst worden irgendwie durch diesen Michael-Impuls. Der geht also dem Erdenleben des Christus voran. Und wir stehen ja heute auch in einem Michael-Zeitalter. Also so ein Michael-Zeitalter oder überhaupt so ein Erzengel-Zeitalter ist nicht so lang wie eine ganze Kulturepoche, sondern ist deutlich kürzer. Dauert etwa 350 Jahre ungefähr. Die Zahl kommt nicht von ungefähr. Das hängt mit dem Mondrhythmus zusammen. Nicht wahr, ein Mondjahr, ein klassisches Mondjahr dauert 354 Tage. Und es gibt eine alte Regel, die auch die Chaldäer in der ägyptisch-chaldäischen Zeit schon entwickelt haben, wenn es um große kosmische Dimensionen geht, muss man das, was in einem Jahr passiert, also das, was an Tagen in einem Jahr passiert, auf das große Jahre umrechnen. Das heißt, statt 354 Tagen sind es 354 Jahre, die eine große Bedeutung haben.

Also sie kannten diesen Zyklus schon und das hat man dann später im Mittelalter bei uns eben auch mit den Erzengel-Epochen in Verbindung gebracht. Was auch richtig ist. Nur wichtig ist, dass es nicht immer exakt 354 Jahre sind. Nicht wahr, im Geistigen funktioniert es nie so wie totes Uhrwerk, sondern es ist dehnbar. Es kann vielleicht nur 340 sein oder 380 sein. Es kann schwanken. Also das kann man nicht wirklich vorher berechnen. Weil dort, wo Geistiges drinnen ist, hört sich die Berechenbarkeit nämlich auf.

Der Unterschied von Realität und Wirklichkeit 0:28:16

Das werden wir vielleicht heute, oder spätestens das nächste Mal, auch noch genauer besprechen müssen, wenn es dann geht um den Unterschied: Was ist Realität und was ist Wirklichkeit? Realität um es nur kurz zu sagen, ist das Gewordene, das aus der Vergangenheit als Schlacke übriggeblieben ist. Das ist das, was wir angreifen können, was sich nicht mehr rührt im Wesentlichen. Oder wenn, dann nur mehr, wie es die Physiker beschreiben, durch äußere Einwirkungen, durch kausale Einwirkung von außen. Die Wirklichkeit hat immer mit dem zu tun, was es noch gar nicht gibt. Aber was die Zukunft bedeutet. Was die Zukunft erschafft! Und das ist das Wirkende. Das eigentlich Wirkende. Das ist die Wirklichkeit! Die Wirklichkeit hat also immer den Blick in die Zukunft.

Darum ist natürlich die Verständigung zwischen Naturwissenschaftlern und Geisteswissenschaftlern, sprich im Sinne von Anthroposophen, am Anfang zunächst einmal schwierig, weil die einen schauen immer auf das Gewordene und schauen, welche Gesetzmäßigkeiten finden sich darin und wiederholt das ewig nach den Gesetzmäßigkeiten weiter. Nur das Interessante, im 20. Jahrhundert ist man darauf gekommen, dass es nicht immer so läuft. Sondern dass man auch in der Naturwissenschaft nicht alles vorherberechnen kann, sondern da wirkt noch mehr. Und die Zukunft ist nicht hundertprozentig vorherberechenbar. Man kann es nur so statistisch sagen, ungefähr in die Richtung wird es gehen, aber der Einzelfall ist in Wahrheit nicht vorhersehbar. Das war die große Entdeckung der Quantenmechanik. Und sehr interessant, man spricht in der Quantenmechanik vom sogenannten Wirkungsquantum. Da ist das Wort Wirkung drinnen. Da ist ein Impuls, der in die Zukunft geht, der nicht vorhersehbar ist. Ich kann nur die Grenzen berechnen, innerhalb dessen sich das vielleicht abspielt, aber nicht exakt.

Anmerkung eines Zuhörers: "Innerhalb der Atomwelt?"

Innerhalb der Atomwelt, ja. Innerhalb der Atomwelt. Also das heißt gerade da ist es eben nicht so, dass da kleine Kugeln sind, die nach rein mechanischen Gesetzen herumrollen und ich kann das halt vorher berechnen und es läuft exakt wie ein Uhrwerk ab. Deterministisch, wie man sagt. Also streng vorherbestimmt. Nein! Überhaupt nicht. Da kann ich im Grunde den Einzelfall überhaupt nicht vorhersagen. Wenn ich tausende ähnliche Fälle habe, kann ich statistisch sagen, wahrscheinlich wird die Mehrzahl der Fälle so sein. Aber im Einzelfall kann ich gar nichts sagen. Also da spielt schon etwas anderes hinein.

Neue Erkenntnisse der Physik z. B. Hans-Peter Dürr: Nicht die Realität ist das Bedeutende sondern das Wirkende, die Wirklichkeit, die dahinter steht 0:31:05

Und die Physik ist jetzt langsam dort, dass sie auf den Punkt kommt, dass nicht eigentlich die fertige Realität das Wichtige ist, sondern das Wirkende, das dahinter steht. Weil das ist das, was in die Zukunft führt. Und das heißt, das noch nicht Seiende in Wahrheit, das Werdende, dass das eine Rolle spielt. Der Hans-Peter Dürr, ein Schüler von Heisenberg, will diese kleinen Teilchen oder die Quanten – er will sie nicht Teilchen nennen, weil das stimmt eigentlich nicht – es sind keine Teilchen, sie sind nämlich gar nicht real. Wenn man glaubt, dass also Atome, Elektronen und so, real wären, wie das, was man angreifen kann, dann stimmt das nicht. Sie sind nämlich in Wahrheit gar nicht da, sie machen nur Wirkungen. Immer wieder Wirkungen. Und da eine Wirkung, dort eine Wirkung, da eine Wirkung. Man glaubt, da fliegt jetzt so etwas da durch, das gibt es gar nicht. Es ist nur so, das denken wir dazu. Das ist die Illusion, die wir dazu denken.

Aber zum Beispiel ein Elektron, das ist ein Bestandteil des Atoms, das fliegt nicht auf einer Bahn. Es ist da eine Wirkung, da eine Wirkung, da eine Wirkung, da eine Wirkung vielleicht, jetzt denkt man, das müsste sich ja auf der Bahn befinden, es bewegt sich doch so. Nein! Jetzt macht es da eine Wirkung, ganz abseits davon. Weil es eigentlich nur statistisch verteilt ist. Wenn es viele sind, dann können die halbwegs eine Bahn beschreiben, nach der sie folgen. Aber in Wahrheit ist das etwas, was nicht real im Raum dauerhaft anwesend ist. Sondern nur Wirkungen, die hereinspringen. Nur Wirkungen, die hereinspringen.

Materie ist Geist – Materie ist Energie. Wärme/Hitze ist die Willenskraft geistiger Wesenheiten

Das heißt eigentlich ein Geistiges, jetzt ist noch die Frage, welcher Art das Geistige ist? Es hängt nämlich in Wahrheit mit dem Ahrimanischen zusammen, aber das ist die Art des Geistigen, die er halt kam. Aber das ist nicht dingliche Realität. Wir glauben das halt nicht. Wir denken, das ist so fest, das ist die Realität. An dem kann ich mich anhalten. Es ist – in Wahrheit ist es Geist, den wir angreifen. Ungeist von mir aus, wenn es zu Stofflich ist. Es ist halt ahrimanischer Geist, aber auch Geistiges.

Und es fängt schon damit an, dass man das Stoffliche in Wahrheit in Energie auflösen kann. Es ist eigentlich nichts anderes als ungeheure Hitze, Wärme, die gefangen ist. Was anderes ist es nicht. Das kann man sich nicht vorstellen. Äußerlich ist es so kühl und fest und rührt sie nicht. In Wahrheit ist es nichts anderes als Hitze. Gefangene Hitze. Aber die ist eingesperrt.

Grundlage des Stofflichen ist die Willenskraft hoher geistiger Wesenheiten – der Throne 0:33:53

Und das korrespondiert absolut mit dem, wie R. Steiner den Anfang der Weltentwicklung überhaupt beschreibt mit dem Alten Saturn, wo alles einmal aus der Wärme entstanden ist. Und hinter der Wärme, aber was steht hinter der Wärme? Willenskraft geistiger Wesenheiten. Und wenn dieser Wille sozusagen hingeopfert wird, wenn man so will, dann entsteht die Wärme. Und  aus dem ist der Alte Saturn entstanden. Und das liegt heute noch aller Materie, allen Stofflichen zugrunde. Das heißt, im Grunde des Stofflichen ist Willenskraft hoher geistiger Wesenheiten. Geistige Wesenheiten, die Throne genannt werden.

Frage einer Zuhörerin: "In dem Fall jetzt die Bäume? Die Natur?"

Ja, ja. Alles. Aber auch die Steine! Jedes Zupferl. In allem ist das drinnen auch. Auch die Steine. Also die Throne sind die, die wirklich das Stoffliche, die stoffliche Grundlage geben. Nicht wahr, dass es Bäume sind, dass Lebenskräfte sind, da sind noch andere Kräfte, die dazukommen, da  müssen ätherische Kräfte und etwas dazukommen, das es auch wachsen kann. Aber das wirklich Stoffliche, was die Welt stofflich trägt - und darum heißt es der Thron, der Thron Gottes eigentlich - das ist das, was die Welt trägt, die Schöpfung trägt. Und was wir halt jetzt äußerlich als Materie erleben. Teilweise zumindest. Dahinter stecken diese Throne, also hohe geistige Wesenheiten aus der ersten Hierarchie oben. Wir werden auf die Wesenheiten eh bald kommen. Also es wird vom Thron sehr bald gesprochen werden. Vom Thron Gottes oder so irgendetwas, in der Apokalypse.

Anmerkung einer Zuhörers: "Wir sind der Stoff, aus dem die Träume sind. Sagt der Shakespeare! Stoff und Geist."

Stoff ist Geist – Die Aggregatzustände des Wassers (Physisch, Ätherisch, Seelisch) 0:35:48

Ja. Ja, absolut. Stoff und Geist. Stoff ist Geist. Nicht wahr, in Wirklichkeit ist Stoffliches Geist. Nichts anderes. Und daher ist aus dieser geistigen Perspektive heraus, da gibt es gar nicht das Problem, wie wirkt Stoffliches auf Geistiges oder umgekehrt? Weil es ist immer Geist! Es ist auch das Geist. Unser Gehirn ist eigentlich, unser stoffliches Gehirn ist auch Geist. Und das heißt – nur ist es sehr stark verdichteter Geist halt. Sehr verdichtet. Es ist also eine andere Form des Geistes. Rudolf Steiner benutzt oft als anschauliches Bild dafür: Nimm Wasser her und es gefriert zu Eis. Und du würdest nur das feste Eis sehen, dann siehst du das Materielle. Aber es ist immer Wasser. Und selbst wenn es vorher Dampf wäre, wäre es auch noch Wasser. Also es kann in verschiedenen Formen sich verwandeln. Man könnte sagen, das Dampfförmige wird dem Seelischen entsprechen, wenn es flüssig wird, entspricht es irgendwie dem Ätherischen und dann wird es das Physische, wenn es fest wird. Und dann sehen wir es mit den Sinnen. Also es ist so, als würden wir halt das Fließende und das Dampfförmige nicht sehen. Weil wir das anders erleben. Und zunächst sowieso nur als Spiegelbild im Inneren.

Im Alltagsbewusstsein haben wir das Seelische nur als Spiegelbild 0:37:19

Über das haben wir ja schon öfters gesprochen, dass wir in unserem Alltagsbewusstsein in Wahrheit nur ein Spiegelbild des wirklich Seelischen haben. Da haben wir noch nicht die Realität des Seelischen. Das ist der große Brocken, mit dem auch alle geistig suchenden Menschen leben müssen. Weil ich möchte nicht wissen, wie viele glauben, aha, meine Seele, na das ist das, was ich halt innen in mir erlebe, so tagtäglich. Und das ist nur das Spiegelbild am Körperlichen in Wahrheit. Das ist das Spiegelbild des wirklich Seelischen am Körperlichen. Und das ist auch natürlich sofort mit dem Tod, also spätestens nach den drei bis dreieinhalb Tagen, dann ist das ganz weg. Weil es ist gerade in der Übergangszeit, wo der Ätherleib noch nicht aufgelöst ist, behält er noch so gewisse sinnliche Tätigkeiten. Also dass er zwar nicht, dass er die Sinne, die Außenwelt wahrnimmt, aber das Erleben ist noch sehr in sinnlichen Bildern. Und dann ist das weg. Wir erleben dann ganz anders. Wir erleben dann ganz anders.

Seelisches Erleben: Altes Hellsehen in Form von sinnesartig ausgekleideten Bildern versus modernes Hellsehen ohne sinnlichem Erleben 0:38:25

Nämlich so anders, dass man es mit unseren Worten, die für das uns gewohnte Erleben geprägt sind, eigentlich gar nicht beschreiben kann. Weil wenn ich sage, man erlebt seelische Farben oder was, dann ist es eine Übersetzung in ein sinnliches Erlebnis. Es ist trotzdem anders. Es hat eine gewisse Richtigkeit, weil hinter dem Farbenerleben eine seelische Realität steht, die bei Rot halt so ist und beim Grün so ist. Aber ich sehe eben da trotzdem nicht das Rot oder das Grün, sondern ich sehe die wirkliche seelische Realität dahinter. Und die kann im Grunde nur näherungsweise hindeuten darauf, dass ich sage rot, grün. Ja, der hat in der Aura viel Grün da oben, also viel Intelligenz drückt sich da oben aus. Ja, aber dann darf ich mir nicht vorstellen, der hat jetzt da, weiß ich nicht, einen grünen Lichtschein herum. Dann habe ich wirkliche Halluzinationen, wenn ich das erlebe. Sondern ich erlebe ein geistiges, habe ein geistiges Erlebnis und wenn ich es irgendwie in Worte ausdrücken will, dann drängt sich am ehesten für uns, da wir sehr starke optisch ausgelegte Wesen sind - grün zum Beispiel oder bei einem anderen ist es orange oder sonst irgendetwas. Das ist der adäquateste Ausdruck.

Und tatsächlich war es ja beim alten Hellsehen, das noch sehr viel stärker körpergebunden nämlich in Wahrheit war, auch so, dass ganz automatisch tatsächlich dieses hellsichtige Erlebnis in ein sinnesartiges Erlebnis automatisch umgesetzt wurde, so wie wir es im Traum auch haben. Nicht wahr, im Traum erleben wir auch Bilder, die irgendwo sinnesähnlich sind. Zwar vielleicht wild durcheinander gerührt. Aber trotzdem kann man sagen, es ist so ähnlich wie Sinneseindrücke. Und das ist beim modernen Hellsehen, wenn es ganz rein ist, nicht da. Das ist ein rein seelisches Erlebnis. Und ich kann es euch leider nicht beschreiben, weil es gibt keine Worte dafür. Aber wichtig ist, zu wissen, für sich selber, dass man aber auch nicht erwartet, ja, also jetzt mache ich schon so lang, dreißig Jahre mache ich jetzt geistige Übungen und ich sehe immer noch nichts. Und vielleicht sieht man eh schon seit zehn Jahren etwas und hat es nur noch nicht mit gekriegt.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Weil man sich etwas vorstellt, so muss es unbedingt sein!"

Ja. Und dann blockiert man sich. Ja, ja, man hat eine Erwartung und die tritt nie ein und die wird auch nie eintreten. Weil das einfach falsch ist. Und dadurch übersieht man dann die Feinheiten, die in Wahrheit da sind. Weil natürlich, so eine Imagination, die ist in einem Augenblick da. Und wenn ich den verschlafe, den Augenblick, dann ist sie auch wieder weg. Wenn ich sie erhaschen kann und mich geistig mit ihr mitbewegen kann, dann kann ich sie bei äußerer Zeitlosigkeit - wir haben öfters schon darüber gesprochen, dass da eigentlich in dem Erleben die Zeit äußerlich aufhört zu laufen für uns, also ich kann die Imaginationen in Nullzeit praktisch erleben - und innerlich habe ich trotzdem das Gefühl, ja, ich gehe da Tage spazieren in dieser Imagination. Das ist kein Problem. Ich kann vorwärts gehen, zurückgehen, ich kann einen ganzen Zeitablauf überschauen. So wie wir ja auch unser Lebenspanorama nach dem Tode überschauen können, aber das ist eben so eine Übergangsphase, wo es eine sinnliche Färbung hat. Aber trotzdem kann man sich dort bewegen drinnen frei. Es ist nicht so, gerade am Anfang vielleicht, wenn man so ein Todeserlebnis oder ein Todesnähe-Erlebnis hat, berichtet es oft es läuft wie ein Film ab. Also chronologisch. Aber in Wahrheit ist das nur die Einstiegsphase. Dann kann man sich frei bewegen drinnen. Ich gehe zurück zur Kindheit. Ich gehe, aha, wie hängt das, im Alter es so, das sehe ich, in Beziehung sogar.

Das ist nämlich sogar ganz wichtig zu sehen: Wie hängt die Jugend, die Kindheit mit dem Alter zusammen? Das überschaut man. Und das ist ja ein äußerst schönes Erlebnis. Gerade dieses Lebenspanorama. Und das hat aber eben noch diese sinnliche Qualität bis zu einem gewissen Grad. Aber total freuderfüllt. Da ist nicht ein Schmerz drinnen, selbst wenn etwas passiert ist, sieht man das eher mit Neugier und mit Interesse und schaut das an, aha, das schaut jetzt schrecklich aus, würden wir sagen, aber in dem Erlebnis ist es eigentlich nur spannend und interessant. Und die meisten Sachen, also wo jetzt den Menschen, ich weiß nicht, in irgendwelchen esoterischen oder religiösen Strömungen halt die Freuden des nachtodlichen Lebens geschildert werden, dann hängt es meistens mit der Schilderung dieses Lebenspanoramas zusammen. Einfach mit dem. Also die dreieinhalb Tage, viel weiter geht das im Grunde gar nicht.

Anmerkung einer Zuhörerin: „Das ist aber etwas, was man in diesem Leben erlebt hat?"

Ja, was man in diesem Leben erlebt hat. Jaja, mit dem hängt es zusammen.

1879 – Wiederum der Beginn des Michael-Zeitalters 0:43:55

Ja. Wir müssen also jetzt die Beziehung suchen zu unserem Zeitalter. Wir sind also jetzt wieder in einem Michael-Zeitalter. Das hat begonnen 1879. Dauert also noch eine Weile, wenn man schätzt, dass es etwa 350 Jahre oder ein bisschen länger dauern wird. Also in dem sind wir noch mitten drinnen! Und jetzt ist die große Aufgabe gerade dieses Bewusstseinsleben, gerade dieses Gedankenerleben auch auf eine ganz neue Stufe zu stellen. Nicht wahr, so wie es vorbereitend in der vorchristlichen Zeit, also im sechsten Jahrhundert vor Christus, die Philosophie und diese Dinge ein starker Impuls war für die Inkarnation des Christus oder dass die Menschen dann auch ein Verständnis dafür haben, weil einfach dieses philosophische Denken, das die Griechen entwickelt haben, dadurch erst so richtig ein Selbstbewusstsein auch angefangen hat, um das klar fassen zu können. Zugleich aber wurde das Bewusstsein halt immer mehr letztlich auf die Außenwelt gelenkt.

Im 6. Jahrhundert vor Christus, also mit dem Beginn der Philosophie, verschwindet das geistige Wahrnehmen (das alte Hellsehen)

Also mit dem Beginn der Philosophie fängt auch an, dass die letzten Reste des Hellsichtigen im Grunde verschwinden. Also gerade bei den Philosophen. Bei den ersten vielleicht noch nicht, die noch starke Eingeweihte waren, wie ein Heraklit oder so. Aber selbst dort ist es auch eher so, dass das Hellsehen, also das geistige Wahrnehmen verschwindet und aus dem, was Einweihung oder Inspiration war, Intuition vielleicht sogar war, wird das Denken, das philosophische Denken. Das ist sozusagen der letzte Rest.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Aber Goethe hat doch beides gehabt!"

Goethe hatte in gewisser Weise beides, ja. Über das werden wir noch sprechen, also heute oder das nächste Mal. Aber das ist schon wieder eine viel, viel spätere Stufe. Und sie hängt aber jetzt sehr stark mit unserem Thema zusammen, nämlich was wird aus unserem Seelenleben, aus unserem Gedankenleben namentlich?

Das dritte Seelenglied: Entwicklung der Bewusstseinsseele seit Beginn der Neuzeit 0:46:18

Also wir sagten, in der ägyptischen Zeit die Empfindungsseele, die sich entwickelt hat. Erstmals so etwas wie Innerlichkeit andeutungsweise kommt. Eine Unterscheidung da ist: Eine Welt deutlich draußen, auch um mich herum. Und ich habe eine eigene Innenwelt. Wobei Ich noch gar nicht richtig zu fassen ist, aber man spürt, da drin ist irgendetwas. Bei den Griechen wird es schon deutlicher durch die Verstandes- oder Gemütsseele, die jetzt dazu kommt zur Empfindungsseele. Und jetzt in unserer Zeit, also seit Beginn der Neuzeit, die Bewusstseinsseele. Bewusstseinsseele zunächst einmal ganz stark nach außen. Jetzt ist die Trennung ganz da. Ich kann ganz nüchtern in die Außenwelt hineinschauen.

Der Grieche noch nicht so nüchtern. Daher konnte der Grieche eigentlich nicht ertragen, etwas Unästhetisches anzuschauen. Etwas, was nicht künstlerisch geformt ist oder was zumindest in der Natur einen künstlerischen Eindruck hinterlässt. Obwohl für die Naturstudien haben sie sich eh noch nicht so sehr interessiert. Aber vor allem in der Kunst die Schönheit zu erleben. Und zwar mit jedem Sinneseindruck in Wahrheit wollten sie immer zugleich das Schöne und das Gute und das Wahre miterleben. Da ist noch diese starke Verbindung, ich sehe daraus, ich denke zwar innen, und ich fühle, mein Fühlen verbindet das aber irgendwie. Da ist noch eine Verbindung da, gerade auf dieser Mittelebene. Und dadurch war noch trotzdem auch selbst bei dem Griechen, ja noch nicht einmal bei dem doch relativ nüchternen Römer dann schon, also da geht das zwar schon sehr viel mehr in eine Trennung hinein, aber eben auch noch nicht vollständig. Weil beim Römer spielt dann zumindest wieder sehr viel eine Rolle, dass der Mut, die Tapferkeit und das alles damit verbunden ist. Alles ist eine Bewährungsprobe, was da draußen ist. Also der Römer empfindet mehr meinen Mut, meine Stärke, die muss ich verbinden mit der Welt draußen.

Galiliei´s Pendelgesetze – jetzt will man Naturgesetze entdecken 0:48:47

Aber heute trennt sich das oder hat sich getrennt. Das beginnt also wirklich mit Beginn der Neuzeit, dass man jetzt total trennen kann, das Denken von dem, was da draußen ist. Und auch anfangen kann das Fühlen wegzustreichen. Ich denke ganz nüchtern über die Dinge draußen nach. Ich beobachte sie, schaue genau, wie sie ausschauen, was sie tun, welche Gesetzmäßigkeit ist.

Was weiß ich, wenn der Galilei schaut, er sitzt im Turm von Pisa und es ist Wind und die Kirchenleuchte schwankt. Sie schwankt. Das haben hunderttausend Leute schon gesehen, weil der Leuchter, der Luster hängt schon lange da drinnen. Und er - wahrscheinlich hat ihn die Predigt nicht so besonders interessiert - das ist aber so regelmäßig. Wieso ist das so regelmäßig? Und er hat es gestoppt mit seinem Pulsschlag im Vergleich. Und ist so auf die Pendelgesetze gekommen. Aber da muss ich jetzt ganz nüchtern dem gegenüberstehen. Ganz nüchtern. Nicht, ja wie schön und ich schaukle vielleicht mit und mir gefällt das. Nein! Ganz nüchtern. Es ist regelmäßig. Ja, ich merke das am Puls. Es ist regelmäßig! Wieso? Warum ist es regelmäßig? Und dann forscht er halt weiter und dann kommt er auf die Pendelgesetze. Und auf ähnliche Art auf andere ganz nüchterne Gesetzmäßigkeiten, die sich in der äußeren gewordenen Welt abspielen. Das hatte man in dieser Form nicht.

Ich meine, man hat schon zur griechischen Zeit, namentlich Aristoteles schon, sich mit der Natur beschäftigt. Man hat Naturobjekte gesammelt, man hat auch schon seziert oder etwas, angeschaut, was da alles drinnen ist und eine Art Naturgeschichte gemacht. Aber jetzt geht es ein Schritt weiter. Jetzt sucht man Naturgesetze. Das Denken will Naturgesetze finden.

Geometrie – eine Kunst der Araber und der Inder 0:50:50

Der Grieche hat noch nicht über ein Gravitationsgesetz nachgedacht. Er hat über geometrische Formen, hat er schon nachgedacht und da hat er Zeichnungen und geometrische Beweise geführt. Aber das war was Anschauliches. Gerade die Griechen haben eigentlich anschaulich mathematisiert. Immer geometrisch. Selbst wenn es ums Rechnen ging, haben sie geometrische Beweise gemacht dafür. Das war erst die Kunst eben der Araber. Aber vor allem auch der Inder - dieses Arithmetische. In den Zahlenrhythmen leben. Und in astronomischen Zahlen. Also gerade bei den Indern, die schon in ihrer ganzen Mythologie ist das drinnen. Was die für Weltzyklen haben. Da sind Millionen von Jahren und Epochen und die sich aufeinander türmen, immer mehr und immer mehr. Und die sind eigentlich erst glücklich, wenn so riesige Zahlen drinnen sind und wo immer wieder was Neues herauskommt. Wo immer aus dem Ei etwas Neues springt. Aus dem Nichts etwas Neues entspringt.

Davon kommt unsere Null. Die Null ist das Ei. Das fruchtbare Ei, aus dem was Neues entspringt. Eigentlich ein Nichts. Nicht wahr, das Ei ist ja eigentlich jetzt nur die Fruchthülle einmal, wenn da nicht etwas Befruchtetes drinnen ist. Auf das kommt es aber an. Das ist das Neue, was herausspringt. Und das haben die Inder bis in die Zahlen hineingetragen. Und eigentlich war die Null etwas ganz was Wichtiges und aus dem entsteht dann das Dezimalsystem. Alles, was wir heute kennen, wäre ohne Null nicht möglich gewesen. Die Römer rechnen mit ihren römischen Zahlen. Das ist, gelinde gesagt, etwas mühsam größere Zahlen zu berechnen damit. Das Stellenwertsystem, das letztlich von den Indern kommt und dann von den Arabern übernommen wird und von den Arabern kommt es dann zu uns. Wir sind die Letzten, die es kriegen. Kommt also alles von dort. Andere Art des Denkens.

Es ist unsere Aufgabe eine neue Art des Denkens und Erlebens zu entwickeln, das zurückfindet zu dem, aus dem es stammt – aus dem geistigen, hellsichtigen Erleben 0:53:06

Ja, aber wir brauchen heute noch eine ganz andere Art des Denkens und Erlebens. Wir müssen heute – vor allem seit Anbruch des Michael-Zeitalters, das bereitet es vor – in ein Denken hineinkommen, das wieder dorthin zurückfindet oder zu dem zurückfindet, aus dem es eigentlich stammt, nämlich aus dem geistigen, hellsichtigen Erleben. Aus dem kommt es in Wahrheit. Nicht wahr, die Griechen, aus der Mythologie kommt, die Mythologie ist noch eine Erinnerung an etwas hellsichtig Geschautes und aus dem entsteht dann langsam die Philosophie. Das heißt, jetzt wird es nur mehr Gedanke, der aber in Wahrheit einen hellsichtigen Ursprung hat. Und von dort her kommt es.

Und gerade im Denken geht es bis zur Intuition hinauf, also bis zum unmittelbaren sich verbinden mit anderen geistigen Wesenheiten. In Wahrheit, wenn wir einen Gedanken fassen, einen Begriff bilden, dann ist das eine Begegnung mit einer geistigen Wesenheit. Das steckt dahinter. Na das kriegen wir heute mit unseren Intellekt nicht mit. Sondern wir machen jetzt Definitionen und basteln uns was zusammen. Nur diese Definitionen, die wir heute haben, da steckt wenig Wirklichkeit dahinter. Wir müssen in Wahrheit auf Grundbegriffen aufbauen, die immer weiter zurückgehen und dort kommen sie aus dem Hellsichtigen, aus dem Inspirativen. Das heißt, wir verstehen auch, was uns dieses imaginativ geschaute Bild bedeutet. Und zuletzt vereinigen wir uns mit der geistigen Wesenheit, von der es ausgeht. Und das steckt hinter jedem Gedanken dahinter. Jeder Gedanke, den wir bilden, jeder Begriff, den wir bilden, jede Idee, die wir bilden, ist in Wahrheit Begegnung mit einer geistigen Wesenheit.

Wenn ich die Rose denke als Begriff, steckt in Wahrheit dahinter eine geistige Wesenheit. Nämlich die Gruppenseele oder der Gruppengeist, aus der die Gattung der Rosen geschaffen ist. Das steckt letztlich dahinter. Und wir würden eine Rose nicht erkennen als Rose, wenn wir nicht unbewusst diese Begegnung hätten. Sie wird uns nur nicht bewusst. Und wir tun auch alles dazu, dass es uns ja nicht bewusst werden kann, weil wir alle möglichen Definitionen darüber lagern und sagen: Naja, eine Rose, da haben die Blätter diese Form und die Blütenblätter schauen so aus und die Laubblätter schauen so aus, also fünfzählig drinnen usw.  Aber das ist abstrakt. Da sehen wir nur das, was eigentlich als Leichnam der Pflanze überbleibt im Grunde, das Abgestorbene. Weil ich kann natürlich die Blütenblätter zählen, ich kann sie zerrupfen, dann kann ich es abzählen, wie viele es sind. Aber da habe ich nur mehr die abgestorbenen Reste, da habe ich den Leichnam der Pflanze in Wahrheit. Und in dem sind wir toll heute. Also Naturwissenschaft, auch Biologie, Biochemie ist nichts anderes als Leichenfledderei. Na ja, naja, ich meine das gar nicht böse, aber das haben wir bis zur Exzellenz ausgearbeitet. Aber das ist immer, wir studieren was? Wie ich es vorher gesagt habe am Anfang: Die Realität. Die Realität ist aber das Gestorbene. Die Wirklichkeit einer Rose ist dort, wo sie noch lebt und ich sie in den Lebensprozessen erfassen kann. Nicht in der Momentaufnahme, Knipps, da ist es schon tot. Oder im Labor untersuche ich es. Dann schneide ich es ab und untersuche es im Labor. Dann ist es tot. Dann ist es weg. Dann ist gerade das Entscheidende weg, was sie ausmacht.

Und das müsste heute beginnen. Also das ist unsere große Aufgabe, die Bewusstseinsseele, die wir zunächst für die Außenwelt entwickelt haben, und zwar gerade an der toten Außenwelt, weil der kann ich mich sehr gut gegenüberstellen. Der Tisch, den kann ich jetzt fünf Stunden anschauen, der wird sich nicht rühren, ich kann ihn genau betrachten, da tue ich mir leicht mich ihm gegenüber zu stellen. Wenn ich im Ozean schwimme und die Welle erlebe, ist es schon viel schwieriger, mich dem gegenüberzustellen. Da tue ich mir schon sehr viel schwerer. In der Physik ist es so, dass man in Wahrheit die Flüssigkeiten gar nicht wirklich berechnen kann, sondern man tut so, als ob sie aus kleinen Kügelchen, die fest sind, bestehen würde. Mit der Rechnung stimmt das schon. Weil ich kann ein Sandbad hernehmen, die Wellen im Sand, da gibt es ja auch Wellen, das ist so ähnlich, wie im Wasser. Also mit der Rechnung funktioniert es, es kommt schon annähernd hin. Aber natürlich erfasse ich das eigentlich Fließende und Flüssige schon gar nicht.

Von der kinetischen Gastheorie zum Verstehen des Atems 0:58:29

In der Naturwissenschaft denken wir immer mit kleinen Gegenständen, kleinen oder größeren Gegenständen in Wahrheit. Also das heißt die Realität. Das ist die Realität. Das Gegenständliche. Das fest Gegenständliche. Nicht einmal mehr das Flüssige, schon gar nicht das Gasförmige. Und wenn wir denken müssen, dann tragen wir das, was für das Feste gilt, dort mit unserem Denken hinein. Gastheorie. Kinetische Gastheorie. Also der Druck eines Gases besteht darin, dass dort kleine Kugeln, sprich also Gas-Atome herumfliegen und die trommeln beständig gegen die Wand – wenn das in einem Ballon zum Beispiel drinnen ist – und dadurch entsteht der Gasdruck und wenn ich das wärmer mache, dann bewegen sich die schneller, weil der Druck wird dadurch stärker, weil die stärker gegen die Wand trommeln und der Ballon beginnt sich auszudehnen. Deswegen. Damit habe ich das Gas nur als Phänomen und es ist immer nur ein physisches Phänomen. Sinnlich? Ja, irgendwie. Da ist es schon schwierig, na weil Luft, wie sinnlich ist uns die Luft? Ja, beim Atmen. Aha. Da wird es schon. Aber beim Sehen nicht. Weil sie ist zum Glück durchsichtig. Wir merken sie eigentlich gar nicht. Beim Atmen schon, aber da müsst ich anders herangehen.

Einatmen heißt wach, bewusst werden – Ausatmen heißt ein wenig traumhafter werden 0:59:52

Also das heißt, wenn ich die Luft verstehen will, müsste ich eigentlich den Atmungsprozess verfolgen und den studieren. Und zwar jetzt aber auch nicht nur mechanisch? Was tust sich da, Lunge bläht sich auf und so. Sondern alles, was damit zu tun hat, eben auch, was es fürs Leben bedeutet? Was ich da vielleicht spüren kann. Was es Seelisch bedeutet? Also Seelisch zum Beispiel ganzheitlich einatmen, ist eine Spur bewusster werden, ausatmen, ist eine Spur traumartiger werden. Mit jedem Atemzug geht das hin und her. Hin und her. Muss man nur versuchen zu beobachten. Vor allem, wenn man sehr stark einatmet (Wolfgang zieht tief Luft ein), wird man Spur wacher, man spürt sich auch stärker, den ganzen Körper, natürlich auch durch die Spannung, die da entsteht, das ist mit verbunden. Aber man wird eine Spur wacher. Wenn ich loslasse (Wolfgang atmet tief aus), werde ich eine Spur traumhafter, das kann auch recht angenehm sein. Weil das Wachbewusstsein (Wolfgang atmet wieder tief ein), das kann sogar fast wehtun ein bisserl, weil Bewusstseins geht so leise Richtung Schmerz. Bewusstsein und Schmerz hängt zusammen. Waches Bewusstsein ist nur gedämpfter Schmerz in Wahrheit. Das heißt auch, ohne Schmerz kein Bewusstsein. Auch interessant.

Und je mehr das Lebendige überwindet, desto dumpfer wird es aber auch vom Bewusstsein. Also wo die Aufbaukräfte sind, da spürt man normalerweise gar nichts. Auch in unserem Organismus. Wo das Leben überschäumend ist, das spüren wir gar nicht. Wir haben so ein allgemeines Wohlgefühl vielleicht, das ist aber auch schon alles. Hingegen haben wir oft ein sehr ausgeprägtes Schmerzgefühl. Ah, da tut es weh und dort zwickt es, da werden wir wach. Wenn es in Ordnung ist eigentlich, dann fällt es uns gar nicht weiter auf.

Unsere Aufgabe: Lernen in ein tieferes Bewusstsein zu kommen – zu dem was wirkt, dem Wirkenden 1:01:56

Also das heißt, wir müssen lernen jetzt langsam in unserer Zeit ein tieferes Bewusstsein zu bekommen, über das, was über die Realität hinausgeht. Und zu sagen, nein, die Realität ist nur das Abgestorbene aus der Vergangenheit. Und das ist das Unwirkliche. Es ist eigentlich unwirklich. Und die Wirklichkeit ist das, was sinnlich noch gar nicht da ist, was aber die Zukunft baut. Das ist nämlich das Entscheidende. Und wenn ich diesen Blick dorthin wende, dann bin ich mit dem Bewusstsein im Geistigen drinnen. Dann bin ich in den Auferstehungskräften, nicht in den Absterbekräften drinnen.

Das ist das, was begonnen hat aber mit dem Mysterium von Golgatha. Wo auch beginnt die Möglichkeit zur Auferstehung vor allem im Denken. Im Denkprozess. Nicht umsonst steht das Kreuz auf der Schädelstätte. Golgatha ist die Schädelstätte. Das ist ganz weise, dass dieser Ort so genannt wird. Das hat wirklich mit dem da oben was zu tun. Weil da oben stirbt zunächst einmal alles. Und dadurch entsteht unser heutiges Bewusstsein, gerade dass alles da oben, die Sinneswahrnehmung, das alles, abstirbt da oben und dann haben wir unser modernes, abstraktes Denken. Das ist auch ganz abgestorben. Da ist jetzt wirklich der letzte Rest der Hellsichtigkeit endlich draußen. Und auf das pocht mit einem gewissen Recht die äußere Wissenschaft, dass sie nichts anderes drinnen haben will, außer dieses Sammelsurium des Abgestorbenen und der menschliche irdische Intellekt, der es jetzt irgendwie ordnet und da Gesetzmäßigkeiten drinnen sucht. Aber da sucht er also nur die Spuren in Wahrheit aus der Vergangenheit. Die findet man drinnen, so wie man in der Natur draußen die Fossilien findet. Und die kann ich studieren. Und die kann ich aneinander legen. Dann weiß ich, aha, früher waren die, die waren einfacher und dann finden wir die kompliziertere und dann bekomme ich eine Evolutionstheorie. Wie es der Charles Darwin gemacht hat und sein großer Verdienst war. Aber der Glaube drinnen ist, naja, aus dem einfachen Ding hat sich von selbst das Komplizierte entwickelt äußerlich. Materiell von einem Ding zum nächsten. Das ist aber nicht wahr. Sondern die Entwicklung entsteht dadurch, dass immer wieder ein geistiger Impuls hinein kommt. Der ist das Wirkende. Das Wirkliche, das die Evolution, die Entwicklung vorantreibt. Ohne dem ist gar nichts. Und das müssten wir heute erkennen. Das müssten wir heute erkennen.

Aber wir brauchen dazu genau diesen Gegenschlag oder diesen Gegenimpuls der äußeren Wissenschaft. Der äußeren Naturwissenschaft, die gerade ihre Aufgabe dadurch erfüllt, dass sie nichts Geistiges entlässt, sondern sagt, wie weit komme ich mit dem, dass ich das äußerlich anschaue? In der Physik, wie wir es heute schon angedeutet haben, kommt man bereits so weit, dass sie sagen, das ist eigentlich nicht die Wirklichkeit. Die Physiker sind schon so weit. Dass sie sagen, dahinter wirkt etwas. Und dieses Wirkende ist das Eigentliche. Und das Andere ist nur eine Erscheinung. Die Elementarteilchen, die Atome, das sind keine Dinge. Die gibt es eigentlich gar nicht, sondern dahinter ist etwas Wirkendes. Also da fängt etwas an und zwar nur, weil man den Weg konsequent bis zum Ende gegangen ist. Wenn man schon vorher die ganze Zeit von irgendeinem Geistigen drinnen spintisiert hätte, das man ehrlicherweise selber aber nicht wahrnimmt, sondern das man nur dazu denkt, dann komme ich ins Ungesunde hinein.

Rene Descartes – „Ich denke, also bin ich!“ 1:06:11

Und so sind viele ungesunde Dinge eben entstanden, zum Beispiel das sogenannte Leib-Seele-Problem. Das geistert vor allem in der Neuzeit die ganze Zeit durch die Philosophie. Also spätestens seit Rene Descartes, der Rene Decartes war der berühmte Ding, der gesagt hat: "Ich denke, also bin ich." Das ist das Ich, ist schön, dass er das entdeckt. Aber er hätte eigentlich, wie es R. Steiner immer wieder sagt, sagen müssen: Ich denke, also bin ich nicht! Weil im Denken habe ich eben nur ein Spiegelbild und nicht mein wirkliches Ich. Das heißt, ich erlebe mich in dem Spiegelbild eben nur als Spiegelbild und nicht in meiner Wirklichkeit. Und von dem aus sind dann aber viele Fehler passiert. Und der Descartes hat eben auch dieses Leib-Seele-Problem in die Welt gestellt, ja, aber der Mensch hat ja doch etwas Seelisches, was Geistiges, wobei zwischen Seele und Geist kann man eh nicht mehr unterscheiden, weil es ist ein Mischmasch - und das andere ist das Körperliche. Bei den Tieren hat es schon gesagt, na ja, die Tiere, die sind nur was Körperliches, die haben keine Seele. Zu dem kommt er. Die muss man eigentlich mechanisch erklären. Beim Menschen zuckt er noch zurück, weil er erlebt doch da drinnen irgendetwas, das gibt es doch auch. Und dann sagt er, naja, es gibt beim Menschen oder überhaupt bei allem in der Welt die Res extensa, die "ausgedehnte Sache", also das Körperliche. Res extensa. Was Extension, Ausdehnung hat, Körperliches. Das haben die Tiere. Wir haben es aber auch. Aber es gibt auch die Denksache, weil wir denken ja. Ich denke.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Der Tisch kann sich auch ausdehnen!"

Ja, ja. Das ist auch was Ausgedehntes. Ja, ja, natürlich. Also jedes räumliche Ding ist etwas Ausgedehntes. Aber das nimmt er als etwas rein Materielles und so nimmt er auch unseren Körper. Also unser Körper ist eigentlich wie eine Maschine. Nur - da sitzt irgendwas drinnen, was eben nicht räumlich ausgedehnt ist und das nennt er die Res cogitans, die erkennende, geistige Substanz sozusagen oder seelische Substanz. Und dann fängt aber jetzt die Streiterei an die ganze Zeit.  Aber wie wirken die auf einander? Wie schafft es dieser nicht ausgedehnte Geist den ausgedehnten Körper in Bewegung zu setzen? Wo setzt der an? Wie tut der?

Ich meine, der Decartes meint dann, ja, bei der Zirbeldrüse irgendwo da drinnen im Hirn. Da setzt er an. Weil die Zirbeldrüse hat die Eigenschaft, dass sie nämlich nicht paarig ausgebildet ist. Sonst ist alles im Gehirn, da gibt es eine linke Seite und da eine rechte und die sind spiegelbildlich, die ist praktisch die einzige, die nur in einer Version vorkommt. Und da hat er sich gedacht, dort ist der Punkt da drinnen, da greift das Geistige an. Aber wie, haben dann die nächsten gefragt? Wie soll denn das jetzt konkret funktionieren? Bis heute streiten die Neurowissenschaftler darüber. Ich meine, jetzt so in den letzten 20 Jahren, haben sie jetzt endlich gesagt, nein, es gibt nichts Geistiges, das gibt es sowieso alles nicht. Wir untersuchen nur das Materielle. Und die sind am richtigen Weg. Weil so funktioniert es eben nicht.

Sie müssen einmal erst das Materielle erkennen. Dass sie erkennen: Materie ist auch nur Geist. Dann werden Sie darauf kommen. Es ist eben nicht eine Wechselwirkung von etwas Geistigem mit etwas Materiellem, sondern es ist Wechselwirkung von Geist und Geist, der halt in verschiedensten Formen vorliegen kann. Also bevor so ein Gedanke nicht auftaucht, wird dieses Rätsel nicht zu lösen sein. Weil da wird es jetzt natürlich kurios heute teilweise in den Neurowissenschaften, weil alles macht dann natürlich das Gehirn, weil es ja alles materiell erlebt. Also Ich, das gibt es natürlich nicht, sondern es gibt nur ein Gehirn, das tut irgendetwas. Und nur - wie ist es dann mit unserem Bewusstsein? Für was brauchen wir das dann überhaupt? Wenn eh der Mechanismus alles tut? Ist eigentlich völlig überflüssig. Und da rätseln sie dann herum. Naja, gewisse Nervenreaktionen sind halt bewusst. Ja, aber warum? Ja, wissen wir eigentlich auch nicht wirklich genau. Aber ist halt so.

Die Grenzen der Naturwissenschaften 1:10:57

Also man stoßt an Grenzen. Und das ist das Geniale der Naturwissenschaften, dass sie immer an ihre eigenen Grenzen stoßen. Und man braucht nur den Weg weiter gehen. Man braucht gar nicht schimpfen darüber. Sondern sie weiter gehen lassen. Es ist viel besser, sie in ihrem Materialismus gehen zu lassen, als dass sie künstlich jetzt irgendwo einen geistigen Hokuspokus einbauen. Es gab immer wieder so Neurowissenschaftler aus dem besten Empfinden heraus, weil sie empfinden: Aber der Mensch ist mehr als etwas Materielles, jetzt muss ich das aber irgendwie in meine naturwissenschaftliche Theorie auch hineinbringen. Und da gibt es alle möglichen Theorien und Gehirnverrenkungen in Wahrheit, um das hineinzubringen, wie was Geistiges auf etwas Materielles wirken soll. Und das funktioniert aber einfach nicht.

Dazu müsste man die Welt überhaupt geistig denken können. Auch die materielle Welt. Also das heißt, die Naturwissenschaft muss dorthin kommen, das ist die Aufgabe unseres Zeitalters heute, dass sie auch das Materielle geistig denken kann. Das ist der Punkt. Also es geht nicht um den Gegensatz Geist und Materie in Wahrheit, sondern zu erkennen, dass Materie eine Erscheinungsform, eine von mir aus unterste Erscheinungsform des Geistigen ist. Das ist ganz wichtig. Und das erkennen zu können ist mit eine Folge des Erdenlebens des Christus. Bis in dieses Geheimnis...(das Telefon klingelt)

Das Michaeli-Zeitalter: Das Denken weiterentwickeln 1:12:45

Frage einer Zuhörerin: „Was macht eigentlich dieses Michaeli-Zeitalter aus?"

Ja, dieses Michael-Zeitalter zeichnet eben vor allem aus, dieses Denken weiter zu entwickeln. Und zwar nämlich warum? Also ich will es ein bisschen näher erläutern. R. Steiner hat oft vom Michael gesagt, er ist so etwas wie der Verwalter der kosmischen Intelligenz. Jetzt ist mit Intelligenz natürlich nicht unser heutiger Intellekt gemeint, sondern Intelligenz oder Weisheit, kosmische Weisheit. Das ist im Prinzip - naja, wie soll ich das jetzt salopp ausdrücken - es sind die gesellschaftlichen Umgangsregeln der geistigen Wesenheiten miteinander. Das könnte man sagen. Wie die miteinander umgehen. Wie sie zueinander stehen, nach welchen Gesetzmäßigkeiten sozusagen sie sich verhalten? Welche Aufgaben sie übernehmen? Die Summe aller geistigen Wesenheiten zusammen, wie die zusammenleben, zusammenwirken, zusammenarbeiten, das ist Ausdruck der kosmischen Intelligenz. Ganz grob gesprochen.

Nicht wahr, die Realität, die Wirklichkeit der Welt besteht in geistigen Wesenheiten. Das heißt, wenn ich das Wirkliche suche in der Welt, komme ich zuletzt immer auf geistige Wesenheiten. Wir haben eine ganze Hierarchie von geistigen Wesenheiten. Ausgehend von der Gottheit, also von der Trinität ausgehend, über die Engel-Hierarchien herunter, dann die Elementarwesen, die damit verbunden sind. Wir als geistige Wesenheiten, als beginnende geistige Wesenheiten im Grunde, die herumlaufen. Das ist die eigentliche Wirklichkeit. Aber nicht in ihrer körperlichen Form, sondern was geistig dahintersteckt. Und das baut dann auch die Erscheinungsformen bis hin zur dichtesten materiellen Erscheinungsform. Aber die Wirklichkeit sind immer die geistigen Wesenheiten.

Das ist natürlich der Gegenpol zu dem, was heute der Materialismus behauptet, der aber - wie ich heute schon gesagt habe - in der Physik in Wahrheit nicht mehr haltbar ist.

Die Michael-Schule: Vorbereitung des Michael-Zeitalters – Goethe und Schiller 1:15:11

Frage einer Zuhörerin: "Und wieso heißt es, Michael ist die geistige Intelligenz entfallen?"

Ja. Naja. Jaja. Also, es ist ein Punkt, jetzt in unserem Michael-Zeitalter, das also 1879 begonnen hat.

Frage einer Zuhörerin: "Was ist 1879 eigentlich passiert?"

Na ja, also es hängt damit, es geht vorher ein starker Kampf, eine starke Auseinandersetzung los, die fängt schon an, na ja, mit Ende der Goethezeit kann man sagen. Also, naja, holen wir ein bisschen weiter aus. Dieses Michael-Zeitalter, das bricht nicht so ganz von ungefähr an. Abgesehen davon, dass er halt jetzt wieder einmal dran ist in der Abfolge. Aber es bereitet sich vor. Schon bevor dieses Michael Zeitalter anbricht, breitet es sich in der geistigen Welt vor. Es ist also noch nicht bei uns angekommen, aber es bereitet sich in der geistigen Welt vor. Das ist das, was R. Steiner oft genannt hat die Michael-Schule, die geistige Michael-Schule. Also eine Gemeinschaft geistiger Wesenheiten, mit der auch Menschen verbunden sind, die geistig strebend sind, entweder die jetzt im Leben zwischen Tod und neuer Geburt stehen oder wenige auch, die bereits auf Erden damit verbunden sind und die gewisse Impulse davon kriegen. Ein solcher war Goethe. Ein solcher war Goethe. Und diese Impulse sind bei Goethe hineingekommen, namentlich eben in dieses Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie, aus der dann die Mysteriendramen letztlich auch entstanden sind. Aus der Anregung heraus. Aber auch in anderen Werken von Goethe wirkt das unbewusst hinein. Er war sich dessen sicher nicht bewusst, ah, da ist der Erzengel Michael, der hat eine Schule da oben und ich schaue jetzt, was da los ist. Aber er bekommt diese Imaginationen hinein. Gewisse Bilder, die er hinein bekommt. Und aus denen schafft er seine Werke.

Also gerade Goethe ist ja sehr interessant, weil er sehr bildhaft schreibt auch und ein sehr stark bildhaftes Erleben hat. Und er wollte ja eigentlich Maler werden. War lange, eigentlich im Grunde bis zu seiner italienischen Reise, da hat er schon einiges an Schriften auch verfasst, der Werther zum Beispiel oder so, die ja ganz erfolgreich waren. Aber trotzdem war er sich nicht sicher, ob dort seine eigentliche künstlerische Begabung liegt oder ob sie in der Malerei liegt. Und erst nachdem er von seiner italienischen Reise zurückgekommen ist, wo er gerade auch viele Maler auch besucht hat, die dort waren auch aus dem deutschen Raum, die halt nach Italien gegangen sind, weil dort ein anderes Licht ist und eine andere Umgebung halt einfach ist. Erst da hat er dann den Entschluss gefasst, also meine eigentliche Aufgabe ist das Dichten, das Schreiben. Und man merkt es aber seinen Schriften an, seinen Gedichten, seinen Dichtungen, also den Theaterstücken und so weiter, er dichtet total bildhaft.

Er ist ganz anders als der Schiller. Der Schiller ist musikalisch. Obwohl er kein Musiker war. Ist auch Interessant. Gerade das, was sie nicht äußerlich dann in dem Maße ausgeübt haben. Der Schiller war sogar ziemlich äußerlich eher unmusikalisch sogar, was ungewöhnlich ist in der damaligen Zeit. Er hat nicht selber ein Instrument gespielt, was die meisten getan haben. Aber in seinen Dichtungen ist er absolut musikalisch und er sagt auch von sich selber, wenn ich ein neues Gedicht schreibe, dann habe ich eine Melodie. Und die Melodie wird immer konkreter und dann suche ich meinen Stoff dazu. Wie kann ich das umsetzen? Also die äußere Geschichte dazu. Es ist nicht so, dass er sagt, ich will jetzt über dieses oder jenes Thema schreiben. Sondern eine Melodie kommt herein. Und ich such mir ein Thema, zu dem diese Melodie passt, das heißt, wo ich es in Worte dann hinein gießen kann. Also das heißt, Schiller musiziert im Dichten und der Goethe malt im Dichten. Und das ist aber eben nicht nur das äußere Malen, sondern dahinter stehen auch die Imaginationen. Und diese Imaginationen, dadurch fängt er eben etwas auf auch aus dieser Michael-Schule. Und daraus entsteht eben speziell dann dieses Märchen von der grünen Schlange. Weil da geht es eben darum, bildhaft imaginativ den geistigen Entwicklungsweg eines Menschen zu schildern, der ein Bewusstsein entwickelt, das unserer heutigen Kulturepoche angemessen ist. Um nichts anderes geht es da.

Goethes Märchen als Ursprung für die Mysteriendramen von Rudolf Steiner

Und Rudolf Steiner greift es dann später auf und macht daraus letztlich die Mysteriendramen. Weil eigentlich wollte er ja nur Goethes Märchen als Bühnenstück inszenieren, also es umschreiben als Bühnenstück. Das war der Ausgangspunkt. Aber er hat dann gemerkt, irgendwie macht sich das selbstständig. Wie es halt bei einer wirklichen Kunst ist, hat R. Steiner selber vorher nicht gewusst, was das werden wird. Er wollte, also der Entschluss war einfach, ich setze das Märchen für die Bühne um als Bühnenstück und im Schreiben macht sich das selbstständig. Und er hat immer gesagt, ich war selber überrascht am nächsten Tag was da jetzt wieder rauskommt. Ich wusste es vorher nicht. Und schließlich ist es etwas Eigenständiges geworden. Gerade beim ersten Drama merkt man noch die Figuren, aha, irgendwo kommen die von dem Märchen her ganz deutlich. Die zwei Irrlichter, der Capesius und der Strada, das sind die zwei Irrlichter usw. Und die schöne Lilie ist halt dann die Maria im Drama und dergleichen und dergleichen.

Ja. Da wird also diese Imagination deutlicher noch natürlich. Also R. Steiner holt sie noch deutlicher herein. Aber das sind alles Impulse, die schon von dieser übersinnlichen, könnte man sagen, noch im Geistigen vorhandenen Michaels-Schule sind. Und dieser Impuls lebt also sehr stark in der Goethezeit. Also Goethe stirbt 1832. Was passiert dann? Eigentlich so ziemlich mit dem Tod Goethes fängt rasant an das technische Zeitalter und damit das total materialistische Zeitalter im äußeren Sinn. Jetzt gar nicht negativ zu bewerten nur. Weil es musste heraus kommen. Aber so die ersten Eisenbahnen – relativ kurz vor Goethes Tod beginnt das – und dann innerhalb von wenigen Jahren im Grunde fangen überall die Eisenbahnen an. Und ihr wisst, welche Bedeutung die Eisenbahn auch fürs Leben R. Steiners hatte. Sein Vater war Stationsvorsteher. Er ist mitten im Eisenbahngeschehen aufgewachsen im Grunde. Und das war ganz wichtig, einerseits draußen die Natur zu erleben und andererseits in der damals modernsten Technik. Nicht wahr, Eisenbahn ist so wie heute Weltraumfahrt oder so etwas, muss man sich denken. So neu war das auch. Bis dahin ist man mit dem Pferdewagen gefahren. Und das hat man schon seit Ewigkeiten gemacht. Und jetzt plötzlich kommen diese Dampfrösser da hinein. Und die Schienen, die gelegt werden, die ganze Erde wird total verändert, Fahrwege werden neu gebaut und weiß Gott was alles. Also es ändert sich unheimlich viel dadurch.

Michaels Kampf mit dem Drachen – der ahrimanische Intellekt auf Erden wird verstärkt 1:23:22

Und es kommt jetzt ganz stark, naja, wenn man will, ein ahrimanischer Impuls hinein. Materialismus. Und das hängt zusammen mit dem Kampf Michaels mit dem ahrimanischen Drachen, wenn man so will. Also da geht es um den ahrimanischen Drachen. Und wir haben das letzte oder vorletzte Mal auch schon deutlich gesagt, aber selbst Michael ist nicht imstande den Ahriman zu erlösen. Er kann ihn bekämpfen. Er kann ihn aus der geistigen Welt vertreiben. Weil Ahriman ist auf dem Schritt, er will ja immer nach oben greifen. Er kommt von unten und will nach oben greifen. Er will ja zur geistigen Quelle hinauf. Die will er sich ja erobern irgendwo. Und das darf aber nicht sein. Und der Michael? Was macht er? Er stößt ihn dorthin, wo er hingehört. Nämlich da hinunter. Und wir haben ihn jetzt. Wir haben ihn. Das bedeutet natürlich erstens einmal ganz starke Befruchtung des menschlichen Denkens durch dieses ahrimanische Element.

Frage einer Zuhörerin: "Gut oder schlecht, oder was?"

Naja, also es ist einmal so. Durch den Sturz des animalischen Drachens ist das erste, was wir bekommen diesen, viel stärker noch, diesen ahrimanischen Intellekt. Und der lebt im Materialismus drin. Das hat sich schon vorbereitet, nicht wahr, auch gerade bei den Arabern, die sehr viel beigetragen dazu haben, dass dieses technisch-naturwissenschaftliche Denken sich entwickelt hat. Die haben auch einen ahrimanischen Hintergrund interessanterweise. Obwohl der Islam und diese Religion ein bisschen etwas Luziferisches hat oder diese Völker eigentlich etwas Luziferisches haben. Aber gerade darum brauchen sie zum Ausgleich einen ahrimanischen Impuls. Und daher waren die Araber die großen Intellektuellen des Mittelalters. Gerade die Araber. Und die haben diesen Impuls also dann nach Europa auch gebracht, über Spanien und so bis nach Europa hinein. Und da wird es aufgegriffen. Und dieser Impuls, der eh eben auch von den Arabern kam, verbindet sich jetzt mit diesen ahrimanischen Kräften, die da auf die Erde gestürzt werden. Das ist das eine.

Der Michael-Impuls unterstützt die Menschen mit dem Weisheitsgefüge der kosmischen Intelligenz in Verbindung zu kommen – mit vollem Ich-Bewusstsein

Das andere ist, dass der Mensch, wenn er sich nicht einseitig nur diesen ahrimanischen Kräften zuwendet, sondern eben dem Michael-Impuls sich öffnet, dem Michael, der aber eben in der geistigen Welt letztlich verbleibt, also nicht herunterkommt, sich öffnet, dann kann er durch den Michael Zugang bekommen zu diesem ganzen Weisheitsgefüge der kosmischen Intelligenz. Aber mit vollem Ich-Bewusstsein. Also nicht einfach in mediumistischer Weise wird was inspiriert und es kommt herein, und der Mensch führt es halt aus blind, sondern so dass es ganz in Freiheit hereinkommt. Und dass der Mensch sozusagen, wenn man so will, sich zuwenden kann dem Michael, dass er eben gewisse Dinge, gewisse Zusammenhänge zeigt, und der Mensch erkennt sie aber dann aus eigener Kraft. Aus der eigenen Kraft des Ich, in der dieser Christus-Impuls eben drinnen liegt. Weil wir haben das ja die letzten Male immer wieder gesagt, dass das die gleiche Kraft ist, unsere Ich-Kraft gleicher Art ist, wie die Christus-Kraft. Und dass wir veranlagt sind darauf, die gleiche Macht darin auch zu erhalten. Ich lese ihn wieder einmal vor. Ich lese ihn fast bei jedem Vortrag vor, aber er ist für uns heute so wichtig, obwohl das schon für eine frühere Epoche ist. So - nämlich für die griechisch-lateinische Zeit hat das begonnen. Eben mit dem Mysterium von Golgatha. Ab dem Zeitpunkt gilt das in diesem Maße.

„Die gleiche Vollmacht des Ich soll ihm eigen sein…“ – in der fünften Kulturepoche (Sardes), können die Menschen beginnen das Denken mit wachem Ich-Bewusstsein wieder dorthin zurückzuführen, wo es herkommt: Aus dem Hellsichtigen

Und dann gilt eben: "Die gleiche Vollmacht des Ich soll ihm eigen sein, die ich von meinem Vater empfangen habe."

Die gleiche Vollmacht des Ich. Das muss man nur einmal ganz ernst nehmen. Da ist kein Unterschied drinnen. Das ist ganz deutlich betont drinnen. Nur wir wissen auch, dass bis wir über diese Kraft, über diese Möglichkeit auch selbstbewusst verfügen können, ist noch ein sehr weiter Weg. Wir können es jetzt erst beginnen. Aber jetzt, in unserem Zeitalter, also jetzt in der fünften Kulturepoche, das ist die Kulturepoche von Sardes. Also hier in der Apokalypse ist es die Gemeinde von Sardes, die dem entspricht, sollte man schon ziemlich anfangen damit. Es ist grundsätzlich von den Bedingungen her den Menschen heute wieder möglich, hellsichtig zu werden. Und zwar aus eigener Kraft, nicht aus Naturanlage. Sondern aus eigener Kraft hellsichtig zu werden. Und zwar im Grunde, in dem ich das Denken wieder zu dem, aber auf neue Weise, zu dem zurückführe, aus dem es eigentlich entsprungen ist, nämlich aus dem Hellsichtigen.

Nur jetzt nicht als ein unbewußter Impuls, der herein streut, wo also halt hellsichtige Wahrnehmungen einfach mich überkommen, sondern wo ich mit derselben Wachheit, wie ich heute in der Wissenschaft die äußere Welt studiere und mir meine Brille aufsetze, und vielleicht ins Mikroskop schaue und die Einzelheiten studiere und ganz wach dem und ganz frei dem gegenüber stehe. Da geht es nicht darum, ich muss glauben, wie die Natur funktioniert. Nein! Ich will untersuchen, wie sie funktioniert. In allen Details. Ich glaube einmal gar nichts. Und dieselbe Wachheit müssen wir heute der geistigen Wahrnehmung gegenüber entwickeln. Und das muss jetzt und damit meine ich wirklich jetzt, hier und heute beginnen. Nämlich den Weg zu suchen zumindest dort hin. Es wird einem früher gelingen und einem später.

Die Kunst ist wach genug zu sein, um die Imaginationen zu fassen – ein Denken entwickeln, das nicht auf die Realität, das Abgestorbene, sondern auf die Wirklichkeit, das Wirksame gerichtet ist 1:29:58

Der Punkt ist, dass in Wahrheit erstens einmal sowieso alle Menschen Imaginationen haben, sonst könnte man gar nicht leben. Der Punkt ist nicht die Imaginationen, wo nehme ich sie her? Die Kunst ist nur wach genug zu sein, um sie erfassen zu können. Das ist das eigentliche Problem. Und das ist das, was wir heute lernen können, lernen müssen, indem wir das Denken verändern. Weggehen von diesem Denken, das nur auf die Realität bezogen ist, sondern ein Denken, das auf die Wirklichkeit, auf das Wirkende geht. Und dazu brauche ich ein lebendig gestaltendes Denken. Nicht ein Denken, das etwas fertig Vorhandenes abbilden soll.

Nicht wahr, die Naturwissenschaft ist heute immer glücklich, wenn sie sagt, naja, ich will ja abbilden die Gesetzmäßigkeiten dessen, was da draußen als Realität ist. Ist auch ihre Aufgabe natürlich. Aber damit erfassen sie gerade die wirkenden Kräfte nicht. Die Wirklichkeit eben nicht. Weil die Wirklichkeit bereitet etwas vor. Die ist noch nicht da. Die ist immer das Werdende. Die ist immer der Impuls, der in die Zukunft geht. Darum kann die Evolutionstheorie, so wie sie heute ist, im Anschluss an Darwin und dergleichen, was ein total starker und guter Impuls war, muss man dazusagen. Also R. Steiner hat nie geschimpft darüber.

Im Gegenteil, er hat also vor allem den Ernst Haeckel, das war der deutsche Vertreter des Darwinismus, also mit Feuereifer verteidigt. Obwohl er ein totaler Materialist war. Er hat später gesagt, ja, ist ja kein Wunder, der war in einer früheren Inkarnation ein Papst. Der muss Materialist werden, das ist schon ganz klar. Er ist jetzt der Papst des Materialismus halt geworden in Deutschland oder so zumindest. Aber er hat das absolut verteidigt und absolut eingesehen, das ist notwendig, dass das entdeckt wird. Erst daran, an dem Gegenpol, wird man die geistige Seite dann dazu finden. Weil solange das vermischt ist miteinander, und dann kommt man in irgendwelche geistigen Träumereien in Wahrheit hinein. Eben Leib-Seele-Problem. Wie hängt das alles zusammen? Da haben alle gerätselt darüber. Die größten Idealisten. Ja, natürlich, natürlich bin ich überzeugt vom Leben nach dem Tod. Aber vorgestellt hat man es sich im Grunde so als eine Fortsetzung vom Erdenleben. Ja, da werde ich halt dann jetzt über eine himmlische Wiese spazieren. Aber das ist im Grunde auch so eine grüne Wiese wie da. Nur halt noch perfekter vielleicht oder so. Und der Materialismus hilft, das wegzufegen. Und das ist notwendig, um zum wirklich Geistigen zu kommen. Weil das sind die luziferischen Träume, die man sich vorstellt. Ja, eigentlich möchte ich es so wie auf der Erde haben, natürlich ewig gesund und alles schön. Und ich bin reich und ich habe alles sozusagen, und es fehlt mir nichts. Das wird schön sein. Das ist das Paradies.

Anmerkung eines Zuhörers: "Eine ahrimanische Geistigkeit. Alles perfekt!"

Ja, alles perfekt. In Wahrheit ist das so eine Mischung zwischen Ahrimanischem und Luziferischem. Und dem unterliegen die Materialisten teilweise und die Spiritualisten aber in Wahrheit auch. Also die vom Geistigen träumen. Aber die träumen von dem. Und das hilft uns, da hilft uns jetzt unser Zeitalter langsam, grad durch den ganz strengen Materialismus bis er an seine Grenzen stößt, der fegt das weg. Also daher braucht man über nichts schimpfen, was da gemacht wird. Man muss nur sagen, aber wir müssen etwas anderes daneben setzen

Geisteswissenschaft – nicht Diener, sondern Partner Gottes werden 1:33:47

Wir brauchen auch eben eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Geistigen. Ganz wach. Ganz wach, ganz nüchtern. Da stehe ich nicht und werde überwältigt von einem geistigen Erlebnis und ich steh´ mit offenem Mund, sondern ich muss mit ganz wachem Verstand da stehen, und ich muss dann trotzdem auch lernen die Liebe zu dem, die Demut auch dem gegenüber, die mich aber nicht kleinmacht, sondern die nur sieht, welche Größe da über mir ist. Und die das mit vollem Ich-Bewusstsein ertragen kann. Aber nicht der Mensch, der Diener Gottes ist. Nein, nicht Diener, sondern Partner, kleiner Partner. Aber das ist auch der christliche Impuls. Wir sind nicht Diener oder gar Sklaven Gottes oder der geistigen Welt, sondern wir sollen Partner werden. Darum geht es. Darum ist uns die gleiche Vollmacht des Ich gegeben. Nicht weil wir Diener sein sollen, sondern weil wir Mitarbeiter für die Zukunft sein sollen. Also damit geht es an.

Geist ist Liebe 1:35:00

Anmerkung einer Zuhörerin: Aber wenn ich die Essenz des Göttlichen oder des Lichtes oder wie man es die Liebe nennt, dann sollten wir eigentlich auch in die Liebe gehen. Dass wir die gleiche Wertigkeit der Kraft der Liebe wahrnehmen."

Ja, ja, natürlich. Um das geht es. Ich meine, Geist ist Liebe. Geist ist nichts anderes als Liebe. Das ist der Punkt.

Zuhörerin weiter: "Und dass wir diesen Fokus mehr auch pflegen und nachdenken und wahrnehmen können."

Absolut. Ich meine, wichtig ist dabei nur eines für unsere Zeit, dass es eben mit diesem ganz wachen und ich möchte fast sagen also unsentimentalen Element verbunden ist, dass nichts vom Schwärmerischen hat. Da ist der große Unterschied zwischen vielem, was heute zeitgenössische Esoterik ist oder sich Esoterik nennt, die hauptsächlich in dem Schwärmerischen drinnen ist. Ja, von Liebe viel spricht und so weiter. Aber in Wahrheit dann in der Wirklichkeit versagt an den Widersachern, die im Weg stehen, sondern da brauche ich zugleich diese volle, wache Bewusstheit und Nüchternheit. In dieser geistigen Liebe ist nichts Schwärmerisches drinnen, sondern da ist der bewusste Wille aus meinem Wesen etwas zu verschenken. Dazu gehört, überhaupt meine Fähigkeiten zu erkennen, dass ich aus denen schaffen kann. Und das als Verpflichtung aufzufassen. Aber nicht, wenn es mir jemand sagt, du musst. Sondern wo ich sage, ich will.

Frage eines Zuhörers: "Dass ich woraus schaffen kann?"

Aus meinem Impuls! Nicht wahr, wir sind alle durch viele Inkarnationen auf Erden gegangen. Wir haben ein Ich entwickelt. Und jedes Ich ist anders als das eines anderen Menschen. Wir sind Individualitäten geworden. Jetzt schon. Und wir werden es noch viel mehr werden. Und das heißt, dass jeder von uns ganz spezielle Fähigkeiten auch entwickelt hat, die nur in dieser Art nur dieser Mensch, diese Individualität - Mensch ist ja, also Individualität ist ja mehr als ein Erdenmensch, weil wir wissen, es geht durch Inkarnationen durch, also wir erscheinen in verschiedenen Persönlichkeiten - aber es geht diese Individualität durch. Und die hat durch seinen ganzen Entwicklungsweg ganz bestimmte Fähigkeiten entwickelt, die einzigartig sind. Und die Liebe besteht darin, diese Fähigkeit wirklich zum Heile der Welt einzusetzen. Zu verschenken.

Und in Wahrheit geht es auch gar nicht anders. Weil man kann sagen, das Geistige ist wie eine Quelle, die aus dem Nichts heraus etwas erzeugt. Weil Schöpferisches heißt, wirklich Schöpferisches, wirklich Geistiges, erzeugt aus dem Nichts heraus. Das kann ich nicht von irgendetwas ableiten, sondern das tritt völlig neu in die Welt hinein. Und das heißt aber, es ist eine Quelle, die sprudeln muss. Da ist etwas, wo aus dem Nichts heraus etwas kommt. Wenn da nichts kommt, ist der Geist nicht da. Dann schläft er zumindest. Also das heißt, und darin besteht schon das eine Element der Liebe, es muss sich selber verschenken, sonst ist der Geist gar nicht da. Also der Geist geht ohne Liebe nicht. Das ist dasselbe. Also das heißt, das, was ich als meine Fähigkeiten habe, zum Dienste der ganzen Welt zu verschenken.

Intuition – geistiges Eines werden 1:38:37

Das ist einmal die eine Seite und die zweite Seite, die natürlich dann dazu dazugehört, das, was die anderen verschenken, auch annehmen zu können. Annehmen zu können, aber in dem Sinne, dass es nicht heißt, natürlich nicht darauf hinauslaufen darf überhaupt, naja, ich muss jetzt alles im Leben so machen wie der. Der hat mir das geschenkt und ich muss es jetzt genauso machen wie er. Nein! Was er mir gibt, ist für mich wieder wie ein neues Ferment, das mich wieder zu neuer Tätigkeit schöpferisch anregt. Und was mir in der Begegnung neue Kräfte gibt, aber ich mache vielleicht ganz was anderes damit. Muss ich auch, weil ich eine andere Individualität bin. Also das heißt, man muss auch ein Geschenk so selbstlos geben können, dass ich sage, ich gebe es und macht damit, was ihr wollt. (Wolfgang in etwas zynischem Tonfall): Nicht, ich will damit das und das in der Welt erreichen und jetzt müsst ihr es so machen und so. Weil wozu habe ich euch den großen Impuls gegeben? Nein! Sondern ich muss ihn geben und ich muss es der Menschheit überlassen, was sie damit macht. Wer es in Liebe aufnimmt, das heißt wirklich aufnimmt, wer dieses Wagnis unternimmt sozusagen wirklich, naja, man könnte sagen, intuitiv, in Intuition eins zu werden mit mir, weil das ist in dem Liebesakt eigentlich da. Dieses geistige einswerden.

Dann sind wir im höchsten Geistigen drinnen. In der Intuition drinnen, wo eigentlich keine Trennung mehr zwischen den beiden geistigen Wesen ist. Da ist der volle Austausch da. Und, wie soll ich sagen, schwache Geister haben dann instinktiv die Furcht, ja, da verliere ich mich doch, überhaupt wenn der andere vielleicht ein großer, starker Geist ist. Finde ich mich dann noch? Verliere ich mich nicht?

Frage einer Zuhörerin: "Darf ich eine Bemerkung machen?"

Ja, bitte, gerne.

Zuhörerin weiter: "Ich will nur sagen, ich weiß nicht, ob ich richtig liege. Es passiert doch sehr oft, dass man also die Liebe für die ganze Menschheit.... aber oftmals tragst du zu A Liebe hin und kriegst das aber von B zurück und nicht von A. Dass man immer sehr offen sein muss, wahrscheinlich. Die Summe wird stimmen, aber es ist immer von anderen Richtungen."

Geben und Nehmen in Freiheit 1:41:03

Ja, absolut. Absolut. Und in diesem Geben ist auch nie die Erwartung drin, was kriege ich jetzt zurück natürlich dafür. Das ist, nur man kann mit Sicherheit darauf vertrauen, es kommt etwas von wo immer auch zurück. Man wird immer reicher. Also gerade das ist ja bei dem geistig schöpferischen Akt, der in Liebe passiert, es wird immer mehr. R. Steiner gebraucht da ein paar Mal dieses schöne Bild: Das ist wie ein Glas, ein Gefäß, das, in dem ich es aus gieße, wird es immer voller. Und so ist es bei der Liebe oder beim geistig Schöpferischen. Je mehr ich es tue, je mehr ich verschenke einfach aus mir, desto mehr Kräfte kommen herein. Anders kann ich gar nicht meine Kräfte zum Wachsen bringen, meine geistigen. Ich muss sie verschenken können. Wenn ich sage, ja, ich will immer geistiger und geistiger werden, weil mir das halt so Spaß macht, aber verschenken will ich es nicht, sondern ich mache es für mich in meinem Kämmerchen, dann wird nichts passieren. Sondern es muss gehen. Deswegen muss ich nicht predigen den Leuten draußen. Es kann sehr wohl ein Mönch sein, der vielleicht irgendwo nur meditiert und trotzdem es an die Menschheit strömen lässt in irgendeiner Weise.

Aber es muss von mir weggegeben werden. Und zu diesem Weggeben gehört auch, dass ich nicht erwarte, dass ihr jetzt genau das macht damit, was ich mir vielleicht gedacht habe. Und das erfordert schon sehr viel Selbstbewusstsein auch, das zuzulassen. Nicht wahr, zuzulassen, dass jetzt wer etwas ganz anders macht damit. Und das darf mich nicht irritieren. Ich kann es nur zur Verfügung stellen. Ich kann ihm vielleicht, wenn er mich bittet, einen Rat geben, wo man etwas geschickter machen kann, wenn ich sehe, er tut sich schwer damit. Aber ich darf ihn nie in seiner Freiheit beeinflussen. Weil das wäre dann der alte geistige Weg, dass halt eine schöpferische Wesenheit die anderen beglückt von oben. Und die nehmen es auf, empfangen es dankbar und machen es genau so, wie es ist. So machen es die Hierarchien über uns. Beim Menschen ist es anders. Da fängt das Reich der Freiheit an und das heißt aus Freiheit geben, aber auch so, dass es der andere in Freiheit nehmen kann. Nicht zwangsläufig.

Frage einer Zuhörerin: "Das fängt mit Jesus an?"

Ja. Das fängt mit dem Erdenleben des Christus an. Ganz konkret mit dem Erdenleben des Christus.

Anmerkung eines Zuhörers: "Selig sind die Gebenden, denn ihnen wird gegeben werden."

Ja! Absolut. Ich will euch jetzt einmal so vorlesen, wie denn das alles in der Apokalypse wirklich drinnen steht. Das waren jetzt einmal so ein paar Grundgedanken. Wir werden sicher das nächste Mal uns noch intensiver damit beschäftigen. Ich will noch nicht aufhören, ein bisschen Zeit haben wir noch. Aber ich lese einmal ein Stückerl, damit man sieht, dass viele dieser Dinge tatsächlich da drinnen stehen in der Apokalypse zur Gemeinde von Sardes, die also unsere Gegenwart betrifft.

"Und an den Engel der Gemeinde zu Sardes schreibe: Es spricht zu euch, der Macht hat über die sieben göttlichen Schöpfergeister und die sieben Sterne."

Da werde ich dann noch etwas dazu sagen.

"Ich durchschaue dein Tun. Du hast den Namen eines lebendigen Wesens und bist doch tot."

Der Name hat etwas mit dem Ich zu tun. Du solltest eigentlich ein lebendiges Ich sein. Und du bist aber tot, nämlich in deinem Denken.

"Strebe danach, in deinem Bewusstsein zu erwachen."

Bewusstseinsseelenzeitalter.

"Und erkrafte, was in deiner Seele noch lebendig ist, damit es nicht auch noch erstirbt."

Im Intellekt sind wir daran, dass das Geistige endgültig stirbt – wir brauchen eine Auferstehung des Denkens: Schöpferisch werden

Weil heute sind wir wirklich also gerade im Intellekt daran, dass das Geistige endgültig erstirbt. Also wir müssen uns klar sein mit dem Intellekt, der heute seine Reife bis Überreife erreicht hat, das heißt im Grunde mit dem gesamten wissenschaftlichen Denken von der Art her, wie es ist, ist das Geistige nicht zu erfassen. Das ist alles totes Denken. Alles was ich berechnen kann, was ich kalkulieren kann, ich will damit nicht sagen, dass das jetzt alles weg gehört. Aber das erfasst nur das Gewordene, nur die Realität, aber nicht die Wirklichkeit, das heißt, nicht das, aus dem die Zukunft gebaut wird. Sondern es erfasst nur das, was aus der Vergangenheit kommt und im Grunde langsam verfällt. Zerfällt.

Im Geistigen sind wir immer in der Ganzheit, der Gemeinschaft geistiger Wesenheiten

Und wir brauchen jetzt zu diesem toten Denken die Auferstehung im Denken. Das heißt Schöpferisch werden im Denken zunächst einmal. Das Denken dadurch weiter zu entwickeln bis es den Kontakt mit der geistigen Welt bekommt. Denn wie werden die neuen Dinge geschaffen, auch aus dem Geistigen? Im Grunde hängt es sehr stark zusammen damit, dass man zu Wesensbegegnungen kommt mit anderen geistigen Wesenheiten. Nicht wahr, auch das ist ein Punkt dieser kosmischen Intelligenz, die der Michael verwaltet, das heißt ja nichts anderes, als es geht um diese soziale Gemeinschaft der geistigen Wesen. Weil wir dürfen nicht glauben, wenn wir geistig-schöpferisch tätig sind, tun wir das im totalen Vakuum sozusagen und außer uns gibt es keine anderen geistigen Wesen. Sondern es gibt andere. Und wir müssen - eine wirkliche geistige Tat ist insofern schöpferisch, als sie mit allen anderen geistigen Wesenheiten abgestimmt ist in gewisser Weise. Wir können nicht einfach blind irgendetwas tun. Wir schöpfen - es ist so, wie wir wollten die ganze geistige Welt zusammennehmen, ziehen sie durch unser Ich durch in ihrer Gesamtheit und aus dem entsteht aber jetzt ein einzelner neuer Impuls. Aber der hat die Verbindung mit allem. Das muss drinnen sein. Es hat also etwas Ganzheitliches.

Auch wenn ich ein ganz bestimmtes spezielles Problem nur löse irgendwo, steckt die Verbindung mit der ganzen Welt drinnen. Auch das ist das Wesen des Geistigen. Das heißt, wenn ich wirklich aus dem Geistigen schöpfe, dann schöpfe ich immer aus dem Ganzen. Das heißt, ich beziehe alle, die soziale Gemeinschaft aller geistigen Wesenheiten in gewisser Weise ein. Vielleicht nicht ganz bewusst. Ich meine, das werden wir schwer schaffen jetzt mit allen Engelwesenheiten und allen bewusst umzugehen. Aber wir spüren trotzdem ihre Impulse. Die sind drinnen irgendwo.

Also Goethe hat das so schön auch geschildert, indem er von der Idee spricht. Und er hat gesagt, es ist eigentlich falsch von der Idee in der Mehrzahl zu sprechen. Ideen als Mehrzahl. Es gibt nur die eine große Idee. Weil alles zusammenhängt in Wahrheit. Und ich kann es nicht wie im Materiellen, gerade im Materiellen kann nicht trennen in feste Gegenstände, da zerbröselt alles, da zerfällt etwas in Teile. Im Geistigen ist es immer eine Einheit. Ich schaffe, ich schöpfe immer aus dem Ganzen heraus. Und trotzdem bin ich es, der aus dem Ganzen schöpft und neben mir ist ein anderer, der auch aus diesem Ganzen schöpft und er schöpft aber etwas anders heraus. Aber bei beiden ist die Verbindung immer mit dem Ganzen da. Das ist für uns so schwer vorstellbar heute, weil wir halt nur diese äußerliche Welt kennen und da denken wir, ja, wie soll ich denn das alles, das ist ja viel zu viel, wie geht denn das, so viele Dinge, das kann ich ja gar nicht überschauen. Im Geistigen gibt es diese räumliche Distanz nicht. Im Geistigen ist es immer die Einheit. Das ist einmal nachdenkenswert. Wir sind mit dem Ganzen, nicht nur mit dem äußeren Kosmos, mit den ganzen geistigen Wesenheiten in Wahrheit verbunden. Untrennbar. Und das heißt, jeder schöpferische Impuls - schöpferisch heißt, wir beziehen alle ein. Das liegt drinnen.

Frage einer Zuhörerin: Und der Ahriman und so diese ahrimanischen Kräfte, die sind auch dabei?"

Die sind auch dabei.

Zuhörerin weiter: "Und das sollte man erkennen, dass man sich nicht nur mit diesem Einen verbindet, oder?"

Wir dürfen in keine Einseitigkeit kommen.

Indem wir aus unserer Freiheit heraus geistig schöpferisch werden, können wir Ahriman erlösen 1:50:49

Zuhörerin weiter: "Wie kann ich sie erlösen? Weil das ist uns ja jetzt auch gegeben in irgendeiner Form?"

Ja, absolut. Absolut. Nein, es ist also ganz wichtig. Ich meine, auch das hat begonnen mit dem Erdenleben des Christus und indem er sich mit der Erde verbunden hat und eben namentlich auch mit dieser animalischen Unterwelt im Grunde. Weil das Reich des Christus ist jetzt dasselbe Reich, wie das Reich Ahrimans im Grunde. Beides hat etwas mit unserer Erde zu tun. Dort ist es. Und die sind auch nicht räumlich getrennt voneinander, dass man sagt, da ist der Palast des Christus und dort ist die, weiß ich nicht, dunkle Burg des Ahriman. Im Geistigen ist das nicht getrennt. Beide sind mit der Erde verbunden. Und mit der Erde sind noch dunklere Kräfte, also noch dunklere, gesteigerte ahrimanische Kräfte, könnte man sagen, verbunden. Die werden wir alle noch kennenlernen. Aber die hängen zusammen.

Und darum - und so hängen wir auch mit den ahrimanischen Mächten zusammen, indem wir die Aufgabe haben, indem wir uns geistig entwickeln und unsere Freiheit ergreifen, dadurch allein schon, indem wir aus unserer Freiheit heraus geistig tätig werden erlösen wir den Ahriman. Weil seine Aufgabe war mitzuhelfen, uns zu dieser Freiheit hinzuführen. Und in dem Maße in dem wir sie nutzen, diese Freiheit, also schöpferisch aus dem Nichts heraus geistig tätig werden, eben auf die Wirklichkeit schauen und nicht nur auf der Realität. Nicht nur an der Vergangenheit kleben bleiben, sondern die Zukunft gestalten, die Zukunft schaffen, sie bewirken. Wenn wir das tun, ist das bereits ein Schritt zur Erlösung Ahrimans. Nicht wahr, weil in dem Maße, indem es uns gelingt aus der Freiheit heraus, hat er seine Aufgabe erfüllt. Und dann darf er sich wieder eingliedern in den Reigen der anderen geistigen Wesenheiten und ist nicht mehr im Grunde der Ausgestoßene. Er hat sich das ja in Wahrheit nicht selber ausgesucht, dass er da der Ausgestoßene da in dem finsteren Reich unten ist.

Liebe heißt, bereit zu sein mein geistiges Wesen zu verschenken an die Welt 1:53:12

Anmerkung einer Zuhörerin: "Die Formen der Liebe wirklich erhöhen und nur nach diesen streben und die anderen Dinge wirklich mitnehmen eigentlich und in die Liebe führen."

Ja, ja, natürlich. Aber wie gesagt, ich meine, wichtig ist, dass man dabei die Liebe ganz konkret versteht, dass sie mit dieser Schöpferkraft verbunden ist. Dass sie nicht nur ein sentimentales Gefühl ist. "Ich liebe alle Menschen!" Das ist zu wenig. Sondern sie ist mit einer schöpferischen Aufgabe verbunden. Dann ist sie erst wirkliche Liebe. Und die ist mehr als Gefühl. Die ist Schöpferkraft. Also Liebe besteht in Wahrheit darin, dass ich bereit bin, mein geistiges Wesen zu verschenken an die Welt jetzt grob gesprochen, das heißt an die anderen Wesen, die darinnen sind, weil in Wahrheit alles aus geistigen Wesen besteht. Die Wirklichkeit ist eben nicht der Stoff (Wolfgang klopft auf den Tisch), sondern die geistigen Wesen. Da sind unheimlich viele geistige Wesenheiten damit verbunden. Elementarwesen. Aber auch höhere geistige Wesenheiten, bis zu den Thronen hinauf, die da drinnen stecken. Die hängen alle mit dem zusammen.

Und mit diesen Wesen, genauso natürlich mit den Menschen, die um mich sind, mich zu verbinden, indem ich ihnen etwas von meinem Wesen schenke. Was sie durch sich nämlich nicht erschaffen können, weil jeder Mensch eben einen ganz bestimmten Impuls –oder eine bestimmte Palette von Impulsen von mir aus – der Welt geben kann. Und wenn er es nicht tut, dann fehlt das in der Welt. Nicht wahr, weil wir haben jeder bestimmte Fähigkeiten. Das ist das Interessante daran. Und wenn man sie nicht zur Verfügung stellt, sind sie einfach nicht da. Es kann nicht ein anderer die Aufgabe in Wahrheit übernehmen. Also daher wird auf jeden Menschen auch gezählt. Und jeder Mensch, der versäumt, aus dieser schöpferischen Liebe heraus tätig zu sein, macht die Welt dadurch ärmer als sie sein müsste. Und zwar vor allem die Welt, die kommen wird. Und das ist so wichtig hier in der Apokalypse, die ja dann letztlich hinzielt auf dieses Neue Jerusalem, also die nächste Weltstufe, die auf unserer Erde folgen wird, wie die gebaut sein wird, wird bereits sehr Wesentlich davon abhängen von unserem Beitrag. Von unserem schöpferischen Beitrag. Wir werden noch viel geistige Hilfe brauchen, dass das auch wirklich umgesetzt wird. Aber die Art, zum Beispiel wie dieses Neue Jerusalem - oder nach R. Steiner der Neue Jupiter - gebaut sein wird, wird abhängen, wie viel geistige Impulse wir hineinlegen oder nicht. Das heißt, wir bestimmen die Wirklichkeit, das, was werden wird, sehr wesentlich mit. Weil letztlich ja diese Weltentwicklung ja auch für uns da ist. Das ist die Intention. Das ist, wenn man so will, der Schöpfungsplan, der dahinter steht mit den Menschen geistige Wesen zu erschaffen, die diesen Schöpfungsprozess mittragen können in Freiheit. Erstmals in Freiheit.

Und jetzt in unserem Zeitalter ist der geeignete Moment, sich dessen bewusst zu werden. Also die Menschen, denen dieses Licht aufgeht, dass das ihre Aufgabe ist, das sind die eigentlich modernen Menschen. Das sind die zukunftsträchtigen Menschen. Die Menschen, die nur am Vergangenen kleben, an der Realität kleben, die gehen dann den Bund mit Ahriman ein. Weil der Ahriman ist der, der mit dem Gewordenen unheimlich gut jonglieren kann, es neu kombinieren kann, in allen möglichen Dingen, aber aus dem kommt nie die Zukunft heraus. Daraus entsteht keine Wirklichkeit. Daraus entsteht in Wahrheit immer Täuschung und Illusion. Das werden wir vielleicht das nächste Mal noch deutlicher besprechen, weil heute glaube ich, ist es schon zu spät dazu.

Wie unser Zeitalter auf der anderen Seite, das sich so realistisch dünkt und in der Weise halt auch ist, aber in Wahrheit in den allergrößten Illusionen befangen ist, die es jemals gegeben hat. Wir leben in einer total illusorischen Welt in jeder Beziehung. Und dünken uns als die am lebenspraktischsten und am realistischsten Seienden Leute. Und in Wahrheit ist es eh vielen Leuten aufgefallen schon. Aber man braucht nur die ganze Covid-Geschichte jetzt betrachten. Kein Mensch weiß, was wirklich los ist. In Wahrheit, die Realität, die Wirklichkeit kennt keiner. Aus den äußeren Fakten heraus. Es ist alles ein mehr oder minder vages Vermutungswissen. Man pocht auf Zahlen. Zahlen kann man immer belegen. Und man glaubt, wenn man die Zettel in der Hand hat, das sagt schon irgendetwas. Da ist viel weniger dahinter, als man denkt. Auch wenn es noch so wissenschaftlich gemacht wird, die Statistik, die Rechnung stimmt. Nur die Fakten stimmen nicht. Weil an die kommt man gar nicht heran. Weil man an die Wirklichkeit nicht heran kommt. Das ist das Problem. Also da ist sehr viel Illusion. Aber das ist nur jetzt ein aktuelles Beispiel. Das gilt bei praktisch allem. Aber das will ich heute nicht näher ausführen. Das wird vielleicht das Thema das nächste Mal sein.

Frage einer Zuhörerin: "Und der eine Satz ist jetzt schon zu Ende?"

So. Wir sind noch nicht ganz fertig, das lese ich jetzt fertig. Das stimmt, ich bin abgeschweift. Also dieses Satzerl. Du hast völlig recht. Also:

"Du hast den Namen eines lebendigen Wesens und bist doch tot. Strebe danach, in deinem Bewusstsein zu erwachen und erkrafte, was in deiner Seele noch lebendig ist, damit es nicht auch noch erstirbt. Ich kann dir nicht bestätigen, dass dein Tun vor dem göttlichen Angesicht volle Wirklichkeit besitzt. Belebe in dir die Erinnerung an alles, was du aus den geistigen Welten empfangen und gehört hast. Pflege es in dir und wandle deinen Sinn. Wenn du nicht zu einem höheren Bewusstsein erwachst, so werde ich wie ein Dieb kommen. Du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich komme. Einige wenige Namen hast du jedoch in Sardes, die ihre Gewänder nicht befleckt haben. In weißen Gewändern werden sie meine Pfade gehen. Dessen sind sie würdig. Wer überwindet, soll gleicherweise mit weißen Gewändern bekleidet werden. Und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens. Ich will mich zu seinem Namen bekennen vor dem Angesichte meines Vaters und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht.“

Also: „Ich will mich zu seinem Namen bekennen vor dem Angesichte meines Vaters“, das hängt ganz stark mit dem Ich zusammen. Der Name, der geheime Name des Menschen, das ist das Ich, der unaussprechliche Name Gottes heißt es auch. Weil Ich kann jeder zu sich selbst sagen. Und nur der Christus, nicht Ich, sondern der Christus in mir, wie es so schön heißt, aber das heißt, mein wirkliches Ich in mir. Der weiß es, der weiß es, als einziger. Ja, mit den Gedanken möchte ich euch heute einmal ziehen lassen. Wenn es noch Fragen gibt, bin ich natürlich gerne bereit. Ich denke, dieses Thema - also Gemeinde von Sardes - wird uns zumindest das nächste Mal noch beschäftigen. Weil da geht es wirklich um uns heute. Was wir tun können.

Seit dem Erdenleben des Christus ist es uns Menschen möglich eigenständig Astralisches aus dem Nichts heraus zu erschaffen 1:59:28

Frage einer Zuhörerin: "Also ich hätte gerne. Also wenn wir über Name sprechen, ist es quasi mein Ich, und dieses Ich ist das Bewusstsein, also der Träger des Bewusstseins, oder? Ich überlege nämlich, Ich und die Seele, ja? Es ist sehr verwirrend für mich. Es greift ineinander. Ja? Also was ist es? Wenn ich von Seele spreche, das ist der Träger des Geistes?“

Na ja. Das Seelische ist, man könnte sagen, das Seelische ist das erste Schöpferische, was der Geist hervorbringt. Zuerst einmal, indem es den Astralleib umgestaltet. Das hat sich schon lange angebahnt. Da haben wir eh am Anfang darüber gesprochen, wie die verschiedenen Seelenglieder gebildet werden durch das Ich. Das heißt, das Seelische entsteht durch die schöpferische Tätigkeit des Ich letztlich. Zuerst einmal am Anfang unbewusst oder unterbewusst. Ab unserer Zeit jetzt kann es immer bewusster geschehen. Und wenn es mir gelingt, also wirklich das Seelische zum Geistigen hin zu wenden, das Bewusstsein auch zum Geistigen hin zu wenden, dann komme ich überhaupt erst hin zum unsterblich Seelischen. Weil man muss dazu sagen, das meiste vom Seelischen, was die Menschen in der Vergangenheit erlebt oder auch wir jetzt im Alltagsleben, das ist mit dem Tod futsch. Das muss uns bewusst sein.

Wir gehen nicht als die Frau Mitzi, die wir da unten waren, in die Welt da drüben und sind es dort genauso. Weil wir müssen sehen, der Mensch, die Individualität, das Ich geht ja über die eine Inkarnation hinaus. Darum ist das so ganz wichtig. Wir erschöpfen uns nicht in einer einzelnen Persönlichkeit, sondern in einer Vielzahl von Persönlichkeiten. Und das war in der ganzen Vergangenheit so, mit wenigen hohen Eingeweihten ausgenommen, dass es die Unsterblichkeit der persönlichen Seele nicht gab. Das Geistige geht weiter, die Individualität geht weiter. Aber das Seelische, also das heißt die Persönlichkeit, die in einem bestimmten Erdenleben aufgebaut wurde, die verweht. Und ist im Prinzip weg. Und natürlich lernt das Ich etwas dadurch, dass es in dieser Persönlichkeit verkörpert war. Aber es nimmt nichts von diesen wirklichen Qualitäten aus dieser einen Inkarnation dann im Grunde mit ins Seelische. Das Ich lernt etwas und es kann natürlich etwas Neues daraus bauen. Aber es nimmt von dem nichts mit. Und auch das, dass es wirklich ein unsterbliches Seelisches gibt, die Möglichkeit dazu beginnt mit der Zeitenwende. Und sie beginnt damit, dass jetzt real das Ich fähig wird Astralisches aus dem Nichts heraus zu erschaffen. Und zwar eigenständig. Ohne Hilfe. Das ist nämlich das Wesentliche. Weil es haben schon Eingeweihte in vorchristlicher Zeit Astralisches zu Geistselbst verwandelt. Und trotzdem war es noch nicht hundertprozentig ihres. Denn Sie haben noch nicht frei verfügen können über diese Schöpferkraft. Das geht erst seit dem Erdenleben des Christus. Und jetzt ist es erst wirklich unseres. Also das heißt, wenn wir anfangen, unsere Seele heute wirklich aus dem Geistigen heraus schöpferisch zu verändern, ganz bewusst und aus Freiheit, das können wir in Zukunft mitnehmen. Weil wir es als Schöpferkraft haben. Das heißt, das Astralische wird zwar verwehen, aber wir können es wieder erschaffen jederzeit. Weil diese Schaffenskraft in uns drinnen liegt.

Das heißt natürlich nicht, dass wir, wenn wir in eine neue Inkarnation kommen, dass wir eh genau dasselbe Seelische, wie in der vorherigen, wir da uns aufbauen. Das wäre völlig sinnlos. Aber es werden die wichtigen Elemente nicht verlorengehen, sondern wir werden sie schöpferisch dieser neuen Seele, die wir in der nächsten Inkarnation bauen, einverweben. Und in diesem Sinne ist es unsterblich. Das heißt, das, was wirklich brauchbar war an dem Früheren, das können wir jetzt dieser nächsten Persönlichkeit, dieser nächsten Inkarnation einverleiben. Dann haben wir ein unsterbliches Seelisches. Die Früchte.

Frage einer Zuhörerin: "Und die Essenz ist dann ja eigentlich: In der Liebe immer wachsen?“

Ja, ja.

Zuhörerin weiter: „Und dass wir eigentlich, wenn wir dem begegnen von früheren Leben, wo das halt eher eine kämpferische Art war, dass man da doch den Kern erkennen in den anderen und in Liebe ihnen begegnen kann."

Ja, ja, natürlich. Also das, das wird ganz wichtig, immer wichtiger für die Zukunft werden. Es sollte jede menschliche Begegnung in diese Liebe getaucht sein. Und die hat aber nichts mit Sentimentalität zu tun. Da kann es manchmal beinhart zugehen. Weil Liebe heißt nicht, ei ei, bist eh lieb und bist eh gut und bussi bussi, sondern unter Umständen kann das eine knallharte Aktion sein. Also dass ich zum Beispiel einem Drogensüchtigen unter knallharten Bedingungen fordere, der kriegt nichts mehr, irgendwo in die Einsamkeit, geht der mit mir und muss jeden Tag ordentlich arbeiten oder sonst was, dann kriege ich ihn vielleicht los von seiner Drogensucht. Und das ist vielleicht zwei, drei Jahre für den nicht eine Sekunde lang ein erfreuliches Erlebnis. Sondern ein bitteres Erlebnis. Aber es rettet ihn vielleicht vor dem Absturz. Und dann steckt in der Tat Liebe drin. Und der, der sagt, naja, du tust mir so leid, schau ich weiß es eh, du brauchst etwas, da hast du den nächsten Joint oder sonst was oder die nächste Pille. Weil dann geht es dir wieder gut. Dann ist das nicht Liebe. Dann ist das in Wahrheit Hass. Weil ich ihn zerstöre. Und ich liebe nur mich selber, weil ich mich in dem Gefühl wohlfühle, naja, ich tue ihm ja etwas Gutes. Und ich habe nicht den Mut zu sagen, weil ich muss das ja durchstehen, dass der neben mir leidet und ich muss das anschauen, aus Liebe anschauen, wie der leidet. Und es ist viel angenehmer, ich gebe ihm sein Zuckerl, dass er wieder fünf Minuten strahlt übers ganze Gesicht. Nicht wahr, also Liebe hat nichts mit diesen sentimentalen Gefühlen zu tun. Das ist ganz wichtig.

Wir werden das sehen. Das steckt also in der Apokalypse so stark drinnen. Ich meine, am Schluss die Ausgießung der Zornesschalen, wo es dann wirklich zur Sache geht. Wo die schrecklichsten Dinge geschildert werden. Die Ausgießung der Zornesschalen ist Ausdruck der göttlichen Liebe. Dort ist so richtig dann die göttliche Liebe da. Man darf sich das natürlich, diese Ereignisse alle nicht so äußerlich vorstellen. Das sind Dinge, die im Seelischen passieren. Das sind nicht äußere Ereignisse, die passieren. Aber im Seelischen geht es da zu. Liebe besteht darin auch dem anderen zu helfen, alles das loszuwerden, zu verwandeln, was seelisch negativ bei ihm drinnen ist. Und das ist ein Prozess, der durch immense Schmerzen noch durchgeht. Schmerzen, gegen die körperliche Folter und Qualen eine Kleinigkeit sind. Das muss man denken. Das ist nicht leichter zu ertragen. Dass man sagt, naja, wird eh nicht wirklich geköpft, ist eh nicht so schlimm. Es ist schlimmer. Es ist viel schlimmer.

Dieses Seelische. Diese seelischen Kämpfe, die kommen auf uns zu. Und es ist ja auch so, dass am Ende dieser Epoche mit den sieben Gemeinden, also am Ende dieser Kulturepochen, geht es über, das steht ja hier auch deutlich, in den Krieg aller gegen alle. In den Kampf aller gegen alle. Das heißt, es wird eine geistige Auseinandersetzung sein, wo die Liebe letztlich aber gerade dadurch gewonnen wird, dass jeder sich mit jedem auseinandersetzen muss. Und es wird in manchem funktionieren, dass sie dieses Gemeinsame finden, und dass die Vereinigung in Liebe da ist. Aber es wird mit anderen zunächst einmal auch nicht gelingen. Und das wird zerstört werden dort. Da wird es schreckliche Ereignisse geben im Seelischen. Und zwar für alle Beteiligten.

Anmerkung einer Zuhörerin: „Also die Emotionen, die wir eigentlich haben, sollte man eigentlich im Griff haben. Und eben die Liebe als oberstes Gebot haben, dass man immer sagt, ist das jetzt in Liebe, meine Handlung, dieser Zorn, kann ich das in Liebe umwandeln."

So ist es! So ist es. Aber dazu müssen wir auch noch viel lernen – darum ist es nicht gleich morgen, dass das so weit ist – weil wir müssen denken, in der Tiefe unseres Seelischen sind noch eine ganze Menge dunkle Kräfte drinnen, die weit stärker sind, als wir uns das jetzt schon vorstellen können. Wir gehen aber auf diese Zeit zu. Das hängt damit zusammen, dass wir ja einfach schon seit vielen Inkarnationen Karma auf uns geladen haben. Und gerade die schlimmsten Sachen stammen aus der Frühzeit. Na klar, da haben wir die meisten Fehler gemacht. Und das sind gewaltige Fehler, die wir gemacht haben, also die bis ins Schwarzmagische und so weiter hineingehen, weil die Menschheit halt damals noch stärker über solche Kräfte verfügt haben. Das heißt, man konnte damals auch noch viel schlimmere Dinge bewirken, als wir heute als Durchschnittsmensch bewirken können. Ich meine, was wir heute an negativen Impulsen spielen, das sind Kleinigkeiten. Das sind Kleinigkeiten, selbst wenn es um Schwerverbrecher oder so etwas geht. Das sind Kleinigkeiten. Da lauert noch viel Größeres.

Und das wird langsam herauskommen. Die Apokalypse schildert das. Das sind die Bilder, die drinnen sind. Die ganzen Tiere und so, die kommen aus uns letztlich. Dort sind sie. Und das heißt, wir müssen uns wappnen, mit denen fertig zu werden. Und wir müssen aber sehen, dass der Kampf eigentlich darin besteht, dass diese Tiere durch Liebe erlöst, sprich aufgelöst werden. Es geht nicht darum, sie zu töten sozusagen, weil das geht eigentlich nicht. Es sind ja eigentlich seelische Kräfte vor allem. Und die können nur entweder vertrieben werden, aber wenn ich sie vertreibe, dann sind sie aber trotzdem immer noch da. Und dann zerstören sie halt den Rest. Vielleicht kann ich sie von mir weg halten, aber die Welt zerstören sie trotzdem. Nein!

Es geht darum, sie zu verwandeln. Und verwandeln tue ich sie, indem ich mich in Liebe mit ihnen verbinde und ihnen meine positiven Kräfte schenke. Obwohl das sozusagen der ärgste Feind ist im Grunde. Also dieses Prinzip der Feindesliebe, das ja im Christentum irgendwo drinnen ist, geht viel, viel weiter. Es geht nicht nur darum, versöhne dich mit dem, der dir eine Ohrfeige gegeben hat. Das ist nur so das äußere Bild. Das wird also im seelischen Bereich noch sehr viel stärker werden.

Also das wird ganz starke Kräfte erfordern, weil die Zeiten, die dann am Ende der Apokalypse geschildert werden, da sind wir auch nicht mehr körperlich auf der Erde. Das sind Zustände, die bereits in einem körperlosen Zustand erlebt werden. Also wo schon der erste Tod vollzogen ist, das heißt die letzte irdische Inkarnation vorbei ist, was gar nicht in so ferner Zukunft in Wahrheit ist. Wo wir vielleicht auch schon den Ätherleib endgültig einmal abgelegt haben. Also wo wir nur mehr in einem seelisch-geistigen Zustand sind. Da werden erst recht die großen Kämpfe kommen.

Das sind keine äußeren Physischen. Aber seelische Kämpfe. Und im Seelischen ist es so, da gibt es keine räumliche Trennung. Sondern wir sind seelisch ineinander, das heißt, es spielt sich ab, so wie wir es heute als innerer Kampf erleben würden. Und da wird dann die größte Anforderung an diese Erlösungskraft gestellt. Jetzt einmal für diese Seelenkräfte. Das Ganze spielt sich aber auf der ätherischen Ebene auch ab. Und da brauchen wir ganz stark die Hilfe des Christus dazu. Aber das, was im seelischen Bereich sich abspielt, das ist unsere Aufgabe. Das ist unsere Aufgabe.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Depression ist eine Kleinigkeit."

Ist eine Kleinigkeit. Genau. Ist eine Kleinigkeit. Ja! Gibt es noch Fragen, meine Lieben? Die Zeit ist fortgeschritten. Eisiges Schweigen. Jetzt seid ihr alle platt! Meine Lieben, ich kann euch nur sagen, wir bewegen uns in der Apokalypse. Und Apokalypse heißt Enthüllung des Wesens Jesu Christi. Das ist die positive Nachricht. Danke, meine Lieben! Bis zum nächsten Mal! Danke.

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Schlüsselwörter

Gemeinde von Sardes – das Ich des salomonischen Jesus in den Leibeshüllen des nathanischen Jesus – Essener-Orden: Reinigungsrituale in Wahrheit auf Kosten anderer – durch das Erdenleben Christi kommt die Kraft des Ich in der Menschheit an – seit dem Mysterium von Golgatha haben die Menschen die Möglichkeit die Widersacher zu erlösen – schöpferisch Seelisches ins Nichts aufzulösen – Astralisches umwandeln in Geistselbst – Wesensglieder des Menschen: Physisch, Ätherisch, Astralisch, Ich – Entwicklung der seelischen Wesensglieder durch die Arbeit des Ich am Astralischen – Entwicklung der Empfindungsseele in der ägyptisch-chaldäischen Zeit: ein inneres Seelenleben entsteht, ein Innen, ein Außen – Entwicklung der Verstandes- oder Gemütsseele in der griechisch-lateinischen Zeit: Das Denken entsteht und mit dem Denken die Philosophie – Denken und Fühlen sind noch stark verbunden (Wahrheitsgefühl) – Entwicklung der Bewusstseinsseele in unserer derzeitigen Kulturepoche: der Intellekt löst sich ganz vom Gefühl, Logik und abstraktes Denken wird möglich (Ratio) – im Mittelalter war Glaube eine Herzensgewissheit – der Intellekt der arabischen Denker – Akademie von Gundishapur – Blüte der christlichen Theologie mit Thomas von Aquin – die Auseinandersetzung mit Arabistik und Theologie bildet die Grundlage für die Entstehung des naturwissenschaftlichen Denkens im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit – Michael-Zeitalter – „Braindrain“ zur Zeit der Alexanderzüge in Richtung Osten (Indien) – die Atomlehre des Kaschiapa (Anu: kleines Ding, Anus: kleine Dinge bauen die Welt) – Unterschied: Realität (das Gewordene, das Abgestorbene, Vergangenheit) und Wirklichkeit (das Wirkliche, das Werdende, Zukunft) – Moderne Physik: Hans-Peter Dürr, Wirkungsquantum – Stofflich heißt: Willenskraft hoher geistiger Wesenheiten, der Throne – Stoff ist Geist – Unterschied altes Hellsehen (Körpergebunden, Sinnlich) und neues Hellsehen (ohne sinnlichem Erleben) – mit Beginn der Philosophie verschwinden letzte Reste des Hellsehens und das Denken entsteht – der Grieche: das Schöne, Gute, Wahre – der Römer: Mut und Tapferkeit – Galilei: Pendelgesetze – Aristoteles: Naturbetrachtung (heute Naturgesetze) - Arithemtik der Inder: aus dem Ei wird die Null – wenn wir Rose als Begriff denken, dahinter steckt eine geistige Wesenheit (Gruppenseele/Geistseele) – Kinetische Gastheorie – Einatmen heißt wacher, bewusster werden; Ausatmen heißt traumhafter werden – Lernen ein tieferes Bewusstsein zu entwickelt, für das was wirkt: Bewusstsein für das Wirkende – die Wirklichkeit ist das Entscheidende – Auferstehungskräfte (Wirklichkeit) versus Absterbekräfte (Realität) – Charles Darwin´s Evolutionsthorie – Rene Descartes: „Ich denke, also bin ich!“ – Leib-Seele-Problem – Res extensa, Res cogitans – Erzengel Michael als Verwalter kosmischer Intelligenz/Weisheit – das Michaelzeitalter wird vorbereitet: die Michael-Schule – Goethe und Schiller – Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie – Goethe dichtet bildhaft, Schiller dichtet musikalisch – Michael kämpft mit dem Drachen und wirft ihn zur Erde: der ahrimanische Intellekt wird dadurch auf Erden verstärkt – sich dem Michael zuwenden heißt, Zugang zu bekommen zur kosmischen Weisheit mit vollem Ich-Bewusstsein und in Freiheit – „Die gleiche Vollmacht des Ich soll ihm eigen sein…“ – Ernst Haeckel: Der deutsche Vertreter des Darwinismus – Geisteswissenschaft: eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Geistigen – Geist ist Liebe – im Intellekt sind wir daran, dass das Geistige stirbt – wissenschaftliches Denken ist totes Denken, erfasst nur das Gewordene, nicht die Wirklichkeit – wir brauchen neben dem wissenschaftlichen Denken auch ein neues schöpferisches Denken – Auferstehung im Denken – seit dem Erdenleben des Christus können wir aus dem Ich heraus Astralisches ins Nichts auflösen, umwandeln und neues Astralisches aus dem Nichts schöpfen, d. h. Geistselbst entwickeln

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Themenbezogene Leseanregungen

Literaturangaben

Rudolf Steiner, Alexandra Riggins: Die sieben apokalyptischen Siegel, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1;

Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8 (1989), ISBN 3-7274-0080-3;

Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X;

Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0;

Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0;